Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Spahn plant 2022 offenbar ohne Curevac

Gesundheitsminister Spahn plant 2022 einem Bericht zufolge ohne einem möglichen Curevac-Impfstoff. In Naumburg gedachte Ministerpräsident Haseloff der Corona-Toten. Thüringen und Sachsen bekommen neue Corona-Regeln. Großbritannien meldet neue Höchststände bei Neuinfektionen. Impftermine werden in Deutschland immer weniger nachgefragt.

Unser Ticker am Mittwoch, 30. Juni 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:48 Uhr | Die Homeoffice-Pflicht endet

Morgen endet für Arbeitgeber die Pflicht, Homeoffice anzubieten. Der Daten-Newsletter beschäftigt sich damit, ob Arbeitnehmer dann trotzdem ein Recht aufs Zuhause-Arbeiten haben.

20:25 Uhr | Spahn plant 2022 mit Impfstoffmix - aber ohne Curevac

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff im kommenden Jahr nicht mehr mit einem Vakzin des deutschen Unternehmens Curevac. Das geht nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters aus einem Bericht des Gesundheitsministeriums für das Bundeskabinett hervor.  

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Plant 2022 mit mehr als 200 Millionen Impfdosen: Gesundheitsminister Spahn Bildrechte: IMAGO / Political-Moments

Demnach ist für 2022 die Beschaffung von 204 Millionen Impfdosen geplant. Darunter sind 84,4 Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer, 31,8 Millionen Dosen von Moderna und 18,3 Millionen Dosen des Vektor-Impfstoffs von Johnson & Johnson vorgesehen. Zudem sollen die bisher noch nicht zugelassenen Impfstoffe von Sanofi (42,7 Millionen Dosen), Novavax (16,3 Millionen Dosen) und Valneva (elf Millionen Dosen) beschafft werden. Die Kosten der über die EU beschafften Impfstoffe beziffert das Gesundheitsministerium auf 3,9 Milliarden Euro.

Nicht mehr eingeplant ist Curevac. Das deutsche Unternehmen, an dem der Bund beteiligt ist, hatte ursprünglich für Juni einen Zulassungsantrag für sein Vakzin geplant. Letzte Studien brachten jedoch nicht die gewünschten Schutzwerte. Auch das Astrazeneca-Mittel sowie der russische Impfstoff Sputnik V sollen nicht berücksichtigt werden.

20:10 Uhr | Neue Corona-Regeln in Sachsen

In Sachsen tritt morgen eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Sie sieht stufenweise Lockerungen bzw. Verschärfungen der Corona-Regeln vor - gekoppelt an die Inzidenzwerte 10, 35, 50, 100, 150 und 165.

19:55 Uhr | Haseloff bei Corona-Gedenken in Naumburg

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und der Landrat des Burgenlandkreises Götz Ulrich haben am Abend in Naumburg gemeinsam der Corona-Toten in dem Landkreis gedacht. Haseloff sagte: "Ohne Solidarität werden wir diese Prüfung nicht bestehen." Menschen könnten Leid ertragen, wenn sie ihren Zusammenhalt bewahrten. Der Gedenkabend fand in der Stadtkirche St. Wenzel statt. Der Burgenlandkreis war Anfang des Jahres besonders von der Pandemie betroffen gewesen. Die Inzidenzwerte schossen nach oben und erreichten zwischenzeitlich bundesweit Höchstwerte. Auch die Zahl der Todesfälle war in jenen Monaten überdurchschnittlich hoch.

19:35 Uhr | RKI: Delta-Variante bei mindestens Hälfte der Neuinfektionen

In Deutschland ist die Hälfte aller Neuinfektionen auf die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante zurückzuführen. Das geht aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts vom Mittwochabend hervor.

Danach wurde in Stichproben der in der Woche vom 14. bis 20. Juni erfassten Neuinfektioinen die Delta-Variante in 37 Prozent der Fälle nachgewiesen. Aufgrund der Geschwindigkeit der Ausbreitung ist laut RKI davon auszugehen, dass die Mutation inzwischen mehr als die Hälfte aller neuen Fälle ausmacht. Seit Mai hatte sich der Anteil der Deltavariante von Woche zu Woche verdoppelt. RKI-Chef Lothar Wieler hatte bereits am Montag in einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern von rund 50 Prozent gesprochen. Noch ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland rückläufig. Fachleute befürchten jedoch eine Trendumkehr mit zunehmender Delta-Verbreitung.

18:28 Uhr | Auch Portugal meldet steigende Zahlen

Auch in Portugal gehen die Zahlen weiter nach oben. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten am Mittwoch 2.362 Neuinfektionen - das ist der höchste Wert seit Mitte Februar, als ein strikter Lockdown galt. Die täglich gemeldete Zahl der Todesfälle ist noch immer einstellig und deutlich niedriger als im Februar.

Der rasche Anstieg der Ansteckungszahlen folgte der Öffnung des Landes für Urlauber aus der EU und Großbritannien Mitte Mai. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land fast 880.000 Ansteckungen verzeichnet, 17.096 Menschen starben in Verbindung mit dem Virus.

18:04 Uhr | Mehr als 26.000 Neuansteckungen in Großbritannien

In Großbritannien werden neue Höchststände bei den Neuinfektionen verzeichnet. Insgesamt meldeten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch 26.068 Neuansteckungen binnen 24 Stunden - so viele wie seit dem 29. Januar nicht mehr. Am Tag zuvor wurden noch 20.479 Neuinfektionen registriert. Die Zahl neuer Todesfälle wurde mit 14 angegeben.

In Großbritannien grassiert die Delta-Variante, die erstmals in Indien nachgewiesen wurde. Die Zahl der Neuansteckungen steigt seit einem Monat. Dabei ist Großbritannien beim Impfen seiner Bevölkerung weit vorangeschritten. Laut Regierung wurden 85 Prozent aller Erwachsenen einmal geimpft, 62 Prozent sind vollständig geimpft.

16:42 Uhr | In Thüringen vorerst kein Impfen ohne Termin

Die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) vor einem Stapel von Paketen im Thüringer Pandemielager.
Heike Werner: Vorerst weiter Termin für Impfung nötig Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Thüringen wird es anders als in Sachsen vorerst keine Corona-Impfungen ohne Termin geben. Gesundheitsministerin Heike Werner sagte dem MDR, es gebe derzeit keine entsprechenden Pläne. Das hänge auch damit zusammen, dass immer gleich zwei Impftermine vergeben würden. Die Zweittermine sollten auch eingehalten werden. Werner betonte, das sei eine Frage der Logistik und Organisation. Die Landesregierung diskutiere aber darüber, wie die Hürden gesenkt werden können. In den Impfzentren in Sachsen sind ab Freitag Impfungen ohne Terminvereinbarung möglich.

16:32 Uhr | Vorbereitungen auf Festival-Versuch in Trebsen

In Trebsen bei Grimma findet am ersten Juli-Wochenende ein Musikfestival statt - ohne Abstandsregeln, Alkoholverbot oder Maskenpflicht. Dafür müssen sich Besucher vor der Anreise sowie vor Ort auf das Coronavirus testen lassen - unabhängig vom Impfstatus. Das Modellprojekt wird wissenschaftlich begleitet. Die Veranstalter erhoffen sich Empfehlungen für die Branche, wie man künftig auch unter Pandemie-Bedingungen Großveranstaltungen organisieren kann. Raja Kraus berichtet von den Vorbereitungen.

15:50 Uhr | Tschechien meldet wieder steigende Corona-Zahlen

In Tschechien nimmt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder zu. Wie das Gesundheitsministerium heute mitteilte, wurden 160 positive Fälle binnen 24 Stunden registriert, das waren 48 mehr als vor einer Woche.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt mit 7,2 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner noch immer niedrig. Erstmals seit Mitte April hat aber die Reproduktionszahl den Faktor 1 überschritten. Das ist ein Indiz, dass sich die Ausbreitung beschleunigt. Die meisten Neuansteckungen werden in Prag festgestellt. Die Inzidenz in der tschechischen Hauptstadt liegt bei 21.

15:17 Uhr | Neue Thüringer Corona-Verordnung unterschrieben

In Thüringen haben Gesundheitsministerin Heike Werner und Bildungsminister Helmut Holter die neue Corona-Verordnung unterschrieben. Morgen tritt sie in Kraft. Sie sieht verschiedene Lockerungen vor. So sind Kontaktbeschränkungen nicht mehr vorgeschrieben, sondern nur empfohlen. Größere private Feiern und öffentliche Veranstaltungen sind wieder möglich. Wenn unter freien Himmel mehr als 70 und in geschlossenen Räumen mehr als 30 Personen teilnehmen, muss das beim Gesundheitsamt angemeldet werden. Die allgemeinen Corona-Regeln wie Abstand, Hygiene und Maskenpflicht gelten weiter.

13:48 Uhr | Neue Impfkampagne im Juli geplant

Das Bundesgesundheitsministerium will im Juli eine neue Impfkampagne starten, um stärker jene Bevölkerungsgruppen anzusprechen, aus denen sich noch nicht so viele Menschen haben impfen lassen. Das teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies mit Blick auf Meldungen über Impfmüdigkeit darauf hin, dass das Impftempo derzeit mit rund 800.000 Impfungen pro Tag weiterhin sehr hoch sei.

12:25 Uhr | Laschet räumt Fehler bei Corona-Regeln ein

CDU-Chef Laschet zur Kanzlerkandidatur
CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Bildrechte: MDR

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, hat Fehler bei den Corona-Maßnahmen eingeräumt. Der CDU-Chef und Kanzlerkandidat sagte bei einer Gedenkstunde für die Pandemie-Opfer im Düsseldorfer Landtag, Menschen seien einsam gestorben. Die Entscheidungen, die dazu geführt hätten, seien ein gravierender Fehler gewesen. Er glaube, dass auch die Einsamkeit und die soziale Isolation zum Tod von geliebten Angehörigen geführt hätten. Dem müssten sich die Verantwortlichen nun stellen. Laschet bat die Angehörigen der Corona-Toten - so wörtlich - von ganzem Herzen um Verzeihung.

11:05 Uhr | Zwickau laut RKI mit Inzidenz Null

Der Landkreis Zwickau hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts als erste Region in Sachsen eine Null-Corona-Inzidenz. Das Daten-Projekt Risklayer in Karlsruhe verortet den Landkreis bei 0,3. In Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es laut RKI bereits seit Tagen mehrere Regionen ohne Corona-Neuinfektionen.

09:23 Uhr | Bis zu vier Billionen Dollar Einbußen im weltweiten Tourismus

Der weltweite Tourismussektor muss durch die Corona-Pandemie mit bis zu vier Billionen Dollar (3,4 Billionen Euro) Einbußen rechnen. Das geht aus dem Bericht der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) hervor. Insbesondere der Mangel an Impfungen in Entwicklungsländern führt demnach zu wachsenden Schäden in der Branche. Der Tourismus sei ein Rettungsanker für Millionen von Menschen, sagte UNWTO-Generalsekretär Zurab Pololikashvili. Die Fortschritte der Impfkampagne seinen entscheidend für Arbeitsplätze in dem Bereich. Viele Entwicklungsländer seien in hohem Maße vom Tourismus abhängig. Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen auf den weltweiten Luftverkehr. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Einbußen für den Tourismussektor infolge der Pandemie bereits auf 2,4 Billionen Dollar. Dem UN-Bericht zufolge drohen in diesem Jahr nun – abhängig von Fortschritten bei der Impfkampagne – ähnlich hohe Schäden.

07:20 Uhr | Testpflicht an Thüringer Schulen entfällt ab morgen

Ab 1. Juli entfällt die Testpflicht in den Thüringer Schulen. Das sieht die neue Allgemeinverfügung des Thüringer Bildungsministeriums vor. Sie soll heute bekannt gemacht werden. Aus der Testpflicht soll ein Testangebot werden, hieß es. Ziel sei es, dass die Schulpflicht wieder für alle gelte. Bisher gab es an Schulen ein Betretungsverbot für Menschen, die sich nicht testen lassen wollten. Nach Angaben Bildungsministerium betraf das etwa 1.500 Schülerinnen und Schüler.

06:48 Uhr | Abschlussfeiern in Mitteldeutschland unter Auflagen möglich

In Mitteldeutschland können die Abschlussklassen zurzeit auch größere Feiern planen. Das haben Recherchen von MDR AKTUELL ergeben. Demnach sind in Sachsen nach der aktuellen Corona-Verordnung Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern erlaubt. Voraussetzung ist ein genehmigtes Hygienekonzept und eine Inzidenz unter 10. In Innenräumen ist außerdem ein negatives Testergebnis nötig. In Sachsen-Anhalt dürfen draußen ebenfalls 1.000 Gäste zusammenkommen, drinnen jedoch nur 500. Außerdem gilt dort eine Maskenpflicht. In Thüringen wird zurzeit noch eine neue Verordnung erarbeitet. Alle drei Gesundheitsministerien weisen darauf hin, dass sich die Corona-Lage jederzeit ändern könne.

06:32 Uhr | Impftermine weniger nachgefragt

In Thüringen gehen Impftermine – unabhängig vom Impfstoff – zunehmend schleppender weg. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung mit. Zur Zeit sei die Luft ein bisschen raus, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz. Das habe vor allem damit zu tun, dass ein Großteil der Menschen über 60 Jahre inzwischen schon mindestens einmal geimpft sei.

Der Vorsitzende des Thüringer Hausärzteverband, Ulf Zitterbart, ergänzte, wer wolle sei geimpft. Andere seien noch unentschlossen, skeptisch oder seien zu jung für die Impfung. Der Freistaat will nun mit speziellen Aktionen für Familien und Studierende die Impfbereitschaft erhöhen. KV-Pandemiestabschef Mertz appellierte an alle, sich impfen zu lassen. Vor allem wegen der neuen Delta-Variante sei das dringend zu empfehlen. Diese Virus-Mutation habe auch in anderen Ländern wie Portugal und Großbritannien die Infektionszahlen wieder hochgetrieben.

In Thüringen hatte nach Zahlen des Robert Koch-Instituts bis Dienstag gut die Hälfte (51,2 Prozent) der Bevölkerung zumindest eine Impfung erhalten, ein Drittel verfügt über den vollständigen Impfschutz. Bei den über 60-Jährigen sind fast drei Viertel der Menschen einmal und 57 Prozent zweimal geimpft.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 30. Juni 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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