Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Moderna-Impfung laut Studie langfristig besser

Impfdurchbrüche treten bei dem Covid-19-Impfstoff von Johnson&Johnson offenbar häufiger auf als bei anderen. Die Algarve ist ab diesem Sonntag keine Hochrisikogebiet mehr und die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland den vierten Tag in Folge gesunken. In Österreich hat ein erster Prozess um den Coronavirus-Ausbruch im Ski-Ort Ischgl begonnen. Und eine Studie aus den USA sieht den Impfstoff von Moderna langfristig als den wirksameren.

Ampullen mit Moderna-Impfstoff
Covid-19-Impfstoff von Moderna: Langfristig möglicherweise der bessere. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Unser Ticker am Freitag, 17. September 2021, endet an dieser Stelle. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:10 Uhr | US-Experten gegen Drittimpfung für alle

Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat sich gegen Covid-19-Drittimpfungen für alle Menschen ab einem Alter von 16 Jahren ausgesprochen. Die Mitglieder der unabhängigen Impfkommission der USA stimmten heute gegen eine grundsätzliche Auffrischungsimpfung mit dem Mittel von Biontech/Pfizer. Es dürfte allerdings noch eine zweite Abstimmung zu einer sogenannten Booster-Impfung für ältere Menschen folgen.

21:22 Uhr | Studie: Moderna-Impfung langfristig besser

Laut einer Studie aus den USA schützt der Covid-19-Impfstoff von Moderna langfristig besser gegen schwere Erkrankungen als der von Biontech/Pfizer. Die von der US-Gesundheitsbehörde CDC heute veröffentlichte Studie ergab, dass der Impfschutz von Biontech nach vier Monaten deutlich abnahm, während er bei Moderna nahezu stabil blieb. Die CDC-Forscher hatten 3.689 Fälle von Krankenhaus-Patienten zwischen März und August untersucht. Bei Patienten, die mit Moderna geimpft waren, machte es demnach kaum einen Unterschied, wie lange die Impfung zurücklag: Der Impfschutz haben in den ersten vier Monaten bei 93 Prozent und danach bei 92 Prozent gelegen, während er bei Patienten mit der Biontech-Impfung von 91 auf 77 Prozent gesunken sei.

Es ist nicht die erste Untersuchung, die darauf hindeutet, dass Moderna eine langfristig bessere Schutzwirkung als Biontech haben könnte, obwohl beide auf der mRNA-Technologie basieren. Es wird vermutet, dass dies an der höheren Dosierung von Moderna und der längeren Wartezeit zwischen zwei Impfungen liegt.

20:25 Uhr | Aufwertung für Antikörper-Test

Das Bundesgesundheitsministerium wertet den Covid-19-Antikörper-Test auf. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, soll der Nachweis für unwissentlich Infizierte möglich sein, die ebenfalls nur eine Impfdosis benötigen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte dem Blatt: "Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken. Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen." Die Kosten, die bei etwa 20 bis 25 Euro liegen, würden jedoch nicht übernommen.

19:39 Uhr | USA wollen Impfstoff kaufen und spenden

Die USA wollen einem Medienbericht zufolge hunderte Millionen weitere Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs kaufen und weltweit spenden. Der Kauf solle Anfang kommender Woche anlässlich der UN-Vollversammlung verkündet werden, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf ungenannte Quellen.

18:52 Uhr | Mehr Schulabmeldungen in Österreich

In Österreich hat sich die Zahl der Schulabmeldungen während der Coronavirus-Pandemie verdreifacht. Wie das Bildungsministeriums in Wien berichtete, sind dieses Jahr insgesamt 7.515 Kinder bis zum neunten Schuljahr im häuslichem Unterricht, nach rund 2.600 im vergangenen Jahr. In Österreich gibt es keine Schul- sondern nur eine Unterrichtspflicht. Am Ende eines Schuljahrs muss allerdings an einer Schule eine "Externistenprüfung" absolviert werden.

18:04 Uhr | Neue Verordnung in Thüringen und Kritik

Ab kommenden Sonntag gilt in Thüringen eine neue Pandemie-Schutzverordnung. Mit ihr werden die für Kommunen geltenden Warnstufen etwas entschärft. Die 3G-Regelung bleibt weiter bestehen. Ansonsten gibt es kaum Änderungen, dafür aber Kritik von Dirk Ellinger vom Hotel- und Gaststättenverband im Land. Er sagte dem MDR, auch die neue Verordnung biete keine langfristige Perspektive für seine Branche. Es bleibe weiter unklar, welche Regeln in zwei oder drei Monaten gelten, was für die Planung etwa von Weihnachtsfeiern ein Problem sei.

17:00 Uhr | Stiko rät Schwangeren zu Impfung

Die Ständige Impfkommission rät schwangeren, stillenden und Frauen im gebärfähigen Alter grundsätzlich zu einer Impfung gegen das Coronavirus. Nach dem Stellungnahmeverfahren hat das Robert Koch-Institut heute die endgültige Empfehlung veröffentlicht. Ungeimpften Schwangeren wird demnach eine mRNA-Impfung ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft empfohlen.

16:26 Uhr | Abgelaufene Moderna-Dosen geimpft

Wegen eines falschen Etiketts sind in Sindelfingen, Reutlingen und Esslingen 840 abgelaufene Dosen des Covid-19-Impfstoffs von Moderna verabreicht worden. Wie die drei zuständigen Landkreise in Baden-Württemberg mitteilten, wurde der Impfstoff in Kühlboxen transportiert, auf denen eine Ablaufzeit vermerkt gewesen sei, die sich später als falsch herausgestellt habe. Folgen für die Betroffenen würden indes nicht erwartet, sagte die ärztliche Leiterin des Sindelfinger Impfzentrums, Martina Burchert-Graeve. Einer Studie des Herstellers zufolge sei der Impfstoff so stabil, dass er drei Monate bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden könne. In der EU gelte jedoch die Vorgabe der Arzneimittel-Agentur, eine Lagerdauer von 30 Tagen nicht zu überschreiten.

15:11 Uhr | Baerbock für zeitweise Patent-Aussetzung

Anders als die Bundesregierung ist Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock für eine zeitweise Aufweichung des Patentschutzes für Covid-19-Impfstoffe. "Monopole auf geistiges Eigentum zur Bekämpfung einer weltweiten Pandemie dürfen den Zugang zu überlebenswichtigen Schutzmaterialien, Impfstoffen und Arzneimitteln nicht versperren", schreibt sie in einer der Agentur Reuters vorliegenden Antwort auf den Appell von Nobelpreisträgern und Ex-Regierungschefs zur Freigabe der Patente. Laut Baerbock geht es um einen zeitlich begrenzten Verzicht auf Eigentumsrechte, um den weltweiten Zugang zu den Produkten zu erleichtern.

15:00 Uhr | Schweiz erhöht Hürden für Einreisen

Zur Eindämmung der Infektionszahlen erhöht die Schweiz die Hürden für Einreisen. Ab kommenden Montag müssen alle Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, an der Grenze einen negativen Test vorweisen. Nach vier bis sieben Tagen werde ein zweiter Test verlangt, hieß es von der Regierung.

14:45 Uhr | Algarve und Zypern keine Hochrisikogebiete mehr

Die Bundesregierung nimmt die Einstufung der Algarve in Portugal als Hochrisikogebiet zurück. "Mit Wirkung vom 19. September 2021 entfällt die Covid-19-bedingte Reisewarnung für diese Region", teilte das Auswärtige Amt mit. Gestrichen werden unter anderem auch Zypern, Brasilien, Indien und weitere Länder. Ab Sonntag neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden unter anderem Armenien, Venezuela und Moldau. Nach Aufenthalten in solchen Gebieten gilt: Rückkehrer nach Deutschland, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen zehn Tage in Quarantäne, können sich aber nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test davon befreien.

14:16 Uhr | Ehrendoktor-Würde für Biontech-Gründer

Die Gründer der deutschen Pharmafirma Biontech, Özlem Türeci und Ugur Sahin, sind mit der Ehrendoktorwürde der medizinischen Fakultät der Universität Köln ausgezeichnet worden. Die Eheleute, deren Mainzer Unternehmen den ersten zugelassenen Covid-19-Impfstoff entwickelt hatte, nahmen die Ehrung heute in einer von der Stadt ausgerichteten Feier im alten Rathaus entgegen.

13:38 Uhr | Stellenanzeigen mit Homeoffice-Option

Der Anteil von Online-Stellenanzeigen mit einer Option auf Homeoffice ist seit dem Jahr 2019 deutlich gestiegen. Das geht aus einer Auswertung von 35 Millionen Stellenanzeigen durch das ifo-Institut hervor. Demnach stieg der Anteil bis März 2021 auf zwölf Prozent und verdreifachte sich damit. Der Anstieg habe sich über alle Wirtschaftssektoren gezeigt. Auch ländliche Regionen holten beim Homeoffice auf. Zudem werden häufiger Anpassungsfähigkeit an Veränderung und Teamfähigkeit verlangt.

12:50 Uhr | Update: Vergleich in Ischgl-Prozess abgelehnt

In Österreich hat der erste Prozess um den Corona-Ausbruch im Ski-Ort Ischgl begonnen. Die Witwe und der Sohn eines an Covid-19 gestorbenen Österreichers fordern vom Staat rund 100.000 Euro Schadenersatz. Der Mann soll sich bei der chaotischen Abreise aus Ischgl angesteckt haben. Zum Prozessauftakt vor dem Wiener Landgericht lehnte der österreichische Staat eine einvernehmliche Lösung und Vergleichsverhandlungen ab. Er vertritt die Auffassung, dass Regierung und Behörden mit dem damaligem Wissen über das Virus richtig gehandelt hätten und die Klage deshalb grundlos sei.

Es ist die erste von 15 Klagen von Österreichern und Deutschen, die den verantwortlichen Behörden schwere Fehler im Umgang mit der Pandemie vorwerfen.

11:39 Uhr | Entschädigung für wirkungslose Impfungen

Nach Impfungen mit Kochsalzlösung bieten das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland mehr als 10.000 Betroffenen eine Entschädigung an. Den Angaben zufolge gibt es 35 Euro für eine Impfung sowie 50 Euro, wenn zwei Impfungen erforderlich sind. Eine Krankenschwester hatte den Betroffenen statt eines Corona-Impfstoffs eine Kochsalzlösung gespritzt.

11:35 Uhr | Impfdurchbrüche bei Johnson&Johnson

Beim Impfstoff von Johnson&Johnson treten offenbar häufiger Impfdurchbrüche auf. Das Robert Koch-Institut schreibt in seinem aktuellen Wochenbericht, dass bislang in rund 6.100 Fällen Menschen trotz vollständigem Impfschutz durch das Mittel erkrankt sind. Auf eine Million Geimpfte wären das grob überschlagen 2.000 Impfdurchbrüche bei Johnson&Johnson.

Beim am häufigsten in Deutschland verwendeten Impfstoff von Biontech/Pfizer seien es pro eine Million vollständig Geimpfte rund 640 Durchbrüche. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, sagte, nach einer Impfung mit Johnson&Johnson dauere es länger, bis sich ausreichend Antiköper gebildet hätten. Vor einer schweren Corona-Erkrankung schütze das Vakzin aber sehr wohl.

10:15 Uhr | Sieben-Tage-Inzidenz erneut etwas gesunken

In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz den vierten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 74,7 an. Gestern lag er noch bei 76,3 und vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages etwas mehr als 11.000 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch fast 13.000 Neuansteckungen.

Auch die Hospitalisierungsrate ist dem RKI zufolge gesunken. Sie lag gestern bei 1,87 und am Vortag bei 2,19. Die Zahl gibt an, wieviele Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in Kliniken aufgenommen wurden. Auf den Intensivstationen in Deutschland werden derzeit 1.450 Covid-19-Patienten behandelt. Das RKI registrierte 20 neue Todesfälle.

09:29 Uhr | Weniger Kindeswohlgefährdung gemeldet

Schulen und Kitas haben im Frühjahr 2020 deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Das Statistische Bundesamt teilte mit, insbesondere im April und Mai hätten sich die Fälle im Vergleich zu den Vorjahresmonaten mehr als halbiert. Damit bestätigt sich eine Vermutung von Fachleuten. Sie hatten vor dem ersten Corona-Lockdown davor gewarnt, dass ein Teil der Kinderschutzfälle durch die Schul- und Kitaschließungen unentdeckt bleiben könnte. Insgesamt jedoch stieg die Zahl der Fälle von Kindeswohlgefährdung oder des Bedarfs auf Unterstützung um elf Prozent im Vergleich zu 2019.

08:57 Uhr | Verdi kritisiert Beschränkungen für Seeleute

Wegen der weiter gültigen Beschränkungen in der Coronavirus-Pandemie müssen Seeleute immer noch auf Landgänge verzichten und deutlich längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Darauf hat die Gewerkschaft Verdi hingewiesen und dies auch kritisiert. Demnach verbieten es manche Reedereien ihren Schiffsbesatzungen generell, an Land zu gehen, was rechtlich fragwürdig sei.

07:21 Uhr | Sydney testet neues Quarantänesystem

Die australische Metropole Sydney testet ein neues Quarantänesystem für vollständig geimpfte Einreisende aus dem Ausland. Ministerpräsident Scott Morrison sprach von einem Schritt, um "wieder sicher aufzumachen und sicher aufzubleiben". In dem Probelauf mit etwa 170 Test-Personen soll eine Handy-App mit Gesichtserkennung die Einhaltung der Vorschriften überwachen. Australien erlaubt seit Beginn der Pandemie fast nur Staatsbürgern und Menschen mit ständigem Wohnsitz die Einreise. Dazu müssen sie sich auf eigene Kosten zwei Wochen in einem Hotel in Quarantäne begeben. Das soll nun auch zu Hause möglich sein.

06:27 Uhr | Arbeitgeberpräsident für Impfprämie

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat sich positiv zu einer möglichen Geldprämie als Impfanreiz geäußert. Im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" sagte er, das könne man auch regional unterschiedlich gestalten. Gebe es etwa in München Tickets für den FC Bayern, würde sich wahrscheinlich die halbe Stadt impfen lassen. "Ich würde auch eine Geldprämie begrüßen - alles, was hilft, ist richtig, um in die Normalität zurückzukehren", erklärte Dulger.

In Deutschland kommt die Impfkampagne seit Wochen nur noch sehr langsam vorwärts. Bundesweit sind inzwischen nach RKI-Daten 63 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, und Fachleute warnen inzwischen vor einer "Pandemie der Ungeimpften". Und was die aktuell laufende Imfwoche bringen wird, ist noch offen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 17. September 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten:

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 17. September 2021 | 06:00 Uhr

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