Coronavirus-Pandemie Ticker: Familienfeiern auf Minimum beschränken

Nach einem Corona-Ausbruch bei Familienfeiern hat das Landratsamt im Thüringer Eichsfeld aufgerufen, Feiern möglichst zu beschränken. In Sachsen nähert sich der Erzgebirgskreis der kritischen Marke an Neuinfektionen. Russland verzeichnet einen neuen Infektionsrekord. Die Entwicklungen im Coronavirus-Ticker.

Symbolfoto einer Familienfeier in einem Garten
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Unser Ticker am Freitag, den 9. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:36 Uhr | Erstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen in Europa

In Europa ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen erstmals über die Marke von 100.000 gesprungen. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit. Vielerorts sind die Intensivstationen von Krankenhäusern bereits am Limit. Ein Überblick:

  • SPANIEN: Bisher wurden hier insgesamt 850.000 Infektionen registriert. In den vergangenen sieben Tagen lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner landesweit bei 115. Mehrere Gebiete und Gemeinden sind abgeriegelt, über die Hauptstadt Madrid wurde am Freitag der Notstand verhängt.
  • FRANKREICH: Mit mehr als 20.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnete das Land am Freitag einen neuen Tageshöchstwert. Für mehrere Großstädte gilt die höchste Corona-Warnstufe, darunter Paris, Lyon und Marseille.
  • TSCHECHIEN: Auch hier fürchten Fachleute einen baldigen Engpass im Gesundheitssystem. Am Donnerstag wurde mit fast 5.400 neuen Infektionen der dritte Tagesrekord in Folge registriert.
  • GROßBRITANNIEN: Landesweit meldeten die Behörden am Freitag knapp 14.000 neue Fälle. Die Regierung von Premier Boris Johnson steht unter anderem wegen eines Mangels an Tests, maroden Kliniken und Zehntausenden Todesfällen in der Kritik.
  • ITALIEN: Auch im ersten europäischen Corona-Hotspot steigen die Infektionsfälle wieder steiler an. Am Freitag wurden fast 5.400 neue Ansteckungen registriert.

21:52 Uhr | Estland lockert Einreise-Beschränkungen

Estland lockert die coronabedingten Beschränkungen bei der Einreise. Das teilte das Außenministerium in Tallinn mit. Danach gilt ab Montag die Quarantänepflicht nur noch für Einreisende aus Ländern mit einer Infektions-Rate von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen. Damit können auch Urlauber aus Deutschland wieder nach Estland reisen, ohne sich in Quarantäne begeben zu müssen.

21:14 Uhr | EU-Staaten einigen sich auf Corona-Reiseampel

Nach wochenlangen Verhandlungen hat sich die EU auf erste Leitlinien für einheitliche Corona-Reisebeschränkungen geeinigt. Die Botschafter der Mitgliedsstaaten billigten einen Vorschlag der deutschen Ratspräsidentschaft für ein Ampelsystem. Damit sollen Risikogebiete je nach Gefahrengrad farblich gekennzeichnet werden, und zwar in Grün, Orange und Rot. Die Karte soll wöchentlich von der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC aktualisiert werden. Welche Maßnahmen daraus abgeleitet werden, bleibt allerdings jedem Land selbst überlassen. Ab Stufe Orange können beispielsweise Quarantäne oder Pflicht-Tests bei der Einreise vorgeschrieben werden. Derzeit herrscht beim Thema Reisen in der EU ein bunter Flickenteppich.

20:47 Uhr | Erzgebirgskreis nähert sich kritischer Marke

In Sachsen drohen dem Erzgebirgskreis strengere Kontaktbeschränkungen. Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen stieg am Freitag auf 48 Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Auch mehrere Bildungseinrichtungen sind dem Landratsamt zufolge betroffen: nach insgesamt elf Corona-Fällen an neun Einrichtungen dauere die Nachverfolgung der Infektionsketten noch an, hieß es.

Für ganz Sachsen meldeten die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte am Freitag 254 Neuinfektionen. Das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Die meisten Fälle gab es demnach in Dresden mit 50 neuen Infektionen, im Erzgebirgskreis waren es 42.

20:32 Uhr | Landratsamt ruft zu Beschränkung von Familienfeiern auf

Das Landratsamt im Thüringer Eichsfeldkreis hat dazu aufgerufen, Familienfeiern sowie weitere private und öffentliche Veranstaltungen auf ein Minimum zu beschränken. Hintergrund ist ein starker Anstieg an Corona-Fällen nach zwei privaten Familienfeiern in Heiligenstadt und Uder. Alle 20 Neuinfizierten befanden sich den Angaben zufolge bereits in Quarantäne. Insgesamt zählte der Kreis am Freitag 24 neue Fälle, die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 27.

Thüringenweit ist nach wie vor besonders der Saale-Orla-Kreis betroffen. Nach einem Corona-Ausbruch in einem Heim für Menschen mit Behinderung gibt es dort derzeit 38 aktive Corona-Fälle.

19:29 Uhr | Russland mit neuem Höchststand an Neuinfektionen

Russland verzeichnet bei den Corona-Neuinfektionen einen neuen Rekord. Nach Angaben der Behörden wurden innerhalb eines Tages mehr als 12.000 Fälle registriert. Der letzte Höchststand lag im Mai bei rund 11.600 Neuinfektionen. Trotz des Anstiegs sei derzeit keine Verschärfung der Corona-Maßnahmen geplant.

17:32 Uhr | Weiter schleppende Erstattung von stornierten Lufthansa-Tickets

Rund 650.000 Lufthansa-Kunden warten noch immer auf die Erstattung stornierter Tickets. Wie das Unternehmen mitteilte, belaufen sich die offenen Forderungen auf knapp 300 Millionen Euro. Vergangene Woche seien es noch 350 Millionen Euro gewesen. Wegen der Corona-Krise hatte Lufthansa seit März Millionen Tickets storniert, aber nicht fristgerecht erstattet.

17:14 Uhr | Dresden verbietet Großveranstaltungen

In Dresden sind Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern ab sofort verboten. Als Grund gab die Stadtverwaltung an, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen auf mehr als 22 pro 100.000 Einwohner gestiegen ist. Das Verbot gelte zunächst für eine Woche. Davon betroffen ist auch das Fußball-Drittligaspiel Dynamo Dresden gegen Magdeburg.

16:55 Uhr | Spanische Zentralregierung verhängt Notstand über Madrid

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen hat die spanische Zentralregierung den Ausnahmezustand über Madrid verhängt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gilt die Maßnahme für zwei Wochen. Zuvor war die Region Madrid bereits offiziell abgeriegelt worden.

Die sozialistische Zentralregierung und die konservative Regionalregierung Madrids streiten seit längerem über die geeigneten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Spanien zählt in Europa zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen Ländern. Zuletzt lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 115. In der Region Madrid betrug der Wert sogar 230. Nur die Region Navarra hat in Spanien eine höhere Inzidenz.

16:28 Uhr | Schweiz erklärt Berlin und Hamburg zu Risikogebieten

Die Schweiz hat erstmals deutsche Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Wie das Gesundheitsministerium in Bern mitteilte, sind Berlin und Hamburg betroffen. Einreisende aus den beiden Stadtstaaten müssen ab Montag in der Schweiz für zehn Tage in Quarantäne - auch dann, wenn sie ein negatives Testergebnis vorweisen können.

15:46 Uhr | Bundeswehr und RKI sollen Fachleute in Corona-Hotspots schicken

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Oberbürgermeister von elf deutschen Großstädten haben sich auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verständigt. Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sollen demnach Bundeswehr und Robert Koch-Institut Fachleute in die betroffene Region schicken. Spätestens ab einem Wert von 50 Neuinfektionen sind zudem umfangreichere Beschränkungen vorgesehen. Dazu gehört die Erweiterung der Mundschutz-Pflicht im öffentlichen Raum, wenn dort der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. Genannt werden auch Sperrstunden und Alkoholbeschränkungen sowie weitere Kontaktbeschränkungen.

Sobald sich eine Überforderung bei der Kontaktnachverfolgung abzeichnet, ist personelle Unterstützung von Bund und Land vorgesehen. Zudem sollen besonders gefährdete Gruppen verstärkt geschützt werden, ohne die Betroffenen in eine vollständige soziale Isolation zu führen. Unter anderem Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime sollen demnach priorisierten Zugang zu verfügbaren Schnelltests erhalten.

Kommt der Anstieg an Infektionszahlen nicht spätestens nach zehn Tagen zum Stillstand, seien weitere Beschränkungen unvermeidlich.

15:13 Uhr | Eilantrag gegen Sperrstunde in Berlin

Mehrere Berliner Gastronomen gehen gegen die vom Senat beschlossene Sperrstunde vor. Laut einem Sprecher des Verwaltungsgerichts reichten sie einen entsprechenden Eilantrag ein. Darin kritisierten die Gastronomen die Sperrstunde als unverhältnismäßig. Mit einer Entscheidung sei in der kommenden Woche zu rechnen.

15:03 Uhr | Kretschmer warnt vor Reisen in Corona-Hotspots

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer warnt davor, während der Herbstferien in Risikogebiete zu reisen. Kretschmer sagte, nachlassende Umsicht führe derzeit zu einem höheren Infektionsgeschehen. Es sei absolut unvernünftig, während der Herbstferien in Risikogebiete zu fahren.

Kretschmer kündigte gleichzeitig an, das Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten zu lockern. Ab November dürften Menschen in Hotels übernachten, die aus unternehmerischen oder sozialen Gründen nach Sachsen kämen. Zuvor hatte sich die sächsische Landesregierung mit kommunalen Spitzenverbänden und Krankenhauskoordinatoren zur aktuellen Corona-Situation verständigt.

14:06 Uhr | Werner verteidigt Thüringer Sonderweg

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hat Überlegungen zurückgewiesen, wieder pauschal strengere Beschränkungen einzuführen. Es gebe ein funktionierendes System zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie, sagte Werner heute. Danach reagierten die Behörden jeweils vor Ort auf lokale Ausbrüche. Falls diese Maßnahmen aus Sicht des Landes nicht ausreichten, könne ihr Ministerium weitere vorschlagen. Dieses Vorgehen habe sich bewährt. Gestern hatte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) erklärt, es müsse unter anderem darüber diskutiert werden, ob nicht auch Thüringen wie andere Bundesländer die Einreise von Menschen aus deutschen Corona-Risikogebieten beschränken solle.

13:25 Uhr | Rückläufiger Trend in Israel

Drei Wochen nach Verhängung eines landesweiten Lockdowns deutet sich in Israel ein rückläufiger Trend bei den Corona-Neuinfektionen an. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden am Vortag 3.692 neue Fälle verzeichnet. Vor rund eineinhalb Wochen war mit mehr als 9.000 Infektionen am Tag ein Rekordwert registriert worden.

13:00 Uhr | Weniger Zuschauer beim FCM in Dresden

Das Heimspiel der SG Dynamo Dresden gegen den 1. FC Magdeburg muss mit weniger Zuschauern stattfinden. Wie der sächsische Fußball-Drittligist heute mitteilte, hat das Gesundheitsamt der Stadt den Verein darüber informiert. Grund sei die in Dresden über 20 gestiegene Zahl von Coronavirus-Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Derzeit kläre der Verein mit den Behörden, wie viele Zuschauer kommen könnten. Der Kartenvorverkauf sei gestoppt, hieß es bei Twitter.

12:33 Uhr | Erste Kliniken verschieben wieder Operationen

Wieder mehr Covid-19-Patienten zwingen die Charité erneut, wie im Frühjahr planbare Eingriffe zu verschieben. "Wir müssen versuchen, die Intensivbetten für Covid-Patienten frei zu bekommen", sagte Vorstand Ulrich Frei heute in Berlin. Das sei keine leichte Aufgabe und führe zu schwierigen ethischen Fragen.

Das Charité Bettenhochhaus ist hinter der Flagge auf der Botschaft der Russischen Föderation zu sehen.
Das Bettenhochhaus der Charité in der deutschen Hauptstadt. Bildrechte: dpa

Ähnlich äußerte sich der Chef der Uni-Klinik in Frankfurt/Main, Jürgen Graf. Es gebe wieder mehr Patienten, wobei die Uni-Kliniken sicherlich auch so etwas wie "Frühwarnsysteme" für das sein dürften, "was auf das Gesundheitssystem zukommt".

Für Berlin sagte Frei : "Wir haben leerstehende Intensivbetten. Da stehen Beatmungsgeräte, Infusionspumpen, Monitore. Aber da steht keine Pflegekraft", weil auch die Zahl der infizierten Mitarbeiter steige. Der Chefvirologe der Charité, Christian Drosten, hatte am Morgen vor "Irrlichtern" in der öffentlichen Information gewarnt und davor, dass Covid- 19 weiter gefährlich sei. Er bekräftigte seine Einschätzung, dass wegen des Alters der deutschen Bevölkerung die Sterblichkeit durch das Coronavirus höher sei, bei "einem Prozent oder etwas mehr" und etwa 20 Mal höher als bei einer Grippe.

11:56 Uhr | Übernachtungsverbote in Brandenburg

Berliner können in Brandenburg jetzt nicht mehr in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen übernachten. Es gelte ein Beherbergungsverbot, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Das betreffe nicht Berufspendler, Tagesausflügler und Besucher. Auch könne übernachten, wer einen negativen Corona-Test habe, der höchstens 48 Stunden alt sei, keine Symptome und wer zwingend nötig, etwa aus beruflichen Gründen komme. Sonst gelte das Verbot aktuell auch für Gäste aus Bremen, Herne, Hamm, Remscheid, Frankfurt/Main, Offenbach, Rosenheim, die Kreise Cloppenburg, Vechta und Wesermarsch in Niedersachsen und Esslingen in Baden-Württemberg. Überall dort gab es zuletzt mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

11:39 Uhr | Wieder Ausbruch in Schlachthof

Durch den Coronaviren-Ausbruch im Schlachthof in Emstek sind die Infektionszahlen im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg wieder hochgeschnellt. Mit 86,1 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ist die Marke von 50 klar überschritten. Das geht aus Zahlen des Landesgesundheitsamts vom Vormittag hervor. Demnach gab es 149 neue Fälle im Vergleich zu Vortag. In dem Vion-Schlachthof dürfen nach Angaben des Landkreises von gestern weiterhin 7.000 Schweine am Tag geschlachtet werden. Nach lokalen Ausbrüchen in Schlachthöfen im Sommer, ebenfalls auch in Niedersachsen, war eine Debatte über Arbeitsbedingungen in der deutschen Fleischbranche aufgekommen.

11:32 Uhr | Merkel will mit den Ländern reden

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich nächsten Mittwoch mit den Ministerpräsidenten der Länder austauschen. Die Konferenz sei geplant, sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Schließungen von Schulen und Kitas müssten verhindert werden: "Ziel ist es, soviel wie möglich vom öffentlichen und privaten Leben aufrecht zu erhalten."

11:02 Uhr | Containerschiff-Transport erholt sich

Der internationale Containerschiff-Transport hat sich von den Auswirkungen der Pandemie schneller erholt als erwartet. Wie der Chef der Reederei Hapag-Lloyd, Rolf Habben Jansen, sagte, ist dieses Jahr mit einem Minus von 4,1 Prozent zu rechnen. Noch im April hatte Hapag-Lloyd eine Prognose von minus 10,6 Prozent veröffentlicht. Für das kommende Jahr wird nun mit 5,7 Prozent Wachstum gerechnet.

10:30 Uhr | Reinhardt: Säubern von Oberflächen überflüssig

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat das Säubern von Oberflächen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie als überflüssig und überholt bezeichnet. Die aktuellen Erkenntnisse zur Übertragung des Virus seien eindeutig, sagte Reinhardt den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft: "Sie findet ausschließlich über den Luftweg statt und nicht über Schmierinfektionen." Deshalb sei die Desinfektion von Oberflächen "unsinnig und obsolet".

10:22 Uhr | Bundesrat gibt weitere Corona-Prämie frei

Der Bundesrat hat neben einer Milliarden-Förderung der Krankenhäuser heute auch die Corona-Prämie für Pflegekräfte in den Kliniken gebilligt. Nach den Pflegekräften in Altenheimen sollen nun auch die in Kliniken eine Prämie für die besonderen Belastungen in der Pandemie bekommen. Bis zu 1.000 Euro sollen es sein, wobei die Länder wie schon bei den Altenpflegern die Zahlung um 500 Euro aufstocken können. Die 1.000 Euro kommen größtenteils von den gesetzlich Krankenversicherten, aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds. Es werden jedoch nur Kliniken berücksichtigt, die durch die Pandemie als besonders belastet gelten. Wie das Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der Linken im Bundestag erklärte, bleiben dabei mehr als 70 Prozent der deutschen Krankenhäuser außen vor.

09:10 Uhr | Auch Niedersachsen verhängt Einreiseverbot

Auch Reisende aus deutschen Risikogebieten müssen ab morgen Niedersachsen fernbleiben, wenn sie keinen aktuellen negativen Coronavirus-Test mitbringen. Das sieht eine neue Landesverordnung vor, die heute in Hannover vorgestellt wurde. Niedersachsen wollten den am Mittwoch von den meisten Bundesländern beschlossenen Weg zunächst nicht mitgehen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte sich dann aber besorgt gezeigt, dass sein Land im Herbst das Ziel vieler Urlauber aus deutschen Risikogebieten werden könnte, weil sie in andere Bundesländer nicht mehr reisen können.

08:45 Uhr | Chrupalla empfiehlt weiter Gelassenheit

AfD-Bundeschef Tino Chrupalla hat sich trotz der wieder steigenden Infektionszahlen gegen noch weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ausgesprochen: "Das ist absolut ausreichend, was derzeit ist", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Dass es mehr Infektionen gebe, sei "im Herbst erwartbar" gewesen, sagte der Bundestagsabgeordnete aus Weißwasser in Sachsen. Man rate "ein Stück weit zur Gelassenheit".

08.24 Uhr | Kritik an unterschiedlichen Regelungen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Bundesländer aufgerufen, ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu vereinheitlichen. Sonst leide die Akzeptanz in der Bevölkerung, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg heute Morgen im ZDF: "Ich hätte mir schon gewünscht, dass da mehr an einem Strang gezogen wird."

Nach Landsbergs Worten ist nicht auszuschließen, dass bald jede deutsche Großstadt zum Risikogebiet wird. Einige Länder haben Quarantäne-Anordnungen und Beherbergungsverbote für Reisende auch aus innerdeutschen Risikogebieten verhängt. Am Mittwoch hatten sich die Länder auf ein einheitlicheres Vorgehen verständigt. Unter anderem aber Thüringen macht dabei nicht mit.

08:00 Uhr | Merkel berät mit Oberhäuptern der Städte

Wegen der stärkeren Ausbreitung des Coronavirus berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute ab Mittag mit den Operhäuptern von elf deutschen Großstädten. Bei der Videokonferenz vertreten sind Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart. In mehreren Städten hat die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 50 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner überschritten.

07:30 Uhr | Sperrstunde in Berlin ab Mitternacht

Heute ab Mitternacht gilt in Berlin eine sogenante Sperrstunde. Der Senat hatte am Dienstag vor dem Hintergrund der hohen Coronavirus-Infektionszahlen in der Hauptstadt beschlossen, dass Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte zwischen 23:00 und 06:00 Uhr zu sein müssen. Tankstellen dürfen in dieser Zeit zwar geöffnet bleiben, aber keinen Alkohol verkaufen. Mit Beginn des Samstags tritt die neue Verordnung in Kraft. Schließen müssen Berliner Bars und Kneipen heute also um 23:59 Uhr und ab morgen dann noch eine Stunde eher.

07:00 Uhr | Wieder mehr als 4.000 neue Infektionen pro Tag

Nach Daten des Risklayer Projekts am Karsruher Institut für Technonologie haben die Gesundheitsämter in Deutschland gestern 4.398 neue Coronavirus-Fälle gemeldet. Der Sieben-Tage-Schnitt stiegt damit auf 2.854 neue Fälle täglich, nach 760 vor einer Woche. Die Zahl der am Donnerstag neu bestätigten Infektionen hat damit das Niveau der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr erreicht. Aus Sachsen wurden 191 neue Fälle bekannt, aus Sachsen-Anhalt 24 und 64 aus Thüringen. Gemeldet wurden Daten aus 94 Prozent aller Kommunen.

06:37 Uhr | China schließt sich Impf-Initiative an

China hat sich der internationalen Initiative Covax zur Beschaffung von Coronavirus-Impfstoffen für ärmere Länder angeschlossen. Die Stoffe sollten zu einem "weltweiten öffentlichen Gut" werden, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. Welche Summe das Land bereitstellt, sagte sie nicht. Die Beschaffungsplattform Covax wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO und den Impfbündnissen Gavi und Cepi getragen. Bis Ende 2021 will die Initiative zwei Milliarden Impfdosen für 92 ärmere Länder erwerben. Dabei sollen die Hersteller durch Abnahmezusagen auch zum Ausbau ihrer Produktion bewegt werden. Die EU-Kommission sagte 400 Millionen Euro dafür zu.

06:30 Uhr | Merkel gegen Heils Pläne für Homeoffice

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist gegen Pläne von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zu einem Rechtsanspruch auf Homeoffice. Während einer Versammlung des Handwerks-Verbands sagte sie, so wie der Entwurf jetzt vorliege, werde er in dieser Legislatur nicht den Bundestag verlassen. Es gebe noch viel Gesprächsbedarf. Heil hatte ein Gesetz angekündigt, das einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice vorsieht. Danach sollen Beschäftigte bei einer Fünf-Tage-Woche pro Jahr 24 Tage im Homeoffice arbeiten dürfen, wenn sich ihre Tätigkeit eignet und keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Hintergrund des Entwurfs sind bisherige Erfahrungen mit dem Homeoffice während der Coronavirus-Pandemie.

06:00 Uhr | Arzt: Trump darf wieder in die Öffentlichkeit

US-Präsident Donald Trump darf nach Angaben seines Arztes morgen wieder öffentliche Termine wahrnehmen. Der Chefarzt im Weißen Haus, Sean Conley sagte, Trumps Covid-19-Behandlung sei abgeschlossen. Es gebe keine Hinweise auf ein Fortschreiten der Krankheit. Zudem sei der Samstag der zehnte Tag nach Trumps positivem Coronavirus-Test. Zehn Tage gelten generell als die Zeit, nach der Corona-Patienten nicht mehr ansteckend sind. Trump hatte bereits zuvor gesagt, dass er wieder Wahlkampfveranstaltungen machen wolle.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Oktober 2020 | 06:00 Uhr

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