Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Für einen unentgeltlichen PCR-Test soll eine rote Warnung auf der Corona-Warn-App nicht mehr ausreichen. Bildrechte: dpa

Coronavirus-PandemieTicker vom Mittwoch: Kein Anspruch mehr auf PCR-Test durch App-Warnung

von MDR AKTUELL

Stand: 09. Februar 2022, 22:43 Uhr

Eine rote Warnung auf der Corona-App soll nicht mehr für einen kostenfreien PCR-Test ausreichen. Sachsen-Anhalt kündigt Ende von 2G im Einzelhandel an. NRW stellt Vollerfassung der Corona-Infektionen infrage. Tschechien plant das Ende fast aller Beschränkungen bis März. Die Leipziger Buchmesse ist erneut abgesagt. Bundeskanzler Scholz drängt auf die Einhaltung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht.

Unser Ticker am Mittwoch, 09. Februar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:08 Uhr | Enttäuschung über erneute Buchmesse-Absage

Leipzig bedauert die erneute Absage der Buchmesse. Oberbürgermeister Burghard Jung sagte, die ganze Stadt habe sich nach zwei Jahren Abstinzenz auf das Branchentreffen gefreut. Der Wirtschaft und dem gesellschaftlichen Diskurs in Leipzig hätte die Messe gut getan. Leider wäre das Risiko für die Aussteller kaum kalkulierbar gewesen.

Wirtschaftsminister Martin Dulig sagte, der Freistaat habe die Durchfühung von Messen und Kongressen zwar wieder möglich gemacht. Bei vielen Verlagen sei aber die Verunsicherung wegen der Pandemie zu groß. Eine Verschiebung der Buchmesse war nach Duligs Worten organisatorisch nicht möglich.

21:45 Uhr | Krankenhäuser sind optimistisch und warnen

Die Kliniken rechnen nicht mehr mit einer Überlastung. Dennoch warnen sie vor zu schnellen Lockerungen. Mehrere Bundesländer stellen derweil die Weichen für den künftigen Corona-Kurs und lockern erste Beschränkungen.

20:35 Uhr | Virologe Streeck: Vorsichtig zurück zur Normalität

Hendrik Streeck Bildrechte: dpa

Der Virologe Hendrik Streeck fordert, sich bei der Bekämpfung des Coronavirus auf wissenschaftlich begründete Maßnahmen zu konzentrieren. Streeck sagte der Mediengruppe Münchner Merkur tz, bei einer Reihe von Maßnahmen wie beispielsweise der Sperrstunde oder der 2G-Plus-Konzepte sei bisher nicht wissenschaftlich bewiesen, dass diese effektiv seien. 

Streeck, der auch Mitglied des Expertenrats der Bundesregierung ist, fügte hinzu, man müsse sich generell die Frage stellen, ob man an den G-Regeln festhalten wolle. Er plädierte dafür, vorsichtig zur Normalität zurückzukehren: "Da darf es aus meiner Sicht keinen Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften mehr geben."

20:12 Uhr | EU sagt Afrika weitere 125 Millionen Euro für Impfkampagnen zu

Die EU stellt weitere 125 Millionen Euro zur Unterstützung von Corona-Impfkampagnen in Afrika bereit. Das teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Senegal mit. Das Geld werde dazu dienen, eine gute Verteilung von Impfstoffdosen sicherzustellen und medizinische Teams zu schulen. Zudem sollten die Analyse- und Sequenzierungskapazitäten gestärkt werden.

Nach Angaben der Afrikanischen Union waren in Afrika bis Anfang Februar nicht einmal zwölf Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Aus der EU sind laut von der Leyen bislang knapp 300 Millionen Euro zugesagt worden. Hinzu kämen Impfstoffspenden und Finanzhilfen zur Entwicklung der Pharmaindustrie in Afrika.

19:20 Uhr | Sachsen-Anhalt wird 2G im Handel kippen

Auch Sachsen-Anhalt will die 2G-Regelung im Einzelhandel kippen. Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte: "Dass 2G im Einzelhandel fällt, ist klar." Am kommenden Dienstag werde das Kabinett den Beschluss fassen und zeitnah nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch auf den Weg bringen. "Wir wollen die Beschlüsse als Paket fassen mit Regelungen für die Schulen, den Sport und die Gastronomie", begründete der CDU-Politiker den Zeitplan.

In mehreren anderen Bundesländern wurde die 2G-Regel im Einzelhandel bereits gekippt oder ihr Ende geplant. In Thüringen wurde 2G durch 3G ersetzt. In Sachsen gilt unterhalb der Überlastungsstufe 3G, oberhalb würde 2G wieder greifen.

18:55 Uhr | NRW stellt Vollerfassung aller Infektionen infrage

Angesichts der großen Zahl von Corona-Neuinfektionen und der Überlastung der Gesundheitsämter stellt das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium die vollständige Erfassung der Daten in Frage.

Der zuständige Abteilungsleiter im Ministerium, Gerhard Herrmann, sagte im Gesundheitsausschuss des Landtages, es stelle sich die Frage, ob der Aufwand noch sinnvoll sei oder ob man besser auf qualifizierte Stichproben setzen solle. Man wolle die Frage auch in der Gesundheitsministerkonferenz stellen.

18:06 Uhr | Kein Anspruch mehr auf PCR-Test durch App-Warnung

Eine rote Warnung in der Corona-Warn-App soll künftig nicht mehr ausreichen, um einen kostenfreien PCR-Test zu bekommen. Das geht mehreren Zeitungen zufolge aus dem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für die neue Testverordnung hervor.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Auf dem Höhepunkt der Pandemie setzen wir PCR-Tests gezielter ein." Demnach soll der Anspruch auf kostenlose PCR-Tests für alle Bürgerinnen und Bürger bestehen bleiben. Gemacht werden sollen sie aber nur noch, wenn ein überwachter positiver Schnelltest vorliegt. Lauterbach sagte, die Warnmeldung auf der App reiche dafür nicht mehr.

Zudem soll für das Freitesten aus Isolierung beziehungsweise Quarantäne ein überwachter Antigen-Schnelltest ausreichen.

17:48 Uhr | Sachsen-Anhalts Koalition offenbar uneins bei Impfpflicht

In Sachsen-Anhalts Regierungskoalition aus CDU, SPD und FDP gibt es offenbar keine einheitliche Position mehr zur Impfpflicht in Pflege- und medizinischen Einrichtungen. Während Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Mittwoch bekräftigte, das Bundesgesetz umsetzen zu wollen, waren aus der CDU im Landtag deutlich zurückhaltendere Töne zu vernehmen. Auch die FDP sieht noch Fragen offen.

17:37 Uhr | Razzia bei mutmaßlichen Impfpassfälschern

Die Polizei hat in Sachsen Objekte von 17 mutmaßlichen Impfpassfälschern durchsucht. Dabei seien 43 mutmaßlich gefälschte Dokumente sichergestellt worden, teilte die Polizeidirektion Chemnitz mit. Durchsucht worden seien vier Objekte in Chemnitz, vier im Landkreis Mittelsachsen und neun im Erzgebirgskreis.

Dabei seien neben den gefälschten Dokumenten auch Blanko-Impfausweise, mehrere Bögen mit Impfchargenaufklebern sowie Stempel eines Impfzentrums und eines Arztes gefunden worden. Festnahmen seien nicht erfolgt.

16:39 Uhr | Tschechien will bis März die meisten Beschränkungen aufheben

Zum 1. März sollen in Tschechien die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben werden. Wie Radio Prag mitteilte, bestätigte Regierungschef Petr Fiala das Vorhaben nach einer Kabinettssitzung. Praktisch solle nur noch die FFP2-Maskenpflicht bestehen bleiben.

Bereits ab Donnerstag sind einem Kabinettsbeschluss zufolge keine Impfzertifikate oder Genesenen-Nachweise beim Besuch von Gastro- oder Dienstleistungsbetrieben sowie großen Kultur- und Sportveranstaltungen nötig. Außerdem sollen laut Gesundheitsminister Vlastimil Válek bis März schrittweise die Obergrenzen für Besucher bei Großveranstaltungen angehoben werden.

15:37 Uhr | Spaniens König Felipe VI. positiv getestet

Der spanische König Felipe VI. ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Königshaus mitteilte, ließ sich der 54-Jährige testen, weil er in der Nacht leichte Symptome gespürt hatte. Der "allgemeine Gesundheitszustand" des Königs sei aber gut. Er werde sich sieben Tage lang in seiner Residenz isolieren und seine offiziellen Aufgaben von dort aus wahrnehmen.

15:26 Uhr | Südkorea ändert Corona-Strategie

Südkorea rückt wegen steigender Infektionszahlen aufgrund der Omikron-Variante von seiner weltweit hoch gelobten Strategie zur Eindämmung des Coronavirus ab. Die Strategie, die auf umfangreiche Tests und eine möglichst lückenlose Kontaktverfolgung setzt, sei "aufgrund begrenzter Ressourcen" nur noch schwer umzusetzen und habe zu hohe "soziale und wirtschaftliche Kosten", sagte ein ranghoher Gesundheitsbeamter.

Künftig sollen die Behörden ihre Ressourcen auf Risikogruppen konzentrieren. Menschen ab 60 Jahren sollen den Angaben zufolge bei Corona-Tests künftig bevorzugt werden. Wer positiv getestet wird, aber keine Symptome hat, kann sich direkt zu Hause isolieren. Bisher mussten sich auch symptomlose Infizierte in einer Klinik vorstellen.

Südkorea hatte die erste Corona-Welle im Frühjahr 2020 rasch unter Kontrolle bekommen und wurde mit seiner Strategie "Nachverfolgen, testen, behandeln" zum weltweiten Vorbild im Kampf gegen das Virus. Inzwischen verzeichnet das Land hohe Infektionszahlen, am Dienstag waren es 49.500 Neuansteckungen.

15:20 Uhr | Johnson will Isolation für positiv Getestete abschaffen

Die britische Regierung will die Pflicht zur häuslichen Isolation nach einem positiven Corona-Test noch im Februar abschaffen. Premierminister Boris Johnson sagte im Parlament, wenn die Infektionslage stabil bleibe, werde er die bisher für den 24. März vorgesehene Abschaffung der Isolationspflicht für Corona-Infizierte in England um einen Monat vorziehen. Eine Entscheidung soll nach dem 21. Februar fallen.

14:35 Uhr | Scholz hält an Pflege-Impfpflicht fest

Bundeskanzler Olaf Scholz hat noch einmal das Festhalten der Regierung an der Impfpflicht für Pflegekräfte bekräftigt. "Wir gehen davon aus, dass Gesetze eingehalten werden. Das ist einer der Vorzüge des deutschen Rechtssystems", ließ Scholz den stellvertretenden Regierungssprecher Wolfgang Büchner am Mittwoch in Berlin erklären. Wie die zahlreichen Detailfragen zur Umsetzung gelöst werden sollen, blieb weiter offen. Das Bundesgesundheitsministerium verwies abermals auf den Ermessensspielraum der Länder und örtlichen Behörden.

13:03 Uhr | Sachsen will bei Impfpflicht "warten"

Auch in Sachsen wird mit der weiteren Umsetzung der Impfpflicht im Gesundheitswesen und der Pflege bis zur Ministerpräsidentenkonferenz am 16. Februar noch abgewartet. Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte heute im Landtag: "Wir haben nichts gestoppt, sondern warten ab."

SPD-Politikerin Köpping: Wir warten ab. Bildrechte: dpa

Ursprünglich sollte es bis Ende der Woche einen Erlass geben, der die Umsetzung in Kreisen und Städte regelt. Köpping zufolge laufen noch Abstimmungen mit Kommunen, um möglichst einheitliche Regeln zu bekommen. Priorität habe dabei die Versorgungssicherheit.

Sie hoffe, sagte Köpping, dass sich Pflegekräfte mit dem zuletzt neu zugelassenen Vakzin des US-Herstellers Novavax impfen lassen. Die ersten Lieferungen würden Ende Februar erwartet. Novavax solle zuerst denen angeboten werden, die von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht betroffen seien. Vom 25. bis 28. Februar solle es eine Kampagne dazu geben.

12:43 Uhr | Buchmesse-Chef erklärt erneute Absage

Der Chef der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille, hat die Absage der Buchmesse als bitter, aber folgerichtig bezeichnet. Er verwies bei MDR AKTUELL auf den langen Vorlauf einer solchen Großveranstaltung. Bei Planungsbeginn im vergangenen Frühjahr seien sich alle sicher gewesen, dass es dieses Mal gehen könne. Zuletzt sei die geplante Zahl an Ausstellern allerdings immer kleiner geworden. Laut Zille wird es 2022 auch keine spätere Buchmesse mehr geben. Das sei organisatorisch nicht zu bewältigen.

12:42 Uhr | Kurzarbeitsregeln erneut verlängert

Die wegen der Coronavirus-Pandemie vereinfachten Kurzarbeitsregeln werden erneut verlängert. Das Bundeskabinett beschloss heute, dass sie noch bis Ende Juni in Kraft bleiben. Der Bundestag muss noch zustimmen.

12:15 Uhr | Schlegel für Kostenbeteiligung

Der Präsident des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel, hat sich dafür ausgesprochen, ungeimpfte Covid-19-Patienten an Kosten ihrer Behandlung im Krankenhaus zu beteiligen. Das teilte das Gericht in Kassel heute auf dpa-Anfrage mit und bestätigte vorherige Medienberichte. Einer Sprecherin des Gerichts zufolge sagte Schlegel bei einem Online-Pressegespräch gestern, die Höhe der Kostenbeteiligung solle sich nach den persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnissen richten, also angemessen sein, "aber auch weh tun". Solidarität sei keine Einbahnstraße.

11:28 Uhr | Leipziger Buchmesse doch wieder abgesagt

Die Leipziger Buchmesse ist nun doch auch für dieses Jahr abgesagt worden. Das teilten die Veranstalter heute mit. Es ist die dritte Absage seit Beginn der Pandemie und sie gilt laut Mitteilung der Messe auch für die Manga-Comic-Con, für Leipzig liest und die Antiquariatsmesse. Absagen "innerhalb der vergangenen Tage führten dazu, dass die erwartete Qualität und inhaltliche Breite einer solch großen Publikumsmesse nicht mehr gewährleistet" sei.

In den vergangenen Tagen hatten Branchenberichten zufolge große Verlagsgruppen wie Oetinger und Penguin Random House wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Die Buchmesse war für den 17. bis 20. März zuletzt aber weiter geplant worden, was Direktor Oliver Zille damit begründet hatte, dass 75 Prozent der Aussteller für 2022 zugesagt hatten.

10:30 Uhr | Berlinale startet morgen mit 2G+ und kleiner

In Berlin beginnen morgen die 72. Internationalen Filmfestspiele trotzt der Höchstwerte an Coronavirus-Infektionen in der Haupstadt dieses Mal wieder in Präsenz. Allerdings gelten eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, etwa eine von zehn auf sechs Tage verkürzte Dauer, die 2G+-Regel, Maskenpflicht, eine Halbierung der Platzbelegung und deutlich weniger Filme in den Kinos.

10:00 Uhr | Inzidenzen steigen weiter leicht

Nach den Daten des Risklayer-Projekts ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Coronavirus-Infektionen in Deutschland leicht auf 1.599,9 Fälle gestiegen, nach 1.565,1 und 1.537,5 pro 100.000 Einwohner gestern und vorgestern. Für Sachsen ergab sich ein Wert von 1.131,91 nach 1.082,42 gestern, mit jetzt 66.060 aktiven Fällen. In Sachsen-Anhalt lag die Sieben-Tage-Inzidenz heute bei 1.364,39 nach 1.274,14 am Vortag, mit aktuell 42.593 aktiven Infektionen. In Thüringen stieg sie von 777,65 auf 795,05 – was mit 24.012 aktiven Fällen im Land aber weiterhin der niedrigste Wert in Deutschland war.

Alles anzeigen

09:56 Uhr | Mehr Extremismus-Fälle in Sachsen

Wegen Protesten gegen Impfungen und Pandemie-Beschränkungen ist die Zahl der Extremismus-Fälle in Sachsen 2021 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Das berichtet die "Leipziger Volkszeitung" heute unter Berufung auf Zahlen des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums beim Landeskriminalamt. Demnach wurden dort 1.272 Fälle bearbeitet, mehr als doppelt so viele wie 2020; und fast die Hälfte passe nicht in "klassische Kategorien". Insgesamt 529 Verfahren führe das PTAZ im Phänomenbereich "nicht zuzuordnen", was auf die Corona-Proteste zurückzuführen sei.

09:45 Uhr | Polen will Maskenpflicht in Räumen aufheben

Polen peilt eine Aufhebung seiner Pandemie-Beschränkungen im März an, wenn die Zahl der täglichen Neuinfektionen weiter im aktuellen Tempo sinkt. Das kündigte Gesundheitsminister Adam Niedzielski in der Zeitung "Fakt" an. Masken in geschlossenen öffentlichen Räumen sollen demnach dann nur noch empfohlen werden. Priorität habe derzeit jedoch die Rückkehr zum Präsenzunterricht in den Schulen. Auch solle die Isolationszeit für infizierte Personen von zehn auf sieben Tage verkürzt werdenen.

09:38 Uhr | Italien hebt Maskenpflicht im Freien auf

In Italien endet die allgemeine Maskenpflicht im Freien am Freitag. Eine entsprechende Verordnung verkündete Gesundheitsminister Roberto Speranza. Allerdings müssten die Menschen weiter einen Mund-Nase-Schutz dabei haben und bei Ansammlungen auch benutzen. Im Innenbereich bleibe die Maskenpflicht bestehen. In Italien sanken die Infektionszahlen in den vergangenen Tage deutlich. Am Dienstag wurden knapp 102.000 neue Fäle gezählt. Vor drei Wochen waren es noch mehr als doppelt so viele.

08:30 Uhr | Debatte um die bundesweite Pflege-Impfpflicht

Grünen-Chef Omid Nouripour fordert, dass bei der ab Mitte März geltenden Impfpflicht für Personal im Gesungeitswesen bundesweite Regelungen gelten. Angesichts der Pläne einzelner Bundesländer wie Bayern, das Bundesgesetz noch nicht umzusetzen, warnte er vor parteipolitischer Instrumentalisierung. Im ZDF-"Morgenmagazin" sagte Nouripour heute, es sei irritierend, dass CDU und CSU bei diesem so wichtigen Thema "ihre Oppositionsrolle schärfen".

Ärzte und Pfleger forderten unterdessen eine neue Abstimmung der Länder bei der einrichtungsbezogenen Impfpflicht, "bundeseinheitliche, klare und gut begründete Regelungen". Die aktuelle Debatte verschleiere allerdings, dass der Personalmangel in der Pflege bereits "seit Jahrzehnten bekannt" sei, sagte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für die Pflegeberufe, Christel Bienstein, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) plädierte für eine bundesweite Aussetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht. Er forderte den Bund auf klarzustellen, wie mit impfunwilligen Pflegekräften verfahren werden solle, wofür Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Länder in der Verantwortung sieht. In den ARD-"Tagesthemen" warnte Hans gestern Abend jedoch vor großen Unterschieden, weil die Länder zum Teil großzügige Übergangsfristen planten, was ungeimpfte Pflegekräfte auf einen "unverantwortlichen Verschiebebahnhof" bringen könnte.

08:00 Uhr | WHO: 500.000 Covid-19-Tote seit Omikron

Seit ersten Warnungen über die ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation weltweit rund 500.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Laut WHO-Vertreter Abdi Mahamud wurden 130 Millionen Infektionen registriert, seit die Organisation die Variante Ende November als "besorgniserregend" eingestuft hatte. "Im Zeitalter wirksamer Impfstoffe ist der Tod von einer halben Million Menschen wirklich etwas besonderes", sagte Mahamud. Es sei "mehr als tragisch".

Zugleich richtete die WHO zur Finanzierung ihres laufenden ACT-A-Programms gegen die Pandemie in ärmeren Ländern einen Hilfsappell an die wohlhabenderen. Aktuell fehlten dafür rund 14 Milliarden Euro.

Alles anzeigen

07:45 Uhr | AOK gegen höhere Beiträge für Ungeimpfte

Die AOK hält höhere Krankenkassenbeiträge für Menschen ohne Covid-19-Impfung für falsch. "Das lehnen wir komplett ab", sagte die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, der dpa. Das gefährde das Solidarprinzip, sagte die ehemalige SPD-Gesundheitsministerin von Niedersachsen: "Wir dürfen es uns nicht von ein paar Impfgegnern zerstören lassen."

Alle gesetzlich Versicherten zahlten Beiträge unabhängig von Gesundheit, Einkommen und Risikoverhalten, sagte Reimann: "Wenn man höhere Beiträge für Ungeimpfte einführen würde, müsste man auch für Diabetiker, Raucher und Risikosportler einen anderen Tarif haben", wie bei privaten Kassen. Unter anderem Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte Ende Dezember in den Debatten um die Umsetzung einer allgemeinen Impfpflicht finanzielle Konsequenzen bei der Krankenversicherung angeregt.

07:00 Uhr | Krankenhäuser erwarten keine Überlastung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft rechnet nicht mehr mit einer Überlastung der Kliniken durch die Omikron-Welle. Vorstandschef Gerald Gaß sagte der "Bild"-Zeitung, ein entscheidender Grund dafür, dass die aktuelle Infektionswelle weniger hoch sei, seien die aktuellen Schutzmaßnahmen. Gaß plädierte deshalb dafür, sie bis zu ihrem Höhepunkt beizubehalten, den die Bundesregierung in ein bis zwei Wochen erwarte.

06:30 Uhr | Pflegeheime unterschreiten Fachkräfte-Quote

In Thüringen unterschreiten nach Angaben des Sozialministeriums fast 40 Prozent der Pflegeheime den gesetzlichen Mindestanteil an Fachkräften von 50 Prozent. In 129 der 328 Heime sind demnach weniger als die Hälfte der Beschäftigten ausgebildete Fachkräfte. Dabei handelt es sich laut Ministerium um eine Momentaufnahme von Mitte Januar. Aktuell hänge das vor allem mit der Coronavirus-Pandemie zusammen, mit Erkrankungen und Quarantäne.

Probleme mit der Fachkräfte-Quote gab es in Thüringen schon vor der Pandemie. Vereinzelt waren deswegen auch befristete Aufnahmestopps verhängt worden. Von gut 13.000 Pflegebeschäftigten in Altenheimen im Land sind aktuell rund 6.600 Hilfskräfte, die nicht alle pflegerischen Tätigkeiten übernehmen dürfen. Nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung verdienten Hilfskräfte in Thüringens Altenpflege Ende 2020 mit 2.042 Euro brutto im Monat fast 900 Euro weniger als Fachkräfte.

06:20 Uhr | Lauterbach will allgemeine Impfpflicht

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach dringt auf eine baldige allgemeine Impfpflicht. "In Deutschland reicht es nicht, den Ungeimpften nur auf die Nerven zu gehen, da muss man mehr tun", sagte der SPD-Politiker in einem AFP-Gespräch vor dem Treffen der EU-Gesundheitsminister heute. Dabei bekräftigte er seine Kritik an zuerst in Bayern angekündigten Plänen, die Impfpflicht in Pflege-Einrichtungen nicht umzusetzen. "Das gibt das vollkommen falsche Signal, dass die Proteste der Impfgegner und Querdenker bedeutsamer sind als der Schutz der älteren Menschen", sagte Lauterbach.

06:10 Uhr | Millionen-Stadt in China im Lockdown

Wegen eines Ausbruchs von Coronavirus-Infektionen ist für eine weitere Millionen-Stadt in China ein Lockdown verhängt worden. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, wurden die 3,6 Millionen Bewohner der südwestchinesischen Stadt Baise aufgefordert, nicht mehr vor die Tür zu gehen. Auch Verkehrsanbindungen in und aus der Stadt seien weitgehend gestoppt. Über das Wochenende seien mehr als 100 Infektionsfälle entdeckt worden. In den vergangenen zwei Monate hatte es ähnliche Maßnahmen bereits in den Großstädten Xi'an und Anyang gegeben.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 09. Februar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

INFORMATIONEN ZU REGELN UND IMPFUNG

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 09. Februar 2022 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland