Coronavirus-Pandemie Ticker: Bundesländer fordern negative Corona-Tests

Für Reisende aus Risikobegieten machen mehrere Bundesländer einen negativen Corona-Test zur Pflicht. Im sächsischen Wehlen wurden an einer Grundschule 47 Corona-Tests durchgeführt - ein Ergebnis gibt es noch nicht. Die Sperrstunde in Berlin stößt bei Gastronomen auf geteilte Reaktionen. Bundesweit steigt der 7-Tage-Schnitt an Neuinfektionen unterdessen weiter an. Aktuelle Entwicklungen im Coronavirus-Ticker.

Corona-Teströhrchen
Bundesländer fordern negative Corona-Tests von Reisenden aus Risikogebieten Bildrechte: imago images/Alexander Limbach

Unser Ticker am Mittwoch, den 7. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22.00 Uhr | US-Präsident Trump zurück im Büro

Donald Trump hat trotz seiner Infektion mit dem Coronavirus wieder das Oval Office im Weißen Haus betreten. Trump twitterte kurz darauf, er habe mit den Gouverneuren von Texas und Louisiana über Hurrikan "Delta" gesprochen. Im engeren Umfeld des Präsidenten wurden inzwischen 19 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Über seinen Gesundheitsheitszustand gibt es widersprüchliche Angaben. Unklar ist auch, wann Trump das letzte Mal negativ auf das Virus getestet wurde. Der US-Präsident war drei Tage lang stationär in einem Militärkrankenhaus behandelt worden.

20:58 Uhr | Lufthansa und Eurowings stellen Flüge ab Leipzig-Halle vorerst ein

Die Fluggesellschaft Lufthansa und ihre Tochter Eurowings stellen ihre Flüge ab Leipzig-Halle vorerst ein. Grund sei die geringere Nachfrage wegen der Corona-Pandemie, hieß es aus den Unternehmen. Beide Gesellschaften hatten wegen der einbrechenden Nachfrage ihre Flüge nach und von Leipzig-Halle im Sommer bereits stark reduziert. Jetzt wurden die letzten Verbindungen nach München beziehungsweise nach Düsseldorf aus dem Flugplan genommen. Lufthansa will den Betrieb voraussichtlich mit dem Sommerflugplan 2021 wieder aufnehmen

20:02 Uhr | Schlachthof Weidemark muss schließen

Der Schlachthof Weidemark im emsländischen Sögel wird vorübergehend geschlossen. Inzwischen seien 112 Beschäftigte des Fleischbetriebs mit dem Coronavirus infiziert, teilte der Landkreis mit. Die Schlachtung ende am Freitag, bis Sonntag werde noch zerlegt, danach werde der Betrieb mit rund 2.000 Mitarbeitern voraussichtlich 22 Tage dicht sein. Auch in einem Schlachthof in Emstek im Landkreis Cloppenburg stieg die Zahl der Infizierten. Landrat Johann Wimberg sagte, es seien bei Tests unter Mitarbeitern in den vergangenen Tagen insgesamt 63 Fälle bekanntgeworden.

In Schlachthöfen werden seit Beginn der Pandemie immer wieder Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet.

19:40 Uhr Rumänien und Tunesien jetzt Risikogebiete

Die Bundesregierung hat ganz Rumänien, Tunesien, Georgien und Jordanien sowie einzelne Regionen in sieben EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste am Abend entsprechend.

19:13 Uhr | Korrektur: 47 Tests statt Fälle an Grundschule in Wehlen

An der Grundschule in Wehlen sind 47 Personen auf Corona getestet worden. Das teilten die Behörden mit. Die Schule wurde zunächst bis Freitag geschlossen. Ein Ergebnis der Tests lag ein Abend noch nicht vor. Wegen eines Falls an der Geschwister-Scholl-Grundschule in Freital wurde eine komplette erste Klasse unter Quarantäne gestellt. In Dresden-Plauen mussten sich Schüler des Gymnasiums sowie der 49. Grundschule in Quarantäne begeben. An der HOGA-Schule in Striesen werden nach einem Fall die Kontaktpersonen ermittelt.

16:53 Uhr | Mehrere Bundesländer fordern negative Corona-Tests

Etliche Bundesländer wollen künftig negative Corona-Tests von Urlaubern aus innerdeutschen Risikogebieten verlangen. Das sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther nach einer Schaltkonferenz von Bund und Ländern. Demnach wollen sich mindestens elf Länder an die Regelung halten. Sachsen und Sachsen-Anhalt haben eine solche Regelung schon. Thüringens Ministerpräsident Ramelow lehnt sie ab. Das Gesundheitsministerium in Erfurt teilte mit, der Freistaat vertrete die Meinung, dass die Entscheidung letztlich bei den Gesundheitsämtern der Gebiete mit erhöhten Infektionszahlen liegen müsse, ob sie ein Ausreiseverbot für ihre Bürger verhängten.

15:07 Uhr | Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots in Bayern

Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test dürfen von Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder an. Das sogenannte Berherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage gelten. Um welche Gebiete es sich genau handelt, wird vom bayerischen Gesundheitsministerium entschieden.

14:44 Uhr | Italien verlängert Ausnahmezustand

In Italien wird nach Aussagen eines Regierungsvertreters der Ausnahmezustand bis Ende Januar 2021 verlängert. Zudem gilt nach Angaben des Gesundheitsministeriums landesweit im Freien nun eine Maskenpflicht. Damit soll die steigende Zahl von Neuinfektionen gebremst werden.

14:10 Uhr | Spanien plant 800.000 neue Jobs bis 2023

Spanien will mit 800.000 neuen Arbeitsplätzen in den kommenden drei Jahren die pandemiebedingte Wirtschaftskrise überwinden. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte an, dafür 72 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Zugleich bat der sozialistische Politiker die konservative Opposition um Unterstützung.

Spanien ist innerhalb Europas mit am stärksten von der Corona-Krise betroffen. Nach einem erneuten Anstieg an Infektionszahlen wurde zuletzt die Hauptstadt Madrid wieder abgeriegelt. Schätzungen zufolge dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 11,2 Prozent sinken.

13:51 Uhr | Seibert: Konsequente Maßnahmen in Corona-Hotspots

Regierungssprecher Steffen Seibert hat Großstädte wie Berlin zu konsequenten Maßnahmen gegen sprunghaft steigene Infektionszahlen aufgerufen. Damit hätten zuletzt beispielsweise Gütersloh und München gute Ergebnisse erzielt. Ziel müsse es bleiben, dass die Gesundheitsämter vor Ort Infektionsketten nachvollziehen und unterbrechen können. Dafür seien niedrige Infektionszahlen nötig, sagte der Sprecher der Bundesregierung.

13:36 Uhr | Sprunghafter Anstieg an Neuinfektionen in der Schweiz

Die Zahl der Corona-Ansteckungen in der Schweiz ist sprunghaft angestiegen. Das Bundesamt für Gesundheit meldete am Mittwoch 1.077 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden in der Schweiz und Liechtenstein. Am Vortag waren es 700 Neuinfektionen. Vergangene Woche lag der Schnitt noch bei 500. Mehr als 1.000 neue Fälle an einem Tag gab es dort zuletzt im April.

12:52 Uhr | Milliardäre in Corona-Krise noch reicher geworden

In Deutschland sind die Milliardäre trotz Corona-Krise reicher und mehr geworden. Das geht aus Erhebungen der Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Großbank UBS hervor. Danach stieg die Zahl der Dollar-Milliardäre seit März 2019 von 114 auf 119. Ihr Gesamtvermögen habe sich bis Ende Juli von 501 auf knapp 595 Milliarden Dollar erhöht. UBS-Experte Maximilian Kunkel sagte, die Corona-Krise beschleunige das Vermögens-Wachstum vor allem im Technologie- und Gesundheitssektor.

12:25 Uhr | Düsseldorfer Großkonzert endgültig abgesagt

Ein geplantes Großkonzert in Düsseldorf ist für dieses Jahr endgültig abgesagt worden. Eine Sprecherin des Veranstalters sagte mit Blick auf die steigenden Corona-Infektionszahlen, die Voraussetzungen seien einfach nicht mehr gegeben. Das Konzert unter anderem mit Bryan Adams und Sarah Connor sollte eigentlich bereits Anfang September vor 13.000 Zuschauern stattfinden, wurde aber nach heftiger Kritik auf den Spätherbst verschoben.

11:27 Uhr | Dehoga: Sperrstunde in Berlin kontrollieren

Der Berliner Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat konsequente Kontrollen der Sperrstunde in der Hauptstadt gefordert. Hauptgeschäftsführer Thomas Lengfelder sagte, es herrsche in der Branche eine große Wut gegenüber Betrieben, die die Vorgaben in der Krise "offensichtlich nicht eingehalten haben". Es gebe aber auch ein "Vollzugsdefizit". Vorschriften zur Eindämmung der Pandemie würden kaum kontrolliert und entsprechend auch nicht sanktioniert. Zugleich äußerte Lengfelder die Sorge, dass Treffen nun verstärkt in private Wohnräume verlagert werde.

Der Berliner Senat hatte gestern wegen der stark steigenden Infektionszahlen unter anderem eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr beschlossen. Die Szenekneipen-Initiative Bars of Berlin kritisierte dies als "Todesstoß für Bars" und fordert weitere Hilfen.

11:10 Uhr | Rund 244.000 Anträge von Studierenden

Von Juni bis September sind an Studentinnen und Studenten in Deutschland Corona-Soforthilfen in Höhe von rund 65 Millionen Euro ausgezahlt worden. Nach Angaben des Studentenwerks gingen rund 244.000 Anträge ein. Etwa 150.000 seien bisher genehmigt worden. Die Überbrückungshilfen sind für Studierende, die wegen Corona in finanzielle Notlage geraten sind.

10:57 Uhr | Höchststand an Neuinfektionen in Tschechien

In Tschechien hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es in dem 10-Millionen-Einwohner-Land innerhalb von 24 Stunden knapp 4.500 registrierte Ansteckungen. Bisher hatte der Höchstwert bei rund 3.800 gelegen.

09:03 Uhr | Ramelow: Gesundheitsämter sollen über Reisebeschränkungen entscheiden

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow ist dagegen, dass Bundesländer Menschen aus deutschen Corona-Risikoregionen abweisen. Ramelow sagte MDR AKTUELL, Entscheidungen etwa über Reisebeschränkungen müssten die örtlichen Gesundheitsämter treffen. Darauf müssten sich die Bundesländer verlassen. Ramelow wandte sich zugleich gegen Panikmache. In Thüringen gebe es derzeit bei 2,16 Millionen Einwohnern knapp unter 300 Infizierte. Die Infektionen seien an einzelne Vorfälle gebunden, so an eine Rentnerreise nach Franzensbad oder ein Behindertenheim in Schleiz. Das könne man austarieren. Ramelow sagte, man müsse aufpassen, dass man sich nicht vor lauter Panik in eine Situation hineinmanövriere, die handlungsunfähig mache.

Die Staatskanzleien der Länder wollen heute darüber beraten, wie mit Touristen aus deutschen Corona-Risikogebieten umgegangen werden soll.

08:52 Uhr | 7-Tage-Schnitt an Neuinfektionen steigt weiter

In Deutschland sind am Dienstag 2.462 neue Corona-Infektionen registriert worden. Das geht aus Zahlen des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts Risklayer hervor. Demnach meldeten 94 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städte aktuelle Zahlen.

Am Montag waren erstmals seit April wieder mehr als 3.000 Neuinfektionen registriert worden. Trotz des leichten Rückgangs in absoluten Zahlen stieg der 7-Tage-Schnitt am Dienstag weiter an: Durchschnittlich wurden damit in der vergangenen Woche täglich 2.379 neue Fälle gemeldet.

Die meisten Neuinfektionen verzeichnen weiterhin Nordrhein-Westfalen (579) und Bayern (416). In Sachsen wurden gestern 86 neue Infektionen gemeldet, in Sachsen-Anhalt 22 und in Thüringen zwölf.

07:54 Uhr | Biden stellt TV-Duell mit Trump in Frage

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat das für kommende Woche geplante zweite TV-Duell mit Präsident Donald Trump in Frage gestellt. Biden sagte, wenn Trump immer noch Covid habe, sollte es keine Debatte geben. Man müsse darauf hören, was Ärzte sagten. Das Streitgespräch ist für den 15. Oktober angesetzt. Die US-Richtlinien sehen für Corona-Infizierte eine Quarantäne von mindestens zehn Tagen ab Symptom-Beginn vor, bei schwerem Verlauf 20 Tage.

Trump war am Montag nach dreitägiger Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen worden. Inzwischen ist mit dem Berater Miller ein weiterer enger Mitarbeiter Trumps positiv getestet worden.

07:27 Uhr | Verstärkte Kontrollen zur Maskenpflicht in Zügen

Die Sicherheitsdienste der Deutschen Bahn und die Bundespolizei kontrollieren derzeit schwerpunktmäßig die Einhaltung der Maskenpflicht in Zügen. Nach Angaben der Bahn liegt der Schwerpunkt dabei zunächst in Norddeutschland. An den Wochenenden sowie während der Herbstferien will der Konzern in den Fernzügen zudem doppelt so viele Sicherheitsmitarbeiter einsetzen wie bislang.

Die Länder hatten sich im August auf ein Mindestbußgeld von 50 Euro für Maskenverweigerer verständigt. Allein Sachsen-Anhalt zog nicht mit. Auf die Schwerpunktkontrollen einigten sich zuletzt Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Bundespolizei, Gewerkschaften und Verkehrsunternehmen. Zuvor hatten besonders die Arbeitnehmervertreter kritisiert, Zugbegleiter seien mit der Durchsetzung der Maskenpflicht überlastet.

06:53 Uhr | Berlin: Regierender Bürgermeister verteidigt Sperrstunde

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die Verhängung einer Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für die Hauptstadt verteidigt. Müller sagte, ohne entschlossenes Handeln komme man in eine Situation, in der man noch ganz andere Maßnahmen ergreifen müsse - etwa in Richtung eines Lockdowns. Das gelte es zu verhindern.

Der Senat hatte am Abend beschlossen, dass ab Sonnabend Restaurants, Bars und die meisten Geschäfte zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen bleiben müssen. Ausnahmen sind Apotheken und Tankstellen. Alkohol darf dort dann nicht verkauft werden. Im Freien dürfen sich nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten versammeln, bei Feiern in geschlossenen Räumen maximal zehn.

06:40 Uhr | Klare Regeln für Touristen aus Risikogebieten gefordert

Mitteldeutsche Hoteliers haben die Beherbergungsverbote einzelner Bundesländer für Inlandstouristen aus Corona-Risikogebieten kritisiert. Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Thüringen, Dirk Ellinger, sagte MDR AKTUELL, zur Zeit gebe es große Unsicherheit bei Hotels und Reisenden. Es brauche klare Regeln von der Politik. Beherbergungsverbote seien keine Lösung. Es gebe Hygiene-Konzepte, die umgesetzt würden.

Sachsens Dehoga-Chef Axel Klein kritisierte eine mangelhafte Kommunikation. Es gebe zum Beispiel keine Informationen, welche Postleitzahlengebiete von Verboten betroffen seien. Außerdem sei es am Wochenende nahezu unmöglich, einen Schnelltest auf das Virus zu machen.

In Deutschland gibt es derzeit keine einheitlichen Regelungen, wie mit Touristen aus Corona-Risikogebieten umgegangen wird. Sachsen und Sachsen-Anhalt erlauben Übernachtungen nur bei einem negativen Test, Thüringen hat keine Einschränkungen.

06:00 Uhr | Der Ticker vom Mittwoch

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Oktober 2020 | 06:00 Uhr

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