Coronavirus-Pandemie Ticker: 20 Länder als Hochrisiko-Gebiete eingestuft

Das RKI stuft 20 Staaten als Hochrisikoländer ein, damit gelten verschärfte Einreiseregeln. Das gilt etwa für Tschechien, Spanien und die USA. Zudem gibt es Hinweise, dass die britische Virusmutation nicht nur ansteckender, sondern auch tödlicher ist. Ein bayerischer Landkreis prescht beim Corona-Impfpass vor. Der Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt verhängt eine Ausgangssperre. Mehr im Ticker.

Unser Ticker am Freitag, 22. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:05 Uhr | Thüringen: Fraktionen fordern Entschärfung der Corona-Verordnung

Die Fraktionen im Thüringer Landtag haben Änderungen an der geplanten Corona-Verordnung der Landesregierung gefordert. Bei einer Sitzung des Sozialausschusses drängten die Abgeordneten vor allem darauf, Kontaktverbote für Familien zu lockern. So sollten Großeltern ihre Enkel wieder sehen oder betreuen dürfen. Die rot-rot-grünen Regierungsfraktionen schlugen vor, Kinder bis zu sechs Jahren von den Kontaktverboten auszunehmen. CDU und FDP wollen die Altersgrenze bei 14 Jahren festlegen. Gesundheitsministerin Heike Werner sagte zu, die Änderungsvorschläge zu prüfen. Die Landesregierung will die verschärfte Corona-Verordnung am kommenden Dienstag in Kraft setzen.

21:15 Uhr | Seniorenpaar scheitert mit Impfforderung

Zwei 83 Jahre alte Eheleute aus Essen haben keinen Anspruch auf eine sofortige Corona-Schutzimpfung. Das Oberverwaltungsgericht für NRW bestätigte per Eilentscheidung ein Urteil der Vorinstanz. Das in einem eigenen Hausstand lebende Seniorenpaar forderte als Risikogruppe eine sofortige Impfung und beklagte, dass zunächst alle Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime geimpft würden, auch unterhalb des 80. Lebensjahres. Die Richter am OVG sehen den Vorrang der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen jedoch als gerechtfertigt. Diese hätten ein erhöhtes Risiko, weil sie auf eine Vielzahl von Kontakten angewiesen seien. Das gelte auch für das Personal. Im eigenen Haushalt könne man dagegen die Kontakte beschränken. (Az.: 13 B 58/21)

20:09 Uhr | Astrazeneca hat Probleme bei Impfstoffherstellung

Der Pharmakonzern Astrazeneca hat Probleme bei der Produktion seines Corona-Impfstoffs eingeräumt. Demnach sollen EU-Länder zunächst weniger Dosen bekommen als geplant. Wie viel weniger blieb zunächst offen. Bestellt sind 400 Millionen Dosen. Der Impfstoff ist in der EU zwar noch nicht zugelassen, doch Ende Januar wird grünes Licht von der EU-Arzneimittelbehörde EMA erwartet. In vielen anderen Ländern wird das Vakzin bereits verimpft. Der Astrazeneca-Impfstoff bleibt anders als die Konkurrenzprodukte von Pfizer/Biontech und Moderna bei höheren Temperaturen stabil und könnte somit auch von Hausärzten verimpft werden.

19:25 Uhr | Britische Mutante offenbar tödlicher

Die erstmals in England nachgewiesene Coronavirus-Mutante ist nach neuen Erkenntnissen offenbar tödlicher als frühere Virus-Varianten. Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, es gebe "Hinweise", dass die Mutante nicht nur ansteckender sei, sondern auch mit "einer höheren Sterblichkeitsrate" einhergehe. Der wissenschaftliche Berater der Regierung, Patrick Vallance, erklärte, bei 1.000 Männern zwischen 60 und 69 Jahren gebe es nach einer Ansteckung mit der Mutante 13 bis 14 Todesfälle, beim ursprünglichen Coronavirus seien etwa zehn gewesen. Auch in anderen Altersgruppen sei die Todesrate nach einer Ansteckung mit der Mutante höher. Die Virus-Variante B.1.1.7 hatte sich zuerst in London und Südengland verbreitet und wurde nach WHO-Angaben mittlerweile in rund 60 Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland.

19:02 Uhr | Schulschließungen bis Ostern?

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter rechnet mit Schulschließungen und Lockdown-Maßnahmen bis Ostern, also Anfang April. Der Linke-Politiker sagte dem MDR, beim derzeitigen Pandemiegeschehen könne er sich nicht vorstellen, dass die Schulen nach dem verlängerten Lockdown am 15. Februar wieder in den Regelbetrieb übergehen. Holter erwartet, "dass wir bis mindestens bis Ostern mit diesem System der geschlossenen Schulen arbeiten müssen." Abschlussklassen könnten vielleicht eher in die Schulen. Doch von einer Wiederöffnung für alle sei man weit entfernt - bei einer Zielinzidenz von 50. In Thüringen liege sie derzeit deutlich über 200. Erst wenn die Inzidenz deutlich sinke, könne man überlegen, wieder in die Phase Gelb mit eingeschränktem Regelbetrieb überzugehen. Eltern, Kinder und Lehrer müssen sich Holter zufolge darauf einstellen, noch länger durchzuhalten.

18:00 Uhr | Mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung ab Sonntag erstmals mehr als 20 Länder als Hochinzidenzgebiete eingestuft, für die dann verschärfte Einreiseregeln gelten. Wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilte, gehören dazu der Nachbar Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten, zahlreiche Balkanstaaten sowie die USA, die alle eine Inzidenz über 200 haben. Wer aus solchen Staaten kommt, muss bei der Einreise einen negativen Covid-19-Test vorweisen. Bislang galt die Testpflicht lediglich für Reisende aus Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien, da dort Virus-Mutationen grassieren.

17:50 Uhr | Ausgangssperre im Burgenlandkreis

Der Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalts verhängt wegen der hohen Corona-Fallzahlen Ausgangssperren. Wie Landrat Götz Ulrich mitteilte, müssen die Einwohner ab Dienstag zwischen 21 und 6 Uhr zu Hause bleiben. Nur wer einen triftigen Grund habe, dürfe seine Wohnung verlassen. Begründet wird das mit dem Inzidenzwert von über 510 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Am Donnerstag waren 178 neue Fälle dazugekommen. Ulrich sagte, es gehe "um Leben und Tod". Er kündigte zudem Kontrollen in Einkaufsmärkten ab 600 Quadratmetern Größe an, um Personenzahl, Maskenpflicht und das Desinfektionsverhalten zu überwachen.

17:41 Uhr | Bayerischer Landkreis führt Corona-Impfkarte ein

Während in der EU und Deutschland über einen möglichen digitalen Impfpass diskutiert wird, hat ein Landkreis in Bayern eine erste digitale Impfkarte vergeben. Ein 71-jähriger Kinderarzt, der noch praktiziert, bekam im oberbayerischen Landkreis Altötting seine zweite Corona-Impfung sowie die Impfkarte mit QR-Code. Dem Landratsamt zufolge ist der Landkreis damit bundesweit Vorreiter. Erfasst werden demnach auf der Karte Namen, Geburtsdatum, Wohnort und ein Foto des Geimpften sowie der Impfstoff und die beiden Impftermine. Scannt der Geimpfte den Code, kann er die Daten auf dem Smartphone hinterlegen. Das Vorgehen ist dem Landratsamt zufolge nicht mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt, sondern wurde "eigenständig umgesetzt".

17:10 Uhr | Sachsen will Sonderregelung für tschechische Pendler

Sachsen plant bei einer Verschärfung der Einreisebestimmungen Ausnahmen für Berufspendler aus Tschechien. Während prinzipiell aus sogenannten "Hochinzidenzländern" künftig wohl nur Menschen mit negativem Coronatest einreisen dürfen sollen, will Sachsen das auch erlauben, wenn Betroffene einen Arbeitsplatz im Freistaat haben und sich vor Arbeitsantritt im Betrieb testen lassen. Das bestätigte Staatskanzleichef Oliver Schenk. Die Tests sollen alle 48 Stunden oder zweimal pro Woche erneuert werden. In Sachsen arbeiten mehr als 10.000 Menschen aus dem Nachbarland. Tschechien hatte zuletzt eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 500, in Deutschland lag der Wert am Freitag bei 115.

16:27 Uhr | Grütters plant weitere Milliardenhilfe für Kultur

Kulturstaatsministerin Monika Grütters fordert für die Kulturszene weitere 1,5 Milliarden Euro Coronahilfe aus dem Bundeshaushalt. Die Pandemie treffe den Kultur- und Medienbereich besonders hart, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Der Bund hatte noch vor dem zweiten Lockdown für die Kultur ein Hilfspaket von einer Milliarde Euro aufgelegt. Das will Grütters nun um weitere 1,5 Milliarden aufstocken. Sie argumentiert: "Der zweite Lockdown war nicht in der ersten Milliarde eingepreist."

16:08 Uhr | Britische Corona-Variante breitet sich in Europa aus

Die zuerst in Großbritannien aufgetretene Covid-19-Variante kommt auch in Dänemark immer häufiger vor. Nach offiziellen Angaben wurde in der zweiten Januarwoche bei sieben Prozent der analysierten Proben die britische Virusvariante B.1.1.7 festgestellt. Insgesamt sei die Variante seit November 2020 in 464 Fällen nachgewiesen worden. Es wird angenommen, dass die tatsächliche Zahl weitaus höher liegt, weil bislang nur jede fünfte positive Probe auf die britische Variante hin geprüft wurde.

15:50 Uhr | Hasse: Thüringer Schulcloud ist sicher

Der Thüringer Datenschutzbeauftragte Lutz Hasse hält die Schulcloud für recht sicher. Hasse sagte MDR AKTUELL, Datenschutz und Bildung ließen sich gut kombinieren. Zwar habe es vor kurzem einen Hackerangriff gegeben. Dabei seien aber keine personenbezogenen Daten von Schülern oder Lehrern abgeflossen. Der Datenschützer warnte zugleich vor Apps, die ihre Daten auf Servern in den USA speichern. Dort würden EU-Standards zur Datensicherheit nicht eingehalten. Notfalls werde man solche Anwendungen untersagen.

15:28 Uhr | Brasilien-Mutante in Hessen nachgewiesen

In Deutschland ist erstmals eine brasilianische Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte das hessische Sozialministerium mit. Die Mutation sei bei einem Reiserückkehrer entdeckt worden. Dem Robert Koch-Institut sei bislang kein anderer Fall bekannt. Die betroffene Person war gestern aus Brasilien in Frankfurt angekommen. Im Labor wurde bei bei einer PCR-Untersuchung die geänderte Variante festgestellt. Dem RKI zufolge ähnelt diese der südafrikanischen Mutation. Beide stehen ebenso wie die britische Variante im Verdacht, ansteckender zu sein als der zuerst nachgewiesene Sars-CoV-2-Typ.

13:35 Uhr | Medizinische Masken auch im Flugverkehr

Auch an deutschen Flughäfen und auf Flügen deutscher Fluggesellschaften müssen künftig FFP2- oder OP-Masken getragen werden. Wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft mitteilte, tritt die Regelung am 1. Februar in Kraft. Die Lufthansa erklärte, Flugpassagiere könnten sich aber weiterhin mit einem negativen Corona-Test oder einem ärztlichen Attest von der Maskenpflicht befreien lassen.

12:14 Uhr | Staatsrechtler Degenhart: Ausnahmen für Gottesdienste problematisch

Der Leipziger Staats- und Verwaltungsrechtler Christoph Degenhart hält es für problematisch, dass die Kirchen weiter Gottesdienste anbieten dürfen. Er sagte MDR AKTUELL, er sehe eine Ungleichbehandlung. Wenn Landesregierungen bei den Corona-Regeln Ausnahmen zulasse, würden andere Bereiche mit Hygienekonzepten zurecht fragen, warum das nicht auch für sie gelte. Degenhart verwies auf die Schulen und den Einzelhandel. – Die Kirchen in Sachsen halten trotz Lockdowns bislang an ihren Präsenz-Gottesdiensten fest.

11:12 Uhr | Wieler und Spahn: Leicht positiver Trend bei den Infektionszahlen

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sieht in der Corona-Pandemie in Deutschland einen leicht positiven Trend. Wieler sagte, derzeit würden die Zahlen der Neuinfektionen in den meisten Bundesländern sinken. Dies seien Erfolge des Lockdowns.

Wir können nur zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren, wenn wir die Fallzahlen massiv senken und auf Dauer niedrig halten.

Lothar Wieler, RKI-Präsident

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nannte die Zahlen ermutigend. Sie seien aber immer noch auf zu hohem Niveau. Jetzt gehe es darum, den Widerspruch gut zu erklären, dass dennoch die Beschränkungen verschärft würden. Er verwies auf andere Länder, in denen nach Lockerungen die Pandemie wieder aufgeflammt sei.

Vor allem gehe es nun darum, die Verbreitung der Virusmutationen so weit es geht zu minimieren. Dafür seien die Maßnahmen angepasst worden. Zum Stand der Impfungen sagte Spahn, in Deutschland seien bereits über 1,5 Millionen Impfungen verabreicht worden, davon hätten über 100.000 Menschen schon die zweite Impfung erhalten.

10:41 Uhr | MDRfragt: Ihre Meinung zur Lockdown-Verlängerung

Die meisten hatten mit ihr gerechnet, am Dienstag wurde sie beschlossen: Die Verlängerung des harten Lockdowns. Einige Maßnahmen wurden sogar verschärft. Mindestens bis Mitte Februar müssen wir mit diesen Einschränkungen leben - möglicherweise auch bis Ostern; davon sprechen erste Politiker und Experten. Wie finden Sie das Vorgehen der Regierung? Und wie geht es Ihnen im Lockdown? Machen Sie mit bei MDRfragt!

10:35 Uhr | Arbeitsminister kündigt Aufschlag auf Hartz IV an

Bundesarbeitsminister Huberuts Heil plädiert dafür, Hartz-IV-Empfänger mit medizinischen Masken zu versorgen. Sein Ministerium arbeite mit Hochdruck an entsprechenden Konzepten, sagte er der "Rheinischen Post". Das Tragen einer FFP2- oder OP-Maske ist in einigen Bundesländern bereits ab Montag Pflicht, unter anderem in Sachsen-Anhalt. Heil will zudem einen Corona-Zuschuss für Empfänger von Sozialleistungen durchsetzen. Heil sagte, auch für hilfsbedürftige Menschen bedeuteten die Corona-Maßnahmen weitere Sorgen im Alltag. Deshalb müssten sie zusätzlich unterstützt werden. Eine konkrete Summe nannte er nicht.

10:28 Uhr | Ungarn kauft russischen Corona-Impfstoff

Ungarn kauft als erstes EU-Land den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Wie der ungarische Außenminister Szijjarto mitteilte, wurde ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Der Impfstoff solle in drei Tranchen geliefert werden. Wie viele Dosen geliefert würden, solle später bekanntgegeben werden. Der Impfstoff ist in der EU bislang nicht zugelassen.

10:23 Uhr | Steinmeier ruft zu Aktion "Lichtfenster" für Corona-Tote auf

Angesichts der hohen Zahl von Menschen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben sind, hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier alle Bürgerinnen und Bürger zum Gedenken aufgerufen. Sie sollen ab diesem Freitag jeden Abend ein Licht in ein Fenster stellen. "Mit unseren 'Lichtfenstern' rufen wir einander zu: Die Toten der Corona-Pandemie sind für uns keine bloße Statistik", erklärte Steinmeier. Der Bundespräsident kündigte auch eine zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten nach Ostern an.

10:14 Uhr | Haseloff: Grenzen des Staates im Kampf gegen Corona fast erreicht

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sieht die Grenzen des Staates im Kampf gegen die Pandemie fast erreicht. Haseloff sagte dem "Spiegel", es gebe eine überschaubare Zahl an Instrumenten, mit denen man die Ausbreitung des Coronavirus bekämpfen könne. Bis auf einen totalen Shutdown gebe es nicht mehr viele Maßnahmen, die noch verfügt werden könnten. Ein Herunterfahren der Wirtschaft und ein Schließen der Grenzen lehnte er ab. Man lebe in einem offenen Europa. Deutschland könne sich nicht einfach abkoppeln wie etwa Neuseeland.

09:55 Uhr | Sieben-Tage-Inzidenz nimmt weiter ab

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist weiter gesunken. Das geht aus des Zahlen des "Risklayer"-Projekts hervor. Am Mittwoch lag der Wert noch bei 131, am Donnerstag sank die Inzidenz auf 126. In Mitteldeutschland ergibt sich allerdings ein anderes Bild: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehören bei den Infektionszahlen weiter zu den Spitzenreitern. Somit liegt die Inzidenz für die drei Länder aktuell bei 222. Insgesamt zeichnet sich bei den Neuinfektionen ein Abwärtstrend ab.

08:24 Uhr | Giffey: Impfungen für Kita-Personal nicht vor Mai

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey geht davon aus, dass die Impfungen für Lehrkräfte und Kitapersonal frühestens im Frühjahr beginnen. Giffey verwies bei MDR AKTUELL darauf, dass die Berufsgruppe in der Impfreihenfolge zur dritten Gruppe gehört. Für diese würden die Impfungen nicht vor Mai starten. Bis dahin müssten die Tests ausgeweitet werden. Giffey sagte, beim Betreuungspersonal gebe es derzeit coronabedingt einen Ausfall von 20 Prozent. Sie forderte erneut, dass im Fall von Lockerungen Kitas und Schulen zu den ersten gehören sollten, die wieder öffnen dürften.

Wenn wir über Lockerungen sprechen, dann müssen die Kitas, die Einrichtung der Kindertagespflege und die Schulen zu den ersten gehören, die wieder öffnen. Weil es so relevant ist, weil Kindeswohl, Kinderschutz im Vordergrund steht.

Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin

08:08 Uhr | US-Präsident Biden stellt neue Covid-Strategie vor

US-Präsident Joe Biden hat am ersten Tag seiner Amtszeit eine nationale Strategie gegen die Coronavirus-Pandemie vorgestellt. Biden sagte, die Dinge würden schlimmer werden, bevor sie besser würden. Vermutlich werde die Zahl der Toten im Land im kommenden Monat die Marke von 500.000 überschreiten. Bidens Plan in seiner schriftlichen Form umfasst etwa 200 Seiten. Wichtigster Punkt ist die Bitte an alle Amerikaner, die kommenden 100 Tage eine Maske zu tragen. Die brutale Wahrheit sei, dass es noch Monate dauern werde, bis alle Amerikaner geimpft werden könnten. Von Reisenden in die USA wird künftig ein Corona-Test verlangt, bevor sie das Flugzeug besteigen. Nach ihrer Einreise müssen sie sich dann in Quarantäne begeben.

07:21 Uhr | Justizministerin: Geimpften Grundrechte zurückgeben

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht ist dafür, Menschen nach der Corona-Impfung ihre eingeschränkten Grundrechte möglichst zurückzugeben. Lambrecht sagte dem RND, es gehe hier nicht um Privilegien, sondern um die Rücknahme von Beschränkungen. Wenn sicher sei, dass von Geimpften keine Gefahr für andere ausgehe, falle ein wichtiges Begründungselement für den Grundrechtseingriff weg.

Lambrecht räumte aber ein, dass auch der Umkehrschluss gelte: Solange nicht wissenschaftlich sicher belegt sei, dass die Impfung vor einer Weitergabe des Virus schütze, kommt eine unterschiedliche Behandlung nicht in Frage.

07:14 Uhr | Staatliche Preisbegrenzung bei FFP2-Masken gefordert

Die Grünen haben sich dafür ausgesprochen, den Preis von FFP2-Masken staatlich zu begrenzen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink, sagte MDR AKTUELL, ähnlich wie bei Antigentests sollte die Bundesregierung eingreifen. Sie schlug einen festen Handels-Zuschlag von maximal 50 Cent vor, sodass eine FFP2-Maske höchstens zwei Euro kosten würde. Die Gesundheitsexpertin der SPD, Sabine Dittmar, wies den Vorschlag zurück. Die Bundesregierung arbeite bereits an Lösungen, um finanziell schwächere Menschen beim Erwerb von FFP2-Masken zu unterstützen. Auch der Handel lehnt ein staatliches Eingreifen ab. Verbandssprecher Stefan Hertel sagte, die Kunden würden die Preise vergleichen. Deshalb könnten sich überhöhte Preise dauerhaft nicht durchsetzen.

07:05 Uhr | Sachsen: Millionen Euro für Landesbetriebe

Sachsen hat in der Pandemie seine Landesbetriebe mit Millionensummen gestützt. Wie das Finanzministerium mitteilte, bekam beispielsweise die Mitteldeutsche Flughafen AG rund 30,7 Millionen Euro. Die Sächsischen Staatsbäder erhielten 4,4 Millionen Euro als Coronahilfen. An die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten gingen drei Millionen Euro. Geld bekamen auch die seit einiger Zeit kriselnde Porzellan-Manufaktur Meissen, die Festung Königstein sowie die Landesbühnen Sachsen. Der Freistaat ist an insgesamt 30 Unternehmen beteiligt. Mehr dazu im Regional-Corona-Ticker aus Sachsen.

06:57 Uhr | IWH rechnet nicht mit Pleitewelle

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle erwartet vorerst keine Welle von Unternehmenspleiten. Insolvenzexperte Steffen Müller sagte MDR AKTUELL, ein Dammbruch mit Tausenden oder Zehntausenden Insolvenzen sei zwar nicht auszuschließen, aber eher unwahrscheinlich. Der Ökonom Patrik-Ludwig Hantzsch vom Wirtschaftsdienstleister Creditreform rechnet hingegen mit einer Zunahme der Insolvenzen, wenn die Hilfsmaßnahmen ausliefen. Hantzsch sagte dem MDR, es gebe schon jetzt Zehntausende "Zombie-Unternehmen", die eigentlich gar nicht mehr marktfähig seien, aber dank staatlicher Gelder weiter machten.

06:45 Uhr | ARD-Deutschlandtrend: Mehrheit sieht Bund-Länder-Krisenarbeit kritisch

Eine Mehrheit der Deutschen sieht einer Umfrage zufolge das Corona-Management von Bund und Ländern inzwischen kritisch. Wie aus dem ARD-Deutschlandtrend hervorgeht, zeigen sich nur noch rund 46 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Krisenmanagement. Mitte Dezember hätten sich noch 57 Prozent positiv geäußert. Der Umfrage zufolge nehmen auch immer mehr Menschen die pandemiebedingten Einschränkungen als starke oder sehr starke Belastung wahr.

06:27 Uhr | EU-Staaten wollen Grenzen vorerst offen halten

Die EU-Staaten wollen wegen der Corona-Pandemie schärfere Beschränkungen für Reisende umsetzen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte nach einem EU-Video-Gipfel, von Reisenden aus Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen könne künftig ein negativer Corona-Test verlangt werden. Außerdem könne für sie eine Quarantäne angeordnet werden. Die Grenzen innerhalb Europas würden aber grundsätzlich offen bleiben – auch um den EU-Binnenmarkt zu schützen. Bundeskanzlerin Merkel hatte zuvor Grenzkontrollen nicht ausgeschlossen, sollten die Nachbarstaaten nicht genug unternehmen, um die Ausbreitung mutierter Erreger zu verhindern. In Deutschland gilt bereits eine Testpflicht für Pendler aus anderen EU-Regionen.

06:15 Uhr | EU billigt Corona-Hilfen für deutsche Unternehmen

Die EU-Kommission hat die Corona-Sonderhilfen der Bundesregierung für die Monate November und Dezember gebilligt. Bislang waren mit Blick auf Wettbewerbsverzerrungen nur Unterstützungen für kleinere Unternehmen als unbedenklich  eingestuft worden. Nun hat die Kommission auch Einzelhilfen mit einem Volumen von mehr als vier Millionen Euro genehmigt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nannte die Entscheidung ein wichtiges Signal für Unternehmen und Beschäftigte. Dies sei dringend notwendig, um die Substanz der Wirtschaft zu erhalten, sagte der CDU-Politiker. Mit den November- und Dezember-Hilfen sollen Unternehmen, die wegen der Corona-Einschränkungen zwangsweise schließen mussten, große Teile ihrer Umsatzausfälle ersetzt bekommen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 22. Januar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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