Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Österreich verschärft Auflagen für Ungeimpfte

Die österreichische Regierung hat schärfere Maßnahmen gegen Ungeimpfte angekündigt. In Deutschland wollen Bund und Länder zusammen mit dem Handel die Impfkampagne ausweiten und mehr Impfangebote etwa beim Einkaufen machen. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist erneut leicht gesunken. Sachsen prüft seine Quarantäne-Entschädigungszahlungen an Unternehmen mit ungeimpften Mitarbeitern. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Österreichs Bundeskanzler Kurz
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erhöht den Druck auf Ungeimpfte. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 8. September 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

20:32 Uhr | Durchsuchungen am Uniklinikum Magdeburg nach fragwürdigem Maskenkauf

Im Zusammenhang mit einem fragwürdigen Großeinkauf von FFP2-Masken hat das Landeskriminalamt das Uniklinikum Magdeburg durchsucht. Das berichtete zunächst die Magdeburger Zeitung "Volksstimme". 20 Beamte waren demnach im Einsatz. Sie hätten unter anderem Daten auf dem Rechner der Kaufmännischen Direktorin, Kerstin Stachel, gesichert. Stachel und der Ärztliche Direktor, Hans-Jochen Heinze, bestätigten der Zeitung den Vorgang.

Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT hatten Anfang März aufgedeckt, dass das Uniklinikum Ende 2020 mehrere Hunderttausend FFP2-Masken bei einer Firma gekauft hatte, deren Miteigentümer ein Sohn des Ärztlichen Direktors des Uniklinikums ist. Die Firma wurde erst im vergangenen Jahr gegründet. Laut einer nachträglich veröffentlichen Bekanntmachung beläuft sich der Vertragswert auf 385.000 Euro.

18:00 Uhr | Überbrückungshilfen bis Jahresende verlängert

Einige Corona-Staatshilfen für Unternehmen werden bis Ende dieses Jahres verlängert. Darauf haben sich das Finanz- und das Wirtschaftsministerium des Bundes verständigt. Das teilten beide Ministerien mit. Damit wird die Überbrückungshilfe III Plus bis 31. Dezember gezahlt, die es bisher für die Monate Juli bis September gab. Beantragen können sie Firmen, die wegen Corona einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent erlitten haben. Sie erhalten eine gestaffelte Fixkostenerstattung.

Ebenfalls verlängert würden der Eigenkapitalzuschuss und die "Neustarthilfe Plus" für Soloselbstständige. Zur Begründung hieß es, dass die coronabedingten Einschränkungen in einigen Branchen weiter anhielten – auch wenn es in den meisten Bereichen der Wirtschaft wieder bergauf gehe.

17:20 Uhr | Mehr als eine halbe Milliarde Euro Quarantäne-Entschädigung

Die Bundesländer haben seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro an Entschädigungen für Verdienstausfälle durch eine Quarantäne gezahlt. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes unter den zuständigen Ministerien der Länder ergab, wurden mindestens knapp 600 Millionen Euro dafür ausgegeben.

Die Summen, die für Entschädigungen aufgewendet wurden, variieren von Land zu Land. Die höchste Summe an Entschädigungszahlungen kam in Nordrhein-Westfalen zusammen: 120 Millionen Euro. Auch in Mitteldeutschland gibt es größere Unterschiede: Sachsen entschädigte betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beispielsweise in Höhe von rund 25 Millionen Euro, Thüringen zahlte fast 69 Millionen Euro.

Wenn eine Quarantäne zum Verdienstausfall führt, haben die Betroffenen nach dem Infektionsschutzgesetz ein Anrecht auf Entschädigung. Die Regelung sieht zugleich vor, dass der Anspruch entfallen kann, wenn die Quarantäne durch eine Schutzimpfung hätte vermieden werden können.

17:10 Uhr | Novavax startet Studie mit Kombi-Impfstoff

Das US-Biotechunternehmen Novavax startet eine frühe klinische Studie mit einem kombinierten Impfstoff gegen saisonale Grippe und Covid-19. An der Studie sollen erst einmal 640 Erwachsene zwischen 50 und 70 Jahren teilnehmen, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren oder die mindestens acht Wochen zuvor einen zugelassenen Covid-19-Impfstoff erhalten haben. Die Studienergebnisse erwartet Novavax im ersten Halbjahr 2022.

16:52 Uhr | Sachsen-Anhalt: Kein einheitliches Vorgehen in Landkreisen

In Sachsen-Anhalt steigen langsam die Inzidenzen wieder an. Welche Maßnahmen wann wie wieder in Kraft treten, sollen die einzelnen Regionen selbst entscheiden. So sehen es die aktuellen Regelungen des Landes vor. Doch die allgemeinen Vorgaben werden unterschiedlich interpretiert, konkrete Maßnahmen sind ungeklärt. Das ergab eine Recherche von MDR SACHSEN-ANHALT:

16:42 Uhr | WHO beobachtet Mu-Virusvariante

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt die Mu-Variante des Coronavirus unter Beobachtung. Mu kann zwar teilweise der Immunität durch Impfung oder Genesung ausweichen, wird sich wohl aber nicht gegen Delta durchsetzen, glauben Wissenschaftler.

15:55 Uhr | Covax erreicht Lieferziel nicht

Die internationale Impfallianz Covax muss deutliche Abstriche bei ihrem Lieferziel für dieses Jahr machen. Die Initiative für eine weltweit gerechte Verteilung von Covid-19-Impfstoffen rechne nun damit, 2021 wohl 1,425 Milliarden Dosen von den Geberländern zu erhalten. Noch im Juli war man von zwei Milliarden Dosen ausgegangen.

Grund für die Verzögerung sind unter anderem Exportbeschränkungen beim Hauptlieferanten, dem indischen Serum Institut, Produktionsprobleme bei Johnson & Johnson und Astrazeneca sowie Verzögerungen bei der Zulassung der Vakzine von Novavax und Clover.

13:00 Uhr | Wieler: Immer mehr Jüngere im Krankenhaus

Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, mahnt, wenn die Impfquote nicht drastisch steige, "kann die aktuelle vierte Welle einen fulminanten Verlauf nehmen". Die Belegung der Intensivbetten in den Krankenhäusern habe sich in den vergangenen beiden Wochen fast verdoppelt. Es seien auch immer mehr jüngere Menschen betroffen.

12:24 Uhr | Österreich verschärft Auflagen für Ungeimpfte

In Österreich wird es künftig stärkere Einschränkungen für Ungeimpfte geben. Wie die konservativ-grüne Regierung ankündigte, müssen ab 15. September ungeimpfte Menschen unter anderem beim Einkaufen wieder eine FFP2-Maske tragen, für Geimpfte oder Genesene gilt eine Empfehlung. Außerdem wird die Gültigkeitsdauer von Corona-Antigentests von 48 auf 24 Stunden halbiert. Ab einer Auslastung von 15 Prozent der Intensivplätze in Kliniken dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene (2G) etwa in Clubs oder Bars. Bislang dürfen das auch Ungeimpfte mit einem Negativtest. Die 7-Tage-Inzidenz bei Neuansteckungen liegt im Nachbarland derzeit bei 118.

11:45 Uhr | Spahn und Handel mit "gemeinsamer Impfwoche"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ruft ab kommendem Montag zu einer "gemeinsamen Impfwoche" auf. Bund, Länder und Kommunen sollten dann ihre Anstrengungen in der Impfkampagne bündeln. In den sozialen Medien läuft die Aktion unter dem Hashtag #hierwirdgeimpft. Spahn betonte, Impfen bleibe eine persönliche Entscheidung – die aber auch andere betreffe. "Was wir gerade sehen, ist eine Pandemie der Ungeimpften." Auf den Intensivstationen lägen zumeist Covid-19-Patienten, die nicht geimpft seien.

RKI-Chef Lothar Wieler mahnte, wenn die Impfquote nicht drastisch steige, könnte die vierte Welle einen fulminanten Verlauf nehmen. Die Intensivbettenbelegung habe sich in den letzten beiden Wochen fast verdoppelt, der Altersdurchschnitt der Patienten sinke. Deutschland sei noch weit von der angestrebten Impfquote von 85 Prozent entfernt, dabei gebe es genügend Impfstoff.

Bei der Bundespressekonferenz kündigten Vertreter des Handels an, die Impfkampagne des Bundes verstärkt zu unterstützen – über bessere Aufklärung und niedrigschwellige, mobile Impfangebote direkt beim Einkaufen. In den ersten zwei Wochen nach Start der Initiative des Einzelhandels wurden demnach 100.000 Impfdosen beim Einkaufen verabreicht.

10:58 Uhr | Mehr Krankenhausinfektionen durch Pandemie

Die Zahl der Krankenhausinfektionen in Deutschland ist in der Corona-Pandemie gestiegen. Dem Barmer-Krankenhausreport zufolge gab es 2020 deutschlandweit etwa 34.000 zusätzlich Infizierte und bis zu 1.300 weitere Todesfälle durch sogenannte nosokomiale Infektionen im Zusammenhang mit einer medizinischen Behandlung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder auch ambulanten Praxen. Beispiele sind Wundinfektionen nach Operationen, Infektionen durch Katheter oder Harnwegsinfektionen. Laut Barmer-Report sind jedes Jahr bis zu 600.000 Patientinnen und Patienten in deutschen Kliniken betroffen, bis zu 15.000 von ihnen würden sterben. Die höheren Fallzahlen werden auch auf die veränderte Patientenstruktur zurückgeführt. Gerade in der ersten Pandemiewelle lagen demnach vor allem ältere Menschen auf den Stationen, die deutlich anfälliger für Infektionen sind. Weitere Gründe seien die hohe Arbeitsbelastung für das Klinikpersonal und anfangs mangelnde Schutzausrüstung gewesen.

09:55 Uhr | Studie – Viele Mütter im Lockdown depressiv

Mütter haben im Lockdown psychisch deutlich stärker gelitten als Väter. Das zeigen Recherchen des RBB auf Basis bundesweiter Erhebungen des Instituts für Wirtschaftsforschung und des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung. Demnach gaben 64 Prozent der Mütter an, sich während der Pandemie niedergeschlagen und hoffnungslos gefühlt zu haben. Bei Alleinerziehenden waren es sogar drei Viertel. Der Anteil der Väter mit depressiven Verstimmungen lag bei 48 Prozent. Laut Untersuchung hatten die Mütter durch Schul- und Kita-Schließungen im Schnitt drei Stunden Mehrarbeit. Bei Vätern waren es zweieinhalb Stunden.

08:36 Uhr | Kurorte beklagen mangelnde Hilfe vom Bund

Heilbäder und Kurorte in Mitteldeutschland beklagen auch dieses Jahr Millionenverluste infolge der Corona-Krise und mangelnde Unterstützung vom Bund. Der sächsische Verbandschef Karl-Ludwig Resch kritisiert, dass viele Orte als Miteigentümer auf ihren Verlusten sitzen blieben. Private Unternehmen hätten Ausgleich bekommen, für öffentlich geführte sei das nur im November und Dezember so gewesen. Der Heilbäderverband Sachsen-Anhalt verwies zugleich auf anhaltende Einnahmeausfälle. Die Hygienebestimmungen schränkten den Betrieb weiterhin sehr ein. Raja Kraus zur Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen:

08:00 Uhr | Infektionswelle in den USA

In den USA melden die Gesundheitsbehörden knapp 290.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 325. Mindestens 1.835 weitere Menschen starben mit oder an dem Virus, die Zahl der Todesopfer erhöhte sich damit auf 651.760. Landesweit sind gut 52 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft und knapp 62 Prozent teilweise.

07:35 Uhr | Impfappell vom Kinderhilfswerk

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat Erwachsene aufgerufen, sich mit Rücksicht auf Kinder gegen Covid-19 impfen zu lassen. Präsident Thomas Krüger sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Kindern sei in den vergangenen Monaten durch die Schließung von Schulen und Kitas viel abverlangt worden, um die Älteren zu schützen – mit Negativfolgen wie psychische Beeinträchtigungen und Bewegungsmangel. Jetzt müssten sich die Erwachsenen impfen lassen, um die Kinder zu schützen und die Welle zu brechen.

07:00 Uhr | Entschädigung für Ungeimpfte auf dem Prüfstand

Sachsen prüft, ob es auch künftig für Ungeimpfte Entschädigungen beim Verdienstausfall durch Corona-Quarantäne zahlt. Das bestätigte das Sozialministerium dem Evangelischen Pressedienst. Der Freistaat hat nach eigenen Angaben 2020 knapp zehn Millionen Euro Entschädigung wegen Quarantäne ausgezahlt. Im laufenden Jahr sind es demnach bereits 15,2 Millionen Euro gewesen. Baden-Württemberg hat angekündigt, ab Mitte September für Ungeimpfte keine Entschädigung mehr für Verdienstausfälle aufgrund einer angeordneten Quarantäne zu zahlen.

06:45 Uhr | Inzidenz leicht rückläufig

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist erneut leicht gefallen. Dem Robert Koch-Institut zufolge liegt sie aktuell bei 82,7 nach 83,8 am Vortag. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.565 neue Ansteckungen, ähnlich viele wie vor einer Woche. Etwas höher sind die Zahlen beim Risklayer-Projekt, das die bundesweite Inzidenz mit 89 beziffert. Am besten sieht es demnach weiter in Mitteldeutschland aus mit Inzidenzen von 27 in Sachsen-Anhalt, 35 in Sachsen und 36 in Thüringen. Bundesweit Spitzenreiter sind Hessen, NRW und Bremen mit etwa 120 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

06:20 Uhr | Sachsen verstärkt Impfkampagne

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping will verstärkt ältere Menschen zu einer Covid-Impfung motivieren. Sie sagte MDR AKTUELL, dafür würden bis Ende des Jahres 30 mobile Impfteams in Sachsen unterwegs sein. Das minimiere den Aufwand, um geimpft zu werden. Auch Hausärzte sollten noch einmal dazu auffordern. Zudem würden Krankenhäuser impfen, wie in Dresden und Leipzig. Köpping rechnet damit, dass Geimpfte ohne große Einschränkungen durch den Herbst kommen. Die Corona-Verordnung sehe vor, dass bei Überschreiten der Warnstufen bestimmte Dinge nur für Geimpfte und Genesene möglich sind.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 8. September 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten:

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 08. September 2021 | 06:00 Uhr

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