Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Harter Schlagabtausch wegen "Maskenaffäre" im Bundestag

Union und SPD haben sich im Bundestag einen Schlagabtausch wegen der neusten "Maskenaffäre" geliefert. Die Redner der Koalitionsparteien warfen sich unfaire Methoden und Unaufrichtigkeit vor. Die US-Regierung will Medienberichten zufolge 500 Millionen Biontech-Pfizer-Impfdosen kaufen und an ärmere Länder spenden. Die Corona-Warn-App zeigt nun auch einen digitalen Impfnachweis an. In Dresden werden Wahlhelfer mit einem Impfangebot gelockt. Die Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Jens Spahn
Gesundhaitsminister Spahn während der Debatte über die neuste sogenannte Maskenaffäre im Bundestag. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 9. Juni 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:30 Uhr | Corona-Daten-Newsletter | Mittwoch, 9. Juni 2021: Zwei Landkreise schaffen Null-Inzidenz

Heute im Corona-Daten-Update: Die ersten zwei Landkreise in Deutschland haben eine Null-Inzidenz erreicht. Allerdings nur vorübergehend, denn die Zahlen sind bereits wieder gestiegen. Auch in Mitteldeutschland sinken die Werte.

22:20 Uhr | Stimmung war seit einem Jahr nicht mehr so gut

Regelmäßig hat MDRfragt in der Corona-Pandemie um ihre Meinung gebeten. An der aktuellen Befragung haben sich mehr als 22.000 Menschen beteiligt - und deren Stimmung steigt offenbar. Claudia Reiser erläutert die Ergebnisse.

22:11 Uhr | Söder verteidigt EM-Spiele mit 14.000 Zuschauern in München

Kurz vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Zulassung von 14.000 Zuschauern im Stadion in München verteidigt. Der CSU-Chef sagte in der ARD-Sendung "Maischberger", zum einen erlaube es die pandemische Lage, zum anderen gebe es ein "extrem hohes Sicherheitskonzept". Dieses umfasse Testkapazitäten, Masken und ein innovatives Zu- und Abgangskonzept für die Zuschauer. Söder betonte zudem, dass die Zulassung von 14.000 Zuschauern bei den EM-Spielen in München auch ein Stück weit eine Rückgewinnung Freiheit und Lebensfreude sei. Sollte das Konzept zudem funktionieren, sei es auch ein Probelauf für andere Kulturveranstaltungen mit Zuschauern.

20:55 Uhr | Lockerungen in Richtung Normalität

Personal- und Bier-Engpässe in der Gastronomie: Nach der langen Zeit der Einschränkungen ist auch der Neustart vieler Firmen längst nicht immer einfach. Einfacher werden immerhin die Regeln, an die sich die Unternehmer und ihre Kunden halten müssen.

20:36 Uhr | US-Regierung will 500 Millionen Pfizer-Biontech-Impfdosen spenden

Die US-Regierung will laut Insider-Informationen 500 Millionen Dosen des Impftsoffs von Biontech-Pfizer kaufen und über das Covax-Programm an ärmere Länder spenden. Geplant sei der Kauf von 200 Millionen Dosen in diesem und 300 Millionen im kommenden Jahr, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. US-Präsident Joe Biden könnte den Plan am Donnerstag ankündigen, hieß es weiter.

Zuvor hatte bereits die "Washington Post" darüber berichtet. Die Aktie des US-Pharmariesen Pfizer, Partner des deutschen Unternehmens Biontech, legte danach an der Wall Street zwei Prozentpunkte zu.

20:13 Uhr | Mitarbeitermangel im Hotel- und Gaststättengewerbe

Die Maßnahmen zur Corona-Pandemie haben den Mitarbeitermangel im Hotel- und Gaststättengewerbe verschärft. Bereits nach dem ersten Lockdown hatten laut Bundesagentur für Arbeit etwa 1.000 der 22.000 Thüringer Beschäftigten die Branche verlassen. Der Hotel- und Gaststättenverband Thüringen geht nun davon aus, dass inzwischen fast jeder Betrieb betroffen ist. Dehoga-Landeschef Dirk Ellinger sagte, wenn jetzt die Gaststätten und Hotels wieder öffnen, sei das deutlich zu spüren. Manche Gastwirte führten zusätzliche Ruhetage ein. Bei anderen könne es länger dauern, bis man bedient werde. Laut Ellinger sind Gastwirte auch darüber besorgt, dass noch viele Lehrstellen frei seien.

19:48 Uhr | Alte Menschen reagieren schwächer auf Corona-Impfstoff

Das Immunsystem von alten Menschen reagiert schwächer auf den Corona-Impfstoff als das von jüngeren. Nach Studien der Berliner Charité ist das der Grund, warum es trotz zweifacher Impfungen immer noch Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gibt. Die Wissenschaftler erklärten, es sei daher besonders wichtig, dass Pflegepersonal und Besucher "immunisiert" seien. Die Charité-Forscher hatten einen Corona-Ausbruch in einer Berliner Pflegeeinrichtung im Februar untersucht. Dabei waren auch geimpfte Bewohner erkrankt, aber nicht so schwer wie ungeimpfte.

19:33 Uhr | Steigende Inzidenz: Keine Lockerungen in Lissabon

In Portugals Hauptstadt Lissabon wird es wegen der steigenden Inzidenzzahlen vorerst keine Lockerungen geben. Staatsministerin Mariana Viera da Silva bezeichnete die Lage als "beunruhigend". Man habe Schwierigkeiten, die Fallzahlen zu senken. Für Mittwoch meldete die Gesundheitsbehörde des Zehn-Millionen-Einwohner-Landes 890 neue Positiv-Tests. Das ist der höchste Zuwachs seit Anfang März. Da sich die meisten neuen Fälle auf den Raum Lissabon konzentrieren, sollen die Corona-Regeln dort in Kraft bleiben. In anderen Teilen des Landes soll hingegen gelockert werden.

Portugal verfügte in diesem Jahr einen der härtesten Lockdowns in Europa. Zwischen Mitte Januar und Mitte März durfte in dem südeuropäischen Land niemand ohne triftigen Grund vor die Tür. Danach wurde vorsichtig gelockert, aber viele Restriktionen galten weiterhin. Erst seit dem 3. Mai kehrte wieder einigermaßen Normalität ein.

19:16 Uhr | Meinungsbarometer "MDRfragt" offenbart vorsichtigen Optimismus

In immer mehr Gebieten Sachsens treten Lockerungen in Kraft. Zum Beispiel entfällt vielerorts die Testpflicht. Wie Menschen in Mitteldeutschland aktuell über die Pandemie denken, zeigt das Meinungsbarometer "MDRfragt".

19:14 Uhr | FDP-Vize Kubicki kritisiert Rechte-Einschränkung für "Genesene"

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat den Umgang der Bundesregierung mit "Genesenen" kritisiert, die keinen PCR-Test nachweisen können. Aus eine Anfrage der FDP beim Gesundheitsministerium geht hervor, dass der Regierung keine Schätzungen über deren Anteil in der Bevölkerung vorliege, sagt Kubicki der Zeitung "Welt". "Tausende von voll immunisierten Menschen werden unbegründet in ihren Rechten eingeschränkt, es sei denn, sie lassen sich Impfstoff verabreichen, der ihnen nichts nützt und anderen fehlt."

18:38 Uhr | Harter Schlagabtausch wegen "Maskenaffäre" im Bundestag

Union und SPD haben sich wegen der neusten sogenannten Maskenaffäre im Bundestag schwere Vorwürfe gemacht. In einer Aktuellen Stunde beschuldigten sich Vertreter der Koalitionsparteien gegenseitig, unfair und unaufrichtig zu sein. CDU-Gesundheitsexpertin Karin Maag nannte die Vorwürfe der SPD gegen Gesundheitsminister Jens Spahn "ehrabschneiderisch". Die SPD greife angesichts schlechter Wahlergebnisse zu jedem sich bietenden Ablenkungsmanöver. SPD-Fraktionsvize Katja Mast wies die Kritik als unwürdig zurück. Es gehe einzig und allein darum, in der Pandemie alle Menschen im gleichen Maße zu schützen.

Spahn selbst war bei der Debatte anwesend, meldete sich aber nicht zu Wort. In dem Streit geht es um vom Bundesgesundheitsministerium erworbene Masken ohne EU-Zertifizierung, die an Behinderte oder Obdachlose abgegeben werden sollten.

16:48 Uhr | Dresden lockt Wahlhelfer mit Impfangebot

Die sächsische Landeshauptstadt Dresden lockt freiwillige Wahlhelfer für die Bundestagswahl am 26. September mit einem Impftermin. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, gibt es ab dem 5. Juli im Impfzentrum auf dem Dresdner Messegelände eine Woche lang eine Impfstrecke nur für ehrenamtliche Wahlhelfer. Diese können sich unter der Internetadresse dresden.de/wahlhelfer für den Wahlkreis 159 beziehungsweise 160 registrieren und erhalten zusammen mit der Bestätigungsmail Informationen rund um den Impftermin. Die Zweitimpfungen sind demnach ab dem 26. Juli geplant. Bisher haben 400 der aktuell 3.000 gemeldeten Wahlhelfer das Angebot genutzt. Insgesamt werden nach Angaben der Stadt 4.500 Wahlhelfer für die Bundestagswahl benötigt.

17:50 Uhr | Sächsischer Handwerkstag warnt vor erneuten Schließungen

Der sächsische Handwerkstag hat vor Betriebsschließungen im Fall einer vierten Corona-Welle gewarnt. Präsident Jörg Dittrich sagte MDR AKTUELL, er würde es für ein erneutes Versagen halten, wenn die Gesellschaft keinen anderen Weg fände, mit der Pandemie umzugehen. Die Auswirkungen seien inzwischen überall im Handwerk deutlich zu spüren. Das Problem dürfe nicht bei den Selbstständigen dieses Landes abgeladen werden. Dittrich betonte, durch Impfungen und Testungen könne das Handwerk seinen Geschäften weiter nachgehen.

16:36 Uhr | Welche Immun-Reaktionen nach einer Impfung normal sind und welche nicht

Die Covid-19-Impfung löst bei vielen Menschen unangenehme Reaktionen wie Kopf- und Gliederschmerzen und in einigen Fällen sogar Fieber aus. Warum das meist normal ist und wann es bedenklich wird, lesen Sie im folgenden Artikel der MDR WISSEN-Redaktion.

16:31 Uhr | Pakistan führt Impfpflicht für Arbeitnehmer ein

In Pakistan müssen sich Staatsbedienstete und Angestellte privater Unternehmen künftig gegen Covid-19 impfen lassen. Wie die für die Pandemie-Bekämpfung zuständige Behörde NCOC mitteilte, müssen Beschäftigte im öffentlichen Dienst bereits bis Ende Juni vollständig geimpft sein. Für private Unternehmen gibt es noch keine näheren Bestimmungen. Die Regierung in Islamabad hat vor, bis Ende des Jahres 70 Millionen der 220 Millionen Pakistanis impfen zu lassen.

16:10 Uhr | Regierung stoppt Impf-Video mit Arzt wegen Hamas-Nähe

Wegen des Vorwurfs einer Nähe zur Terrororganisation Hamas hat die Bundesregierung ein arabischsprachiges Impf-Werbevideo seiner Corona-Kampagne mit einem Berliner Hausarzt zurückgezogen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, von dem Mediziner habe es im Netz Äußerungen zum Konflikt im Nahen Osten und zum Staat Israel gegeben, "mit denen wir als Bundespresseamt und auf den offiziellen Seiten der Bundesregierung auf keinen Fall in Zusammenhang stehen wollen". Laut einem vorherigen Bericht der "Bild"-Zeitung fanden sich auf dem Facebook-Profil des Arztes Einträge, in denen die Vertreibung von Juden aus dem Nahen Osten gefordert wird. Auch habe er Propagandafotos des bewaffneten Arms der Hamas, der Al-Qassam-Brigaden, verbreitet.

15:40 Uhr | Verwaltungsgericht Halle bestätigt Suspendierung von OB Wiegand

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand bleibt suspendiert. Das Verwaltungsgericht der Stadt hat einen Eilantrag des parteilosen Kommunalpolitikers gegen das Verbot der Führung seiner Amtsgeschäfte zurückgewiesen. Ein Sprecher des Gerichtes sagte, man halte den Verdacht der Verdunklungsgefahr für begründet. Wiegand habe bereits vor der Suspendierung die Aufklärung der Vorwürfe gegen ihn behindert. Der Stadtrat hatte Wiegand im April vorläufig suspendiert. Hintergrund war unter anderem sein Agieren nach seiner vorzeitigen Corona-Impfung.

15:35 Uhr | Regelstudienzeit in Sachsen-Anhalt erneut verlängert

Sachsen-Anhalt hat die Regelstudienzeit per Verordnung um ein weiteres Semester verlängert. Wie das Wissenschaftsministerium mitteilte, haben die Studierenden nach vielen coronabedingt ausgefallenen Lehrveranstaltungen und weiteren Einschränkungen nun ein halbes Jahr länger Zeit, ihr Studium abzuschließen. Auch die Bafög-Bezugsdauer wird um ein Semester verlängert.

15:15 Uhr | Kekulés Corona-Kompass vom 9. Juni 2021

Mitte Juli sollen fast alle Impfwilligen eine Impfung erhalten haben. Wo stünden wir dann im Kampf gegen Corona? Außerdem: Neue Zahlen zu Covid-19 bei Kindern. Und: Weltweite Ungleichverteilung von Impfstoffen. Diese und andere Themen bespricht der Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in seinem neusten Corona-Kompass.

13:04 Uhr | Sächsische Impfkommission empfiehlt Impfungen für bestimmte Kinder

Kinder mit Erbkrankheiten oder Immunschwäche sollten nach einer Empfehlung der Sächsischen Impfkommission (SIKO) mit einem mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 geimpft werden. Dazu hat die SIKO am Mittwoch ein Positionspapier veröffentlicht. Es soll Eltern von Kindern mit beispielsweise Trisomie 21 oder Krebserkrankungen in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen.

12:50 Uhr | USA und Niederlande stufen Deutschland herunter

Die USA haben ihre Reise-Warnungen für Deutschland und andere Länder gelockert. Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen steht Deutschland jetzt nur noch auf Stufe 3 von 4. An US-Bürger wird nun nur noch appelliert, ihre Reisepläne zu überdenken. Es wird nicht mehr grundsätzlich von Reisen abgeraten.

Auch die Niederlande nehmen ihre Einstufung Deutschlands als Corona-Hochrisikogebiet zurück. Damit entfällt ab morgen die Pflicht eines negativen PCR-Tests für Einreisende aus Deutschland. Nordrhein-Westfalens Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner sagte, das Grenzgebiet kehre Schritt für Schritt zur Normalität zurück.

12:13 Uhr | Corona-Warn-App jetzt auch mit Impfzertifikat

Der geplante digitale Impfnachweis kann künftig auch in der offiziellen Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts angezeigt werden. Die Macher der App veröffentlichten in der Nacht zum Mittwoch die aktuelle Version 2.3.2 in den App-Stores von Apple und Google. Es kann jedoch einige Stunden dauern, bis das Update für alle Anwender sichtbar ist.

Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mitteilte, kann man sich den digitalen Nachweis einer vollständigen Impfung in vielen Apotheken ausstellen lassen.

Alle, die keine Nachverfolgungs-App für die Anzeige eines digitalen Impfnachweises verwenden möchten, können auf die Smartphone-App "CovPass" ausweichen, die keine Kontaktverfolgungsfunktion hat. Außerdem wird der Impfnachweis auch ausgedruckt auf Papier ausgegeben. Der "CovPass" soll zudem negative Testergebnisse und überstandene Infektionen dokumentieren.

Warn App
Impfzertifikat in der Corona-Warnapp Bildrechte: MDR/Mike Heerdegen-Simonsen

Update 11:07 Uhr | Bundesregierung beschließt vereinfachte Regeln zum Kurzarbeitergeld

Der Bundesregierung hat Sonderregeln für Kurzarbeit in der Corona-Krise um drei Monate bis Ende September verlängert. Die Minister gaben grünes Licht für eine neue Verordnung von Arbeitsminister Hubertus Heil. Damit bleiben die Hürden für den Zugang zu Kurzarbeitergeld niedrig: Für Unternehmen soll es für die Anmeldung von Kurzarbeit weiterhin ausreichen, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten betroffen sind – nicht wie sonst ein Drittel. Zudem bekommen Arbeitgeber weiterhin die Sozialbeiträge bei Kurzarbeit in voller Höhe erstattet. Die Mehrkosten für die Bundesagentur für Arbeit werden in der Verordnung auf 2,6 Milliarden Euro geschätzt. Seit Jahresbeginn hat die Behörde für Kurzarbeit bereits gut 13 Milliarden Euro ausgegeben.

10:43 Uhr | Grünes Licht für EU-Impfzertifikat

Das EU-Parlament in Straßburg hat mit großer Mehrheit für ein europaweit gültiges Impfzertifikat gestimmt. Die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit an den Start gehen. Das digitale Dokument soll neben Angaben zu Impfungen auch Informationen über Tests oder überstandene Corona-Infektionen enthalten. Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese erklärte, dieses Zertifikat sei ein wichtiger Bestandteil für einen "tollen Sommer". Man könne damit sicherstellen, dass die Reisewelle nicht wie vergangenes Jahr eine neue Infektionswelle auslöse.

Derzeit erstellen die Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene jeweils Lösungen für das Zertifikat, die dann über die EU-Plattform zusammengeschaltet werden. Bei Inhabern des Zertifikats sollen die Mitgliedstaaten von Quarantäne- und Testpflichten absehen, sofern die epidemiologische Lage das erlaubt. Nach der Abstimmung im EU-Parlament müssen nun noch die Mitgliedstaaten dem ausgehandelten Kompromiss abschließend zustimmen. Das soll bis Ende der Woche geschehen.

10:26 Uhr | Urteil: Eventim darf Erstattung von Vorverkaufsgebühren nicht pauschal ausschließen

Im Streit um in der Corona-Krise abgesagte Konzerte hat der Tickethändler Eventim einen Rückschlag erlitten. Das Landgericht München erklärte heute eine Klausel für unwirksam, in der das Unternehmen eine Erstattung der Vorverkaufsgebühr bei der Absage oder Verlegung von Veranstaltungen pauschal ausgeschlossen hatte. In dem Urteil hieß es, zumindest in den Fällen, in denen Eventim die Tickets auf Kommissionsbasis vertreibe, benachteilige die Klausel die Kunden in unangemessener Weise (AZ: 37 O 5667/20).

Eine Gerichtssprecherin sagte, das bedeute aber nicht, dass nun alle Kunden Anspruch auf die Rückerstattung der Vorverkaufsgebühren für die Konzerte anmelden könnten, die wegen der Pandemie abgesagt werden mussten. Dafür komme es maßgeblich auf die jeweilige Ausgestaltung der Verträge an, ob der Veranstalter das Geld schulde oder Eventim. Eventim vermittelt Tickets entweder im Rahmen einer Handelsvertretung oder als Kommissionskauf. Bei einer Handelsvertretung wäre Eventim für die Rückerstattung zuständig, bei einer Kommission der Veranstalter.

10:10 Uhr | Harzer Schmalspurbahn fährt wieder

In Sachsen-Anhalt nehmen mehrere traditionelle Eisenbahnen ihren Betrieb wieder auf. So fahren seit heute die Harzer Schmalspurbahnen wieder. Sieben Monate standen die Dampfloks auf dem Abstellgleis. Neben der Verbindung zwischen Schierke und Wernigerode soll auch die Brockenbahn jetzt wieder fahren. Neben der Brockenbahn geht die Harzquer- und Selketalbahn wieder in den Betrieb – wenn auch nur eingeschränkt. Die Tickets sind zunächst limitiert, in den Zügen gilt die Pflicht zum Tragen einer Maske.

09:58 Uhr | Kinderhilfswerk: Geflüchtete in Lagern kaum geimpft

Die fast 80 Millionen Geflüchteten weltweit werden nach Angaben des Kinderhilfswerks World Vision bei den Corona-Impfungen weitgehend ausgeschlossen. Gesundheitsexperte Marwin Meier sagte, in den allermeisten Ländern würden die Menschen ignoriert. Griechenland habe erst vergangene Woche mit Impfungen angefangen, während Polen die Geflüchteten ganz ausschließe. Es gebe Hinweise aus nur 20 von 163 Ländern, dass Impfdosen in Flüchtlingslagern angekommen seien. Meier beklagte, das sei mehr als "Impfnationalismus". In den dicht bevölkerten Lagern sei die Ansteckungsgefahr mindestens dreimal so hoch wie sonst. In der Pandemie zählten Geflüchtete zu den besonders verletzlichen Bevölkerungsgruppen.

08:32 Uhr | Diskussion um Public Viewing zur Fußball-EM

FDP-Vize Wolfgang Kubicki fordert, zum Start der Fußball-EM am Freitag Public Viewing zu ermöglichen. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Kreis unter 35 pro 100.000 Einwohner liege, müssten nach dem Infektionsschutzgesetz Corona-Beschränkungen aufgehoben werden, sagte Kubicki dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gebe dann keine rechtliche Handhabe mehr für pauschale Verbote von Public Viewing. Der Hotel- und Gaststätten-Verband Dehoga Sachsen-Anhalt forderte, die Testpflicht in der Gastronomie abzuschaffen. Die Gastronomen wollten die EM-Spiele draußen und drinnen zeigen.

07:11 Uhr | Umfrage: Jeder Vierte fühlte sich während Pandemie sozial abgehängt

Weil immer mehr soziale Kontakte coronabedingt online stattfinden, fühlen sich viele Menschen abgehängt. Das hat die von der Postbank in Auftrag gegebene, repräsentative "Digitalstudie 2021" ergeben. Demnach gab fast jeder Dritte an, sich mit Apps und anderen Programmen zu wenig auszukennen, um an Treffen teilzunehmen. Ein knappes Viertel der Befragten gab an, zu Hause nicht über die notwendigen technischen Voraussetzungen zu verfügen. Davon betroffen sind der Umfrage zufolge nicht nur ältere Menschen: Auch von den Unter-40-Jährigen fühlten sich 40 Prozent sozial abgehängt. Veraltete Geräte und langsame Internetverbindungen machten die Teilnahme am sozialen Leben im Internet für viele Menschen zur Herausforderung.

Der Leiter des Digitalvertriebs der Postbank, Thomas Brosch, erklärte, moderne Technologien seien aktuell für viele ein Segen. "Für eine Minderheit ist das Internet derzeit aber auch ein Fluch, denn wer mit der Technik überfordert ist und sich nicht auskennt, fühlt sich schnell abgehängt". Deshalb sei es wichtig, auch für diese Zielgruppe ein leicht zugängliches Angebot bereitzustellen. Für die "Digitalstudie 2021" wurden im Januar und Februar 2021 etwa 3.000 Menschen in Deutschland befragt.

07:01 Uhr | Innengastronomie in Frankreich und Belgien öffnet wieder

Wegen der sinkenden Corona-Infektionszahlen in Frankreich und Belgien lockern beide Länder ihre Regeln in Bezug auf die Gastronomie. In Frankreich dürfen erstmals seit sieben Monaten Restaurants und Cafés ihre Innenbereiche wieder öffnen. Gäste müssen keinen Corona-Test vorweisen. Ähnliches gilt ab heute auch in Belgien.

Der Beginn der nächtlichem Ausgangssperre in Frankreich wird um zwei Stunden auf 23 Uhr verschoben. Zudem dürfen Fitnessstudios und Freizeitparks wieder öffnen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Frankreich stark rückläufig und lag zuletzt landesweit bei rund 70, was Experten auch auf die Impfkampagne zurückführen.

06:50 Uhr | Tierschützer: 400 Corona- Ausbrüche auf Nerzfarmen in der EU

In Ländern der Europäischen Union sind nach Angaben von Tierschützern auf mehr als 400 Nerzfarmen Corona-Ausbrüche bekannt geworden. Wie der Deutsche Tierschutzbund in Bonn mitteilte, gab es die mit Abstand meisten Ausbrüche in Dänemark. Dort sei das Coronavirus auf 290 Nerzfarmen nachgewiesen worden. Als Reaktion hatte Dänemark alle Nerze in den Zuchtbetrieben des Landes töten lassen – geschätzt 15 Millionen Tiere. Der radikale Schritt war damit begründet worden, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Die Nerzhaltung in Dänemark wurde bis zum 31. Dezember 2021 verboten.

In den Niederlanden seien es 69 Farmen gewesen, in Griechenland 22 und in den Niederlanden 13, erklärte der Tierschutzbund. Weitere Nachweise gab es demnach in Italien, Litauen, Polen, Spanien, Frankreich und Lettland. Die Organisation forderte ein Verbot der Zucht und Haltung von Pelztieren. In Deutschland gibt es nach ihren Angaben derzeit keine Nerzfarmen. Sie seien zwar nicht verboten, aber wegen der Haltungsvorgaben kein lukratives Geschäft.

Osteuropa

Zwei Nerze in einem Käfig
Zusammengepfercht in engen Drahtkäfigen - sechs bis acht Monate "leben" sie so, bevor den Nerzen das Fell abgezogen wird. Bildrechte: imago/blickwinkel

06:34 Uhr | Kurzarbeitergeld und Wirtschaftshilfen sollen verlängert werden

Die wegen der Corona-Pandemie vereinfachten Zugangsregeln zur Kurzarbeit sollen über Ende Juni hinaus um weitere drei Monate verlängert werden. Dazu will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) heute dem Bundeskabinett eine entsprechende Verordnung vorlegen. Damit sollen vor allem finanziell stark belastete Unternehmen im Einzelhandel, in der Unterhaltungs-, Reise- und Tourismusbranche und im Hotel- und Gaststättengewerbe unterstützt werden. Für sie will der Bund nun bis Ende September weiter 100 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden übernehmen. Außerdem soll es für die Anmeldung von Kurzarbeit weiterhin ausreichen, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten betroffen sind. Der Minister hatte den Schritt bereits im Mai angekündigt und von Planungssicherheit für die Unternehmen gesprochen. Das Ministerium rechnet durch die Verlängerung der Regeln mit Mehrausgaben von rund 2,6 Milliarden Euro.

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hat sich die Bundesregierung zudem darauf verständigt, die Corona-Hilfen für Unternehmen ebenfalls bis Ende September zu verlängern. Konkret geht es um die sogenannte Überbrückungshilfe III. Dabei können Firmen und Solo-Selbstständige Zuschüsse zu betrieblichen Fixkosten bekommen.

06:25 Uhr | Olympische Spiele doch vor Publikum?

Die Olympischen Spiele in Tokio könnten einem Medienbericht zufolge nun doch vor Zuschauern stattfinden. Die Regierung in Japan und die Organisatoren der Spiele würden wegen sinkender Fallzahlen in Erwägung ziehen, einheimisches Publikum zuzulassen, berichtet die Zeitung "Asahi". Wegen der Corona-Pandemie und ihrer Risiken sind ausländische Zuschauer bereits ausgeschlossen.

Unterdessen haben die deutschen Olympia-Seelsorger angekündigt, coronabedingt nicht nach Tokio fahren zu wollen. Die katholische Sportseelsorgerin Elisabeth Keilmann teilte mit, das sei nach Gesprächen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Deutschen Behindertensportverband entschieden worden. Keilmann und der evangelische Olympiapfarrer Thomas Weber planen nun eine angepasste Betreuung der deutschen Mannschaft mit Online-Gottesdiensten, Begleitschreiben und Videochats.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 9. Juni 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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