Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Mittelstand kritisiert Rückforderung von Corona-Soforthilfen

Der Mittelstand sieht in der Rückforderung von Corona-Soforthilfen eine geschmacklose Weihnachtsbotschaft. Infolge der Pandemie sind über die Feiertage mehr als 3.000 Flüge weltweit abgesagt worden. In Duisburg hat ein Arzt einen Impfmarathon für Kurzentschlossene gestartet. Die Gesundheitsämter kommen inzwischen bei der Kontaktverfolgung Corona-Infizierter nicht mehr hinterher. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Coronavirus-Ticker.

Unser Ticker am Freitag, 24. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:48 Uhr | Rutte räumte Fehler in Corona-Politik ein

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat in der Corona-Politik eigene Fehler eingeräumt. Rutte sagte der Zeitung "De Telegraaf", er habe Fehler in der Kommunikation gemacht. Die Regierung habe es nicht geschafft, die Menschen von den grundlegenden Maßnahmen zu überzeugen. Außerdem seien die Mitte November verhängten Maßnahmen wahrscheinlich nicht streng genug gewesen.

Am vergangenen Wochenende hatte Rutte einen Lockdown verhängt. Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte, Restaurants und Theater bleiben bis Mitte Januar geschlossen. Außerdem gelten strenge Kontaktbeschränkungen.

20:58 Uhr | Weltweit mehr als 3.000 Weihnachts-Flüge abgesagt

Infolge der Corona-Pandemie sind über die Weihnachtsfeiertage mehr als 3.000 Flüge abgesagt worden. Das geht aus Daten der Webseite Flight-Aware hervor. Demnach fielen allein heute mehr als 2.000 Flüge aus. Weitere fast 1.300 seien für morgen annuliert worden. Fluggesellschaften erklärten, viele Besatzungsmitglieder hätten sich krank gemeldet.

Allein die US-Fluggesellschaft United musste den Angaben zufolge mehr als 170 Flüge streichen. Ein Sprecher sagte, man schaue jetzt von Tag zu Tag, was möglich sei. Die Fluggesellschaft Delta begründete ihre Ausfälle mit der Omikron-Variante des Coronavirus und wetterbedingten Problemen. Bei Alaska Airlines mussten sich demnach viele Beschäftigte nach Corona-Kontakten in Quarantäne begeben.

20:21 Uhr | Bätzing: Corona-Einschränkungen verhindern Weihnachten nicht

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sieht die Weihnachtsbotschaft durch die Corona-Einschränkungen nicht geschmälert. Der Limburger Bischof sagte in einer im Internet übertragenen Christmette, wieder sei Weihnachten. Doch die Menschen könnten das Fest nicht so gestalten wie sie es gern täten. Das hindere aber Jesus nicht, bei ihnen anzukommen. Je mehr vom äußeren Glanz des Festes abgehe, umso mehr erfülle die Ankunft Jesu die Menschen mit Glück und Freude. Der Bischof erinnerte außerdem an die Christen, die an den Grenzen Europas in Flüchtlingslagern säßen oder an die Menschen, die in den Flutgebieten an der Ahr in Notunterkünften säßen oder Verwandte verloren hätten.

20:08 Uhr | Zweites Corona-Weihnachten im Heiligen Land

Umsicht und Verantwortung sind gerade auch an den Orten gefragt, die den Kirchen und den Gläubigen als heilige Orte gelten. Und so verläuft der Heilige Abend auch in Betlehem zum zweiten Mal etwas anders.

19:02 Uhr | Mehr als 122.000 Neuinfektionen in Großbritannien

Die britischen Gesundheitsbehörden haben binnen eines Tages mehr als 122.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege bei 934. Zudem gebe es 137 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19.

18:41 Uhr | RKI: 710.000 Impfungen vor Heiligabend

Am Tag vor Heiligabend wurden deutschlandweit 710.000 Covid-Impfungen verabreicht. Nach Angaben des Robert Koch-Insituts waren davon 561.000 Auffrischungsimpfungen. Insgesamt sind damit 70,8 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Davon haben fast 30 Millionen Menschen (35,8 Prozent der Bevölkerung) auch bereits einen Booster erhalten.

18:19 Uhr | Niederlande verstärken Schutz für Gesundheitsminister

Die niederländische Polizei hat die Schutzmaßnahmen für Gesundheitsminister Hugo de Jonge verstärkt. Wie die Nachrichtenagentur ANP berichtet, bestätigte die Polizei "sichtbare und unsichtbare Maßnahmen" vor dem Haus des christdemokratischen Politikers. Anlass dafür sind mehrere Vorfälle in der Nähe des Wohnhauses.

In den Niederlanden sind wenige Tage vor Weihnachten weitreichende Schließungen in Kraft getreten. Die Regierung begründete dies mit der raschen Verbreitung der Omikron-Variante. Große gewalttätige Proteste wie in den Monaten zuvor blieben zunächst aus.

17:35 Uhr | Frankreich empfiehlt Booster nach drei Monaten

Auch Frankreich empfiehlt jetzt für Erwachsene eine Auffrischung der Corona-Impfung nach drei Monaten. Wie die Gesundheitsbehörde in Paris mitteilte, soll damit der Schutz vor der neuen Omikron-Variante verbessert werden. Zudem sollen die Booster-Impfungen auf Teenager mit Vorerkrankungen ausgeweitet werden.

17:04 Uhr | Erster Omikron-Fall im Vogtland bestätigt

Im sächsischen Vogtland ist der erste Omikron-Fall offiziell bestätigt worden. Nach Informationen von MDR SACHSEN handelt es sich um eine 34-jährige Frau, die vor zweieinhalb Wochen aus Südafrika zurückgekehrt sein soll. Zuhause habe sie vorsorglich einen Schnelltest durchgeführt. Die Frau war vollständig geimpft und hatte keine Symptome.

Angesichts der sehr viel höheren Übertragbarkeit der neuen Corona-Variante riefen Bundeskanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach zu Vorsicht über die Feiertage auf. Der Anteil der Omikron-Fälle werde in den "nächsten Tagen SEHR stark ansteigen", schrieb Lauterbach bei Twitter. Dem Robert Koch-Institut zufolge sind mittlerweile in allen Bundesländern Omikron-Fälle nachgewiesen.

16:53 Uhr | USA heben Einreisesperren für südafrikanische Staaten auf

Die USA heben die Einreisesperren für acht südafrikanische Staaten wieder auf. Darunter sind Südafrika, Mosambik und Simbabwe. Wie das Weiße Haus mitteilte, endet die Maßnahme Ende des Jahres. Als Grund wurde genannt, dass mittlerweile klar sei, dass die bestehende Vakzine gegen die Omikron-Variante wirkten, insbesondere bei einer dritten Impfung.

15:54 Uhr | Lauterbach würdigt Arbeit im Gesundheitswesen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat allen Beschäftigten im Gesundheitswesen für ihre Arbeit gedankt. Er wisse, wie schwer die Arbeit im Krankenhaus, in der Arztpraxis, in der Pflegeeinrichtung oder im Gesundheitsamt sei. Die Politik stecke tief in der Schuld der Beschäftigten. Er werde alles tun, was er könne, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Lauterbach mahnte erneut zu Vorsicht bei den Weihnachtsfeierlichkeiten. Der Anteil der Omikron-Fälle werde in den nächsten Tagen sehr stark ansteigen. Auch Geimpfte sollten sich deshalb testen.

15:23 Uhr | Kritik an lückenhafter Erfassung von Infektionszahlen über Feiertage

Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hat die lückenhafte Erfassung der Corona-Infektionszahlen zum Jahreswechsel kritisiert. Er sagte der "Welt", mit Blick auf Omikron hätte man sich hier anders aufstellen müssen. Der Medizinstatistiker Bertram Häussler kritisierte, dass Deutschland gestern die "letzten validen" Daten bekommen habe, bevor das Land für drei Wochen in der Unwissenheit versinke.

15:00 Uhr | Mittelstand kritisiert Rückforderung von Corona-Soforthilfe

Der deutsche Mittelstand hat die Bundesländer für die Rückforderung von Corona-Soforthilfen kritisiert. Der Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Markus Jerger, sprach in den Funke-Medien von einer geschmack- und gefühllosen Weihnachtsbotschaft. Viele Unternehmer kämpften in diesen Tagen um ihr wirtschaftliches Überleben und die Arbeitsplätze ihrer Beschäftigten. Jerger betonte, Kanzler Olaf Scholz habe als Finanzminister noch versichert, dass nichts zurückgezahlt werden müsse.

Dem Bundesverband zufolge fordern die Länder von insgesamt 30.000 Kleingewerbetreibenden und Selbstständigen Corona-Soforthilfen zurück, die als Zuschuss gewährt worden waren.

13:45 Uhr | Impfmarathon über Weihnachten

In Duisburg hat am Freitagmorgen ein Impfmarathon begonnen. Der Neurologe Ahmad-Mujtaba Mostakiem will in 81 Stunden mit einem Team von rund 15 Mitarbeitern mehrere tausend Impfdosen verschiedener Hersteller, darunter auch Kinderimpfstoff, verimpfen. Dazu werden sich seine Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr abwechseln. Zu Weihnachten träfen sich viele Familien. Wenn noch Ungeimpfte dann zum Pieks überredet würden, könne man in seiner Impfstelle gleich Nägel mit Köpfen machen, ohne Anmeldung, sagte Mostakiem. Gleich zum Auftakt hatte sich bei dem Hotel, in dem die Aktion läuft, eine Schlange von rund 30 Impfwilligen gebildet.

Luke van B. (23, l) wird in einem Hotel von Arzt Ahmad-Mujtaba Mostakiem mit dem Biontech-Impfstoff gegen Corona geimpft.
Im Drei-Schicht-Betrieb impfen Arzt Mostakiem (Bild) und sein Team Bildrechte: dpa

13:10 Uhr | Landrat lässt Fans für Basketball-Spiel in Weißenfels zu

Trotz des von Bund und Ländern beschlossenen Zuschauerverbots für überregionale Großveranstaltungen ab dem 28. Dezember darf Basketball-Bundesligist Syntainics MBC weiter vor Fans spielen. Für das Spiel am kommenden Mittwoch gegen die Brose Baskets Bamberg gelte der Ausschluss nicht, teilte der Club aus Weißenfels heute mit. Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, habe das Spiel in der Stadthalle Weißenfels erlaubt. Zugelassen seien maximal 750 Zuschauer, die geimpft oder genesen seien müssten und zusätzlich noch frisch negativ getestet. Zudem müssten sie vom Betreten bis zum Verlassen der Halle eine FFP-2-Maske tragen.

09:20 Uhr | Südafrika setzt Kontaktnachverfolgung aus

In der anhaltenden vierten Corona-Welle hat Südafrika die Kontakt-Nachverfolgung bei Personen aufgehoben, die Infizierten nahegekommen sind. Auch die damit verbundene Selbstisolierung wurde nach Angaben aus dem südafrikanischen Gesundheitsministerium weitgehend aufgehoben. Das Ministerium folge damit den Empfehlungen eines Beraterstabs, wonach künftig unter anderem nur noch Tests beim Auftreten von Symptomen nötig sind.

An der zehntägigen Quarantäne für Infizierte hält Südafrika aber fest – allerdings sind nach Ablauf der Frist keine Tests mehr nötig. Begründet wurden die Lockerungen unter anderem mit neuen Erkenntnissen zur Omikron-Variante sowie mit Studien, wonach rund 70 Prozent der sehr jungen Bevölkerung des Kap-Staates bereits eine Infektion hatte. In Südafrika dominiert die Omikron-Variante das Infektionsgeschehen.

08:20 Uhr | Große Zustimmung für Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten

Die große Mehrheit der Deutschen befürwortet die Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene nach Weihnachten. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Civey bewerten zwei Drittel der Bevölkerung die Beschränkungen als positiv, knapp die Hälfte der Befragten sogar als sehr positiv. 27 Prozent der Teilnehmer der Umfrage für die "Augsburger Allgemeine" kritisieren indes die Corona-Beschlüsse, die Übrigen sind unentschieden. Besonders goß ist demnach die Zustimmung unter den Über-65-Jährigen mit rund 80 Prozent. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass auch für Geimpfte spätestens ab 28. Dezember nur noch Treffen mit bis zu zehn Personen erlaubt sind. Ist eine ungeimpfte Person darunter, darf sich ein Haushalt nur mit zwei Personen aus einem weiteren Haushalt treffen.

06:55 Uhr | Kontaktverfolgung offenbar vielerorts eingestellt

Gesundheitsämter in vielen Bundesländern haben die Kontaktverfolgung bei Corona-Infektionen wegen Personalmangel aufgegeben. "Eine flächendeckende Nachverfolgung findet im Moment fast gar nicht mehr statt", sagte die Bundesvorsitzende der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg hätten die Suche nach Kontaktpersonen sogar komplett ausgesetzt. Als Gründe nannte Teichert Überbelastung und Personalnot in den Ämtern. Diese arbeiteten schon lange an ihrem Limit. Sie beobachte seit der Pandemie auch eine Flucht des Personals aus den Gesundheitsämtern. Grund seien die hohe Arbeitsbelastung und die vergleichsweise schlechte Bezahlung, sagte Teichert mit Blick auf die Bezahlung von Ärzten in Krankenhäusern.

06:40 Uhr | Sachsen für mehr Handlungsspielraum der Länder

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat in der aktuellen Pandemie-Lage mehr Handlungsspielraum für die Bundesländer gefordert. Diese müssten zu jedem Zeitpunkt handeln können. "Uns fehlt die Zeit, erst warten zu müssen, bis der Bundestag wieder neu zusammentritt und das Infektionsschutzgesetz ändert", sagt er der "Rheinischen Post". Der CDU-Politiker bezog sich dabei auch auf drohende Personalausfälle: "Wir reden von Szenarien, in denen 30 bis 50 Prozent der Beschäftigten auch in der kritischen Infrastruktur krank werden könnten oder in Quarantäne müssten." Wenn so etwas passiere, müsse man in gleicher Weise vorbereitet sein.

06:20 Uhr | Private Pflege-Anbieter schlagen Alarm

Der Verband der privaten Pflege-Anbieter sieht angesichts von Corona die Versorgung von Pfelgebedürftigen in Gefahr. Verbandspräsident Bernd Meurer sagte, nehme die Politik die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung nicht ernst, werde das verheerende Folgen haben. Schon jetzt suchten viele Einrichtungen verzweifelt Fachkräfte. Falle durch steigende Corona-Infektionen noch mehr Personal in den Heimen und ambulanten Diensten aus, werde die Situation heikel. Der Personalmangel in der Pflege sei immens, jeder Verlust von Mitarbeitenden gefährde die Versorgung der Pflegebedürftigen zusätzlich. Inzwischen wachse zudem die Sorge deutlich, dass Beschäftigte auch wegen der Impfpflicht kündigen könnten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 24. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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