Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: EU unterschreibt Vertrag für Corona-Medikament

Die EU hat einen Vertrag zur Beschaffung eines Corona-Medikaments geschlossen. Das Robert Koch-Institut hält die Inzidenz weiter für den wichtigsten Maßstab zur Bewertung der Lage. In Arztpraxen verfällt Astrazeneca. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie hier in unserem Ticker.

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Neben dem Präparat von GlaxoSmithKline hatte die EU zuletzt noch vier weitere Medikamente gegen Covid-19 im Fokus. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 28. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:13 Uhr | Berlin verbietet "Querdenken"-Demos

Zwei für das Wochenende in der Hauptstadt geplante "Querdenken"-Kundgebungen gegen die Corona-Politik sind verboten worden. Das teilte ein Sprecher der Berliner Polizei am Mittwochabend mit. Die Entscheidung sei "nach Bewertung der objektiven Sachlage" gefallen. Um welche Demonstrationen genau es sich dabei handelt, teilte die Polizei auch auf Nachfrage nicht mit. Die Prüfung weiterer Versammlungen dauere außerdem noch an.

Am Sonntag ist unter anderem für den Nachmittag eine "Querdenken"-Kundgebung auf der Straße des 17. Juni in der Nähe des Brandenburger Tors geplant. Die Organisatoren von der Initiative "Querdenken 711" meldeten dafür 22.500 Teilnehmer an, wie deren Sprecher Michael Ballweg am Mittwoch vor Bekanntwerden des Verbots sagte. Ballweg sagte am Mittwochabend, er habe noch keine Kenntnis von einem Verbot.

20:52 Uhr | Pfizer rechnet mit noch höherem Umsatz

Der US-Pharmakonzern Pfizer erwartet in diesem Jahr mit dem Impfstoff Comirnaty Umsätze in Höhe von über 28 Milliarden Euro. Das teilte der Kooperationspartner der deutschen Firma Biontech am Mittwoch mit. Pfizer erhöhte seine Umsatzprognose damit noch einmal um rund sechs Milliarden Euro gegenüber der Schätzung im Mai. Zugleich legte der Konzern Quartalszahlen vor. Der Umsatz zwischen April und Juni verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu auf mehr als 16 Milliarden Euro.

Mittlerweile seien weltweit mehr als eine Milliarde Impfdosen ausgeliefert worden, sagte Firmenchef Albert Bourla. Mit Biontech wolle das Unternehmen nun in Europa und den USA die Zulassung für die Verabreichung einer dritten Dosis ihres Impfstoffs beantragen. Diese könne die Wirksamkeit erhöhen. Bourla sagte, solche Auffrischungsimpfungen könnten eine "dauerhafte" Einkommensquelle werden.

19:55 Uhr | Corona-Impfung per Nasenspray besteht Tierversuche

Das Team der Uni Oxford hat erfolgreich eine Corona-Impfung per Nasenspray an Tieren getestet. Basis ist der Impfstoff von Astrazeneca. Weitere Details lesen Sie im Artikel von MDR WISSEN:

19:45 Uhr | Impfungen für Heranwachsende in Impfzentren

Sachsen-Anhalts Impfzentren werden an speziellen Tagen Impfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren anbieten. Das teilte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) mit. Vielfach hätten Familien sich solch ein Angebot gewünscht. Für sie sei es schwierig, einen Kinderarzt zu finden, der die Impfungen nach einer Beratung anbiete.

Bislang liegt noch keine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Kinder und Jugendliche vor. Dennoch sind Impfungen auf Wunsch der Sorgeberechtigten möglich.

19:34 Uhr | Wie aussagekräftig ist die Sieben-Tage-Inzidenz?

Das RKI will an der Sieben-Tage-Inzidenz als wichtigstem Maßstab zur Beurteilung der Infektionslage festhalten. Doch was sagt der Wert vor dem Hintergrund des zunehmenden Impfschutzes in der Bevölkerung noch aus? MDR WISSEN ist der Frage nachgegangen:

Update 18:10 Uhr | England schafft Quarantäne für Geimpfte aus EU und USA ab

Vollständig Geimpfte aus der EU und den USA müssen sich nach der Einreise in England künftig nicht mehr in Quarantäne begeben. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps teilte mit, dass die Quarantäne-Auflagen ab der kommenden Woche wegfallen. Ausgenommen seien Reisende aus Frankreich. Die Befreiung gilt Shapps zufolge für alle, die vollständig mit einem von der Europäischen Arzneimittelbehörde oder der US-Behörde zugelassenen Impfstoff geimpft sind. Sie müssen allerdings weiterhin vor Reiseantritt sowie zwei Tage nach ihrer Ankunft in England einen Corona-Test machen.

18:04 Uhr | Tschechien: Urlaubstage als Belohnung für Impfung

Tschechien plant eine Belohnung für die Corona-Impfung: Alle Staatsbediensteten, die die Spritze erhalten haben, sollen zwei zusätzliche bezahlte Urlaubstage erhalten. Das kündigte Ministerpräsident Andrej Babis am Mittwoch bei Twitter an. "Es ist wahr, dass manche von ihnen eine stärkere Impfreaktion hatten", räumte er ein. Man wolle mit dem Schritt noch mehr Menschen zur Impfung motivieren, fügte Babis hinzu.

15:50 Uhr | Fallzahlen in den Niederlanden sinken rapide

Der Lockdown in den Niederlanden wirkt. Zwar ist die 7-Tage-Inzidenz weiterhin hoch, die Corona-Fallzahlen gehen jedoch rapide zurück. Ralf Lachmann berichtet über die Entwicklungen und Maßnahmen im Nachbarland:

15:43 Uhr | EU unterschreibt Vertrag für Covid-19-Medikament

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag mit der Pharmafirma GlaxoSmithKline unterschrieben, um ein Medikament gegen Corona zu beschaffen. Deutschland und 15 weitere EU-Länder beteiligen sich an der Ausschreibung für den Kauf des Mittels Sotrovimab für voraussichtlich 220.000 Behandlungen, teilte die Kommission am Mittwoch mit.

Das Medikament wird derzeit von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA geprüft. Es kann den Angaben zufolge zur Behandlung bei leichten Symptomen verwendet werden. Patienten die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigten, aber ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf hätten, könnten von der Behandlung profitieren.

15:08 Uhr | Astrazeneca verfällt in Arztpraxen in Sachsen-Anhalt

In Arztpraxen verfallen Covid-19-Impfdosen. Der Hausärzteverband in Sachsen-Anhalt erklärte auf Anfrage des MDR, dabei handele es sich bisher um Einzeldosen wegen nicht wahrgenommener Impftermine. Darüber hinaus fehle es an Listen mit Ersatz-Impfwilligen, um angebrochene Mehrfach-Ampullen verimpfen zu können, erklärte Holger Fischer, stellvertretender Vorsitzender des Landes-Hausärzteverbandes.

15:03 Uhr | Sachsen gegen Lolli-Tests

Sachsen ist dagegen, an Kitas und Schulen sogenannte Lolli-Tests zum Nachweis von Corona-Infektionen einzusetzen. Das Kultusministerium begründete das auf Nachfrage des MDR mit Nachteilen dieser Methode. So liege das Ergebnis in der Regel erst am nächsten Tag vor. Zudem seien die Lolli-Tests mit einem großen Organisationsaufwand verbunden. Sie müssten täglich von rund 1.400 Schulen eingesammelt und zu Laboren gebracht werden. Deshalb bleibe Sachsen bei dem bewährten Verfahren und der Anwendung von Selbsttests.

Beim Lolli-Test nehmen Kinder das Teststäbchen für etwa 30 Sekunden in den Mund. Laut RKI sind die Ergebnisse zuverlässiger als bei Antigen-Schnelltests.

13:42 Uhr | Berlin: Polizei durchsucht Teststellen wegen Betrugsverdachts

In Berlin hat die Polizei mehr als 150 Corona-Teststellen durchsucht. Den Ermittlern zufolge geht es um den Verdacht des Abrechnungsbetrugs. Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, gibt es mehr als 50 Tatverdächtige. Mehr als 200 Beamte des Landeskriminalamts und der Landespolizeidirektion durchsuchten nach Polizeiangaben die Teststellen. Die Durchsuchungen beschränkten sich den Angaben zufolge nicht auf einzelne Bezirke und auch nicht auf eine bestimmte Art von Teststellen. Zu möglichem Betrug in Corona-Testzentren waren in den vergangenen Monaten Verdachtsfälle in mehreren Bundesländern bekannt geworden.

Update 13:37 Uhr | Bund: Noch keine Entscheidung zu Testpflicht ab 1. August

In der Debatte um schärfere Einreiseregelungen ist noch keine Entscheidung gefallen: Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer verwies am Mittwoch auf noch laufende interne Abstimmungen. Zuvor hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklärt, die Bundesregierung plane, dass alle Reisenden, die ab dem 1. August aus dem Ausland zurückkehrten, bei ihrer Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen müssen – egal, woher und mit welchen Verkehrsmitteln sie nach Deutschland kommen. Die SPD befürwortet den Vorschlag grundsätzlich. Bundesjustizministerium und Polizei haben dagegen Zweifel angemeldet.

13:33 Uhr | Großbritannien spendet erstmals Corona-Impfstoff ins Ausland

Mehr als sieben Monate nach dem Start der eigenen Impfkampagne spendet Großbritannien erstmals Corona-Impfdosen ins Ausland. Eine Regierungssprecherin sagte in London, man gebe neun Millionen Astrazeneca-Dosen an das UN-Impfprogramms Covax ab. 817.000 Dosen sollen nach Kenia gehen, davon 400.000 noch in dieser Woche. Bis Mitte nächsten Jahres will das Vereinigte Königreich 100 Millionen Impfdosen abgeben.

Großbritannien hatte bei den Herstellern so viel Impfstoff bestellt, dass es ausreichen würde, um die eigene Bevölkerung mehrfach zu impfen. Mehr als 88 Prozent der erwachsenen Briten haben bereis eine Dosis erhalten, knapp 71 Prozent sind vollständig geimpft. Da die ältere Bevölkerung weitgehend durchgeimpft ist, sind derzeit vor allem noch die jüngeren Erwachsenen an der Reihe. Wegen seltener Blutgerinnsel wird der Impfstoff von Astrazeneca an diese Altersgruppe jedoch wie in vielen anderen Ländern gar nicht mehr vergeben.

12:46 Uhr | Chance auf Infektion trotz Impfung extrem gering

Es ist zwar möglich, sich trotz vollständigem Impfschutzes mit Covid-19 anzustecken, es ist aber extrem unwahrscheinlich. Nach Angaben von Wissenschaftlern am Universitätsklinikum Jena sind in Deutschland bislang etwa 0,015 Prozent der Geimpften von den sogenannten Impfdurchbrüchen betroffen. Komme es zu solch einem Impfdurchbruch, bedeute das aber nicht, dass die Impfung wirkungslos gewesen sei. Mehr im Artikel von MDR WISSEN:

12:35 Uhr | Milliarden-Verluste bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn fährt in der Corona-Krise weiter milliardenschwere Verluste ein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Konzernunterlagen. Demnach steht im ersten Halbjahr ein Minus von über 1,4 Milliarden Euro. Dafür verantwortlich sei vor allem die geringe Auslastung im Fernverkehr mit ICE und IC. Zusätzlich muss das Unternehmen jetzt die Milliarden-Schäden der Flut beheben.

Die Lage bei der Deutschen Bahn hatte allerdings schon vor der Corona-Krise mit Problemen wie Material- und Personalmangel und Unpünktlichkeit zu kämpfen. Die Schulden des Konzern liegen inzwischen um die 30-Milliarden-Euro-Grenze. Als Unterstützung hatte die Bundesregierung der Bahn mehr als zehn Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Wegen möglicher Benachteilung von Bahn-Konkurrenten ist die EU-Kommission allerdings zögerlich mit der Genehmigung.

12:32 Uhr | Wegen Corona: Starker Anstieg bei öffentlichen Schulden

Die Schulden der öffentlichen Haushalte in Deutschland haben in der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. Das Statistische Bundesamt teilte mit, die Verschuldung von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung sei binnen Jahresfrist um mehr als 14 Prozent gestiegen. Ende 2020 habe die Summe bei mehr als 2,1 Billionen Euro gelegen. Das entspreche einer Pro-Kopf-Verschuldung von gut 26.100 Euro. Das sei der höchste Stand, der jemals am Ende eines Jahres gemessen worden sei. Der Anstieg sei vor allem auf die Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise zurückzuführen.

11:16 Uhr | Astrazeneca: Kein erhöhtes Thrombose-Risiko bei zweiter Dosis

Bei einer zweiten Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs gibt es kein erhöhtes Thrombose-Risiko. Das geht aus einer Daten-Analyse von Astrazeneca hervor, die im britischen Fachmagazin "Lancet" veröffentlicht wurde. Danach traten nach der zweiten Dosis je einer Million Geimpfte 2,3 Fälle der seltenen Blutgerinnsel auf. Das sei vergleichbar mit der Fallzahl bei ungeimpften Personen. Nach der ersten Dosis habe die Zahl der Fälle noch bei 8,1 je einer Million Geimpfte gelegen.

Astrazeneca-Manager Mene Pangalos erklärte, die Ergebnisse sprächen daher dafür, dass eine zweite Dosis verabreicht werden könne, wenn es nach der ersten keine Komplikationen gegeben habe. In Deutschland wird nach der Erstimpfung mit Astrazeneca inzwischen als sogenannte Kreuzimpfung die Zweitimpfung mit einem anderen Vakzin empfohlen.

11:01 Uhr | Bericht: Bald keine Quarantäne mehr für geimpfte EU-Bürger in England

Vollständig geimpfte EU-Bürger sollen Berichten zufolge bald in England nach der Einreise nicht mehr in Quarantäne gehen müssen. Wie unter anderem der "Guardian" schreibt, wollen Minister der britischen Regierung am Mittwoch Details der Regelung diskutieren. In der "Times" heißt es, Premierminister Boris Johnson sei besorgt, sein Land könne seinen "Impfbonus" einbüßen und hinter Europa zurückfallen.

In vielen EU-Ländern gelten bereits seit Monaten gelockerte Bestimmungen für geimpfte Reisende. In England hingegen gilt bislang für ausländische Reisende aus Ländern von der sogenannten "orangenen Liste" – auf der auch Deutschland weiterhin steht – eine strikte Quarantänepflicht. Ankommende müssen sich für mindestens fünf Tage isolieren, auch wenn sie vollständig geimpft sind. Da die Corona-Politik im Vereinigten Königreich Ländersache ist, werden die Regeln zunächst nur für England gelten. Schottland, Wales und Nordirland könnten jedoch folgen.

10:53 Uhr | Neue Corona-Einreiseverordnung in Deutschland in Kraft

Heute ist eine neue Corona-Einreiseverordnung in Kraft getreten. Wie die Bundesregierung mitteilte, werden die bestehenden Regeln größtenteils verlängert. Zwei Aspekte haben sich den Angaben zufolge leicht geändert: Zum einen kann die 14-tägige Quarantäne nach Reisen in Virusvarianten-Gebiete mit einem negativen Test vorzeitig beendet werden – wenn die betreffende Region während der Quarantäne ihren Status als Varianten-Gebiet verliert. Und zum zweiten entfällt die Quarantäne bei der Einreise aus einem Virusvariantengebiet, wenn die einreisende Person mit einem Impfstoff geimpft ist, der gegen die Virusvariante hinreichend wirksam ist, aufgrund derer die Einstufung als Virusvariantengebiet erfolgt ist.

10:17 Uhr | Mehr als die Hälfte der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft

Rund sieben Monate nach dem Start der Corona-Impfungen ist die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland vollständig gegen das Virus geimpft. Wie aus aktuellen Daten des Bundesgesundheitsministeriums vom Mittwoch hervorgeht, haben nach den Impfungen vom Vortag 41.790.697 Menschen einen vollständigen Impfschutz, für den bei den meisten Vakzinen zwei Dosen im Abstand mehrerer Wochen vonnöten sind. Das entspricht 50,2 Prozent der Gesamtbevölkerung.

09:28 Uhr | New York Metropolitan Opera öffnet nur für Geimpfte

Die berühmte New Yorker Metropolitan Opera lässt in der kommenden Spielzeit nur geimpfte Zuschauer ein. Wie das Haus inmitten der Debatte um die Impfpflicht in den USA mitteilte, müssten sowohl das Publikum als auch die auftretenden Künstler einen vollständigen Impfschutz vorweisen. Kinder unter zwölf Jahren – die derzeit nicht geimpft werden dürfen – dürfen das Haus nicht betreten, auch wenn die sie begleitenden Erwachsenen geimpft sind. Die Met beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter und ist damit die größte Organisation für darstellende Künste in den Vereinigten Staaten. Sie ist seit Pandemie-Beginn im März 2020 geschlossen. Die Leitung hofft, Ende September wieder öffnen zu können.

09:12 Uhr | RKI – Inzidenz soll Leitindikator bleiben

Das Robert Koch-Institut (RKI) will, dass die Corona-Inzidenz als Leitindikator beibehalten wird. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das RKI-Chef Lothar Wieler auf der Schaltkonferenz mit den Ländern präsentiert hat. Danach soll die Sieben-Tage-Inzidenz weiter der wichtigste Maßstab sein, um die Situation in Deutschland zu bewerten und Maßnahmen zur Kontrolle festzulegen. Länder-Vertreter hatten unter anderem angeregt, auch die Hospitalisierungen heranzuziehen. Zur aktuellen Lage erklärt das RKI-Papier der Deutschen Presse-Agentur zufolge, die Inzidenzen stiegen seit rund drei Wochen, die Hospitalisierungen seit rund zwei Wochen.

Die vierte Welle hat begonnen.

RKI-Positionspapier

Um die Welle flach zu halten, reichten hohe Impfquoten allein nicht aus. Damit die Patientenzahlen in Krankenhäusern nicht zu hoch würden, müssten auch Kontakte und Mobilität reduziert werden. Bundesweit hatte das RKI heute morgen eine Inzidenz von 15 gemeldet, das Karlsruher Datenprojekt Risklayer meldete eine Inzidenz von 16.

08:55 Uhr | Konsumklima in Deutschland stagniert – Wirtschaft floriert

Steigende Inflation und die Corona-Infektionszahlen drücken weiter die Konsumstimmung in Deutschland. Das Marktforschungsunternehmen GfK erklärte, nach der zuletzt deutlichen Aufhellung habe die Stimmung der Verbraucher im Juli eine "Verschnaufpause" eingelegt. Die Experten erwarten dennoch eine positive Entwicklung. Dazu werde der private Konsum mehr und mehr beitragen. Bislang verhinderten aber Maskenpflicht und Abstandsregeln ein ungetrübtes Einkaufserlebnis.

Unterdessen hat die deutsche Wirtschaft im Juni ihre Umsätze dank weitgehend abgeschaffter Corona-Restriktionen gesteigert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, nahmen die Unternehmen aus Industrie, Energie- und Wasserversorgung, Bau, Gastgewerbe sowie Handel und Dienstleistungen zusammen 2,7 Prozent mehr ein als im Vormonat. Damit lagen die Erlöse um 12,2 Prozent über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen. Ökonomen zufolge hat die im Verlauf des Monats Mai erfolgte Lockerung der Corona-Restriktionen der Erholung der deutschen Wirtschaft wieder neuen Schwung gegeben.

08:49 Uhr | SPD grundsätzlich für Ausweitung der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer

Die SPD unterstützt grundsätzlich eine Ausweitung der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer, fordert aber eine Nachbesserung bei den konkreten Vorschlägen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte im ZDF-"Morgenmagazin", das müsse rechtlich sauber und verhältnismäßig sein. Es sei an Gesundheitsminister Spahn, eine rechtssichere Grundlage zu schaffen. Die SPD sei dann schnell "handlungs- und umsetzungsfähig". SPD-Chefin Saskia Esken sprach sich ebenfalls grundsätzlich dafür aus, ein besonderes Augenmerk auf Reiserückkehrer zu richten. In der RTL-Sendung "Frühstart" sagte sie, es sei ganz deutlich zu sehen, dass Reisen ins Ausland Risiken mit sich brächten.

Nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist bereits ab 1. August eine Ausweitung der Testpflicht für Reiserückkehrer geplant. Derzeit gibt es eine solche Regelung nur für Flugpassagiere. Allerdings äußerte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht Bedenken an den vorgelegten Plänen.

08:21 Uhr | Helge Schneider sagt Strandkorb-Konzerte ab

Der Entertainer Helge Schneider hat seine weiteren Strandkorb-Konzerte abgesagt. Das teilten Schneider und der Veranstalter am Abend mit. Schneider erklärte, er habe Respekt für das große Engagement des Veranstalters, der mit dem neuen Konzept überhaupt erst wieder Livekonzerte in größerem Rahmen möglich gemacht habe. Für ihn persönlich passe das Format aber leider nicht.

Schneider hatte am Freitag einen Auftritt in Augsburg abgebrochen. Die Konzert- und Veranstaltungswirtschaft hatte unter anderem deshalb gefordert, Konzerte mit Geimpften und Genesenen wieder ohne Einschränkungen stattfinden zu lassen. Präsident Jens Michow sagte MDR AKTUELL, Veranstaltungen wie die Strandkorb-Open-Airs seien wirtschaftlich nicht rentabel.

08:03 Uhr | Auch Saarlands MP fordert Testpflicht für Reiserückkehrer

Nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder unterstützt nun auch der Ministerpräsident des Saarlands, Tobias Hans, die Forderung nach verschärften Einreiseregeln. Hans sagte der "Rheinischen Post", ein verpflichtender Corona-Test für nicht geimpfte Reiserückkehrende bei der Rückkehr aus dem Urlaub wäre eine gute Lösung. Dies solle für alle Reisewege gelten, egal ob mit Flugzeug, Bus, Bahn oder Pkw. Im Saarland wäre dies gut umsetzbar, allerdings dürfe dadurch der kleine Grenzverkehr zwischen dem Saarland, Frankreich und Luxemburg nicht beeinträchtigt werden.

07:57 Uhr | Sechszehn neue Corona-Fälle bei Olympia

Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in Tokio haben die Organisatoren 16 weitere Positiv-Tests gemeldet. Damit stieg die Zahl der gemeldeten Fälle rund um die Wettkämpfe auf 169.

Tokio verzeichnete gestern nach offiziellen Angaben mit 2.848 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Tagesrekord. Medienberichten zufolge bereiten sich die Krankenhäuser der Stadt auf die Aufnahme zusätzlicher Covid-19-Kranker vor. Japans Kabinettschef Katsunobu Kato erklärte, die Regierung werde mit Tokio und den Organisatoren der Olympischen Spiele zusammenarbeiten, um sichere Spiele zu gewährleisten.

07:49 Uhr | US-Gesundheitsbehörde empfiehlt Masken für alle

Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt künftig wieder allen Bürgern, in öffentlichen Innenräumen eine Maske zu tragen. Die Behörde teilte mit, in Teilen des Landes mit besonders hohen Corona-Zahlen sollten auch vollständig Geimpfte eine Maske tragen – auch in Kindergärten und Schulen. Die CDC begründete ihre Empfehlung mit der hochansteckenden Delta-Variante.

US-Präsident Joe Biden rief dazu auf, die neuen Richtlinien zu beachten und kündigte mögliche weitere Verschärfungen an. So prüfe die Regierung eine Impfpflicht für ihre mehr als zwei Millionen Mitarbeiter. In den USA liegt die Wocheninzidenz derzeit landesweit im Schnitt bei 112. Zuletzt hatte die US-Regierung das Einreiseverbot für die meisten Ausländer, auch aus Europa, verlängert.

07:29 Uhr | Sachsens Ärzte: Ungeimpfte sollen Tests selbst bezahlen

Die Sächsische Landesärztekammer unterstützt den Vorschlag, Ungeimpfte künftig selbst für Corona-Tests zahlen zu lassen. Präsident Erik Bodendieck sagte MDR AKTUELL, Impfungen könnten schwere Krankheitsverläufe verhindern. Deshalb halte er es für dringend geboten, die Bevölkerung an ihre Pflicht zu erinnern, sich selbst und andere zu schützen. Wer das nicht tue, sollte zur Kasse gebeten werden.

CDU-Gesundheitsexpertin Daniela Kuge sagte dagegen, solange die Test-Nachweise obligatorisch seien, sollten auch die Kosten übernommen werden. Auch die AfD forderte weiterhin kostenlose Tests für alle. Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt äußerte sich differenzierter. Wer noch kein Impf-Angebot bekommen könne, solle nicht zahlen müssen – wohl aber derjenige, der bewusst in einem Risiko-Gebiet Urlaub mache.

06:53 Uhr | Sachsen: Piwarz gegen Impfpflicht für Lehrpersonal

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz hat sich gegen eine mögliche Impfpflicht von Lehrern und Erziehern ausgesprochen. "Ich bin kein Freund von Impfpflichten, weil damit das Grundproblem nicht gelöst wird. Das Grundproblem ist die Akzeptanz", sagte Piwarz. Die Erfahrungen mit Masken- und Testpflicht hätten gezeigt, dass dann viele Menschen auf Atteste ausweichen würden. Das gleiche würde auch bei einer Impfpflicht gegen das Coronavirus passieren, so der Minister. Piwarz appellierte stattdessen an die Vernunft und Solidarität des Personals in Kitas, Schulen und auch Pflegeeinrichtungen.

06:22 Uhr | Söder: Bund plant Testpflicht für alle Einreisenden ab 1. August

Der Bund plant nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schon ab dem 1. August eine erweiterte Testpflicht für Einreisen nach Deutschland. Söder sagte am Dienstagabend in den ARD-"Tagesthemen", der Bund habe zugesichert, dass er alles tun wolle, dass es schon ab Sonntag eine Testpflicht nicht nur für Flugreisende gebe, sondern auch für Menschen, die mit Auto oder Bahn nach Deutschland kämen.

Das ursprünglich angedachte Datum Mitte September wäre ein Witz gewesen, da dann die Urlaubszeit vorbeigewesen wäre. Die Länder hätten Druck gemacht, weil sie eine verlässliche Basis für die Einreise bräuchten. Söder sagte weiter, am Nachmittag sei ihm mitgeteilt worden, dass eine Rechtsgrundlage geschaffen werde, damit die Umsetzung zum 1. August klappe. Derzeit gilt die Testpflicht nur für Menschen, die per Flugzeug nach Deutschland einreisen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 28. Juli 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 28. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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