Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: EU-Parlament und Mitgliedsstaaten streiten über Impfzeugnis

Das EU-Parlament verlangt Änderungen am EU-Impfzertikat. Der Bund will die Regelung zu Geimpften beschleunigen. In Sachsen-Anhalt sind Geimpfte bereits von der Testpflicht befreit. CSU-Chef Söder ist mit Biontech geimpft. Buga-Besucher können sich in einem eigens eingerichteten Zentrum testen lassen. Der Verfassungsschutz beobachtet Teile der "Querdenker".

Unser Ticker am Mittwoch, 28. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:46 Uhr | USA haben bislang 300 Millionen Impfdosen im Land verteilt

Die US-Seuchenbehörde CDC gibt die Auslieferung von mehr als 300 Millionen Impfdosen bekannt. Davon seien knapp 235 Millionen von ihr verimpft worden. Mehr als 142 Millionen US-Bürger hätten mindestens eine Dosis erhalten, bei 98 Millionen sei die Impfung abgeschlossen.

20:50 Uhr | EU-Parlament und Mitgliedsstaaten streiten über Impfzeugnis

In der EU bahnt sich ein Streit zwischen Parlament und Mitgliedsstaaten über die Ausgestaltung des geplanten europaweiten Impfzertifikats an. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Abend für weitgehende Änderungen an den bisherigen Plänen.

Die Parlamentarier kritisieren, dass die Mitgliedstaaten sich vorbehalten wollen, auch nachweislich Corona-Geimpften oder negativ Getesteten beim Grenzübertritt Test- und Quarantänepflichten aufzuerlegen. Zudem wollen die Abgeordneten keine Impfung anerkennen, wenn der Impfstoff in der EU nicht zugelassen ist. Das würde u.a. Ungarn treffen, das Sputnik V und chinesische Vakzine verimpft. Außerdem verlangt das Parlament, dass die  Mitgliedstaaten für "einen allgemeinen, leichten, zeitnahen und kostenlosen Zugang zu COVID-19-Tests sorgen" müssen. Derzeit seien die Preise von Land zu Land sehr unterschiedlich.

Aus der EU-Kommission kam scharfe Kritik. Die Behörde hatte die Vorschläge für den Impfpass vorgelegt. EU-Justizkommissar Didier Reynders warnte die Abgeordneten davor, sich einer Einigung zu widersetzen. Es drohe ein Flickenteppich in Europa. Mit welcher konkreten Position das Parlament in die nun anstehenden Kompromissverhandlungen mit den Mitgliedsländern geht, soll morgen bekannt gegeben werden.

20:03 Uhr | Suchmaschine für Impftermine

Ein 17-jähriger Schüler hat eine Suchmaschine für Impftermine programmiert. Der Service bietet für vier Bundesländer eine kalendarische Übersicht für die jeweiligen Impfzentren, darunter für Sachsen-Anhalt. Außerdem ist es möglich, sich per E-Mail benachrichtigen zu lassen, sobald neue Impftermine freigegeben werden.

18:36 Uhr | Digitaler Impfpass soll noch in diesem Quartal kommen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will mit einer Gesetzesänderung die Nutzung eines digitalen Corona-Impfpasses noch in diesem Quartal möglich machen. Spahn sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, neben Arztpraxen und Impfzentren sollten auch Apotheker das digitale Dokument ausstellen können. Dafür wolle man das Infektionsschutzgesetz zügig ändern. Millionen bereits Geimpfte könnten dann die Infos aus dem gelben Impfausweis auf ihr Handy übertragen lassen und diesen Nachweis bereits im Sommer nutzen.

18:22 Uhr | Mexiko stellt Sputnik V her

Russland lässt seinen Corona-Impfstoff Sputnik V künftig auch in Mexiko herstellen. Das teilten die Außenminister beider Länder, Sergej Lawrow und Marcelo Ebrard, in Moskau mit. Die Produktion könne bereits im Mai beginnen, schrieb Russlands staatlicher Direktinvestmentfonds RDIF auf Twitter. In Argentinien lief die Sputnik-V-Produktion bereits vor wenigen Tagen an. In Brasilien hingegen untersagte die zuständige Behörde die Einfuhr des russischen Mittels mit der Begründung , es fehle an Daten zu Qualitätskontrolle, Sicherheit und Wirksamkeit.

17:55 Uhr | Impfpanne in Brandenburg – Ärzte müssen 15.000 Termine absagen

Wegen einer Organisationspanne haben Brandenburger Arztpraxen 15.000 vereinbarte Corona-Impftermine wieder absagen müssen. Das teilte der Hausärzteverband mit. Die Praxen seien zuvor gebeten worden, kurzfristig Termine für 15.000 zusätzliche Dosen von Biontech und Moderna zu organisieren; die Lieferungen seien aber am Dienstag wieder abgesagt worden.

Das Innenministerium sieht die Schuld dafür bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese habe den Praxen Kontingente angeboten, die nicht zur Verfügung gestanden hätten. Die Kassenärztliche Vereinigung wies das zurück. Sie sei von dem dem Innenministerium unterstellten Impflogistikstab beauftragt worden, 20.000 zusätzliche Impftermine zu organisieren. Weil in den Impfzentren kurzfristig nur 5.000 Zusatztermine möglich gewesen seien, habe man die Arztpraxen um Hilfe gebeten und den Impflogistikstab darüber informiert. Dort habe niemand widersprochen. Der Stab indes hatte die Dosen an Landkreise verteilt bzw. als Reserve zurückbehalten.

17:25 Uhr | Domstufen-Festspiele planen mit mehr Besuchern

Das Erfurter Theater hält trotz der Corona-Pandemie an den Domstufen-Festspielen in diesem Sommer fest. Die Veranstalter um Intendant Guy Montavon planen gar, die Zuschauertribüne um 400 auf 2.400 Plätze zu vergrößern. Mit der größeren Platzkapazität wolle man gegebenenfalls auch auf coronabedingte Einschränkungen reagieren können.

Vom 9. Juli bis 1. August soll auf den Stufen des Erfurter Doms "Die Jungfrau von Orleans" aufgeführt werden. Die Oper von Peter Tschaikowski wird vom Japaner Tomo Sugao inszeniert.

17:14 Uhr | AfD legt Verfassungsklage gegen Notbremse ein

Nach der FDP sowie mehreren Verbänden und Einzelpersonen hat auch die AfD eine Verfassungsklage gegen die bundesweite "Notbremse" zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingereicht. Bundestags-Fraktionsvize Sebastian Münzenmaier erklärte: "Die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes schränkt die Bürger willkürlich und massiv in ihren Grundrechten ein". Insbesondere richtet sich die Klage der AfD gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen.

16:42 Uhr | Bund will Regelung zu Geimpften beschleunigen

Die Bundesregierung will die geplante Verordnung zu Erleichterungen für Geimpfte in der Corona-Pandemie beschleunigen. Ein Regierungssprecher teilte mit, dazu soll noch vor der Befassung im Kabinett eine Verständigung mit Bundestag und Bundesländern hergestellt werden.

Bisher war geplant, dass das Kabinett in der nächsten Woche eine Verordnung auf den Weg bringt und nach dem Bundestag der Bundesrat am 28. Mai abschließend entscheidet. Mehrere Bundesländer hatten bereits angekündigt, Geimpfte und Genesene wesentlich früher mit negativ Getesteten gleichzustellen. In Sachsen-Anhalt ist das bereits geschehen, Thüringen will am 5. Mai folgen.

16:21 Uhr | Söder mit Biontech geimpft

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Der 54-Jährige sei bereits in der vergangenen Woche von seinem Hausarzt in Nürnberg geimpft worden, teilte eine Sprecherin der bayerischen Staatsregierung auf Anfrage mit.

Die Mitglieder der bayerischen Staatsregierung gehören laut der Impfpriorisierung des Bundes als Verfassungsorgan zur Prioritätengruppe 3. Da diese Gruppe in Bayern bereits zu Impfungen zugelassen ist, konnte sich Söder eine Spritze mit dem zum damaligen Zeitpunkt in der Hausarzt-Praxis vorrätigen Präparat des Herstellers Biontech verabreichen lassen.

16:04 Uhr | Sachsen-Anhalt: Geimpfte bereits von Testpflicht befreit

Vollständig Geimpfte sind in Sachsen-Anhalt nach der aktuellen Corona-Verordnung von der Testpflicht befreit. Das stellte Gesundheitsminsterin Petra Grimm-Benne klar. Mit einem Nachweis über einen vollständigen Impfschutz sei es bereits jetzt möglich, ohne negativen Test etwa zum Friseur oder in ein Geschäft zu gehen.

Die Regelung gelte auch für Menschen, die im Beruf einer regelmäßigen Testpflicht unterlägen. Dazu gehörten Erzieher, Lehrer und Mitarbeiter in Pflegeheimen. Ministerpräsident Reiner Haseloff hatte zuvor die Bundesregierung aufgefordert, die Rechte von Geimpften und Genesenen möglichst noch in dieser Woche festzulegen. Bundestag und Bundesrat könnten die Verordnung dann im Parallelverfahren kommende Woche verabschieden.

15:52 Uhr | Innenpolitiker begrüßen Beobachtung von "Querdenken"

Innenpolitiker haben die Entscheidung des Bundesamtes für Verfassungsschutz begrüßt, extremistische Teile der "Querdenken"-Bewegung zu beobachten. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg, betonte, natürlich sei Kritik an den Corona-Maßnahmen erlaubt. Teilen der "Querdenker" gehe es aber nicht um Corona, sondern um das demokratische System. Hier müsse der Staat wehrhaft und wachsam sein. Der FDP-Innenpolitiker Benjamin Strasser sagte, man erlebe seit Monaten eine zunehmende Radikalisierung. Es gebe immer mehr gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte und Journalisten. Mit "Querdenken" sei ein Extremismus ganz neuer Art entstanden.

15:12 Uhr | Positiver PCR-Test soll Genesene ausweisen

Corona-Genesene sollen sich in Thüringen voraussichtlich mit einem positiven PCR-Test ausweisen können. Details werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch abgestimmt. Unklar ist bisher, in welcher Form die Testergebnisse vorliegen müssen und wie alt sie sein dürfen. Ab dem 5. Mail sollen in Thüringen Genesene und Geimpfte negativ Getesteten gleichgestellt werden.

15:10 Uhr | Kinderbonus und Hartz-IV-Corona-Zuschlag kommen im Mai

Im Mai werden die vereinbarten Corona-Zuschläge für Bedürftige und für Kinder in Höhe von jeweils 150 Euro ausgezahlt. Dies kündigt die Bundesagentur für Arbeit nun an. Die Bundesregierung hatte den einmaligen Corona-Zuschlag für etwa 3,8 Millionen Hartz-IV-Bezieher Anfang Februar auf den Weg gebracht. Er soll Mehraufwendungen in der Corona-Pandemie ausgleichen. Familien, die im Mai 2021 Anspruch auf Kindergeld haben, bekommen zudem einen Kinderbonus von 150 Euro. Auch das war von der Koalition Anfang Februar vereinbart worden. Die Einmalzahlung wird nicht auf Sozialleistungen angerechnet.

Derzeit dringt die SPD auf einen weiteren Kinderbonus von 100 Euro, Er soll Teil des Corona-Aufholpakets im Bildungsbereich sein, das nächste Woche im Kabinett beschlossen werden soll.

14:53 Uhr | Polen lockert Corona-Regeln ab Mai

Polen lockert stufenweise seine Corona-Einschränkungen. Ministerpräsident Morawiecki kündigte an, ab nächsten Dienstag dürften Einkaufszentren und Baumärkte öffnen. Auch Museen und Kunstgalerien könnten wieder Besucher empfangen. Jüngere Schulkinder würden in die Klassenräume zurückkehren. Hotels sollen laut Morawiecki ab dem 8. Mai wieder Gäste aufnehmen - bis zu einer Auslastung von 50 Prozent. Mitte Mai könnten dann auch Restaurants im Freien bedienen.

Gesundheitsminister Niedzielski sagte, Voraussetzung des Öffnungsfahrplans sei, dass der positive Trend anhalte. In Polen ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt stark zurückgegangen. Der Inzidenzwert liegt knapp unter dem von Deutschland.

14:36 Uhr | Haseloff drängt auf rasche Regelung für Geimpfte

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff hat die Bundesregierung aufgefordert, die Rechte von Geimpften und Genesenen möglichst noch in dieser Woche festzulegen. Der amtierende Bundesrats-Präsident sagte dem "Handelsblatt", Bundestag und Bundesrat könnten die Verordnung dann im Parallelverfahren kommende Woche verabschieden.

Auch Bundesjustizministerin Lambrecht hatte heute erklärt, ihr Ziel sei, die Verordnung so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen. Was jetzt in den Bundesländern geschehe, gehe absolut in die richtige Richtung. Mehrere Bundesländer haben Erleichterungen schon in Kraft gesetzt oder angekündigt, darunter Thüringen und Bayern. Die Bundesregierung will eigentlich erst kommende Woche ihren Vorschlag für eine Verordnung unterbreiten, der Bundesrat soll sie dann Ende Mai beschließen.

13:28 Uhr | Biontech-Chef - Impfstoff wirkt gegen indische Variante

Der Biontech-Impfstoff hilft nach einer ersten Einschätzung von Biontech und Pfizer auch gegen die in Indien vorkommende Corona-Mutation. Zwar liefen die entsprechenden Tests noch, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin, er sei aber zuversichtlich, dass der Wirkstoff auch gegen diese Variante wirke. Diese zeichne sich durch von anderen Mutationen bereits bekannte Veränderungen aus. Biontech und Pfizer hätten inzwischen schon mehr als 30 Corona-Varianten getestet. Bei fast allen funktioniere der Wirkstoff genau so gut wie bei der Ursprungsform.

13:15 Uhr | Impfstoffpanne im schwäbischen Wertingen

In einem schwäbischen Impfzentrum sind Impflinge mit zu stark verdünntem Impfstoff versorgt worden. Nach Angaben des Landratsamtes in Dillingen müssen die 42 Männer und Frauen noch einmal geimpft werden. Zuvor können sie aber noch einen Antikörpertest machen lassen, um festzustellen, ob das Immunsystem bereits ausreichend auf die beiden ersten Spritzen reagiert hat. Aufgefallen war die Panne bei Nachkontrollen. Vor den Impfungen müssen einige der Wirkstoffe mit einer bestimmen Menge an Kochsalzlösung verdünnt werden.

12:52 Uhr | EU-Klage gegen Astrazeneca - erster Termin ohne Annhäherung

In Brüssel hat der erste Gerichtstermin im Verfahren der EU gegen den Impfstoffhersteller Astrazeneca wegen Lieferverzögerungen stattgefunden. Eine Annäherung kam nicht zustande, Die Anwälte der EU-Kommission forderten das Pharma-Unternehmen vor einem Gericht in Brüssel dazu auf, sofort Impfdosen aus allen im Vertrag aufgeführten Werken bereitzustellen. Der Anwalt von Astrazeneca hielt dagegen, eine solche Verpflichtung bestehe nicht. Das zuständige Gericht erster Instanz legte den 26. Mai als Termin der ersten Anhörungen fest. Das Gericht soll entscheiden, ob Astrazeneca gegen mit der EU-Kommission vereinbarten Vertragsbedingungen zur Lieferung von Impfstoffen gegen das Coronavirus verstoßen hat.

12:44 Uhr | Impfaktion in der Mammuthalle in Sangerhausen

Im Landkreis Mansfeld-Südharz werden in den kommenden drei Tagen rund 1.200 Wahlhelfer geimpft. Nach Angaben des Landkreises ist eine große Impfaktion in der Mammuthalle in Sangerhausen geplant. Die Landeswahlleiterin und das Sozialministerium hatten beschlossen, dass ehrenamtliche Wahlhelfer vorrangig gegen Corona geimpft werden können. Insgesamt werden in Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl am 6. Juni mehr als 20.000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im Einsatz sein.

12:06 Uhr | Bundesgartenschau jetzt mit eigenem Testzentrum

Besucher der Bundesgartenschau können sich seit Mittwoch in einem eigens für sie eingerichteten Testzentrum auf das Coronavirus testen lassen. Das Zentrum ist vor allem für jene Besucher der Gartenschau gedacht, die aus anderen Thüringer Regionen und aus anderen Bundesländern anreisen. In der Einrichtung können 5.000 Menschen pro Tag getestet werden.

11:32 Uhr | Verfassungsschutz beobachtet Teile der "Querdenker"

Der Verfassungsschutz beobachtet Personen und Gruppen innerhalb der "Querdenken"-Bewegung. Das teilte das Bundesinnenministerium mit. Damit darf das Bundesamt für Verfassungsschutz beispielsweise Daten zu bestimmten Personen aus der Szene sammeln. Das Innenministerium erklärte zur Begründung, legitime Proteste und Demonstrationen gegen die Corona-Politik würden von den "Querdenkern" zunehmend instrumentalisiert und Eskalationen provoziert.

11:12 Uhr | Sachsen will Obdachlose impfen

Sachsen bereitet die Impfung von Obdachlosen vor. Wie das Sozialministerium mitteilte, läuft derzeit die Abstimmung mit den Kommunen. Dabei soll das Präparat von Johnson & Johnson zum Einsatz kommen. Der Impfstoff biete sich für Obdachlosenunterkünfte mit hoher Fluktuation an, da nur einmal geimpft werden müsse. Dem Ministerium zufolge sind gestern 12.000 Dosen des Präparats geliefert worden. Das Deutsche Rote Kreuz teilte mit, dass noch unklar sei, wie viele Wohnungslose geimpft werden müssten. Wenn die Leiter der Unterkünfte die Impfbereitschaft der Obdachlosen ermittelt hätten, könnten mobile Teams mit der Arbeit beginnen.

11:06 Uhr | Selbstgekaufter Test reicht

Ein selbstgekaufter Corona-Schnelltest reicht als Nachweis beim Besuch von Einzelhandelsgeschäften oder Friseuren aus. Das hat das Bundesgesundheitsministerium MDR SACHSEN-ANHALT auf Nachfrage bestätigt. Allerdings gälten einige Voraussetzungen: Zum einen müsse der Test offiziell zugelassen sein, also zum Beispiel eine CE-Kennzeichnung haben. Zum anderen sei es notwendig, dass das negative Testergebnis durch den Nachweis eines Dritten belegt werden könne. Dabei ist es dem Ministerium zufolge aber auch zulässig, dass der Test unter Aufsicht des jeweiligen Dienstleisters durchgeführt wird. Das heißt, dass der selbstgekaufte Corona-Schnelltest zum Beispiel vor den Augen des Friseurs gemacht werden könne.

09:50 Uhr | Ex-Ethikrat-Chef fordert neue Impf-Priorisierung

Der frühere Chef des Ethikrats, Peter Dabrock, hat eine neue Impf-Priorisierung gefordert. Dabrock sagte MDR AKTUELL, es sei nicht der richtige Weg, die Impf-Priorisierung aufzuheben und den Impfstoff "einfach in das verbleibende Volk zu schmeißen". Dabrock schlug statt dessen vor, jetzt diejenigen vorzuziehen, die einem hohen Infektions-Risiko ausgesetzt seien. Konkret nannte er Schülerinnen und Schüler, Studierende und die Eltern von jüngeren Schulpflichtigen. Dabrock forderte zugleich, die Inzidenz-Zahlen jetzt endlich nach unten zu drücken, damit auch Jüngere, die nicht geimpft werden könnten, wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könnten. Sie hätten ein Jahr lang weitgehend auf ihre Menschenrechte, auf Bildung und Entwicklung verzichtet – zum Wohle der Älteren.

09:12 Uhr | Milliarden-Wiederaufbauplan für Italien

Das italienische Parlament hat den milliardenschweren Corona-Wiederaufbauplan von Regierungschef Mario Draghi gebilligt. Nach der Abgeordnetenkammer gab auch der Senat grünes Licht für das Konjunkturprogramm mit einem Umfang von mehr als 220 Milliarden Euro. Das Geld soll unter anderem in Infrastruktur, grüne Energie und den Ausbau des Internets fließen. Etwa 40 Prozent der Gesamtsumme sollen dem wirtschaftlich schwächeren Süden des Landes zugute kommen.

09:09 Uhr | Nie da gewesene Rabatt-Aktionen zu erwarten

Der Vorstandschef von Galeria Karstadt Kaufhof, Miguel Müllenbach, rechnet nach dem Lockdown mit bisher ungekannten Rabatt-Aktionen. Müllenbach sagte der "Bild"-Zeitung, es gebe aktuell einen großen Warendruck, vor allem bei Textilien. Die Lager seien branchenweit übervoll. Man werde so viele Rabatt-Aktionen sehen wie nie zuvor. Müllenbach erklärte weiter, halte der Lockdown an, werde Galeria Karstadt Kaufhof weitere finanzielle Mittel benötigen. Der Konzern-Chef betonte, ohne Hilfe des Eigners würde es längst keine Warenhäuser mehr geben.

08:42 Uhr | Weimar: Shopping-Event "nicht schuld" an gestiegenen Zahlen

Die gestiegene Zahl der Corona-Neuinfektionen in Weimar hat nach Angaben der Stadtverwaltung nichts mit dem Shopping-Experiment vor Ostern zu tun. Man habe das extra untersuchen lassen, hieß es von der Stadtspitze. Demnach wurden in den vergangenen Wochen Neuerkrankte befragt. Von 155 Infizierten habe nur eine Person am Shopping-Erlebnis teilgenommen, hieß es. Nach wie vor steckten sich die meisten Menschen im privaten Umfeld an. Wendepunkt sei das Osterfest gewesen. Bis dahin lag Weimar bei einem Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von unter 100. Danach ging es stetig bergauf. Aktuell liegt die Inzidenz in der Stadt bei 172. In einem Shopping Experiment hatte die Stadt Weimar vier Tage lang die Läden geöffnet – bei Vorlage eines aktuellen negativen Tests.

07:58 Uhr | Mehr als 200.000 Corona-Tote in Indien

Indien zählt im Zusammenhang mit dem Coronavirus inzwischen mehr als 200.000 Todesopfer. Nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums sind seit Pandemiebeginn 201.187 Menschen an dem Virus gestorben, allein in den vergangenen 24 Stunden 3.293. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Am Mittwoch verzeichnete das Land mit rund 360.000 Neuinfektionen einen neuen weltweiten Höchststand.

07:35 Uhr | Niederlande öffnen Außengastronomie wieder

In den Niederlanden können Gastronomen ihre Freisitze wieder öffnen. Zunächst nur für wenige Stunden am Nachmittag darf wieder Außengastronomie angeboten werden. Die Öffnung ist umstritten, weil die Corona-Infektionszahlen weiter hoch sind.

07:15 Uhr | Indische Corona-Variante in mindestens 17 Ländern nachgewiesen

Die sogenannte indische Corona-Variante B.1.617 ist mittlerweile in mindestens 17 Ländern nachgewiesen worden.  Das geht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation aus mehr als 1.200 Sequenzen hervor, die bis Dienstag in die Datenbank Gisaid eingespeist wurden. Die meisten Nachweise stammten aus Großbritannien, den USA und Singapur. Beobachter gehen aufgrund ersten Studien davon aus, dass sich B.1.617 schneller ausbreitet als andere Virusvarianten. Allein am Dienstag verzeichnete Indien 350.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus.

07:10 Uhr | Weitere Teststelle fürs Altenburger Land

Im Altenburger Land nimmt am Mittwoch eine weitere Corona-Teststelle die Arbeit auf: am Markplatz in Meuselwitz. Testwillige können sich dort nach Angaben des Landratsamts jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr testen lassen. Außerdem macht jeden Samstag das DRK-Testmobil vor dem Meuselwitzer Rathaus Station. Im benachbarten Rositz werden jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr im Seniorenklub kostenfreie Schnelltests angeboten.

06:50 Uhr | Lauterbach warnt vor trügerischen Hoffnungen in Herdenimmunität

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor zu großen Hoffnungen auf HerdeniImmunität gegen Corona. Lauterbach sagte der Zeitung "Welt", häufig dächten Laien, wenn sich 70 Prozent der Bevölkerung impfen ließen, könne sich der Rest nicht mehr infizieren. Das sei aber falsch. Die Pandemie werde Einzelne nicht verschonen. Man werde entweder krank oder sei geimpft. Eine Aufhebung von Schutzmaßnahmen sei nur bei einer hohen Durchimpfung der Bevölkerung möglich.

06:40 Uhr | Thüringer Eltern fordern Nachbesserungen beim Schülerverkehr

Thüringer Elternvertreter haben Nachbesserungen bei der sogenannten Bundesnotbremse gefordert. Kinder ohne FFP2-Masken dürften nicht vom Schülertransport ausgeschlossen werden, sagte Landeselternsprecherin Claudia Koch. In dem Bundesgesetz ist festgelegt, dass alle Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs eine FFP2-Maske tragen müssen. Das betrifft auch Schülerinnen und Schüler. Bisher wurde in Thüringen auf diese Pflicht für Kinder unter zwölf Jahren verzichtet. Sie konnten Busse und Bahnen mit einfachen medizinischen Masken nutzen.

06:32 Uhr | Debatte über die Rechte Geimpfter in Sachsen

In Sachsen gehen die Meinungen auseinander, ob Corona-Geimpfte bereits jetzt Vorteile erhalten sollten. Vertreter von SPD und Linken kritisierten die Debatte bei MDR AKTUELL als verfrüht. Die SPD-Politikerin Hanka Kliese verwies darauf, dass die Impfungen noch nicht allen zugänglich seien. Der Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt meinte, man brauche schon eine Impfquote von 40 bis 50 Prozent, um über diese Frage zu diskutieren. Der Grünen-Fraktionschef Valentin Lippmann plädierte für kleine Schritte, um keine Neid-Debatte zu entfachen. So könne zunächst das Testen für vollständig Geimpfte wegfallen. Dafür sprach sich auch der sächsische CDU-Generalsekretär Alexander Dierks aus. Der AfD-Politiker Volker Dringenberg erklärte, Geimpfte sollten mit frisch negativ Getesten und Genesenen gleichgestellt, aber nicht weiter bevorzugt werden. Die ersten Bundesländer haben bereits Lockerungen für Corona-Geimpfte beschlossen, darunter Thüringen und Bayern.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 27. April 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. April 2021 | 06:00 Uhr

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