Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Pandemie-Frühwarnzentrum in Berlin eröffnet

In Berlin haben Kanzlerin Merkel und WHO-Generaldirektor Tedros ein Pandemie-Frühwarnzentrum eröffnet. Mithilfe von Daten über Tiergesundheit und Bevölkerungsbewegungen will man sich besser auf künftige Pandemien vorbereiten. Das Kabinett hat die Corona-Arbeitsschutzverordnung verlängert und ergänzt. Mitarbeiter müssen dem Arbeitgeber demnach weiterhin nicht mitteilen, ob sie geimpft sind. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fordert eine Empfehlung der Stiko für Auffrischungsimpfungen.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
Eine eventuelle künftige Pandemie soll sich nicht so schnell verbreiten wie Corona – dafür wird ab sofort in Berlin am Pandemie-Frühwarnzentrum geforscht. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 1. September, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

Update 22:22 Uhr | Programme für Auffrischungsimpfungen gestartet

In Sachsen-Anhalt haben die sogenannten Booster- oder Auffrischungsimpfungen begonnen. Damit sollen vor allem gesundheitlich vorbelastete Menschen besser gegen Corona geschützt werden. Thüringen und Sachsen planen ähnliche Programme. Mehr im Video und weiter unten im Ticker:

21:35 Uhr | Hausärzteverband sieht Auffrischungsimpfungen kritisch

Der Hausärzteverband hat mit Unverständnis auf die bereits begonnenen Corona-Auffrischungsimpfungen reagiert. Vorstands-Mitglied Armin Beck sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es sei ärgerlich, dass die Politik wiederholt vorgeprescht sei. Dass in einigen Landkreisen bereits jetzt Drittimpfungen verabreicht würden, sorge für Verunsicherung. Zunächst solle die Empfehlung der Ständigen Impfkommission abgewartet werden.

Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden seit dieser Woche Auffrischungsimpfungen angeboten. Vor allem ältere und besonders gefährdete Personen sollen sie nutzen.

21:08 Uhr | Schottland will eine Impfpflicht für Clubs

Schottland will eine Impfpflicht für Diskotheken und Großveranstaltungen einführen. Regierungschefin Nicola Sturgeon sagte, das Parlament wolle das in der kommenden Woche beschließen. Impfpässe sollten außerdem für Freiluftveranstaltungen ohne Sitzplätze mit mehr als 4.000 Zuschauern und für alle Veranstaltungen mit mehr als 10.000 Menschen verpflichtend werden.

Update 20:59 Uhr | Impfabfrage von Mitarbeitern sinnvoll?

Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine neue Corona-Arbeitsschutzverordnung verabschiedet. Damit soll auch das Impfen aktiv gefördert werden. Strittig bleibt, ob Arbeitnehmer den Impfstatus ihrer Mitarbeiter abfragen können. Mehr im Video und weiter unten im Ticker:

20:36 Uhr | Großes Datenleck bei Corona-Tests in Österreich

In Österreich ist ein großes Datenleck bei Corona-Tests aufgetaucht: Medien wurden die persönlichen Daten von mehr als 24.000 positiv getesteten Corona-Infizierten zugespielt. Wie die österreichische Datenschutzbehörde am Mittwoch mitteilte, hat sie eine Prüfung des Falls eingeleitet. Die Liste liegt nach eigenen Angaben dem Sender ORF und der Zeitung "Der Standard" vor. Sie stamme offenbar vom ehemaligen Geschäftsführer der Firma HG Lab Truck, die im Auftrag des Bundeslands Tirol PCR-Tests vorgenommen hatte.

Wie der "Standard" berichtete, hatte der zu dem Zeitpunkt bereits nicht mehr als Geschäftsführer tätige Mann Mitte August eine E-Mail mit der Liste im Anhang an einen IT-Spezialisten einer anderen Firma geschickt. Die Liste enthält unter anderem Namen, Geburtsdaten und Adressen von Getesteten.

Dem Bericht zufolge erklärte der Ex-Geschäftsführer, er sei Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Die Landesregierung von Tirol verurteilte die Weitergabe der Liste und drohte mit rechtlichen Schritten, falls die Berichte sich bewahrheiten sollten. Die Tiroler Regierung war vergangenes Jahr schwer in die Kritik geraten, als sich die dortigen Skigebiete zu einem Hotspot für Corona-Infektionen in ganz Europa entwickelten.

19:47 Uhr | Dritte Corona-Impfung für Schwerkranke in Großbritannien

In Großbritannien können etwa eine halbe Million Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem eine dritte Corona-Impfung erhalten. Gesundheitsminister Sajid Javid erklärte am Mittwoch: "Wir wissen, dass Menschen mit bestimmten Erkrankungen, die sie besonders anfällig für Covid-19 machen, durch zwei Impfdosen möglicherweise weniger Schutz gegen das Virus erhalten haben." Eine dritte Dosis solle dazu beitragen, ihren Schutz zu verstärken.

Dabei geht es um Menschen, die etwa an Leukämie oder HIV erkrankt sind oder eine Organtransplantation hatten. Sie müssen mindestens zwölf Jahre alt sein und die zweite Impfung muss mindestens acht Wochen zurückliegen. Javid folgt damit einer Empfehlung der britischen Impfkommission JCVI. Der Minister betonte, die Maßnahme sei nicht Teil der geplanten Auffrischungskampagne. Es sei aber geplant, dass die sogenannten Booster-Impfungen noch in diesem Monat starten.

Update 18:24 Uhr | Bund gibt Millionen für neues Pandemie-Frühwarnzentrum

Nach der Eröffnung des neues Pandemie-Frühwarnzentrums der Weltgesundheitsorganisation WHO in Berlin hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußert. Die CDU-Politikerin sagte, die Arbeit der WHO sei ihr immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Von dem neuen Wissenschaftsstandort sollten Menschen weltweit profitieren. "Die Erkenntnisse sollen mit allen Staaten geteilt werden." Die Corona-Pandemie habe "gezeigt, wie viel wir erreichen können, wenn wir unsere Kräfte bündeln".

Dass der "Global Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence" nun in Berlin angesiedelt sei, drücke "unsere Wertschätzung für die WHO" aus, sagte Merkel. Das Frühwarnzentrum soll helfen, Pandemieausbrüche in Zukunft frühzeitig zu erkennen und möglichst zu verhindern. Bundeskanzleramt und Gesundheitsministerium stellten nach WHO-Angaben hundert Millionen Euro zur Finanzierung der Einrichtung bereit. Andere Geber sollen sich ebenfalls beteiligen. (mehr siehe weiter unten)

17:48 Uhr | Impfpflicht für griechisches Gesundheitspersonal tritt in Kraft

Beschäftigte im Gesundheitssektor in Griechenland müssen sich ab Mittwoch gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie der Verband der Beschäftigten in öffentlichen Krankenhäusern mitteilte, droht deshalb nun etwa 10.000 Angestellten, die noch nicht geimpft sind, die Entlassung. Das entspreche rund zehn Prozent des gesamten Gesundheitspersonal des Landes. "Wir drängen das Gesundheitspersonal dazu, sich impfen zu lassen", sagte Verbandschef Dimitris Kourouvalakis. "Aber wir sind gegen die Impfpflicht, die ein Demokratie-Problem aufwirft." Der Verband kündigte Streiks an, sollte es tatsächlich zu Entlassungen kommen. Am Mittwochmorgen gab es bereits vor mehreren Krankenhäusern Proteste gegen die Impfpflicht.

17:13 Uhr | Nordkorea lehnt drei Millionen Impfdosen ab

Nordkorea hat nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef ein Angebot über rund drei Millionen Dosen des chinesischen Impfstoffes von Sinovac Biotech zurückgewiesen. Die Führung in Pjöngjang begründe ihre Ablehnung damit, dass der Impfstoff an Länder gegeben werden solle, die von der Corona-Pandemie schwer getroffen seien. Die Dosen sollten über das von Unicef verwaltete Covax-Programm für ärmere Länder an Nordkorea gehen. Der weitgehend isolierte Staat hat bislang keine Corona-Fälle gemeldet und strikte Beschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt. Unter anderem wurden die Grenzen geschlossen und Reisen im Inland begrenzt.

16:49 Uhr | Altmaier erwartet baldige Entspannung auf Chipmarkt

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet mit einer baldigen Entspannung auf dem Chipmarkt. Der CDU-Politiker sagte in Berlin, die Corona-bedingten Effekte und die Störungen in den Lieferketten dürften in den nächsten Monaten weniger werden und dann gänzlich verschwinden. Altmaier wollte am Mittwoch mit Vertretern von rund 50 Unternehmen der Mikroelektronikbranche beraten. Ziel ist es, in dem Bereich unabhängiger von Importen aus den USA und Asien zu werden.

Erst gestern hatte BMW mitgeteilt, dass am Standort in Leipzig die Produktion der 1er und 2er Modellreihe ruht. Wie das Unternehmen dem MDR bestätigte, gilt das voraussichtlich bis zum Ende der Woche. Grund seien Lieferprobleme der Chip-Hersteller. Rund die Hälfte der 5.400 Beschäftigten sei in Kurzarbeit.

16:20 Uhr | Schon 1.000 Termine für Auffrischungsimpfungen in Thüringen vereinbart

Einen Tag nach der Ankündigung von Corona-Auffrischungsimpfungen in Thüringen haben bereits 1.000 Menschen einen Termin dafür über das Internetportal www.impfen-thueringen.de vereinbart. Das teilte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) mit. Das Angebot zur Auffrischung des Impfschutzes richte sich zunächst insbesondere an Menschen über 80 Jahre, mit geschwächtem Immunsystem und an das Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen.

Am kommenden Montag sollen nach KV-Angaben auch die Auffrischungsimpfungen in Pflegeheimen starten. Dafür sei die Zahl der mobilen Impfteams von 15 auf 25 aufgestockt worden. Zudem könnten sich Impfwillige auch in den Arztpraxen nochmals spritzen lassen. Voraussetzung dafür sei, dass ihre Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliege.

15:31 Uhr | Pandemie-Frühwarnzentrum der WHO in Berlin eröffnet

Zur besseren Vorbereitung auf künftige Pandemien hat die Weltgesundheitsorganisation WHO in Berlin ein Pandemie-Frühwarnzentrum geschaffen. Das Zentrum wurde am Mittwoch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus eingeweiht. Es soll Milliarden Daten über Tiergesundheit, Krankheiten, Bevölkerungsbewegungen Klimawandelfolgen und vieles mehr verarbeiten. Darin sollen Muster frühzeitig erkannt und anhand von Computermodellen Bedrohungsszenarien erstellt werden.

Ziel ist es, bei einer neuen Pandemie viel früher als bei Corona Maßnahmen umzusetzen, damit ein Erreger sich möglichst nicht auf der ganzen Welt verbreitet. Erster Direktor ist der in Deutschland geborene nigerianische Epidemiologe Chikwe Ihekweazu, der zurzeit die Gesundheitsbehörde Nigerias leitet. Das Zentrum startet auf dem Gelände der Charité, einem der Gründungspartner, und soll künftig einen eigenen Campus in Kreuzberg erhalten, wie die WHO mitteilte.

15:24 Uhr | Trickbetrüger setzen verstärkt auf Corona-Geschichten

Trickbetrüger am Telefon erfinden immer mehr Geschichten rund um Corona. Wie die Polizei in Chemnitz mitteilte, häufen sich derzeit die Fälle in der Stadt besonders. Dabei geben sich die Betrüger teilweise auch als Ärzte des Klinikums Chemnitz aus. Mehr im Video:

15:12 Uhr | Luftfilter für fünfte und sechste Klassen im Altmarkkreis Salzwedel

Im Altmarkkreis Salzwedel sollen zum Schulbeginn kurzfristig Luftfilter angeschafft werden. Der Kreisausschuss stimmte am Montag einer außerplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 240.000 Euro zu. Mit dem freigegebenen Geld könnten aber nicht alle Klassen der kreiseigenen Schulen ausgerüstet werden, hieß es. Der Landkreis beschränke sich daher auf die 77 Klassen der Jahrgangsstufen fünf und sechs.

Neben der Anschaffung von mobilen Luftfiltern wurden im Altmarkkreis bereits für 80 Schulräume sogenannte CO2-Ampeln angeschafft. Über die Geräte kann gemessen werden, wann wieder gelüftet werden muss.

15:03 Uhr | Mehrere Airlines führen Impfpflichten für Personal ein

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air will künftig bei ihren Flügen nur noch Mitarbeiter einsetzen, die vollständig gegen Corona geimpft sind. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, soll das sowohl für Piloten als auch für Flugbegleiter gelten. In Ausnahmefällen müssten sich Betroffene regelmäßigen Antigen- oder PCR-Tests unterziehen. Die Regelung soll ab 1. Dezember gelten.

Auch die australische Airline Qantas sowie die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss wollen nach eigenen Angaben ab dem 15. November eine Corona-Impfpflicht für ihr fliegendes Personal einführen. Die Lufthansa hat eigenen Angaben zufolge derzeit keine entsprechenden Pläne.

13:40 Uhr | Italien: Bei Zug- und Flugreisen Gesundheitspass nötig

In Italien braucht man vom heutigen Mittwoch an den grünen Gesundheitspass im öffentlichen Personenverkehr. So muss der Pass bei Reisen in Hochgeschwindigkeitszügen, bei Flugreisen, auf Fähren und bei längeren Busfahrten verbindlich mitgeführt werden. Der grüne Pass gibt an, ob jemand eine Covid-19-Impfung erhalten hat, negativ getestet wurde oder unlängst von der Krankheit genesen ist. Den Pass gibt es sowohl in digitaler Form als auch in Papierform.

12:52 Uhr | Sondergenehmigung für Frankfurter Buchmesse

Eine Frau vor einem Bücherregal
Für die Messe gilt ein strenges Hygienekonzept. Bildrechte: IMAGO

Die Frankfurter Buchmesse darf Ende Oktober täglich 25.000 Teilnehmer empfangen. In einer Mitteilung der Veranstalter hieß es, es liege eine Sondergenehmigung vor. Die zulässige Höchstzahl der Besucher gelte "unter Beachtung des vorliegenden Hygienekonzeptes" und "nach heutigem Planungsstand". Einlass gibt es nur für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete. Alle müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Tickets müssen online gebucht werden, um die Kontaktverfolgung zu gewährleisten.

12:45 Uhr | Stiko plant Empfehlung zu Drittimpfungen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) plant eine zeitnahe Empfehlung zu Auffrischungsimpfungen für Senioren und Immungeschwächte. Stiko-Chef Thomas Mertens sagte, die Aufarbeitung der vorliegenden Daten sei in vollem Gange. Lange werde es nicht mehr dauern, auf ein genaues Datum für die Empfehlung könne er sich aber noch nicht festlegen. Geplant sei auch eine Aktualisierung der Empfehlung für Schwangere, wenn die Datenaufarbeitung bei der Stiko in diesem Bereich voranschreite.

11:55 Uhr | Inzidenz in NRW steigt nicht mehr

Die Inzidenz in Deutschlands bevölkerungsreichstem Land Nordrhein-Westfalen steigt seit einigen Tagen nicht mehr. Während das Robert Koch-Institut seit drei Tagen leicht sinkende Werte für NRW sieht, zeigen Zahlen des Risklayer-Projekts der Universität Karlsruhe seit mehr als einer Woche zumindest stabile Werte. Demnach liegt die Inzidenz für das Land seit dem 26. August knapp über 130, Tendenz leicht sinkend.

Auch die Kurve für ganz Deutschland flacht zuletzt leicht ab, sie steigt aber weiter Richtung einer 7-Tage-Inzidenz von 80. Am 1. September weist Risklayer deutschlandweit einen Wert von 79,37 aus. Die Inzidenzen in Mitteldeutschland sind nach wie vor deutlich niedriger, steigen aber ebenfalls seit Wochen stetig. So meldet Risklayer für Sachsen derzeit eine Inzidenz von 21,89, für Sachsen-Anhalt eine von 17,75 und für Thüringen eine Inzidenz von 24,95.

11:38 Uhr | Bußgeld bei Verstoß gegen Testpflicht an Thüringer Schulen

Thüringer Eltern, deren Kinder ungetestet in die Schule kommen, droht künftig ein Bußgeld zwischen 60 und 250 Euro. Bildungsminister Helmut Holter erklärte aber, das gelte erst, wenn im Freistaat Warnstufe 3 mit hohen Inzidenzen und einer hohen Belegung der Intensivbetten gelte. Eltern von geimpften oder genesenen Kindern und Jugendlichen müssten kein Bußgeld befürchten. Die Details zur Staffelung der Bußgelder würden noch geklärt.

In Thüringen beginnt am Montag das neue Schuljahr mit einer 14-tägigen Testpflichtphase.

Grafik zum Corona-Warnsystem in Thüringen ab 24. August
Die Warnstufen in Thüringen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

10:50 Uhr | Kabinett ergänzt Arbeitsschutzverordnung

Das Kabinett hat die Corona-Arbeitsschutzverordnung verlängert und ergänzt. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, müssen Arbeitgeber nun Mitarbeiter auch über Risiken einer Covid-Erkrankung und Impfmöglichkeiten informieren. Beschäftigte sollen zudem während der Arbeitszeit freigestellt werden, wenn sie sich impfen lassen wollen.

Mitarbeiter müssen aber weiterhin ihren Arbeitgebern nicht Auskunft geben, ob sie geimpft sind. Wenn Arbeitgeber den Impfstatus kennen, sollen sie diesen allerdings bei der Feststellung der erforderlichen Schutzmaßnahmen berücksichtigen.

Ansonsten gelten weiterhin die bestehenden Regeln, zum Beispiel die Pflicht zu betrieblichen Hygieneplänen und zum Angebot von Schnell- oder Selbsttests mindestens zweimal pro Woche. Homeoffice soll weiter als Möglichkeit der Kontaktreduzierung dienen. Wo andere Maßnahmen keinen ausreichenden Schutz bieten, müssen Arbeitgeber mindestens eine medizinische Schutzmaske zur Verfügung stellen.

Die Verordnung tritt am 10. September in Kraft und gilt zunächst bis zum 24. November.

10:02 Uhr | Heil gegen Auskunftsrecht zum Impfstatus

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat sich im ARD-"Morgenmagazin" erneut gegen ein generelles Auskunftsrecht des Arbeitgebers mit Blick auf den Impfstatus seiner Beschäftigten ausgesprochen.

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales
Arbeitsminister Heil ist gegen die Auskunftspflicht. Bildrechte: dpa

Der SPD-Politiker sagte: "Rechtsstaatlich handeln heißt, dass ein Arbeitgeber keinen Anspruch auf Auskünfte darüber hat, was die Gesundheitsdaten angeht." Der Arbeitgeber dürfe sich auch nicht die Krankenakte eines Arbeitnehmers anschauen, weil es sich dabei um sehr persönliche Daten handele, fügte Heil hinzu.

Es gebe Bereiche mit großen Ansteckungsrisiken, zum Beispiel in Justizvollzugsanstalten. In solchen Fällen sei es über das Infektionsschutzgesetz möglich, über die 3G-Regeln Maßnahmen zu treffen, wie das derzeit auch in Restaurants gehandhabt werde. "Das ist möglich, aber da muss mein Kollege Spahn einen rechtssicheren Vorschlag machen", sagte Heil.

Ähnlich hatte sich zuvor bereits Bundesjustizministerin Christine Lambrecht gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe geäußert. Ein Auskunftsrecht von Arbeitgebern sei nur in bestimmten Fällen vorstellbar, "in denen es um besondere Gefährdungssituationen geht", so die SPD-Politikerin.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte eine Debatte über die Frage angestoßen, ob das Infektionsschutzgesetz geändert werden soll, damit Arbeitgeber zumindest für die nächsten sechs Monate nach dem Impfstatus der Beschäftigten fragen dürften. Er tendiere zu einer solchen Änderung, so Spahn.

09:50 Uhr | Briten wollen Masken an Schulen zurück

Zum Schulstart in England haben Lehrer und Wissenschaftler eine Wiedereinführung der Maskenpflicht an Schulen gefordert. Mary Bousted, Chefin der Lehrergewerkschaft National Education Union, fragte in der Zeitung "Daily Mirror": "Warum geben wir Maßnahmen auf, die in einer ungeimpften Altersgruppe, in einem überfüllten Gebäude zu einer dramatischen Reduzierung der Übertragung führen könnten?" Schülerinnen und Schüler hätten sich an Masken gewöhnt, die ein einfaches Mittel im Kampf gegen das Coronavirus seien. "Wir werden erleben, dass sich Tausende Schüler und Hunderte Lehrer selbst isolieren müssen", sagte Bousted.

In England sind an Schulen keine festen Gruppen mehr nötig, auch Masken sind nicht mehr Pflicht. Kinder müssen sich nicht mehr selbst isolieren, wenn sie in Kontakt mit Infizierten kommen, aber einen negativen PCR-Test vorweisen können.

08:22 Uhr | Kunden kaufen wieder weniger im Internet

Mit dem Wegfall vieler Corona-Auflagen kaufen die Kunden offenbar weniger im Internet- und Versandhandel. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sanken die Umsätze hier im Juli um 11,9 Prozent zum Vormonat. Sie liegen aber mit 20,7 Prozent weiterhin deutlich über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Pandemie.

Der Einzelhandel verzeichnete allerdings auch Einbußen: Im Juli fielen die Einnahmen preisbereinigt um 5,1 Prozent niedriger aus als im Vormonat. Am stärksten schrumpfte der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren mit einem Umsatzminus von 10,5 Prozent.

08:14 Uhr | Mu-Variante möglicherweise resistent gegen Impfstoffe

Die auch als "Mu" bezeichnete Variante B.1.621 weist Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnten. Das hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitgeteilt und die Corona-Variante als "Variante von Interesse" eingestuft. Erstmals aufgetreten war die Variante im Januar in Kolumbien. Inzwischen ist sie auch in weiteren südamerikanischen Ländern sowie in Europa nachgewiesen worden. Während in Kolumbien 39 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die Mu-Variante zurückgingen, liege die globale Verbreitung der Variante jedoch bei unter 0,1 Prozent.

07:32 Uhr | Busunternehmen erwarten erneut kaum Umsätze

Reisebus
Private Busunternehmer haben es auch 2021 schwer. Bildrechte: imago images/Reiner Zensen

Die privaten Busunternehmen in Deutschland erwarten in diesem Jahr einen durchschnittlichen Umsatzeinbruch von knapp 70 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019. Das berichtet die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer, Christiane Leonard, aus einer Verbandsumfrage unter 370 Mitgliedern den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für die Bustouristik wird sogar ein Umsatzminus von 80 Prozent prognostiziert. Die Bustouristik ist in Deutschland durch die von Bund und Ländern verordneten Pandemie-Einschränkungen so stark wie kein anderes Verkehrsmittel eingeschränkt worden.

07:11 Uhr | KBV fordert Stiko-Empfehlung zu Drittimpfungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fordert eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19. Vorsitzender Andreas Gassen sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Stiko habe die Daten, um für bestimmte Gruppen eine Empfehlung für eine Drittimpfung auszugeben. Sie wäre für solche Vorgaben die richtige Institution. Es gehe darum, diejenigen zuerst durch eine dritte Dosis schützen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. "Die Stiko trifft rationale, faktenbasierte Entscheidungen – anders als mitunter die Politik", sagte Gassen.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte entsprechende Vorgaben. Die Politik müsse "jetzt eine klare Ansage machen, welche Gruppen bei den Auffrischungsimpfungen zuerst an der Reihe sind".

06:36 Uhr | Neue Arbeitsschutzverordnung im Kabinett

Die Bundesregierung befasst sich heute mit einer neuen Arbeitsschutzverordnung. Der Entwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht unter anderem vor, dass Arbeitgeber Impfungen während der Arbeitszeit ermöglichen müssen. Zudem sollen Arbeitgeber bei ihren Hygienekonzepten künftig auch den Impf- oder Genesenen-Status der Beschäftigten berücksichtigen können – sofern er ihnen bekannt ist. Der "Rheinischen Post" sagte Heil: "Wir verlängern außerdem die Verpflichtung der Arbeitgeber, zwei Mal die Woche einen kostenlosen Test anzubieten. Zudem gilt weiterhin das bewährte Hygienekonzept."

Die Arbeitgeberverbände hatten gefordert, den Impfstatus ihrer Beschäftigten abfragen zu dürfen. Das ist innerhalb der Regierung umstritten.

06:30 Uhr | Millionenrückzahlungen von Soforthilfen in Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland ist ein Teil der Corona-Soforthilfe für Unternehmen zurückgezahlt worden. Der Verband der Gründer und Selbstständigen geht davon aus, dass die Rückzahlungen vor allem von Solo-Selbstständigen kommen. Verbandschef Andreas Lutz erklärte, die Soforthilfe sei an der Lebensrealität der Betroffenen vorbeigegangen. So habe das Geld nicht für private Lebenshaltungskosten verwendet werden dürfen. Viele Solo-Selbstständige seien aber davon ausgegangen. Steuerberater und Juristen rieten den Betroffenen zur Rückzahlung, weil sonst Anzeigen wegen Subventionsbetrug drohten.

Nach Informationen von MDR AKTUELL wurden in Sachsen-Anhalt 11,7 Millionen Euro zurückgegeben. In Thüringen sind es 15,2 Millionen Euro und in Sachsen sogar 63,4 Millionen Euro.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 1. September 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Lauf des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 01. September 2021 | 13:30 Uhr

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