Coronavirus-Ticker 19. Juni: Alle Mitarbeiter von Tönnies-Standort in NRW müssen in Quarantäne

Alle Tönnies-Mitarbeiter am Hauptstandort in NRW müssen in Quarantäne. In Brasilien gibt es mittlerweile über eine Million Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Trotz der Entspannung in Europa warnt die WHO eindringlich vor einer Beschleunigung der Pandemie im Rest der Welt. In Tübingen hat die erste Probandin den Curevac-Impfstoff bekommen.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes sprechen mit ausländischen Bewohnern einer Unterkunft, die im fleischproduzierenden Gewerbe arbeiten.
Mitarbeiter des Ordungsamtes sprechen mit Arbeitern aus dem Tönnieswerk. Bildrechte: dpa

Unser Ticker vom Freitag endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Sonnabend.

21:29 Uhr | Tönnies-Mitarbeiter müssen in Quarantäne

Um den Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies einzudämmen, hat der Kreis Gütersloh sämtliche Beschäftigte der Unternehmensgruppe am Standort Rheda-Wiedenbrück unter Quarantäne gestellt – inklusive Verwaltung, Management und Konzernspitze. An dem Standort arbeiten rund 7.000 Beschäftigte. Außerdem werden alle Haushaltsangehörigen der Beschäftigen unter Quarantäne gestellt. Um wie viele Menschen es sich insgesamt handelt, wurde nicht mitgeteilt.

Einige Mitarbeiter können den Angaben nach aber in sogenannte Arbeitsquarantäne. Das heißt, dass sie sich nur zwischen Arbeits- und Wohnort bewegen dürfen. Das gilt auch für Clemens Tönnies, Gesellschafter von Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies, wie ein Konzernsprecher der Deutschen-Presse Agentur sagte.

Die Grünen-Politikerin Renate Künast warf Ministerpräsident Laschet im Gespräch mit MDR AKTUELL unterdessen ein schlechtes Management der Lage vor.

20:52 Uhr | Mehr als eine Million Corona-Fälle in Brasilien

In Brasilien wurde am Freitag die Schwelle von einer Million registrierten Corona-Infektionen überschritten. Allerdings gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer aus. Das Land hat rund 208 Millionen Einwohner und wurde schwer von der Pandemie getroffen. Insgesamt starben nach offiziellen Angaben fast 50.000 Menschen an Covid-19. Am Freitag wurden 1.204 neue Todesfälle und 23.050 Neuinfektionen innerhalb eines Tages vermeldet.

Derzeit hat Brasilien keinen Gesundheitsminister, nachdem die letzten zwei nach Streitigkeiten mit Präsident Jair Bolsonaro ihren Posten verloren hatten.

19:49 Uhr | Regierung will Corona-Warn-App verbessern

Die Bundesregierung will die Corona-Warn-App weiterentwickeln. Sie soll künftig auch mit älteren Smartphones kompatibel sein. Vize-Regierungsprecherin Ulrike Demmer sagte, an den Verbesserungen werde gearbeitet. Es sei selbstverständlich der Wille der Regierung, dass möglichst viele Menschen die App nutzen könnten.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist die Anwendung bis zum Nachmittag 9,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. Demmer wertete das als Zeichen für eine hohe Akzeptanz.

19:10 Uhr | Ungewohnte Stille für DJs

Veranstaltungen sind abgesagt, Clubs geschlossen. Auch viele DJs aus Thüringen sind betroffen, etwa Robag Wruhme, der seinen letzten Auftritt im Berliner Club Berghain hatte.

18:42 Uhr | Laschet schließt regionalen Lockdown nicht mehr aus

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet schließt nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies einen regionalen Lockdown nicht mehr aus. Das Infektionsgeschehen könne noch lokalisiert werden. "Sollte sich dies ändern, kann auch ein flächendeckender Lockdown in der Region notwendig werden", sagte Laschet. Er sprach von einem massiven Ausbruchsgeschehen. Nach dem Auftreten des Virus in einem Tönnies-Werk ist im Kreis Gütersloh bereits die Schließung von Schulen und Kitas angeordnet worden. Einen Lockdown will der Kreis nach bisherigen Angaben aber mit diesen und weiteren Maßnahmen abwenden.

Laschet nannte den Corona-Ausbruch bei Tönnies beispiellos. Von rund 7.000 Beschäftigten seien 1.106 getestet worden, 803 Tests seien positiv.

17:43 Uhr | WHO: Pandemie beschleunigt sich

In Deutschland und Europa sind die Zahlen der Corona-Infektionen in den vergangenen Wochen stark gesunken. Doch global betrachtet gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine Anzeichen für eine Entspannung. Deren Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Freitag sogar: "Die Pandemie beschleunigt sich." Innerhalb eines Tages seien der WHO mehr als 150.000 neue Infektionen gemeldet worden, so viele wie nie zuvor. Fast die Hälfte seien aus Nord-, Mittel- und Südamerika gemeldet worden, aber größere Zahlen seien auch aus Südasien und dem Nahen Osten gekommen.

"Die Welt ist in einer neuen und gefährlichen Phase", sagte Tedros. Viele Menschen hätten verständlicherweise die Nase voll davon, zu Hause zu sein. Länder wollten verständlicherweise Wirtschaft und Gesellschaftsleben wieder öffnen. "Aber das Virus verbreitet sich schnell, es ist immer noch tödlich und die meisten Menschen können sich immer noch infizieren", sagte der WHO-Chef weiter.

17:38 Uhr | Verkehrsgemeinschaft Mittelthüringen verschiebt Preiserhöhung

Die Verkehrsgemeinschaft Mittelthüringen GmbH (VMT) verschiebt wegen der Corona-Pandemie eine geplante Preiserhöhung. Eigentlich sollte sie im August kommen, wurde nun aber auf den 13. Dezember verschoben. Damit wolle man ein Signal an die Fahrgäste senden, teilte die VMT mit. Viele Abo-Kunden hätten der VMT in der schweren Zeit die Treue gehalten und dadurch Schlimmeres verhindern, erklärte Geschäftsführer Christoph Heuing. Möglich sei dieser Schritt durch die Senkung der Mehrwertsteuer geworden.

Das Gebiet der VMT reicht unter anderem bis in die Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera sowie in die Landkreise Gotha, Kreis Weimarer Land und Saale-Holzland-Kreis.

17:15 Uhr | Tönnies: Weißenfels verbietet Mitarbeitern aus NRW Zutritt – Soldaten testen in Stammwerk

Der Schlachthof des Tönnies-Konzerns in Weißenfels darf vorerst keine Mitarbeiter des stark von Corona betroffenen Standorts in Nordrhein-Westfalen bei sich arbeiten lassen. Das teilte der Burgenlandkreis mit. Das Verbot betreffe alle Arbeitskräfte, die seit dem 5. Juni in dem Tönnies-Schlachthof im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück gearbeitet hätten. Ziel sei es, Menschen im Burgenlandkreis vor einer potenziellen Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, teilte der Landkreis mit.

Soldaten der Bundeswehr stehen an der Einfahrt für LKW-Fahrer zum Betriebsgelände der Fleischfabrik Tönnies.
Soldaten vor der Fleischfabrik Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Bildrechte: dpa

Im Tönnies-Stammwerk in NRW sind bereits hunderte Corona-Infektionen aufgetreten. Am Freitag wurden die Behörden auch von Soldaten der Bundeswehr bei den Tests unterstützt. Die Behörden haben für die Mitarbeiter von Tönnies am Stammwerk weitgehend Quarantäne angeordnet.

15:50 Uhr | Curevac startet Impfstoff-Studie

Die Studie mit dem Corona-Impfstoff der Firma Curevac ist in die heiße Phase gegangen: Eine Freiwillige erhielt heute an der Uniklinik Tübingen die erste Impfung. Studienleiter Peter Kremsner sagte, die junge Probandin bleibe anschließend 24 Stunden unter Beobachtung: "Bei Impfstudien ist bisher noch nie etwas Gravierendes passiert, aber wir wollen auf Nummer sicher gehen.". Kremsner rechnet bereits in zwei Monaten mit ersten Ergebnissen. nach seinen Worten haben sich bereits hunderte Freiwillige für die Impfstoffstudie gemeldet.

15:17 Uhr | Deutliche Lockerungen in der Schweiz

Die Schweiz hat weitere Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen angekündigt: Der Mindestabstand zwischen zwei Menschen wird von zwei auf eineinhalb Meter verringert, die Sperrstunde für Restaurants, Diskotheken und Nachtclubs zwischen 0 und 6 Uhr soll aufgehoben und die maximale Personenzahl bei Veranstaltungen von 300 auf 1.000 angehoben werden. Ab Anfang September sollen sogar wieder Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen erlaubt sein – sofern sich die Infektionslage nicht wieder verschärft.

14:57 Uhr | Noch kein Durchbruch bei EU-Gipfel

Ein Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag hat noch keinen Druchbruch beim Programm zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise gebracht. EU-Ratschef Charles Michel plant nach eigenen Angaben nun einen Gipfel für Mitte Juli. Dafür werde er neue Vorschläge erarbeiten, sagte Michel. Die EU-Kommission hatte ein Gesamtpaket in Höhe von 750 Milliarden Euro vorgeschlagen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach der Videokonferenz: "Es gibt noch eine ganze Reihe von Fragen. Die Brücken, die wir noch zu bauen haben, sind groß." Gleichzeitig drängte sie auf eine Einigung noch im Sommer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) während einer Videokonferenz mit den Mitgliedern des Europäischen Rates im Bundeskanzleramt.
Merkel bei der Videokonferenz mit den EU-Kollegen. Bildrechte: Sandra Steins/Bundespresseamt/dpa

14:00 Uhr | Bundestag bringt Konjunkturpaket auf den Weg

Der Bundestag hat heute Teile des Konjunkturpakets gegen die Corona-Krise beraten. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und andere Vertreter der Bundesregierung verteidigten es bei der ersten Lesung im Parlament gegen Kritik der Opposition. Scholz sagte zu der bis Jahresende befristeten Senkung der Mehrwertsteuer, er sei davon überzeugt, dass sie bei allen Bürgerinnen und Bürgern ankommen werde. Daneben bringe der Kinderbonus eine "ganz große Verbesserung der Kaufkraft der Familien". Daran zweifelten vor allem die FDP und die AfD, während Grüne und Linke mehr Hilfe für die Ärmsten forderten. Das Konjunkturpaket soll am 29. Juni in Sondersitzungen in Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.

13:05 Uhr | Insgesamt 216 Fälle in Magdeburg

In Magdeburg sind in 24 Stunden 21 neue Coronavirus-Fälle gemeldet worden. Damit stieg die Zahl der in der Landeshauptstadt bekannten Infektionen bis zur Mitteilung der Sozialministeriums am Freitag auf 216 (Datenstand 10:18 Uhr). Anderswo im Land wurden demnach keine weiteren Fälle registriert. In Magdeburg sind derzeit mehrere Schulen, Spielplätze und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sagte dem MDR, wenn das nicht reiche, könnte als letzter Schritt auch ein Stadtteil abgesperrt werden.

12:47 Uhr | Großbritannien senkt Warnstufe

Die britische Regierung hat die Warnstufe in der Coronavirus-Pandemie trotz Pannen bei der Einführung eines Systems zur Nachverfolgung von Infektionsketten von vier auf drei gesenkt. Das teilte das Gesundheitsministerium unter Verweis auf sinkende Zahlen neuer Infektionen mit. Nun könnte es weitere Lockerungen geben. Vor wenigen Tagen hatte die Weltgesundheitsorganisation dem "Guardian" zufolge davor gewarnt, die Schutzmaßnahmen in Großbritannien zu schnell aufzuheben. Zuvor müsse sich das System zur Nachverfolgung von Infektionsketten als robust erweisen.

12:39 Uhr | Risiko-Kind: Keine Hilfe bei Verdienstausfall

Eltern, deren Kinder zur Risikogruppe bei Covid-19 gehören, haben keinen Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfall. Das ergibt sich aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten der Linken, Jan Korte.

Zwei Mädchen spielen draußen mit Lego
Kitas haben wieder offen - aber nicht für alle Kinder. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, besteht nach dem Infektionsschutzgesetz nur dann ein Anspruch, wenn jemand selbst einem Tätigkeitsverbot unterliegt oder wegen der Schließung von Kita oder Schule nicht arbeitet.

Korte, der von Eltern solcher Kinder in seinem Wahlkreis Anhalt-Bitterfeld darauf aufmerksam gemacht worden war, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einen Brief, in dem er das Problem schilderte und darum bat, "diese Regelungslücke dringend zu schließen".

12:13 Uhr | Sorge um Tierschutz wegen Tönnies-Schließung

Das nordrhein-westfälische Agrarministerium befürchtet negative Folgen für den Tierschutz, falls der größte deutsche Schlachthof von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück länger geschlossen bleiben muss. Die Fleischfabrik ist wegen einer massiven Coronavirus-Ausbreitung unter Arbeitern geschlossen worden (siehe 07:26 Uhr). Wie es aus dem Ministerium jetzt hieß, müssen die Landwirte nun andere Schlachtkapazitäten finden. Eine gewisse Zeit könnten Tiere über die normale Mastdauer hinaus in den Betrieben bleiben. Bald aber müssten sie über längere Strecken zu anderen Schlachthöfen transportiert werden. Im Gespräch ist dabei auch der Schlachthof in Weißenfels in Sachsen-Anhalt, der ebenfalls zu Tönnies gehört.

11:50 Uhr | Fast zehn Millionen Downloads der Corona-App

Die deutsche Corona-App ist mittlerweile fast zehn Millionen Mal heruntergeladen worden. Es seien 9,6 Millionen Downloads registriert worden, sagt eine Regierungssprecherin. Die App war Anfang der Woche freigeschaltet worden und soll helfen, Infektionsketten schneller nachverfolgen zu können.

11:00 Uhr | Deutlich mehr neue Infektionen in Deutschland

Am Donnerstag haben die Kreise und die Städte in Deutschland reichlich 700 neue Infektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Knapp 100 Neumeldungen entfallen demnach auf den Kreis Göttingen, wo es zu einem neuen Ausbruch gekommen war. Auch in Sachsen stieg mit knapp 40 neuen Meldungen die Zahl stärker als zuletzt. Betroffen ist hier besonders der Kreis Mittelsachsen: In Augustusburg hatte es Infektionen in einem Gymnasium gegeben. Wegen lokaler Ausbrüche liegt die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in dieser Woche deutlich über dem Niveau der vergangenen Wochen.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind oftmals aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

Die Reproduktionszahl (R-Wert) schätzte das Robert Koch-Institut jetzt auf 0,86 mit Daten bis heute 00:00 Uhr. Das bedeutet, dass ein Infizierter statistisch weniger als eine weitere Person ansteckt. Den 7-Tage-R-Wert, der weniger täglichen Schwankungen unterliegt gab das RKI von 0,89 leicht gestiegen mit 1,00 an. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss der Wert langfristig unter 1,00 bleiben.

10:30 Uhr | Coronavirus in Italien schon seit Dezember

Das Coronavirus ist in Italien offenbar schon viel länger aktiv als bislang angenommen. Der Erreger Sars-CoV-2 sei in Abwässern der beiden norditalienischen Städte Mailand und Turin vom Dezember nachgewiesen worden, hieß es in einer Stellungnahme des nationalen Gesundheitsinstituts ISS. Offiziell wurde durch die Tests infizierter Personen das Coronavirus in Italien erst Mitte Februar festgestellt.

10:07 Uhr | Kanalisation als Corona-Frühwarnsystem

Das Unternehmen Kando aus Israel weist das Coronavirus in Abwässern nach. Laut Firmenchef Ari Goldfarb kann die Technologie als Frühwarnsystem dienen. Bislang spürte Kando vor allem Industrie-Abwässer in der Kanalisation auf. Am Coronavirus getestet worden sei das System, als die Regierung Covid-19-Kranke in einem Hotel in Aschkelon untergebracht habe. Deren Zahl und ihr Aufenthaltsort hätten sehr genau bestimmt werden können, weil die Technologie auch messe, welchen Weg das Abwasser zurücklege. So könne der Ort bestimmt werden, an dem die Viren ins Abwasser gelangen, auch "von asymptomatischen Menschen". Mit einer solchen Methode ist nun etwa nachgewiesen worden, dass das neuartige Coronavirus in Italien schon seit Dezember unterwegs war.

10:00 Uhr | Telekom-Hauptversammlung online

Bei der Deutschen Telekom AG hat heute pünktlich um 10:00 Uhr die erste Online-Hauptversammlung begonnen. Eigentlich hätte das Aktionärstreffen schon im Frühjahr stattfinden sollen, wegen der Coronavirus-Pandemie wurde es aber verschoben. Aktionäre konnten nun vorab digital ihre Fragen und Anträge einreichen.

09:30 Uhr | Neue Informationen aus den Ländern

Im Morgenticker aus Sachsen-Anhalt geht es heute unter anderem um eine als "letzten Schritt" nicht ausgeschlossene Sperrung eines ganzen Stadtteils in Magdeburg. Die Entwicklungen in Sachsen und Thüringen zeigen die Corona-Ticker aus Dresden und Erfurt.

09:48 Uhr | Kultusminister-Konferenz kündigt Konzept an

Die Kultusminister der Länder wollen vor dem Ende der Sommerferien ein Schutz- und Hygienekonzept für die geplante Rückkehr in den regulären Schulbetrieb vorlegen. "Wir haben in der Kultusministerkonferenz gestern vereinbart, dass dieses Konzept sehr schnell erstellt werden muss", sagte die amtierende KMK-Präsidentin, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig heute im ZDF-"Morgenmagazin". Insbesondere in Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, die schon heute und nächste Woche in die großen Sommerferien starten, sei das wichtig.

08:37 Uhr | Thüringen zahlt Tests für Lehrer und Erzieher

Thüringen sucht zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung nach einer Lösung für freiwillige Coronavirus-Tests von Lehrern und Erziehern. "Unstreitig ist, das Land bezahlt die Tests", versicherte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Geregelt werden müsse, wo die Tests ohne Krankheitssymptome möglich seien, etwa in Praxen von Ärzten oder bestehenden Testzentren. Für die Finanzierung habe der Landtag dem Land 25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

08:11 Uhr | Curevac erwartet schnelle Resultate

Der Leiter der ersten klinischen Studie zu einem Coronavirus-Impfstoff der Firma Curevac rechnet bereits in zwei Monaten mit ersten Ergebnissen. "Das wird ziemlich fix gehen", sagte Professor Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen, wo der Wirkstoff getestet wird. Die Untersuchung mit Probanden sei am Donnerstag angelaufen. Zwei Monate habe die Vorbereitung der Studie mit rund 30 Mitarbeitern gedauert.

07:26 Uhr | Mehr als 730 Infektionen bei Tönnies

Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gibt es nach Angaben vom Kreis Gütersloh inzwischen 730 registrierte Neuinfektionen. Ausgewertet wurden demnach bis zu diesem Stand 1.106 Ergebnisse eines von den Behörden angeordneten Reihentests. Im Tönnies-Stammwerk sind in den nächsten Tagen noch rund 5.300 Mitarbeiter zu testen.

Nach der Ursache des Ausbruchs im größten deutschen Schlachtbetrieb für Schweine wird noch gesucht. Nach Äußerungen von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) könnten Arbeiter aus Rumänien und Bulgarien das Virus mitgebracht haben oder es sich unter ihnen verbreitet haben. Der Ausfall der Produktion wird nach Experten-Einschätzung aber nicht zu Engpässen in der Versorgung führen. Tim Koch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Bonn sagte, ob es höhere Preise gebe, sei in einigen Wochen erst zu sehen. Der Handel habe längerfristige Verträge.

05:30 Uhr | Wirtschaftskonferenz zur Lage in Sachsen

In Radebeul bei Dresden wird heute beraten, wie der sächsischen Wirtschaft in der Krise zu helfen wäre. Es soll auch um Hilfen auf Landes- und Bundesebene und der EU gehen. Dabei sind auch Ministerpräsident Michael Kretschmer und Finanzminister Hartmut Vorjohann (beide CDU), Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sowie die Präsidenten der Handwerkskammern, der Industrie- und Handwerkskammern und die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft. Bis Ende Juni will die Landesregierung ein eigenes Konjunkturpaket unter dem Motto "Sachsen startet durch" auf den Weg bringen.

04:48 Uhr | Weitere Testergebnisse in Göttingen erwartet

Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Göttingen mit rund 100 Infizierten werden am Freitag weitere Testergebnisse erwartet. Etwa 60 Befunde stünden im Zuge der großen Testaktion noch aus, teilte die Stadt mit. Um die Infektionskette zu unterbrechen, stellte sie einen ganzen Gebäudekomplex mit rund 700 Bewohnern unter Quarantäne. Der Wohnkomplex gilt als ein sozialer Brennpunkt der Stadt. Erst vor wenigen Wochen hatte ein größerer Ausbruch in Göttingen auch zu Schulschließungen geführt.

04:01 Uhr | Meidinger kritisiert die Kultusminister

Der Deutsche Lehrerverband kritisiert den gestrigen Beschluss der Kultusministerkonferenz, nach den Sommerferien in Deutschland den Regelbetrieb an Schulen wieder zu starten. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte der Zeitung "Augsburger Allgemeine", das sei "voreilig". Zunächst hätten "verantwortbare Bedingungen" in den Schulen geschaffen werden müssen. Meidinger fordert dabei auch Wissenstests für alle Schüler nach ihrer Rückkehr in einen regulären Unterricht sowie Förderunterricht etwa am Nachmittag bei größeren Wissenslücken. Dazu bräuchten die Schulen zusätzliches Personal.

03:59 Uhr | Viele neue Fälle in Mexiko

Mexiko meldet einen Rekordanstieg bei den neuen Coronavirus-Infektionen. Ihre Zahl stieg laut Gesundheitsministerium um 5.662 auf insgesamt 165.455 bestätigte Fälle. Mexiko zählte bislang 19.747 Tote. Die Regierung geht indes selbst von einer hohen Dunkelziffer aus.

03:04 Uhr | China meldet 32 neue Infektionen

Chinas Gesundheitsbehörde hat zum Ende des Donnerstags 32 neu bestätigte Infektionen gemeldet, davon allein 25 in der Hauptstadt Peking. Am Vortag waren 28 neue Fälle bestätigt worden, davon 21 in Peking. Die Behörden dort ergreifen wieder verstärkte Maßnahmen gegen das Coronavirus, seit am vergangenen Donnerstag der neue Ausbruch auf einem Großmarkt in Peking mit bisher 183 Infektionen bekannt geworden war. Peking ist teilweise abgeriegelt. Flüge aus und in die Stadt wurden drastisch reduziert. Der Busverkehr in andere Provinzen ist eingestellt. Menschen sollen die Stadt nicht verlassen, es sei denn, sie haben einen negativen Coronavirus-Test.

02:38 Uhr | Einbruch der Steuereinnahmen

In Deutschland sind die Steuereinnahmen des Staates im Mai im Vergleich zum Mai 2019 um 19,9 Prozent eingebrochen. Das teilte das Bundesfinanzministerium mit. In den ersten fünf Monaten 2020 sanken die Einnahmen demnach insgesamt um 6,3 Prozent verglichen mit denen im selben Zeitraum des Vorjahrs.

01:10 Uhr | Konzerthalle macht erste Schritte

Mit einem neuen Konzept sollen nach der Corona-Pause in Köln erstmals wieder viele Menschen in den Genuss von Live-Konzerten in einer großen Halle kommen. Die Organisatoren erwarten in der Lanxess-Arena bis August 2020 zu etwa 100 Shows rund 80.000 Besucher. Der Rahmen ist aber deutlich kleiner als für die gigantische Arena üblich, in die eigentlich 20.000 Menschen passen. Nur rund 900 Besucher sind jeweils zugelassen. Für sie gibt es separate Sitz-Boxen, kontaktlosen Einlass und eine penible Planung der Laufwege.

00:30 Uhr | Bundestag debattiert Konjunkturpaket

Zentrale Teile des deutschen Konjunkturpakets stehen heute erstmals im Bundestag auf der Tagesordnung. Dabei geht es insbesondere um die befristete Senkung der Mehrwertsteuer, den Kinderbonus und um weitere Erleichterungen für Unternehmen. Ebenfalls beraten wird der Nachtragshaushalt, mit dem der Bund diese und weitere Maßnahmen finanzieren will. Zudem geht es um andere Themen, darunter auch um weitere Unterstützung für Entwicklungsländer in der Coronavirus-Pandemie.

00:01 Uhr | Beratungen über EU-Wiederaufbauplan

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen beraten heute bei einem Videogipfel erstmals über den EU-Wiederaufbauplan gegen die durch das Coronavirus ausgelöste Wirtschaftskrise. Für das von der EU-Kommission vorgeschlagene 750-Milliarden-Euro-Programm werden äußerst schwierige Verhandlungen erwartet. Das Geld soll größtenteils als Zuschüsse, teils als Kredite an EU-Staaten gehen, was umstritten ist. Eine schnelle Einigung gilt als unwahrscheinlich.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Juni 2020 | 06:00 Uhr

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