Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Merkel für erneuten Lockdown

Aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel kann es bei den Corona-Maßnahmen keine Lockerungen geben. Die von Bund und Ländern beschlossene Notbremse müsse gezogen werden. Seit heute wird in Deutschland wieder mit dem Mittel von Astrazeneca geimpft. Für ein vermutetes Thrombose-Risiko bei dessen Verwendung wollen Forscher in Greifswald jetzt die Ursache gefunden haben.

Ein Schild mit der Aufschrift "Wegen Corona-Lockdown geschlossen" vor einem Restaurant
Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht keine Spielräume für weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen und hält die Rücknahme von ÖPffnungen für unausweichlich. Bildrechte: imago images/ Sven Simon

Unser Ticker am Freitag, 19. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:10 Uhr | Boris Johnson mit Astrazeneca geimpft

Boris Johnson wurde geimpft
Boris Johnson bei der Impfung. Bildrechte: dpa

Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Der Premier ließ sich die Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs im gleichen Krankenhaus verabreichen, in dem er vor knapp einem Jahr mehrere Tage wegen einer Corona-Infektion auf der Intensivstation behandelt worden war. Nach der Impfung rief Johnson alle Menschen dazu auf, sich impfen zu lassen, wenn sie dazu aufgefordert werden. Auf Twitter schrieb er, das sei das Beste, das man tun könne, um das Leben zurückzubekommen. Der 56-jährige Johnson ist zur Impfung berechtigt. In Großbritannien sind derzeit alle über 50-Jährigen aufgerufen, sich impfen zu lassen. Bis Ende Juli sollen alle Erwachsenen ein Impfangebot erhalten.

21:43 Uhr | Sächsische SPD verschiebt Parteitag

Henning Homann, SPD Sachsen
Henning Homann Bildrechte: dpa

Die sächsische SPD hat ihren für Ende April geplanten Parteitag wegen der Corona-Pandemie auf Juli verschoben. Generalsekretär Henning Homann sagte, die steigenden Infektionszahlen ließen derzeit eine Anwesenheit von Mitgliedern auf dem Parteitag in Leipzig nicht zu. Auf dem Parteitag will sich die SPD über ihre inhaltliche und personelle Ausrichtung verständigen und einen neuen Landesvorstand wählen.

21:25 Uhr | Lockerungen bei Einreise aus Portugal

Für die portugiesische Algarve werden die Reisebeschränkungen aufgehoben. Ab Sonntag wird es keine Quarantäne und die Testpflicht mehr geben. Die beliebte Ferienregion wird wie zuvor schon Mallorca und die anderen Balearen-Inseln von der Liste der Risikogebiete gestrichen. Allerdings dürfen die Hotels an der Algarve derzeit noch keine Touristen aufnehmen. Auch für die bisherigen Virusvariantengebiete Großbritannien und Irland werden die Reisebeschränkungen deutlich gelockert.

21:05 Uhr | Testpflicht bei Einreise aus Polen kommt

Polnischer Grenzpfosten im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, 2016
Polnischer Grenzpfosten im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau. Bildrechte: imago/Winfried Rothermel

Die Bundesregierung wird Polen wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen als Hochinzidenzgebiet einstufen. Ab Sonntag ist die Einreise aus Polen nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt. Das gab das Robert Koch-Institut am Abend bekannt. Bislang sind keine festen Grenzkontrollen zu Polen wie an der Grenze zu Tschechien geplant, um die Testpflicht zu überprüfen. Es sind aber hinter der Grenze Stichproben im Zuge der sogenannten Schleierfahndung möglich. Auch Bulgarien, Zypern, Kuwait, Paraguay und Uruguay stehen ab Sonntag auf der Liste der Hochinzidenzgebiete.

20:15 Uhr | Merkel wirbt für Astrazeneca

Bundeskanzlerin Angela Merkel würde sich mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Merkel sagte, wenn sie gemäß der Impfpriorisierung an der Reihe sei, würde sie dies auf jeden Fall tun. Sie verteidigte zugleich den vorübergehenden verhängten Impfstopp. Es sei richtig gewesen, dass man die Impfungen unterbrochen und die Stellungnahme der europäischen Arzneimittelagentur EMA abgewartet habe.

19:22 Uhr | Merkel für erneuten Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen keine Möglichkeit für eine Lockerung der Corona-Maßnahmen. Sie verwies auf die von Bund und Ländern beschlossene "Notbremse" für den Fall steigender Infektionszahlen. Merkel sagte: "Wir sehen, dass die Situation sich sehr schwierig entwickelt." Dafür habe man die Rücknahme von Öffnungen bei einer Inzidenz von über 100 vereinbart. "Wir werden leider auch von dieser Notbremse Gebrauch machen müssen." Sie hätte sich gewünscht, dass dies nicht nötig werde. "Aber das wird nicht möglich sein."

18:57 Uhr | Kanzlerin kündigt Impfstart in Arztpraxen nach Ostern an

Die Hausärzte in Deutschland sollen nach Ostern flächendeckend mit Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Allerdings würden zunächst wohl nur etwa 20 Impfdosen pro Woche und Praxis zur Verfügung stehen, weil der Impfstoff nach wie vor knapp sei, so Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten über die Impfpolitik. Ab Ende April sollen die Hausärzte dann Schritt für Schritt deutlich mehr Menschen impfen können.

18:20 Uhr | Gericht: Einreisebeschränkungen zu Tschechien rechtens

Mehrere deutsche Unternehmen sind mit einem Eilantrag gegen die Einreisebeschränkungen an der tschechischen Grenze gescheitert. Das Verwaltungsgericht Berlin urteilte, die Anordnung der Bundesregierung sei nicht zu beanstanden. Die antragstellenden Unternehmen in Grenznähe sahen sich in ihren Rechten verletzt, weil durch die Beschränkungen ihre tschechischen Grenzpendler nicht einreisen könnten. Dies führe zu Beeinträchtigungen im Produktionsbetrieb, was die Stornierung von Aufträgen zur Folge habe. Das Gericht erklärte, negative Auswirkungen auf Produktionsabläufe und damit einhergehende wirtschaftliche Nachteile müssten angesichts der Pandemielage hingenommen werden. (Aktenzeichen: VG 6 L 117/21)

17:52 Uhr | Mehr als 150 Schüler in Sachsen positiv getestet

In Sachsen sind bei den Selbsttests in Schulen in dieser Woche 168 Corona-Infektionen von Schülerinnen und Schülern entdeckt worden. Nach Angaben des Kultusministeriums wurden auch 34 Lehrkräfte positiv getestet. Insgesamt habe es rund 163.700 Tests von Schülern und 25.400 Lehrkräften gegeben. 3.400 Schüler und 25 Lehrer hätten den Test verweigert. Nur wer an den Tests teilnimmt oder ein externes negatives Ergebnis vorlegen kann, darf in Sachsen die Schule betreten. Ältere Schüler werden einmal pro Woche getestet, die Lehrkräfte zweimal. Grundschüler sind von der Testpflicht bisher ausgenommen.

17:25 Uhr | Corona-Einschränkungen für Geschäft sind kein Mietmangel

Betreiber von Geschäften können wegen Corona-Einschränkungen keinen Mietmangel geltend machen und damit die Miete reduzieren. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt/Main entschieden. Es verurteilte die Mieterin eines Geschäfts in Bad Homburg zur vollen Mietzahlung. Für das Gericht zählte, dass die Räume zu dem vertraglich vereinbarten Gebrauch weiterhin tauglich waren. Sie hätten keinen Mangel aufgewiesen, der eine Mietminderung begründet hätte. Das Gericht hat wegen grundsätzlicher Bedeutung die Revision zugelassen. (Aktenzeichen: 2 U 143/20 )

16:55 Uhr | Kekulé lobt Forschungsergebnisse zu Thrombosen

Der Virologe Alexander Kekulé hat die neuen Forschungsergebnisse zu Hirnvenen-Thrombosen als vielversprechend bezeichnet. Kekulé sagte MDR AKTUELL, es sei sehr gut, dass man jetzt einen Hinweis zu den Nebenwirkungen nach einer Astrazeneca-Impfung habe. Man dürfe das aber auch nicht überbewerten. Es sei zum Beispiel unklar, ob es bei Komplikationen auch eine Therapie gebe. Ein Forscher-Team der Uniklinik Greifswald hat nach eigenen Angaben die Ursache für schwere Nebenwirkungen nach einer Impfung herausgefunden. In seltenen Einzelfällen komme es zu einer Immun-Antwort des Körpers, die die Thrombosen auslöse.

16:20 Uhr | Gera schließt Schulen wieder

In Gera wird der Schulbetrieb in der kommenden Woche wieder eingestellt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, sollen Schülerinnen und Schüler ab Mittwoch zuhause bleiben. Für Kinder bis zur 6. Klasse gelten die Regelungen der Notbetreuung. Als Grund für die Schließung nannte die Stadt die hohen Infektionszahlen. Die Sieben-Tages-Inzidenz in Gera ist am Freitag auf 228,7 gestiegen. Bei Überschreitung des Sieben-Tage-Inzidenzwertes von 200 empfiehlt das Gesundheitsministerium, den Präsenzbetrieb in Schulen auszusetzen.

16:03 Uhr | Selbsttests für Kita-Kinder in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Sozialministerium will bis Ostern 300.000 Corona-Selbsttests für Kinder zur Verfügung stellen. Damit soll der Betrieb in Kindergärten unterstützt werden. Bei den Tests genüge ein Abstrich im vorderen Nasenbereich. Die Eltern sollen von den Einrichtungen eine Bedienungsanleitung und ein Anleitungsvideo erhalten. Bis Ostern soll jedes Kind einmal wöchentlich getestet werden. Nach Ostern soll die Testkapazität auf zwei Tests pro Woche ausgebaut werden.

15:56 Uhr | Bundesverdienstkreuz für Biontech-Gründer

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Verleihung des Bundesverdienstkreuz an die Biontech Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci.
Bundespräsident Steinmeier und die Biontech-Gründer Türeci und Sahin. Bildrechte: imago images/Political-Moments

Bei der Verleihung würdigte er sie als herausragende Wissenschaftler und mutige Unternehmer. Steinmeier sagte, der vom Mainzer Forscher-Ehepaar entwickelte Corona-Impfstoff sei eine bahnbrechende Entdeckung und ein Dienst an der Menschheit. Er rette Menschenleben und sichere das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Überleben.

Steinmeier rief zugleich zu mehr Mut und weniger Verzagtheit im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf. Sahin erklärte, die Impfstoffentwickler wiederum täten alles dafür, dass jeder, der dies wolle, auch bis Ende des Sommers einen Impfstoff bekommen könne.

Das Corona-Mittel von Biontech und seines US-Partners Pfizer ist der erste zugelassene Impfstoff, der auf mRNA-Technologie basiert. Er wird in Deutschland seit Ende Dezember verabreicht.

14:10 Uhr | Thüringer Schüler sollen sich selbst testen

In Thüringen sollen sich Schüler künftig selbst auf das Coronavirus testen. Das Bildungsministerium teilte dem MDR mit, Grund dafür sei, dass sich das bisherige Testsystem an Schulen und Kindergärten nicht mehr realisieren lasse. Mit dem kostenlosen Testsystem für alle Bürger und dem weiteren Ausbau des Impfsystems in Thüringen, werde immer mehr Personal benötigt. Dieses sei aber derzeit noch in Bildungseinrichtungen tätig.

14:35 Uhr | Sachsen will Öffnungsprojekte umsetzen

Ungeachtet der steigenden Infektionszahlen sollen die Öffnungsprojekte in Sachsen weiter umgesetzt werden. Dabei ist geplant, dass die Gastronomie und weitere Freizeit-Einrichtungen ihren Betrieb probeweise wieder aufnehmen. Allein in Oberwiesenthal wollen sich mehr als 60 Unternehmen daran beteiligen. Die Projektleitung kündigte an, noch im Laufe des Tages einen Antrag zu stellen, damit das Vorhaben am 1. April starten kann. In Augustusburg werden zurzeit noch letzte Details abgestimmt. Hier sollte das Projekt eigentlich schon heute starten. Die zu hohe Wochen-Iinzidenz von über 100 hatte die Pläne aber zunichte gemacht.

12:51 Uhr | Varianten in Thüringen auf dem Vormarsch

In Thüringen breiten sich Varianten des Coronavirus weiter aus. Inzwischen seien die ansteckerenden Varianten bei knapp 2.000 Menschen nachgewiesen worden, teilte die Staatskanzlei am Freitag mit. Am häufigsten komme die zuerst in Großbritannien entdeckte Virus-Mutation B.1.1.7 in Thüringen vor. Das Land ist seit längerem das am stärksten von der Pandemie betroffene in Deutschland.

12:48 Uhr | Auch Sachsen impft wieder mit Astrazeneca

Sachsen setzt Coronavirus-Schutzimpfungen mit Astrazeneca ab Samstag fort. "Ich bin sehr erleichtert", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) heute in Dresden. Astrazeneca sei ein wichtiger Baustein der Impfstrategie. In den Nachbarländern Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden die Impfungen mit dem Mittel unmittelbar nach dessen Wiederfreigabe gleich heute wieder gestartet.

11.37 Uhr | Merkel kündigt Pressekonferenz an

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt sich nach den Beratungen mit Vertretern der Bundesländern der Presse. Im Anschluss an die Telefonschalte am Nachmittag werde sie sich äußern, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Bei dem Treffen geht es vor allem um die Impfungen auch durch Hausärzte.

11:09 Uhr | Hamburg zieht die "Notbremse"

Nach drei Tagen mit Inzidenz-Werten über 100 hat Hamburg die sogenannte Notbremse bei den Infektionsschutz-Lockerungen gezogen. Wie Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) heute sagte, werden von morgen an die erst Anfang der vergangenen Woche vollzogenen Öffnungsschritte wieder rückgängig gemacht.

11:00 Uhr | Spahn für Bestellung von Sputnik V

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kann sich auch einen deutschen Alleingang bei der Bestellung des russischen Impfstoffs Sputnik V vorstellen. Man sei auf verschiedenen Ebenen in engem Austausch mit der russischen Seite, sagte der CDU-Politiker. "Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir Verträge schließen – auch zügig schließen." Voraussetzung sei aber, dass man Klarheit über die verfügbaren Mengen bekomme. Bei der Impfstoff-Beschaffung agieren die EU-Länder bisher gemeinsam.

10:30 Uhr | Politiker: "Wir müssen zurück in den Lockdown"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist für einen früheren Beginn der Impfungen in Arztpraxen. Die Gesundheitsminister der Länder hatten vorgeschlagen, spätestens am 19. April damit zu beginnen. "Ich hätte nichts dagegen, wenn wir früher in den Hausarztpraxen beginnen können", sagte der CDU-Politiker bei einer Pressekonferenz heute in Berlin. Er dämpfte dabei Hoffnungen: "Die steigenden Fallzahlen können bedeuten, dass wir in den können Wochen keine weiteren Öffnungsschritte vornehmen können. Im Gegenteil vielleicht sogar Schritte rückwärts gehen müssen."

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte bei dem gemeinsamen Auftritt die Rücknahme von Öffnungen. "Wir müssen zurück in den Lockdown", sagt er. Auch der Vizepräsidente des Robert Koch-Instituts, Lars Schaade warnte: "Es ist sehr gut möglich, dass wir um Ostern eine ähnliche Lage haben wie vor Weihnachten mit sehr hohen Fallzahlen, sehr vielen schweren Verläufen mit Todesfällen und Krankenhäusern, die stark belastet sind." Schaade rief die Menschen auf: "Verbringen Sie die Ostertage nur im engsten Kreis" und "verzichten Sie auf Reisen im In- und Ausland."

10:00 Uhr | Thrombose-Ursache möglicherweise gefunden

Greifswalder Forscher haben eine mögliche Ursache für die Hirnvenen-Thrombosen nach Impfungen gefunden und stellen diese in einen Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff. Wie der NDR heute berichtet, aktiviert nach ihrer Ansicht der Impfstoff bei einigen Menschen die Thrombozyten. Diese sind für die Gerinnung von Blut verantwortlich, was Wunden schließt. Da nach Ansicht der Forscher sie diesen Mechanismus klar identifiziert haben, gebe es auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit. So könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der die Thrombose verhindere – allerdings nur nach der Bildung eines Blutgerinnsels, nicht vorsorglich.

09:37 Uhr | Ramelow für Sputnik-Vorverträge

In der Debatte um eine Beschleunigung der deutschen Impfkampagne hat sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow für einen frühzeitigen Abschluss von Vorverträgen über Lieferungen des russischen Impfstoffs Sputnik V ausgesprochen. Im ARD-"Morgenmagazin" sagte der Linke-Politiker, Deutschland dürfe damit nicht warten, bis die Europäische Arzneimittelbehörde EMA über die Zulassung entschieden habe. Auch bei den anderen Impfstoffen seien Vorverträge geschlossen worden.

09:15 Uhr | Ungereimtheiten bei Impfung von Althaus

Der frühere Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) ist in Heiligenstadt gegen das Coronavirus geimpft worden, anscheinend obwohl er eigentlich noch nicht an der Reihe war.

09:00 Uhr | Süßwarenkonsum 2020 leicht gestiegen

Im Pandemie-Jahr 2020 haben die Menschen in Deutschland mehr Süßigkeiten konsumiert. Nach den Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie stieg der Verbrauch im Vergleich mit 2019 um rund zweieinhalb Prozent. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hat das für Thüringen genauer aufgeschlüsselt: Demnach wurden hier pro Person im Schnitt mehr als 33 Kilogramm Schokolade und andere Süßwaren verkauft. Das entspreche mehr als 70.000 Tonnen für das gesamte Bundesland.

Ob Kinder mehr Süßigkeiten gegessen haben, geht aus diesen Zahlen nicht hervor. Das kindliche Immunsystem zumindest hat nach Experten-Einschätzung in der Pandemie nicht gelitten.

08:16 Uhr | Patientenschützer für Impfung durch Ärzte

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat vor dem heutigen Impfgipfel in Berlin mehr Aufmerksamkeit für schwer kranke und pflegebedürftige Menschen gefordert. Rund 400.000 von ihnen hätten keine Chance, eines der etwa 400 Impfzentren aufzusuchen, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Er plädierte deshalb für eine schnelle Einbindung der Arztpraxen: "Nur die niedergelassenen Mediziner kennen die Patienten und die Situation vor Ort." Auch könnten "aufsuchende Impfungen" durch Ärzte sich als Vorlauf für den flächendeckenden Start in den Arztpraxen eignen.

08:10 Uhr | Sputnik-V-Produktion in Bayern möglich

Im schwäbischen Illertissen könnte demnächst der russische Impfstoff Sputnik V produziert werden. Das Unternehmen R-Pharm investiere mehr als 30 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion, teilte das bayerische Gesundheitsministerium heute mit. Noch ist der Impfstoff in der EU allerdings nicht zugelassen.

07:35 Uhr | Auch Schwesig für kontaktlosen Urlaub im Land

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat kritisiert, "dass jetzt wieder der Mallorca-Urlaub dem Urlaub im eigenen Land aus epidemiologischen Gründen vorgezogen wird".

Das verstehe niemand, sagte die SPD-Politikerin heute im Deutschlandfunk. Warum etwa eine Familie nicht im Auto von Rostock auf den Darß an die Ostsee fahren könne, dafür aber nach Mallorca fliegen, "das hat die Bundesregierung noch nicht plausibel erklärt". Schwesig plädiert dafür, wenigstens kontaktlosen Urlaub im eigenen Land zu ermöglichen, wofür zuvor auch Sachsen-Anhalts Ministerpäsident Reiner Haseloff plädiert hatte (siehe unten).

06:59 Uhr | Bitkom für eine Kontakt-Nachverfolgungs-App

Der Digitalverband Bitkom sieht die Vielzahl neuer Corona-Apps kritisch. Gesundheitsreferentin Alina Hesse sagte MDR AKTUELL, eigentlich sei man immer für Vielfalt. Bei der digitalen Kontakt-Nachverfolgung müsse man aber auch an die Nutzer denken. Es sei nicht in deren Sinne, wenn sie fünf, sechs verschiedene Apps dafür hätten. Hesse schläg deshalb eine einheitliche Lösung vor. Nach Angaben der Initiative "Wir für Digitalisierung" sind in Deutschland derzeit fast 50 verschiedene Apps auf dem Markt.

06:33 Uhr | Fußball vor Zuschauern in Rostock

Fußball-Drittligist Hansa Rostock darf sein Heimspiel gegen den Halleschen FC vor Zuschauern austragen. Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern gab nach einer Sondersitzung am späten gestrigen Abend dafür grünes Licht. Zugelassen sind 777 Fans. Damit wird die morgigen Partie im Ostsee-Stadion das erste Spiel im Profi-Fußball vor Zuschauern seit Ende Oktober sein. Das Konzept von Hansa sieht für alle Stadionbesucher Schnelltests vor. Zudem gelten gängige Abstandsregeln und Maskenpflicht. Möglich wird das Pilotprojekt auch durch die niedrigen Inzidenzen in Rostock.

06:30 Uhr | Biden nennt Europa als schlechtes Beispiel

US-Präsident Joe Biden hat die Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in Europa als abschreckendes Beispiel genannt. Trotz Fortschritten bei der Impfkampagne in den USA mahnte er die Menschen zu weiterer Vorsicht: "Bitte, lassen Sie nicht geschehen, was in Europa passiert, so wie Sie es im Fernsehen sehen."

06:23 Uhr | Steigende Fallzahlen bei Minderjährigen

Auch in Mitteldeutschland nehmen die Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen seit Februar rasant zu. Das bestätigten jetzt die Gesundheitsministerien von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf Anfrage von MDR AKTUELL. Um den Trend zu stoppen, setzen sie auf mehr Tests. Fachärzte sehen allerdings genau darin die Ursache für mehr bekannt werdende Coronavirus-Infektionsfälle. So sagte der Chef der Dresdner Kinder- und Jugendklinik, Reinhard Berner, durch das vermehrte Testen wachse auch die absolute Zahl positiver Ergebnisse. Der Prozentsatz infizierter Kinder habe aber nicht zugenommen. Sein Kollege aus Halle, Jan-Henning Klusmann, sieht deshalb Kinder und Jugendliche nach wie vor nicht als Treiber der Pandemie. Das Robert Koch-Institut hatte vor den steigenden Fallzahlen gewarnt.

06:13 Uhr | Haseloff will Unterkünfte öffnen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff will den Menschen über Ostern einen Urlaub im eigenen Bundesland ermöglichen. Der CDU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung, er könne niemandem erklären, warum der gleiche Hausstand, der ohnehin zusammen wohne, sich nicht mit den Kindern ins Auto setzen und in eine Ferienwohnung fahren dürfe. Wenn man Regeln mache, die keiner verstehe und viele ignorierten, erreiche man auch nichts. Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten am Montag wieder über Pandemie-Maßnahmen.

Unterdessen hat Haseloff auf Twitter einen neuen persönlichen Reichweiten-Rekord aufgestellt – mit einem einsamen "Ä", wofür es von gestern Abend bis heute Morgen mehr als 10.000 Likes gab.

Tweet "Ä" von Reiner Haseloff.
Bildrechte: Twitter\Reiner Haseloff

06:07 Uhr | Neue Impfungen mit Astrazeneca

In Deutschland wird seit heute wieder mit dem Mittel von Astrazeneca geimpft. In Thüringen soll es am Morgen in den überregionalen Impfzentren in Erfurt und Gera losgehen. Wie das Gesundheitsministerium in Erfurt dem MDR mitteilte, werden alle geplanten Termine stattfinden, die ausgefallenen Termine nachgeholt. Details müssten aber noch geklärt werden.

Gestern Abend hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Wiederaufnahme der Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel angekündigt. Impfwillige würden über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt, sagte der CDU-Politiker. Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelbehörde den Stoff für wirksam und sicher erklärt.

06:01 Uhr | Impfgipfel von Bund und Ländern

Heute beraten der Bund und die Länder über das weitere Vorgehen beim Impfen und ab wann Hausärzte einbezogen werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dämpfte im Vorfeld die Erwartungen. Nach dem Stopp des Astrazeneca-Mittels am Montag war das Treffen von Mittwoch auf Freitag verlegt worden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 19. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. März 2021 | 06:00 Uhr

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Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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