Coronavirus-Ticker 12. Juni: WHO sieht Pandemie weiter im Aufschwung

Die Weltgesundheitsorganisation warnt weiter vor der Ausbreitung des Coronavirus, vor allem in Südamerika und Afrika. In den USA wurde die Marke von zwei Millionen Infektionen übersprungen. Doch auch Europa darf sich nicht zu sicher fühlen. In Deutschland meldete Magdeburg zahlreiche Coronavirus-Infektionen. Weiterer Hotspot ist ein Spargelhof in Bayern. Die Entwicklungen im Überblick.

Passanten schauen auf die symbolischen Gräber, die von Aktivisten der NGO Rio de Paz am Strand Copacabana bei einem Protest gegen den Umgang der Regierung mit der Corona-Krise ausgehoben wurden.
Symbolische Gräber für Corona-Tote bei einer Protestaktion in Brasilien. Bildrechte: dpa

Unser Ticker vom Donnerstag endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Samstag.

23:30 Uhr | Tschechien öffnet Grenzen ab Montag für fast alle EU-Bürger

Tschechien öffnet seine Grenzen ab Montag für Bürger fast aller EU-Staaten, der Schweiz und Liechtenstein. Ermöglicht werde dies durch die günstige epidemiologische Entwicklung beim Coronavirus, teilte das Gesundheitsministerium in Prag mit. Ein negativer Corona-Test ist nicht nötig. Die wegen der Pandemie eingeführten Grenzkontrollen zu Deutschland und Österreich waren bereits vor einer Woche aufgehoben worden. Das Einreiseverbot bleibt indes für Reisende mit Wohnsitz in Belgien, Portugal, Großbritannien, Schweden sowie der polnischen Woiwodschaft Schlesien bestehen. Diese Territorien gelten nach Ansicht der tschechischen Behörden als Risikogebiete für eine Infektion.

22:45 Uhr | Leichtere Hilfen für Start-Ups und Kleinunternehmen

Die EU-Kommission will Vorschriften lockern, um zusätzliche Hilfen für Kleinunternehmen während der Corona-Krise zu ermöglichen. Zum einen soll es für Privatinvestoren leichter werden, solche Firmen und Start-Ups zu rekapitalisieren. Parallel dazu sollen auch die kleineren Unternehmen staatliche Hilfen erhalten dürfen, die bereits vor der Krise in Schwierigkeiten waren. Durch diese Änderungen könnten insbesondere innovative Start-Ups besser unterstützt werden, die für die wirtschaftliche Erholung der EU dringend benötigt würden. Die Kommission will nun Stellungnahmen der EU-Mitgliedsstaaten einholen und dann einen endgültigen Entwurf ausarbeiten.

22:00 Uhr | Zwei Millionen Infektionen in USA

Die US-Seuchenbehörde CDC meldete einen Anstieg der Corona-Infektionen binnen eines Tages um 21.744 auf nunmehr insgesamt 2.016.027 Fälle. Die Zahl der Todesopfer nach einer Sars-CoV-2-Ansteckung erhöhte sich demnach um 947 auf 113.914. Die Behörde appellierte an die US-Bevölkerung, die Situation weiter ernst zu nehmen. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, sagte der CDC-Seuchenexperte Jay Butler. Auch neue strikte Ausgangsbeschränkungen "könnten wieder nötig werden". Das müsse auf lokaler Ebene je nach Infektionsgeschehen entschieden werden.

21:00 Uhr | Magdeburg wird zum Hotspot

In Deutschland gab es laut Risklayer-Datenerfassung der Universität Karlsruhe am Freitag 187.143 bestätigte Infektionen und 8.851 Tote im Zusammenhang mit einer Ansteckung. In den drei mitteldeutschen Ländern gab es 22 neue Infektionen, davon die weitaus meisten in Magdeburg.

20:40 Uhr | EU-Staaten wollen Abhängigkeit bei strategischen Produkten verringern

Als Lehre aus der Corona-Krise wollen die EU-Staaten ihre Industrien künftig unabhängiger vom Rest der Welt aufstellen. Das erklärte Wirtschaftsminister Darko Horvat aus Kroatien, das derzeit den Vorsitz in der EU hat. Nach Beratungen mit seinen Amtskollegen sagte Horvat, Europa müsse die "Widerstandsfähigkeit und Unabhängigkeit" strategischer Bereiche stärken. Während der Corona-Krise war es etwa bei Schutzausrüstung und Medikamenten zu Lieferengpässen gekommen. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die 27 Minister, an den Prinzipien einer offenen Wirtschaft mit freiem und fairem Handel festzuhalten.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters will die EU zudem künftig europäische Firmen besser vor Übernahmen durch unfair staatlich subventionierte Konzerne aus dem Ausland schützen. Das gelte insbesondere für die Aluminium-, Stahl-, Halbleiter-, Schiffbau- und Autobranche.

20:20 Uhr | WHO: Pandemie weiter im Aufschwung

Die Corona-Pandemie befindet sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO immer noch "im Aufschwung". Der WHO-Experte Mike Ryan verwies auf hohe Infektionszahlen in lateinamerikanischen Ländern wie Brasilien, Peru, Chile und Mexiko, sowie in Asien mit Indien, Pakistan, Saudi-Arabien und Bangladesch. Auch in Afrika beschleunige sich die Ausbreitung. Die Gesundheitsorganisation mahnt, auch Regionen mit sinkenden Fallzahlen wie Europa seien nicht sicher, da das Virus wieder eingeführt werden könne.

20:10 Uhr | Sachsen-Anhalts Kommunen erwarten Entlastung um 370 Mio. Euro

Die Kommunen in Sachsen-Anhalt werden durch das Konjunkturpaket des Bundes ersten Schätzungen zufolge um rund 370 Millionen Euro entlastet. Nach Berechnungen des Landesfinanzministeriums können Städte und Gemeinden allein in diesem Jahr mit 160 bis 190 Millionen Euro vom Bund und Land für Ausfälle bei der wichtigen Gewerbesteuer rechnen. Finanzminister Michael Richter sagte im Finanzausschuss des Landtages, weitere etwa 100 Millionen Euro jährliche Entlastung entstünden, weil der Bund 75 Prozent des Wohngeldes übernehme.

19:55 Uhr | Polen öffnet Grenze für EU-Länder

Polen öffnet am Samstag seine Grenze für Reisende aus EU-Staaten wieder. Für Nicht-EU-Staaten gilt die Regelung vorerst nicht, weil nach Angaben aus Warschau in vielen Ländern die Lage immer noch nicht unter Kontrolle ist. In Polen haben sich bisher nach Zählung der Johns-Hopkins-Universität mehr als 28.500 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert, 1.222 Menschen starben nach einer Infektion.

19:30 Uhr | WHO empfiehlt Stillen trotz Infektion

Mütter sollen ihre Neugeborenen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auch bei vermuteter oder bestätigter Corona-Infektion stillen. Demnach überwiegen die Vorteile des Stillens. Kinder hätten nach aktuellem Forschungsstand ein geringeres Risiko, an Covid-19 zu erkranken. Sie seien jedoch deutlich anfälliger für andere Krankheiten, wenn sie nicht gestillt würden. WHO-Chef Tedros Ghebreyesus mahnte: "Frauen sollten in keinem Fall von ihren Babys getrennt werden."

19:00 Uhr | Ostbeauftragter lobt Konjunkturpaket

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, hat das Konjunkturpaket der Bundesregierung gelobt. Der sächsische CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, die Überbrückungshilfen und steuerlichen Maßnahmen berücksichtigten die kleinteilige Wirtschaft im Osten. Außerdem würden Kommunen entlastet, da sie mehr Geld von den Ländern erhielten. Wanderwitz betonte, wie viel Geld im Osten tatsächlich ankomme, könne er jetzt noch nicht sagen. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung hat einen Umfang von 130 Milliarden Euro.

18:50 Uhr | Versicherungsbranche plant Pandemie-Fonds

Deutsche Versicherer schlagen einen öffentlich-privaten Fonds vor, um die Folgen künftiger Pandemien abzufedern. Der Fonds soll durch Beiträge potenziell betroffener Unternehmen und Versicherungsgesellschaften sowie über Anleihen und staatliche Mittel finanziert werden, heißt es in einem Diskussionspapier des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Der Fonds soll demnach mit Kapital in niedriger zweistelliger Milliardenhöhe ausgestattet werden.

18:15 Uhr | Weitere Infektionen auf Spargelhof

Auf einem Spargelhof im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg sind inzwischen 95 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Wie das Landratsamt mitteilte, sind alle Infizierten symptomfrei. Mittlerweile seien 525 Mitarbeiter untersucht worden. Aktuell würden alle Kontaktpersonen der Erkrankten ermittelt. Aichach-Friedberg bei Augsburg war zuletzt bundesweit der einzige Landkreis, der die Obergrenze von 50 Ansteckungen je 100.000 Einwohner überschritt. Mittlerweile liegt der LK wieder knapp darunter.

17:32 Uhr | Todesrate im April und Mai kaum verändert

Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts sind in Deutschland durch Covid-19 im April kaum mehr Menschen als üblich gestorben. Im Mai lag die Zahl demnach sogar leicht unter dem Durchschnitt. Nach Behördenangaben geht das aus der wöchentlichen Sonderauswertung hervor. Grundlage dafür sind Sterbefallmeldungen der Standesämter. Demnach war die Abweichung vom langjährigen Mittel in der 15. Kalenderwoche im April am größten mit 13 Prozent mehr Sterbefällen als üblich.

17:15 Uhr | Schule im LK Greiz geschlossen

Das Gymnasium in Weida im thüringischen Landkreis Greiz wird nach einem Corona-Fall für zwei Wochen geschlossen. Dem Landratsamt zufolge wurde eine Lehrerin positiv getestet. Sie habe mit allen Kollegen und Schülern Kontakt gehabt, mit Ausnahme der 12. Klasse. Auch in einem Pflegeheim in Weida gibt es einen Corona-Ausbruch. Nach einem positiven Fall Anfang des Monats wurden 20 weitere Bewohner und Mitarbeiter positiv getestet und isoliert.

16:59 Uhr | Altmaier will weniger Bürokratie für Unternehmen

Wirtschaftsminister Peter Altmaier will die Bürokratie für Unternehmen abbauen. Er kündigte nach Gesprächen mit Wirtschaftsverbänden an, damit könnten ohne Mehrkosten für den Bundeshaushalt weitere Wachstumsimpulse gesetzt werden. Die Wirtschaftsverbände bewerteten das 130 Milliarden Euro teure Paket zur Ankurbelung der Konjunktur indes weitgehend positiv. Es sei "ein guter Mix von Instrumenten zur Krisenbewältigung, Konjunkturstärkung und Zukunftssicherung", sagte Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer. Bitkom-Präsident Achim Berg erwartet "einen echten Schnellstart", sollte das Paket zünden wie geplant. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer kritisierte, das Gesamtvolumen sei "für den jetzigen frühen Zeitpunkt" sehr hoch, das Paket enthalte aber wichtige Hilfen.

16:30 Uhr | First Lady der Ukraine positiv getestet

In der Ukraine hat sich Olena Selenska, die Frau von Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj, mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Die 42-Jährige teilte auf Facebook mit, es gehe ihr gut und sie habe sich isoliert. Ihr Ehemann und ihre zwei Kinder seien aber negativ getestet worden. Am Donnerstag hatte die Ukraine die Rekordzahl von knapp 700 Neuansteckungen gemeldet – kurz zuvor hatte das Land seine Infektionsschutzmaßnahmen gelockert. Landesweit registrierten die Behörden bislang knapp 30.000 Infektionen und 870 Todesopfer.

16:10 Uhr | Spahn: Steuersenkung hilft Krankenkassen

Die geplante Mehrwertsteuersenkung führt nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auch zu Erleichterungen für die gesetzlichen Krankenkassen. Er sprach von Einsparungen bei Arzneimitteln in Höhe von 700 Millionen Euro. Das sei angesichts der Corona-Mehrkosten "ein Signal der Entlastung" für die Kassen.

Mit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft will sich Spahn zudem für eine engere Zusammenarbeit der europäischen Staaten im Gesundheitsschutz einsetzen. Nach einer Videokonferenz mit seinen EU-Amtskollegen sagte er, Europa müsse wieder unabhängiger vom Weltmarkt werden und "das richtige Maß an Globalisierung" finden.

15:50 Uhr | Infozentren im Harz öffnen wieder

Im Nationalpark Harz öffnen die Besucher- und Bildungszentren am Wochenende wieder für Besucher. Am Samstag endet in den Nationalparkhäusern Ilsetal und Schierke die coronabedingte Zwangsschließung. Allerdings können die Toiletten vorerst nicht benutzt werden. Laut Nationalparkverwaltung empfängt auch die Rangerstation Scharfenstein an den Wochenenden wieder Gäste. Laut Parksprecher Friedhart Knolle sind damit alle Infozentren in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wieder in Betrieb - mit Einschränkungen in der Gastronomie und beim Besucheraufkommen.

15:30 Uhr | Thüringer Landkreistag: Neue Corona-Verordnungen nicht umsetzbar

Der thüringische Landkreistag hat die geplanten Verordnungen der Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisiert. Sowohl die neue Grundverordnung aus dem Gesundheitsministerium als auch die Verordnung für Kitas und Schulen sei für die Kommunen praktisch nicht umsetzbar. Man begrüße die Lockerung der Infektionsschutzmaßnahmen, doch müssten "beide Verordnungen schnellstens überarbeitet und den realen Bedingungen vor Ort angepasst werden". Die Kritik zielt vor allem auf die umfangreichen Hygienekonzepte für die geöffneten Bereiche, die von den jeweiligen Kommunen genehmigt werden müssen. Im Bildungsbereich will Thüringen ab Montag wieder täglich eine Betreuung für alle Kinder an Grundschulen und Kindergärten anbieten.

14:45 Uhr | Thüringer Wirtschaft reagierte schnell auf Krise

Viele Thüringer Unternehmen haben ihre Geschäftsmodelle erfolgreich an die Corona-Krise angepasst. Nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt wurde die Wirtschaft zwar branchenübergreifend hart von der Pandemie getroffen. IHK-Chefin Cornelia Haase-Lerch zufolge machten aber auch "einige Unternehmen aus der Not eine Tugend". Demnach haben gut ein Drittel der befragten Firmen ihre Produktion umgestellt. So produzieren Textilbetriebe jetzt Schutzkleidung oder Gesichtsmasken, andere entwickelten Oberflächenbeschichtungen zur Abwehr von Viren und Bakterien. Zudem verlagerten viele Firmen die Beratung und den Verkauf auf digitale Kanäle. So wurden laut IHK auch neue Kunden und Absatzmärkte erschlossen.

13:47 Uhr | Coronavirus-Ausbruch in Magdeburg

In der zuvor noch eher wenig betroffenen Hauptstadt von Sachsen-Anhalt sind jetzt sechs Schulen geschlossen worden und 17 neue Coronavirus-Infektionen bekannt geworden. Darüber haben heute Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper und Amtsarzt Eike Hennig in einer Pressekonferenz informiert.

Geschlossen wurden die Grundschule im Stadtteil Salbke, die "Heinrich-Heine-Schule" in Buckau und die "Thomas-Müntzer-Schule" in der Neuen Neustadt, die "Wilhelm- Weitling-Schule" in Neu Olvenstedt und die berufsbildende Schule "Otto Schlein" in Westerhüsen. Bereits zuvor war eine Grundschule im Stadtteil Neue Neustadt geschlossen worden. Auch drei Spielplätze und ein Jugendclub wurden gesperrt. OB Trümper sind die Infektionsketten noch nicht gänzlich nachvollziehbar. Laut Stadtverwaltung sind auch mehrere rumänische Familien betroffen.

Das Magdeburger Gesundheitsamt teilte zudem mit, dass in der Nacht zum Freitag eine Frau aufgrund einer Covid-19-Erkrankung gestorben sei.

13:17 Uhr | Auch Brandenburg kippt Kontaktbeschränkung

Wie zuvor bereits in Thüringen wird auch in Brandenburg die Verpflichtung zur Kontaktbeschränkung am Montag aufgehoben. Abstands- und Hygieneregeln sollen aber bleiben, kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) heute an. Auch werde die Maskenpflicht auf Krankenhäuser und Reisebusse erweitert.

12:37 Uhr | Deutsche Fluggesellschaften fliegen wieder

Deutsche Fluggesellschaften fahren sich langsam hoch. Nach dem zwischen März und Mai fast gänzlich ausgefallenen Passagierverkehr werden laut Branchenverband BDL rund 30 Prozent des Netzes wieder bedient. Insgesamt liege das Flugangebot aber weiterhin nur bei rund 14 Prozent des Niveaus vom Vorjahr. Ab Herbst könnten 40 bis 50 Prozent erreicht werden, sagte BDL-Chef Matthias von Randow, sofern es die Pandemie zulasse. Nach seinen Angaben sind viele Vorkehrungen getroffen worden, etwa Maskenpflichten an Bord und Luftaustausch durch Filter. Zudem sollten Passagiere für das Einchecken mehr Zeit einplanen.

12:00 Uhr | Neue Infektionen in Magdeburg

Die Zahl der neu gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Sachsen-Anhalt bleibt gering. Bis zum Freitag 10:10 Uhr wurden binnen 24 Stunden nur zwei neue Fälle gemeldet. Beide sind nach Angaben des Sozialministeriums in Magdeburg aufgetreten, wo am Donnerstag eine Grundschule und ein Hort geschlossen worden sind. Mehr als 20 positive Tests gab es unter rund 500 Erntehelfern eines Spargelhofs im bayerischen Inchenhofen. Das Gesundheitsamt ließ alle testen, 200 Ergebnisse standen noch aus. Trotz "Hotspots" ist die Rate der Neu-Infektionen in Deutschland aber weiter niedrig:

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und seltener aktualisiert.

11:57 Uhr | Auch Österreich senkt die Mehrwertsteuer

Österreich senkt zeitweise die Mehrwertsteuer für Kultur und Gastronomie auf fünf Prozent. Damit sollten unter anderem Museen, Kinos und Restaurants in der Coronakrise unterstützt werden, teilte die Regierung in Wien mit. Der verringerte Satz gelte für Speisen und Getränke in Lokalen, für Eintrittskarten, Bücher und Zeitungen. Auch in Österreich soll das von Juli bis zum Ende des Jahres gültig sein. In der Gastronomie bedeute das konkret, dass die Steuer auf Speisen von zehn, bei Getränken von 20 auf fünf Prozent gesenkt wird.

11:31 Uhr | EU warnt vor Sorglosigkeit

Die Coronavirus-Pandemie in Europa ist nach Einschätzung der EU-Kommission noch nicht vorbei. Die Regierungen müssten weiter auf Tests und Kontrolle setzen, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in einer Videokonferenz mit den EU-Gesundheitsministern: "Das liegt noch nicht hinter uns. Wir müssen wachsam sein." Eine neue Infektionswelle sei nicht ausgeschlossen.

11:19 Uhr | Britische Airlines klagen gegen Quarantäne

British Airlines (BA), Easyjet und Ryanair gehen gegen die seit Montag geltende 14-tägige Quarantäne für nach Großbritannien einreisende Flug-Passagiere vor. Die Vorschrift könne "verheerende Folgen für die britische Tourismusindustrie und die Wirtschaft" haben, erklärten die Airlines. Sie fordern zunächst eine Eilentscheidung der Justiz.

Die Regierung hat für zunächst drei Monate angeordnet, dass Passagiere aus dem Ausland ab 8. Juni für 14 Tage in Quarantäne müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis 1.000 Pfund (1.125 Euro). Der Chef der International Airlines Group und damit auch der BA, Willie Walsh, bezeichnete das als "irrational" und "unverhältnismäßig". Er forderte, die Quarantäne auf Passagiere aus Hochrisiko-Ländern zu begrenzen, zu denen Großbritannien im Grunde auch gehört.

10:30 Uhr | Kabinett beschließt Mehrwertsteuersenkung

Die Bundesregierung hat wichtige Teile des geplanten Konjunkturpakets auf den Weg gebracht: die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer und den Kinderbonus. Das Paket soll dafür sorgen, dass die Verbraucher in der Corona-Krise wieder in Konsumlaune kommen. Konkret beträgt die Mehrwertsteuer, die bei jedem Einkauf anfällt, ab Juli für ein halbes Jahr nur noch 16 statt 19 Prozent. Der ermäßigte Satz, der für viele Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs gilt, sinkt von sieben auf fünf Prozent.

Familien bekommen 300 Euro pro Kind, in je zwei Raten zu je 150 Euro im September und Oktober. Weil dies auf den steuerlichen Kinderfreibetrag, nicht aber auf die Grundsicherung angerechnet wird, profitieren eher Familien mit geringen Einkommen.

10:10 Uhr | Drogenbeauftragte will Tabak und Alkohol von Steuersenkung ausnehmen

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, hat die Koalition aufgefordert, Tabak und Alkohol von der vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer auszunehmen. Die CSU-Politikerin sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, eine Preissenkung konterkariere alle Bemühungen, den Tabak- und Alkoholkonsum zu reduzieren. Deshalb habe sie die Fraktionsführungen von Union und SPD in einem Brief gebeten, das Gesetzesvorhaben noch einmal zu überprüfen. Das Bundeskabinett will heute die Senkung der Mehrwertsteuer auf den Weg bringen, damit sie wie geplant am 1. Juli in Kraft treten kann. 

09:26 Uhr | Innensenator appelliert an Demonstranten

Berlins Innensenator Andreas Geisel hat zu Verantwortung im Umgang mit dem Grundrecht der Versammlungsfreiheit aufgerufen. Im RBB sagte er, bei der geplanten "unteilbar"-Demonstration am Sonntag gegen Rassismus müssten Veranstalter und Teilnehmer auf die Einhaltung von Infektionsschutz-Regeln achten. Das könne nicht alles bei der Polizei abgeladen werden.

Wir sind alle erwachsene Menschen.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD)

Alle seien gefordert, die Verbreitung des Virus zu verhindern. Das Anliegen der Demonstration sei sehr wichtig und dürfe nicht durch Missachtung der Anti-Corona-Regeln diskreditiert werden.

Teilnehmer einer Kundgebung protestieren auf dem Alexanderplatz (Berlin) gegen Rassismus und Polizeigewalt
Demonstration gegen Rassismus am vergangenen Samstag auf dem Berliner Alexanderplatz. Der SPD-Gesundheitspolitiker und Mediziner Karl Lauterbach sprach danach von einem "Super-Spreading-Event" für das Coronavirus. Bildrechte: dpa

09:18 Uhr | Symbolische Gräber an der Copacabana

Mit der symbolischen Aushebung von 100 "Gräbern" an der Copacabana haben Aktivisten gegen den Umgang der brasilianischen Regierung mit der Pandemie protestiert. Vor der Ansichtskarten-Kulisse am Strand schaufelten sie Reihen von rechteckigen Löchern, um an die Opfer der Pandemie in Brasilien zu erinnern und die "Inkompetenz" der Regierung zu kritisieren. Die Löcher erinnern an die hastig geschaufelten Gräber in brasilianischen Regionen.

09:00 Uhr | Britische Wirtschaft schwer getroffen

Die britische Wirtschaft bricht in der Corona-Pandemie im Rekordtempo ein. Nach Angaben des Statistikamts ONS lag die Wirtschaftsleistung im April 20,4 Prozent unter dem Niveau von März. Das sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997. Laut ONS verzeichneten alle betrachteten Sektoren jetzt Rückgänge in bisher ungekanntem Ausmaß, die Industrie, die Dienstleister und auch der Bau. Der Einbruch folgt einem bereits starken Rückgang des BIP im März um 5,8 Prozent.

08:30 Uhr | Dulig lobt Konjunkturpaket des Bundes

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) lobt das vom Bund geplante Konjunkturpaket. Er sagte bei MDR AKTUELL, dass auch ein Vorschlag aus Sachsen aufgenommen worden sei. Dabei gehe es um ein Bonusprogramm für Zulieferer-Betriebe, die investierten. Das sei wichtig für Sachsen und dessen Automobilindustrie. Zudem lobte Dulig die geplante zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer. Sie soll von Juli bis Ende des Jahres von 19 auf 16 Prozent gesenkt werden und der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben auf fünf.

08:16 Uhr | IG Metall warnt vor Abwälzen der Krise

Die IG Metall in Ost-Sachsen hat gewarnt, die Pandemie-Krise zum Nachteil der Arbeitnehmer auszunutzen. Gewerkschafter Jan Otto sagte: "Wir akzeptieren keine Tarifflucht und schon gar kein Abladen der Lasten der Krise auf Beschäftigte." Morgen findet in Bautzen eine "Aktivenkonferenz" unter dem Motto "Die Krise als Chance" statt.

07.32 Uhr | Türkei enttäuscht von Reisewarnung

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat sich enttäuscht darüber gezeigt, dass die Bundesregierung die Reisewarnung für Drittstaaten außerhalb Europas bis 31. August verlängern will. "Die wissenschaftlichen Gründe hinter der Entscheidung sind für uns nur schwer zu verstehen", sagte Cavusoglu dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Alles sei vorbereitet für eine sichere Reise in die Türkei. Nach früheren Berichten wird in Berlin trotz Reisewarnung nachgedacht, wie Reisen in die Türkei, in eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen, doch ermöglicht werden könnten.

07:10 Uhr | Sondersitzung des Bundeskabinetts

Nach der Sondersitzung des Bundeskabinetts heute soll das Gesetzgebungsverfahren für das Corona-Konjunkturpaket schnell kommen. Unter anderem soll die Mehrwertsteuer wie geplant am 1. Juli für sechs Monate sinken. Dieses Vorhaben ist durchaus umstritten. Trotz noch ungelöster Details soll der Bundestag dann in der kommenden Woche erstmals über die Vorlage beraten, die am 29. Juni in Sondersitzungen von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden soll. Geplant ist auch, dass der vorgesehene Kinderbonus von 300 Euro ab 1. Juli fließen soll.

06:35 Uhr | Kanzleramtschef: Weiter an Corona-Regeln halten

Kanzleramtschef Helge Braun hat an die Menschen appelliert, sich weiter an die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten. Im ZDF sagte der CDU-Politiker, es liege an der bisherigen Disziplin der Bürger, dass die Infektionszahlen in Deutschland so niedrig seien. Auch wenn vielfach wieder Normalität einkehre, seien elementare Regeln durchzuhalten werden, bis es einen Impfstoff gebe.

05:20 Uhr | Ökonomen: Finanzloch von über 400 Milliarden

Die Corona-Krise reißt nach einer Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln eine Finanzlücke von mehr als 400 Milliarden Euro in die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden. Die Ökonomen des arbeitgebernahen Instituts gehen allein für den Bund in diesem Jahr von einem neuen Kreditbedarf von mehr als 286 Milliarden Euro aus. Die deutsche Schuldenquote – die Höhe der öffentlichen Verschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt – werde auf einen Schlag von knapp 60 auf 81 Prozent steigen.

04:50 Uhr | Studie: Corona-Krise verstärkt Armut in der Welt

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie könnten UN-Forschern zufolge weitere 395 Millionen Menschen in extreme Armut stürzen. Die Gesamtzahl der Menschen, die weltweit von weniger als 1,90 Dollar pro Tag leben, könne auf mehr als eine Milliarde steigen. Das geht aus einer Studie der Universität der UNO hervor. Für die Ärmsten seien die Aussichten düster, sagte Andy Sumner, einer der Autoren: "Fortschritte bei der Armutsbekämpfung könnten um 20 bis 30 Jahre zurückgeworfen werden." Regierungen müssten mehr tun.

04:10 Uhr | RKI warnt vor Legionellen-Risiko

Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt nach der wochenlangen Schließung von Hotels, Sportanlagen und Schwimmbädern vor einem möglichen Legionellen-Risiko. Wie das RKI im "Epidemiologischen Bulletin" schreibt, kann es bei falscher oder fehlender Wartung zur Vermehrung der Bakterien in Trinkwasseranlagen kommen.

Legionellen können Krankheiten auslösen – von grippeartigen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Die Erreger werden häufig durch zerstäubtes Wasser übertragen, in Duschen, durch Luftbefeuchter oder über Wasserhähne. Betreiber sollten vor einer Wiedereröffnung ihrer Trinkwasseranlagen deshalb einen einwandfreien Betrieb sicherstellen.

02:30 Uhr | UN befürchten Anstieg der Kinderarbeit

Die Corona-Pandemie droht den Vereinten Nationen zufolge Millionen Mädchen und Jungen in die Kinderarbeit zu zwingen. Nach rund zwei Jahrzehnten des Rückgangs könne das globale Ausmaß der Beschäftigung von Minderjährigen wieder steigen, warnten zwei UN-Organisationen anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit heute. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef erklärten, dass die Pandemie zu wachsender Armut und sinkenden Familieneinkommen führe. Wenn die wirtschaftliche Lage angespant sei, gebe es oft vermehrt Kinderarbeit.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Juni 2020 | 06:00 Uhr

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