Coronavirus-Pandemie Ticker am Freitag: Länder unterstützen allgemeine Impfpflicht

Die Bundesländer haben sich beim Treffen mit Bundeskanzler Scholz zu einer allgemeinen Corona-Impfpflicht bekannt. Bund und Länder beschlossen 2G+-Regel in der Gastronomie und neue Quarantäneregeln. Unternehmen können ab sofort die neue Überbrückungshilfe IV zum Ausgleich für Belastungen durch die Corona-Krise erhalten. Eine US-Studie belegt Auswirkungen der Impfung auf die Menstruation. Weitere aktuellen Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie hier im Ticker.

Vorbereitete Spritzen mit dem Impfstoff von Biontech
Die Bundesländer haben sich hinter die Forderung von Bundeskanzler Schol nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht gestellt. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 7. Januar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:15 | Haseloff verteidigt Verzicht auf 2G+-Regel in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat den vorläufigen Verzicht des Landes auf die 2G+-Regel in der Gastronomie mit den Unterschieden zu anderen Ländern begründet. Er sagte MDR AKTUELL, andere Inzidenzzahlen und die in Sachsen-Anhalt vorherrschende Delta-Variante machten unterschiedliche Maßnahmen erforderlich.

22:10 Uhr | Wieder Proteste gegen Corona-Maßnahmen

In mehreren deutschen Städten hat es am Abend wieder Proteste gegen die Corona-Einschränkungen gegeben. In Dresden stoppte die Polizei nach eigenen Angaben eine unzulässige Versammlung in der Innenstadt. Von etwa 50 Teilnehmern seien die Personalien festgestellt worden, gegen 44 von ihnen habe man Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. In Thüringen gab es Kundgebungen unter anderem in Rudolstadt, Jena und im Wartburgkreis. Dort meldete die Polizei bislang keine Zwischenfälle.

21:35 Uhr | Auch Sachsen übernimmt 2G+ für Gastronomie

Auch Sachsen übernimmt die 2G+-Regel in der Gastronomie. Die Landesregierung beschloss, die Vereinbarung des Bund-Länder-Gipfels ab 14. Januar umzusetzen. Zugleich sind einige Lockerungen vorgesehen. So sollen bei Versammlungen wieder bis zu 200 Teilnehmer erlaubt sein, bei weiter sinkenden Inzidenzen sogar bis zu 1.000. Auch Kinos, Theater und weitere Kultureinrichtungen sollen ab Freitag kommender Woche wieder öffnen dürfen und Sportveranstaltungen wieder möglich sein. Voraussetzung dafür sei unter anderem die Unterschreitung der Belastungsgrenze in den Krankenhäusern. Auch die bisher begrenzten Öffnungszeiten in der Gastronomie sollen wieder ausgeweitet werden. Touristen sollen wieder in Sachsen übernachten dürfen. Für alle Maßnahmen gilt demnach die 2G- oder 2G+-Regel. Die entsprechende Verordnung soll am Mittwoch von der Regierung beschlossen werden.

21:10 Uhr | Lehrer kritisieren neue Quarantäneregeln für Schulen

Lehrervertreter kritisieren die neuen Quarantäneregeln in Schulen. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte der Funke Mediengruppe, wenn diese Aufweichung der Quarantäneregeln dazu führe, dass mehr Infizierte unerkannt in Schulen herumliefen, werde der Schuss nach hinten losgehen. Ähnlich äußerte sich die Erziehungsgewerkschaft GEW. Vizechef Andreas Keller sagte, durch die neuen Regeln würden alle, die sich an Schulen aufhalten, einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt. Die Regierungschefs von Bund und Ländern hatten beschlossen, die Quarantänezeiten für Kontaktpersonen und Infizierte zu verkürzen. Schüler können sich demnach schon nach fünf Tagen freitesten.

Ein kleines Mädchen schaut auf einen Corona Antigen Test
Schüler sollen sich künftig bereits nach fünf Tagen aus der Quarantäne freitesten können. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

20:25 Uhr | Lauterbach begrüßt 2G+ für Gastronomie – Weidel spricht von Panik

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die geplanten schärferen Zugangsregeln für die Gastronomie als deutliche Verbesserung bezeichnet. Er sagte im ZDF, die Gastronomie sei eine wichtige Quelle der Infektionen. Stundenlang ohne Maske in einem Gasthaus zu sitzen, sei angesichts der raschen Ausbreitung von Omikron sehr gefährlich.

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel bezeichnet die Beschlüsse von Bund und Ländern als panikgetrieben. Sie erklärte, wieder werde auf die Sieben-Tage-Inzidenz geschaut, statt vor allem die Auslastung der Krankenhäuser und insbesondere der Intensivstationen zur Entscheidungsgrundlage zu machen. Die flächendeckende 2G+-Regelung werde dramatische Folgen für die bereits stark angeschlagene Gastronomie haben.

19:30 Uhr | Österreichs Kanzler Nehammer infiziert

Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das Kanzleramt in Wien bestätigte, dass der ÖVP-Politiker positiv getestet worden ist. Er zeige keine Symptome und sei dreifach geimpft. Nehammer habe sich in häusliche Quarantäne begeben und führe seine Amtsgeschäfte von dort aus mit Telefon- oder Videokonferenzen. Nehammer geht davon aus, dass er sich durch einen Sicherheitsbeamten infiziert hat, der ebenfalls positiv getestet wurde.

18:15 Uhr | Krankenversicherungen gegen "Bürokratie-Lockdown"

Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben die Forderung von Kliniken zurückgewiesen, in der Pandemie Berichtspflichten zurückzufahren. Die GKV-Vertreterin Stefanie Stoff-Ahnis sprach von einem gefährlichen Irrtum. Das Krisenmanagement dürfe nicht im Blindflug erfolgen. Deshalb brauche man aktuelle und detaillierte Zahlen. Dazu gehörten auch die Informationen über Fallzahlen in den Krankenhäusern und verfügbare Pflegekräfte. Die deutsche Krankenhausgesellschaft hatte vorübergehende Bürokratie-Erleichterungen gefordert, um die angespannte Lage in den Kliniken zu entschärfen.

17:52 Uhr | Thüringen führt 2G+-Regel ab 23. Januar in der Gastronomie ein

In Thüringen soll die 2G+-Regel ab 23. Januar landesweit für den Besuch in Restaurants, Cafés und Kneipen ein. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow an. Thüringen setze damit den Bund-Länder-Beschluss mit der nächsten Corona-Verordnung des Landes um. Im Freistaat gilt bereits in Regionen mit hoher Inzidenz in der Gastronomie die 2G+-Regel. Künftig haben dann überall in Thüringen nur Geimpfte und Genesene mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test Zutritt zu Gaststätten und Restaurants. Gäste mit einer Auffrischungsimpfung sind von der Testpflicht ausgenommen.

17:25 Uhr | Vorerst kein 2G+ in Sachsen-Anhalts Gastronomie

Sachsen-Anhalt bleibt zunächst bei der 2G-Regel beim Besuch im Restaurant oder der Kneipe. Zusätzliche Test für Genesene und Geimpfte – also die 2G+-Regel – beim Besuch von Restaurants oder Kneipen wird vorerst nicht eingeführt. Das teilte Ministerpräsident Reiner Haseloff nach dem Bund-Länder-Treffen mit. Er erklärte, in Sachsen-Anhalt gebe es anders als in anderen Bundesländern fast nur die Delta-Variante des Coronavirus. Deshalb seien neue Maßnahmen zunächst nicht nötig. Die derzeit geltende Landesverordnung solle deshalb wie geplant bis zum 18. Januar in Kraft bleiben.

16:50 Uhr | Scholz: "Länder unterstützen allgemeine Impfpflicht"

Alle 16 Bundesländer unterstützen die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. Das teilte Bundeskanzler Olaf Scholz nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Länder mit. Er sagte, er fühle sich da maximal unterstützt. Der Bundestag werde dazu demnächst beraten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst dringt auf einen Zeitplan für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. Der CDU-Politiker sagte nach dem Treffen, die Länder gingen davon aus, dass bald ein Zeitplan für das weitere Vorgehen zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht vorliegen werde.

Die Corona-Regeln nach dem Bund-Länder-Treffen im Überblick.
Die Corona-Regeln nach dem Bund-Länder-Treffen im Überblick. Bildrechte: Bundesregierung

16:30 Uhr | Bund und Länder beschließen 2G+-Regel in Gastronomie

Bund und Länder wollen die Corona-Regeln für die Gastronomie verschärfen. Bei ihrem Treffen beschlossen Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder, dass der Zutritt zu Restaurants, Cafés und Kneipen demnächst nur noch für Geimpfte oder Genesene, die negativ getestet sind, möglich sein soll, oder die bereits ein Auffrischungsimpfung erhielten. Beschlossen wurden den Angaben zufolge auch verkürzte Quarantäneregeln für Infizierte und Kontaktpersonen.

16:15 Uhr | Sachsen: 36 Todesfälle im zeitliche Zusammenhang mit Impfung

In Sachsen sind bislang 36 Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung gestorben. Das teilte das Gesundheitsministerium nach der Anfrage des AfD-Abgeordneten Rolf Weigand mit. Aus den Daten lasse sich aber nicht ableiten, ob die Impfung ursächlich für den Tod verantwortlich sei. Darüber hinaus habe es 428 Verdachtsfälle von Impfnebenwirkungen gegeben, die über das normale Maß hinausgingen. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von Januar bis Ende November 2021. Das Ministerium verwies darauf, dass in Sachsen bislang 5,1 Millionen Impfungen verabreicht wurden. Pro 1.000 Impfdosen gebe es 0,08 Meldungen über Nebenwirkungen.

15:35 Uhr | Auch Luxemburg und Schweden Hochrisikogebiete

Deutschland hat mehrere Länder als Hochrisikogebiete eingestuft. Wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilte, gehören unter anderem Estland, Island, Luxemburg, Schweden sowie Israel und Australien dazu. Die Einstufung als Hochrisikogebiet gilt ab Sonntag 00.00 Uhr. Bei der Einreise aus Hochrisikogebieten gelten insbesondere für Ungeimpfte strengere Bestimmungen. Sie müssen ein negatives Testergebnis vorlegen und nach der Einreise unverzüglich auf eigene Kosten für einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen in Quarantäne. Auf der List der Hochrisikogebiete stehen bereits die Nachbarländer Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Polen, Tschechien und die Schweiz.

14:55 Uhr | Sächsischer Grüne kritisieren Alleingang von Kretschmer

Die sächsischen Grünen haben Ministerpräsident Michael Kretschmer bei den Corona-Maßnahmen einen Alleingang vorgeworfen. Kretschmer hatte Lockerungen angekündigt, unter anderem bei Kulturveranstaltungen und Sport in Innenräumen. Der sächsische Grünen-Vorsitzende Christin Furtenbacher sagte dem MDR, der Schritt sei mit dem Koalitionspartner nicht abgestimmt gewesen. Kretschmer sei zum wiederholten Male vorgeprescht. Das mache eine Zusammenarbeit in der Koalition schwierig. Sachsen hatte Mitte Dezember einen Teil-Lockdown verhängt. Gaststätten dürfen seitdem nur bis 20 Uhr öffnen, Museen sind geschlossen und touristische Übernachtungen verboten. Mittlerweile liegt die Inzidenz im Freistaat wieder im Bundesschnitt.

14:00 Uhr | Steinmeier trifft Impfgegnerin

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtet am kommenden Mittwoch eine Debatte über "Pro und Kontra einer Impfpflicht" im Schloss Bellevue aus. Wie der "Spiegel" berichtet, sind die acht eingeladenen Diskussionsteilnehmer Bürgerinnen und Bürger, die sich zuvor zu diesem Thema per Brief an Steinmeier gewandt hatten. An dem Treffen, das in Präsenz stattfinden soll, wird dem Magazin zufolge auch eine Bürgerin teilnehmen, die Impfgegnerin ist und eine Impfung grundsätzlich ablehnt. Das Treffen findet unter 2G-Regeln statt, die ungeimpfte Bürgerin soll sich durch einen vorab durchgeführten PCR-Test absichern.

13:25 Uhr | Dierks verteidigt geplante Lockerungen in Sachsen

Der sächsische CDU-Generalsekretär Alexander Dierks hält die geplanten Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Freistaat für gerechtfertigt. Dierks sagte MDR AKTUELL, die strengen Maßnahmen der vergangenen Wochen hätten gewirkt. Man liege beim Infektionsgeschehen jetzt im Mittelfeld der Bundesländer. Die Intensivstationen leerten sich und man bekomme wieder etwas Luft. Deswegen sei es jetzt möglich, viele Angebote unter strengen 2G- oder 2G+-Regeln zu öffnen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte gestern angekündigt, Sport in Innenräumen und Kulturveranstaltungen wieder zu ermöglichen.

13:16 Uhr | Labore warnen vor Überlastung

Der Laborverband ALM warnt angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus vor einer Überlastung bei PCR-Tests. Der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, in den kommenden Wochen werde sich zeigen, wie stark die Labore mit PCR-Tests ausgelastet seien und ob man weitere Priorisierungen bei den Tests vornehmen müsse.

Auch der Ärzteverband Marburger Bund warnte vor Engpässen bei der Analyse von PCR-Tests. Vorsitzende Susanne Johna sagte, die Omikron-Variante werde auch zu mehr Infektionen beim Laborpersonal führen. Dadurch würden die Testkapazitäten zusätzlich eingeschränkt.

12:00 Uhr | Keine Karnevalsfeiern in Dessau-Roßlau

Die Karnevalsvereine in Dessau-Roßlau haben ihre Saal-Veranstaltungen für die laufende Saison geschlossen abgesagt. Hintergrund ist die ungewisse Entwicklung der Corona-Lage. Etwas Hoffnung habe man noch für den Rosenmontagsumzug, teilte der Waldeser Carnevals Club dem MDR mit.

11:15 Uhr | Omikron noch nicht in Mitteldeutschland dominant

Der Anteil der Omikron-Variante an den positiven Corona-Testungen in Deutschland ist auf 44,3 Prozent gestiegen. Das meldet das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht. Auffällig bei der Verbreitung sind die großen regionalen Unterschiede: In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der Anteil noch gering, in Bremen geht er auf die 90 Prozent zu.

10:25 Uhr | Neue Corona-Hilfen können beantragt werden

Ab sofort können Unternehmen die neue Überbrückungshilfe IV zum Ausgleich für Belastungen durch die Corona-Krise erhalten. Auf der Internetplattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de können Steuerberater nun bis Ende April Anträge für den Förderzeitraum Januar bis März 2022 stellen, wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte. Die Förderbedingungen haben sich nach Angaben des Ministeriums im Vergleich zum vergangenen Jahr kaum verändert. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kündigte erste Abschlagzahlungen bereits in den nächsten Wochen an.

10:04 Uhr | Maier kritisiert "breite" Berichterstattung über Demos

Thüringens Innenminister Georg Maier hält die Medien-Berichterstattung zu den Corona-Protesten für zu umfangreich. Maier sagte der Deutschen Presse-Agentur, er verstehe, dass die Medien das Geschehen sehr aufmerksam begleiteten. Es müsse auch berichtet werden, insbesondere wenn es zu Gewalttaten komme. Allerdings nehme die Berichterstattung dazu nach seiner Einschätzung einen zu breiten Raum ein. Dadurch entstehe ein schiefer Eindruck. Zu solchen Versammlungen auf den Straßen finde sich nicht einmal ein Prozent der insgesamt rund zwei Millionen Thüringer ein.

09:46 Uhr | Studie: Impfung verzögert Menstruation bei Frauen

Die Corona-Impfung kann bei Frauen die Menstruation leicht verzögern. Das ist das Ergebnis einer Studie aus den USA, die jetzt im "Obstetrics & Gynecology" veröffentlicht wurde. Demnach setzte bei geimpften Frauen die Blutung etwa einen Tag später ein als bei ungeimpften Frauen. Die Dauer der Monatsblutung wurde demnach jedoch nicht beeinflusst. Den Forschern zufolge sind die Auswirkungen der Impfung auf die Periode gering und voraussichtlich nur vorübergehend.

Die Wissenschaftler hatten anonymisierte Daten einer App zur Überwachung der Fruchtbarkeit bei Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren, die keine hormonelle Verhütung verwenden, ausgewertet. Etwa 2.400 Frauen in dem Datensatz waren geimpft. Als Vergleichsgruppe wurden die Daten von 1.500 ungeimpften Frauen herangezogen.

Die Hauptautorin der Studie, Alison Edelman von der Oregon Health & Science University, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Ergebnisse der Studie "sehr beruhigend" seien und die Frauen, die nach einer Impfung Veränderungen an ihrer Periode bemerkt hatten, bestätige. Die Studie könnte auch dazu beitragen, Fehlinformationen zu dem Thema im Netz zu entkräften.

09:00 Uhr | Mehr gefälschte Impfpässe in Sachsen entdeckt

In Sachsen sind zuletzt mehr gefälschte Impfausweise entdeckt worden. Nach Angaben der Polizei sind seit Mai vergangenen Jahres insgesamt 299 Fälschungen aufgefallen. Seien es zunächst pro Monat nur wenige Fälle gewesen, habe man im November 91 Fälschungen entdeckt. Im Dezember registrierte die Polizei landesweit 173 Fälschungen.

Die Polizei betonte, es sei davon auszugehen, dass durch verstärkte Kontrollen und eine erhöhte Aufmerksamkeit mehr Fälschungen auffielen. In vielen Fällen seien die nachgemachten Ausweise durch Apotheken festgestellt worden, wenn dort Personen versuchten, ein digitales Zertifikat für ihr Handy zu erhalten. Auch durch Arbeitgeber, Ärzte, Polizisten im Rahmen von Kontrollen und durch Hinweise von Bürgern seien Fälschungen entdeckt worden.

08:17 Uhr | Intensivmediziner: Quarantäne-Verkürzung nicht mit Brechstange

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis hat sich für ein bedachtsames Vorgehen bei einer möglichen Verkürzung der Corona-Quarantäne ausgesprochen. Karagiannidis sagte dem Radiosender WDR 5, Daten insbesondere aus Dänemark legten nahe, dass man die Quarantänezeit schon verkürzen könne. Dabei dürfe aber nicht mit der Brechstange vorgegangen werden. In Dänemark habe man gesehen, dass Omikron-Infizierte "über sieben Tage hinweg auch noch andere Menschen anstecken" könnten. Man spreche dabei von der sogenannten "secondary attack rate", also der Frage, wie viele man in seinem Umkreis noch anstecken könne. Und diese Rate habe in Dänemark bei 30 Prozent gelegen.

Karagiannidis ist Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und Mitglied des Corona-Expertenrates der Bundesregierung. Bund und Länder beraten heute Nachmittag unter anderem über eine Verkürzung der Quarantäne.

07:53 Uhr | Thüringen prüft zusätzliche Tests an Schulen

In Thüringen prüft das Bildungsministerium angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante, ob mehr Corona-Tests an Schulen angeboten werden können. Ressortchef Helmut Holter sagte der Zeitung "Freies Wort", in seinem Haus werde ermittelt, ob nach den Winterferien häufigere Tests möglich seien. Derzeit werden die Schüler in Thüringen zwei Mal pro Woche getestet. Holter zufolge kann die Testfrequenz kurzfristig nicht erhöht werden. Neue Tests seien auf dem Markt gerade schwer zu bekommen.

07:07 Uhr | Kassenärzte-Chef gegen Impfpflicht

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, lehnt eine allgemeine Impfpflicht ab. "Impfen ist das wirksamste Instrument im Kampf gegen das Virus. Trotzdem halte ich nach wie vor nicht viel von einer Impfpflicht", erklärt Gassen der "Rheinischen Post". Es gebe allein schon zu viele organisatorische Hindernisse, um dieses Vorhaben in kurzer Zeit starten zu können. "Das fängt bereits beim Impfregister an". Auch die nachlassende Wirksamkeit des Impfstoffes sei ein Problem. Bis rechtliche und organisatorischen Fragen geklärt seien, "ist die Corona-Gefahr vermutlich vorbei", sagte Gassen.

06:52 Uhr | Ärztevertreter: Impfkomplikationen werden gemeldet

Ärztevertreter in Mitteldeutschland gehen davon aus, dass Komplikationen nach einer Corona-Impfung gewissenhaft gemeldet werden. Der Chef des Thüringer Hausärzteverbandes, Ulf Zitterbart, sagte MDR AKTUELL, das sei eine ureigene ärztliche Aufgabe. Er selbst habe bei 2.000 Impfungen zehn Mal ein entsprechendes Online-Formular ausgefüllt. Das habe jeweils zehn Minuten gedauert. Ähnlich äußerte sich auch der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck. Er mahnte aber zugleich, dass man unterscheiden müsse zwischen Impfreaktionen wie etwa Fieber und Unwohlsein und Impfkomplikationen wie eine Herz-Muskel-Entzündung. Nur letztere Fälle seien meldepflichtig.

06:35 Uhr | Lauterbach für 2G+ in der Gastronomie

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach dringt angesichts der Omikron-Variante auf weitere Kontaktbeschränkungen. Lauterbach sagte am Abend dem Sender RTL, ein Problembereich sei vor allem die Gastronomie. Da sitze man ohne Maske oft Stunden. Dort brauche man einen besseren Schutz. Die Beschluss-Vorlage für das Bund-Länder-Treffen sehe künftig 2G+ für die Gastronomie vor. Damit dürfe man dort nur noch eintreten, wenn man zweimal geimpft und zusätzlich getestet sei. Nur noch Geboosterte dürften ohne Test rein.

06:23 Uhr | Mitteldeutsche Unternehmen gegen 2G+ in Gastronomie

Unternehmen in Mitteldeutschland sind gegen 2G+ in der Gastronomie. Der Geschäftsführer des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbands, Axel Klein, sagte MDR AKTUELL, man kämpfe dafür, dass es nicht so komme. Es gehe in der Gastronomie mit 2G. Der Geschäftsführer des Handelsverbands Thüringen und Sachsen-Anhalt, Knut Bernsen, lehnte Verschärfungen im Einzelhandel ab. 2G+ gehe fast in Richtung Lockdown. Schon jetzt sei man an dem Punkt, zu sagen, man brauche weitere Hilfen. Ähnlich äußerte sich die Industrie- und Handelskammer Dresden.

06:15 Uhr | Bund-Länder-Gipfel beginnt am Mittag

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzler Olaf Scholz wollen am Mittag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Dabei soll es auch um weitere Einschränkungen und eine Verkürzung der Quarantäne-Zeiten für Kontaktpersonen gehen. Wie die mitteldeutschen Länder zu den Vorhaben stehen, lesen Sie hier:

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 7. Januar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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