Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Johnson & Johnson ab Mai bei Hausärzten

Der Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson soll nach dem grünen Licht der EMA rasch zum Einsatz kommen. Der Bundestag hat Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschlossen. Es bekommt nun eine bundesweit geltende "Notbremse", die bei hohen Inzidenzwerten greifen soll. Gegen das Gesetz wird in Berlin demonstriert.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird in eine Spritze aufgezogen.
Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 21. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:42 Uhr | USA gibt Impfungen für Alter ab 16 frei

Präsident Joe Biden hat eine neue Phase in der US-Impfkampagne ausgerufen: Alle Bürger ab 16 Jahren sollten sich nun impfen lassen können. Biden sagte, die USA hätten das Ziel von 200 Millionen Impfungen erreicht, bis Donnerstag würden 80 Prozent aller über-65-Jährigen mindestens eine Impfung erhalten haben. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen.

Gleichzeitig verschärften die USA wegen der Corona-Pandemie ihre Reisehinweise für dutzende Länder. Für Deutschland und andere EU-Staaten wie Frankreich gilt seit dieser Woche die rote Warnstufe des US-Außenministeriums. Das entspricht der höchsten von vier Stufen und der Empfehlung, nicht zu reisen.

20:22 Uhr | Polen lockert die Corona-Regeln

Polen lockert in mehreren Regionen die Corona-Vorschriften. Gesundheitsminister Adam Niedzielski sagte in Warschau, der Höhepunkt der dritten Welle sei überschritten.

Adam Niedzielski Polen
Polens Gesundheitsminister Adam Niedzielski Bildrechte: dpa

Da die Zahl der Neuinfektionen aber noch hoch sei, könne man noch nicht überall die Beschränkungen zurückfahren.

In elf von 16 Woiwodschaften dürften aber ab kommendem Montag Friseursalons und Kosmetikstudios öffnen. Außerdem könnten Schülerinnen und Schüler der Klassen eins bis drei in den Wechselunterricht zurückkommen. Landesweit gelte aber weiter: In Einkaufszentren seien nur Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken geöffnet. Hotels und Pensionen blieben geschlossen.

19:25 Uhr | Gericht: Kein Anrecht auf freie Wahl beim Impfstoff

Einem aktuellen Gerichtsentscheid zufolge gibt es für über 60-Jährige kein Anrecht darauf, nur mit dem Impfstoff von Biontech geimpft zu werden. Das hatte ein 61-Jähriger in einem Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Aachen beantragt. Aus Sicht der Richter ergibt sich weder aus den Grundrechten noch aus der Corona-Impfverordnung ein Wahlrecht auf einen bestimmten Impfstoff. Ausgehend von der Impfstoffknappheit sei es nicht zu beanstanden, dass das Ministerium bestimmten Altersgruppen konkrete zugelassene Impfstoffe zuteile.

19:09 Uhr | Frankreich gibt Impfstoff ab

Frankreich schickt nach eigenen Angaben als erstes EU-Land einen Teil seiner Impfvorräte an Entwicklungsländer. Ein Mitarbeiter von Präsident Emmanuel Macron teilte mit, eine erste Lieferung von Astrazeneca aus eigenen Beständen werde sofort im Rahmen des internationalen Covax-Programms übergeben.

Bis Mitte Juni sollen 500.000 Impfdosen gespendet werden. Covax will bis Ende Mai 237 Millionen Astrazeneca-Dosen an 142 Staaten liefern.

17:39 Uhr | Sächsische Impfzentren im April ausgebucht

Ein Wegweiser zum künftigen Impfzentrum Leipzig auf der Leipziger Messe
Der Weg zum Impfzentrum Leipzig Bildrechte: imago images / Peter Endig

Die sächsischen Impfzentren sind im April zu fast 100 Prozent ausgelastet. Darauf hat das Deutsche Rote Kreuz Sachsen hingewiesen. DRK-Sprecher Kai Kranich sagte MDR AKTUELL, insofern hätten die ab heute Impfberechtigten der Priorisierungsgruppe 3 kaum eine Chance, sofort einen Impftermin zu bekommen. Heute Abend würden aber 75.000 neue Termine online gestellt. Sie könnten über das Impfportal für den Zeitraum vom 1. bis. 16. Mai gebucht werden. Kranich zufolge werden in den sächsischen Impfzentren fast ausschließlich mRNA-Impfstoffe verabreicht, also die von Biontech/Pfizer und Moderna.

16:05 Uhr | Johnson & Johnson ab Mai bei Hausärzten

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson soll bald in Deutschland eingesetzt werden. Von Anfang Mai an werde er auch in den Arztpraxen verfügbar sein, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium. Ein Ministeriumssprecher sagte dem Blatt, nach der Entscheidung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA werde der Impfstoff jetzt zeitnah an die Länder ausgeliefert, ab übernächster Woche auch an die Praxen.

Ob es, ähnlich wie beim Impfstoff von Astrazeneca, Einschränkungen bei den Altersgruppen geben wird, für die der Impfstoff empfohlen werden soll, ist indes noch unklar. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, sagte der FAZ, dass dafür noch Daten aus den USA geprüft werden müssten. Morgen möchte die Stiko erstmals darüber beraten.

15:50 Uhr | Bundestag beschließt Corona-Notbremse

Der Bundestag hat die bundesweit einheitliche "Corona-Notbremse" beschlossen. Durch Änderungen am Infektionsschutzgesetz erhält der Bund nun die Befugnis, Kontaktbeschränkungen und Schließungen anzuordnen.

Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht in der Sitzung des Bundestags.
Bundestag beschließt einheitliche "Notbremse" Bildrechte: dpa

Die bundesweite Notbremse schließt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr ab einer Inzidenz von 100 ein. Schulen müssen ab einem Inzidenzwert von 165 den Präsenzunterricht einstellen.

Die Vorschriften greifen frühestens ab Samstag. Zunächst muss das Gesetz am Donnerstag noch den Bundesrat passieren. Zudem muss Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz noch unterzeichnen, außerdem muss es noch offiziell verkündet werden.

14:50 Uhr | Bisher 59 Fälle von Hirnthrombosen bei 4,2 Millionen Erstimpfungen

AstraZeneca Corona Impfstoff. Der Impfstoff kann in normalen Kuehlschränken gelagert werden
Impfstoff von Astrazeneca vor der Verwendung Bildrechte: imago/Pacific Press Agency

In Deutschland sind bis Mitte April 59 Fälle von Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach der Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff gemeldet worden. Das berichtet das Paul-Ehrlich-Institut. Zwölf Menschen seien gestorben. Bis einschließlich 15. April wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts insgesamt mehr als 4,2 Millionen Erstdosen und 4.153 Zweitdosen des Impfstoffs verabreicht. Die sehr seltenen Fälle dieser Hirnthrombosen wurden bisher ausschließlich nach der ersten Impfdosis berichtet.

14:00 Uhr | "Querdenker"-Demonstration verboten

Nach der Kundgebung auf der Straße des 17. Juni hat die Polizei auch die "Querdenker"-Kundgebung in der Nähe des Bundestags in Berlin aufgelöst, weil der Mindestabstand nicht eingehalten werde und Masken nicht getragen würden. Auch diese Kundgebung richtetet sich gegen die Änderungen am Infektionsschutzgesetz, über die zeitgleich im Bundestag abgestimmt wurde.

In einem Eilverfahren hatte das Berliner Verwaltungsgericht das Verbot der Polizei zuvor bestätigt. Die Versammlung könne bei einer unmittelbaren Gefährdung der öffentlichen Sicherheit untersagt werden, erklärte das Gericht. Ausschlaggebend seien Erfahrungen mit Versammlungen der Bewegung seit Oktober 2020 gewesen.

13:46 Uhr | Magdeburg: Viele Infektionen in Schulen

In Sachsen-Anhalts Hauptstadt sind laut Amtsarzt Eike Hennig derzeit die Schulen ein Treiber des Infektionsgeschehens. An 43 Schulen in Magdeburg würden momentan 779 positiv getestete Schüler vom Gesundheitsamt überwacht. Dazu kämen 69 Lehrer, sagte der Mediziner am Mittwoch vor Journalisten. Demnach sollen die Schüler, die als Kontaktpersonen gelten, trotzdem weiter am Unterricht und anstehenden Prüfungen teilnehmen. Sie stünden unter einer "Arbeitsquarantäne", dürften in ihre Schulen gehen, müssten dort aber nach Möglichkeit eine FFP2-Maske tragen.

13:25 Uhr | Stiko berät über Johnson & Johnson

Nach der gestern erfolgten Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA berät die Ständige Impfkommission (Stiko) morgen über den Einsatz der Covid-19-Impfung von Johnson & Johnson in Deutschland. Es sei aber noch nicht absehbar, ob es eine Stellungnahme gebe, hieß es vom Robert Koch-Institut, bei dem die Stiko angesiedelt ist. Damit ist vorerst offen, ob es hier eine weitere Altersbeschränkung wie bei dem Mittel von Astrazeneca geben wird. Bei beiden Präparaten war es nach Impfungen zu seltenen Fällen von lebensgefährlichen Thrombosen gekommen.

12:55 Uhr | Kritik an sächsischer Impf-Freigabe

Das Bundesgesundheitsministerium hat zurückhaltend auf die Ankündigung in Sachsen reagiert, den Impfstoff von Astrazeneca für alle Bürger aufzuheben. "Es gibt eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission, auf deren Grundlage wir eine Impf-Verordnung formuliert haben", sagte ein Sprecher des Ministeriums heute: "Diese Verordnung lässt zwar Spielraum, ist aber bindend."

Der Sprecher sagte aber auch, in der Verordnung stehe ja schon, dass der Impfstoff bei unter 60-Jährigen "nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz" einsetzbar sei. In anderen Bundesländern sorgte die Ankündigung für Kritik, weil sich faktisch nichts ändere und sich auch die Ärzte in Sachsen weiterhin an die bundesweit gültige Impf-Verordnung halten müssten.

12:44 Uhr | Polizei löst Kundgebung in Berlin auf

Die Polizei löst die Demonstration von Gegnern der Corona-Politik auf der Straße des 17. Juni in Berlin jetzt auf. Von der Versammlung gehe eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit aus, hieß es.

12:37 Uhr | Rund 8.000 Demonstranten in Berlin

An den Protesten gegen die Corona-Politik in Berlin sind nach Schätzungen der Polizei von heute Mittag mindestens 8.000 Menschen beteiligt. Schwerpunkt sei der Bereich um die Straße des 17. Juni. Die Polizei kündigte die Auflösung der Versammlung an. Demnach tragen die Teilnehmer meist keinen Mund-Nase-Schutz und missachten die wegen der Conavirus-Pandemie weiterhin vorgeschriebenen Mindestabstände. Das Reichstagsgebäude sowie das Brandenburger Tor wurden weiträumig abgesperrt.

Einsatzkräfte der Polizei und Demonstranten gegen die Corona-Beschränkungen in Berlin
Einsatzkräfte der Polizei auf der Straße des 17. Juni bei Protesten gegen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes Bildrechte: dpa

11:55 Uhr | Gauland bekäftigt Ablehnung

AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hat die Ablehnung seiner Partei gegen das neue Infektionsschutzgesetz heute im Bundestag bekräftigt. Die Regierung bekämpfe die Pandemie mit "untauglichen Mitteln". Der regierenden Koalition warf er eine Missachtung von Grundrechten vor und einen "Angriff auf die Freiheitsrechte, den Föderalismus wie den gesunden Menschenverstand".

11:41 Uhr | Weitere Änderungen im Arbeitsschutz

Beschäftigte haben künftig Anspruch auf zwei kostenlose Coronavirus-Schnelltests pro Woche. Das Bundeskabinett hat heute eine weitere Änderung der Arbeitsschutzverordnung beschlossen. Erst gestern war die Regelung in Kraft getreten, dass Arbeitgeber grundsätzlich mindestens ein Testangebot jede Woche machen müssen, wenn Arbeitnehmer nicht im Homeoffice sind.

Die neue Verordnung soll nun zeitgleich mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz in Kraft treten. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, dass die Regelungen zum Homeoffice "nachgeschärft und in das Infektionsschutzgesetz übernommen" worden seien. Demnach müssen Arbeitnehmer nun das Angebot zum Homeoffice der Arbeitgeber annehmen, wenn kein zwingender Grund entgegensteht. Ein solcher Grund könnten Störungen durch Dritte im Homeoffice sein, etwa durch Kinder der Beschäftigten, oder ein fehlender adäquater Arbeitsplatz in ihrer Wohnung.

11:30 Uhr | Proteste in Berlin haben begonnen

In Berlin sind hunderte Menschen gegen die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes auf die Straße gegangen. Die erste von mehreren Kundgebungen kam in der Nähe des Brandenburger Tors zusammen. Es wurde erwartet, dass die Zahl der Demonstranten im Verlauf des Tages noch zunehmen wird (siehe weiter unten).

11:28 Uhr | Brinkhaus wirbt für Gesetzesänderungen

Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus hat im Bundestag für die Änderungen im Infektionsschutzgesetz geworben. "Wir sind in einer Situation, in der zu viele Menschen sterben", sagt der CDU-Politiker. Zu Einschränkungen von Grundrechten sagte er, die Aufgabe des Bundestags sei es auch, Leben und Gesundheit zu schützen. Dazu zitierte Brinkhaus in seiner Rede aus Artikel 2 des Grundgesetzes: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."

11:25 Uhr | Putin: Bevölkerung im Herbst immun

Der größte Teil der russischen Bevölkerung soll nach Angaben von Präsident Wladimir Putin im Herbst immun gegen das Coronavirus sein. Bei seiner jährlichen Rede an die Nation rief er die Menschen auf, sich impfen zu lassen. Einen anderen Ausweg gebe es nicht.

10:54 Uhr | Kliniken warnen vor Engpässen

Wegen steigender Zahlen von Covid-19-Patienten auf ihren Intensivstationen warnen Kliniken vor Versorgungsengpässen bei anderen Patienten. Wenn sich die Lage nicht bald entspanne, würden Operationen nicht nur um Wochen, sondern um Monate verschoben, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auch die Deutsche Krebsgesellschaft warnte: Präsident Thomas Seufferlein sagte den Funke-Zeitungen, viele Krebspatienten müssten bereits jetzt zwei oder drei Wochen länger auf Eingriffe warten.

Auch Intensivmediziner sind besorgt: Schon jetzt seien in vielen Kliniken nur noch zehn Prozent der Intensivbetten frei. Wenn das so weitergehe, sei bald in Kliniken "nur noch Krisenmedizin möglich", sagte Gernot Marx, der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

10:05 Uhr | Deutsche Bahn plant Impfzentren

Die Deutsche Bahn bereitet sich auf Impfungen im eigenen Unternehmen vor. An mindestens zehn Standorten in Deutschland wolle man Zentren einrichten, in denen "systemrelevante Mitarbeitende" von Betriebsärzten geimpft werden sollen, teilte eine Sprecherin mit: "Die ersten entstehen jetzt in München und Nürnberg." Weitere Orte nannte sie zunächst nicht. Auch welcher Impfstoff zum Einsatz kommt, stehe noch nicht fest.

09:39 Uhr | Grünes Licht für EU-Wiederaufbaufonds

Das Bundesverfassungsgericht hat den Weg für den rund 750 Milliarden Euro schweren Corona-Wiederaufbaufonds der EU von deutscher Seite freigemacht. Eilanträge gegen die dafür nötige gemeinsame Schuldenaufnahme wies das Gericht ab. Über die Beschwerde des Bündnisses "Bürgerwille" um AfD-Gründer Bernd Lucke ist damit noch nicht entschieden. Wann Karlsruhe darüber verhandelt und urteilt, blieb heute allerdings noch offen.

Die Kläger meinen, dass die EU-Verträge gemeinsame Schulden der EU-Länder verbieten. Bundesregierung und EU-Kommission berufen sich auf Artikel 122 und mögliche Ausnahmen bei Katastrophen oder außergewöhnlichen Ereignissen. Der Bundestag hatte gemeinsamen Schulden der EU-Länder am 25. März mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zugestimmt. Der Bundesrat folgte dem Votum einen Tag später.

09:04 Uhr | Polizeiaufgebot schützt den Bundestag

Zur Abstimmung über das geänderte Infektionsschutzgesetz im Bundestag werden im Regierungsviertel auch Gegner der Corona-Politik erwartet. Insgesamt sind nach Angaben der Berliner Polizei 2.200 Beamte im Einsatz. Geplant sind mehrere Demonstrationen und Kundgebungen. Einige hatte die Behörden aber verboten.

Laut Polizei ist eine Kundgebung am Brandenburger Tor mit 1.000 Teilnehmern angemeldet, eine weitere auf der Straße des 17. Juni mit 500 und am Nachmittag eine mit 1.000 Teilnehmern in der Nähe von Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten. Eine nahe dem Reichstagufer mit 2.000 Teilnehmern geplante Versammlung sei verboten worden. Während der Änderungen des Gesetzes im November 2020 war es zu Ausschreitungen gekommen.

08:25 Uhr | Vermieter: "Irrationale Ungleichbehandlung"

Vor der Abstimmung über das Infektionsschutzgesetz haben Vermieter von Gewerbe-Immobilien den Entwurf kritisiert. Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien-Ausschusses, sagt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Es gibt eine vollkommen irrationale Ungleichbehandlung von Branchen." So dürften zwar Lebensmittelhändler weiter Schuhe, Bekleidung oder Spielwaren verkaufen, deren Fachhändler aber müssten schließen.

08:00 Uhr | Linke will die "Notbremse" ablehnen

Die Linke will die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag heute ablehnen. Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte MDR AKTUELL, es gebe am Gesetzentwurf zwar Verbesserungen, etwa bei den Ausgangssperren. Es gebe aber weiter viele nicht nachvollziehbare Regelungen und eine Schieflage zwischen Schulen und Unternehmen. Schulschließungen könnten nicht das Allheilmittel sein, meinte Bartsch. Vielmehr müsste das gesamte Personal in Kitas und Schulen schnell geimpft werden.

Ko-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali erklärte unterdessen im ZDF-Morgenmagazin, dass sie die "Notbremse" für Schulen erst ab einem Inzidenzwert von 165 für nicht nachvollziehbar halte. Schulen müssten bereits ab einer Inzidenz von 100 schließen und ab einem Inzidenzwert von 50 in den Wechselunterricht gehen.

Eine bundesweit geltende Ausgangssperre hielt indes auch Mohamed Ali für unverhältnismäßig, da sie ein "erheblicher Eingriff in die Grundrechte" wäre. Vielmehr müsse stärker in die Arbeitswelt geschaut werden, die ein "wesentlicher Infektionstreiber" sei.

07:48 Uhr | Johnson & Johnson setzt Marktstart fort

Johnson & Johnson setzt die Markteinführung seines Covid-19-Impfstoffes in Europa fort. Das teilte das US-Unternehmen mit, nachdem die EU-Arzneimittelbehörde EMA gestern grünes Licht gegeben hatte. Der Pharmakonzern hatte vor einer Woche den Marktstart in Europa zunächst vertagt, nachdem es Berichte über Sinusvenen-Thrombosen bei einigen mit dem Präparat geimpften Menschen in den USA gegeben hatte. Die EMA bekräftigte jetzt allerdings, dass Vorteile des Impfstoffs doch höher zu bewerten seien als das Risiko dieser mutmaßlichen Nebenwirkung.

07:30 Uhr | Die Dänen dürfen wieder ins Café

Dänemark tritt heute in die zweite Phase eines Plans zur Wiedereröffnung. Angesichts stabiler Infektionszahlen dürfen Einkaufszentren wieder Kunden empfangen, Restaurants und Cafés öffnen. Wer drinnen essen will, braucht eine Reservierung, einen negativen Coronavirus-Test oder eine Impfbescheinigung.

07:00 Uhr | FDP weiter gegen Ausgangssperre

Vor der heutigen Abstimmung im Bundestag über die Änderung des Infektionsschutzgesetzes hat die FDP ihre Kritik bekräftigt. Vor allem die geplante Ausgangssperre sei eine "verfassungsrechtlich mehr als problematische Maßnahme", sagte Generalsekretär Volker Wissing im Deutschlandfunk. Sie sei ein sehr schwerwiegender Eingriff in Grundrechte. "Das Gesetz ist unverhältnismäßig und aus meiner Einschätzung deshalb verfassungswidrig", sagte Wissing. Es werde "sicherlich vor dem Bundesverfassungsgericht angegriffen werden" und die FDP das "mit hoher Wahrscheinlichkeit" unterstützen.

06:35 Uhr | Indien: Fast 300.000 Infektionen an einem Tag

In Indien hat das Gesundheitsministerium 295.041 neue Coronavirus-Infektionen gezählt, so viele wie noch nie innerhalb von 24 Stunden. Damit steigt die Zahl der Ansteckungsfälle über 15,6 Millionen, der weltweit zweithöchste Wert nach den USA, die zuletzt bei mehr als 31 Millionen Fällen lagen. Ebenfalls so stark wie noch nie in Indien stieg dort die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle – um 2.023 auf 182.553 seit dem Beginn der Pandemie.

06:28 Uhr | GEW für Schulschließungen bei hoher Inzidenz

Die Bildungsgewerkschaft GEW hat sich angesichts hoher Inzidenzwerte in Sachsen für eine Schließung der Schulen ausgesprochen. Landeschefin Ursula-Marlen Kruse sagte MDR AKTUELL, zwar sei die im Infektionsschutzgesetz des Bundes geplante "Notbremse" bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 ein politischer und kein wissenschaftlicher Wert. Für Sachsen allerdings sei auch dieser Wert schon eine dringend benötigte Haltelinie.

Wie das Kultusministerium in Dresden lehnt auch der Landeselternrat neue Schulschließungen ab. Vizechefin Nadine Eichhorn sagte, die Bildungseinrichtungen sollten es der Gesellschaft wert sein, dass in anderen Bereichen Einschnitte hingenommen würden. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin kritisiert Schulschließungen. Vorstandsmitglied Reinhard Berner sagte, auf dem Rücken der Kinder werde ausgetragen, dass der Rest der Gesellschaft versuche, möglichst wenige Einschränkungen aushalten zu müssen.

06:05 Uhr | Bundestag entscheidet über "Notbremse"

Der Bundestag entscheidet heute über Änderungen am Infektionsschutzgesetzt und die umstrittene "Notbremse". Das Gesetz soll verbindlich festlegen, was Städte und Landkreise ab bestimmten Inzidenzwerten tun oder unterlassen müssen. Nach heftiger Kritik in der ersten Lesung hatten Union und SPD den Entwurf noch einmal geändert. So wurde die geplante nächtliche Ausgangssperre etwas verkürzt und der Inzidenz-Grenzwert für Schulschließungen wurde von 200 und 165 gesenkt. Wird das Gesetz heute beschlossen, müssen es morgen im Bundesrat noch die Länder billigen, was zunächst aber noch nicht sicher war.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 21. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. April 2021 | 06:00 Uhr

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