Coronavirus-Pandemie Ticker am Freitag: Klinik-Engpässe in mehreren Regionen

Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten steigt weiter - Fachleute warnen, dass es regional bereits zu Engpässen kommt. Die GEW drängt auf Schulschließungen bei deutlich niedrigeren Inzidenzwerten als bisher geplant. Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Das Team eines Intensivtransportwagens fährt auf einer Intensivstation des RKH Klinikum Ludwigsburg einen Covid-19-Patienten, der aus einem anderen Krankenhaus verlegt wurde, auf einer Intensivtrage.
In den vergangenen vier Wochen ist die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten um etwa 2.000 gestiegen - auf aktuell 4.740. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 16. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:25 Uhr | Klinik-Engpässe in mehreren Regionen

Auf den Intensivstationen in Deutschland werden derzeit 4.740 Covid-19-Patientinnen und -Patienten versorgt. Das geht aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor. Anfang April waren es noch rund 1.000 weniger, Mitte März sogar unter 3.000. Angesichts des ungebrochenen Anstiegs an Intensivpatienten schlug die Divi erneut Alarm und drängte auf schnelle Gegenmaßnahmen. Engpässe gebe es etwa bereits in Kliniken in Köln, Bremen, Berlin sowie in Thüringen und in Sachsen. Covid-Kranke würden von dort ausgeflogen und konkurrierten in anderen Regionen mit Patienten etwa mit Herzinfarkten, nach Notfall-Operationen und Unfällen.

Insgesamt seien noch knapp 2.000 Intensivbetten frei - das entspricht etwa dem Anstieg an Patienten in den vergangenen vier Wochen.

21:37 Uhr | GEW fordert Schulschließung bei niedrigerer Inzidenz

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat mit scharfer Kritik auf die geplante bundeseinheitliche Notbremse reagiert. GEW-Chefin Marlis Tepe erklärte, dass Schulen erst ab einer Inzidenz von 200 geschlossen werden sollten, sei ein viel zu hoher Grenzwert. Der Wert sei nicht wissenschaftsbasiert und nicht am Gesundheitsschutz der Lehrenden und Lernenden orientiert. Wie auch das Robert-Koch-Institut plädiere die GEW ab einem Wert von über 50 für Wechselunterricht.

Auch die CSU will Änderungen am geplanten Gesetz erreichen. Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte dem "Münchner Merkur", die Regelungen zu Ausgangsbeschränkungen müssten auf ein nachvollziehbares Niveau gebracht werden. So müsse der Beginn von 21 Uhr auf 22 Uhr verschoben werden.

21:19 Uhr | Britische Impfkommission gibt Empfehlung für Schwangere ab

Die britische Impfkommission hat empfohlen, Schwangere mit den Corona-Wirkstoffen von Biontech/Pfizer oder Moderna zu impfen. Wie die Expertengruppe mitteilte, gibt es für die beiden Mittel bislang mehr Daten aus der Praxis. Sie zeigten die Sicherheit der Impfstoffe. In den USA seien bisher rund 90.000 Schwangere geimpft worden - vor allem mit Biontech und Moderna. Dabei sei nichts aufgetreten, was zu Sicherheitsbedenken geführt habe.

20:21 Uhr | Sachsens Kulturministerium lässt Lehrpläne ausdünnen

Seit rund einem Jahr laufen die Schulen im Notbetrieb. Experten sind schon längst der Meinung, dass der Lernstau nicht mehr so einfach bewältigt werden kann. In Sachsen sollen deshalb jetzt die Lehrpläne überarbeitet werden.

20:07 Uhr | Erneut schwierige Spargel-Saison

Das zweite Jahr infolge macht die Pandemie auch den Spargelbauern zu schaffen. Geschlossene Grenzen und neue Vorgaben für die Unterbringung von Fachkräften sorgen für höhere Kosten. Dazu kommt das kalte Wetter.

19:58 Uhr | Bundesrat soll sich Donnerstag mit Notbremse befassen

Die sogenannte Bundesnotbremse soll voraussichtlich am Donnerstag im Bundesrat behandelt werden. Die Länderkammer teilte mit, Bundesratspräsident Reiner Haseloff habe dafür eine Sondersitzung einberufen. Damit komme er einer Bitte der Bundesgregierung nach, den Abschluss des Verfahrens zu beschleunigen.

Heute hat sich der Bundestag in erster Lesung mit den Änderungen des Infektionsschutzgesetzes befasst. Das Parlament soll sie am kommenden Mittwoch beschließen. Sie sehen vor, dass ab einer Inzidenz von 100 Kontaktbeschränkungen gelten. Zudem sind Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr geplant. Darum wird aber noch gestritten.

18:53 Uhr | Kreis Greiz: Präsenzunterricht nur noch mit negativem Corona-Test

Im Thüringer Landkreis Greiz dürfen Schüler und Lehrer ab nächster Woche nur noch mit einem negativen Corona-Test die Schulen betreten. Wie das Landratsamt mitteilte, sieht das eine neue Allgemeinverordnung vor, die am Montag in Kraft tritt. Danach bleiben Kindergärten und Schulen wegen der hohen Inzidenz grundsätzlich weiter geschlossen. Für Schüler im Präsenz- oder Wechselunterricht sowie in Notbetreuung wird ein negativer Test zur Pflicht. Wer keinen habe, müsse zuhause lernen. Laut Landratsamt gilt die Regelung auch für das Lehr- und Verwaltungspersonal. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 473 weist der Landkreis Greiz bundesweit den höchsten Wert auf.

18:24 Uhr | Tschechien mit hoher Todesrate

In Tschechien wurden die Corona-Maßnahmen gelockert, die Inzidenz ist aber weiter hoch. Unsere Nachbarn haben einen traurigen weltweiten Rekord in dieser Pandemie errungen: Sie haben die meisten Toten pro Einwohner.

17:10 Uhr | IDT Biologika füllt ab sofort Astrazeneca-Impfstoff ab

Das Dessauer Pharmaunternehmen IDT Biologika steigt ab sofort in die Abfüllung des Astrazeneca-Impfstoffs ein. Firmenchef Jürgen Betzing begründete den vorzeitigen Produktionsbeginn mit kurzfristig frei gewordenen Kapazitäten. In den kommenden drei Monaten sollen in Dessau nun mindestens zehn Millionen Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers abgefüllt werden. Gesundheitsminister Spahn sagte, es sei wichtig, auch im eigenen Land zu produzieren. Das verringere die Abhängigkeit von anderen Ländern.

16:31 Uhr | Nachbesserungen bei Notbremse gefordert

Der SPD-Rechtsexperte Florian Post dringt auf Nachbesserungen beim Entwurf der Bundesnotbremse. Der Bundestagsabgeordnete bemängelte bei MDR AKTUELL vor allem die geplanten nächtlichen Ausgangssperren. Der Inzidenzwert könne nicht das alleinige Entscheidungskriterium für eine so krasse Grundrechts-Einschränkung sein. Post betonte, er bestreite nicht die Wirksamkeit dieser Maßnahme. Er halte sie aber nicht für verhältnismäßig.

Nach Angaben des SPD-Parlamentariers wird hinter den Kulissen noch über diesen Punkt verhandelt. Es bleibe abzuwarten, was bis zur zweiten und dritten Lesung des Gesetzentwurfs in der kommenden Woche passiere. Sollte es keine Änderung geben, will Post Verfassungsbeschwerde einlegen. Zuvor hatte bereits FDP-Fraktionschef Christian Lindner mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gedroht.

15:38 Uhr | Merkel mit Astrazeneca geimpft

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert erhielt sie das Mittel von Astrazeneca. "Ich danke allen, die sich in der Impfkampagne engagieren - und allen, die sich impfen lassen", zitierte Seibert die Kanzlerin.

Merkel ist nicht das erste geimpfte Mitglied des Bundeskabinetts. Vizekanzler Olaf Scholz gab ebenfalls seine Impfung mit Astrazeneca via Twitter bekannt. Bundesinnenminister Horst Seehofer erhielt nach eigener Aussage das Präparat von Biontech.

15:27 Uhr | Tausende zusätzliche Impftermine in Thüringen

In Thüringen werden 23.000 zusätzliche Impftermine an Menschen ab 70 Jahre vergeben. Das teilte das Gesundheitsministerium in Erfurt mit. Ab morgen könnten beim Internetportal Termine für das darauffolgende Wochenende und das erste Maiwochende gebucht werden. Die meisten gebe es in den überregionalen Impfstellen in Gera und Erfurt. Ab Montag sei auch eine telefonische Anmeldung möglich. Geimpft werde der Stoff von Astrazeneca. Er sei ursprünglich für Zweitimpfungen geplant gewesen, werde aber an unter 60-Jährige nicht mehr verabreicht.

15:12 Uhr | Forscher: Virus trifft vor allem sozial Benachteiligte

Sozial Benachteiligte leiden nach Angaben von Forschern unter der Corona-Pandemie besonders stark. Der Düsseldorfer Medizin-Soziologe Nico Dragano sagte MDR AKTUELL, mittlerweile stehe fest, dass das Virus Menschen mit kleinem Geldbeutel häufiger treffe. Zudem sei für sie das Risiko schwerer Verläufe bei Infektionen größer. Die Gründe dafür liegen laut Dragano vor allem in prekären Beschäftigungsverhältnissen ohne Homeoffice und in beengten Wohnumständen. Das lasse sich weltweit beobachten.

Der Wissenschaftler betonte, das Gesundheitswesen allein könne diese Probleme nicht lösen. Auch die Politik sei gefordert. So müssten Kommunen bei der Bekämpfung der Pandemie die ärmeren Stadtteile stärker in den Blick nehmen.

14:55 Uhr | Offenbar gefälschte Corona-Impfnachweise im Umlauf

In Deutschland sind nach ARD-Recherchen gefälschte Corona-Impfnachweise im Umlauf. Wie das Magazin "Report Mainz" berichtet, werden im Messengerdienst Telegram Impfpässe mit echt wirkenden Einträgen zum Kauf angeboten. Sie enthielten Stempel großer Impfzentren und Aufkleber des angeblich verwendeten Impfstoffs. Ein Verkäufer gab an, er werde mit Anfragen aus ganz Deutschland überschwemmt. Für einen Impfpass nehme er 150 Euro.

Vertreter der Stadt Frankfurt und des DRK zeigten sich schockiert über die Recherche-Ergebnisse. Das hessische Landeskriminalamt teilte mit, es habe den Handel mit den Fälschungen bereits im Blick und werde selbstverständlich ermitteln. Zugleich erklärte das LKA, die Taten würden dadurch begünstigt, dass Blanko-Impfpässe frei verkäuflich seien. Nur Herstellung, Vertrieb und Nutzung von Fälschungen seien strafbar.

13:18 Uhr | Großbritannien nicht mehr Risikogebiet

Großbritannien gilt nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Auf der vom Robert Koch-Institut neu veröffentlichten Liste wurde das Vereinigte Königreich gestrichen. In Großbritannien ist inzwischen die Hälfte der Bevölkerung einfach gegen Covid-19 geimpft, überwiegend mit dem Astrazeneca-Vakzin.

12:45 Uhr | Bundesweite #Lichtfenster-Aktion für Corona-Opfer

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer haben die Bevölkerung zu einem Zeichen der Solidarität mit den Verstorbenen in der Corona-Pandemie aufgerufen. Sie appellierten an die Menschen, am Freitag, Samstag und Sonntag abends jeweils Kerzen in die Fenster zu stellen und sich damit an der Aktion #lichtfenster von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu beteiligen. Bundesweit sind bislang mehr 80.000 Menschen an oder im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

12:10 Uhr | Buga Erfurt will nächsten Freitag öffnen

Die Bundesgartenschau in Erfurt soll wie geplant am 23. April öffnen. Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Ministerpräsident Bodo Ramelow erklärten, mit Hygienekonzept und einer Beschränkung auf zunächst 15.000 Besucher täglich sei der Zugang zu den Außenanlagen vertretbar. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert in Erfurt liegt aktuell bei 170.

11:51 Uhr | Drittligist Dynamo Dresden in Quarantäne

Nach dem zweiten Coronafall in dieser Woche ist das Drittliga-Team der SG Dynamo Dresden in häusliche Quarantäne geschickt worden. Neben Offensivmann Ransford Königsdörffer wurde nun auch Angreifer Pascal Sohm positiv getestet. Der DFB sagte die nächsten Begegnungen des Drittliga-Spitzenreiters gegen Duisburg und Uerdingen ab. Auch die Bundesligakicker von Hertha BSC sind in Quarantäne, die Partie gegen Mainz wird verschoben.

11:20 Uhr | WHO: So viele Infektionen und Covid-Tote wie nie

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich die Zahl der wöchentlichen Corona-Neuinfektionen in den vergangenen beiden Monaten weltweit nahezu verdoppelt. Die Infektionsrate sei auf dem höchsten Stand seit Pandemie-Beginn. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus mahnte, Infektionen und Todesfälle kletterten "besorgniserregend" schnell. Laut WHO wurden zuletzt binnen einer Woche gut fünf Millionen neue Infektionen registriert. Es treffe zunehmend Länder, die bislang relativ verschont geblieben seien. Er beklagte große Unterschiede bei den Impfungen. Weltweit seien bislang 734 Millionen Impfdosen verabreicht worden, der Großteil davon in reichen Ländern.

10:51 Uhr | Opposition lehnt "Bundesnotbremse" ab - FDP droht mit Klage

Die Opposition im Bundestag hat den vorliegenden Gesetzentwurf zur Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes abgelehnt. FDP-Fraktionschef Christian Lindner sagte, der Gesetzentwurf ziehe "die falschen Konsequenzen aus dem Scheitern der Osterruhe". Er lehnte vor allem die geplante nächtliche Ausgangssperre ab. Dabei werde nicht zwischen Geimpften und Ungeimpften unterschieden, auch fehle eine regionale Differenzierung. Die FDP werde notfalls in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde einlegen.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch sagte zum Gesetzentwurf, die Linke werde der Regierung keinen Blankoscheck geben. Vor allem Kinder würden von den Plänen hart getroffen. Dagegen seien die Regeln für die Wirtschaft "wachsweich". Das geplante Infektionsschutzgesetz kritisierte er als "Abrissbirne des Parlamentarismus".

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt wiederum verlangte schärfere Maßnahmen. Der festgelegte Inzidenz-Grenzwert von 100 komme zu spät. Jetzt seien Grenzwerte von 50 oder noch besser 35 nötig. In Schulen sollte Wechselunterricht bereits ab einer 50er-Inzidenz gelten. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel warf der Bundesregierung vor, sie plane "eine Notstandsgesetzgebung durch die Hintertür" mit einem "endlosen Bundeslockdown".

10:00 Uhr | Mehr als 20 Millionen Impfdosen verabreicht

In Deutschland sind bislang offiziell 20,74 Millionen Dosen von Impfstoffen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Demnach erhielten 14,8 Millionen Menschen mindestens eine Erstimpfung. Das entspricht 18,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 5,35 Millionen Menschen (6,4 Prozent) sind vollständig geimpft. Die höchste Erstimpfungsquote im Bundesvergleich hat Bremen mit 21,6 Prozent, die niedrigste Hessen mit 16,7 Prozent. In Sachsen liegt die Quote bei 18,2 Prozent, in Thüringen bei 19,0 und in Sachsen-Anhalt bei 19,5 Prozent.

09:25 Uhr | Merkel ruft zu Tempo bei Notbremse auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Deutschen Bundestag für eine schnelle Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes geworben. Sie mahnte, die Lage sei "sehr ernst". Die dritte Welle der Pandemie habe Deutschland fest im Griff. Um sie zu brechen, "müssen wir die Kräfte von Bund, Ländern und Kommunen besser bündeln". Sie sagte: "Das Virus verzeiht keine Halbherzigkeiten. Es lasse nicht mit sich verhandeln. Es versteht nur eine einzige Sprache, die Sprache der Entschlossenheit."

Zugleich verteidigte sie das geplante nächtliche Ausgangsverbot. Das sei keine neue Erfindung, sondern im aktuellen Infektionsschutzgesetz als Maßnahme bereits angelegt und werde in mehreren Bundesländern seit Monaten angewendet. Merkel verwies auf Staaten wie Portugal oder Großbritannien, die solche Maßnahmen teils erheblich restriktiver genutzt und damit Erfolge erzielt hätten. Mit Blick auf die Warnungen der Intensivmediziner mahnte Merkel: "Wer sind wir denn, wenn wir diese Notrufe überhören würden?"

08:40 Uhr | Kommission: Antikörper-Medikamente waren Fehlkauf

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission, Wolf-Dieter Ludwig, hat die Anschaffung von Antikörper-Medikamenten durch den Bund als Fehlkauf bezeichnet. Ludwig sagte MDR AKTUELL, es handle sich um nicht zugelassene Mittel, zu deren Wirkung es keine belastbaren Studien gebe. Nur 1.300 von 200.000 Dosen seien verabreicht worden. Ludwig kritisierte den Ankauf als Aktionismus. Das Bundesgesundheitsministerium hatte Anfang des Jahres für die Antikörper-Medikamente 400 Millionen Euro ausgegeben.

08:25 Uhr | Erneut mehr als 27.000 Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist unverändert hoch. Das Risklayer-Datenprojekt erfasste gestern bundesweit 27.324 neue Ansteckungen, ähnlich viele wie am Vortag, jedoch 3.100 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 172. Spitzenreiter im Bundesvergleich sind Sachsen mit 275 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen vor Thüringen (269) und Sachsen-Anhalt (209). Einzig Schleswig-Holstein liegt mit 76 unter dem Notbremse-Grenzwert von 100. Bundesweiter Hotspot ist jetzt wieder der Thüringer Landkreis Greiz mit einem Wert von 520.

07:30 Uhr | SPD-Fraktion pocht auf Änderungen an "Notbremse"

Der SPD-Rechtspolitiker Johannes Fechner macht eine Zustimmung seiner Fraktion für eine einheitliche Corona-Notbremse von Änderungen abhängig. Er sagte der "Rheinischen Post": "Die Ausgangssperren sind zu pauschal gefasst, da muss es weitere Ausnahmen geben." Ähnlich äußerte sich das SPD-geführte Bundesjustizministerium. Fechner verweist auch auf juristische Bedenken unter Experten im Kanzleramt. Demnach ist es rechtlich schwierig, nur auf den Inzidenzwert abzustellen. Heute berät der Bundestag erstmals über die Pläne für das Infektionsschutzgesetz.

07:05 Uhr | Pfizer-Chef: Wahrscheinlich dritte Impfung nötig

Der Chef des US-Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, rechnet damit, dass Corona-Impfungen mit dem von Biontech und Pfizer gemeinsam entwickelten Vakzin aufgefrischt werden müssen. Bourla sagte dem US-Sender CNBC, dass voraussichtlich eine dritte Immunisierung innerhalb von sechs bis zwölf Monaten notwendig sei. Außerdem könnte jährlich eine weitere Impfung hinzukommen. Die bisherigen Erkenntnisse seien noch nicht bestätigt. Mutationen spielten dabei eine "Schlüsselrolle".

06:50 Uhr | Nächtliche Ausgangssperre: Lambrecht erwartet mehr Ausnahmen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat weitere Ausnahmen von der geplanten nächtlichen Ausgangssperre in Aussicht gestellt. Die SPD-Politikerin sagte den Funke-Medien, der Bundestag werde darüber diskutieren, ob Spaziergänger oder Freizeitsportler zwischen 21 und 5 Uhr unterwegs sein könnten. Generell halte sie den Gesetzentwurf zur bundeseinheitlichen Notbremse für verhältnismäßig. Der Bundestag berät heute erstmals über das verschärfte Infektionsschutzgesetz. Im Kern geht es um konsequentere Beschränkungen ab einer Inzidenz von 100. Darüber abgestimmt werden soll in der kommenden Woche.

06:45 Uhr | Mecklenburg-Vorpommern zieht "Notbremse"

Mecklenburg-Vorpommern zieht ab Montag die Corona-Notbremse. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig teilte mit, landesweit seien private Treffen dann nur noch mit höchstens einer Person außerhalb des eigenen Hausstandes erlaubt. Schulen sowie die meisten Geschäfte und Museen müssten schließen. Lediglich für die Abschluss-Klassen solle es weiterhin Präsenzunterricht geben. Besuche aus anderen Bundesländern an einem Zweitwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern sind demnach untersagt. Eine landesweite nächtliche Ausgangssperre soll es jedoch nicht geben. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Inzidenz auf über 160 gestiegen und liegt damit auf bundesweitem Niveau. Auch Baden-Württemberg will die Notbremse vorziehen.

06:35 Uhr | Aufruf: Erst- und Zweitimpfung möglichst am gleichen Ort

Die Organisatoren der Corona-Impfkampagne in Mitteldeutschland fordern die Menschen auf, die Zweitimpfung dort wahrzunehmen, wo sie die Erstimpfung erhalten haben. Ein Sprecher des Thüringer Sozialministeriums sagte MDR AKTUELL, es sorge immer für ein kleines Chaos, wenn man das System durchbreche. Ausnahmen seien möglich, etwa wenn jemand umgezogen sei. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt sollten am besten beide Termine im Impfzentrum gebucht werden. Das DRK in Sachsen erklärte, wer seine Erstimpfung beim Hausarzt bekommen habe, solle sich auch dort die Zweitimpfung abholen.

06:25 Uhr | Adams sieht Justiz nicht beschädigt

Nach dem Weimarer Gerichtsbeschluss zum Corona-Schutz an Schulen sieht Thüringens Justizminister Dirk Adams keine Probleme für das Ansehen der Justiz. Ein Amtsrichter hatte an zwei Schulen in Weimar die Test- und Maskenpflicht für rechtswidrig erklärt und mit dem Kindeswohl argumentiert. Adams sagte MDR AKTUELL, für den Richter gelte die Unschuldsvermutung. Der Rechtsweg werde zeigen, ob der Beschluss Bestand habe. Die Linke forderte als Konsequenz aus dem Fall, solche Verfahren per Zufallsprinzip auf Richter zu verteilen. Die Staatsanwaltschaft Erfurt prüft gegen den Richter ein Verfahren wegen Rechtsbeugung.

06:15 Uhr | Hertha BSC komplett in Quarantäne

Hertha BSC muss als erster Fußball-Bundesligist in eine komplette Quarantäne. Wie der Club am Abend mitteilte, wurde mit Marvin Plattenhardt ein weiterer Spieler positiv getestet. Für die Mannschaft und den Trainerstab gelte nun mit sofortiger Wirkung eine 14-tägige häusliche Quarantäne. Der Verein beantragte bei der Deutschen Fußball-Liga, die nächsten drei Spiele gegen Mainz, Freiburg und Schalke abzusetzen. Bereits zuvor waren Trainer Pal Dardai, sein Assistent und der Offensivspieler Dode Lukebakio positiv auf Corona getestet worden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 16. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. April 2021 | 06:00 Uhr

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