Coronavirus-Pandemie Ticker: Reisewarnung für Prag und weitere Städte in Europa

Tschechien meldet Rekord-Neuinfektionen. Prag und weitere Regionen in Europa sind jetzt Risikogebiete. Der angeschlagene Reisekonzern Tui braucht einen weiteren Milliardenkredit vom Staat. Eine Studie sieht kein erhöhtes Ansteckungsrisiko in Zügen der Bahn. Bei der Impfstoffsuche gibt es einen Rückschlag. Die Entwicklungen im Ticker.

Unser Ticker am Mittwoch, 9. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:55 Uhr | Mehr als 8.500 Neuinfektionen in Frankreich

Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter aus. Das Gesundheitsministerium registrierte am Mittwoch 8.577 Neuinfektionen, 2.000 mehr als am Vortag. Das ist der zweitgrößte Tageswert seit Beginn der Pandemie. Insgesamt haben sich landesweit nachweislich 344.100 Menschen angesteckt. Die Zahl der Todesopfer stieg um 30 auf 30.794.

20:30 Uhr | Reisewarnung für Prag und weitere Regionen in Europa

Das Robert-Koch Institut hat angesichts steigender Infektionszahlen in Europa am Mittwochabend die Risikoregionen ausgeweitet. Entsprechend warnte das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen Reisen in die tschechische Hauptstadt Prag, die Schweizer Kantone Genf und Waadt sowie auf die französische Mittelmeerinsel Korsika, in die französischen Regionen um Lyon, Bordeaux und Toulouse sowie in weitere kroatische Adria-Gebiete, etwa die Stadt Dubrovnik. Aktuell gelten innerhalb Europas bereits Reisewarnungen für Spanien sowie Teile Frankreichs und Kroatiens.

Ab Oktober soll dann auch die pauschale Reisewarnung für fast 160 Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raums enden und die Warnungen werden je nach Infektionslage regionalisiert. Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine abschreckende Wirkung haben. Sie erlaubt Urlaubern, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren.

20:05 Uhr | Trump: Habe Corona-Panik verhindert

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Worten die Coronavirus-Gefahr absichtlich heruntergespielt, um keine Panik auszulösen. Trump sagte in einem Interview, er sei bereits Anfang Februar informiert gewesen, dass das Virus sich über die Luft verbreite und tödlicher als eine Grippe sei. Der Sender CNN veröffentlichte  Auszüge aus den Gesprächen für ein Buch. Darauf ist unter anderem zu hören, wie Trump am 19. März sagte: "Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es auch immer noch gern herunter, weil ich keine Panik erzeugen will." Öffentlich behauptete er mehrfach, das Virus werde von allein verschwinden. Die USA sind mit bislang 6,33 Millionen bestätigten Infektionen und rund 190.000 Todesopfern das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land.  

19:20 Uhr | 1.100 Neuinfektionen: Tschechien verschärft Maskenpflicht

In Tschechien gilt ab Donnerstag landesweit eine Maskenpflicht in allen Innenräumen außerhalb der eigenen Wohnung. Betroffen davon sind auch Büros, nicht aber Klassenzimmer. Bereits zuvor musste in öffentlichen Verkehrsmitteln ein Mundschutz getragen werden. Im Nachbarland wurden erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 1.000 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert. Am Dienstag gab es offiziell 1.164 neue Ansteckungen. Landesweit sind damit knapp 30.000 Infektionen bekannt  und 441 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19.

18:45 Uhr | München erlässt nächtliches Alkoholverbot

An beliebten Treffpunkten im Freien gilt in München an diesem Wochenende ein nächtliches Alkoholverbot. Wie die Stadt mitteilte, sollen damit die Corona-Infektionen eingedämmt werden. Das Verbot gilt von Freitagabend bis Sonntagmorgen rund um Party-Hotspots wie die Isarauen oder den Gärtnerplatz. Zwischen 23 Uhr und 6 Uhr dürfen Feiernde dort Alkohol nicht mehr im öffentlichen Raum trinken. Bei Verstoß droht mindestens 150 Euro Bußgeld.

17:40 Uhr | Thüringen unterstützt ÖPNV

Thüringen bietet Bus- und Bahnanbietern im öffentlichen Personennahverkehr einen Ausgleich für Schäden durch die Corona-Krise an. Wie das Infrastrukturministerium mitteilte, stehen zunächst 95,4 Millionen Euro bereit. Unter bestimmten Voraussetzungen können Verluste aus dem Ticket-Verkauf und bei Ausgleichszahlungen der Landkreise und Städte an Verkehrsunternehmen abgefedert werden. Gut 40 Millionen steuert das Land bei, 54 Millionen Euro der Bund.

17:15 Uhr | Autohändler fordern Hilfe

Autohändler und Werkstattbetreiber fordern eine Beteiligung an möglichen Finanzhilfen für die Auto-Zulieferindustrie. Das Kfz-Gewerbe insgesamt sei vom Corona-Schock betroffen, erklärte der Branchenverband ZDK. Die Branche mit 450.000 Beschäftigten rechne in diesem Jahr mit 20 Prozent weniger Neuzulassungen, sieben Prozent weniger Gebrauchtwagenverkäufen und vier Prozent weniger Auslastung der Werkstätten.

16:30 Uhr | Tui will weitere Staatshilfe

Der weltgrößte Reisekonzern Tui hat den Weg freigemacht für eine weitere staatliche Milliarden-Hilfe. Inhaber einer Anleihe stimmten zu, die Schuldengrenze des Konzerns auszusetzen. Damit kann die Förderbank KfW Tui mit neuen Krediten von rund 1,2 Milliarden Euro stützen. Der Tourismuskonzern kämpft wegen der Corona-Auswirkungen mit tiefroten Zahlen. Der Staat ist bislang mit Krediten in Höhe von insgesamt drei Milliarden Euro eingesprungen.

15:05 Uhr | EU bestellt Impfstoff bei Biontech-Pfizer

Die EU-Kommission hat bei dem Mainzer Biotechunternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer 200 Millionen Dosen eines potenziellen Corona-Impfstoffs reserviert. Das teilten beide Seiten nach Gesprächen mit. Der Liefervertrag sieht demnach zusätzlich noch eine Option für weitere 100 Millionen Impfstoffeinheiten vor. Die Lieferung könnte laut Biontech und Pfizer Ende 2020 starten, sofern ihr Impfstoffkandidat von den Behörden als wirksam und sicher anerkannt worden sei. Zuvor hatten bereits die USA mit Biontech einen Vorvertrag abgeschlossen.

13:55 Uhr | Pauschale Reisewarnung bis Ende September

Die pauschale Reisewarnung für die fast 160 Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raums gilt bis 30. September. Vom 1. Oktober an soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts dann auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben. Laut Auswärtigem Amt wird sich angesichts der weltweiten Pandemielage praktisch nicht viel ändern. Risiko-Länder würden weiter mit einer Reisewarnung belegt.

13:45 Uhr | Kabinett verlängert Hilfen für Kleinstunternehmen

Die Bundesregierung hat den leichteren Zugang zur Grundsicherung bis zum Jahresende verlängert. Das teilten Sozial- und Arbeitsministerium mit. Grund seien die anhaltenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Kleinstunternehmer und Solo-Selbständige können seit März leichter Hartz-IV-Leistungen bekommen. Die sonst übliche Vermögensprüfung ist weitgehend ausgesetzt. Die Kosten für Wohnung und Heizung werden übernommen, auch wenn sie nach geltendem Recht zu hoch sind. Die Regelung war zunächst bis Ende September befristet. Verlängert werden auch die Corona-Hilfen an soziale Dienstleister wie etwa Behinderten-Werkstätten, Frauenhäuser oder Anbieter von Sprachkursen.

10:50 Uhr | Tourismusbranche kriselt, Paketdienste profitieren

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen haben vor allem in der Tourismusbranche für hohe Verluste gesorgt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, machten Reisebüros und Reiseveranstalter zwischen April und Juni ein Umsatzminus von 89 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal. Hohe Umsatzrückgänge gab es auch in der Luftfahrt mit 58 Prozent.

Post- und Kurierdienste hingegen konnten ihre Umsätze wegen des verstärkten Online-Handels um knapp vier Prozent steigern. Auch im Bereich der Telekommunikation gab es ein Plus von zwei Prozent.

10:00 Uhr | Neuseeland will Einreisesperre lockern

Neuseeland will seine strikte Corona-Einreisesperre ab Oktober leicht lockern. Die Grenzen des Pazifikstaats sind seit dem 19. März geschlossen. Seitdem dürfen nur neuseeländische Staatsbürger und Menschen mit permanentem Wohnsitz ins Land. Wie der Einwanderungsminister Kris Faafoi mitteilte, sollen die Lockerungen unter anderem Lebenspartner von neuseeländischen Bürgerinnen und Bürgern betreffen, die in den nächsten Wochen eine Einreise beantragen könnten. Auch einige Menschen mit gültigem Arbeitsvisum könnten dann wieder ins Land. Alle Einreisenden müssen sich 14 Tage lang in Quarantäne begeben.

9:43 Uhr | Studie: Keine erhöhte Ansteckungsgefahr bei Bahnpersonal

Für Mitarbeiter in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn besteht kein erhöhtes Risiko, an Covid-19 zu erkranken. Das zeigen erste Untersuchungen einer gemeinsamen Studie der Deutschen Bahn und der Charité Research Organisation. Bislang liegen Tests an 1.072 Mitarbeitern vor. Weitere Tests sind im Oktober und Februar – in der Erkältungs- und Grippesaison – geplant. Erst danach ist die Studie abgeschlossen.

Der Fokus der Studie liegt auf der besonderen Situation der Zugbegleiter, die im Gegensatz zu den Lokführern ständigem Kundenkontakt ausgesetzt sind. Der Anteil der Zugbegleiter mit nachgewiesenen Sars-CoV-2-Antikörpern war in der untersuchten Stichprobe im Vergleich zu den anderen Berufsgruppen jedoch nicht erhöht.

9:00 Uhr | Pandemie kostet Autobranche rund elf Milliarden Euro

Die Corona-Krise hat die Autobranche weltweit Milliarden gekostet und tief in die roten Zahlen gedrückt. Einer Analyse des Beratungsunternehmens EY zufolge summierten sich die operativen Verluste der 17 größten Autokonzerne im zweiten Quartal auf fast elf Milliarden Euro – nach knapp 22 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal des Vorjahres. Nur sechs Hersteller mussten keine roten Zahlen verbuchen, einzig Tesla schnitt im Zeitraum April bis Juni sogar besser ab als im Vorjahr und sprang der Beratungsfirma zufolge auch gleich an die Spitze der Rangliste der profitabelsten Autokonzerne.

Während die Umsätze von Kfz-Handel und Kfz-Werkstätten im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland deutlich zurückgingen, ist der Handel mit Fahrrädern, Sport- und Campingartikeln nach Ansicht des Statistischen Bundesamts "klarer Corona-Gewinner im Bereich Mobilität". Wie die Behörde mitteilte, konnten die Fahrrad-, Sport- und Campingartikelhändler trotz des zeitweiligen Lockdowns ein Umsatzplus von 6,8 Prozent im Vergleich zu 2019 verbuchen.

8:50 Uhr | Aufstockung der Gesundheitsämter dauert

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, geht davon aus, dass die Gesundheitsämter nicht von heute auf morgen mehr Personal bekommen. Ulrich sagte MDR AKTUELL, es werde dauern, bis die vom Bund zugesagten neuen Stellen eingerichtet seien. Vor allem müsse man geeignete Mitarbeiter finden. Für das Gesundheitsamt im Burgenlandkreis rechnet Ulrich mit rund 20 neuen Stellen. Das wären 50 Prozent mehr als bisher.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Wochenende versprochen, dass im öffentlichen Gesundheitsdienst bis Ende 2022 bundesweit mindestens 5.000 neue Stellen geschaffen werden sollen.

8:35 Uhr | Grippeschutz in Corona-Zeiten

Experten rechnen wegen der Corona-Krise mit einer höheren Bereitschaft zur Grippeschutzimpfung. Ob der Impfstoff ausreicht, kann derzeit niemand sagen. Auch nicht das zuständige Paul-Ehrlich-Institut, bei dem alle Bestellungen zusammenlaufen, kann keine Aussage geben. Für die kommende Impfsaison plant das Institut mit rund 25 Millionen Impfdosen in ganz Deutschland.

7:41 Uhr | Nach Corona-Abriegelung: Flüchtlingslager Moria steht in Flammen

Wenige Tage nach der Abriegelung des Flüchtlingslagers Moria auf der griechischen Insel Lesbos wegen eines Corona-Falls sind dort mehrere Brände ausgebrochen. Medienberichten zufolge steht seit der vergangenen Nacht nahezu das ganze Lager in Flammen. Die Behörden hätten eine Evakuierung gestartet. Über mögliche Tote oder Verletzte gab es zunächst keine Informationen.

Das Lager steht seit einigen Tagen unter Quarantäne, nachdem bei einem 40 Jahre alten Mann eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden war. Gestern war bekannt geworden, dass es inzwischen 35 Fälle gibt. Die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtet, etliche Migranten hätten daraufhin das Lager verlassen wollen, was ihnen aber verweigert worden sei.

Das Flüchtlingslager Moria ist seit Jahren heillos überfüllt, zuletzt leben dort nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums etwa 12.600 Flüchtlinge und Migranten, bei einer Kapazität von eigentlich nur 2.800 Plätzen.

7:15 Uhr | AstraZeneca stoppt Corona-Impfstoff-Studie vorerst

Der schwedisch-britische Pharmakonzern AstraZeneca hat die Tests seines Corona-Impfstoffs vorübergehend gestoppt. Das Unternehmen erklärte, bei einem Teilnehmer seien gesundheitliche Probleme aufgetreten. Deshalb werde die Studie routinemäßig unterbrochen. Nun müsse von unabhängiger Stelle untersucht werden, ob die Probleme durch den Impfstoff ausgelöst worden seien. Vorerst würden keine weiteren Probanden geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet. Der Impfstoff befindet sich in der dritten und letzten Studien-Phase.

7:10 Uhr | England verschärft Corona-Maßnahmen wieder

In England werden wegen steigender Fallzahlen die Maßnahmen gegen das Coronavirus verschärft. Die Regierung teilte mit, ab kommendem Montag seien Zusammenkünfte von mehr als sechs Personen verboten. Das gelte für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und auch an der freien Luft. Ausnahmen gebe es für Schulen, Arbeitsplätze sowie Hochzeiten und Beerdigungen. Wenn jemand gegen die Vorgaben verstoße, könnten Bußgelder verhängt werden.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. September 2020 | 06:00 Uhr

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