Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Quarantäne-Erleichterungen für Urlauber

Für Einreisende gibt es Quarantäne-Erleichterungen. Bundesweit sind jetzt 50 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft, das entspricht 60 Prozent der Bevölkerung. Dennoch steigt die Wocheninzidenz weiter, noch auf niedrigem Niveau. Frankreich hat höhere Fallzahlen, dort werden die Corona-Regeln verschärft – auch für Touristen. Thüringen schließt drei von vier Impfzentren. Mehr im Coronavirus-Ticker.

Ein Schild mit der Aufschrift Häusliche Quarantäne für Reise-Rückkehrer steht an einer Autobahn
Quarantäneregelungen erleichtert Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 21. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:32 Uhr | Lebenserwartung in den USA gesunken

Die Lebenserwartung der Bevölkerung in den USA hat 2020 um 1,5 Jahre abgenommen. Das US-Seuchenzentrum CDC gab die durchschnittliche Lebensdauer nun mit 77,3 Jahren an. Das ist der stärkste Rückgang seit den Weltkriegs-Jahren 1942/43. Das CDC führt dies vor allem auf die zusätzlichen Coronatoten und zu einem kleineren Teil auf den Anstieg der Drogentoten zurück.

Besonders groß war der Rückgang der Lebenserwartung bei der afroamerikanischen Bevölkerung mit minus 2,9 Jahre auf 71,8 Jahre und bei den Hispanics, wo sie um 3,7 Jahre auf 75,3 Jahre sank.

19:53 Uhr | Tränengas gegen Impfgegner in Athen

Die griechische Polizei hat Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um eine Demonstration von Impfgegnern vor dem griechischen Parlament in Athen aufzulösen.

Die griechische Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein, um Anti-Impf-Demonstranten während einer Kundgebung auf dem Syntagma-Platz zu vertreiben
Die griechische Polizei setzt in Athen Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein Bildrechte: dpa

Die rund 3.000 Demonstranten hatten gegen die Corona-Maßnahmen und den zunehmenden Druck auf Impfverweigerer protestiert.

In Griechenland dürfen sich nur noch Geimpfte in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten. Beschäftigte im Gesundheitssektor und in der Altenpflege müssen sich zudem künftig verpflichtend impfen lassen, sonst können sie unbezahlt von ihrer Arbeit freigestellt werden.

17:37 Uhr | Spahn warnt vor explosionsartigem Steigen der Zahlen

Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Bildrechte: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem abermaligen explosionsartigen Anwachsen der Corona-Ansteckungszahlen gewarnt. Sollte sich der derzeitige Anstieg der Inzidenzwerte unverändert fortsetzen, würde die Sieben-Tage-Inzidenz bis September auf 400 und bis Oktober auf 800 steigen, sagte Spahn.

Momentan seien die Zahlen in Deutschland zwar noch vergleichsweise niedrig. Der Inzidenzwert verdopple sich derzeit allerdings alle zehn bis zwölf Tage. Diese Entwicklung müsse zum Stillstand gebracht werden, andernfalls gäbe es erneut ein exponentielles Wachstum.

15:53 Uhr | Quarantäne-Erleichterungen bei der Einreise

Die Bundesregierung hat für Einreisende nach Deutschland Erleichterungen bei der Quarantäne-Pflicht beschlossen. Das geht aus einem Kabinettsbeschluss hervor, den Gesundheitsminister Jens Spahn vorgestellt hat. Demnach können vollständig Geimpfte, die aus sogenannten Virusvariantengebieten kommen, ihre Quarantäne vorzeitig beenden. Voraussetzung ist der Nachweis, dass ihr Impfschutz schon im bereisten Gebiet wirksam war. Die Neuregelung gilt ab kommenden Mittwoch. Grundsätzlich wurden die aktuellen Corona-Regeln für Einreisende bis zum 10. September verlängert.

13:55 Uhr | Nationale Gesundheitsreserve kommt

Deutschland soll in Zukunft besser auf große Krisen wie die Corona-Pandemie vorbereitet sein. Dafür hat die Bundesregierung die sogenannte Nationale Reserve Gesundheitsschutz beschlossen. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, die Pandemie habe Probleme schmerzlich vor Augen geführt. In der Not zu kaufen sei immer teurer. Die neue Reserve könne künftig bei Pandemien oder auch bei Unwetterkatastrophen eingesetzt werden. Zunächst sollen die Lager mit schon vorhandenen Produkten gefüllt werden, etwa Handschuhen, Masken, Schutzanzügen und Beatmungsgeräten. Spahn appellierte an die Bevölkerung, mehr Krisenbewusstsein zu entwickeln. Er erinnerte an die Pandemiepläne in Kommunen, die aber nie geübt worden seien.

12:39 Uhr | Dulig mit Impfappell an Bürger in Sachsen

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig beklagt eine fehlende Impfbereitschaft im Freistaat. Der SPD-Politiker sagte im Landtag, Sachsen stehe bei den Impfquoten deutschlandweit an letzter Stelle. Gerade mit Blick auf den Herbst sei das eine Gefahr. Die Infektionszahlen stiegen wieder. Man könne nur hoffen, dass keine neue Welle komme und man erneut einen Lockdown verhängen müsse.

In Sachsen sind nach RKI-Angaben erst 51 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens ein Mal gegen Covid-19 geimpft, bundesweit sind es mehr als 60 Prozent. Komplett geimpft sind im Freistaat 43,7 Prozent der Menschen, bundesweit liegt die Quote dreieinhalb Prozentpunkte höher.

12:05 Uhr | Trotz Corona mehr Einser-Abiturienten

Trotz geschlossener Schulen und Distanz- oder Wechselunterricht sind die Abiturnoten in Mitteldeutschland besser ausgefallen als zuletzt. In Thüringen lag der Notenschnitt mit 2,06 unter dem von 2020 (2,16) und 2019 (2,18). 311 Schüler schafften nur Einsen auf dem Abiturzeugnis, fast 100 mehr als im Vorjahr 2020. Ähnlich sah es in Sachsen-Anhalt aus. Die Gründe für die Erfolge sind vielschichtig. So hatten die Abiturienten durch den späteren Prüfungstermin mehr Vorbereitungszeit. Offenbar kamen den Prüflingen auch die Fragenkomplexe entgegen, die diesmal nicht aus dem zentralen Pool der Bundesländer kamen, sondern von den Lehrerinnen und Lehrern in Thüringen. Laut Landeselternvertretung nutzten vermutlich auch einige Pädagogen bewusster den Ermessensspielraum bei der Bewertung.

11:15 Uhr | Leopoldina sieht wachsende Ungleichheit durch Pandemie

Die Nationale Akademie der Wissenschaften befürchtet eine Verschärfung der Einkommensungleichheit in Deutschland durch die Corona-Pandemie. In einer Stellungnahme sieht die Leopoldina unter anderem Mini-Jobber besonders betroffen. Ohne Arbeitslosenversicherung bekämen sie auch kein Kurzarbeitergeld. Handlungsbedarf sehen die Wissenschaftler auch bei der schulischen Bildung. Die Bildungsverluste während der Krise drohten lange nachzuwirken. Das Einkommens-Potenzial der jungen Generation könnte gemindert werden, vor allem in leistungsschwächeren und bildungsfernen Familien.

10:28 Uhr | Spahn - 50 Millionen Menschen geimpft

Mehr als 50 Millionen Menschen in Deutschland sind nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Das seien 60,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. 39,3 Millionen Menschen oder 47,3 Prozent seien vollständig geimpft. Zugleich appellierte Spahn im Kurznachrichtendienst Twitter: "Aber das reicht noch nicht gegen Delta: Bitte lassen Sie sich impfen!"

09:45 Uhr | Thüringen schließt drei Impfzentren

Thüringen fährt seine Impfkapazitäten zurück. Von den derzeit vier überregionalen Impfzentren soll nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur das in Erfurt über den Sommer hinaus fortgeführt werden. Hintergrund seien auslaufende Mietverträge und die anderweitige Nutzung der Hallen, aber auch die sinkende Nachfrage nach Impfterminen. Das Impfzentrum in der Erfurter Messehalle zieht derzeit in eine andere Halle um und soll dann als einzige große Anlaufstelle im August wieder öffnen. Das Geraer Impfzentrum schließt demnach ab der kommenden Woche, könnte aber bei Bedarf wieder hochgefahren werden. Die Impfzentren in Leinefelde und Meiningen stellen voraussichtlich Ende August den Betrieb ein.

07:38 Uhr | China – Hunderte Flüge abgesagt

Nach neun Corona-Fällen unter Mitarbeitern des Flughafens von Nanjing sind mehr als 300 Flüge gestrichen worden. Schon am Dienstag waren mehr als 100 Flüge ausgefallen. In vier Gebieten nahe des Airports gab es Massentests. Wer die ostchinesische Stadt mit acht Millionen Einwohnern verlassen will, muss einen negativen Coronatest nachweisen. Die Infektionen waren bei Routinetests festgestellt worden.

07:00 Uhr | Wocheninzidenz steigt - in Sachsen die wenigsten neuen Fälle

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Morgen liegt sie bei 11,4. Am Vortag betrug der Wert 10,9. Der tiefste Wert war am 6. Juli mit 4,9 Neuansteckungen je 100.000 Menschen in sieben Tagen gemessen worden. Demnach meldeten die Gesundheitsämter am Dienstag 2.203 Corona-Neuinfektionen, 655 mehr als vor einer Woche. Deutschlandweit wurden 19 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 erfasst, seit Pandemiebeginn sind es knapp 92.000.

Das fortlaufend aktualisierte Risklayer-Projekt gibt die bundesweite Inzidenz inzwischen mit 12 an. Sachsen steht derzeit im Bundesvergleich am besten da mit einer Inzidenz von knapp drei, in Thüringen liegt sie bei fünf, in Sachsen-Anhalt bei vier. Bundesweiter Spitzenreiter ist Berlin mit etwa 20. Regionaler Hotspot ist der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz mit 68.

06:45 Uhr | Frankreich verschärft Corona-Auflagen

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen verschärft Frankreich ab heute die Auflagen für Einheimische und Touristen. In Sehenswürdigkeiten wie dem Pariser Eiffelturm sowie in Freizeitparks, Konzertsälen, Museen oder Kinos mit mehr als 50 Besuchern wird ein Negativtest oder ein Impf- bzw. Genesungsnachweis verlangt. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 1.500 Euro. Am Wochenende hatten zehntausende Franzosen gegen die neuen Maßnahmen demonstriert. Die Wocheninzidenz in Frankreich liegt aktuell bei 86.

06:20 Uhr | Acht neue Corona-Fälle in Tokio

Kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren acht weitere Corona-Fälle gemeldet. Insgesamt stieg damit die Zahl der positiven Tests seit 1. Juli 2021 auf 75. Nach Angaben der Organisatoren wurde ein Offizieller im Athletendorf positiv getestet, dieser hatte demnach zwölf Kontaktpersonen. Zuvor hatte das tschechische Team mitgeteilt, dass neben einem Beachvolleyballer auch der Trainer der Beachvolleyballerinnen infiziert sei. Positiv getestet wurde zudem ein Athlet, der nicht im olympischen Dorf wohnt. Die Sommerspiele von Tokio werden am Freitag eröffnet.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 21. Juli 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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