Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Verfassungsgericht lehnt Eilanträge gegen Ausgangssperre ab

Das Bundesverfassungsgericht hat Eilanträge gegen die nächtliche Ausgangsbeschränkung im Infektionsschutzgesetz abgelehnt. Viele Anbieter von Ferienwohnungen denken über eine Geschäftsaufgabe nach. Der Bund stellt Milliarden bereit, um Corona-Folgen für Kinder abzufedern. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier tagesaktuell im Ticker.

Der Zweite Senat beim Bundesverfassungsgericht, Astrid Wallrabenstein (l-r), Ulrich Maidowski, Peter Müller, Peter M. Huber, Doris König (Vorsitz), Monika Hermanns, Sibylle Kessal-Wulf und Christine Langenfeld, verkündet das Urteil zum Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (Ceta).
Urteilsverkündung am Bundesverfassungsgericht. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 5. Mai 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:35 Uhr | Spahn will Astrazeneca freigeben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca die Priorisierung sofort aufheben. Der CDU-Politiker sagte am Abend im WDR, er wolle morgen darüber mit seinen Landesministerkollegen reden. Sowohl in Arztpraxen als auch in Impfzentren solle jeder, der das wolle, mit Astrazeneca geimpft werden.

Zugleich plädierte Spahn für mehr zeitliche Flexibilität bei der zweiten Astrazeneca-Impfung. Derzeit liegen zwischen beiden Impfungen in der Regel zwölf Wochen. Spahn sagte, er wisse, dass viele mit Blick auf den Sommer die Zweitimpfung früher haben wollten. Das wolle man möglich machen.

21:28 Uhr | Die Lage in Mitteldeutschland

Sehen Sie die Daten zum aktuellne Infektionsgeschehen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen:

21:20 Uhr | Kommt jetzt die Pleitewelle?

Seit Monatsbeginn gilt wieder die Insolvenzantragspflicht. Die Bundesregierung konnte sich nicht auf eine Verlängerung einigen. Steht deshalb nun eine Insolvenzwelle bevor? MDR AKTUELL hat bei Verbänden und Fachleuten nachgefragt.

21:05 Uhr | AOK plus verklagt Bund

Die Krankenkasse AOK plus klagt gegen den Bund, weil er wegen hoher Pandemie-Kosten finanzstarken Kassen an die Rücklagen geht. Eine Sprecherin sagte, es sei Klage beim Landessozialgericht in Nordrhein-Westfalen eingereicht worden. Der Kasse würden über das Versorgungsverbesserungsgesetz rund 700 Millionen Euro entzogen.

Vorstandsvorsitzender Rainer Striebel sagte der "Sächsischen Zeitung", das greife unverhältnismäßig in die Beitragsautonomie ein. Es gehe um das Geld der Beitragszahler, also der Versicherten und ihrer Arbeitgeber.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums werden den Finanzreserven der Krankenkassen insgesamt acht Milliarden Euro entzogen, um Löcher im Gesundheitsfonds zu stopfen.

20:00 Uhr | Verfassungsrichter lassen Ausgangsbeschränkungen vorerst in Kraft

Das Bundesverfassungsgericht hat Eilanträge gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen abgelehnt. "Damit ist nicht entschieden, dass die Ausgangsbeschränkung mit dem Grundgesetz vereinbar ist", teilte das Gericht am Mittwoch in Karlsruhe aber mit. Diese Frage müsse im Hauptsacheverfahren geklärt werden. Die Ausgangsbeschränkungen seien "nicht offensichtlich" formell oder inhaltlich verfassungswidrig und dienten "einem grundsätzlich legitimen Zweck", heißt es in der Mitteilung.

19:12 Uhr | Diskussion um Lockerungen im Tourismus

Schleswig-Holstein plant weitere Öffnungsschritte in Tourismus und Gastronomie. Ministerpräsident Daniel Günther sagte, Geimpfte, Genesene und Getestete dürften ab 17. Mai unter strengen Vorgaben Gaststätten auch in Innenräumen besuchen sowie in Hotels und anderen Unterkünften übernachten. Der CDU-Politiker begründete den Schritts mit sinkenden Corona-Zahlen und Inzidenzwerten stabil unter 100.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schürte am Mittwoch Hoffnungen auf Lockerungen für Gastronomie, Tourismus und Kultur. Er sagte am Mittwoch in Zwickau:

Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels und das wird deutlicher und heller.

Michael Kretschmer, CDU Ministerpräsident Sachsen

Es sei wichtig, in den nächsten Wochen konsequent und klug zu handeln. "Wir werden eine realistische Chance haben, dass der Sommer 2021 genauso frei, dynamisch, fröhlich wird für den Tourismus, für die Kultur, für die Gastronomie wie das im vergangenen Jahr gewesen ist." Schon zu Pfingsten halte er Lockerungen in der Gastronomie für möglich.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte hingegen die Öffnungspläne als verfrüht. Lauterbach sagte dem "Handelsblatt", für Öffnungen im Tourismus-Bereich brauche es eine deutlich niedrigere Inzidenz als 100, eher 50 oder noch darunter. Es sei fatal, dass erneut der Wettbewerb stattfinde, welches Bundesland am schnellsten lockere.

18:04 Uhr | Braun: "Deutliche Umkehr" bei Inzidenz durch Notbremse

Die Bundesregierung sieht eine deutliche Umkehr bei den Corona-Infektionszahlen. Kanzleramtschef Helge Braun sagte, die bundesweite Notbremse wirke. Die sinkenden Infektionszahlen ließen hoffen, dass die Belastung des Gesundheitssystems geringer werde, so der CDU-Politiker.

Die Notbremse greift seit dem 24. April in vielen Teilen Deutschlands. Sie muss gezogen werden, wenn an drei aufeinander folgenden Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten wurde. Dann gelten etwa strengere Kontaktbeschränkungen und ein nächtliche Ausgangssperre.

17:40 Uhr | Kanada lässt Biontech-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige zu

In Kanada darf der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden. Dies teilte die federführende Gesundheitsbehörde am Mittwoch mit. Sie bezeichnete die Genehmigung als wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie.

17:11 Uhr | Ferienhaus-Branche sieht Existenz bedroht

Viele Vermieterinnen und Vermieter von Ferienhäusern in Deutschland stehen laut einer Branchenumfrage vor dem unternehmerischen Aus. Jeder Vierte überlege die Ferienhausvermietung aufzugeben, meldet der Deutsche Ferienhausverband unter Berufung auf eine eigene Befragung unter mehr als 10.000 privaten und gewerblichen Anbietern.

Ersparnisse seien aufgebraucht und Kosten liefen weiter. Lediglich gut 15 Prozent der Ferienhausvermieter und Agenturen konnten den Angaben zufolge staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. Die meisten gingen leer aus, weil sie privat vermieteten oder im Nebenerwerb. "Wir appellieren an die Bundesländer, nach sechsmonatigem Lockdown endlich konkrete Schritte für eine Wiedereröffnung des Tourismus vorzulegen", sagte der Vorsitzende des Verbandes, Göran Holst.

Die Einnahmen aus der Vermietung seien für viele Besitzerinnen und Besitzer von Ferienimmobilien existenziell, so der Verband. Der Studie zufolge lebt rund jeder Fünfte von den Ferienhauseinnahmen. Einem knappen Drittel diene die Ferienimmobilie als Altersvorsorge.

15:02 Uhr | Hausarzt bietet Impftermine bei Ebay an

Um den Imfpstoff von Astrazeneca nicht verfallen zu lassen, bietet ein Hausarzt aus Nordrhein-Westfalen Impftermine bei Ebay an. Der Allgemeinmediziner Peter Weitkamp erklärte, er habe 80 bis 90 Impfdosen übrig. Ab kommender Woche werde er die Restbestände an Interessierte verimpfen – kostenlos. Weitkamp kritisierte, dass die Praxen fast nur noch Astrazeneca erhielten, Biontech dagegen an die Impfzentren gehe. Das führe dazu, dass viele Ungeimpfte in die Impfzentren strömten. Astrazeneca sei zuverlässig und wirksam und habe zu Unrecht ein schlechtes Image. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Astrazeneca weiterhin nur für Menschen über 60 Jahren.

14:16 Uhr | Willingmann für schnelle Öffnung der Gastronomie

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann hat schnelle Lockerungen im Tourismus und in der Gastronomie in Aussicht gestellt. Willingmann sagte dem MDR, die Außengastronomie solle mit Tests und mit Nachverfolgung sofort wieder möglich werden. Auch solle es wieder möglich sein, ein Ferienhaus oder Ferienwohnung zu mieten oder auf einen Campingplatz zu fahren. Modellhaft wolle man auch schauen, ob Hotels geöffnet werden könnten. Die Corona-Inzidenzzahlen im Land sinken derzeit. Sachsen-Anhalt will am Freitag eine neue Corona-Regelung mit Lockerungen beschließen.

13:49 Uhr | Immunologe sieht Lockerungen für Geimpfte skeptisch

Der Immunologe Stephan Borte vom Leipziger St.-Georg-Klinikum sieht die geplanten Lockerungen für Geimpfte skeptisch. Borte sagte MDR AKTUELL, man dürfe den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen. Zunächst müsse eine kritische Herdenimmunität erreicht werden. Borte wies darauf hin, dass die bisher zugelassenen Corona-Impfstoffe zwar vor schweren Krankheitsverläufen schützten. Sie aktivierten aber nicht die sogenannte Schleimhaut-Immunität in Mund, Nase, Rachen und Lunge. Deshalb könnten auch Geimpfte sich infizieren und das Virus weitergeben. Borte rechnet damit, dass die Corona-Impfung saisonal wiederholt werden muss. Dann entwickle der Körper ein Immungedächtnis und könne sich an neue Virusvarianten anpassen.

13:14 Uhr | Österreich führt Grünen Pass Anfang Juni ein

Österreich will bereits am 4. Juni einen Grünen Pass als Impfnachweis in digitaler Form einführen. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger sagte in Wien, geplant sei ein auf Handys verfügbarer QR-Code. Damit sei das Land einer der Vorreiter in Europa. Bereits am 19. Mai gelten diverse Zertifikate über Impfungen, Tests und überstandene Corona-Erkrankungen in Österreich als Zutrittserlaubnis für Gastronomie, Kultur, Sport und Hotellerie. Köstinger betonte, das sei für Österreich als Tourismusland "nach dieser langen Durststrecke überlebenswichtig". Auf EU-Ebene soll ein Grüner Pass voraussichtlich Ende Juni kommen.

13:00 Uhr | "Leipzig liest" mit 350 Veranstaltungen

Beim Literaturfestival "Leipzig liest extra" sind 350 Veranstaltungen geplant. Wie die Leipziger Buchmesse mitteilte, finden die Lesungen in der Stadt und in digitaler Form statt. Die meisten in- und ausländischen Autorinnen und Autoren würden live vor Ort sein. Ihre Auftritte übertrage man kostenfrei im Internet. Ob auch Publikum zugelassen werde, hänge von den dann gültigen Pandemie-Regeln ab. Das Lesefestival ist vom 27. bis 30. Mai geplant. Normalerweise findet es parallel zur Leipziger Buchmesse im März statt. Die war aber wegen der Corona-Pandemie das zweite Jahr in Folge abgesagt worden.

12:16 Uhr | Grünen-Bundesparteitag nur digital

Der Bundesparteitag der Grünen vom 11. bis 13. Juni findet wegen der Corona-Pandemie nur digital statt. Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sagte dem "Tagesspiegel", angesichts der Pandemielage sei eine solche Großveranstaltung für die Partei nicht zu verantworten. Wenn das ganze Leben digital sei, gelte das auch für die Politik. Auf dem Bundesparteitag wollen die Grünen über den endgültigen Beschluss zum Programm für die Bundestagswahl entscheiden. Außerdem soll die Co-Vorsitzende Annalena Baerbock offiziell zur Kanzlerkandidatin ihrer Partei gekürt werden.

11:52 Uhr | Acht Löwen in indischem Zoo positiv getestet

Im Zoo der indischen Stadt Hyderabad sind acht Löwen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das indische Umweltministerium teilte mit, die Löwen hätten Ende April Zeichen von Atemnot gezeigt, inzwischen lägen entsprechende Testresultate vor. Die Tiere seien isoliert worden und inzwischen auf dem Weg der Besserung. Der Zoo in Hyderabad wurde für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Seit Beginn der Corona-Pandemie gab es immer wieder vereinzelte Meldungen über Sars-CoV-2-Infektionen bei Tieren.

11:33 Uhr | Sachsen-Anhalt weitet Impfspektrum aus

In Sachsen-Anhalt können sich ab dem 15. Mai alle Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen, die der Priorisierungsgruppe 3 angehören. Das Gesundheitsministerium in Magdeburg teilte mit, Termine könnten für die Impfzentren gebucht werden. Außerdem sei es möglich, Termine bei Haus- und Fachärzten zu vereinbaren, die Impfungen anbieten. Bislang waren nur bestimmte Mitglieder dieser Gruppe impfberechtigt. Nun wird diese Gruppe komplett freigegeben. Sachsen-Anhalt erwartet im Mai mehr als 259.000 neue Impfdosen. Hinzu kommen Impfstofflieferungen an Hausärzte, die ihre Terminplanungen eigenständig organisieren.

10:57 Uhr | Bundeskabinett beschließt "Corona-Aufholprogramm"

Die Bundesregierung hat ein Aktionsprogramm auf den Weg gebracht, um die Folgen der Corona-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche abzumildern. Das Programm umfasst Ausgaben in Höhe von insgesamt zwei Milliarden Euro. Eine Milliarde Euro ist für Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler gedacht, die Lernrückstände aufholen müssen. Eine weitere Milliarde Euro soll in soziale Maßnahmen investiert werden, um auch die psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern. Beispiele sind die frühkindliche Bildung und die Schulsozialarbeit.

Geplant ist auch eine Einmalzahlung von 100 Euro für Kinder aus Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind oder nur ein sehr geringes Einkommen haben. Das Geld soll je nach Bedarf für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden können. Eine Auszahlung könnte nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa im August erfolgen. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

10:18 Uhr | Luftwaffe fliegt Sauerstoffanlage nach Indien

Ein Militärtransporter der Luftwaffe ist mit Teilen einer mobilen Sauerstoff-Produktionsanlage auf dem Weg nach Indien. Der Frachter startete im niedersächsischen Wunstorf. Ein zweiter A400M mit den übrigen Containern der Anlage an Bord soll morgen in Richtung Indien starten. Weil die Maschinen die Strecke nach Neu-Delhi mit der schweren Beladung nicht im Direktflug bewältigen, werden sie jeweils in Abu Dhabi zwischenlanden.

Die Anlage reichert Außenluft auf die etwa 93 Prozent Sauerstoffgehalt an, die für die medizinische Nutzung nötig sind. Anschließend wird das Gas unter hohem Druck komprimiert und in Sauerstoffflaschen abgefüllt. In Indien mangelt es wegen dramatisch gestiegener Corona-Zahlen vielen Krankenhäusern an Sauerstoff.

Am Samstag hatte die Luftwaffe bereits 120 Beatmungsgeräte nach Indien gebracht. Mit an Bord waren 13 Bundeswehr-Sanitäter, die beim Aufbau der Sauerstoff-Produktionsanlage helfen und die Mitarbeiter des Indischen Roten Kreuzes in deren Betrieb einweisen sollen.

09:47 Uhr | Großbritannien plant dritte Impfung ab Herbst

In Großbritannien soll jeder Bürger über 50 ab Herbst ein Angebot für eine dritte Coronavirus-Impfung erhalten. Wie die Zeitung "The Times" berichtet, werden derzeit zwei Optionen getestet. So soll es entweder eine dritte Impfung mit den vorhandenen Vakzinen von Biontech/Pfizer, Astrazeneca oder Moderna geben. Möglicherweise würden aber auch modifizierte Impfstoffe verabreicht, die auch gegen neue Virus-Varianten wirksam seien.

09:20 Uhr | Post verbucht Rekordergebnis im ersten Quartal

Die Deutsche Post hat dank des weiter gestiegenen Paketaufkommens zum Jahresauftakt ein Rekordergebnis verbucht. Wie der Konzern mitteilte, ist der Umsatz von Januar bis Ende März im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro gestiegen. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen habe sich auf 1,9 Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Die Post selbst spricht vom stärksten Auftaktquartal aller Zeiten. Unter dem Strich erwirtschaftete die Deutsche Post DHL im ersten Quartal einen Konzerngewinn von 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal waren es 301 Millionen Euro gewesen.

09:14 Uhr | Weniger Arbeitnehmer in Kurzarbeit

Im April sind nach Schätzung des Münchner Ifo-Instituts noch 2,7 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit gewesen. Das waren den Angaben zufolge 300.000 weniger als im März. Am schwersten von der Corona-Krise betroffen waren nach wie vor Hotels und Gaststätten. Im Gastgewerbe waren demnach 565.000 Menschen in Kurzarbeit, ein Anteil von mehr als 53 Prozent. In der Industrie waren laut der Schätzung noch 6,4 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit, insgesamt 444.000 Menschen. Zum Vergleich: Im Mai 2020 waren knapp sechs Millionen Menschen in Kurzarbeit gewesen.

08:25 Uhr | Experte: Keine Fotos mit Impfnachweis ins Netz stellen

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar warnt davor, Fotos von sich mit dem Corona-Impfnachweis ins Internet zu stellen. Caspar sagte, Fotos von Impfpässen könnten Kriminellen als Vorlage dienen. Chargennummern, Stempel und Arzt-Unterschrift könnten dazu benutzt werden, um gefälschte Impfpässe herzustellen. Diese würden dann auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Caspar betonte, Gesundheitsdaten gehörten generell nicht ins Netz. Zuletzt wurden immer wieder Berichte über gefälschte Impfausweise bekannt. Vergangene Woche machte etwa das Landeskriminalamt in Niedersachsen einen Fall öffentlich. Demnach werden etwa über Messengerdienste Impfpässe für 99 bis 250 Euro angeboten.

08:14 Uhr | Hausärzte fordern Rechtssicherheit für siebte Biontech-Dosis

Der Deutsche Hausärzteverband fordert Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte, die pro Ampulle sieben statt sechs Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer nutzen wollen. Verbandschef Ulrich Weigeldt sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, es könne nicht sein, "dass täglich in Deutschland Impfdosen weggeworfen werden". Es dürfe aber auch nicht sein, "dass Hausärztinnen und Hausärzte, die im Kampf gegen diese Pandemie alles geben und mit dem vorhandenen Impfstoff so viele Menschen so schnell wie möglich impfen, riskieren, mit einem Bein im Gefängnis zu stehen".

Unterstützung erhalten die Hausärzte von SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Er sagte, beim Impfstoff von Biontech/Pfizer seien nur sechs Dosen pro Ampulle zugelassen. Es sei nicht verboten, aber rechtlich nicht abgesichert, die siebte Dosis zu verwenden. Er verstehe, "dass viele Ärzte aus Angst vor dem Haftungsrisiko die siebte Dosis des Biontech-Impfstoffs wegwerfen", Lauterbach forderte deshalb, dass der Staat das Haftungsrisiko übernehmen solle.

07:51 Uhr | Scheuer will Milliardenhilfe für ÖPNV

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat wegen der Pandemie weitere finanzielle Unterstützung für den Öffentlichen Personennahverkehr gefordert. Scheuer sagte, für dieses Jahr bräuchte der ÖPNV noch einmal eine Milliarde Euro. So könne er zuverlässig am Laufen gehalten werden. Wegen deutlich gesunkener Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen verzeichnen die Verkehrsunternehmen hohe Einnahmeausfälle. Im vergangenen Jahr hatten sie vom Bund 2,5 Milliarden Euro zusätzlich erhalten. Auch die Länder haben eine weitere Finanzhilfe gefordert.

07:44 Uhr | Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Am gestrigen Dienstag haben die Gesundheitsämter 12.509 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert, mehr als 3.700 Fälle weniger als am Dienstag vor einer Woche. Das geht aus den Zahlen des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Die bundesweite Inzidenz sinkt seit mehr als einer Woche stetig, auf inzwischen 145.

In den mitteldeutschen Ländern liegen die Inzidenzen teilweise noch deutlich über den Bundeswert, mit 217 in Sachsen, 223 in Thüringen und 155 in Sachsen-Anhalt. Den bundesweit höchsten Wert hat der Saale-Orla-Kreis mit einer Inzidenz über 500. Die in Mitteldeutschland niedrigste Inzidenz hat Magdeburg mit einem Wert von 57,7.

06:33 Uhr | OB Trümper hofft auf baldige Öffnungsschritte

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper hofft, dass die Corona-Einschränkungen in seiner Stadt bald gelockert werden können. Bei MDR AKTUELL sagte er, wenn die Corona-Inzidenz noch bis Freitag unter 100 bleibe, seien ab Sonntag wieder Öffnungen möglich. So könne man dann wohl wieder in den Außenbereichen der Gastronomie sitzen und wieder etwas in der Kultur machen. Beim Einkaufen sei dann kein negativer Test mehr nötig.

Trümper wies darauf hin, dass die genauen Regelungen vom Land festgelegt werden. Die Stadt bereite jedoch für Freitag schon eine Bekanntmachung vor. Bei stabilen Inzidenzwerten unter 100 gilt die Bundes-Notbremse nicht mehr. Die Länder dürfen dann selbst Öffnungsschritte beschließen.

06:22 Uhr | Dehoga Sachsen begrüßt Lockerungen für Geimpfte

Der sächsische Hotel- und Gaststättenverband begrüßt die geplante Lockerung der Corona-Auflagen für Geimpfte und Genesene. Dehoga-Landeschef Axel Klein betonte bei MDR AKTUELL, er hoffe nun auch auf eine schnelle Öffnung der Gastronomie. Die Betriebe seien ja inzwischen seit sechs Monaten geschlossen. Mit Problemen bei den erforderlichen Kontrollen rechnet Klein nicht. Geimpfte und Getestete bekämen eine Art digitalen Ausweis, der am Eingang des Restaurants einfach gescannt werden könne.

06:15 Uhr | Grüne kritisieren zögerliche Hilfe für Kultur

Sachsen-Anhalts Grüne sehen die Corona-Hilfen für die Kultur im Land kritisch. Der Chef des Finanzausschusses im Landtag, Olaf Meister, sagte MDR AKTUELL, die Unterstützung sei generell oft zu zögerlich gewesen. So sei die erste Soforthilfe für die Künstlerinnen und Künstler mit 400 Euro sehr klein gewesen. Der Kabarettist Sebastian Hengstmann kritisierte die Ausrichtung der staatlichen Hilfen. Die meisten dienten nur dazu, andere zu bezahlen oder in die Wirtschaft zu investieren. Für die eigentliche künstlerische Arbeit gebe es dagegen kaum Geld. Der Finanzausschuss des Magdeburger Landtags will heute neben anderen Themen auch die Lage der Kulturbranche erörtern.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 5. Mai 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Mai 2021 | 06:00 Uhr

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