Coronavirus-Pandemie Ticker: WHO erlaubt Notfalleinsatz von Johnson & Johnson

Die WHO gibt grünes Licht für einen weltweiten Notfalleinsatz des Impfstoffs von Johnson & Johnson. Operationen sollten nach einer Infektion mit dem Coronavirus frühestens nach sieben Wochen stattfinden. Mallorca ist ab Sonntag kein Corona-Risikogebiet mehr. Die WHO sieht keinen Zusammenhang zwischen Astrazeneca-Impfungen und Todesfällen. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Johnson und Johnson
Der neue Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 12. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:25 Uhr | Keine Impftermine mehr für Astrazeneca in Thüringen

AstraZeneca Impfdosen
Impfdosen von Astrazeneca Bildrechte: imago images / Sven Simon

In Thüringen werden ab sofort keine Impftermine mehr für den Wirkstoff von Astrazeneca vergeben. Das teilte am Abend das Gesundheitsministerium mit. Grund seien die Lieferengpässe bei dem britisch-schwedischen Unternehmen. Astrazeneca hatte angekündigt, im ersten Halbjahr nur 100 Millionen Dosen liefern zu können. Zugesagt waren ursprünglich mehr als doppelt so viele. Vom Lieferengpass bei Astrazeneca betroffen sind die gesamten zugesagten Impfstoff-Lieferungen für die EU für das erste Jahresquartal.

22:01 Uhr | Sachsen stoppt Erstimpfungen mit Biontech

In Sachsen steht wegen eines Lieferengpasses vorerst kein Biontech-Impfstoff für Erstimpfungen mehr zur Verfügung. Ab Sonnabend und voraussichtlich in der gesamten nächsten Woche könne kein Biontech-Impfstoff für Erstimpfungen angeboten werden, sagte Kai Kranich vom Deutschen Roten Kreuz, das in Sachsen für die Impfzentren verantwortlich ist. Das betreffe auch diejenigen, die bereits einen Termin hätten, um dieses Vakzin zu bekommen. Alternativ soll ihnen Astrazeneca angeboten werden.

Neben dem Problem mit den Liefermengen verwies das DRK darauf, dass sämtliche noch vorhandene Biontech-Bestände für die Zweitimpfungen verwendet werden müssten. Kranich sagte, wer von dem Impfangebot von Astrazeneca nicht Gebrauch machen wolle, könne sich über das Impfportal oder die Hotline einen neuen Termin zu einem späteren Zeitpunkt suchen.

21:45 Uhr | Kanzler Kurz lässt sich mit Astrazeneca impfen

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat angekündigt, sich selbst mit dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca impfen zu lassen. Kurz sagte dazu: "Nachdem es viele Menschen gibt, die sich Sorgen machen, werde ich mich auch mit Astrazeneca impfen lassen, um zu zeigen, dass ich Vertrauen in den Impfstoff habe." Einen Termin nannte Kurz noch nicht.

In einigen EU-Ländern wird der Impfstoff von Astrazeneca zur Zeit nicht verwendet. Grund sind Blutgerinnsel, die bei einigen Geimpften aufgetreten waren. Die Weltgesundheitsorganisation sieht allerdings keinen Grund dafür, Astrazeneca nicht mehr zu verimpfen.

21:38 Uhr | Lettland verhängt Homeoffice-Pflicht

In Lettland soll das Arbeiten zuhause wegen der Ausbreitung des Corona-Virus kommende Woche weitgehend zur Pflicht werden. Die Regierung des EU-Landes beschloss eine Homeoffice-Pflicht für Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung, staatlicher und kommunaler Unternehmen sowie des privaten Sektors. Sie dürfen von Dienstag an nicht mehr im Büro arbeiten. Ausnahmen gelten für produzierende Unternehmen und für Tätigkeiten, die nur am Arbeitsplatz ausgeführt werden können.

20:28 Uhr | WHO erlaubt Notfalleinsatz von Johnson & Johnson

Nach den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Astrazeneca ist das Vakzin des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson das dritte, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell unterstützt wird. Auf Basis dieser Notfallzulassung können UN-Organisationen den Impfstoff erwerben und verteilen.

Im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen bietet der Impfstoff den Vorteil, dass eine einmalige Dosis ausreichen soll. Auch kann er drei Monate im Kühlschrank aufbewahrt werden und muss nicht tiefgekühlt gelagert werden.

Die Europäische Kommission hatte dem Vakzin von Johnson & Johnson am Donnerstag die finale Genehmigung erteilt, nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde EMA eine bedingte Zulassung für Personen ab 18 Jahren empfohlen hatte.

20:05 Uhr | Nur 100 Millionen Astrazeneca-Impfdosen für EU bis Juli

Astrazeneca hat eine weitere drastische Kürzung seiner Impfstoff-Lieferungen in die Europäische Union angekündigt. Man beabsichtige, im ersten Halbjahr dieses Jahres 100 Millionen Dosen in die EU-Staaten liefern, 30 Millionen davon im ersten Quartal, teilte der britisch-schwedische Pharmakonzern am Freitagabend mit.

Zuletzt war der Konzern noch von 220 Millionen Dosen bis zur Jahresmitte ausgegangen. "Obwohl unermüdlich daran gearbeitet wurde, die Lieferungen zu beschleunigen, muss Astrazeneca enttäuschenderweise eine Kürzung der geplanten Corona-Impfstoff-Lieferungen in die EU ankündigen", hieß es in einer Mitteilung.

18:14 Uhr | Mehr Ängste bei Kindern und Jugendlichen

In Deutschland suchen immer mehr Kinder und Jugendliche Hilfe, um mit ihren Ängsten wegen der Corona-Pandemie klarzukommen. Allein das Hilfeportal krisenchat.de hat seit Jahresanfang mehr als 17.000 Chats verzeichnet. Wie die Psychologin und Mitgründerin des Portals, Melanie Eckert, MDR AKTUELL sagte, sind das so viele wie seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr. Kinder und Jugendliche berichteten vor allem von Zukunftsängsten aber auch von häuslicher Gewalt und Selbstmordgedanken. Laut Eckert werden mit den Hilfesuchenden Lösungsansätze besprochen. Man vermittle auch Termine bei Beratungseinrichtungen und in Fachkliniken.

17:28 Uhr | Verlängerung für einfacheren Zugang zu Kurzarbeit

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die Regeln für einen vereinfachten Zugang zum Kurzarbeitergeld bis Ende Juni verlängern. Heil sagte, Kurzarbeit sei in der Pandemie das wichtigste Instrument im Kampf um Arbeitsplätze. Die Regierung wolle die neue Verordnung noch im März auf den Weg bringen. Die Regeln sind bislang bis Ende dieses Monats befristet. Wenn Unternehmen in Schwierigkeiten geraten und die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter reduzieren, springt die Bundesagentur für Arbeit ein und ersetzt einen Teil des weggefallenen Nettoeinkommens durch das Kurzarbeitergeld.

16:40 Uhr | Mecklenburg-Vorpommern nutzt Luca-App

Luca-App
Bereit zum Download - die Luca-App Bildrechte: dpa

In Mecklenburg-Vorpommern können alle Bürger, Unternehmen und Einrichtungen ab Montag die privat entwickelte Luca-App nutzen, um Corona-Infektionen nachvollziehbar zu machen. Das teilten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Digitalisierungsminister Christian Pegel mit. Nach Testphasen sei Mecklenburg-Vorpommern damit das erste Bundesland, das die App flächendeckend nutze.

Das Land zahlt den Angaben zufolge der Entwicklerfirma 440.000 Euro für die Lizenz. Nutzen können die App Geschäfte, die Gastronomie, Pflegeheime, Kirchen und Behörden. Laut einem Sprecher der Industrie- und Handelskammer Schwerin meldeten sich bereits 3.000 Geschäfte an.

15:59 Uhr | EMA warnt vor allergischer Reaktion bei Astrazeneca

Der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca kann nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) schwere allergische Reaktionen auslösen. Anaphylaxie (akute allergische Reaktion) sowie Überempfindlichkeitsreaktionen seien in die Liste der möglichen Nebenwirkungen des Vakzins aufgenommen worden. Gleichzeitig wies die EMA darauf hin, dass schwere allergische Reaktionen auch bei Impfungen gegen andere Krankheiten eine bekannte seltene Nebenwirkung sind.

Nach Angaben der EMA sind 41 mögliche Anaphylaxie-Fälle unter 5 Millionen geimpften Personen in Großbritannien aufgetreten.

Unterdessen wies Astrazeneca Sorgen wegen schwerer Nebenwirkungen seines Impfstoffes zurück. Eine Analyse der Sicherheitsdaten von mehr als zehn Millionen Datensätzen habe keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Lungenembolien oder tiefe Venenthrombosen gezeigt. Das gelte für alle Altersgruppen, Geschlechter, Länder oder Chargen des Astrazeneca-Impfstoffs, betonte der Pharmakonzern.

Mehrere Länder hatten Impfungen mit dem Stoff ausgesetzt. Als Grund wurden Berichte über einen Todesfall und schwere Erkrankungen durch Blutgerinnsel nach der Impfung genannt.

15:35 Uhr | Operationen erst sieben Wochen nach Corona-Infektion

Operationen sollten nach einer Infektion mit dem Coronavirus erst frühestens sieben Wochen nach dem Nachweis stattfinden. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, an der auch die Universitätsmedizin Halle beteiligt war. Wie die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Uni mitteilte, konnte nachgewiesen werden, dass Operationen innerhalb von sechs Wochen nach dem Nachweis einer Sars-CoV-2-Infektion mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergehen.

Wenn nach den sieben Wochen die Covid-19-Symptomatik noch andauere, solle möglichst noch länger abgewartet werden. Bei dringenden Eingriffen, wie etwa Tumoroperationen, müsse das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung streng gegen das erhöhte Operationsrisiko abgewogen werden.

14:46 Uhr | Leipziger Zoo bleibt doch geschlossen

Eingang zum Leipziger Zoo
Eingang zum Leipziger Zoo Bildrechte: MDR/Axel Berger

Entgegen bisheriger Pläne wird der Leipziger Zoo in der kommenden Woche nicht öffnen. Zoo-Direktor Jörg Junhold sagte, wegen der steigenden Corona-Fallzahlen verschiebe der Zoo seine Wiedereröffnung. Die schwere Entscheidung, am Montag nicht zu öffnen, sei in enger Abstimmung mit der Stadt Leipzig getroffen worden. Da hinter dem Zoo-Betrieb eine enorme Logistik stehe, habe man beschlossen, zunächst die weitere Entwicklung zu beobachten. Die Enttäuschung im Team sei groß.

14:27 Uhr | Keine Verdachtsfälle in FDP-Fraktion bei Maskengeschäften

FDP-Chef Christian Lindner hat nach eigenen Worten keine Hinweise auf Fehlverhalten in seiner Bundestagsfraktion im Zusammenhang mit Geschäften für Corona-Schutzausrüstung. "Wir haben unsere Mitglieder gefragt, sich zu offenbaren", sagte er in einer Veranstaltung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Es gab keine Anzeichen für entsprechende Verdachtsmomente."

Die CDU/CSU-Fraktionsführung hat nach Fällen in der Union von allen Mitgliedern bis Freitagabend eine entsprechende Ehrenerklärung verlangt.

13:56 Uhr | Thüringen erstattet Kita-Gebühren zurück

In Thüringen werden Kita- und Hortgebühren in der Corona-Pandemie unter bestimmten Voraussetzungen zurückgezahlt. Der Landtag hat dazu mit breiter Mehrheit ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Lediglich die AfD enthielt sich bei der Abstimmung.

Eltern ohne Anspruch auf eine Kita-Notbetreuung bekommen dem neuen Gesetz zufolge die Gebühren für alle Monate erstattet, in denen die Einrichtung mehr als 15 Kalendertage geschlossen war. Bei einer Notbetreuung werden die Gebühren zurückgezahlt, wenn diese an nicht mehr als fünf Tagen im Monat in Anspruch genommen wurde. Für Horte gilt eine vergleichbare Regelung. Bildungsminister Helmut Holter sagte, das Gesetz sei zwar in vielen Details ein Kompromiss. Dennoch würden davon sowohl Eltern als auch Kinder profitieren, so der Linke-Politiker.

13:49 Uhr | Staatliche Kunstsammlungen Dresden öffnen wieder

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden öffnen trotz steigender Infektionszahlen am Montag einige Museen. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch sagte, man gehe jetzt im Rahmen der Öffnungsstrategie die ersten Schritte. Den Anfang machen der CDU-Politikerin zufolge die Gemäldegalerie Alte Meister und die benachbarte Skulpturensammlung. Am Dienstag sollen dann weitere Museen folgen. Ein Besuch ist nur möglich, wenn man vorher ein Ticket gebucht hat. Zudem müssen alle Gäste ein Kontaktformular ausfüllen und in den Museen eine Maske tragen.

13:38 Uhr | Einzelhandelsverband plädiert für langsame Öffnungen

Der Einzelhandel sollte nach Ansicht des Einzelhandelsverbandes Deutschland die Möglichkeit bekommen, in Regionen mit niedrigen Inzidenzwerten wieder zu öffnen. Wie der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Thüringen und Sachsen-Anhalt, Knut Bernsen, MDR AKTUELL sagte, gibt es bestehende Hygienekonzepte, die in der Vergangenheit gut funktioniert haben. Diese müssten auch jetzt umgesetzt werden können. Die Regeln der Bund-Länder-Beratungen ließen das zu. Bernsen betonte, deutschlandweit gebe es täglich 50 Millionen Kundenkontakte, allein 40 Millionen davon in Supermärkten. Dort funktionierten die Hygienekonzepte schließlich auch. Bernsen kritisierte zudem, dass die Hilfen des Bundes für den Einzelhandel bei Weitem nicht ausreichend ankämen. Das erhöhe die Gefahr von Geschäftsschließungen.

12:54 Uhr | Mallorca ab Sonntag kein Corona-Risikogebiet mehr

Wegen stark sinkender Corona-Fallzahlen hebt die Bundesregierung die Reisebeschränkungen für die spanische Ferieninsel Mallorca auf. Die beliebteste Urlaubsinsel der Deutschen gilt ab Sonntag wie auch die anderen Balearen-Inseln und einige Festlandsregionen des Königreichs Spanien nicht mehr als Risikogebiet, wie das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte. Gleiches gilt auch für mehrere Regionen in Portugal und in Dänemark sowie für die Bahamas.

Als neue Risikogebiete werden laut RKI hingegen die portugiesischen Regionen Algarve, der Großraum Lissabon sowie die autonome Region Madeira geführt, die bislang nur als Virusvarianten-Gebiete galten.

12:45 Uhr | Steinmeier verurteilt Corona-Geschäfte von Abgeordneten

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Geschäfte einzelner Unions-Abgeordneter mit Corona-Schutzmasken verurteilt. Auf einem Online-Kongress sprach Steinmeier von einem schäbigen und schändlichen Verhalten. Es gehe um mehr als individuelles Fehlverhalten. Die bekannt gewordenen Fälle seien Gift für die Demokratie. Steinmeier rief die Bundestagsparteien auf, zu klären, ob weitere Fälle zu befürchten seien. - Die Unions-Fraktion hat ihren Abgeordneten eine Frist bis heute Abend für eine Erklärung gesetzt.

12:15 Uhr | Experten raten zu Impfpriorisierung von Schwangeren

Schwangere Frauen haben ein höheres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, das zeigen verschiedene Studien. Sie sollten deshalb nicht von Impfungen ausgeschlossen, sondern priorisiert werden, raten Experten.

12:08 Uhr | WHO sieht keinen Zusammenhang zwischen Astrazeneca-Impfungen und Todesfällen

Die Weltgesundheitsorganisation sieht keinen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff von Astrazeneca und Todesfällen. Eine WHO-Sprecherin sagte in Genf, eine ursächliche Verbindung zwischen Blutgerinnseln und dem Vakzin sei nicht zu erkennen. Überhaupt sei bislang kein Todesfall bekannt, den eine Impfung gegen Covid-19 ausgelöst haben könnte. Dennoch sei ein WHO-Beratungsgremium damit beauftragt, die Astrazeneca-Berichte zu prüfen.

Mehrere Staaten wie Dänemark, Norwegen oder Italien hatten die Impfungen mit Astrazeneca bzw. einer einzelnen Charge des Herstellers nach Berichten über Blutgerinnsel ausgesetzt.

11:58 Uhr | Inzidenz in Sachsen steigt wieder über 100

Die Corona-Infektionszahlen steigen weiter leicht an. In Sachsen lag die 7-Tage-Inzidenz am Donnerstag nach Daten des Risklayer-Projekts bei 102 positiven Testungen auf 100.000 Einwohner. Einen Wert von über 100 gab es zuletzt am 9. Februar. Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen setzt sich seit Mitte Februar ein leichter Aufwärtstrend fort. Die Inzidenz in Sachsen-Anhalt stieg am Donnerstag auf 98. Thüringen ist mit 150 weiterhin das Bundesland mit dem höchsten Inzidenzwert. Der bundesweite Schnitt der 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 75.

Grafik zum Stand der Corona-Neuinfektionen am 12.3.
Bildrechte: MDR/23Degrees

11:45 Uhr | SAP schenkt Mitarbeitern zusätzlichen freien Tag

Der Softwarekonzern SAP schenkt seinen weltweit mehr als 100.000 Mitarbeitern in diesem Jahr einen zusätzlichen freien Tag. Grund sind die Belastungen der Corona-Pandemie, wie ein Sprecher sagte. Demnach rief das Unternehmen den 27. April zum firmeninternen Gesundheitstag aus. Dieser Tag solle arbeitsfrei sein, aber dennoch voll bezahlt werden. Ziel sei es, dass die Beschäftigten an diesem Tag komplett von der Arbeit abschalten und Energie aufladen könnten. Das sei auch ein Entgegenkommen angesichts eines schwierigen Balanceakts zwischen Arbeit und Privatleben in der Corona-Krise.

11:40 Uhr | Sachsen-Anhalt ordert eine Million Schnelltests für Schulen

Sachsen-Anhalt hat eine Million Corona-Schnelltests für die Schulen im Land bestellt. Das hat das Gesundheitsministerium dem MDR bestätigt. Die Tests sollten am kommenden Mittwoch eintreffen. Geplant seien zwei Schnelltests pro Woche für alle Schülerinnen und Schüler, später auch für Lehrkräfte. Die Tests sollen nach Angaben des Ministeriums so schnell wie möglich dezentral verteilt werden.

11:12 Uhr | RKI-Chef dementiert Zusammenhang von häufigeren Tests und steigender Inzidenz

Jens Spahn (r, CDU), Bundesminister für Gesundheit, Lothar H. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Institut (RKI) und Anke Richter-Scheer, Vorstandsmitglied Hausärzteverband Westfalen-Lippe und Leiterin des Impfzentrums im Kreis Minden-Lübbecke, geben eine Pressekonferenz zur Corona-Lage.
Gesundheitsminister Spahn, RKI-Chef Wieler und das Vorstandsmitglied des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, Anke Richter-Scheer, (v.l.n.r.) bei der Pressekonferenz zur Corona-Lage. Bildrechte: dpa

Die zunehmenden Infektionszahlen haben nach Angaben des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, nichts mit häufigeren Tests zu tun. "Der Anstieg hängt nicht damit zusammen, dass mehr getestet wird", sagte der RKI-Chef. "Es gibt keinen Hinweis, dass eine gesteigerte Testaktivität damit zusammenhängt." Er gebe mehr und größere Ausbrüche etwa in Kitas, was mit den ansteckenderen Virus-Mutanten in Verbindung stehen könnte. Zudem zeige die wieder steigende Zahl der Intensivpatienten, dass sich das Virus tatsächlich stärker ausbreite.

11:02 Uhr | Pandemie sorgt für Einbruch der sächsischen Exportwirtschaft

Die sächsischen Exporte sind wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Kamenz sanken sie mit einem Gesamtwert von 36,8 Milliarden Euro um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit hat der Wert in etwa den Stand von 2016 erreicht, wie die Behörde mitteilte. 40 Prozent der Exporte waren Erzeugnisse des Kraftfahrzeugbaus im Gesamtwert von 14,6 Milliarden Euro. Auch in diesem Bereich fiel der Rückgang mit fast 15 Prozent überdurchschnittlich hoch aus.

10:37 Uhr | Wieler sieht Fallzahlen auf zu hohem Niveau

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hält die aktuellen Infektionszahlen für nicht akzeptabel. "Die Fallzahlen haben sich seit einiger Zeit auf einem zu hohen Niveau eingependelt", sagte der RKI-Chef in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. Die Zahl der Infektionen gerade unter Jüngeren nehme zu. Es gebe wieder mehr Ausbrüche in Kitas, die Zahl der Intensivpatienten steige wieder leicht. Der Kampf gegen die Pandemie sei ein Marathon: "Wir befinden uns im letzten Drittel - und das ist bekanntermaßen besonders anstrengend. Auch weil jetzt noch ein Wettlauf mit den Varianten hinzugekommen ist."

10:30 Uhr | Bayern beginnt am 1. April mit Impfungen in Arztpraxen

Klaus Holetschek
Holetschek: "Ab Anfang April werden die
niedergelassenen Ärzte als zweite Säule die Bayerische Impfstrategie
ergänzen."
Bildrechte: imago images/Sven Simon

Bayern will als erstes Bundesland bereits am 1. April mit Corona-Impfungen in Hausarzt-Praxen beginnen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagte, er hoffe, dass dies die Impfstoff-Lieferungen zuließen. Die Impf-Zentren sollten wöchentlich 350.000 Dosen erhalten. Darüber hinausgehende Lieferungen gingen an die Praxen.

Bund und Länder hatten sich ursprünglich verständigt, flächendeckende Impfungen in Hausarztpraxen erst Mitte April zu starten. Der Hausärzte-Verband forderte, die Impf-Zentren zu schließen und alle Impfstoffe in den Praxen zu verimpfen.

10:14 Uhr | Spahn sieht Lage weiter angespannt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt trotz immer mehr Impfungen vor Nachlässigkeit. "Die Lage bleibt angespannt. Die Zahlen steigen wieder", sagte der CDU-Politiker bei der Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. Die Virus-Mutanten breiteten sich weiter aus. Eine Chance böten aber in den nächsten Wochen immer mehr Schnelltests und auch Tests für Zuhause, so der Minister.

10:09 Uhr | Nur noch ein gutes Drittel mit Krisenmanagement der Regierung einverstanden

In der Corona-Pandemie kippt offensichtlich die Stimmung in der deutschen Bevölkerung. Laut einer Umfrage des Instituts YouGov bescheinigen nur noch 35 Prozent der Befragten der Bundesregierung einen guten Umgang mit der Krise. Im vergangenen September waren dies noch 63 Prozent gewesen, im Februar immerhin noch 43 Prozent. Ihren Höhepunkt hatte die Zustimmung zur Regierungspolitik Mitte April 2020 erreicht, als 73 Prozent der Regierung ein gutes Krisenmanagement bescheinigten.

Die Zahlen sind Ergebnisse des regelmäßig aktualisierten Covid-19-Trackers der internationalen Data & Analytics Group YouGov. Für die aktuellen Werte wurden von Dienstag bis Donnerstag 2.054 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt.

09:19 Uhr | Kreis Sonneberg öffnet ab Montag die Läden

In Thüringen will ab Montag der Landkreis Sonneberg als "Modellregion" die Läden öffnen. Einen entsprechenden Antrag hat Vizelandrat Jürgen Köpper beim Thüringer Gesundheitsministerium gestellt. Darin heißt es, die ländlich geprägte Region sei nicht vergleichbar mit Städten wie Erfurt, Jena oder Weimar. Ein derart großer Andrang wie dort drohe im Kreis Sonneberg nicht. Wie Köpper sagte, sind die Unternehmer mit Hygienekonzepten gut vorbereitet. Das Modellprojekt könnte zudem wissenschaftlich begleitet werden, so sein Argument.

In Weimar ist eine geplante Ladenöffnung ab Montag hingegen zunächst nicht möglich. Wie Bürgermeister Ralf Kirsten MDR THÜRINGEN sagte, fordert das Gesundheitsministerium Nachbesserungen am Konzept. Grundsätzlich abgelehnt habe die Landesbehörde das "Weimarer Modell" aber nicht.

09:04 Uhr | Auszahlung der Corona-Hilfen startet ab sofort wieder

Von der Corona-Krise betroffene Unternehmen erhalten ab sofort wieder Abschlagszahlungen des Bundes im Rahmen der November-, Dezember- und Überbrückungshilfe III. Das hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mitgeteilt. Der CDU-Politiker sagte der "Rheinischen Post": "Die Abschlagszahlungen für Corona-Hilfsprogramme starten heute wieder." Die Bundesregierung hatte die Zahlungen nach mehreren Betrugsfällen Ende vergangener Woche gestoppt. Eine Ministeriumssprecherin sagte dazu, dies sei notwendig gewesen, um die Unregelmäßigkeiten zu prüfen und Vorkehrungen gegen künftige Betrugsversuche zu treffen.

08:49 Uhr | Dreyer kündigt bei steigenden Fallzahlen "Schritt zurück" an

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat angekündigt, dass der Einzelhandel die Öffnungen wieder "einen kleinen Schritt" zurücknehmen müsse, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in dem Bundesland wieder dauerhaft über 50 steigt. Die SPD-Politikerin verteidigte im ZDF, dass Bund und Länder trotz steigender Fallzahlen in den vergangenen Woche Öffnungsschritte beschlossen hatten. In Rheinland-Pfalz wurde der Einzelhandel danach zunächst wieder geöffnet, weil die Inzidenz in dem Bundesland unter 50 lag. Am heutigen Freitag lag der Wert in Rheinland-Pfalz wieder bei 50,7. "Jeder weiß, wir müssen einen kleinen Schritt wieder zurückgehen, wenn es nicht so bleibt", sagte Dreyer.

08:00 Uhr | Astrazeneca will weniger Impfstoff an die EU liefern

Der schwedisch-britische Konzern Astrazeneca wird offenbar noch weniger Impfstoff an die EU liefern als zuletzt erwartet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat das Unternehmen seine Prognose für das erste Quartal auf 30 Millionen Dosen gesenkt. Ursprünglich hatte das Unternehmen 80 Millionen Dosen zugesagt. Dänemark, Norwegen, Island und Rumänien stoppten vorübergehend die Impfungen mit dem Wirkstoff. Hintergrund sind Berichte über schwere Komplikationen und Nebenwirkungen.

Deutschland will das Mittel vorerst weiter einsetzen. Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte, bislang gebe es keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung in Verbindung stehe.

07:54 Uhr | Mittelstandsverband befürchtet Insolvenzwelle

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft sieht hunderttausende Firmen insolvenzgefährdet, weil sie ihre Chancen für Corona-Nothilfen falsch einschätzen. Vize-Präsident Jochen Leonhardt sagte MDR AKTUELL, man habe über drei Millionen Mittelständler in Deutschland. Bei zehn bis 15 Prozent prognostiziere er ein Risiko. Die Unternehmer müssten bei der Beantragung von Nothilfen genau hinschauen, um nicht in Straftatbestände hineinzurauschen.

Die Fachanwältin für Insolvenzrecht, Bettina Breitenbücher, sagte, die Insolvenz dürfe während der Pandemie nur ausgesetzt werden, wenn der Antrag auf Hilfsleistungen auch Erfolgsaussichten habe. Wie konkret diese Aussichten zu beurteilen seien, sei natürlich für einen Geschäftsführer sehr schwer zu überschauen.

07:06 Uhr | Hotels und Gaststätten fordern Öffnung um Ostern

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat eine Öffnung der Betriebe um die Oster-Feiertage gefordert.

Gastronomen und Hoteliers aus Baden-Württemberg nehmen auf dem Karlsplatz an einer Demonstration für eine Öffnungsperspektive vor der nächsten Bund-Länder-Runde zu den Corona-Beschränkungen teil.
Gastronomen und Hoteliers aus Baden-Württemberg Anfang des Monats bei einer Demonstration für Öffnungsperspektiven in Stuttgart. Bildrechte: dpa

Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post", vom nächsten Bund-Länder-Treffen erwarte der Dehoga einen konkreten Fahrplan, wann und unter welchen Voraussetzungen Restaurants und Hotels wieder Gäste empfangen dürften. "61 Prozent unserer Betriebe plädieren für eine Öffnung noch vor Ostern", sagte Hartges. Rund 24 Prozent würden sich mit Blick auf die immer weniger werdende Vorlaufzeit für eine Öffnung direkt nach Ostern am 6. April aussprechen. Ein "Endlos-Lockdown" sei weder für die Unternehmer noch für die Beschäftigten eine Lösung, kritisierte die Dehoga-Geschäftsführerin. Ende März befinde sich das Gastgewerbe sieben Monate im Lockdown.

06:55 Uhr | Auch Rumänien setzt Impfung mit einer Charge von Astrazeneca aus

Nach Dänemark und Norwegen setzt nun auch Rumänien den Einsatz einer Charge des Impfstoffs des schwedisch-britischen Konzerns Astrazeneca aus. Die Behörde bezeichnete den Schritt als extreme Vorsichtsmaßnahme: "Die Entscheidung, die entsprechende Charge unter Quarantäne zu stellen, wurde ausschließlich aufgrund des in Italien gemeldeten Ereignisses getroffen." Andere Dosen des Unternehmens würden aber weiterhin verwendet. Die Aussetzung soll andauern, bis die Europäische Arzneimittelagentur eine Untersuchung zu dem Fall abgeschlossen hat.

Die italienische Arzneibehörde AIFA hatt am Donnerstag die Charge ABV2856 des Astrazeneca-Impfstoffes auf aus dem Markt genommen, nachdem einige "gravierende Fälle" nach der Verabreichung des Vakzins gemeldet worden waren. Die Charge wird derzeit von Experten geprüft.

06:50 Uhr | Ramelow hält Öffnungen nur mit Schnelltests nicht für machbar

Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow hat der Öffnung von Geschäften in einzelnen Kommunen und Landkreisen vorerst eine Absage erteilt. Der Linken-Politiker sagte MDR AKTUELL, Thüringen sei immer noch das Bundesland mit der höchsten Corona-Inzidenz. Öffnungen seien nicht einfach mit einem Bändchen und einem Schnelltest machbar. Man brauche strategisches Testen und eine technische Basis für das Erfassen und Nachverfolgen von Kontakten.

Die derzeit vorliegenden Konzepte aus Erfurt, Weimar, Neuhaus am Rennweg und dem Landkreis Nordhausen seien noch nicht schlüssig. Die Landesregierung werde deshalb mit Oberbürgermeistern und Landräten darüber reden, wie man ihre Ideen genehmigungsfähig machen könnte. Der Jenaer Oberbürgermeister Thomas Nitzsche mahnte bei MDR AKTUELL zur Vorsicht. Einfach den Einzelhandel aufzumachen und zu schauen, was passiere, sei nicht der richtige Weg.

06:45 Uhr | Spahn verspricht erste Dosen von Johnson & Johnson ab Mitte April

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet frühestens Mitte April mit ersten Lieferungen des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson. In der ARD sagte er, das Vakzin werde in den USA abgefüllt. Diese hätten faktisch einen Exportstopp für Corona-Impfstoffe verhängt. Der CDU-Politiker sagte, er finde das problematisch. Die EU-Kommission führe dazu Verhandlungen. Die EU-Kommission in Brüssel hatte den Impfstoff von Johnson & Johnson am Donnerstag als vierten Impfstoff in der EU genehmigt.

06:30 Uhr | Hausärzteverband fordert Aus für die Impfzentren

Der Deutsche Hausärzteverband ist dafür, die Impfzentren zu schließen. Verbandschef Ulrich Weigeldt sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", schon jetzt könnte man alle Impfstoffe in den Praxen verimpfen. Oberstes Ziel müsse es sein, bei steigenden Infektionszahlen so viele Menschen wie möglich in kurzer Zeit zu impfen. Das sei vor allem in den Arztpraxen möglich.

Die Gesundheitsminister hatten sich darauf verständigt, mit den Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen flächendeckend erst ab Mitte April zu beginnen. Begründet wurde das mit den knappen Ressourcen.

06:15 Uhr | Messeausfälle belasten auch andere Branchen

Der Wegfall von Messen in Deutschland wegen der Corona-Pandemie trifft auch andere Branchen hart. So musste das Leipziger Messebau-Unternehmen Michael Jakubek inzwischen einen Großteil seiner Beschäftigten entlassen. Der Firmenchef sagte MDR AKTUELL, von 20 Mitarbeitern seien nur noch drei übrig. Der Leipziger Taxi-Unternehmer Voigt erklärte, allein der Wegfall der Buchmesse reiße in seinem Gewerbe riesige Löcher. Er habe mehrere Fahrer in Kurzarbeit schicken müssen.

Der Leipziger Messe-Chef Martin Buhl-Wagner geht davon aus, dass das laufende Jahr sehr schwierig bleibt. Man plane erst für das zweite Halbjahr wieder mit Veranstaltungen. Bereits im vergangenen Jahr habe man rund zwei Drittel des Geschäfts eingebüßt.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 12. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. März 2021 | 06:00 Uhr

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