Coronavirus-Pandemie Ticker: Sachsen und Sachsen-Anhalt verschärfen Corona-Verordnungen

Bundesweit ist Sachsen aktuell mit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen. Ab 1. Dezember gelten teils deutlich stärkere Einschränkungen. Auch Sachsen-Anhalt hat seine neue Verordnung vorgestellt. Im Thüringer Landkreis Hildburghausen sorgen Schnelltests für politische Verwerfungen. Mehrere europäische Skigebiete stellen sich gegen europaweite Schließungen. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Der geschmückte Weihnachtsbaum steht auf dem Leipziger Marktplatz.
Leipzig ist eine der letzten Regionen in Sachsen mit einer Inzidenz von unter 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Im landesweiten Schnitt liegt die Inzidenz bei 201 und ist damit bundesweit die höchste. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 27. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:36 Uhr | Sorge über Todeszahlen in Tschechien

Bei den Todeszahlen im Zusammenhang mit Covid-19 belegt Tschechien einen traurigen Spitzenplatz. Auf 100.000 Einwohner starben hier in den vergangenen zwei Wochen 19 Menschen mit dem Coronavirus. Zum Vergleich: In Deutschland waren es vier.

22:26 Uhr | Rumänien: Kirchen und Kliniken im Zwist

In einem der religiösesten Länder Europas wütet ebenfalls die Corona-Pandemie. Allerdings verhalten sich viele Anhänger und die Geistlichen der orthodoxen Kirche nicht entsprechend. In Kliniken wächst daher und angesichts der Infektionszahlen die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitssystems.

22:19 Uhr | Italien lockert wieder einzelne Beschränkungen

Italien lockert für viele Regionen die Corona-Maßnahmen. Die wirtschaftsstarke Lombardei soll ab Sonntag von der roten Zone zur orangenen herabgestuft werden. Damit wird der Teil-Lockdown gelockert. Geschäfte können wieder öffnen. Auch im Piemont und Kalabrien gibt es Lockerungen.

21:27 Uhr | Rekord-Neuinfektionen in Sachsen

Städte und Gemeinden in Sachsen haben am Freitag 2.418 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. Das ist ein neuer Tageshöchstwert seit Beginn der Pandemie und ein Zuwachs im Vergleich zu Donnerstag um 413. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner weist derzeit mit 443 der Landkreis Zwickau auf, gefolgt vom Erzgebirgskreis (419) und den Landkreisen Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, die jeweils knapp unter der 400er-Marke liegen.

Seit gestern starben in Sachsen weitere 66 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Gesamtzahl der Todesfälle nach Infektionen stieg damit auf 912. Aktuell liegen 1.978 Covid-Patienten im Krankenhaus, 27 mehr als am Vortag. Davon müssen 362 Erkrankte intensivmedizinisch behandelt werden.

21:20 Uhr | Neuinfektionen in Frankreich und Spanien rückläufig

In Frankreich und Spanien schwächt sich die Corona-Pandemie weiter ab. Frankreich meldete heute 12.459 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind etwa 10.000 weniger als vor einer Woche. Auch die Zahl der Covid-Patienten in den Kliniken ist seit einigen Tagen rückläufig. Die Beschränkungen werden daher ab morgen etwas gelockert - sind aber weiterhin strikter als in Deutschland. So waren Spaziergänge oder Sport zuletzt nur eine Stunde täglich und nur in einem Radius von einem Kilometer vom Wohnort erlaubt, ab morgen sind es drei Stunden und ein Radius von 20 Kilometern.

Auch Spanien meldet niedrigere Zahlen. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden zuletzt 10.853 Neuinfektionen an einem Tag registriert, am Vortag waren es mehr als 12.000. Die 14-Tage-Inzidenz fiel auf 307 pro 100.000 Einwohner und damit auf den niedrigsten Wert seit drei Wochen.

20:53 Uhr | Der aktuelle Corona-Newsletter

Während uns derzeit täglich SARS-CoV-2 beschäftigt, gibt es auch noch andere Coronaviren, darunter MERS-CoV. Der Virologe Christian Drosten bezeichnete es kürzlich als nächsten Pandemie-Kandidaten. Im Newsletter werfen wir einen Blick auf die Geschichte dieses anderen Coronavirus, Symptome, Krankheitsverläufe und darauf, was es von SARS-CoV-2 unterscheidet.

20:12 Uhr | WHO: Durchimpfungsrate von 60 Prozent nötig

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass die Corona-Pandemie mit einer Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent bekämpft werden kann. Die oberste Impf-Expertin Katherine O'Brien sagte, mehrere Studien zeigten dies. Bei dieser Quote seien viele Menshen immun und würden andere schützen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus appellierte erneut an die wohlhabenden Länder, die Impfungen als globales Gut zu betrachten. Nur wenn genug Geld für eine weltweite faire Verteilung des Impfstoffs und Mittel zur Bildung von medizinischer Infrastruktur vorhanden seien, könne die Pandemie nachhaltig bekämpft werden.

19:51 Uhr | Sachsen-Anhalt stellt neue Corona-Verordnung vor

In Sachsen-Anhalt dürfen sich ab 1. Dezember nur noch bis zu fünf Personen treffen. Im Unterschied zu den Bund-Länder-Beschlüssen beschränkt die Corona-Verordnung Treffen aber nicht auf maximal zwei Hausstände. In Schulen gilt zudem künftig ab der 7. Klasse Maskenpflicht. Bestehende Regelungen wie die Schließung von Kulturstätten, Gastronomie und Hotels werden bis mindestens 20. Dezember verlängert. Über mögliche Lockerungen für die Weihnachtsfeiertage soll laut Ministerpräsident Reiner Haseloff Mitte Dezember entschieden werden. Erst dann könne es Planbarkeit für Familienbesuche geben, sagte er.

19:20 Uhr | Köpping: Weitere Einschränkungen an Schulen

Bei einer Inzidenz über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelten in Sachsen auch für Schulen striktere Beschränkungen. Gesundheitsministerin Petra Köpping erklärte, der Regelunterricht an Schulen werde dann gestoppt und auf Wechselunterricht umgestellt. Ab Klasse 7 sollen Schülerinnen und Schüler Masken tragen.

Sachsen gehört zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Bundesländern. Derzeit liegen zehn von 13 Gebietskörperschaften bei einer Inzidenz über 200. Ausgenommen sind nur die Stadt Leipzig, der Landkreis Leipzig sowie Meißen. Die neue Corona-Verordnung des Landes gilt vom 1. bis 28. Dezember. Für die Weihnachtszeit gebe es Ausnahmen.

18:54 Uhr | Kretschmer: Ausgangsbeschränkungen bei Inzidenz über 200

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat regionale Ausgangsbeschränkungen ab einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen angekündigt. Die eigene Wohnung dürfe dann nur noch aus triftigen Gründen verlassen werden - dazu zählten Arbeit, Schule oder Einkauf im eigenen Landkreis.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sei es notwendig, Kontakte weiter einzuschränken. Der CDU-Politiker appellierte erneut an die Bevölkerung, nicht das rechtlich Erlaubte auszureizen. Es gelte, strikte Ausgangssperren wie in anderen europäischen Ländern zu vermeiden.

18:21 Uhr | Situation an Sachsens Kliniken

Im Landkreis Görlitz und auch im Erzgebirge wird die Corona-Lage immer ernster. Einige Patienten mussten so etwa im Uniklinikum Dresden aufgenommen werden.

18:16 Uhr | Streit um Schnelltests in Hildburghausen

Die geplanten Corona-Schnelltests im Landkreis Hildburghausen sollen auch dort angeboten werden, wo die Bürgermeister das ablehnen. Landrat Thomas Müller sagte, ob Kinder getestet würden, entschieden nicht die Bürgermeister, sondern die Eltern. Sollten kommunale Räume nicht zur Verfügung stehen, werde man andere Möglichkeiten finden. Hildburghausen ist der am stärksten von Corona betroffene Landkreis in Deutschland. In der kommenden Woche sollen Schüler und Kindergartenkinder getestet werden, um einen Überblick über das Infektionsgeschehen zu erhalten. In einigen Orten wie Heldburg und Eisfeld lehnen die Bürgermeister die Tests ab, bei denen ein Stäbchen durch die Nase eingeführt wird. Sie halten die Belastungen für Kinder für zu hoch.

18:07 Uhr | Österreich beharrt auf Ski-Saison

Österreich hat empört auf die deutsche Forderung reagiert, wegen der Corona-Pandemie europaweit die Skigebiete zu schließen. Kanzler Sebastian Kurz sagte, man werde selbst entscheiden, ob man die Skigebiete öffne. Tirols Landeshauptmann Günther Platter erklärte, wenn es die Infektionszahlen zuließen, werde man sich das Skifahren nicht verbieten lassen. Auch aus Finnland kam Widerstand. Das Wirtschaftsministerium sprach von einem tödlichen Schlag für die Tourismus-Industrie.

Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatten vorgeschlagen, die Skigebiete über Weihnachten und Neujahr geschlossen zu halten, um eine Corona-Ausbreitung zu verhindern.

17:55 Uhr | Altenburger Land will Maßnahmen verschärfen

Der Landkreis Altenburger Land plant schärfere Corona-Maßnahmen. Landrat Melzer kündigte einen entsprechenden Erlass für kommende Woche an. Derzeit läuft die Abstimmung zwischen der Kreisverwaltung und dem Land Thüringen. Der Landkreis hat mit mehr als 300 den zweithöchsten Inzidenzwert in Thüringen.

16:45 Uhr | 20.000 infizierte Schüler bundesweit

Die Zahl der von Corona betroffenen Schulen bleibt offiziellen Zahlen zufolge relativ stabil. Nach Angaben der Kultusministerkonferenz sind bundesweit 118 Schulen geschlossen, zwölf mehr als vor einer Woche. Die Zahl der infizierten Schüler sei leicht gestiegen. Bei den Lehrern gebe es eine leichte Entspannung.

Von mehr als zehn Millionen Schülern in Deutschland waren Ende vergangener Woche 199.932 in Quarantäne (Vorwoche: 190.937). Davon waren 20.185 mit Corona infiziert (Vorwoche: 19.364 ). Bei den knapp 900.000 Lehrern gab es 3.169 Corona-Fälle (Vorwoche: 3219). 11.598 davon waren demnach darüber hinaus in Quarantäne (Vorwoche: 12.120).

Die Daten der Kultusministerkonferenz geben allerdings nur einen groben Überblick, da nicht alle Bundesländer in allen genannten Bereichen Zahlen übermittelt haben.

16:17 Uhr | Bund kritisiert Länderregelung zu Weihnachts-Übernachtungen

Die Bundesregierung hat das Vorhaben einiger Länder kritisiert, Hotelübernachtungen für Weihnachtsbesucher zuzulassen. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte in Berlin, solche Ausnahmen seien nicht Teil der Bund-Länder-Beschlüsse. Man rufe die Bürger weiterhin auf, touristische Reisen zu vermeiden. Jeder müsse sich bewusst sein, dass es in der Corona-Pandemie kein normales Weihnachtsfest sei. Familiäre Treffen zu den Feiertagen dürften keine Auslöser von Infektionen sein, betonte Seibert.

Mehrere Bundesländer, darunter Berlin, Hessen und Niedersachsen, hatten angekündigt, bei Familienbesuchen über Weihnachten Hotel-Übernachtungen zuzulassen.

15:20 Uhr | Corona-Pflegeteam unterstützt sächsische Einrichtungen

In Sachsen unterstützt jetzt ein sogenanntes Corona-Pflegeteam ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen. Das teilte das sächsische Sozialministerium mit. Ziel der Beratungsstelle sei es, bei Corona-Fällen in den Einrichtungen die Versorgung zu sichern. Die Stelle wird vom Land, den Kassen und dem Kommunalen Sozialverband getragen.

14:57 Uhr | Schneider hält Schuldenaufnahme des Bundes für vertretbar

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, hat die geplante Neuverschuldung im nächsten Jahr verteidigt. Schneider sagte MDR AKTUELL, er halte die hohen Kredite für vertretbar. Eine expansive Finanzpolitik in einer wirtschaftlichen Krisenzeit sei absolut richtig. Alternativ die Budgets zu eng zu planen und dann jedes Mal wieder einen Nachtragshaushalt zu machen, wäre falsch. Schneider fügte hinzu, die derzeitigen Reserven seien schon in der Finanzplanung gebunden. Die gebe man in den nächsten Jahren aus.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte sich in der vergangenen Nacht darauf geeinigt, fast 180 Milliarden Euro neue Schulden aufzunehmen. Das Geld wird unter anderem für Corona-Impfstoffe und Wirtschaftshilfen gebraucht.

14:03 Uhr | BKA sieht Gefahr für Impfzentren und Hersteller

Mehrere Hersteller haben die Zulassung ihrer Impfstoffe beantragt. Die Bundesländer planen und bereiten sogenannte Impfzentren vor. Impfungen gegen Covid-19 rücken näher. Das Bundeskriminalamt warnt nun vor Gefahren für Hersteller und Vertreiber von Impfstoffen, auch durch Kriminelle und staatliche Akteure.

13:54 Uhr | Kliniken im Erzgebirge am Rand der Kapazität

Im Erzgebirgskreis haben Landrat und Mediziner an die Bevölkerung appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. Der Chefarzt des Klinikums Mittleres Erzgebirge, Norbert Heide, sagte in Annaberg-Buchholz, alle sechs Kliniken im Kreis hätten die Kapazitätsgrenzen fast erreicht. Die Zahl der Corona-Patienten steige weiter. Der Anteil der schweren Verläufe nehme zu. Zugleich seien 30 Prozent des Pflegepersonals ausgefallen. Auch Ärzte fielen aus. Heide warnte, die Feiertage könnten einen weiteren Anstieg der Infektionsrate zur Folge habe. Erschwerend kämen die jährlichen Grippefälle hinzu.

Landrat Thomas Vogel sagte, noch stünden kein Impfstoff und keine Therapien zur Verfügung. Deshalb müssten alle Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Nur so könne das Gesundheitssystem am Laufen gehalten werden.

13:47 Uhr | Theater in Sachsen sollen bis Februar zu bleiben

In Sachsen sollen die Theater nach Informationen von MDR KULTUR bis mindestens Ende Februar geschlossen bleiben. Danach hat Ministerpräsident Michael Kretschmer das in einer Telefonkonferenz mit den Intendanten angekündigt. Der Vorsitzende des Deutschen Bühnenvereins Sachsen, Lutz Hillmann, spricht von einer deprimierenden Entscheidung.

13:17 Uhr | Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht auf AfD-Parteitag

Auf dem AfD-Bundesparteitag am Wochenende im nordrhein-westfälischen Kalkar müssen die Delegierten auch am Sitzplatz einen Mund-Nase-Schutz tragen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden und eine Klage der AfD gegen die Hygieneauflage zurückgewiesen. Die Richter begründeten ihren Eilbeschluss mit dem legitimen Zweck, "die Weiterverbreitung des Sars-CoV-2-Virus einzudämmen". Der Beschluss ist nicht anfechtbar. Teilnehmer des Parteitags, die sich nicht an die Vorgaben zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes halten, sind laut OVG von der Veranstaltung auszuschließen.

Zu dem AfD-Bundesparteitag werden 600 Delegierte und rund 100 Gäste erwartet. Die Veranstaltung wurde unter strengen Hygieneauflagen genehmigt.

12:04 Uhr | Update zu Impfzentren in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt wird vom Bund zunächst rund 130.000 Impfdosen gegen das Coronavirus bekommen. Das gab Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne bekannt. Demnach sollen damit zuerst das Klinikpersonal sowie Bewohner und Beschäftigte in Pflegeheimen geimpft werden. Grimm-Benne zufolge werden die Impfzentren in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt Schritt für Schritt aufgebaut. Sie seien voraussichtlich zwar Mitte Dezember betriebsbereit, eine Terminvergabe sei aber voraussichtlich frühestens ab Januar möglich. Außerdem wolle das Land, sobald der Impfstoff geliefert sei, mobile Impfteams in Kliniken und Pflegeeinrichtungen einsetzen. Grimm-Benne betonte, das Impf-Angebot sei freiwillig. Niemand werde verpflichtet.

10:52 Uhr | Schleswig-Holstein erlaubt Hotel-Übernachtung

Wer in Schleswig-Holstein über Weihnachten Verwandte besuchen will, darf dafür im Hotel übernachten. Dies kündigte Ministerpräsident Daniel Günther in einer Sondersitzung des Landtags an. Vom 23. bis 27. Dezember seien maximal zwei Übernachtungen erlaubt. Günther begründete die Entscheidung auch mit sozialer Verantwortung. Wer zum Beispiel aus Baden-Württemberg nach Schleswig-Holstein komme, müsse hier auch übernachten können. Und, so Günther, es wäre aus virologischer Sicht nicht klug, dies in einer 40-Quadratmeter-Wohnung machen zu müssen.

Auch Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wollen bei Familienbesuchen über Weihnachten Hotelübernachtungen ermöglichen. Kanzleramtschef Helge Braun hatte sich dagegen ausgesprochen.

10:30 Uhr | Eisfeld lehnt Massentest bei Kindern ab

Die Stadt Eisfeld im Landkreis Hildburghausen will sich nicht an dem geplanten Corona-Massentest in Kindergärten beteiligen. Das teilte Bürgermeister Sven Gregor mit. Nach seinen Angaben sollen die Kindergärten der Stadt bis zum 13. Dezember geschlossen bleiben. Danach gingen sie in den eingeschränkten Regelbetrieb über.

Der Landkreis Hildburghausen und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hatten angekündigt, dass alle Schüler und Kindergartenkinder im Kreis ab kommender Woche getestet werden sollen, um sich ein genaues Bild vom Infektionsgeschehen machen zu können. Nach einem negativen Testergebnis können die Kinder laut Landratsamt wieder in die Schulen und Kindergärten zurückkehren. Die Tests sind freiwillig. Eisfelds Bürgermeister Gregor sagte dazu, Tests für alle Kinder seien nicht gerechtfertigt. Er halte es zudem für einen Fehler, dass alle Einrichtungen geschlossen worden seien. Stattdessen hätte er sich eine bessere Nachverfolgung bei betroffenen Kindergärten gewünscht.

08:09 Uhr | So viele Todesfälle wie nie zuvor

In Deutschland hat es innerhalb von 24 Stunden 426 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. Das meldete das Robert Koch-Institut und spricht vom höchsten Wert binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Insgesamt sind damit bislang mehr als 15.500 Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Die Zahl aller bislang registrierter Corona-Fälle in Deutschland hatte laut RKI und Risklayer am Donnerstagabend die Marke von einer Million überschritten.

07:55 Uhr | Datenpanne im Chemnitzer Gesundheitsamt

Chemnitz hat wegen Krankheitsfällen im Gesundheitsamt zuletzt nicht alle Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 an das Robert Koch-Institut weitergeleitet. Das hat Sozialbürgermeister Ralph Burghart bestätigt. Er sagte, vor zwei Wochen seien die Zahlen nicht an das RKI gegangen. "Wir haben die Information von den Krankenhäusern und Pflegeheimen bekommen und die wurden nicht ins Computersystem eingepflegt." Der Fehler sei aufgefallen, als liegengebliebene Daten aufgearbeitet worden seien.

07:42 Uhr | Bund kann 180 Milliarden Euro neue Schulden machen

Wegen der Corona-Pandemie sind im Bundeshaushalt 2021 deutlich höhere Schulden vorgesehen als geplant. Der Haushaltsausschuss des Bundestages beschloss am Morgen nach mehr als 17 Stunden Beratung, dass der Bund im kommenden Jahr neue Schulden in Höhe von fast 180 Milliarden Euro aufnehmen kann. Der ursprüngliche Etatentwurf von Bundesfinanzminister Olaf Scholz war von einer Neuverschuldung von 96,2 Milliarden Euro ausgegangen. Allein die Finanzreserve für noch nicht bezifferbare Corona-Kosten wurde vom Haushaltsausschuss um 20 Milliarden auf 35 Milliarden Euro aufgestockt. Der Haushalt für 2021 sieht nun Ausgaben in Höhe von 498,6 Milliarden Euro vor. Der Bundestag soll im Dezember über die Pläne beraten.

07:17 Uhr | Inzidenz im Kreis Hildburghausen steigt weiter

In Deutschland sind am Donnerstag 21.576 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet worden. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. In Mitteldeutschland wurden 3.026 neue Infektionsfälle registriert. In Sachsen gab es 1.952 Neuinfektionen. In Thüringen waren es 676 neue Fälle und in Sachsen-Anhalt 398.

Auch im thüringischen Landkreis Hildburghausen, dem aktuellen Corona-Hotspot bundesweit, ist die Zahl der Erkrankungen weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut wies für den Kreis in der Nacht zum Freitag um Mitternacht eine Inzidenz von 630 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen aus. Wegen der hohen Zahlen gilt im Landkreis seit Mittwoch ein harter Lockdown.

06:39 Uhr | Pläne für Impfzentren werden konkreter

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne stellt heute Details zu den geplanten Impfzentren im Land vor. Sie will erläutern, wie der Aufbau der Anlaufstellen für Corona-Impfungen vorankommt. Geplant ist, bis Ende Dezember in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt ein solches Zentrum einzurichten. Wo genau, ist bisher noch unbekannt.

Gestern hatte bereits Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping Einzelheiten zu Impfzentren im Freistaat bekanntgegeben. Danach sollen die Impfzentren ab 15. Dezember einsatzbereit sein. Jeder Landkreis und die drei kreisfreien Städte erhalten ein solches Zentrum. Geplant sind außerdem mobile Impfteams, die in Alten- und Pflegeheimen eingesetzt werden sollen.

06:26 Uhr | Kassenarzt-Chef schlägt Corona-Massentests vor

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, hat Corona-Massentests für die gesamte Bevölkerung vorgeschlagen. Heckemann sagte MDR AKTUELL, er würde sich eine stärkere Ausweitung von Schnelltests wünschen. Damit bekäme man eine gewaltige Sicherheit. Man könnte alle Infizierten herausfinden und das Virus langsam aushungern. Voraussetzung ist laut Heckemann aber, dass genügend Schnelltests zur Verfügung stehen.

Derzeit werden solche Tests nur als Ergänzung zum klassischen PCR-Test eingesetzt, der im Labor ausgewertet wird. Das Ergebnis eines Schnelltests liegt zwar innerhalb kurzer Zeit vor, ist aber weniger eindeutig. Kritiker verweisen zudem darauf, dass Massen-Schnelltests nur eine Momentaufnahme abbilden.

Bratislava: Mitarbeiter im RTVS-Gebäude stehen in Schlange für einen Corona-Test
In der Slowakei hatte es Ende Oktober/Anfang November Massentests gegeben. Bildrechte: dpa

In der Slowakei und in Südtirol hatte es kürzlich Massentests gegeben. Die Slowakei hatte urprünglich für Dezember zu einem neuerlichen Massentest aufgerufen. Nach regierungsinternen Unstimmigkeiten wurden die Pläne aber auf unbestimmte Zeit verschoben.

06:21 Uhr | EKD will Weihnachts-Gottesdienste veranstalten

Die Evangelische Kirche in Deutschland will trotz Corona-Krise in der Weihnachtszeit Gottesdienste durchführen. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte MDR AKTUELL, die Gemeinden hätten Ostern bereits Erfahrungen gesammelt und kreative Formate entwickelt. Darauf wolle man in der Weihnachtszeit aufbauen. So könnten Gottesdienste im Freien gefeiert werden - notfalls in Ski-Unterwäsche und mit großen Sicherheitsabständen. Wichtig ist laut Bedford-Strohm, dass Menschenleben nicht gefährdet werden. Er kündigte außerdem an, Kulturschaffende zu unterstützen. Sie könnten in den Gottesdiensten gegen Honorar Musik machen oder Weihnachtsgeschichten vorlesen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 27. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt unterhalb.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. November 2020 | 06:00 Uhr

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