Coronavirus-Pandemie Ticker am Freitag: Union und SPD wollen Corona-Vollmachten verlängern

Die Corona-Zahlen sinken, Union und SPD aber wollen an der epidemischen Lage festhalten und die Sondervollmachten der Regierung über den Sommer verlängern. Bei den Spielen der Fußball-EM in München dürfen jeweils 14.000 Zuschauer ins Stadion. Tschechien und Italien sind ab Sonntag keine Risikogebiete mehr. Die WHO hat an Deutschland und andere Länder appelliert, die geplanten Impfstoffspenden vorzuziehen. Die aktuellen Entwicklungen in unserem Coronavirus-Ticker.

Unser Ticker am Freitag, 4. Juni 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:55 Uhr | Union und SPD wollen Corona-Vollmachten verlängern

Union und SPD wollen trotz sinkender Corona-Zahlen an den Sondervollmachten für den Bund im Sommer festhalten. Der stellvertretende Unions-Fraktionschef, Thorsten Frei, sagte der "Stuttgarter Zeitung", man sei sich über eine Verlängerung einig. Nächste Woche werde der Bundestag noch einmal für drei Monate eine "epidemische Lage mit nationaler Tragweite" feststellen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Verlängerung nach Angaben ihres Sprechers für sinnvoll.

Von der Opposition kam Kritik an dem Vorhaben. FDP-Fraktionsvizechef Michael Theurer forderte, die Sonderregelung Ende dieses Monats auslaufen zu lassen. Dabei gehe es nicht um Leichtsinn, sondern um die zwingend nötige Rückgabe von Freiheitsrechten.

Bei einer "epidemischen Lage" darf der Bund ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise. Normalerweise muss die Regierung bei Verordnungen die Zustimmung der Länderkammer einholen. Anders als bei Gesetzen benötigt sie bei Verordnungen aber keine Zustimmung des Bundestags.

21:04 Uhr | Update: Alle Bewohner in Dresdner Hochhaus getestet

Nach der Quarantäne-Anordnung für ein Dresdner Hochhaus sind alle Bewohner auf eine Corona-Infektion getestet worden. Die Ergebnisse werden nach Angaben der Stadt am Wochenende erwartet. Ein Bewohner des Studentenwohnheims war nach einer Indien-Reise an Covid-19 erkrankt und innerhalb kurzer Zeit gestorben. Unklar ist, wo sich der aus Indien stammende Student infiziert hatte und ob er eine andere Erkrankung hatte.

19:15 Uhr | Italien lockert in weiteren Regionen

In Italien werden in vier weiteren Regionen die Corona-Regeln gelockert. In einer von Gesundheitsminister Roberto Speranza unterzeichneten Anordnung werden die Regionen Abruzzen, Umbrien, Ligurien und Venetien zu Weißen Zonen erklärt.

Roberto Speranza
Roberto Speranza Bildrechte: imago images / Italy Photo Press

Dort sind die Inzidenzzahlen besonders niedrig. Am Montag fallen dann unter anderem nächtliche Ausgangssperren weg. In Restaurants dürfen im Innen- und Außenbereich mehr Gäste an einem Tisch sitzen. Die Maskenpflicht bleibt allerdings bestehen. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass ganz Italien bis Mitte Juni zur Weißen Zone werden könnte. Derzeit gelten schon in drei von 20 Regionen die lockersten Corona-Regeln.

18:30 Uhr | Russland wirbt um Impf-Touristen

Russland gibt seinen Corona-Impfstoff Sputnik V offiziell für Touristen frei. Das teilte Präsident Wladimir Putin beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg mit. Ab Juli könnten sich alle ausländischen Besucher gegen Bezahlung legal mit Sputnik V impfen lassen. Putin betonte, die Nachfrage aus dem Ausland sei hoch.

Gleichzeit appellierte Putin an seine Landsleute, sich impfen zu lassen. Die russischen Behörden hätten im Zusammenhang mit der Schutzimpfung keinen einzigen Todesfall registriert. Der 68-Jährige wies darauf hin, dass er selbst geimpft sei und die Nebenwirkungen gering gewesen seien. Nach offiziellen Angaben sind rund acht Prozent Russen vollständig gegen Corona geimpft. Einer Umfrage vom April zufolge wollen sich mehr als 60 Prozent der Befragte nicht impfen lassen. Viele Russen trauen den einheimischen Vakzinen nicht. Russland lässt aber im eigenen Land keine westlichen Impfstoffe zu.

17:35 Uhr | Dänemark hebt Quarantäne-Pflicht für Deutsche auf

Reisende aus Deutschland müssen in Dänemark ab Sonnabend nicht mehr in Quarantäne. Ein negativer Corona-Test muss aber vorgelegt werden. Die Regelung tritt nach Angaben der Regierung um 16 Uhr in Kraft. Zuletzt mussten deutsche Dänemark-Urlauber entweder geimpft sein oder nach der Einreise in Quarantäne gehen. Die Regelung gilt auch für Dänen, die von einer Deutschlandreise zurückkehren.

16:50 Uhr | Sachsen-Anhalt gibt Impfpriorisierung auf

Sachsen-Anhalt hebt die bislang geltende Reihenfolge bei den Impfungen gegen das Coronavirus am Montag auf. Das Gesundheitsministerium teilte mit, dann könnten sich alle Bürger des Landes um einen Impftermin bemühen. Damit schließt sich das Land einer Vereinbarung von Bund und Ländern an. Die Regelung gelte für das Impfen sowohl bei Ärzten als auch in den Impfzentren. Zugleich können dann neben Betriebsärzten auch niedergelassene Privatärzte impfen. Termine, die nach den Priorisierungsregelungen bereits vereinbart wurden, blieben gültig. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne mahnte jedoch zur Geduld. Sie sagte, die Nachfrage nach Terminen übersteige noch immer die nach Sachsen-Anhalt gelieferten Impfstoffdosen.

15:40 Uhr | Leipzig öffnet Oper, Theater und Gewandhaus

Nach monatelanger Corona-Pause werden die Leipziger Kulturbetriebe wieder geöffnet. Am 19. Juni beginnt der Spielbetrieb in Gewandhaus, Oper und Schauspiel. Wie die Oper mitteilte, wird zum Auftakt das Ballett-Programm "Märchen/Märchen" gezeigt. Auf der Großen Bühne des Schauspielhauses steht ebenfalls eine Premiere auf dem Programm. Der Kartenvorkauf beginnt am Montag. Besucher sollten sich vorab im Internet über die Einlassregeln informieren.

14:55 Uhr | Italien und Tschechien keine Corona-Risikogebiete mehr

Tschechien und Italien werden am Sonntag von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Auch Teile Österreichs mit Ausnahme der Bundesländer Tirol und Vorarlberg, beliebte Urlaubs-Regionen in Kroatien, Teile der Schweiz und Frankreichs würden von der Liste gestrichen. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Flug-Passagiere müssen bei der Einreise aber weiter einen negativen Test vorweisen. Gelockert werden die Einreisebeschränkungen auch für die Türkei, Schweden und Litauen. Diese drei Länder werden vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet zurückgestuft. Damit entfällt die generelle Quarantäne-Pflicht.

14:05 Uhr | Bayern lässt Zuschauer bei EM-Spielen zu

Bei den Spielen der Fußball-Europameisterschaft in München dürfen jeweils 14.000 Zuschauer ins Stadion. Das hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angekündigt. Voraussetzung für den Besuch im Stadion sei ein negativer Corona-Test. Außerdem bestehe Maskenpflicht. Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet in München ihre drei Vorrundenspiele gegen Frankreich, Portugal und Ungarn. Auch ein Viertelfinale wird in der Arena ausgetragen. Die Fußball-EM beginnt in einer Woche.

13:33 Uhr | RKI: Ein Fünftel der Bundesbürger mit vollem Impfschutz

In Deutschland hat inzwischen ein Fünftel der Bundesbürger einen vollen Impfschutz gegen das Coronavirus. Das Robert Koch-Institut erklärte, Stand heute Mittag seien 16,7 Millionen Menschen vollständig geimpft. Das entspreche 20,1 Prozent. 45 Prozent seien mindestens einmal geimpft. Die höchste Quote an Erstgeimpften hat mit 48,3 Prozent das Saarland. Schlusslicht bei Erstgeimpften ist Sachsen mit 40 Prozent. Der Freistaat liegt aber beim Ranking der vollständig Geimpften auf Platz drei hinter dem Saarland und Bremen.

12:49 Uhr | WHO: Deutschland und andere müssen Impfdosenspenden vorziehen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat an Deutschland und andere Länder appelliert, die versprochene Spende von Corona-Impfdosen für arme Länder vorzuziehen. Die Bundesregierung hatte die Abgabe von 30 Millionen Dosen bis Ende des Jahres in Aussicht gestellt. Wie WHO-Koordinator Bruce Aylward in Genf mitteilte, ist der Impfstoff in ärmeren Ländern aber in den nächsten drei Monaten nötig. Insgesamt haben überwiegend westliche Länder rund 150 Millionen Dosen Impfstoff als Spende versprochen, allerdings meist "bis Ende des Jahres".

Wir brauchen das Doppelte, und wir brauchen es schneller.

Bruce Aylward WHO-Koordinator

Die WHO kritisiert, dass reiche Länder separate Verträge mit Impfstoffherstellern machten und einen Großteil der Produktion aufgekauft hätten. Deshalb komme das internationale Impfprogramm Covax nicht an genügend Impfstoff. Während reiche Länder gesunde jüngere Menschen impften, warte in ärmeren Ländern selbst das Pflegepersonal vielerorts noch auf den lebensrettenden Impfstoff. Die WHO argumentiert: Je schneller die Weltbevölkerung geimpft werde, desto besser werde die Gefahr gebannt, dass sich neue Varianten entwickeln, vor denen die bisherigen Impfstoffe möglicherweise nicht schützen. Weltweit sind nach WHO-Angaben bislang rund zwei Milliarden Impfstoffdosen eingesetzt worden – drei Viertel davon in nur zehn Ländern.

12:45 Uhr | Ärztevertreter: Kinder nur bei triftigen Gründen impfen

Der Sprecher des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, hält es für problematisch, Kinder auf eigenen Wunsch gegen Corona zu impfen. Maske sagte MDR AKTUELL, er würde zunächst die Empfehlung der Ständigen Impfkommission abwarten. Zudem sollten die Ärzte immer versuchen, die Eltern mit einzubeziehen. Nach Angaben von Maske kann es aber bereits jetzt in Einzelfällen triftige Gründe für eine Impfung von Kindern geben. Dazu zählten eine chronische Erkrankung, schwerkranke Familienmitglieder, die geschützt werden müssten, oder ein geplanter Auslandsaufenthalt für einen Schulaustausch.

12:06 Uhr | Bund hält 1,2 Millionen Impfdosen von Biontech zurück

Das Bundesgesundheitsministerium hat in dieser Woche rund 1,2 Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer zurückgehalten. Wie der "Spiegel" schreibt, bekam der Bund 5,1 Millionen Dosen geliefert, reichte aber nur 3,9 Millionen an die Hausärzte und Praxen weiter. Das Ministerium meinte dazu, die Verteilung werde so gesteuert, dass der Bedarf an Zweitimpfungen zu jeder Zeit gedeckt sei. In den kommenden Wochen müssten überproportional viele Zweitimpfungen vorgenommen werden. Kritik kommt vom Deutschen Hausärzteverband. Der Vorsitzende Ulrich Weigeldt sagte, es werde gebunkert, obwohl die Regierung angekündigt hatte, dass im Juni mehr geliefert werde. Dadurch gehe Zeit verloren.

11:20 Uhr | Zahl der Antibiotika-Verschreibungen während Pandemie auf Rekordtief gesunken

Die Zahl der Antibiotika-Verschreibungen in Deutschland ist während der Corona-Pandemie auf ein Rekordtief gesunken. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Freitag mitteilte, gingen die Verschreibungen 2020 im Vergleich zu 2019 um knapp 24 Prozent zurück. Besonders stark fiel der Rückgang demnach mit einem Minus von 44 Prozent zu Beginn der Pandemie im April 2020 aus.

Der Leiter des TK-Fachbereichs Arzneimittel, Tim Steimle, sagte, die Einhaltung der Hygieneregeln habe insgesamt für deutlich weniger Infektionen gesorgt. Grund für den Rückgang sei aber auch, dass weniger Versicherte überhaupt zum Arzt gegangen seien und beispielsweise die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung genutzt hätten. Dadurch seien auch weniger Arzneimittel verordnet worden.

Den Daten zufolge setzte sich während der Pandemie ein langfristiger Trend fort. Demnach bekommen immer weniger Patienten bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschrieben. 2010 wurde etwa jedem dritten Versicherten, der wegen einer Erkältung krankgeschrieben war, ein Antibiotikum verschrieben. Zehn Jahre später waren es nur noch rund 14 Prozent.

11:08 Uhr | Caritas: Bedarf nach Schuldnerberatung gestiegen

Die Nachfrage nach Schuldnerberatung ist nach Angaben der Caritas in der Corona-Krise gestiegen. Aktuell meldeten sich pro Monat etwa 800 neue Ratsuchende online an. Dem Caritas-Verband zufolge ist das Thema Verschuldung in der Online-Beratung der Bereich, in dem sich in den vergangenen zwölf Monaten die meisten Ratsuchenden neu angemeldet hätten.

Caritas-Präsident Peter Neher sagte in Berlin: "Mit der Pandemie drohen auch Menschen in Verschuldung zu geraten, die es vorher niemals für möglich gehalten hätten – und Verschuldung ist immer auch eine menschliche Katastrophe." Er forderte einen Ausbau der gemeinnützigen Schuldnerberatung, vor allem im ländlichen Raum.

Am Montag startet eine bundesweite Aktionswoche unter dem Motto "Der Mensch hinter den Schulden". Die Kommunen müssten aus Sicht der Caritas eine angemessene personelle und materielle Ausstattung der Schuldnerberatungsstellen finanzieren. Der Wohlfahrtsverband forderte außerdem, dass die Speicherfristen von Schuldendaten bei Auskunfteien deutlich kürzer werden.

10:04 Uhr | Wie werden Impfstoffe auf Haus- und Betriebsärzte verteilt?

Am kommenden Montag, den 7. Juni, wird bundesweit die Priorisierung für Impftermine aufgehoben. Das heißt, dann kann jeder Bürger ab zwölf Jahren versuchen, einen Impftermin zu vereinbaren. Zeitgleich sollen aber auch die Betriebsärzte ins Impfgeschehen eingebunden werden. Wie das trotz begrenztem Impfstoffs funktionieren soll, beanwortet die MDR AKTUELL-Reihe "Hörer machen Programm":

09:56 Uhr | Sachsen plant Aufhebung der Maskenpflicht in Schulen

In Sachsen soll die Maskenpflicht an Schulen aufgehoben werden. Wie die "Sächsische Zeitung" schreibt, geht das aus einem Verordnungsentwurf des Kultusministeriums hervor. Voraussetzung sei ein Inzidenzwert unter 35. Wenn das Kabinett dem Entwurf zustimme, könnten Schüler, Lehrer und Kita-Personal ab dem 14. Juni auf das Tragen einer Maske verzichten. Außerdem sei vorgesehen, dass Schulen und Kitas bis zu einem Wert von 100 im Normalbetrieb offen blieben. Liege die Inzidenz höher, müssten Grundschüler und Kita-Kinder in festen Gruppen betreut werden. Ab Klassenstufe 5 werde dann Wechselunterricht eingeführt.

Eine Sprecherin des Kultusministeriums bestätigte MDR SACHSEN, dass es eine entsprechende Vorlage gebe. Diese diene als "Diskussionsgrundlage", zu der auch Schüler-, Lehrer- und Elternvertreter angehört würden. Laut Zeitung beschäftigt sich das Kabinett am Dienstag mit der Vorlage.

09:33 Uhr | Mertens: Keine Stiko-Empfehlung für Corona-Impfung von Kindern

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat in der Debatte um Corona-Kinderimpfungen angedeutet, dass es keine generelle Empfehlung geben wird. Mertens sagte am Freitag im "ZDF-Morgenmagazin", es sei keine generelle Empfehlung der Stiko für alle gesunden Kinder zu erwarten. Für die Empfehlung einer Impfung bei allen gesunden Kindern reichten die Daten bei weitem nicht aus. Die Experten haben demnach viele verfügbare Daten aus Studien zusammengetragen.

Es sind alle Ergebnisse so, dass man sicher daraus keine Argumentation für eine generelle Impfung aller gesunden Kinder ableiten kann.

Thomas Mertens Stiko

Bereits in den vergangenen Tagen hatte Mertens um Verständnis für die zögerliche Haltung bei Kinderimpfungen geworben. Er kritisierte, in der Debatte seien viele Argumente "leichthin genannt worden, die einer Nachprüfung nicht standhalten". So sei es zum Beispiel nicht besonders sinnvoll, das Thema Schule mit der Impfdebatte zu verknüpfen. "Die Stiko – und ich glaube auch viele andere vernünftige Leute – halten diese sprachliche Verbindung von Impfung als Voraussetzung für das normale Leben der Kinder für einen Irrweg." In den nächsten Tagen will die Stiko ihre Empfehlung offiziell bekanntgeben.

09:04 Uhr | Arbeitsagentur Sachsen: Folgen für Arbeitsmarkt erst in einem Jahr überwunden

Die Arbeitsagentur Sachsen rechnet damit, dass die Folgen der Corona-Pandemie für den Arbeitsmarkt frühestens in einem Jahr überwunden sein werden. Der Chef der Regionaldirektion in Chemnitz, Klaus-Peter Hansen, sagte MDR AKTUELL, die jüngsten Zahlen vom Februar zeigten, jeder zehnte Beschäftigte in Sachsen sei in Kurzarbeit gewesen, 25.000 Firmen insgesamt hätten Kurzarbeit beantragt. Hansen erklärte, die Tendenz zeige langsam nach unten. Neben saisonalen Effekten stimme ihn die Gastronomie hoffnungsvoll. Am Ende hätten gut ausgebildete Fachleute auch gute Aussichten bei der Jobsuche, während es für die anderen schwer bleibe, stabil beschäftigt zu werden.

08:54 Uhr | USA und Deutschland spenden Millionen Impfdosen

Die USA wollen insgesamt 80 Millionen Impfdosen an andere Staaten abgeben. Wie US-Präsident Joe Biden ankündigte, sollen drei Viertel davon über das internationale Impfprogramm Covax zur Unterstützung ärmerer Länder verteilt werden. Biden betonte, für ein Ende der Corona-Pandemie müsse das Virus weltweit besiegt werden. Die USA würden die Impfdosen nicht teilen, um sich "Gefallen zu sichern oder Zugeständnisse zu erhalten". Solange die Pandemie an irgendeinem Ort der Welt wüte, seien Amerikaner verletzlich. Die ersten 25 Millionen Impfdosen sind den Angaben zufolge für Süd- und Mittelamerika, Asien und Afrika bestimmt. Die Auslieferung solle bis Ende Juni erfolgen.

Deutschland hatte Mitte Mai angekündigt, bis Jahresende 30 Millionen Impfdosen zu spenden. Dies ist Teil eines Pakets der EU im Volumen von 100 Millionen Impfdosen. Im Audio erklärt Prof. Alexander Kekulé, wie ärmere Länder an Impfstoff kommen und welchen Nutzen eine Patentfreigabe hätte.

08:05 Uhr | Badesaison in Thüringen startet unter Auflagen – auch Freizeitanlagen öffnen

Dank der gesunkenen Inzidenzen starten viele Freibäder in Thüringen heute in die neue Badesaison. Wo die Inzidenz unter 100 liegt, dürfen Freibäder ohne Auflagen wie Testpflicht oder Kontaktnachverfolgung für die Badegäste öffnen – so etwa in Eisenach und Erfurt. Die Corona-Pandemie macht sich dennoch bemerkbar: In etlichen Bädern ist zum Beispiel die Zahl der Gäste begrenzt, an Engstellen wie in den Toiletten oder im Eingangsbereich besteht vielerorts Maskenpflicht. Eine Karte aller Thüringer Freibäder samt Öffnungszeiten finden sie hier.

Aber nicht nur Bäder, sondern auch einzelne Freizeiteinrichtungen öffnen wieder: Einer Sprecherin der Thüringer Tourismus GmbH zufolge ist die Freizeitanlage Inselberg Funpark zwischen Tabarz und Brotterode bei Gotha wieder zum Sommerrodeln mit Maske und Abstand geöffnet. Der Hochseilgarten bleibe allerdings noch geschlossen. Auch der Aktivpark Hohenfelde in Kranichfeld im Weimarer Land und die Erlebniswelt Saalfelder Feengrotten in ehemaligem Schieferbergwerk in Saalfeld sind wieder offen.

07:22 Uhr | Japan schenkt Taiwan mehr als eine Million Impfdosen

Japan will Taiwan 1,24 Millionen Impfdosen des Herstellers Astrazeneca kostenlos zur Verfügung stellen. Wie der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi bestätigte, soll die Lieferung noch heute erfolgen. "Die Beziehung zwischen Taiwan und Japan war schon immer sehr eng, und unsere Freundschaft ist fest und tief", sagte Taiwans Außenministerium in einer Erklärung. Taiwan war bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen – unter anderem wegen strenger Quarantäneregeln – kämpft aber seit Mitte Mai mit einem Anstieg der Infektionen. Derzeit sind in Taiwan weniger als drei Prozent seiner Bevölkerung geimpft.

06:58 Uhr | Tausende Impftermine in Thüringen wegen Bürokratie verfallen

In Thüringen verfallen offenbar viele Corona-Impftermine wegen bürokratischer Probleme. Das berichten die Thüringer Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf die Kassenärztliche Vereinigung. Demnach können selbst Termine, die über die Hotline gebucht wurden, nicht telefonisch abgesagt oder verschoben werden. Stattdessen müsse dafür das Impfportal genutzt werden. Nur dort ließen sich die Termine absagen und neue anfordern. In den vergangenen Wochen sollen deshalb Tausende Impfungen ausgefallen sein.

06:42 Uhr | Mecklenburg-Vorpommern öffnet für Touristen

In Mecklenburg-Vorpommern können Touristen von außerhalb ab heute wieder Urlaub machen. Voraussetzung dafür ist ein negativer Corona-Test. Touristen, die in einer Ferienwohnung oder Ferienhäusern unterkommen und keine Restaurants oder Museen besuchen, brauchen keinen weiteren Test. Alle anderen – wie zum Beispiel Hotelgäste, die im Hotel frühstücken oder essen gehen – müssen sich alle 72 Stunden neu testen lassen.

Bereits seit dem 28. Mai ist in Mecklenburg-Vorpommern die Beherbergung von Gästen aus dem eigenen Bundesland wieder erlaubt. Ursprünglich sollte der Tourismus-Neustart im Nordosten Deutschlands erst Mitte Juni erfolgen. Der rasche Rückgang der Corona-Inzidenzwerte ermöglichte nach Angaben der Landesregierung jedoch ein Vorziehen der Öffnungsschritte.

06:33 Uhr | Tests für Bewohner von Quarantäne-Hochhaus in Dresden

Nach der Quarantäne-Anordnung für ein Dresdner Studentenwohnheim sollen heute alle Bewohner auf Corona getestet werden. Wie die Stadt mitteilte, ist das Ziel, Infektionsketten aufzudecken und nachzuverfolgen. Bis einschließlich Dienstag stehen die Bewohner unter Quarantäne. Bis dahin sind der Stadt zufolge die Corona-Tests ausgewertet und auf mögliche Virusvarianten untersucht worden

Das Gesundheitsamt hatte gestern entschieden, dass die Studenten ihr Wohnheim vorerst nicht mehr verlassen dürfen. Grund ist der Todesfall eines jungen Mannes, der nach seiner Rückkehr aus Indien an Covid-19 erkrankt war. Obwohl er keine Vorerkrankungen hatte, starb er nach kurzer Zeit. Die Behörden vermuten, dass der Mann mit einer Virusvariante infiziert war. In dem Wohnheim leben normalerweise mehr als 200 Menschen. Wie viele betroffen sind, wurde nicht mitgeteilt.

06:27 Uhr | Genesene: Mindestens zehn Monate hoher Schutz vor neuer Ansteckung

Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, hat auch zehn Monate danach noch ein sehr geringes Risiko, sich erneut anzustecken. Das ist das Ergebnis einer Studie von britischen Wissenschaftlern, die in der Fachzeitschrift "Lancet Healthy Longevity" veröffentlicht wurde. Für die Studie untersuchten die Forscher zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 mehr als 2.000 Bewohner und Pfleger von rund 100 Pflegeheimen in England regelmäßig mit PCR-Tests. Zehn Monate später stellte sich eine sehr geringe Zweitinfektionsrate heraus – gerade einmal vier Bewohner und zehn Pflegerinnen hatten sich erneut angesteckt.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 4. Juni 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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