Coronavirus Ticker: Norwegen warnt vor Reisen nach Deutschland

Norwegen warnt seine Bürger vor Reisen in die Bundesrepublik. Zudem müssen sich Reisende aus Deutschland künftig für zehn Tage in dem skandinavischen Land in Quarantäne begeben. Die Bundesregierung verlängerte zuvor die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der EU. Ein für den 4. September geplantes Großkonzert in Düsseldorf mit 13.000 Zuschauern wurde auf Spätherbst verschoben. Alle Entwicklungen im Ticker.

Norwegens Flagge
Norwegen rät seinen Bürgern vor Reisen in die Bundesrepublik ab. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 26. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:40 Uhr | Norwegen warnt vor Reisen nach Deutschland

Norwegen warnt wegen des hiesigen Anstiegs der Corona-Fallzahlen vor Reisen nach Deutschland. Vor "nicht unbedingt notwendigen" Reisen in die Bundesrepublik werde abgeraten, teilte das Außenministerium in Oslo mit. Zudem müssen sich Reisende aus der Bundesrepublik, Liechtenstein und einigen Regionen Schwedens ab Samstag (29. August 2020) bei der Ankunft in Norwegen für zehn Tage in Selbstisolation begeben. Nach Informationen des Auswärtigen Amts müssen Einreisende aus Deutschland in Norwegen eine feste Adresse und geeignete Unterkunft für die nächsten zehn Tage nachweisen.

Bislang haben nur sehr wenige Länder vor Deutschland als Reiseziel abgeraten. In Finnland bestehen seit Montag Einreisebeschränkungen für die meisten EU-Länder, darunter auch Deutschland. Reisende aus den betroffenen Ländern müssen dort für 14 Tage in Quarantäne.

20:30 Uhr | Reisewarnung auch für Gibraltar und Andorra

Das Auswärtige Amt hat seine Covid-19-Reisewarnungen auch auf Andorra und Gibraltar ausgeweitet. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen werde hier aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt, teilte das Bundesministerium mit.

18:22 Uhr | Bayern hält an kostenlosen Corona-Tests fest

Markus Söder
Bayerns Ministerpräsident Söder will an kostenlosen Coronatests festhalten. Bildrechte: dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat bekäftigt, an den kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer festzuhalten. Der CSU-Chef erklärte, insgesamt seien vier Bundesländer strikt dagegen, das derzeitige Vorgehen aufzugeben. Statt die Tests zurückzufahren, sollten die Kapazitäten der Labore ausgebaut werden.

Bundesgesundheitsminister Spahn will hingegen die kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer wieder abschaffen. Die Menschen sollten stattdessen verstärkt in Quarantäne geschickt werden, forderte der CDU-Politiker. Morgen wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen beraten.

17:20 Uhr | Fünf-Tage-Quarantäne und Arbeitsrecht - Das sollten Reiserückkehrer wissen

Statt Pflicht-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten soll es bald eine fünftägige Quarantäne geben. Wer zahlt das? Welche Rechte habe ich als Arbeitnehmer im Krankheitsfall? Die wichtigsten Antworten um die Themen Reise, Quarantäne und Arbeitsrecht.

16:14 Uhr | Weltwirtschaftsforum in Davos verschoben

Das Weltwirtschaftsforum in Davos wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Wie ein Sprecher des Forums mitteilte, wird das ursprünglich für Januar geplante Treffen auf einen Termin im Sommer kommenden Jahres verschoben. Experten hätten zuvor gewarnt, dass ein sicheres Treffen im Januar angesichts der Pandemie nicht möglich sei. Geplant ist stattdessen ein abgeschwächtes Online-Format. Zu dem Treffen im Schweizer Wintersportort Davos reisen jedes Jahr mehr als 3.000 Teilnehmer an, darunter auch viele Staats- und Regierungschefs.

13:44 Uhr | Düsseldorfer Großkonzert erst im Spätherbst

Das geplante Großkonzert in Düsseldorf mit bis zu 13.000 Zuschauern wird in den Spätherbst verschoben. Das teilte der Veranstalter mit. Demnach findet das Popkonzert nicht wie geplant am 4. September statt.

Über die Genehmigung der Veranstaltung hatte es Streit zwischen dem Land und der Stadt Düsseldorf gegeben. Mit Blick auf das Infektionsgeschehen hatten sich beide Seiten geeinigt, bis Ende August zu entscheiden, ob es stattfinden darf. Bei dem Musikkonzert sollen unter anderem Künstler wie Bryan Adams, Sarah Connor, The Boss Hoss und Joris auftreten. Es wäre die erste Veranstaltung dieser Größe seit Mitte März in Deutschland.

12:40 Uhr | Reisewarnung für mehr als 160 Länder bis 14. September verlängert

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 14. September verlängert. Das wurde am Mittwoch in der Kabinettssitzung entschieden. Im März sprach das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für alle Länder der Welt aus. Im Juni wurde die Warnung für EU-Länder, Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino und den Vatikan ausgenommen. Später folgten Teile der Türkei. Für die anderen mehr als 160 Länder gilt die Warnung nun weiter.

Reisende mit Mundschutz schauen auf eine Anzeigetafel auf einem Flughafen
Reisende mit Mundschutz am Frankfurter Flughafen: Für über 160 Staaten außerhalb der EU hat die Bundesregierung die Reisewarnung verlängert. Bildrechte: dpa

Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Verbraucher haben aber auch den Vorteil, Reisen kostenlos stornieren zu können. Die Reisewarnung erfolgt unabhängig von der Einstufung von Ländern als Risikogebiete durch das Robert Koch-Institut. Derzeit besteht zwar für mehr als 160 Länder eine Reisewarnung, aber nur etwas mehr als 130 davon sind als Risikogebiet eingestuft. Für Thailand gilt zum Beispiel eine Reisewarnung, weil dort noch eine Einreisesperre für Touristen gilt. Das Infektionsgeschehen ist in dem beliebten Urlaubsland dagegen unter Kontrolle.

Wegen steigender Infektionszahlen in Europa hat die Bundesregierung die Reisewarnung inzwischen auch für mehrere EU-Regionen reaktiviert.

10:25 Uhr | Berlin verbietet Proteste gegen Corona-Maßnahmen

Die Berliner Versammlungsbehörde hat mehrere für das Wochenende geplante Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen verboten. Die Senatsverwaltung für Inneres erklärte: Es sei damit zu rechnen, "dass es bei dem zu erwartenden Kreis der Teilnehmenden zu Verstößen gegen die geltende Infektionsschutzverordnung kommen wird". Die Versammlungen vom 1. August hätten gezeigt, "dass die Teilnehmenden sich bewusst über bestehende Hygieneregeln und entsprechende Auflagen hinweggesetzt haben".

Innensenator Andreas Geisel erklärte: "Das ist keine Entscheidung gegen die Versammlungsfreiheit, sondern eine Entscheidung für den Infektionsschutz. Wir sind noch mitten in der Pandemie mit steigenden Infektionszahlen. Das kann man nicht leugnen." Geisel kündigte ein konsequentes Vorgehen der Polizei an: "Ich bin nicht bereit ein zweites Mal hinzunehmen, dass Berlin als Bühne für Corona-Leugner, Reichsbürger und Rechtsextremisten missbraucht wird."

09:16 Uhr | Immobilienpreise steigen trotz Corona-Krise

Die Preise für Wohnimmobilien sind trotz der Corona-Krise weiter gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, verteuerten sich Häuser und Wohnungen im zweiten Quartal um 1,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus sogar 5,6 Prozent. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich damit bislang nicht auf den Wohnungsmarkt niedergeschlagen. Experten hatten damit gerechnet, dass es weniger finanzielle Spielräume für Immobilienkäufe gibt.

07:45 Uhr | Kretschmer verteidigt eigenen Weg bei Corona-Maßnahmen

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer beharrt auf einen eigenständigen Weg von Ländern mit niedrigem Corona-Infektionszahlen. Kretschmer sagte MDR AKTUELL, die Maßnahmen des Staates müssten maßvoll und angemessen sein. Deshalb sei es zwingend, in Ländern mit niedrigem Infektionsgeschene anders vorzugehen als dort, wo die Zahlen massiv stiegen. Deshalb gehe man in den ostdeutschen Ländern einen anderen Weg und er halte das für richtig. Es gehe um die Akzeptanz der Bevölkerung.

Anders sieht das der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz. Er fordert bundesweit einheitliche Corona-Regeln. Der CDU-Politiker sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Lage im Osten sei derzeit zwar anders als im Westen. Das bilde aber nur eine Momentaufnahme ab. Daher seien gewisse Einschränkungen sinnvoll und zumutbar.

06:52 Uhr | Koalition verlängert Kurzarbeiterregelung und erweitert Kinder-Krankengeld

Union und SPD haben sich auf eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung geeinigt. Die Sonderregelungen sollen bis Ende nächsten Jahres gelten. Damit sollten in der Corona-Krise die Wirtschaft stabilisiert und Arbeitsplätze gesichert werden. Betroffene haben demach ab dem vierten Monat Anspruch auf bis zu 77 Prozent ihres Nettoeinkommens. Ab dem siebten Monat sind es bis zu 87 Prozent.

Außerdem stehen in diesem Jahr wegen der Corona-Krise mehr Krankentage zur Betreuung ihrer Kinder zur Verfügung. So soll das Kinder-Krankengeld für Elternpaare für jeweils fünf weitere Tage und für Alleinerziehende für zusätzliche zehn Tage gewährt werden. Die Große Koalition verlängerte außerdem die Laufzeit der Überbrückungshilfe für Unternehmen bis Ende des Jahres.

06:45 Uhr | Stahlknecht: Sachsen-Anhalt braucht keine Belehrungen

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht sieht die Debatte um bundesweite schärfere Corona-Regeln kritisch. Stahlknecht sagte MDR AKTUELL, er habe den Eindruck, dass die Länder mit einem höherem Infektionsgeschehen versuchten, Sachsen-Anhalt in Mithaftung zu nehmen. Das halte er für grundlegend falsch. Sicherlich müsse es eine gemeinsame Grundlinie geben. Damit die Maßnahmen akzeptiert würden, brauche es aber Verhältnismäßigkeit. Stahlknecht betonte, Sachsen-Anhalt brauche nicht die Belehrung der anderen Bundesländer. Die Ministerpräsidenten Bayerns und Schleswig-Holsteins fordern bundesweit einheitliche Regeln, etwa für private Feiern.

06:36 Uhr | 3.300 Neuinfektionen in Frankreich – Marseille plant Maskenpflicht im Freien

In Frankreich sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden innerhalb von 24 Stunden mehr als 3.300 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Frankreichs zweitgrößte Stadt Marseille verschärft im Kampf gegen das Coronavirus die Schutzmaßnahmen. Medienberichten zufolge soll ab Donnerstagabend im Freien eine Maskenpflicht gelten. Außerdem müssten Bars, Restaurants und Geschäfte um 23 Uhr schließen. Die strengeren Regeln sollten zunächst bis Ende September gelten. Das Tragen einer Maske sei auch für Kinder ab elf Jahren verpflichtend. Für den Großraum Paris und die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur gilt eine Reisewarnung der Bundesregierung. Die Regionen werden als Risikogebiete eingestuft.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. August 2020 | 06:00 Uhr

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