Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: ECDC - Delta-Variante bald 90 Prozent in der EU

Die hochansteckende Delta-Variante könnte nach Einschätzung der ECDC bis Ende August 90 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in der EU ausmachen. Einer Studie zufolge war der zweite Lockdown für Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen überdurchschnittlich belastend. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie und einen Rückblick auf die vergangenen Tage in unserem Coronavirus-Ticker.

Unser Ticker am Mittwoch, 23. Juni 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:19 Uhr | Siemens baut mit Biontech Impfstoffproduktion in Singapur

Siemens unterstützt Biontech beim Aufbau einer Impfstoffproduktion in Singapur. Der Münchner Konzern erklärte, man wolle den Erfolg beim Aufbau der Produktion im Marburg auf andere Fertigungsstätten übertragen. Nach Angaben von Biontech soll die Anlage in Singapur übernächstes Jahr in Betrieb gehen und pro Jahr mehrere hundert Millionen Dosen Impfstoff herstellen können.

20:51 Uhr | RKI: Anteil der Delta-Variante erneut verdoppelt

In Deutschland ist der Anteil der Delta-Variante unter allen Corona-Neuinfektionen erneut deutlich gestiegen. Nach einem Bericht des Robert Koch-Instituts ergab eine Stichprobe für die Woche vom 7. bis 13. Juni einen Anteil von 15,1 Prozent. Das ist fast doppelt so viel wie in der Woche zuvor. Deren Wert hatte das RKI aufgrund von Nachmeldungen von sechs auf acht Prozent korrigiert.

20:32 Uhr | WHO: Bedenken wegen Produktionsstätte von Sputnik V

Die Weltgesundheitsorganisation hat bei der Inspektion einer Produktionsstätte für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V Mängel festgestellt. Nach WHO-Angaben geht es um eine von vier überprüften Produktionsstätten. Die Probleme betrafen demnach vor allem die Überwachung des Herstellungsprozesses und die Qualitätskontrolle. Die russische Regierung versicherte, die Fehler seien inzwischen behoben.

20:18 Uhr | Großbritannien: Tausende Leben durch Impfstoffe gerettet

Die Corona-Impfstoffe haben in Großbritannien nach Angaben der Regierung bisher mehr als 14.000 Leben gerettet. Allein im größten Landesteil England seien zudem 44.500 Krankenhauseinweisungen verhindert worden, sagte der britische Impf-Staatssekretär Nadhim Zahawi.

In Großbritannien haben inzwischen mehr als 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung eine Impfdosis erhalten. 60 Prozent der Erwachsenen wurden bereits zwei Mal geimpft. Trotz einer starken Ausbreitung der Delta-Variante bleibt die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle bisher auf einem sehr niedrigen Niveau. Der britischen Regierung zufolge haben sich die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Astrazeneca als sehr wirksam gegen die Corona-Mutation erwiesen.

19:35 Uhr | Sachsen-Anhalts Hochschulen starten Projekt zu Digital-Lehre

Die staatlichen Hochschulen in Sachsen-Anhalt haben ein gemeinsames Projekt zum Ausbau der digitalen Lehre gestartet. Das teilte die federführende Martin-Luther-Universität in Halle mit. Für die kommenden drei Jahre stünden rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld kommt von der Stiftung "Innovation in der Hochschullehre". Bei dem Projekt soll Wissen über digitale Prüfungen, hybride Lernszenarien und Online-Weiterbildung für Lehrende gebündelt werden.

Neben der Uni Halle sind die Universität Magdeburg, die Hochschulen Anhalt, Harz, Magdeburg-Stendal und Merseburg sowie die Kunsthochschule Burg Giebichenstein und die Fachhochschule der Polizei beteiligt.

18:47 Uhr | ECDC: Delta-Variante bald 90 Prozent in der EU

Die Delta-Variante könnte nach Einschätzung von Fachleuten bis Ende August 90 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in der EU ausmachen. Wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mitteilte, könnten es bereits Anfang August 70 Prozent sein. Die europäische Behörde mahnte daher zur Vorsicht bei der Lockerung von Corona-Beschränkungen. Dies könnte zu einem schnellen und deutlichen Anstieg der Infektionen in allen Altersgruppen führen. Ohne zusätzliche Maßnahmen sei im Herbst wieder das gleiche Niveau bei Krankenhausaufenthalten und Todesfällen wie im vergangenen Herbst möglich.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Delta-Variante während des Sommers erheblich zirkulieren wird, besonders unter jüngeren Menschen, die nicht geimpft werden.

Andrea Ammon ECDC-Leiterin

Die erstmals in Indien nachgewiesene Variante ist Schätzungen zufolge 40 bis 60 Prozent ansteckender als die zuerst in Großbritannien festgestellte Alpha-Variante, die derzeit in der EU am häufigsten vorkommt.

18:22 Uhr | Mehr Unterstützung für Tourismusbranche geplant

Die Tourismusbranche in Deutschland soll nach der Corona-Krise stärkere Unterstützung aus der Politik erhalten. Dazu soll nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ein zweites Tourismus-Referat im Ministerium eingerichtet werden. Dieses soll die Belange der Branche bei der Gesetzgebung stärker berücksichtigen. Außerdem stellte der Tourismusbeauftragte und Wirtschaftsstaatsekretär Thomas Bareiß heute eine gemeinsam mit der Branche erarbeitete Tourismusstrategie vor. Große Summen öffentlicher Gelder sind über die milliardenhohen Corona-Hilfen hinaus nicht eingeplant.

Für Dienstag ist ein Tourismusgipfel von Bundesregierung und Verbänden geplant, bei den es zunächst auber noch um die Krisenbewältigung gehen soll.

17:39 Uhr | Pandemie beschert Lohnsteuer-Hilfevereinen neue Mitglieder

Lohnsteuer-Hilfevereine gewinnen durch die vielen Kurzarbeiter in der Coronakrise neue Mitglieder. Das sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands, Erich Nöll, MDR AKTUELL. Als Grund führte er an, dass schon bei Lohnersatzleistungen ab 410 Euro im Jahr eine Steuererklärung fällig wird.

17:26 Uhr | Dierks begründet Maskenpflicht mit Delta-Variante

Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks hat das Festhalten an der Maskenpflicht mit der Delta-Variante des Coronavirus begründet. Er sagte MDR AKTUELL, diese Variante sei in einigen Ländern schon auf dem Vormarsch. Sie zeige, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei. Es gehe darum, Vorsicht walten zu lassen. Die letzten beiden Wellen hätten Sachsen schwer getroffen. Wann die Maskenpflicht falle, könne er noch nicht sagen. Auch Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping mahnte angesichts der Delta-Variante zur Vorsicht.

Die neue Corona-Schutzverordnung gilt ab Juli. In Geschäften, beim Friseur sowie in Bussen und Bahnen muss weiter Maske getragen werden. In den meisten sächsischen Landkreisen und Städten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen unter 5.

16:58 Uhr | Homeoffice-Pflicht nicht verlängert

Angesichts sinkender Infektionszahlen werden die Corona-Vorschriften am Arbeitsplatz gelockert. Die Bundesregierung beschloss, die Homeoffice-Pflicht Ende des Monats auslaufen zu lassen. Auch die Kontakte müssen nicht mehr so stark reduziert werden wie bisher. Die Betriebe müssen aber weiterhin Tests anbieten und Hygienepläne erstellen.

Seit Januar müssen Arbeitgeber überall dort, wo es möglich ist, Homeoffice anbieten. Im April wurden die Regelungen nachgeschärft und Arbeitnehmer gesetzlich verpflichtet, das Angebot auch anzunehmen.

16:46 Uhr | Bayreuther Festspiele: Bis zu 900 Zuschauer pro Vorstellung

Bei den Bayreuther Festspielen sind im Sommer bis zu 900 Zuschauerinnen und Zuschauer pro Vorstellung zugelassen. Das teilten die Veranstalter mit. Der Ticketvorverkauf beginnt am 4. Juli. Zum Auftakt der Festspiele wird dann am 25. Juli "Der fliegende Holländer" aufgeführt. Im vergangenen Jahr war das traditionelle Musikfest wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

16:06 Uhr | ifo-Institut: Ostdeutsche Wirtschaft wächst um 2,4 Prozent

Die ostdeutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Dresdner Ifo-Instituts in diesem Jahr um 2,4 Prozent wachsen. Konjunkturexperte Joachim Ragnitz erklärte, man gehe von einer schnellen und kräftigen Erholung aus. Vor allem in der Industrie sowie im Handel gehe es nach oben.

Die neue ifo-Prognose liegt aber unter der letzten vom Dezember. Damals wurde ein Konjunkturplus von 3,6 Prozent vorhergesagt. Ragnitz zufolge gab es anders als erwartet eine dritte Corona-Infektionswelle und einen massiven Lockdown. Das habe auch die Entwicklung in diesem Frühjahr gedämpft, vor allem bei den Dienstleistern.

15:45 Uhr | Studie: Jüngster Lockdown besonders belastend

Der zweite Corona-Lockdown hat die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen überdurchschnittlich stark erschöpft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie der Techniker Krankenkasse und der Universität Chemnitz. Fast sechs von zehn Befragten in den drei Ländern hätten angegeben, sie fühlten sich stark oder sehr stark belastet. Im Bundesdurchschnitt waren es 42 Prozent.

Beklagt wurden vor allem fehlende soziale Kontakte, Angst vor einer Infektion, Schulschließungen und Arbeits-Stress. Die TU Chemnitz hatte bundesweit mehrmals mehr als 2.900 Berufstätige befragt. Zugleich registrierte die TK einen leicht geringeren Krankenstand. Das sei vor allem auf weniger Erkältungskrankheiten zurückzuführen.

13:48 Uhr | Oper Leipzig baut Luft-Desinfektionsanlage ein

Oper Leipzig
Bildrechte: imago/Westend61

Die Oper in Leipzig will eine Luft-Desinfektionsanlage einbauen. Wie die Stadt mitteilte, werden im vorhandenen Lüftungskanal des Opernhauses 48 Hochleistungsstrahler angebracht. Diese würden die angesaugte Luft per LED-Technik desinfizieren und gereinigt wieder an den Saal abgeben. Die Anlage töte 99,9 Prozent aller Viren und Bakterien ab. Die Technik ermögliche zudem, dass im Winter in der Oper auch Umluft zum Heizen genutzt werden könne. Die Anlage soll mehr als 300.000 Euro kosten. Dafür habe die Stadt einen Förderantrag über 200.000 Euro beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gestellt. Den Rest bestreite die Oper aus Eigenmitteln. Die neue Anlage soll ab Dezember einsatzbereit sein.

12:17 Uhr | Palliativmediziner legen Nationale Strategie für Pandemien vor

Palliativmediziner aus ganz Deutschland haben eine Nationale Strategie entwickelt, wie künftig schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen in einer Pandemie besser betreut werden können. Dazu hat das nationale Forschungsnetzwerk PallPan in München 33 Handlungsempfehlungen vorgestellt. Kernstück ist, bei künftigen Pandemien mehr Nähe am Lebensende zu ermöglichen. Die Experten sprechen sich deswegen vor allem für abgewogene Besuchsregelungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen aus. Dafür müsse die Politik einen rechtlichen Rahmen setzen. Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Claudia Bausewein, erklärte, Palliativstationen dürften in einer Pandemie nicht geschlossen werden. Die Handlungsempfehlungen basieren den Angaben zufolge auf 16 Studien, für die während neun Monaten mehr als 1.700 Betroffene, Versorgende und Verantwortliche aus Gesundheitswesen und Politik befragt worden waren.

11:25 Uhr | Gaststätten-Kontrolleure in Thüringen unterwegs

Um Gastronomen bei der Einhaltung der geltenden Corona-Regeln zu helfen, sind ab sofort Experten aus Ordnungs- und Gesundheitsamt in Thüringen unterwegs – vorerst im Weimarer Land. Dort sollen die zehn Männer und Frauen aus der Wirtschaftsförderung und anderen Bereichen des Landratsamtes unangemeldet Gaststätten besuchen. Wie Teamchef Stefan Kleinhans erklärte, geht es aber um "reine Aufklärungsarbeit". Der Bedarf sei da, immer wieder würden Gastronomen bei ihren Bürgermeistern anrufen und wegen der Corona-Regeln nachfragen. Die Kontrolleure würden bei entdeckten Mängeln Hinweise zur Nachbesserung geben. Nur, wer uneinsichtig sei, müsse zum Beispiel beim Verstoß gegen die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht bis zu 1.000 Euro zahlen.

10:49 Uhr | Sachsen fördert Orte der Begegnung

Sachsen will bis Ende kommenden Jahres Orte der Begegnung in Gemeinden und kleinen Städten mit insgesamt 7,4 Millionen Euro fördern. Wie das Sozial- und das Demokratieministerium mitteilten, ist diese Summe im neuen Doppelhaushalt eingestellt. Es gehe darum, in Orten mit weniger als 40.000 Einwohnern Bürgertreffs zu schaffen, um die Kommunikation und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Die Corona-Pandemie habe viele Menschen gezwungen, sich zu vereinzeln. Die Förderung können Vereine, Kommunen und Einzelinitiativen beantragen. Als Beispiele nannten die Ministerien die Erweiterung von Bibliotheksangeboten oder die Wiederbelebung von geschlossenen Kinos.

10:29 Uhr | Neuseeland verhängt Corona-Maßnahmen in der Hauptstadt

Nach dem positiven Corona-Test eines Reisenden aus Australien hat Neuseelands Hauptstadt Wellington Einschränkungen verhängt. Der zuständige Minister Chris Hipkins sagte, es handele sich nicht um einen Lockdown, sondern um Vorsichtsmaßnahmen. Von heute Abend bis zunächst Sonntag sollen Kontaktbeschränkungen gelten. Demnach werden Zusammenkünfte bei Einhaltung strenger Abstandsregeln auf 100 Teilnehmer begrenzt. Schulen und Geschäfte bleiben geöffnet. Im Rest des Landes gelten bis auf eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Beschränkungen.

Neuseeland gilt wegen extrem strenger Maßnahmen und genauer Kontaktverfolgungen als Musterland in der Krise. In dem Inselstaat mit 4,8 Millionen Einwohnern wurden bisher knapp 2.600 Corona-Fälle verzeichnet, 26 Menschen starben nach einer Infektion.

09:18 Uhr | Sachsen-Anhalt: Krankenhäuser waren oft am Limit

In Sachsen-Anhalt haben mehrere Krankenhäuser in der Corona-Pandemie die medizinischen Leistungen eingeschränkt und teilweise ganze Stationen abgemeldet. Das ergaben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT. Demnach waren unter anderem Kliniken in Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau betroffen. Beim Krankenhausbetreiber Ameos im Salzlandkreis soll es auch Auswirkungen auf den Rettungsdienst gegeben haben.

Als Gründe für die Abmeldungen nannten die Kliniken, dass sie Betten für Covid-19-Patienten hätten freihalten müssen oder Personal auf den Intensivstationen gebraucht worden sei. Ameos sprach zudem von einem Personalmangel. Zeitweise hätten sich 124 Vollzeitkräfte im Pflegedienst krank gemeldet. Die Krankenhäuser betonten aber, dass Notfälle immer versorgt worden seien und auch weiter versorgt würden.

08:25 Uhr | Einzelhandel fordert 100 Millionen Euro für Digitalisierung

Der deutsche Einzelhandel fordert die Einrichtung eines Digitalisierungsfonds in Höhe von 100 Millionen Euro für in der Coronakrise unverschuldet in Not geratene Handelsunternehmen. Wie die Geschäftsführerin des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Antje Gerstein, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte, kann die vorgesehene Digitalisierung der Wirtschaft und Infrastruktur nicht nur auf die Industrie beschränkt bleiben. Sie müsse auch den gesamten Dienstleistungssektor erfassen. Der Handel sei als eine der am stärksten von der Pandemie betroffenen Branchen in dem Aufbauplan bisher nicht berücksichtigt. Die Bundesregierung erhält aus dem Corona-Hilfsfonds der EU 25,6 Milliarden Euro zur Bewältigung der Folgen der Pandemie. Das Geld soll insbesondere für Digitalisierung und Klimaschutz verwendet werden.

08:03 Uhr | Mehrere Regionen in Russland führen Impfpflicht ein

Wegen der dramatisch ansteigenden Corona-Neuinfektionen haben mehrere russische Regionen eine Impfpflicht eingeführt. So gilt vor allem in der Hauptstadt Moskau und im Moskauer Umland eine Impfpflicht für Beschäftigte in bestimmten Branchen. Geplant ist, bis August mindestens 60 Prozent der Mitarbeiter im medizinischen Bereich, im Handel, in der Gastronomie sowie im öffentlichen Dienst und der Verwaltung mit einem der drei in Russland zugelassenen Impfstoffe zu impfen. Arbeitgeber, die diese Vorgaben nicht schaffen, drohen empfindliche Geldstrafen von insgesamt bis zu 12.000 Euro. Bislang haben sich mindestens ein Dutzend Regionen diesen Regeln angeschlossen.

Noch im Mai, als die Zahl der Impfwilligen zu stagnieren begann, hatte Präsident Wladimir Putin betont, dass die Impfungen ausschließlich freiwillig erfolgen sollen. Auch die Vorsitzende des Föderationsrates Walentina Matwienko schloss eine Impfpflicht aus. Wie sich die jüngsten Maßnahmen auf die Impfbereitschaft auswirken werden, bleibt ungewiss. Eine offizielle landesweite Statistik gibt es nicht. Die Moskauer Stadtverwaltung erklärte, dass sich die Anzahl der Impfregistrierungen in den vergangenen Tagen vervierfacht habe.

07:49 Uhr | Alkoholverbot in Japans Olympia-Stadien

Die Organisatoren der Olympischen Spiele in Japan haben den Ausschank von Alkohol in den Stadien und Arenen während der Spiele untersagt. Dem Beschluss zufolge dürfen Fans ausdrücklich auch keinen eigenen Alkohol mitbringen. Japanischen Medienberichten zufolge hatten die Veranstalter überlegt, den Zuschauern das Trinken von Alkohol innerhalb der Wettkampfstätten zu erlauben. Dies sei auf Druck des Brauereikonzerns Asahi, einem wichtigen Sponsor der Spiele, geschehen. Die Pläne stießen allerdings auf Kritik, vor allem bei Medizinern, die durch geselliges Beisammensein einen Anstieg der Infektionszahlen befürchten. Kritik kam auch von Restaurantbetreibern in Tokio, die weiterhin nur eingeschränkt Alkohol ausschenken dürfen.

Die strengen Regeln gelten auch für die Athleten im Olympischen Dorf. Sie dürfen Alkohol lediglich privat auf ihren Zimmern trinken. Auch sollen sie die bei Olympia traditionell üblichen Kondome nicht während der Spiele erhalten, sondern erst bei ihrer Abreise aus Japan. Den Veranstaltern gehe es in erster Linie darum, dass die Spiele sicher seien, dafür trage man die Verantwortung.

07:25 Uhr | Noch viele freie Ausbildungsplätze in Mitteldeutschland

Die Zahl der Ausbildungsplätze in Mitteldeutschland liegt weiter unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Nach Informationen von MDR AKTUELL wurden in Sachsen-Anhalt 450 weniger Lehrstellen gemeldet. In Thüringen liegt das Minus bei 1.500, in Sachsen bei 1.800. Zugleich sind aber in Thüringen und Sachsen-Anhalt noch gut 6.000 Lehrstellen frei, in Sachsen werden sogar für über 9.000 Lehrstellen Bewerber gesucht. Der Sprecher der sächsischen Arbeitsagentur, Frank Vollgold, sagte, die Ausbildungs-Beratung in den Schulen sei durch die Corona-Pandemie nur schwer möglich gewesen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hatte gestern an die Unternehmen appelliert, trotz der Corona-Pandemie und wirtschaftlicher Einbußen auszubilden.

06:55 Uhr | Moderna-Impfstoff: Bis zu 90 Prozent Schutz durch eine Dosis

Eine Beobachtungsstudie mit Klinikbelegschaften aus den USA zeigt: Der mRNA-Impfstoff von Moderna entfaltet nach der ersten Dosis einen umfassenden Schutz vor einer Corona-Infektion. Fünfzehn Tage nach der ersten Impfung bietet das Moderna-Vakzin demnach einen 95-prozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Zum Vergleich: Daten aus Israel ergeben für den Impfstoff von Biontech/Pfizer eine Wirksamkeit von gut 50 Prozent nach zwölf Tagen nach Erhalt der ersten Dosis. Für die Studie wurden mehr als 4.000 Mitarbeiter von Kliniken aus der Metropolregion Boston über insgesamt 48 Tage beobachtet und untersucht. Die Ergebnisse gelten Wissenschaftlern zufolge aber eingeschränkt: Im Testzeitraum ab Januar waren die als ansteckender geltenden Varianten des Coronavirus wie Beta oder Delta noch relativ schwach verbreitet.

06:42 Uhr | Extra Impftermine für Thüringer Studentinnen und Studenten

In Thüringen soll es am ersten Juliwochenende extra Impftermine für Studentinnen und Studenten geben. Das sagte Gesundheitsministerin Heike Werner MDR AKTUELL. Die Studierenden würden mit dem Vakzin von Johnson & Johnson geimpft, welches nur einmal verabreicht werden muss. Dem Ministerium zufolge können sich die Studierenden über das Impfportal anmelden. Voraussetzung sei die Immatrikulationsbescheinigung einer Thüringer Hochschule.

06:35 Uhr | Lehrerverband fordert Präsenzunterricht trotz Delta-Variante

Der Deutsche Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern die Politik auf, Präsenzunterricht auch im Fall einer Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus zu ermöglichen. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte den Funke-Medien, eine neuerliche Phase des Distanz- und Wechselunterrichts wäre für alle Betroffenen ein herber Rückschlag. Daher müsse jetzt in den Ferien alles getan werden, um im Herbst auch auf eine vierte Welle vorbereitet zu sein. Die GEW-Vorsitzende Maike Finnern betonte, Politik und Verwaltung müssten den Sommer nutzen und die Schulen endlich krisenfest machen, etwa mit Luftfiltern in Klassenräumen.

06:21 Uhr | Delta-Variante breitet sich in Deutschland aus

Trotz insgesamt sinkender Corona-Neuinfektionszahlen ist die sogenannte Delta-Variante auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Mehrere Bundesländer meldeten einen spürbaren anteiligen Anstieg der Variante bei den Neuinfektionen. So macht sie nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hessen bereits 20 Prozent der Fälle aus. In Bayern gibt es bisher 229 bestätigte Delta-Infektionen, etwa doppelt so viele wie noch vor einer Woche. Anfang Juni hatte das Robert Koch-Institut den Anteil der Delta-Variante bundesweit bei etwa sechs Prozent gesehen. Heute Abend will das Institut neue Daten veröffentlichen.

Insgesamt sind die Coronazahlen weiter rückläufig. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt dem Karlsruher Datenprojekt Risklayer zufolge derzeit bundesweit bei 8.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 23. Juni 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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