Coronavirus-Pandemie Ticker: Rekordzahl an Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich meldet knapp 9.000 Neuinfektionen binnen eines Tages. Die EU-Gesundheitsminister wollen eine einheitliche Quarantänezeit von zehn Tagen. Von einer neuen Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10.000 Menschen betroffen.

Unser Ticker am Freitag, 4. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:35 Uhr | WHO: Massenimpfungen erst Mitte 2021

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will nur sicheren und wirksamen Impfstoffen gegen Covid-19 ihre Zustimmung erteilen. Das erklärte Generaldirektor Tedros Ghebreyesus in Genf. Zugleich dämpfte die WHO Hoffnungen auf schnelle Massenimpfungen gegen das Coronavirus. Die werde es nicht vor Mitte nächsten Jahres geben.

20:05 Uhr | Corona-Fall an Schule in Weimar

Am Weimarer Schiller-Gymnasium ist eine Schülerin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie ein Stadtsprecher mitteilte, wurden 57 Schüler und Schülerinnen der 12. Klassen in Quarantäne geschickt. Sie würden vorerst online unterrichtet. Die Jugendliche hat sich den Angaben zufolge in ihrer Familie angesteckt. Auch ein Kindergarten wird laut Stadt beobachtet, da eine Infizierte Kontakt zum Personal hatte. Die Kita bleibe aber vorerst geöffnet.

19:35 Uhr | Knapp 9.000 Ansteckungen in Frankreich

Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter stark aus. Das Gesundheitsministerium registrierte 8.975 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ist der höchste Zuwachs seit Beginn der Pandemie. Am Vortag hatte die Behörde 7.157 Neuinfektionen gemeldet. Insgesamt haben sich nachweislich mehr als 300.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Mehr als 30.000 Menschen in Frankreich starben im Zusammenhang mit Covid-19.

18:55 Uhr | Verkehrsminister: "Staat ist für Bußgelder zuständig"

Die Verkehrsministerkonferenz sieht ein Beförderungsentgelt für Maskenverweigerer im Regional- und Fernverkehr skeptisch. Die saarländische Ressortchefin Anke Rehlinger erklärte, unsolidarische Maskenverweigerer sollten ein Bußgeld zahlen. Doch das sei nicht Sache der Verkehrsunternehmen. Die Vorsitzende des Länder-Gremiums betonte: "Schaffner sind keine Hilfssheriffs. Sie können ermahnen, aber für Bußgelder sind nun mal Polizei und Ordnungsämter zuständig." Die Verkehrsminister der Länder beraten am Mittwoch über das geplante Beförderungsentgelt bei Verstoß gegen die Mund-Nase-Bedeckung in Bus und Bahn. Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten ein einheitliches Bußgeld von mindestens 50 Euro vereinbart. Umsetzen sollen das die Verkehrsunternehmen.

17:40 Uhr | Spanien meldet 4.500 neue Ansteckungen

Spanien verzeichnet 4.503 bestätigte Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt stieg die Zahl der Fälle seit Ausbruch der Pandemie damit auf knapp 500.000, bei insgesamt 29.148 Todesopfern. Großbritannien registrierte 1.940 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind so viele wie seit dem 30. Mai nicht mehr.

16:30 Uhr | EU will kürzere Quarantäne

Die Europäische Union will die Quarantäne für Reisende aus Risikogebieten verkürzen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte nach einer Video-Konferenz, die Quarantänezeit solle mindestens zehn statt bisher 14 Tage betragen. Er könne sich gut vorstellen, dass Deutschland diesem Vorschlag folge. Sollte ein negativer Corona-Test vorliegen, könnte die Quarantäne auf fünf Tage verkürzt werden. Bis Anfang Oktober soll eine Entscheidung getroffen werden. Als Risikogebiete gelten derzeit rund 160 Länder. In Europa fallen Regionen in Belgien, Frankreich und auf dem Balkan sowie ganz Spanien darunter.

16:15 Uhr | Krankenkassen fehlen knapp 17 Milliarden Euro

Den Krankenkassen fehlen wegen der Corona-Pandemie und des Konjunktureinbruchs im kommenden Jahr 16,6 Milliarden Euro. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, geht das aus einer Prognose des Spitzenverbands der Kassen hervor. Um die Lücke zu schließen, müsste demnach der durchschnittliche Zusatzbeitrag von gegenwärtig 1,1 Prozent verdoppelt werden. Wenn die Bundesregierung jedoch die Sozialabgaben in der Krise stabil halten wolle, müsse sie den Fehlbetrag aus dem Bundeshaushalt ausgleichen.

15:50 Uhr | 250 Millionen Euro für Curevac vom Bund

Der Bund unterstützt das Tübinger Biotechunternehmen Curevac bei der Forschung an einem Corona-Impfstoff mit 252 Millionen Euro. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens, an dem sich auch der Staat beteiligt hat. Das Bundesforschungsministerium hatte vor Monaten ein Sonderprogramm zur Beschleunigung der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs gestartet, dafür stehen insgesamt 750 Millionen Euro bereit. Ein Expertenbeirat empfahl neben Curevac auch die Mainzer Firma Biontech und das Unternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau als förderwürdig.

15:00 Uhr | Drosten: Will keine kürzere Quarantänezeit

Der Virologe Christian Drosten hat in der Debatte um die Länge der Corona-Quarantäne seine Aussagen präzisiert. Drosten stellte klar, er habe keine Verkürzung dieser Zeit von 14 auf fünf Tage vorgeschlagen. Vielmehr gerieten die Begriffe Isolierung und Quarantäne durcheinander. Sein Vorschlag betreffe die Isolierungszeit nach einer bestätigten Ansteckung. Grundsätzlich gilt eine Isolierung für Infizierte, eine Quarantäne hingegen für Menschen, die Kontakt zu Infizierten hatten.

Weiter sprach Drosten bei Twitter von einer "Abklingzeit" bei Infektions-Clustern. Also wenn etwa bei einer Privatfeier im Nachhinein ein Infektionsfall bekannt wird. Analog könne man zwischen Infizierten und potenziellen Fällen unterscheiden. Auch unter Berufung auf die Äußerung Drostens war eine Debatte über eine verkürzte Quarantänezeit aufgekommen.

14:40 Uhr | 10.000 Betroffene bei neuer Testpanne in Bayern

Von der jüngsten Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10.000 Menschen betroffen. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit. Dabei geht es um Tests zwischen Samstag und Dienstag an bayerischen Flughäfen. Die Getesteten bekamen nicht innerhalb der versprochenen 48 Stunden ein Ergebnis. Grund war laut Ministerium ein Problem mit der Datenverarbeitung beim privaten Dienstleister Ecolog, der an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen die Tests durchführt.

Bereits im August hatte es eine schwere Panne bei der Datenübermittlung in Bayern gegeben. Zehntausende Urlaubsrückkehrer mussten tagelang auf das Ergebnis ihres Corona-Tests warten, darunter auch mehr als 900 positiv Getestete.

13:55 Uhr | Milliardenminus für Tourismus in Sachsen

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen haben die sächsische Tourismus-Branche zwischen März und Mai rund 1,8 Milliarden Euro Umsatz gekostet. Das teilte der Landestourismusverband mit. Im ersten Halbjahr sei die Zahl der Gäste und Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte eingebrochen.

11:54 Uhr | STIKO: Grippeschutzimpfung nur für Risikogruppen

Die Grippeschutz-Impfung wird weiterhin nur für ältere und chronisch kranke Menschen empfohlen. Der Chef der Ständigen Impfkommission, Mertens, begründete das mit drohenden Engpässen. Für eine Impfung der gesamten Bevölkerung reichten die zur Verfügung stehenden Dosen nicht aus. Angesichts der Corona-Pandemie war in den vergangenen Wochen mehrfach von verschiedenen Seiten der Vorschlag aufgekommen, dass sich möglichst viele Menschen in diesem Jahr gegen die Grippe impfen lassen sollten.

10:57 Uhr | Ärztepräsident rügt Verhalten von Medizinern auf Corona-Demos

Die Bundesärztekammer hat berufsrechtliche Schritte gegen Mediziner angekündigt, die bei Corona-Demonstrationen Kollegen beleidigen. Präsident Klaus Reinhardt sagte der Funke Mediengruppe, wenn Ärzte Transparente trügen, auf denen Kollegen in Häftlingskleidung zu sehen seien, handle es sich um eine unerträgliche Entgleisung. Er sehe darin einen Frontalangriff auf den gesamten Berufsstand. Bei den Demonstrationen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen waren auf Plakaten unter anderem der Virologe Christian Drosten sowie der Epidemiologe und SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach in Häftlingskleidung zu sehen. Auch ein Thüringer AfD-Bundestagsabgeordneter, selbst Arzt, hatte sich nach Medienberichten daran beteiligt. Die Landesärztekammer werde das berufsrechtlich prüfen, kündigte Reinhardt an.

09:28 Uhr | Berlusconi mit Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingewiesen worden. Aus seinem Umfeld hieß es, der 84-Jährige sei am Donnerstagabend "vorsichtshalber" in ein Mailänder Krankenhaus gebracht worden, nachdem er einige der Covid-19-Symptome entwickelt habe. Es gebe gebe aber keinen Grund zur "Besorgnis". Berlusconi hatte am Mittwoch selbst bei einer Videokonferenz seiner Partei Forza Italia mitgeteilt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

07:55 Uhr | Verkürzte Quarantänezeit gefordert

Gesundheitspolitiker mehrerer Fraktionen haben für kürzere Quarantänezeit von fünf Tagen bei Corona-Verdachtsfällen plädiert. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der "Welt", es sei bekannt, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend seien, auch wenn der Corona-Test noch ein positives Ergebnis ausweise. Er sagte, "wenn wir die Quarantänezeit auf fünf Tage begrenzten, wäre die gesellschaftliche Akzeptanz für die Maßnahme deutlich höher". Auch die Gesundheitspolitiker anderer Fraktionen stellten sich hinter die Forderung. Bundesgesundheitsministerium und RKI wurden beauftragt, die Studienlage zur Infektiösität von Covid-19 neu zu bewerten und eine Empfehlung für die Quarantänezeit auszusprechen.

07:00 Uhr | Wieder Tagestourismus in Mecklenburg-Vorpommern

Seit Freitag dürfen Tagestouristen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Wegen der Corona-Pandemie waren seit Mitte März Gäste aus den zumeist umliegenden Bundesländern nicht mehr willkommen. Solche Ausflüge galten als illegal und konnten mit Bußgeldern von bis zu 2.000 Euro belegt werden. Zunächst durften wieder Gäste anreisen, die mehrere Tage blieben.

6:30 Uhr | Gut 230 Corona-Patienten auf Intensivstationen

Auf den Intensivstationen deutscher Krankenhäuser liegen im Moment knapp 230 Corona-Patienten. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen wird künstlich beatmet. Das geht aus dem DIVI-Melderegister hervor, an dem das Robert-Koch-Institut beteiligt ist. In Mitteldeutschland werden demnach nur wenige Covid-19-Patienten behandelt. Auf den Intensivstationen in Sachsen befinden sich sechs und in Thüringen drei Patienten, in Sachsen-Anhalt gar keiner. Das RKI weist im Zusammenhang mit dem Melderegister aber daraufhin, dass nicht alle Krankenhausstandorte täglich ihre Zahlen weitergeben.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. September 2020 | 17:30 Uhr

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