Coronavirus-Pandemie Ticker: NRW gibt wegen Corona kurz vor Weihnachten schulfrei

Nordrhein-Westfalen geht als erstes Bundesland früher in die Weihnachtsferien als bisher geplant, damit die Schüler ihre Kontakte reduzieren. EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides warnte derweil vor zu großen Erwartungen angesichts des ersten angekündigten Impfstoffes. Covid-19 werde nicht über Nacht verschwinden. Dem Deutschen Lehrerverband zufolge sind aktuell mehr als 300.000 Schülerinnen und Schüler wegen Corona in Quarantäne. Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Zwei Weihnachtsmännern mit einer Nasen-Mund-Schutzmaske
Zwei Schokoladen-Weihnachtsmänner dienen als Bügel für einen Mundschutz. Bildrechte: imago images / Jens Schicke

Unser Ticker am Mittwoch, 11. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:32 Uhr | Rechtsexperte: OVG-Urteil hat sich als falsch erwiesen

Der Berliner Rechtsexperte Ulrich Battis hat im Interview mit MDR AKTUELL die Einschätzung des Oberverwaltungsgerichtes Bautzen zur "Querdenken"-Demonstration kritisiert. Sie habe sich als "falsch erwiesen", sagte Battis. Auf einer Demonstration hatten am Samstag in Leipzig über 20.000 Menschen gegen die bundesweit geltenden Corona-Beschränkungen protestiert, darunter auch Hooligans und Rechtsextreme. Die Mehrheit der Demonstranten trug keinen Mundschutz. Nach Auflösung der Kundgebung durch die Behörden durchbrachen Demonstranten eine Polizeisperre und zogen trotz Verbots ungehindert durch die Leipziger Innenstadt. Am morgigen Donnerstag wollen sich der Innenausschuss und der Verfassungsausschuss des sächsischen Landtages in einer nicht öffentlichen Sondersitzung mit den Geschehnissen vom Samstag befassen.

21:56 Uhr | Schweden will Alkohol ab 22 Uhr verbieten

Schwedens Regierung will wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen den Verkauf von Alkohol in Gaststätten nach 22 Uhr verbieten. Das kündigte Ministerpräsident Stefan Löfven am Mittwoch an. Zudem müssen Bars und Kneipen um 22:30 Uhr künftig schließen. Das Verbot soll am 20. November in Kraft treten und bis Ende Februar andauern. Schweden hat mit seinem Sonderweg in der Corona-Krise international für Schlagzeilen gesorgt. Dort gibt es weniger Einschränkungen: Restaurants und Kneipen dürfen die Bürger dort weiterhin besuchen. In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen in Schweden stark angestiegen.

21:15 Uhr | Einzelhandel klagt über massive Ausfälle

Die Konkurrenz durch den Onlinehandel hat sich in der Pandemie derart beschleunigt, dass Geschäfte selbst in Großstädten wie Leipzig, Dresden oder Magdeburg ihre täglichen Kunden an zwei Händen abzählen können – von der Situation in Suhl, Döbeln oder Ascherleben ganz zu schweigen. Die Verbände fordern gemeinsam mit den Grünen umfassende Hilfen.

21:00 Uhr | Bundesrechnungshof: Krankenhäuser chronisch unterfinanziert

Der Bundesrechnungshof schlägt wegen der Finanzierung der Krankenhäuser in Deutschland Alarm. Präsident Kay Scheller warf den Ländern vor, ihrer Verantwortung für die Investitionen immer weniger nachzukommen. Jedes Jahr bestehe bei einem Bedarf von sieben Milliarden Euro eine Lücke von drei bis vier Milliarden. Das habe dazu beigetragen, dass die Kliniken andere Quellen für Investitionen heranzögen. Die Behörde empfahl, Bund und Länder sollten gemeinsam eine bedarfsgerechte Versorgungsstruktur entwickeln. Es müsse sichergestellt sein, dass alle benötigten Krankenhäuser auskömmlich finanziert würden.

In einem OP-Saal steckt ein Arzt an einem Tisch mit Operationsbesteck mit einer Hand, die in einem sterilen Gummihandschuh steckt, einen Tupfer in eine Zange.
In einem OP-Saal liegt Operationsbesteck auf einem Tisch. Bildrechte: imago/Rupert Oberhäuser

19:49 Uhr | Pandemie zeigt Lücken in der Pflege auf

Trotz steigender Infektionszahlen will Kanzlerin Angela Merkel eines in diesem Herbst vermeiden: Dass Menschen in Pflegeheimen wegen der Pandemie isoliert werden und einsam sind. Angela Tesch berichtet aus Berlin.

19:40 Uhr | Alarmierende Zahlen in Europa

Aus mehreren europäischen Ländern werden neue alarmierende Corona-Zahlen gemeldet: In Großbritannien starben nach Angaben der britischen Behörden seit der Beginn der Corona-Pandemie mittlerweile mehr als 50.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus - so viele wie in keinem anderen Land Europas. Binnen 24 Stunden registrierten die Gesundheitsbehörden 595 weitere Todesfälle. Spanien überschritt am Mittwoch die Marke von 40.000 Corona-Toten. Frankreich verzeichnete am Mittwoch 35.879 Neuinfektionen. Das sind zwar mehr als die 22.180 vom Vortag aber weiter deutlich weniger als die Werte in der vergangenen Woche von teilweise über 60.000. Frankreich hat derzeit 41.062 Tote zu beklagen, die am Coronavirus gestorben sind.

19:11 Uhr | NRW: Letzter Schultag am 18. Dezember

In Nordrhein-Westfalen können die Schüler wegen der Corona-Pandemie früher in die Weihnachtsferien starten als geplant. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer sagte im WDR, um den Familien ein möglichst unbeschwertes Weihnachtsfest zu ermöglichen, werde man den 21. und 22. Dezember freigeben. Freitag, der 18. Dezember, werde damit der letzte Schultag in NRW sein. Mit der Regelung sollen die Menschen einige Tage vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken, damit es bei den Familienfeiern nicht zu Ansteckungen komme. Die Ministerin sprach bei dieser Idee von einer "Vorquarantäne", die sie umsetzen wolle.

18:26 Uhr | Bundesregierung will Herstellung von Antigen-Tests fördern

Die Bundesregierung will mit bis zu 200 Millionen Euro Unternehmen fördern, die Antigen-Tests in Deutschland herstellen. Wirtschafts- und Gesundheitsministerium teilten mit, dass mit dem Geld entsprechende Produktionsanlagen unterstützt werden sollten. Eine Förderrichtlinie werde nun zeitnah ausgearbeitet. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, die Nachfrage nach Antigen-Tests werde erheblich zunehmen. Deutschland wolle hier unabhängiger von Lieferungen aus dem Ausland werden. Die Antigen-Tests liefern innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis, sind aber nicht so zuverlässig wie PCR-Tests, die in einem Labor ausgewertet werden müssen. Antigen-Tests sollen zunächst vor allem in Pflegeheimen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen.

Corona-Antigenttest, Nahaufnahme: verschiedene weiße Plättchen mit Indikator wie bei einem Schwangerschaftstest liegen nebeneinander und werden mit einer Pipette beträufelt, die sich in einer Hand mit blauem Handschuh befindet. Daneben steht eine Packung, auf der "Covid" zu lesen ist.
Der Corona-Antigen-Test liefert das Ergebnis in wenigen Minuten. Bildrechte: imago images/Hindustan Times

18:11 Uhr | Gericht in Bautzen erhält Hunderte Briefe

Das Oberverwaltungsgericht Bautzen sieht sich wegen seiner Genehmigung der umstrittenen "Querdenken"-Demo in Leipzig zu Unrecht in der Kritik. OVG-Präsident Erich Künzler sagte, es sei legitim, wenn etwa der frühere sächsische Justizminister Geert Mackenroth die Entscheidung kritisiere. Stil und Tonfall entspreche aber nicht dem, was man unter einer sachlichen Auseinandersetzung verstehe. Künzler sagte, er wolle sich deshalb nicht weiter damit auseinandersetzen. Auch sei es absurd, anzunehmen, dass einige Richter in Bautzen mit Verschwörungstheoretikern sympathisierten. Das Gericht habe nach seiner Entscheidung hunderte Zuschriften erhalten, manche seien ihm nahegegangen, sagte Künzler. So hätten beispielsweise Intensivmediziner von ihren Bemühungen berichtet, Patienten am Leben zu erhalten. Künzler erklärte, er könne daher Kritik und Unverständnis an der Entscheidung nachvollziehen. Allerdings hätten Gerichte das Versammlungsrecht zu verteidigen und müssten auf Basis von Gefahrenprognosen Abwägungen treffen.

18:04 Uhr | Urteil zu Thüringer Corona-Verordnungen erst 2021

Die Thüringer Verfassungsrichter entscheiden erst im Februar, ob ein Teil der Corona-Verordnungen des Landes rechtens ist. Das kündigte Gerichtspräsident Stefan Kaufmann nach mehr als sechsstündiger Verhandlung in Weimar an. Das Urteil zur Klage der AfD-Landtagsfraktion soll demnach am 10. Februar fallen. Die Fraktion hält mehrere der Verordnungen aus dem Frühjahr und Sommer für unverhältnismäßig.

17:54 Uhr | Kein verkaufsoffener Adventssonntag in Erfurt

Die Einzelhändler in Erfurt dürfen ihre Geschäfte am 2. Advent doch nicht öffnen. Das hat die Stadt entschieden und mit der Absage des Weihnachtsmarktes begründet. Die Stadtverwaltung teilte mit, jetzt gebe es keinen besonderen Anlass mehr für den verkaufsoffenen Sonntag. Das Thüringer Ladenöffnungsgesetz erlaubt, dass Geschäfte pro Jahr höchstens an vier Sonn- und Feiertagen für sechs Stunden öffnen dürfen. Voraussetzung ist aber ein besonderer Anlass wie ein Weihnachtsmarkt.

17:38 Uhr | Kino im Bad Lobenstein vor ungewisser Zukunft

Die Zukunft des Kinos in Bad Lobenstein (Saale-Orla-Kreis) steht auf der Kippe. Kinobetreiber Hubert Lautenbach sagte MDR THÜRINGEN, er habe durch die Corona-Krise hohe Umsatzeinbußen gehabt und könne daher nicht den neuen Mietvertrag unterschreiben. Außerdem sei ungewiss, wie sich das Kinogeschäft in den nächsten Monaten entwickeln werde. Der aktuelle Mietvertrag läuft laut Lautenbach im Januar 2021 aus.

17:18 Uhr | Corona-Fälle unter Gefangenen in Dresden

In der Justizvollzugsanstalt Dresden sind nach einer Serie von Corona-Infektionen die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. Nach Angaben der JVA wurden inzwischen 28 Insassen per Schnelltest als infiziert ausgemacht. Die Ergebnisse würden nun mit zuverlässigeren PCR-Tests überprüft. Die positiv getesteten Personen haben den Angaben zufolge bisher keine oder nur leichte Erkältungssymptome. Der medizinische Dienst der Anstalt sei in regelmäßiger Rücksprache mit den Betroffenen. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu vermeiden, wurde unter anderem der Besuch vorübergehend ausgesetzt. In der JVA können rund 800 Gefangene untergebracht werden.

Ein Gang in der JVA Dresden
Korridor in der JVA Dresden Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich

16:48 Uhr | Sind Mundschutzmasken effizient?

Wissenschaftler der Bergakademie Freiberg haben untersucht, wie effizient Mundschutzmasken im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus sind. Sie haben die ausströmende Luft aus dem Mund in einem Experiment sichtbar gemacht. Wie, können Sie im folgenden Video sehen:

16:40 Uhr | Semperopernball auf Sommer verschoben

Wegen der Corona-Pandemie wird der Semperopernball von Februar auf Juni verschoben. Der zuständige Verein erklärte, die Entwicklung der Corona-Krise mache eine Durchführung im Februar unmöglich. Deshalb werde der Ball mit neuem Konzept am 25. Juni nachgeholt. Erste Details wollen die Organisatoren im Januar bekanntgeben.

16:19 Uhr | Studie: Wie Schwangere auf Covid-19 reagieren

Das Coronavirus ist ersten Erkenntnissen zufolge für die meisten schwangeren Frauen und ihre Embryos nicht gefährlich. Das hat eine bundesweite Studie der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin ergeben. Untersucht worden waren 247 erkrankte Schwangere, die in 65 Kliniken lagen. Die meisten Frauen hätten einen günstigen Krankheitsverlauf gehabt, hieß von der Forschern. COVID-19 stelle aber gerade in der Schwangerschaft eine Herausforderung dar, da Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt seien, hieß es von den Wissenschaftlern. Auch sei auffällig, dass Babys von erkrankten Schwangeren häufig zu früh geboren worden seien. Die Studie wird weiter fortgesetzt. Sie wird auch vom Universitätsklinikum Dresden koordiniert.

15:33 Uhr | Wirtschaftsweise sehen fragile Konjunktur

Die deutsche Wirtschaft bricht nach neuen Berechnungen der Wirtschaftsweisen in diesem Jahr nicht so stark ein wie zunächst angenommen. Im Jahresgutachten des Sachverständigenrats heißt es, das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 5,1 Prozent sinken. Im Juni hatte der Rat noch ein Minus von 6,5 Prozent vorhergesagt. Für 2021 wird nun ein Wachstum von 3,7 Prozent erwartet. Der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Lars Feld, sagte, die Corona-Krise sei noch nicht bewältigt. Da es in den Sommermonaten jedoch zu einer sehr kräftigen Erholung gekommen sei, habe man die Prognose angehoben. Mit einberechnet seien bereits der jüngste Anstieg der Infektionszahlen und der aktuelle Teil-Lockdown.

15:14 Uhr | EU billigt Vertrag mit Impfstoff-Herstellern

Die EU-Kommission hat den Vertrag für den Kauf des Impfstoffs der Hersteller Pfizer und Biontech gebilligt. Er sieht die Lieferung von über 200 Millionen Impf-Dosen vor. Für weitere 100 Millionen soll es eine Option geben. Der Vertrag soll noch diese Woche unterschrieben werden. Beide Unternehmen hatten erklärt, dass die Auslieferung noch in diesem Jahr beginnen könne, wenn der Impfstoff rechtzeitig zugelassen werde. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides warnte aber vor zu großen Erwartungen. "Selbst wenn wir einen sicheren und wirksamen Impfstoff haben, ist das keine Wunderwaffe", sagte Kyriakides. Ein Impfstoff werde Covid-19 nicht über Nacht verschwinden lassen.

15:06 Uhr | Merkel: Corona wird uns ganzen Winter beschäftigen

Kanzlerin Angela Merkel hat die Erwartung gedämpft, dass mit der schnellen Entwicklung von Impfstoffen die Corona-Krise bald vorbei sei. Merkel sagte am Mittwoch in Berlin, man müsse davon ausgehen, dass die zweite Welle härter ausfalle. Sie werde Deutschland "noch den ganzen Winter beschäftigen". Auch die positiven Nachrichten über die Impfstoffentwicklung würden daran nichts ändern und sich noch nicht im Winter niederschlagen. Deshalb müssten Corona-Vorsichtsmaßnahmen weiter gelten.

Angela Merkel
Kanzlerin Angela Merkel: Zweite Welle wird härter ausfallen. Bildrechte: dpa

14:05 Uhr | 36 Corona-Patienten aus dem Ausland in deutschen Kliniken

Seit Herbst sind bereits 36 Patientinnen und Patienten aus den Nachbarländern in deutsche Krankenhäuser verlegt worden. Wie das Auswärtige Amt am Mittwoch mitteilte, handelt es sich dabei um 25 Belgier und drei Niederländer, die in nordrhein-westfälische Kliniken kamen, sowie um acht Erkrankte aus der französischen Region Grand Est, die ins Saarland überstellt wurden. Viele europäische Länder sind derzeit deutlich schwerer von der Corona-Pandemie betroffen als Deutschland. Deshalb hatten verschiedene Bundesländer die Aufnahme ausländischer Patienten angeboten. Eine ähnliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit gab es bereits bei der ersten Erkrankungswelle.

13:45 Uhr | Ifo-Ökonom: Sachsen muss neue Schulden aufnehmen

Der Wirtschaftswissenschaftler Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut Dresden hält die geplante Schuldenaufnahme in Sachsen für notwendig. Ragnitz sagte MDR AKTUELL, der Freistaat werde wegen der Corona-Pandemie 2021 und 2022 deutlich weniger Steuern einnehmen. Die Landesregierung müsse deshalb Kredite aufnehmen, weil sie die Ausgaben nicht kurzfristig kürzen könne. Mittelfristig müsse das Land aber zu einem ausgeglichenen Haushalt zurückkehren. Einsparpotenzial sieht Ragnitz beim Personal. Das sei der wichtigste Haushaltsposten. Bei weniger Einwohnern brauche man auch weniger Angestellte.

13:20 Uhr | Mackenroth übt scharfe Kritik am OVG Bautzen

Der ehemalige sächsische Justizminister Geert Mackenroth hat die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Bautzen, die "Querdenken"-Demo in der Leipziger Innenstadt zuzulassen, scharf kritisiert. Der CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, das OVG habe in seinem Beschluss darauf hingewiesen, dass die Polizei die Maskenpflicht durchsetzen müsse. Das sei lebensfremd und berücksichtige nicht die Gegebenheiten vor Ort.

Mackenroth bezeichnete die Pressearbeit des Gerichts außerdem als "grottenschlecht". Jedes kleine Dorfgericht gebe bei einer wichtigen Entscheidung eine Begründung heraus. Das hätte auch das sächsische OVG tun können – selbst an einem Sonnabend. Er gehe davon aus, dass am Gericht in Bautzen nun organisatorische Korrekturen erfolgen würden.

13:05 Uhr | EU-Kommission für europäischen Pandemieplan

Als Lehre aus der Corona-Krise fordert die EU-Kommission einen europäischen Pandemieplan für künftige Fälle. Zudem sollen die Kompetenzen der EU-Gesundheitsbehörden ECDC und EMA ausgeweitet werden. EU-Kommissarin Stella Kyriakides stellte am Mittwoch ein Paket für eine "Gesundheitsunion" vor. Damit bekäme die EU neue Hebel, Gesundheitskrisen zu managen, die mehrere EU-Staaten oder die ganze Gemeinschaft träfen.

Bisher sind Gesundheitsfragen vor allem Sache der EU-Mitgliedstaaten. Mit dem Paket könnte es erstmals die Möglichkeit geben, einen EU-Gesundheitsnotstand auszurufen und damit ein koordiniertes Vorgehen zum Beispiel bei Kauf und Lagerung von wichtigen Gütern zu starten.

12:28 Uhr | Merkel will Besuche im Pflegeheim weiter ermöglichen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich dafür ausgesprochen, Besuche in Pflegeeinrichtungen auch in der Corona-Pandemie so wenig wie möglich einzuschränken. In einer Grußbotschaft zum Deutschen Pflegetag erklärte Merkel, die Betroffenen bräuchten neben einer guten gesundheitlichen Versorgung auch Zuwendung. Merkel dankte zugleich allen Pflegekräften. Ihre Arbeit sei gelebte Menschlichkeit.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe forderte die Politik auf, die Branche stärker zu unterstützen. Geschäftsführer Franz Wagner sagte, es sei zum Beispiel wichtig, die Tests von Pflegefachkräften vorrangig auszuwerten. Langfristig brauche die Pflege tiefgreifende Weichenstellungen. Die schlechte Personalausstattung mache viele Beschäftigte krank und treibe sie aus dem Beruf.

11:30 Uhr | Hoher Wirkungsgrad bei russischem Impfstoff

Der russische Impfstoff "Sputnik V" zeigt eine 92-prozentige Wirksamkeit beim Schutz vor Covid-19, wie der Staatsfonds RDIF unter Berufung auf Zwischenergebnisse einer Studie mitteilt. Der Fonds unterstützt die Entwicklung und weltweite Vermarktung des Impfstoffs. Russland hatte mit "Sputnik V" bereits im August als weltweit erstes Land einen Corona-Impffstoff zugelassen und damit die Kritik von Experten auf sich gezogen, da dieser erst weniger als zwei Monate an Menschen getestet worden war.

Erst gestern hatten das deutsche Unternehmen Biontech und der US-amerikanische Pharma-Riese Pfizer positive Ergebnisse aus einer entscheidenden Studie mit ihrem gemeinsamen Corona-Impfstoff verkündet. Demnach bot ihre Impfung einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 .

11:03 Uhr | Corona-Fall in Suhler Erstaufnahmeeinrichtung

In der Thüringer Landeserstaufnahme für Asylsuchende in Suhl ist ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben des Landesverwaltungsamtes war der Mann aus Syrien am Montag neu aufgenommen worden und befand sich seit seiner Ankunft ohnehin in der für Neuankömmlinge obligatorischen Quarantäne. Er hatte über Halsschmerzen geklagt und war deshalb getestet worden. Auch eine Kontaktperson des Mannes wurde isoliert.

In der Erstaufnahmestelle leben derzeit 486 Menschen. Einer Sprecherin zufolge handelt es sich um den insgesamt zweiten Fall einer Corona-Infektion in der Einrichtung. Den ersten hatte es im Frühjahr gegeben.

10:35 Uhr | Anwältin im Interview zu beurlaubter Kita-Erzieherin in Halle

In Halle ist eine Kita-Erzieherin beurlaubt worden, weil sie am Samstag in Handgreiflichkeiten am Rande der "Querdenken"-Demo in Leipzig beteiligt war. Die Lebensgefährtin des Rechtsextremisten Sven Liebich wurde bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung am Samstag gefilmt.

Die Leipziger Rechtsanwältin Sabine Fuhrmann erklärt im Interview, welche Rechte und Pflichten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in solchen Fällen haben – und wann sich Berufs- und Privatleben nicht mehr überschneiden dürfen. Eltern von in der der Kita betreuten Kinder hatten nach dem Vorfall eine Entlassung der Erzieherin gefordert. Sie sei den Kindern wegen ihres Verhaltens ein schlechtes Vorbild.

10:10 Uhr | Die Corona-Lage in den Ländern

Auch heute informieren Sie die Kolleginnen und Kollegen in den Landesfunkhäusern wieder umfassend über die Corona-Lage in den mitteldeutschen Bundesländern. Die Live-Ticker finden Sie hier:

10:00 Uhr | Pflege-Berufsverband fordert Unterstützung

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe hat die Politik aufgefordert, Pflegeeinrichtungen und -personal in der Corona-Pandemie stärker zu unterstützen. Beim Deutschen Pflegetag am Mittwoch forderte Bundesgeschäftsführer Franz Wagner unter anderem, die Kosten für den zusätzlichen Personalaufwand zur Durchführung von Corona-Schnelltests voll zu refinanzieren. Zudem verlangte er, dass PCR-Tests bei Pflegefachkräften von Laboren prioritär innerhalb von maximal 24 Stunden ausgewertet werden, wo dies momentan so nicht der Fall sei.

08:55 Uhr | Spahn sieht Anzeichen für Verbesserung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht Anzeichen für eine Verbesserung der Infektionslage, aber noch keine Trendwende.

Jens Spahn
Jens Spahn Bildrechte: dpa

"Was wir sehen, ist, dass sich die Dynamik deutlich reduziert hat in den letzten Tagen. Es steigt noch, aber es steigt weniger stark. Das ist erstmal ermutigend, aber es reicht noch nicht", sagte der CDU-Politiker dem Sender RTL. Nach zwei oder drei Tagen positiver Entwicklung könne man allerdings noch nicht von einem Trend sprechen. "Es sind definitiv Anzeichen für eine Veränderung, aber noch keine Trendwende." So steige derzeit die Zahl der Patienten in den Intensivstationen und die der Toten stark. Um das in den Griff zu bekommen, müssten die Infektionszahlen deutlich sinken.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht angesichts der gegenwärtigen Corona-Infektionszahlen noch keine Möglichkeit für eine Lockerung der Beschränkungen. "Die Zahlen, die wir jetzt haben, reichen bei Weitem nicht aus. Wir haben maximal eine leichte Seitwärtsbewegung erreicht", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin".

Am kommenden Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder ein Zwischenfazit des Teil-Lockdowns ziehen.

08:45 Uhr | Lehrerverband: Mehr als 300.000 Schüler in Quarantäne

Die Zahl der Schüler und Lehrkräfte in Quarantäne ist offenbar deutlich gestiegen. Das meldet die "Bild"-Zeitung und beruft sich auf den Deutschen Lehrerverband. Demnach sind aktuell mehr als 300.000 Schülerinnen und Schüler wegen Corona in Quarantäne. Ende September seien es rund 50.000 gewesen. Außerdem seien zurzeit rund 30.000 Lehrkräfte nicht im Einsatz.

Es gebe immer mehr Schulschließungen, zitierte die Zeitung den Verbandspräsidenten Heinz-Peter Meidinger.

Wir erleben an den Schulen jetzt einen Salami-Lockdown.

Heinz-Peter Meidinger Präsident des Deutschen Lehrerverbands

Die Politik habe sich zurückgezogen, jetzt würden die Gesundheitsämter entscheiden. Das könne nicht sein, kritisierte Meidinger.

08:40 Uhr | Erster Corona-Fall im Inselstaat Vanuatu

Vanuatu – bisland eines der wenigen Coronavirus-freien Länder der Welt – hat seinen ersten Covid-19-Fall gemeldet. Ein 23-Jähriger, der vor Kurzem aus den USA zurückgekehrt war, sei in Quarantäne positiv auf das Virus getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Vanuatu und weitere pazifische Inselstaaten hatten sich zu Pandemiebeginn trotz der wirtschaftlichen Folgen rasch isoliert. Vanuatu mit seinen 300.000 Einwohnern hatte seine Grenzen im März geschlossen, erst seit Kurzem sind wieder einzelne Flüge für Rückkehrer erlaubt. Reisende müssen sich nach ihrer Ankunft zwei Wochen lang in Quarantäne begeben.

08:25 Uhr | US-Studie: Größtes Risiko in Restaurants und Fitness-Studios

Ein Großteil der Coronavirus-Infektionen passiert einer US-Studie zufolge aller Wahrscheinlichkeit nach an sogenannten "Superspreader"-Orten wie Restaurants, Fitness-Studios und Cafés. Das zeigen Wissenschaftler von der Universität Stanford in Kalifornien anhand eines Computermodells, unter anderem auf Basis demografischer Daten, epidemiologischer Schätzungen und anonymer Handydaten, im Fachjournal "Nature". Das Modell analysiert, wo Menschen den Tag über hingehen, wie lange sie jeweils bleiben und wieviele andere Menschen am selben Ort sind – und fand überall dort die meisten Infektionen, wo sich mehrere Menschen in geschlossenen Räumen über längere Zeit aufhalten.

08:15 Uhr | Weiter mehr als 16.000 Neuinfektionen

In Deutschland sind am Montag 16.668 Neuinfektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden. Nach Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie stieg der 7-Tage-Schnitt damit weiter auf durchschnittlich 18.358 neue Fälle pro Tag. Der Wert hat sich den vergangenen Tagen sichtbar abgeschwächt.

In Sachsen wurden 1.060 neue Fälle gemeldet, in Sachsen-Anhalt 197 und in Thüringen 162.

08:00 Uhr | Karneval wird virtuell eröffnet

Der Karnevals-Auftakt in Deutschland fällt heute wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen größtenteils aus. In den Karnevals-Hochburgen im Rheinland wurden alle öffentlichen Feiern abgesagt. Die Polizei werde die Einhaltung der Corona-Regeln streng kontrollieren, kündigte das nordrhein-westfälische Innenministerium an. In Mitteldeutschland soll es am heutigen 11.11. nur vereinzelt symbolische Schlüssel-Übergaben an die Narren geben, zum Beispiel in Schönebeck, Aschersleben und Saalfeld. In Erfurt ist eine virtuelle Eröffnung der Saison geplant. Der Karnevals-Landesverband Sachsen-Anhalt kündigte den Aufbau eines YouTube-Kanals an.

07:50 Uhr | Mitteldeutsche Labore unter Druck

Seit dem Herbstbeginn steigt die Anzahl der durchgeführten Corona-Tests stark an. Immer mehr Labore kommen nicht mehr mit der Auswertung hinterher. Das liegt an Personal- und Materialengpässen. Aber auch daran, dass teils zu viel getestet wird. Eine neue Teststrategie soll das ändern:

07:45 Uhr | DEHOGA hofft auf schnelle Hilfen

Der sächsische Hotel- und Gaststättenverband hofft, dass die neuen Corona-Hilfen des Bundes rasch kommen. Dehoga-Landeschef Axel Klein sagte MDR AKTUELL, man habe nichts mehr in den Büchern. Viele Kunden hätten alle Weihnachtsfeiern und andere Veranstaltungen bis Ende des Jahres abgesagt. Das mache den Unternehmen große Sorgen. Entscheidend sei deshalb, was in den nächsten Tagen passiere. Die Bundeshilfen müssten schnell und unbürokratisch fließen, so Klein.

07:05 Uhr | AfD-Klage gegen Coronaschutz-Verordnungen

Der Thüringer Verfassungsgerichtshof verhandelt heute in Weimar über eine AfD-Klage gegen mehrere Coronaschutz-Verordnungen des Landes aus den Sommermonaten. Der stellvertretende AfD-Fraktionsgeschäftsführer Stefan Möller sagte MDR AKTUELL, man wolle klären lassen, welche Einschränkungen verfassungswidrig gewesen seien und welche nicht. Durch das Urteil erhoffe man sich zugleich eine Art Leitfaden für die künftige Corona-Politik. Die Jenaer Jura-Professorin Anika Klafki räumt der Klage allerdings wenig Erfolgschancen ein. Sie sagte, die strittigen Maßnahmen seien im Vergleich zu den heutigen Einschränkungen sehr milde gewesen.

07:00 Uhr | Ärger wegen ausbleibender Erstattungen

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen ist empört über die ausbleibenden Rückzahlungen von Fluggesellschaften. Es könne nicht sein, dass Kunden seit Monaten auf teils mehrere hundert Euro warteten, sagte Verbandschef Klaus Müller der "Rheinischen Post". Dieses Vorgehen der Airlines sei skandalös, vor allem wenn sie wegen der Corona-Krise mit Milliardenhilfen der Steuerzahler unterstützt worden seien. Das übliche Vorgehen der Unternehmen, sich schon bei der Buchung bezahlen zu lassen, gehöre abgeschafft, so Müller. Ihm zufolge gab es seit Januar mehr als 80.000 Beschwerden über Flug- und Reiseunternehmen. Das entspreche etwa dem Zwanzigfachen dessen, was in normalen Jahren anfalle.

06:55 Uhr | Röttgen warnt vor Impf-Euphorie

Die EU-Kommission will am Mittwoch den Weg für den Kauf von bis zu 300 Millionen Einheiten des Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer frei machen. Der bereits ausgehandelte Liefervertrag mit den Herstellern solle formal gebilligt werden, kündigte Kommissionschefin Ursula von der Leyen an.

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen warnte unterdessen vor allzu großer Euphorie wegen der Aussicht auf einen Corona-Impfstoff.

Es wäre eine tragische Ironie, wenn die guten Nachrichten über einen bald verfügbaren Impfstoff zu Nachlässigkeit führen würden.

Norbert Röttgen (CDU)

Die Menschen müssten sich stattdessen auf "vier schwere Wintermonate einstellen, die uns höchste Anstrengungen und maximale Disziplin abverlangen", sagte er dem "Kölner Stadtanzeiger".

06:40 Uhr | Dessauer Imfpstoffentwicklung auf gutem Weg

Im Rennen um die Herstellung eines Corona-Impfstoffes sieht sich auch das Pharma-Unternehmen IDT Biologika aus Dessau-Tornau auf einem guten Weg.

Eine kleiner Behälter zwischen zwei Fingern mit dem möglichen Impfsoff gegen das Corona-Virus
Bildrechte: IDT Biologika

Eine Sprecherin sagte dem MDR, auch wenn der Konkurrent Biontech und Pfizer bereits eine baldige Zulassung anstrebe, würden weltweit mehrere Impfstoffe für unterschiedliche Zielgruppen benötigt. Das Pharma-Unternehmen aus Sachsen-Anhalt rechnet damit, dass sein fertiger Impfstoff bis Ende 2021 für das beschleunigte Zulassungsverfahren bereitsteht. Die ersten Ergebnisse der klinischen Studien seien vielversprechend.

06:30 Uhr | Impf-Anlaufstellen für Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland soll in jedem Kreis eine Impfmöglichkeit gegen das Coronavirus entstehen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Sachsen MDR AKTUELL mit. Bislang sei geplant, pro Landkreis oder kreisfreier Stadt mindestens ein Impfzentrum oder eine Anlaufstelle zum Impfen gegen das Coronavirus zu schaffen. Konkrete Standorte würden derzeit noch abgestimmt. Zudem werde der Einsatz mobiler Teams geprüft. In Thüringen soll laut Gesundheitsministerium bis Ende des Monats ein entsprechendes Konzept stehen. Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne hatte bereits gestern mitgeteilt, dass jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt eine Anlaufstelle bekommt. Die EU-Kommission hatte sich gestern mit den Pharma-Unternehmen Biontech und Pfizer auf die Lieferung eines Impfstoffes geeinigt.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 11. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. November 2020 | 20:30 Uhr

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