Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Astrazeneca-Impfstoff bleibt umstritten

Auch im Heimatland Großbritannien wird jetzt empfohlen, Astrazeneca nicht mehr an Jüngere zu verimpfen. In Deutschland gibt es indes Unklarheiten, ob nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca bei einem Wechsel zu einem mRNA-Impfstoff eine Dosis genügt. Die Erleichterungen für Geimpfte und Genesene treten ab Sonntag bundesweit in Kraft. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Astrazeneca Impfstoff
In Deutschland hat sich der Astrazeneca-Impfstoff wegen seines schlechten Rufs zum Ladenhüter entwickelt. Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

Unser Ticker am Freitag, 7. Mai 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:20 Uhr | Berlin unter Inzidenz 100

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin ist zum ersten Mal seit Langem unter den Grenzwert 100 gefallen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller kündigte Lockerungen an – bei privaten Kontakten, in der Gastronomie, Kultur und im Bildungsbereich. Stabilisiere sich der Wert über mehrere Tage wären der Bundes-Notbremse zufolge frühestens Ende kommender Woche Lockerungen möglich. Der SPD-Politiker sagte, man werde vorsichtig bleiben. Man könne nicht gleich wieder alles mögliche zulassen, um dann nach wenigen Tagen wieder über 100 zu rutschen.

21:35 Uhr | Neue Corona-Regeln im Überblick

Bei den Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland ändert sich an diesem Wochenende einiges. Teils betrifft das alle Bundesländer, doch Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen haben auch eigene Regeln. Was wo gilt, fasst der Corona-Newsletter zusammen.

20:56 Uhr | Zahl schwerer Thrombosen nach Astrazeneca-Impfung steigt

Die Zahl der schweren Thrombosefälle nach einer Impfung mit dem Covid-Vakzin von Astrazeneca ist in Deutschland weiter gestiegen. Wie die Zeitungen der Funke-Gruppe unter Berufung auf den Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts schreiben, wurden bis zum 30. April 67 Fälle gemeldet, darunter 14 Todesfälle. Meist habe es sich um Sinusvenenthrombosen im Gehirn gehandelt. In Deutschland gibt es wegen der Skepsis inzwischen mehr als drei Millionen Dosen Astrazeneca auf Lager. Für das Vakzin wurde daher die Priorisierung aufgehoben. Die Impfkommission empfiehlt Astrazeneca nur für über 60-Jährige. Doch auch Jüngere können nach Rücksprache mit dem Hausarzt damit geimpft werden.

Auch in Großbritannien, wo das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers viel verimpft wurde, steigen die Fallzahlen. Offiziellen Angaben zufolge wurden bei etwa 28 Millionen Impfungen 242 Thrombose-Fälle registriert. Das Wissenschaftskomitee JCVI zur Überwachung der Impfkampagne empfahl, das Vakzin nur noch bei über 40-Jährigen einzusetzen. Die EU-Arzneimittelbehörde empfiehlt den Impfstoff dennoch, da die Risiken sehr gering seien.

19:20 Uhr | Briten steuern auf Herdenimmunität zu

Zwei Drittel aller Erwachsenen in Großbritannien haben einer offiziellen Statistik zufolge mindestens die erste Dosis eines Covid-Impfstoffs erhalten, also etwa 35 Millionen Menschen. Knapp die Hälfte davon ist bereits komplett immunisiert. Für eine sogenannte Herdenimmunität müssen nach Einschätzung von Experten 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. In Deutschland haben bislang 26,2 Millionen Bürger mindestens eine Erstimpfung erhalten, das entspricht 31,5 Prozent der Bevölkerung. 7,3 Millionen (8,8 Prozent) sind vollständig geimpft.

18:49 Uhr | EMA prüft mögliche Risiken bei allen Vakzinen

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) untersucht weiterhin die Corona-Impfstoffe von Biontech und Moderna auf ein mögliches Risiko von Blutgerinnseln. Nach Angaben vom Freitag wurde bislang kein kausaler Zusammenhang zum Auftreten der seltenen Nebenwirkung entdeckt. Das klinische Bild unterscheide sich von den Fällen nach Impfungen mit den Covid-Impfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Bei diesen Vektorimpfstoffen sind vor allem bei jüngeren Frauen einige Fälle gefährlicher Hirnvenenthrombosen bestätigt. Bei beiden Vakzinen überwiegt nach Einschätzung der EMA der Nutzen aber das Risiko.

Nach EMA-Angaben werden zudem Fälle von Herzmuskelentzündungen im Zusammenhang mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna analysiert. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass sie durch die Impfungen verursacht wurden.

Ferner untersucht die EMA auch Fälle einer seltenen Nervenerkrankung im Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen. Demnach werden Fälle des Guillain-Barre-Syndroms (GBS) unter die Lupe genommen. Die Zahl der Fälle blieb offen. Das Guillain-Barre-Syndrom ist eine Erkrankung der Nerven, bei der das eigene Immunsystem Nervenzellen attackiert. Es kann zu Lähmungen führen.

17:45 Uhr | Indische Variante breitet sich in England aus

England hat die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante B.1.617.2 als "besorgniserregend" eingestuft. Wie die Gesundheitsbehörde Public Health England mitteilte, hat sich die Variante als ansteckender erwiesen als andere. Es fehlten jedoch Daten, ob auch schwerere Erkrankungen ausgelöst würden oder Impfstoffe schwächer wirkten. Derzeit sind in Großbritannien 520 Fälle der Variante bekannt, in der vergangenen Woche waren es noch 202.

17:20 Uhr | WHO-Notfallzulassung für Sinopharm-Vakzin

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für den chinesischen Corona-Impfstoff "Vero" von Sinopharm eine Notfallzulassung erteilt. Das teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf mit. Damit können jetzt UN-Organisationen das Mittel kaufen und verteilen. Die EU-Zulassungsbehörde prüft den Wirkstoff noch und entscheidet dann über eine Zulassung. Sinopharm gab die Wirksamkeit von "Vero" mit 86 Prozent an. Demnach werden zwei Dosen verimpft im Abstand von sechs Wochen.

16:35 Uhr | Drei Impfungen nach Astrazeneca-Erstimpfung?

Der bayerische Landkreis Kronach bereitet sich auf eine mögliche dritte Impfung von Menschen vor, die nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca auf einen mRNA-Impfstoff umsteigen. Hintergrund sind offene medizinische Fragen zur Wirksamkeit nach einer sogenannten Kreuzimpfung. Wie der Landkreis mitteilte, könnte für einen optimalen Schutz eine weitere, dritte Impfung mit demselben mRNA-Impfstoff sinnvoll sein. Dazu plane man für Betroffene vorsorglich einen zusätzlichen Termin ein.

16:19 Uhr | Streit in Spanien um Corona-Regeln

Das Ende des sechsmonatigen Corona-Notstands an diesem Wochenende in Spanien sorgt in vielen Regionen für Verwirrung. Vielerorts gibt es Streit, welche alten oder neuen Einschränkungen ab Sonntag gelten. Ärger droht auch auf den Balearen mit der Urlauberinsel Mallorca. Dort kündigten Gastwirte eine Art Aufstand gegen Pläne der Regionalregierung an. Sie wollen entgegen einer Anordnung die Innenräume von Restaurants, Bars und Kneipen noch in der Nacht zu Sonntag wieder öffnen. Die angeordnete Zwangsschließung von Innenräumen für weitere zwei Wochen sei illegal.

16:01 Uhr | Welle in Indien greift auf Nepal über

Der Malteser Hilfsdienst hat vor einer rasanten Ausbreitung des Coronavirus in Indiens Nachbarländern gewarnt. Cordula Wasser, Leiterin der Asienabteilung von Malteser International, sieht in Nepal eine ähnliche Entwicklung. Allein am vergangenen Wochenende sei fast die Hälfte aller Corona-Tests positiv gewesen. Man müsse jetzt schnell handeln, um die nächste Katastrophe zu verhindern. Das Robert Koch-Institut stufte Nepal als Hochinzidenzgebiet ein. Das Auswärtige Amt warnte vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Land.

15:24 Uhr | Bundesrat verlängert Sonderregelung für Saisonkräfte

Landwirte und Gartenbaubetriebe dürfen Saisonkräfte auch in diesem Jahre vier Monate ohne Sozialversicherung beschäftigen. Der Bundesrat verlängerte die Ausnahmeregelung. Sie gilt nun bis Ende Oktober. Eigentlich sind Verträge über höchstens drei Monate zulässig. Der Bundesrat erklärte, wegen der Pandemie sei der Wechsel ausländischer Erntehelfer geringer als sonst. Um Obst- und Gemüsebauern insbesondere bei der Spargel- und Erdbeer-Ernte zu unterstützen, sei die Änderung kurzfristig auf den Weg gebracht worden.

15:20 Uhr | EMA prüft weiteres Covid-Antikörpermittel

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft ein weiteres Medikament zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Wie die Behörde heute mitteilte, handelt es sich um das Antikörpermittel Sotrovimab. Es sei von einem britischen und einem US-Pharma-Unternehmen entwickelt worden. Erste Studienergebnisse deuteten darauf hin, dass das Mittel den schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung verhindern könne. Man brauche aber noch weitere Daten, um Nutzen und Risiken abzuwägen. Die EMA-Experten prüfen bereits drei weitere Antikörper-Präparate gegen Covid-19. Bislang ist nur das Medikament Remdesivir zugelassen.

14:33 Uhr | Neue Corona-Verordnung in Sachsen-Anhalt ab Samstag

Die neue Corona-Landesverordnung in Sachsen-Anhalt soll bereits am Samstag in Kraft treten. Das hat das Gesundheitsministerium in Magdeburg bestätigt. Die alte Verordnung wäre noch bis Sonntag gültig gewesen. Damit können Kommunen mit einer stabilen Inzidenz unter 100 theoretisch schon ab Sonntag erste Öffnungen erlauben. Das trifft bisher aber nur für Magdeburg zu. Dort ist die Inzidenz dem RKI zufolge den fünften Tag in Folge unter 100 geblieben. Damit kann die Stadt am Sonntag die Vorgaben der Bundesnotbremse aufheben. Aktuell liegen in Mitteldeutschland auch der Bördekreis sowie Leipzig unter dem Grenzwert 100.

14:20 Uhr | 36.000 neue Impftermine in Sachsen komplett vergeben

In Sachsen sind neu freigeschaltete Termine für die Corona-Impfzentren schon wieder komplett vergeben. Wie das Rote Kreuz mitteilte, gab es seit dem Morgen auf dem Serviceportal zur Corona-Impfung in Sachsen einen großen Ansturm von Impfwilligen. Innerhalb einer Stunde seien dort fast 400.000 Besucher unterwegs gewesen. Bereits am Mittag sei der letzte von rund 36.000 neuen Terminen für Erstimpfungen gebucht worden.

Das DRK Sachsen hatte zunächst nur von 5.000 zu vergebenden Terminen gesprochen. Sprecher Kai Kranich sagte, die weit höhere Zahl sei durch eine spontane Impfstoffzusage von Johnson & Johnson möglich geworden. Außerdem habe das Sozialministerium die Regeln für den Wirkstoff von Moderna geändert. Für die Zweitimpfungen müsse nun nicht mehr die Hälfte, sondern nur ein Zehntel der verfügbaren Dosen zurückgehalten werden.

13:55 Uhr | Stiko will laut "Spiegel" Johnson & Johnson nur für über 60-Jährige empfehlen

Die Ständige Impfkommission will nach einem "Spiegel"-Bericht den Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson nur noch für Menschen ab 60 Jahren empfehlen. Jüngere sollen das Vakzin aber nach Aufklärung durch einen Arzt weiter nutzen dürfen. Beim RKI hieß es, von der Stiko werde kommende Woche eine Stellungnahme erwartet. Weiter wollte man sich nicht äußern.

Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson waren in einigen wenigen Fällen Thrombosen aufgetreten. Die USA hatten Impfungen mit dem Vakzin deshalb vorübergehend ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA befand nach einer Prüfung, dass es zwar eine mögliche Verbindung zwischen der Impfung und sehr seltenen Fällen von ungewöhnlichen Blutgerinnseln gebe. Insgesamt überwögen aber die Vorteile die Risiken.

13:45 Uhr | Polen wird zum Risikogebiet herabgestuft

Die Bundesregierung stuft das Nachbarland Polen vom Hochinzidenzgebiet zum Risikogebiet herunter. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, gilt das ab Sonntag. Damit entfällt die Pflicht, beim Grenzübertritt nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorzulegen. Es reicht dann wieder, wenn man sich bis zu 48 Stunden nach Einreise testen lässt. Ab Sonntag stehen außerdem die Urlaubsregionen Malta und die Algarve in Portugal nicht mehr auf der Corona-Risikoliste. Grund ist, dass dort die Infektionszahlen stark gesunken sind. Eine Reise an die Algarve bleibt deutschen Touristen aber weiter verwehrt, weil für sie ein portugiesisches Einreiseverbot gilt.

13:16 Uhr | Altmaier stimmt aus Versehen für Patentfreigabe von Impfstoffen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat seinen Worten zufolge versehentlich für die Patentfreigabe bei Impfstoffen und damit gegen eine Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses gestimmt. Der CDU-Politiker teilte via Twitter mit, es handle sich offenbar um einen Irrtum. Er teile in dieser Frage die einhellige Haltung seiner Fraktion. Anträge der Linken lehne er grundsätzlich ab. "Möglicherweise habe ich eine falsche Karte in die Urne geworfen", schrieb Altmaier weiter.

Altmaier hatte als einziges Mitglied der CDU/CSU-Fraktion und der Bundesregierung am Donnerstag im Bundestag einem Antrag der Linken über die Patentfreigabe bei Impfstoffen zugestimmt und damit für Verwirrung gesorgt.

12:38 Uhr | Erleichterungen für Geimpfte gelten ab Sonntag

Vollständig gegen Covid-19 Geimpfte und Genesene genießen ab Sonntag mehr Freiheiten als der Rest der Bevölkerung. Wie Bundesjustizministerin Christine Lambrecht mitteilte, kann die entsprechende Verordnung dann in Kraft treten, nachdem auch der Bundesrat der Regelung zugestimmt hatte. "Geimpfte und Genesene brauchen dann keinen negativen Test mehr, wenn sie zum Beispiel einkaufen oder zum Friseur gehen oder einen botanischen Garten besuchen", sagte die SPD-Politikerin. "Wer geimpft oder genesen ist, kann sich im privaten Rahmen ohne Einschränkungen treffen." Für sie gelten weder Ausgangsbeschränkungen noch pauschale Quarantänepflichten.

12:25 Uhr | Kekulés Corona-Kompass vom 7. Mai 2021

Wie bekommen ärmere Länder mehr Impfstoff? Was bringt eine Patentfreigabe? Und warum gibt es so wenig Daten zu Infektionen in ärmeren Stadtteilen und bei Migranten? Der Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé von der Universität Halle-Wittenberg liefert Antworten.

12:18 Uhr | Baldige Zulassung von Biontech-Impfstoff für über Zwölfjährige erwartet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist zuversichtlich, dass es wahrscheinlich im Juni eine Zulassung für den Biontech-Impfstoff auch für über Zwölfjährige geben wird. Deswegen müsse die Umsetzung jetzt schon mit den Ländern geplant werden, sagte der CDU-Politiker. Denkbar seien Massenimpfungen in Impfzentren oder Schulen bis Ende August.

10:54 Uhr | Spahn warnt vor zu schnellen Lockerungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich angesichts deutlich sinkender Corona-Positivtestungen zwar zuversichtlich, warnt aber vor zu schnellen Lockerungen. "Die dritte Welle scheint gebrochen", sagte der CDU-Politiker. Noch seien die Infektionszahlen in Deutschland aber zu hoch und müssten runter. Zu schnelle Lockerungen seien daher eine Gefahr. Wenn es Lockerungen gebe, dann am besten in Außenbereichen und zusammen mit Testmöglichkeiten, forderte der Minister.

10:35 Uhr | RKI-Chef nennt Impfquote von über 80 Prozent als Ziel

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat eine Impfquote von deutlich über 80 Prozent zur Bedingung von umfangreichen Lockerungen der Corona-Einschränkungen gemacht. Der RKI-Chef sagte in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, bei einer solchen Impfquote werde es zwar noch Infektionen geben, aber keine neuen Wellen mehr. Zuvor hatte Wieler die Hoffnung verbreitet, die Pandemie bald kontrollieren zu können. Die Inzidenzen gingen in allen Altersgruppen zurück, zugleich würden immer mehr Menschen geimpft.

09:56 Uhr | Bundesrat stimmt Erleichterungen für Geimpfte zu

Der Bundesrat hat der am Donnerstag vom Bundestag beschlossenen Verordnung über Erleichterungen für Geimpfte und Genesene zugestimmt. Damit kann diese am Wochenende in Kraft treten. Für vollständig gegen Covid-19-Geimpfte sowie offiziell Genesene entfallen nunmehr Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Sie werden zudem Menschen mit negativem Testergebnis gleichgestellt.

09:40 Uhr | Drei Kommunen in Mitteldeutschland mit Inzidenz unter 100

In Mitteldeutschland haben von den 50 Landkreisen und kreisfreien Städten drei Kommunen eine Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100. Neben Magdeburg sind es seit heute Leipzig und der Bördekreis in Sachsen-Anhalt. Das geht aus dem Corona-Dashbord des Robert Koch-Instituts hervor.

Bei einer Inzidenz von unter 100 wird die Bundesnotbremse mit Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren aufgehoben. Allerdings muss der Wert an fünf Tagen in Folge unterschritten werden. In Magdeburg ist das seit heute der Fall. Somit können die Einschränkungen dort ab Sonntag fallen.

Laut dem Risklayer-Projekt liegt die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Leipzig mit 113,5 noch über der Marke von 100, statt darunter wie beim RKI. Bei den RKI-Zahlen besteht allerdings ein Meldeverzug von bis zu 48 Stunden. Entscheidend für Lockerungen bzw. Verschärfungen auf der Grundlage der "Bundesnotbremse" sind allerdings stets die offiziellen Zahlen des Robert Koch-Instituts.

08:54 Uhr | FDP fordert Datum für Ende des Lockdowns

FDP-Generalsekretär Volker Wissing
FDP-Generalsekretär Wissing fordert von der Kanzlerin ein konkretes Datum zum Lockdown-Ende. Bildrechte: IMAGO / Future Image

Angesichts der stark sinkenden Inzidenzwerte und des Impffortschritts im Land fordert die FDP von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine verbindliche Aussage zum Ende des Corona-Lockdowns. "Es täte unserer Gesellschaft gut, wenn die Kanzlerin jetzt rasch ein Datum nennt, ab wann wir wieder unser normales Leben haben können - so wie in den USA und Großbritannien", sagte FDP-Generalsekretär Volker Wissing der "Bild"-Zeitung. Die seit zwei Wochen geltende bundesweit einheitliche Corona-Notbremse gilt zunächst bis zum 30. Juni.

08:45 Uhr | Europäische Arzneimittelbehörde verzögert Sputnik V-Einsatz

Seit Monaten steht der Kauf des Corona-Impfstoffs Sputnik V im Raum. Doch während eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA weiter aussteht, sind immer mehr andere Impfstoffe verfügbar. Braucht Deutschland das russische Vakzin noch?

08:15 Uhr | Bundeswehr baut Sauerstoffanlage in Indien auf

Soldaten der Bundeswehr bauen in Indiens Hauptstadt Neu Delhi eine Sauerstofferzeugungsanlage auf. Mit Hilfe der Anlage können je nach Behandlung bis zu mehrere Hundert Menschen gleichzeitig mit Sauerstoff versorgt werden. Die zweite Airbus-Transportmaschine vom Typ A400 der Luftwaffe war am Donnerstagabend vom niedersächsischen Wunstorf nach Neu Delhi gestartet.

07:51 Uhr | Tourismusbeauftragter sieht gute Chancen für Sommerurlaub in Deutschland

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sieht gute Chancen, dass mit dem Anziehen der Impfkampagne Sommerurlaub in Deutschland möglich sein wird. Er hoffe, dass nach Pfingsten die Urlaubsregionen wieder öffnen können, sagt der CDU-Politiker im ZDF. Man werde im Juni 80 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen haben. Fast jeder Deutsche könnte dann einmal geimpft sein .

07:08 Uhr | Warum die Abstände zwischen den Covid-Impfungen variieren

Die Abstände der Impfungen gegen einen schweren Verlauf von Covid-19 variieren von Bundesland zu Bundesland. Sie liegen zwischen drei und sechs Wochen, beim Impfstoff von Astrazeneca gibt es sogar einen Abstand von bis zu zwölf Wochen. Doch für wen sind die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts beziehungsweise der Ständigen Impfkommission eigentlich bindend? Wir geben Antworten.

06:55 Uhr | Handelsverband fordert rasche Wiedereröffnung aller Geschäfte

Querbahnsteig mit Einkaufszentrum im Hauptbahnhof Leipzig
Einkaufszentrum im Hauptbahnhof Leipzig: Alle Geschäfte sollten nach Ansicht des HDE schnellstmöglich öffnen. Bildrechte: imago/Rüdiger Wölk

Der Handelsverband Deutschland hat eine rasche Wiedereröffnung aller Geschäfte gefordert. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte, es gebe keinen Grund mehr für weitere Einschränkungen oder Schließungen. Die Politik müsse jetzt den nächsten Schritt machen und den Einzelhandel wieder komplett öffnen. In Gegenden mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 müsse zudem die Testpflicht vor dem Einkaufen entfallen. Der HDE verwies darauf, dass zahlreiche Händler ums wirtschaftliche Überleben kämpften.

06:30 Uhr | Quarantäne-Pflicht für Deutsche auf Island

In Island gelten seit heute neue Kriterien für weltweite Hochrisikogebiete. Dabei wird nicht allein auf die 14-Tage-Inzidenz, sondern auch auf den prozentualen Anteil an positiven Corona-Tests an der gesamten Testmenge geachtet. Laut der zunächst bis zum 24. Mai geltenden Auflistung der Regierung gelten demnach Deutschland sowie fast 150 weitere Länder und Gebiete als Hochrisikogebiete.

Für deutsche Island-Urlauber ohne eine Covid-19-Impfung oder eine überstandene Infektion bedeutet das, dass für sie Quarantäne in besonderen Einrichtungen vorgeschrieben ist. Ausnahmen gelten, wenn man vor Reiseantritt aufzeigt, dass auch in einer anderen Bleibe die Quarantäneregeln erfüllt werden. Island mit seinen knapp 360.000 Einwohnern hat europaweit die mit Abstand geringsten Neuinfektionszahlen. Die 14-Tages-Inzidenz lag zuletzt bei etwa 30.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 7. Mai 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Mai 2021 | 06:00 Uhr

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