Coronavirus-Pandemie Ticker: Bahnverkehr nach Tschechien und Tirol wird eingestellt

Die Bahn stellt ab Sonntag den Fernverkehr nach Tirol und Tschechien ein. Der Bundesrat hat neue Coronahilfen gebilligt. Dem RKI zufolge ist die Grippewelle ist in diesem Winter bisher ausgeblieben. Es gibt wieder freie Kapazitäten für PCR-Tests, sodass jeder mit Symptomen getestet werden kann. Zudem wurden über die Hälfte der Pflegeheimbewohner bisher zweitgeimpft. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Freitag, 12. Februar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:47 Uhr | Schnellere Prüfung von Seren gegen Mutationen

Der Sitz des Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) in London.
Sitz der EMA in London Bildrechte: dpa

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will besonders schnell Impfstoffe prüfen, die gegen die neuen Varianten des Virus wirken sollen. Die Richtlinien würden gegenwärtig überarbeitet, sagt der Leiter der zuständigen EMA-Gruppe, Marco Cavaleri. Kleinere Änderungen an den Stoffen bedeuteten, dass auch kleinere Testgruppen "mit einigen wenigen Hundert Teilnehmern statt 30.00 bis 40.000" ausreichen würden.

18:31 Uhr | Ansturm auf neue Thüringer Impftermine

Drei Ampullen mit Impfstoff, davor eine Spritze
Ansturm auf Impftermine in Thüringen Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

In Thüringen sind seit Freitagmorgen neue Impftermine für über 80-Jährige vermittelt worden. Der Impf-Koordinator der Kassenärztlichen Vereinigung, Jörg Mertz, sagte, es habe einen Ansturm auf das Internetportal und via Telefon gegeben. Bereits am Vormittag seien die verfügbaren Termine weitgehend vergeben gewesen.

Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung erklärte, dieses Mal gebe es bei der Terminvergabe keine größeren Probleme. Zum Teil wird allerdings berichtet, dass zwischenzeitlich weder Hotline noch Internetseite erreichbar waren. Weil weit weniger Impfstoff geliefert worden war als geplant, war die Terminvergabe in Thüringen vorübergehend ausgesetzt worden.

18:03 Uhr | Sachsen beschließt Öffnung von Grundschulen und Kitas

Die sächsische Landesregierung hat die neue Coronaschutzverordnung beschlossen. Wie angekündigt sieht sie vor, ab Montag Grundschulen und Kitas wieder zu öffnen. Laut Kultusministerium bleibt die Schulbesuchspflicht aber ausgesetzt. Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zum Unterricht schicken. Friseure dürfen ab 1. März wieder ihre Dienste anbieten.

Präzisiert werden die Beschränkungen für die Einreise aus Virusmutations-Gebieten wie Tschechien. Grenzpendler müssen sich demnach täglich testen lassen, LKW-Fahrer bei jedem Grenzübertritt. Die neue Verordnung erlaubt den Kommunen zudem weitere Lockerungen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt. Dann ist es zum Beispiel möglich, die nächtlichen Ausgangssperren und die 15-Kilometer-Regel aufzuheben. Dresden und Chemnitz haben bereits angekündigt, das ab Montag zu tun.

17:00 Uhr | Fernverkehr nach Tschechien und Tirol wird eingestellt

Die Deutsche Bahn stellt ab Sonntag den Fernverkehr nach Tirol sowie nach Tschechien ein. Betroffen sei in Richtung Tirol die EC-Linie München-Innsbruck-Verona. Eingestellt werde außerdem die EC-Linie Hamburg-Berlin-Prag.

Nach der Ausbreitung neuer Virusvarianten hatte die Bundesregierung die Regeln für die Einreise aus mehreren EU-Staaten verschärft und teilweise auch Grenzkontrollen angeordnet. Dies gilt unter anderem für Tschechien und Tirol in Österreich und tritt am Sonntag in Kraft.

16:47 Uhr | Nächtliche Ausgangssperre in Weimar beendet

Fußgänger laufen über die verschneite Steubenstraße in Weimar
Ausgangssperre in Weimar aufgehoben Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Die Stadt Weimar hat mit sofortiger Wirkung die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben. Sie galt seit Mitte Dezember. Oberbürgermeister Peter Kleine begründete die Entscheidung mit der stark gesunkenen Rate von Corona-Neuinfektionen. Die 7-Tage-Inzindenz liegt in Weimar derzeit bei 52 und damit deutlich unter dem kritischen Wert von 100. Kleine sagte, da, wo es vertretbar sei, wolle und werde man das Leben in der Stadt normalisieren.

16:01 Uhr | Erste Städte und Kreise mit 7-Tage-Inzidenz unter 50

In mehreren mitteldeutschen Städten und Kreisen ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von sieben Tagen auf einen Wert von unter 50 auf 100.000 Einwohner gesunken. Den niedrigsten Wert hat dabei Stendal mit einer Inzidenz von 28,8 Fällen auf 100.000 Einwohner. Danach folgen der Kyyhäuserkreis mit einer Inzidenz von 37,7, Sonneberg mit 41,6, Nordhausen mit 43,2, Magdeburg mit 45,9, Leipzig mit 48,9 und Eisenach mit 49,7. Alle anderen Städte und Kreise befinden sich noch oberhalb der 50er-Schwelle. Die Zahlen beruhen auf der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts Risklayer und differieren aufgrund des Meldezeitpunkts mit den Zahlen des RKI.

15:27 Uhr | Spahn prüft frühere Impfung von Lehrern und Erziehern

Hinweistafel in einem Impfzentrum
Eines der Impfzentren Bildrechte: imago images/Future Image

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat zugesagt, das Vorziehen der Impfung von Grundschullehrern und Erziehern zu prüfen und mit der Ständigen Impfkommission über eine Neu-Priorisierung zu sprechen. Spahn plädiert aber dafür, auf jeden Fall zuerst allen Personen der ersten Prioritätengruppen ein Impfangebot zu machen. Jeder zweite Todesfall im Zusammenhang mit Corona betreffe einen über 80-Jährigen. Bund und Länder hatten die Prüfung beschlossen. Derzeit sind Lehrer und Erzieher der Priorisierungsgruppe 3 zugeordnet.

15:08 Uhr | Bundesrat billigt weitere Coronahilfen

Der Bundesrat hat heute weitere Coronahilfen gebilligt. Dazu gehören Steuererleichterungen für lockdown-geschädigte Unternehmen. Zudem müssen Firmen bei Zahlungsproblemen vorerst weiter keinen Insolvenzantrag stellen. Diese Pflicht bleibt noch bis Ende dieses Monats ausgesetzt. Die Länderkammer bestätigte auch Änderungen bei Elterngeld und Elternteilzeit. Mütter und Väter von Frühgeborenen werden demnach länger unterstützt. Der Partnerbonus für Teilzeit steigt.

Abgelehnt wurde vom Bundesrat dagegen ein Gesetz, das höhere Hürden für den Zugriff von Sicherheitsbehörden auf Bestandsdaten von Handy- und Internetnutzern setzen sollte.

14:10 Uhr | Pflege-Träger müssen Coronatests einfordern

Der Verband der Pflegeberufe sieht die Pflege-Einrichtungen in der Pflicht, Corona-Tests für das Personal einzufordern. Präsidentin Christel Bienstein sagte, die Träger müssten die Gesundheitsämter auf das Problem aufmerksam machen und auf Testungen drängen.

Eine Umfrage des Verbands hatte ergeben, dass Corona-Tests bei Pflegerinnen und Pflegern immer noch kein Standard seien. 14 Prozent der 3.600 Befragten erklärten, sie seien bislang nicht getestet worden. Bienstein nannte das sehr bedrohlich. Die Mitarbeiter würden dramatisch fehlen, weil die Pflege sowieso eine überalterte Berufsgruppe sei.

Die Verbandschefin forderte zudem eine bessere Bezahlung. Das würde junge Menschen animieren, in den Beruf zu gehen und wahrscheinlich auch Berufsaussteiger zurückgewinnen.

14:00 Uhr | Slowakei zum Mutationsgebiet erklärt

Die Bundesregierung hat auch die Slowakei als Mutationsgebiet eingestuft, weil dort besonders ansteckende Varianten des Coronavirus grassieren. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Bereits gestern waren Tschechien und Tirol in Österreich als Mutationsgebiete eingestuft worden.

Für alle drei Regionen sollen ab Sonntag die Einreisemöglichkeiten stark eingeschränkt werden, außerdem soll es wieder Grenzkontrollen geben. Die genauen Regeln werden derzeit noch erarbeitet. Dabei geht es beispielsweise um Sonderregeln für Grenzpendler oder den LKW-Verkehr.

13:10 Uhr | Israel: Impfstofflieferungen mit Patientendaten erkauft?

Der EU-Politiker Manfred Weber behauptete in einer ZDF-Talkshow, dass Länder wie Israel mit Impfstoffherstellern spezielle Verträge über den Zugang zu Patientendaten abgeschlossen hätten. Im Gegenzug sollen sie zügiger Impfstoff erhalten haben.

Tim Aßmann, ARD-Korrespondent in Tel Aviv, erklärt, dass Israel ein Abkommen mit Biontech/Pfizer geschlossen habe, darüber dass Pfizer solange Impfdosen liefert, bis die Herdenimmunität erreicht sei. Israel leite Pfizer dafür Daten über den Verlauf der Impfkampagne und auftretenden Nebenwirkungen weiter. Aßmann zufolge handelt es sich dabei aber um öffentlich zugängliche Gesundheitsdaten, bei denen die Patienten nicht identifiziert werden können.

Auch der Sprecher des Bundesbeauftragten für Datenschutz, Christof Stein, findet die Aussage "wunderlich". Denn würden die Impfstoffhersteller solche Angebote den Ländern machen, hätte die Regierung den Bundesbeauftragten für Datenschutz hinzugezogen. Das sei nicht der Fall gewesen, erklärt Stein.

12:30 Uhr | EMA startet Prüfverfahren für Curevac-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittel-Behörde (EMA) hat das Prüfverfahren für den Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac gestartet. Das teilte die Behörde am Mittag mit. Die Entscheidung beruhe auf den vorläufigen Ergebnissen von Labortests und klinischen Studien. Daraus wird nach Angaben der EMA deutlich, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt.

Sobald genug Beweise für die Wirksamkeit des Impfstoffes vorliegen, kann der Hersteller die Marktzulassung in der EU beantragen. Die Experten und Expertinnen der EMA geben dazu eine Empfehlung an die EU-Kommission ab, die dann formal über eine Zulassung entscheidet. Bisher sind in der EU drei Impfstoffe zugelassen.

12:05 Uhr | Grippewelle in diesem Jahr ausgeblieben

Die Grippewelle ist in diesem Jahr bisher ausgeblieben. Das hat das Robert Koch-Institut (RKI) mitgeteilt. RKI-Präsident Lothar Wieler sagte, die coronabedingten Kontakt-Regeln wirkten sich positiv auf die Vermeidung anderer Krankheiten aus.

Anstelle von Zehntausenden Grippefällen pro Woche würden momentan nur bis zu 30 Fälle gemeldet. Erst 150 schwere Grippe-Fälle mussten in diesem Winter im Krankenhaus behandelt werden, berichtete Wieler. Das entlaste auch Praxen und Krankenhäuser vor dem Hintergrund der Corona-Infektionen.

11:40 Uhr | AfD Sachsen scheitert mit Klage gegen Corona-Verordnung

Der sächsische AfD-Landesverband ist mit einer Klage gegen die Corona-Verordnung des Freistaates vor dem Verfassungsgerichtshof gescheitert. Das Gericht wies den Eilantrag zur vorläufigen Aussetzung diverser Regelungen in der zurzeit geltenden Verordnung zurück.

Das Gericht sah darin keine Hinweise auf eine offensichtliche Verfassungswidrigkeit. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschränkten zwar die Grundrechte der Menschen gravierend, erklärten die Richter. Dem stehe aber die besorgniserregende Entwicklung des Infektionsgeschehen gegenüber mit einer Gefahr für Leib und Leben von vielen Menschen.

Geklagt hatten 38 Landtagsabgeordnete der AfD-Fraktion. Sie halten unter anderem die strengen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und die Schließung von Gaststätten und Sportstätten für verfassungswidrig.

11:05 Uhr | Wieder freie Kapazitäten bei PCR-Tests

Ab nächster Woche kann wieder jeder mit Symptomen einen Corona-PCR-Test in Anspruch nehmen. Das sagte Gesundheitsminister Jens Spahn auf der heutigen Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. Demnach gebe es wieder genügend freie Kapazitäten für PCR-Tests, nachdem das die vergangenen Wochen nicht gewährleistet werden konnte. Anfang November hatte das RKI seine Vorgaben für die Inanspruchnahme von PCR-Tests eingeschränkt, um Kapazitäten freizuhalten.

Außerdem forderte Spahn systematische Schnelltests in Bereichen der kritischen Infrastruktur. Da nun auch private Schnelltests zur Verfügung stünden, könne mehr getestet werden.

10:50 Uhr | Virologe: Konsequentere Umsetzung der Maßnahmen nötig

Nach Ansicht des Virologen Martin Stürmer müssen die Corona-Maßnahmen konsequenter umgesetzt werden, um eine Verbreitung der Virus-Mutationen zu verhindern.

Der Leiter des Medizinlabors an der Universität Frankfurt am Main sagte, Masken und AHA-Regeln seien nur dann ein guter Schutz, wenn sie richtig umgesetzt würden. Viele Menschen würden Masken in der Öffentlichkeit aber immer noch unter der Nase tragen. Bei frühzeitigen Lockerungen der Maßnahmen könne eine dritte Corona-Welle entstehen, mahnt Stürmer. Denn dadurch könnten sich die ohnehin ansteckenderen Mutationen noch leichter verbreiten.

Stürmer warnte aber auch davor, Angst vor den Mutationen zu schüren. Panik sei zwar nicht angebracht, die Lage müsse jedoch ernst genommen werden.

10:10 Uhr | 5,7 Millionen Deutsche in höchster Impfprioritätsstufe

In Deutschland haben zuletzt rund 5,7 Millionen Menschen gelebt, die aufgrund ihres Alters in die höchste Prioritätsstufe für eine Corona-Impfung fielen. Sie haben in der aktuellen Phase der Impfkampagne Anspruch auf eine Immunisierung gegen das Virus. Laut aktueller Impfverordnung der Bundesregierung gehören dazu alle Menschen ab 80 Jahren. Diese machten Ende 2019 einen Anteil von 6,8 Prozent an der Bevölkerung aus.

Bisher wurden in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa 1,2 Millionen Menschen mit der ersten und der zweiten Impfdosis gespritzt, zusätzlich haben rund 2,5 Millionen Menschen eine erste Dosis erhalten. Die meisten Impfungen haben bisher in medizinischen Einrichtungen und Pflege- und Altenheimen stattgefunden.

09:45 Uhr | Auszahlung der Überbrückungshilfen III startet

Der Bund hat mit den ersten Abschlagszahlungen an Unternehmen begonnen, die die Überbrückungshilfen III beantragt haben. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Seit Mittwoch können Unternehmen Anträge über das Internet einreichen. Nach Angaben des Ministeriums gingen bis Donnerstagabend 282 Anträge ein, etwa 4,5 Millionen Euro konnten ausgezahlt werden.

Unternehmen, die von Pandemie und Lockdown stark betroffen seien, könnten für die Zeit bis Ende Juni 2021 Unterstützung in Höhe von monatlich bis zu 1,5 Millionen Euro erhalten. Die endgültige Entscheidung über die Anträge und die reguläre Auszahlung durch die Länder werde ab März erfolgen, hieß es.

09:15 Uhr | Friseure hart vom ersten Lockdown getroffen

Das deutsche Friseurhandwerk ist hart vom ersten Lockdown getroffen worden. Dem Statistischen Bundesamt zufolge machte die Branche von Januar bis September 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast zwölf Prozent weniger Umsatz.

Auch die Zahl der beschäftigten Friseurinnen und Friseure sank im gleichen Zeitraum um rund vier Prozent. Zugleich stiegen die Preise für das Haareschneiden, da die Salons unter anderem zusätzliches Geld für Hygienekonzepte ausgeben mussten. Im Mai 2020 stiegen die Preise im Schnitt um circa fünf Prozent, im September waren es sogar rund sechs Prozent.

Aktuell sind die Friseursalons weiterhin aufgrund des Lockdowns geschlossen. Ab dem 1. März dürfen diese aber unter strengen Auflagen wieder öffnen.

09:00 Uhr | Polnische Unternehmen klagen gegen Lockdown

Die polnische Fitnessbranche will mit einer Sammelklage vor Gericht ziehen und fordert Schadenersatz vom Staat. Die Branche sei besonders hart vom Lockdown getroffen, erklärt der Chef des Polnischen Fitness-Dachverbands, Tomasz Napiórkowski. "Beim zweiten Lockdown im Herbst wurde es schwierig, wir hatten Verluste von insgesamt 500 Millionen Euro, die uns niemand kompensieren will."

Die Fitnessbranche ist dabei nicht die einzige Branche, die mit einer Sammelklage juristisch gegen den Lockdown vorgehen will. Auch das Hotelgewerbe hat bereits eine Sammelklage eingereicht, demnächst wollen noch die Gastronomiebetriebe folgen.

Unsere Heute-im-Osten-Reporterin Monika Sieradzka berichtet darüber aus Warschau:

08:30 Uhr | Über 50 Prozent der Pflegeheimbewohner zweitgeimpft

Bundesweit wurde mehr als die Hälfte der Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner zum zweiten Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das gab Gesundheitsminister Jens Spahn bei der heutigen Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler bekannt. Zuletzt hatte das Robert Koch Institut von 380.000 Senioren und Seniorinnen von bundesweit rund 800.000 gesprochen, die eine zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben. Über 80 Prozent der Pflegeheimbewohner sind bereits erstgeimpft.

Damit ging mehr als ein Viertel aller Impfdosen bisher an Pflegeheimbewohner. Fast die Hälfte der verfügbaren Impfstoffe bekamen Berufsgruppen wie zum Beispiel Ärzte, Ärztinnen und Pflegekräfte.

08:00 Uhr | Coronatests bei Pflegekräften weiter kein Standard

Coronatests bei Pflegekräften sind in Deutschland nach wie vor kein Standard. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe hervor. Die Ergebnisse liegen dem Bayerischen Rundfunk und der "Rheinischen Post" vor. Demnach gaben 14 Prozent der Befragten an, gar nicht getestet zu werden.

Hinzukomme ein Mangel an Schutzausrüstung wie FFP2- oder FFP3-Masken. Außerdem fehlten Schutzkittel und Handschuhe. Zwei Drittel der Befragten erklärten, dass sie keine psychosoziale Unterstützung bekämen. Zudem denke ein Drittel darüber nach, den Pflegeberuf an den Nagel zu hängen. An der Umfrage nahmen im Dezember rund 3.600 Pflegekräfte teil.

07:20 Uhr | Verstöße gegen Impfreihenfolge in neun Bundesländern

In mindestens neun Bundesländern sind Menschen außer der Reihe gegen das Coronavirus geimpft worden. Das haben Recherchen der Deutschen Presse-Agentur ergeben. Dabei kamen Politiker, Geistliche sowie Feuerwehrleute und Polizisten zum Zuge, obwohl sie nicht zur ersten Prioritätsgruppe gehören. In Sachsen und Sachsen-Anhalt werden die Vorfälle inzwischen geprüft. In Magdeburg berät heute der Sozialausschuss des Landtags per Videoschalte über die Verstöße.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte das zum Teil ungerechte Vorgehen bei der Impfreihenfolge und forderte die Bestrafung von "Vordränglern". Der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, erklärte, dass die Impfstoffverordnung eigentlich auf eine gerechte Zuteilung des Impfstoffes abziele. "Deshalb ist es unverständlich, dass Jens Spahn bis heute keine Sanktionen für unberechtigte Impfungen in seiner Verordnung vorsieht." Dies werde nicht einmal als Ordnungswidrigkeit eingestuft, kritisierte Brysch. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zufolge, will der Bundestag nun Konsequenzen für Verstöße prüfen. Angesichts der Vorfälle sei diese Diskussion nachvollziehbar, sagte Spahn.

Der vom Bund beschlossenen Impfverordnung zufolge sollen in Deutschland zunächst Menschen über 80 Jahre geimpft werden. Außerdem Frauen und Männer, die durch ihre Arbeit in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder Impfzentren ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben.

06:30 Uhr | Neuer Ziel-Inzidenzwert von 35 ist gesetzeskonform

Der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 35 ist rechtlich im Infektionsschutzgesetz genauso verankert wie der Inzidenzwert von 50. Das verdeutlichte Bundeskanzlerin Angela Merkel nochmals bei der gestrigen Bundestagsdebatte zur Verlängerung des Lockdowns. Der FDP-Generalsekretär Volker Wissing hatte zuvor die neue Zielsetzung als eine "erklärungsbedürftige Abweichung vom geltenden Recht" bezeichnet.

Am Mittwoch haben sich Bund und Länder auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März geeinigt. Dabei legten sie sich auf den 7-Tage-Inzidenzwert von 35 fest, mit dem weitgehende Lockerungen möglich wären. Dies sorgte für Kritik, da die vergangenen Wochen ein Wert von 50 das Ziel gewesen war.

06:20 Uhr | Tschechien gegen Verlängerung des Notstands

Trotz der heftigen Corona-Welle läuft in Tschechien am Sonntag der Notstand aus. Die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babiš wollte eigentlich eine Verlängerung bis Mitte März durchsetzen. Das Parlament stimmte am Abend aber dagegen. Damit enden am Sonntag zahlreiche Beschränkungen, zum Beispiel die nächtliche Ausgangssperre und die Schließung von Geschäften.

Zuletzt waren die Corona-Neuinfektionen in Tschechien deutlich gestiegen, besonders wegen der ansteckenderen britischen Virusvariante. Sachsen will den Pendler-Verkehr mit dem Nachbarland stark einschränken. Die neue Schutzverordnung soll heute beschlossen werden. Der Bund will ab Sonntag wieder Grenzkontrollen einführen.

06:10 Uhr | Flughäfen erhalten Corona-Hilfen in Milliardenhöhe

Die Flughäfen in Deutschland sollen in der Corona-Krise finanzielle Hilfen in Milliardenhöhe erhalten. Darauf haben sich Bundesfinanz- und Bundesverkehrsministerium nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geeinigt. Die einmaligen Zuschüsse sollen vor allem an die zwölf größten Flughäfen gehen, darunter auch die Airports Leipzig/Halle und Dresden. Sie sollen die Kosten erstattet bekommen, die für das Offenhalten der Terminals zu Beginn der Pandemie anfielen.

Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass sich das jeweilige Land in gleichem Maße wie der Bund beteiligt. Auch die Regionalflughäfen sollen Hilfen bekommen, allerdings in geringerer Höhe. Laut Branchenverband ADV stehen viele Flughäfen vor dem Aus. Mehr als 45.000 Arbeitsplätze seien bedroht.

06:00 Uhr | Neue Coronavirus-Variante in Brasilien entdeckt

Im Amazonasgebiet ist eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Wie Brasiliens Gesundheitsminister Eduardo Pazuello mitteilte, ist die Mutation vermutlich dreimal ansteckender als das ursprüngliche Virus. Zugleich versicherte der Minister, dass die Impfstoffe auch gegen neue Variante wirkten. Genaue Daten legte das Ministerium jedoch nicht vor.

Das Butantan-Institut in São Paulo erklärte, dass es mit Studien bezüglich der neuen Variante begonnen habe. Erste Ergebnisse erwarte man in zwei Wochen. Auch das Forschungszentrum Fiocruz in Rio de Janeiro untersucht nach eigenen Angaben die Wirkung von Impfstoffen gegen die neue Virus-Variante. Fiocruz unterhält eine Partnerschaft mit dem britisch-schwedischen Konzern Astrazeneca.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 12. Februar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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