Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: WHO stuft neue Variante als besorgniserregend ein

Die WHO stuft die neue Corona-Variante als besorgniserregend ein. Praxen und Impfteams in Deutschland kritisieren Probleme bei der Versorgung mit Impfstoff. Wegen Engpässen müssten viele Impftermine wieder abgesagt werden. Gesundheitsminister Spahn hat massive Kontaktreduzierungen für ganz Deutschland gefordert. Es sei mittlerweile "halb eins". Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Passagiere schieben ihr Gepäck auf dem internationalen Flughafen Tambo in Johannesburg
Erste Länder haben bereits den Flugverkehr mit Staaten im südlichen Afrika eingeschränkt. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 26. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:31 Uhr | Arztpraxen werden beim Impfen "ausgebremst"

Im multimedialen Corona-Daten-Update: Die Deckelung der Biontech-Impfdosen könnte bald für Engpässe bei den Arztpraxen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sorgen. Außerdem: Antworten auf Fragen zur neuen Corona-Variante, die in Südafrika aufgetreten ist.

Update 22:19 Uhr | Covid-Ausweichbetten zur Hälfte belegt

Die Betten für die Verlegung von Corona-Intensivpatienten aus besonders belasteten Bundesländern sind etwa zur Hälfte aufgebraucht. Das sagte der Ministerialrat im Innenministerium Sachsen-Anhalt, Lutz-Georg Berkling, dem MDR. Das Ministerium koordiniert die Umverlegung von Covid-19-Patienten aus dem mitteldeutschen Raum.

Bundesweit gibt es laut Berkling 120 Bettenangebote, um länderübergreifend Schwerstkranke zu verlegen. Derzeit müssen 14 Corona-Schwerstkranke aus Sachsen verlegt werden sowie sechs aus Thüringen. Außerdem müssen 30 Patienten aus Bayern auf Deutschland verteilt werden. Grundlage für die Verlegungen ist das sogenannte Kleeblatt-System. Demnach werden Patienten zunächst innerhalb von fünf Regionen auf Kliniken verteilt, bei Überlastung einer gesamten Region auch darüber hinaus.

21:35 Uhr | Drei Landkreise in Sachsen mit 2.000er-Inzidenz

Im Erzgebirgskreis und in Ostsachsen sind die Ansteckungsrate über die Inzidenz-Marke 2.000 gestiegen. Bundesweiter Hotspot ist nach Daten des Risklayer-Projekts der Erzgebirgskreis mit 2.445 Ansteckungen je 100.000 Einwohner und Woche. Dahinter folgten am Freitag die Landkreise Görlitz mit einer Inzidenz von 2.355 und Bautzen mit 2.150. Der sachsenweite Schnitt liegt bei 1.455.

Die Quote bei Erstimpfungen stieg erstmals über 60 Prozent. Bundesweit liegt die Quote hier bei 71 Prozent - bei einer Inzidenz von 468.

20:20 Uhr | Neue Variante löst international Sorgen aus

Mediziner beobachten eine neue Variante von Sars-CoV-2, die zahlreiche Mutationen besitzt und sich in Südafrika offenbar gegen die Delta-Variante durchsetzt. Europa hat vorsorglich den Flugverkehr eingeschränkt.

20:02 Uhr | Epidemiologe: Sachsen steuert auf Durchseuchung zu

Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen in Sachsen könnte die Bevölkerung bald durchseucht sein. Zu dieser Einschätzung kommt Professor Markus Scholz, Epidemiologe von der Universität Leipzig.

19:40 Uhr | Ordnungsamt Dresden kündigt verstärkte Kontrollen an

Das Ordnungsamt Dresden will mit Wochenbeginn die Einhaltung der Corona-Regeln vermehrt kontrollieren. Wie die Stadt mitteilte, sind dann bis zu zehn Kontrollteams im Einsatz, um Quarantänevorgaben zu überprüfen. Ein weiterer Schwerpunkt seien Kontrollen in der Gastronomie und im Einzelhandel, wo in Sachsen die 2G-Regel gilt. Auch die Einhaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr solle stärker überwacht werden.

Der sächsische Erzgebirgskreis ist unterdessen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 2.000 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner bundesweit am stärksten getroffen.

19:27 Uhr | WHO stuft Virusvariante als besorgniserregend ein

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die neue Corona-Variante B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft. Das teilte die UN-Behörde nach Beratungen mit Experten mit. Diese Klassifizierung ist nach WHO-Definition ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Zudem besteht die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen, Medikamente oder Corona-Maßnahmen weniger wirksam sind. Bislang identifizierte die WHO vier "besorgniserregende Varianten": Alpha, Beta, Gamma sowie Delta, die wegen ihrer hohen Übertragbarkeit zur vierten Pandemie-Welle beigetragen hat.

Der Virologe Alexander Kekulé sagte MDR AKTUELL, ob die Variante zu schwereren Verläufen oder mehr Impfdurchbrüchen führe, sei noch unklar. Man müsse aber auf Nummer sicher gehen. Sein Kollege Christian Drosten sagte dem ZDF, er gehe bislang davon aus, dass die verfügbaren Corona-Impfstoffe auch gegen die neue Virusvariante und insbesondere gegen schwere Krankheitsverläufe schützen. Allerdings umgehe die neue Variante zumindest teilweise die Immunantwort des Körpers.

18:02 Uhr | Landespflegeausschuss ruft zum Impfen auf

Der Landespflegeausschuss in Sachsen-Anhalt hat Pflegekräfte zur Auffrischung ihrer Corona-Impfungen aufgerufen. Wer nicht geimpft sei, solle seine Entscheidung dringend überdenken und sich schnellstmöglich immunisieren lassen, hieß es in einem Appell des Ausschusses. Damit schützten Pflegekräfte nicht nur sich selbst, sondern auch diejenigen, die in ihrer Obhut stünden. Dazu zählten etwa ältere Menschen, deren Impfschutz schneller nachlasse sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder mit geschwächter Immunabwehr. Für sie könne eine Covid-19-Erkrankung den Tod bedeuten.

Neben den Pflegekräften sollten sich alle Erwachsenen, die im Mai oder früher geimpft worden seien, einen Termin für die Auffrischungsimpfung besorgen.

17:34 Uhr | KV widerspricht Aussagen in Facebook-Post

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen hat einen Facebook-Beitrag über einen angeblichen Todesfall nach einer Corona-Impfung als dreiste Falschmeldung bezeichnet. In dem Post, der in einer Facebook-Gruppe in Suhl veröffentlicht wurde, heißt es, in Erfurt sei ein gesunder 42-Jähriger nach der Booster-Impfung gestorben. Sowohl die Polizei als auch die KV widersprachen der Darstellung. Einen solchen Vorfall habe es in den Impfstellen definitiv nicht gegeben. Jeder medizinische Vorfall bei Impfungen müsse umgehend dem Gesundheitsamt und dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden.

17:15 Uhr | Weitere Corona-Fälle bei RB Leipzig

Bei Fußball-Bundesligist RB Leipzig gibt es weitere Corona-Fälle. Wie der Verein mitteilte, wurden auch Willi Orban, Mohamed Simakan, Yussuf Poulsen und Hugo Novoa positiv getestet. Zuvor war schon bekannt geworden, dass auch Trainer Jesse Marsch und Torhüter Peter Gulacsi infiziert sind. Nach Angaben des Vereins befinden sich alle positiv Getesteten in Isolation. Das Spiel gegen Leverkusen am Sonntag wird nach derzeitigem Stand ausgetragten.

17:07 Uhr | Chemnitzer Klinikum geht in Notversorgungsmodus

Das Klinikum Chemnitz geht in den Notfall-Versorgungsmodus. Wie das Klinikum mitteilte, ist die Lage katastrophal. Die Belegung mit Covid-Patienten stoße an die Grenzen des Machbaren. Größter Engpass seien die Intensivstationen. Um Personal bereitstellen zu können, müsse das OP-Programm auf absolute Notfälle herunterfahren werden. Von den 16 OP-Sälen seien nur noch vier in Betrieb. Dem Klinikum zufolge hilft bei der Versorgung der Patienten auch die Bundeswehr. 15 Soldaten stünden seit heute den Mitarbeitern zur Seite. Der Leiter der Klinik für Infektionsmedizin Grünewald, der auch Chef der Sächsischen Impfkommission ist, forderte einen harten Lockdown.

16:48 Uhr | Vorziehen von Bund-Länder-Konferenz gefordert

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer fordert eine Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Situation noch vor dem 9. Dezember. "Zögern wird bestraft", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die neue Südafrika-Variane des Virus verschärfe noch die Lage. Die derzeit möglichen Maßnahmen reichten nicht aus. Auch Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff und sein saarländischer Amtskollege Tobias Hans verlangten, die Konferenz vorzuziehen.

Update 16:36 Uhr | Kritik an fehlendem Corona-Impfstoff

Kassenärzte müssen wegen reduzierter Liefermengen an Corona-Impfstoff offenbar bereits vereinbarte Impftermine wieder absagen. Das teilte unter anderem die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen am Freitag mit. Die Praxen, die sich an den Impfungen beteiligen, erhielten nicht die von ihnen bestellten Biontech-Impfstoffmengen, obwohl sie ihre Terminvergabe darauf aufgebaut hätten, hieß es. Die Ärzte müssten daher viele Impfzusagen wieder zurückziehen. Das gleiche Problem schildert etwa die Kassenärztliche Vereinigung Bremen.

Auch Mediziner aus Sachsen und Sachsen-Anhalt beklagten bereits die Engpässe beim Impfstoff. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte unterdessen, Arztpraxen und Impfzentren sollten kommende Woche knapp elf Millionen Impfdosen von Biontech für Booster-Impfungen erhalten. Grundlage seien bis Dienstagmittag eingegangene Bestellungen. Für die noch laufende Woche seien mehr als sieben Millionen Impfdosen ausgeliefert worden. Davon seien bisher nur 2,7 Millionen Impfungen tatsächlich verabreicht worden.

16:22 Uhr | Corona-Krise bremst weltweite Bekämpfung von HIV

Die Corona-Krise bremst die Bekämpfung des HI-Virus weltweit. Nach Angaben des UN-AIDS-Programms und weiterer Organisationen wurden aufgrund der Pandemie personelle und finanzielle Ressourcen umgelenkt. Präventionsprogramme und Lieferketten seien beeinträchtigt. Überlebenswichtige Medikamente könnten nicht mehr geliefert werden. Auch sei die Zahl der HIV-Tests weltweit um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Als Folge hätten viele infizierte Menschen ihre Behandlung zu spät begonnen.

Mit HIV infizierte Menschen haben den Angaben nach im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein doppelt so hohes Risiko, an einer Corona-Erkrankung zu sterben.

Ein schwarzes Banner auf einer Demo mit der Aufschrift "SILENCE = DEATH". 30 min
Banner auf einer Demo. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

15:22 Uhr | 350 Bundeswehrkräfte in Sachsen im Corona-Einsatz

Die Bundeswehr ist derzeit mit mehr als 350 Soldatinnen und Soldaten in Sachsen im Einsatz. Einem Bundeswehrsprecher zufolge helfen sie in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Außerdem unterstützten sie die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung. Den Angaben nach sind bundesweit derzeit 3.500 Einsatzkräfte dafür abkommandiert. Bis zu 8.000 stünden insgesamt zur Verfügung. Zusätzlich würden Flugzeuge der Luftwaffe zum Patiententransport bereitgestellt. Dem Sprecher zufolge sind alle in der Amtshilfe eingesetzten Soldatinnen und Soldaten geimpft.

15:14 Uhr | Biontech prüft Effektivität gegen Südafrika-Variante

Das Pharmaunternehmen Biontech will nach der Entdeckung der neuen Coronavirus-Variante in Südafrika prüfen, ob es seinen mRNA-Impfstoff anpasst. Ein Sprecher sagte, man könne die Besorgnis von Experten nachvollziehen und habe Untersuchungen eingeleitet. Die Variante unterscheide sich deutlich von bisher beobachteten Varianten. In spätestens zwei Wochen seien weiterführende Daten aus den Labortests zu erwarten. Dann könne man sagen, ob eine Anpassung nötig sei. Biontech hat für einen solchen Fall nach eigenen Angaben mit seinem US-Partner Pfizer Vorbereitungen getroffen. Der mRNA-Impfstoff solle dann innerhalb von sechs Wochen verändert werden. Erste Chargen könnten innerhalb von 100 Tagen ausgeliefert werden.

Update 14:51 Uhr | Bund halbiert Biontech-Lieferung an sächsische Hausärzte

Hausärzte in Sachsen werden in der kommenden Woche nur die Hälfte der von ihnen bestellten Impfdosen von Biontech erhalten. Das sagte der Vorstand des Sächsischen Apothekerverbandes, Sebastian Michael MDR SACHSEN. Am Dienstag habe der Arzt 48 Dosen Biontech bestellen dürfen. In der Lieferbestätigung vom Donnerstag sei die Menge auf die Hälfte gekürzt worden. Ein Grund sei vom Bundesgesundheitsministerium nicht genannt worden.

Der Impfstoff des US-Herstellers Moderna ist Michael zufolge von der Rationierung nicht betroffen. Die Lücke könne jedoch nicht geschlossen werden, weil die Bestellfrist für die kommende Woche bereits abgelaufen sei. Arztpraxen müssten daher einen Teil der Termine für Patienten wieder absagen. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sprach von einem katastrophalen Signal für die Impfkampagne.

14:30 Uhr | WHO rät von Reisebeschränkungen nach Südafrika ab

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät von Reisebeschränkungen wegen der neuen Coronavirusvariante in Südafrika vorerst ab. Ein WHO-Sprecher sagte, wichtig sei eine wissenschaftliche Herangehensweise, bevor man solche Maßnahmen verhänge. Es werde einige Wochen dauern, bis Wissenschaftler die Auswirkungen der neuen Variante verstehen könnten. Deutschland wird indes Südafrika zum Virusvariantengebiet erklären.

14:25 Uhr | Neue Variante: Bereits auffällige Coronavirus-Proben in Belgien

In Belgien werden zwei auffällige Coronavirus-Proben untersucht. Dabei soll festgestellt werden, ob es sich um die neue Variante handle, die zuerst in Südafrika entdeckt worden sei, twitterte der bekannte Virologe Marc Van Ranst. Die Proben seien auffällig, weil es sich bei ihnen nicht um die Delta-Variante des Virus handle, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollten noch am Freitagnachmittag vorliegen.

Zum geplanten EU-Reiseverbot twitterte Van Ranst, es werde den Vormarsch der B.1.1.529-Variante nicht vollständig stoppen, aber hoffentlich erheblich verlangsamen. Die "nüchterne Tatsache" sei aber, "dass diese Variante in Europa wahrscheinlich bereits in einem sehr begrenzten Umfang vorhanden ist."

14:11 Uhr | Sachsen-Anhalts Kassenärzte-Chef beklagt "riesige" Impfstoff-Lücke

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen-Anhalt, Jörg Böhme, beklagt den Engpass beim Impfstoff. Deutschlandweit würden für die kommende Woche fast ein Drittel weniger Impfdosen geliefert als in dieser Woche bestellt worden seien, sagte der KV-Chef MDR SACHSEN-ANHALT. Insgesamt werden nach Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung statt bestellter 8,5 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer rund 2,4 Millionen Dosen weniger verfügbar sein. "Das ist schon eine riesige Lücke, die sich da auftut", sagte Böhme.

14:04 Uhr | Impfstatus soll bei bei Triage keine Rolle spielen

Der Impfstatus eines schwer erkrankten Covid-19-Patienten soll bei der Entscheidung über die weitere Behandlung keine Rolle spielen. Das betont die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin in ihren aktualisierten Empfehlungen. Sie richten sich an alle medizinischen Teams, die Auswahlentscheidungen treffen müssen, die sogenannte Triage.

Der Vorstand des Instituts für Medizin-Ethik in München, Georg Marckmann, erklärte, die ärztliche Hilfspflicht gelte unabhängig davon, wie das Verhalten des Betroffenen vorher gewesen sei. Man behandle ja auch den Lungenkrebs eines Rauchers und die Herzerkrankung eines Übergewichtigen. Marckmann betonte, Ärzte seien Retter, keine Richter.

13:39 Uhr | Großer Zapfenstreich für Merkel nur im kleinen Rahmen

Der Große Zapfenstreich der Bundeswehr für die scheidende Kanzlerin Angela Merkel am kommenden Donnerstag findet nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert unter strikten Corona-Auflagen statt. Deshalb werde es nur eine sehr begrenzte Zahl an Gästen geben und auch keinen Empfang.

Großer Zapfenstreich zur Würdigung und Ende des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr
Zapfestreich zur Würdigung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr Mitte Oktober: Merkel kann bei ihrem Zapfenstreich am Donnerstag nur sehr wenige Gäste einladen. Bildrechte: IMAGO / Emmanuele Contini

13:35 Uhr | Neue Corona-Variante auch schon außerhalb Südafrikas

Die neue Virus-Variante B.1.1.529 hat sich nach Einschätzung des britischen Gesundheitsministers Sajid Javid sehr wahrscheinlich bereits über Südafrika und Botswana hinaus in andere Länder verbreitet. Sie sei in Hongkong bei einer Person nachgewiesen worden, die aus Südafrika eingereist sei, sagt er vor dem Parlament. Weitere Fälle seien in Südafrika und Botswana nachgewiesen worden. "Großbritannien war das erste Land, das die potenzielle Bedrohung dieser neuen Variante erkannt und internationale Partner gewarnt hat."

13:28 Uhr | Jede vierte Schule in Sachsen ganz oder teils geschlossen

In Sachsen werden wegen steigender Corona-Zahlen immer mehr Schulen ganz oder teilweise geschlossen. Wie das Kultusministerium mitteilte, ist inzwischen fast jede vierte Schule betroffen. Am Montag war das nur bei rund jeder zehnten Schule der Fall. Dem Ministerium zufolge sind aktuell über 120 Schulen ganz geschlossen und über 210 teilweise. Wegen der steigenden Infektionszahlen hatte die Landesregierung eine neue Schul- und Kita-Verordnung verabschiedet. Die Schulpflicht wurde ausgesetzt. Außerdem müssen Grundschulen spätestens ab Montag in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen. Das bedeutet, dass die Klassen und das Personal strikt getrennt werden müssen.

12:45 Uhr | Über 3.000 Ermittlungsverfahren wegen gefälschter Impfpässe

In Deutschland laufen mindestens 3.100 Ermittlungsverfahren wegen gefälschter Impfpässe. Das ergab eine Umfrage der "Wirtschaftswoche" bei den 16 Landeskriminalämtern. Dem Bericht zufolge beobachtet das Bundeskriminalamt außerdem auf diversen Messengerkanälen eine erhöhte Nachfrage nach gefälschten Impfbüchern. In Sachsen-Anhalt etwa hätten sich die Hinweise auf diese Art von Urkundenfälschung seit Mai verdreifacht. In Bayern habe ein Apotheken-Mitarbeiter unter Pseudonym im Darknet allein im Oktober 500 gefälschte QR-Codes für den digitalen Corona-Impfausweis verkauft.

12:39 Uhr | Erfurter Weihnachtsmarkt-Händler wollen das Feld nicht räumen

Die Weihnachtsmarkt-Händler auf dem Erfurter Domplatz räumen ihre Hütten nicht vor Montag kommender Woche. Ein Sprecher sagte dem MDR, alle 103 Händler würden zunächst bleiben und abwarten. Ein Anwalt sei eingeschaltet worden. Gemeinsam mit der Stadt wollten die Händler erreichen, dass der Weihnachtsmarkt wieder öffnen dürfe. Die Chancen seien allerdings gering.

Das Landesverwaltungsamt in Weimar hatte die Städte angewiesen, sich an die neue Corona-Verordnung des Landes Thüringen zu halten. Die erlaubt zwar Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 1.000 Menschen, verbietet Weihnachtsmärkte aber explizit.

12:33 Uhr | CDU-Parteitag findet im Januar digital statt

Die CDU wird ihren Parteitag im Januar wegen der Corona-Lage digital stattfinden lassen. Wie die Partei mitteilte, hat das der Bundesvorstand beschlossen. Details zum Ablauf sollen später bekannt gegeben werden. Bei dem digitalen Format müssen Personalentscheidungen voraussichtlich per Briefwahl bestätigt werden.

Nach dem historisch schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl hält die CDU im Dezember erstmals eine Mitgliederbefragung über den künftigen Parteivorsitzenden ab. Um die Nachfolge von Armin Laschet bewerben sich der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz, Ex-Umweltminister Norbert Röttgen sowie der scheidende Kanzleramtsminister Helge Braun.

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Auch Kanzleramtsminister Helge Braun hat Ambitionen auf den Chefposten

MDR AKTUELL Fr 26.11.2021 11:36Uhr 03:19 min

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12:17 Uhr | Ernährungsmesse Grüne Woche abgesagt

Die Grüne Woche im Januar fällt aus. Wie die Veranstalter mitteilten, wird die Agrar- und Ernährungsmesse wegen der stark steigenden Corona-Zahlen abgesagt. In diesem Jahr hatte die Messe als reine Online-Ausgabe stattgefunden, im kommenden Jahr war sie wieder mit Besuchern geplant. - Zur Grünen Woche kamen vor der Corona-Pandemie regelmäßig mehr als 400.000 Besucher in die Messehallen am Berliner Funkturm.

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Weltgrößte Landwirtschaftsmesse ist nun wieder für Januar 2023 geplant

MDR AKTUELL Fr 26.11.2021 12:10Uhr 02:15 min

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12:15 Uhr | Offene Fragen zum Thema Kinder-Impfung

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat die Impfung von Biontech für Fünf- bis Elfjährige freigegeben. Doch wie soll die Kinderimpfung ablaufen? Der Leiter der Impfambulanz an der Uniklinik Magdeburg gibt Auskunft.

12:09 Uhr | Spahn fordert massive Kontaktreduzierung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat massive Kontaktreduzierungen gefordert, um eine Corona-Katastrophe in Deutschland abzuwenden. Die Lage sei dramatisch ernst, so ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie. Doch zu wenig passiere - und oft zu spät, kritisierte der CDU-Politiker: "Vorletzte Woche haben wir gesagt: Es ist fünf nach zwölf. Letzte Woche haben wir gesagt: Es ist zehn nach zwölf. Es ist mittlerweile halb eins. Wer glaubt, dass diese Welle nur durch Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen geht und den Rest Deutschlands verschont, der irrt."

Bundesgesundheitsminister Spahn gibt Pressekonferenz zur Corona-Lage 1 min
Bundesgesundheitsminister Spahn gibt Pressekonferenz zur Corona-Lage Bildrechte: MDR

Mit Blick auf die in Südafrika aufgetauchte neue Variante des Coronavirus sagte Spahn, Ziel müsse es sein, den Eintrag dieser Variante so weit wie möglich zu vermeiden. "Das ist das Letzte, was wir jetzt in unserer momentanen Lage noch brauchen können, dass in die Welle hinein noch eine zusätzliche Variante kommt."

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Müssen den Eintrag nach Deutschland verhindern

MDR AKTUELL Fr 26.11.2021 12:06Uhr 00:55 min

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11:02 Uhr | Spahn kritisiert Impfpflicht-Debatte

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisiert die Debatte über eine Impfpflicht. "Wir haben jetzt eine Woche lang jeden Tag hoch und runter eine Impfpflicht diskutiert", sagte Spahn auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler in Berlin. "Das kann man alles machen, aber das ist nicht das Thema dieser Tage." Das Thema dieser Tage sei, "wie wir diese Welle brechen".

10:24 Uhr | Lufthansa lässt Südafrika-Flüge vorerst im Programm

Die Lufthansa-Group lässt Flüge nach Südafrika trotz der bevorstehenden Verschärfung von Corona-Reisebeschränkungen im Programm. "Wir beobachten die Situation sehr aufmerksam", sagte ein Lufthansa Sprecher. Die Kernmarke Lufthansa fliegt derzeit 17 mal pro Woche nach Südafrika, die Schweizer Töchter Swiss und Edelweiss bieten zusammen neun Verbindungen an. Auch Frachtflüge von Lufthansa Cargo werden weiter betrieben.

10:22 Uhr | 18 Millionen Impfdosen innerhalb von zwei Wochen

Nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn stehen mit den Auslieferungen diese und kommende Woche 18 Millionen Corona-Impfdosen für Impfungen zur Verfügung. Jede fünfte Person über 60 Jahre habe mittlerweile eine Auffrischungsimpfung, fast zehn Prozent der Gesamtbevölkerung, sagt er. Die Impfkampagne ziehe an. Dies sei in einer sehr schwierigen Corona-Lage ein positives Zeichen.

09:35 Uhr | Deutschland erklärt Südafrika zum Virusvariantengebiet

Deutschland wird Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mitteilte, tritt die Regelung heute Nacht in Kraft. Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern, sagte der CDU-Politiker.

08:11 Uhr | Kanzleramtschef Braun rechnet mit Flugunterbrechungen nach Südafrika

Der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun rechnet wegen einer neu entdeckten Corona-Variante in Südafrika "in Kürze" mit einer Unterbrechung des Flugverkehrs. Der CDU-Politiker sagte im ARD-Morgenmagazin: "Ich rechne damit, dass wir die Flugkontakte ins südliche Afrika unterbrechen müssen." Die neue Virusvariante mache ihm große Sorgen. "Die Wissenschaftler sind alle hoch alarmiert."

Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur hoch ansteckend ist, sondern auch den Schutzschild der vorhandenen Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Großbritannien und Israel schränkten bereits vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein.

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Infektiöser und gefährlicher als die Delta-Variante?

MDR AKTUELL Do 25.11.2021 22:10Uhr 01:09 min

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08:00 Uhr | Erzgebirgskreis bundesweit mit höchster 7-Tage-Inzidenz

Der Erzgebirgskreis in Sachsen hat im bundesweiten Vergleich die höchste Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Zahlen. Wie das Robert Koch-Institut am Morgen mitteilte, überschritt der Wert die 2000er-Marke. Laut den RKI-Zahlen folgen die Landkreise Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit Werten von gut 1.680 und 1.630.

Laut dem Risklayer-Projekt, das die Zahlen direkt bei den Landkreisen und Städten abgreift, lag die 7-Tage-Inzidenz im Erzgebirgskreis am Donnerstag sogar bei 2.359,6, im Landkreis Bautzen bei 1.933,8 und in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bei 1.894,0. Risklayer listete zudem den Landkreis Görlitz mit einer Inzidenz von 2.057,8 noch vor den beiden letztgenannten Landkreisen.

07:10 Uhr | Was bei 2G für Menschen gilt, die sich nicht impfen lassen dürfen

Angesichts weiter steigender Corona-Zahlen wird auch über generelle Verschärfungen der Zutrittsregeln für Ungeimpfte diskutiert. Was gilt dann für Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können?

07:00 Uhr | Kinder- und Jugendärzte raten zum Abwarten bei Kinder-Impfung

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat in den vergangenen Wochen eine steigende Nachfrage zu Impfungen gegen einen schweren Covid-19-Verlauf von Kindern registriert. Verbandssprecher Jabob Maske sagte MDR AKTUELL, vor allem Eltern chronisch kranker Kinder seien in Wartestellung. Insgesamt habe aber vor allem der Beratungsbedarf bei Eltern zugenommen.

Ein Mädchen mit einer rosafarbenen Maske bekommt von einem Arzt eine Spritze
Covid-Impfung für Kinder: Kinder- und Jugendärzte raten, die Empfehlung der Stiko abzuwarten. Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

Maske betonte, das Risiko dieser Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren könne man noch nicht kennen. Sein Verband halte es zwar für sehr gering. Dies auszuloten sei aber Sache der Ständigen Impfkommission. Man appelliere deshalb an die Eltern, auf die Empfehlung der Stiko zu warten, da man eine sichere Impfung gewährleisten wolle.

Maske betonte aber auch, dass schwere oder sogar tödliche Covid-19-Verläufe bei Kindern in diesem Alter sehr, sehr selten seien. Die Gefährdung durch eine Corona-Infektion sei in der Regel vergleichbar mit Erkältungsvirus-Infekten.

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Viele Eltern in Mitteldeutschland gegen Impfung

MDR AKTUELL Fr 26.11.2021 06:08Uhr 02:42 min

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06:50 Uhr | EMA-Freigabe für Kinder-Impfstoff im EU-Parlament begrüßt

Die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA für die Freigabe eines Corona-Impfstoffes für Kinder ab fünf Jahren ist im EU-Parlament begrüßt worden. Brüssel-Korrespondent Matthias Reiche berichtet.

06:30 Uhr | Virologe Schmidt-Chanasit begrüßt Ampel-Corona-Pläne

Die Ampel-Parteien wollen einen Corona-Krisenstab und eine Expertengruppe im Kanzleramt einrichten. Ein guter Plan, findet der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 26. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. November 2021 | 06:00 Uhr

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