Coronavirus-Pandemie Ticker: EU will Impfstoff aus britischen Werken

Im Streit um die Menge an Impfdosen fordert die EU vom Hersteller Astrazeneca nun Lieferungen aus britischen Werken. In der Slowakei dürfen Menschen nur noch mit negativem Schnelltest vor die Tür. Die Chefin des Amtsärzte-Verbandes wirbt für einen breiteren Einsatz der Software Sormas in Gesundheitsämtern. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Ampullen mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca stehen in kleine Kartons verpackt in einem Kühlschrank.
Ampullen mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca stehen in kleine Kartons verpackt in einem Kühlschrank. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 27. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:43 Uhr | Wie funktioniert Corona-Schutz auf der Baustelle?

Abstand halten und Maske tragen - wie geht das am Arbeitsplatz und wer kontrolliert das? Was in Büros noch einfach ist, funktioniert auf der Baustelle nicht unbedingt. Kann man dort eigentlich Corona-konform arbeiten?

22:12 Uhr | Verwaltungen kommen bei Homeoffice langsam vorwärts

Wie gehen Behörden mit dem Thema Homeoffice um? Viele Büroangestellte in Verwaltungen können schlicht nicht von zu Hause aus arbeiten - es fehlt die Technik. Doch viele von ihnen haben seit März einen Sprung gemacht.

21:57 Uhr | Bericht: Bundesregierung plant strikte Einreiseverbote

Die Bundesregierung plant offenbar ein mögliches Einreiseverbot aus Ländern mit hoher Verbreitung des mutierten Coronavirus. Das berichtet der "Spiegel". Demnach wird die Vorlage einer entsprechenden Verordnung gerade zwischen den Ressorts abgestimmt. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Abstimmung. Mehrere Unions-Politiker hatten sich für strikte Reisebeschränkungen ausgesprochen. Unionsfraktions-Vize Andreas Jung sagte der Zeitung "Die Welt", wenn in einer Region das mutierte Virus grassiere, müsse konsequent gegen die Ausbreitung vorgegangen werden.

20:45 Uhr | EU will Impfstoff aus britischen Werken

Der Streit zwischen der EU und Astrazeneca spitzt sich zu. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte den britisch-schwedischen Pharmakonzern auf, die EU mit mehr Corona-Impfdosen aus den Werken in Großbritannien zu versorgen. Britische Werke seien Teil des Liefervertrags.

Die Zulassung des Impfstoffs in der EU wird am Freitag erwartet. Die Europäische Union hatte sich für das erste Quartal 32 Millionen Impfdosen gesichert. Astrazeneca kann aber nach eigenen Angaben die zugesagte Liefermenge nicht einhalten. Grund sind Produktionsengpässe in einem Werk in Belgien.

20:35 Uhr | Ausgang in der Slowakei nur mit negativem Schnelltest-Ergebnis

Die Menschen in der Slowakei dürfen seit heute nur noch mit einem negativen Corona-Test das Haus verlassen. Alle Bürger zwischen 15 und 65 Jahren müssen die Test-Bestätigung bei sich tragen, wenn sie hinausgehen - egal ob zum Arzt, zum Einkaufen oder zur Arbeit. Die neue Regelung gilt vorerst bis zum 7. Februar. Die Polizei kündigte an, die Einhaltung der Regelung mit stichprobenartigen, aber strikten Kontrollen durchzusetzen. Bei Verstößen drohten hohe Bußgelder.

Regierungschef Igor Matovič hatte gestern gewarnt, angesichts von Lieferengpässen könne die Strategie gegen die Corona-Pandemie nicht allein im Impfen bestehen. In diesem Tempo würde man bis September brauchen, um 60 Prozent der Bevölkerung zu impfen.

19:53 Uhr | Landkreis Hildburghausen hebt 15-Kilometer-Regel auf

Für die Bewohner im Landkreis Hildburghausen wird der Bewegungsradius von 15 Kilometern aufgehoben. Das teilte das Landratsamt am Abend mit. Es sei aber weiterhin nicht erlaubt, in das Kreisgebiet einzureisen, um Sport zu treiben oder sich im Freien zu bewegen. Die Änderung sei Teil der neuen Corona-Regeln, die morgen in Kraft träten. Aufgehoben werde damit auch das grundsätzliche Verbot von Gottesdiensten. Bei der derzeitigen Infektionslage seien aber maximal zehn Teilnehmer erlaubt.

Der Landkreis war lange mit an der Spitze der am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen in Deutschland. Am Dienstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz nach Daten des Risklayer-Projekts noch bei 280 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

18:28 Uhr | Ärzte-Verbandschefin wirbt für Corona-Software

Die Chefin des Amtsärzte-Verbands, Ute Teichert, hofft auf einen breiteren Einsatz der Corona-Software Sormas. Mit ihr können Gesundheitsämtern einfacher und schneller Kontakte nachverfolgen. Teichert sagte MDR AKTUELL, immerhin nutzten schon ein Drittel der Ämter das Programm. Bis Anfang des Jahres sei es noch gar nicht in Deutschland verbreitet gewesen. Verzögerungen ergäben sich dadurch, dass noch eine Schnittstelle zum Robert Koch-Institut fehle. Dadurch müssten die Daten doppelt eingegeben werden. Bei der derzeitigen Belastung sträubten sich viele Ämter gegen einen doppelten Arbeitsaufwand und gegen die Einarbeitung in ein neues Programm.

Laut den Software-Entwicklern vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung wird es bald eine Schnittstelle zum RKI geben.

18:14 Uhr | Geldstrafe für Erzgebirge Aue nach Corona-Verstößen von Fans

Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue muss wegen Fehlverhaltens einiger Fans eine Geldstrafe in Höhe von 4.000 Euro zahlen. Das entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes. Vor gut zwei Wochen hatten beim Heimspiel gegen Düsseldorf bis zu 50 Anhänger auf der Tribüne beieinander gestanden - ohne Mindestabstand und zum Teil ohne Maske. Das war laut Verein nicht abgesprochen. Die Anhänger sollten eigentlich nur den Rasen vom Schnee befreien.

17:37 Uhr | FDP fordert unkompliziertere Schnelltests in Heimen

Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus fordert einfachere Corona-Schnelltests in Pflegeheimen. Die Bundestagsabgeordnete sagte MDR AKTUELL, die Einrichtungen bekämen die Tests zwar bezahlt, aber das Prozedere sei zu bürokratisch. Die Heime müssten bei den Gesundheitsämtern ihr Hygienekonzept vorlegen, erklären, wie viele Schnelltests sie benötigten, und dann diese selbst einkaufen. Außerdem müsse das sowieso überforderte Personal die Tests auch noch selbst durchführen. Deshalb sei es so wichtig, dass die Heime Hilfe von außen bekämen wie vom Roten Kreuz und der Bundeswehr. Aschenberg-Dugnus schlug vor, diesen mobilen Teams auch die Schnelltests mitzugeben. Wenn Pflegeheim-Mitarbeiter und Besucher täglich getestet würden, käme man weg von den hohen Todeszahlen.

16:39 Uhr | Erfurts OB fordert strikteren Corona-Schutz

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein hat die neue Thüringer Corona-Verordnung kritisiert. Der SPD-Politiker sagte, angesichts der hohen Infektionszahlen im Land sei es absurd, dass größere Kundgebungen stattfinden dürften. Erfurt sei erfolgreich mit seiner harten Anti-Corona-Linie. Nun kämen hunderte Menschen, um dagegen zu demonstrieren. Darunter seien auch Anreisende aus Gebieten mit viel höheren Inzidenzen. Die neuen Corona-Regeln gelten seit gestern. Sie erlauben unter anderem Versammlungen und Demonstrationen mit maximal 500 Teilnehmern, solange der Sieben-Tage-Wert unter 200 liegt.

15:57 Uhr | Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2021

Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr gesenkt. Sie rechnet nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,0 Prozent. In ihrem Herbstgutachten war sie noch von einem Plus von 4,4 Prozent ausgegangen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, es sei davon auszugehen, dass die Wirtschaft im ersten Quartal noch deutlich durch die Corona-Krise beeinträchtigt sein werde. Danach dürfte die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen. Dabei gebe es aber Unterschiede zwischen den Branchen. So stehe einer robusten Industrie ein Dienstleistungssektor gegenüber, der von der Pandemie stark betroffen sei.

15:36 Uhr | Verdächtiges Paket bei Astrazeneca-Zulieferer

In Großbritannien wird ein Werk evakuiert, in dem der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hergestellt wird. Wie die Firma Wockhardt in Wrexham mitteilte, wurde ein verdächtiges Paket entdeckt. Auf Anraten von Experten sei das Gelände teilweise geräumt worden. Die Behörden seien sofort informiert worden. Nach Angaben der BBC wurde ein Sprengstoff-Räumkommando der Polizei zu dem Gelände geschickt.

15:07 Uhr | Grüne fordern Stufenplan für Schulen

Die Grünen in Sachsen-Anhalt fordern einen Stufenplan für den Pandemie-sicheren Schulbetrieb. Fraktionschefin Cornelia Lüddemann sagte, die hohe Zahl an Neuinfektionen und die Gefahr von Corona-Mutationen ließen einen regulären Unterricht aktuell nicht zu. Kinder und Jugendliche müssten aber so schnell wie möglich wieder eine geordnete Lernatmosphäre bekommen. Bildungsminister Marco Tullner solle dazu bis zur Kabinettssitzung am 2. Februar ein Konzept vorlegen. Die Grünen sind laut Lüddemann für ein regional angepasstes Vorgehen - je nach Infektionszahlen. Außerdem sollte das Land Selbsttests anschaffen. Sie könnten zum Beispiel für die Abschlussklassen eingesetzt werden.

14:10 Uhr | Studie: AfD-Anhänger stimmen häufiger Verschwörungstheorien zu

Sozialforscher der Universität Leipzig haben eine neue Studie zu Verschwörungstheorien vorgelegt. Dabei kam heraus, dass AfD-Wähler generell empfänglicher dafür sind als Anhänger anderer Parteien. 68 Prozent der AfD-Sympathisanten hätten bei einer Umfrage im Frühsommer 2020 Corona-Verschwörungen zugestimmt, gefolgt von 65 Prozent der Nichtwähler und 47 Prozent der FDP-Anhänger. Studienleiter Oliver Decker sagte, solche Aussagen seien weit verbreitet und würden sich nicht nur auf Menschen im rechten Spektrum beschränken.

13:50 Uhr | Grünes Licht vom Bund für Lehrer-Laptops

Die Bundesregierung hat ein 500 Millionen Euro schweres Programm zur Anschaffung von Laptops für Lehrkräfte gestartet. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek kündigte die nötige Verwaltungsvereinbarung für Donnerstag an. Dann könne das Geld fließen. Dem Programm liegt ein Beschluss des Koalitionsausschusses vom August vergangenen Jahres zugrunde.

Bereits im Juli 2019 hatte die Bundesregierung 500 Millionen Euro bereit gestellt, um bedürftige Familien beim Homeschooling mit Laptops und Tablets zu unterstützen. Nach Recherchen des MDR-Magazins "exakt" sind diese Gelder in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt flächendeckend abgerufen worden. Bei den Familien kämen die Geräte aber nur schleppend an.

13:25 Uhr Update | EU: Astrazeneca will doch an Krisensitzung teilnehmen

Im Streit über knappen Corona-Impfstoff wird ein für den Abend geplantes Krisentreffen der EU mit dem Hersteller Astrazeneca wohl doch stattfinden. Das Unternehmen habe die Teilnahme bestätigt, hieß es aus Brüssel. Zuvor habe der Konzern per Mail abgesagt und erklärt, ein Treffen habe derzeit wegen der vielen offenen Fragen keinen Sinn. Grund für das Krisentreffen ist der Streit mit dem britisch-schwedischen Hersteller über Kürzungen vertraglich zugesicherter Impfstoff-Lieferungen. Statt erwarteter 80 Millionen Impfdosen im ersten Quartal sollen nach EU-Angaben nur 31 Millionen ankommen. Der Impfstoff von Astrazeneca ist in der EU noch nicht zugelassen – eine Entscheidung wird für diesen Freitag erwartet.

11:52 Uhr | Erster Corona-Jahrestag in Deutschland

Vor einem Jahr hat das Coronavirus Deutschland erreicht: Eine aus Shanghai nach München gereiste chinesische Mitarbeiterin des Autozulieferers Webasto schleppte unerkannt die Infektion ins Land. Der Fall in der Firma konnte schnell eingedämmt werden, die Pandemie nahm ihren Lauf. Allein in Deutschland sind bisher 2,1 Millionen Fälle gemeldet worden. Fast 54.000 Menschen hierzulande starben nachweislich im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im vergangenen Jahr:

11:46 Uhr | London: 74-Jähriger nach 300 Tagen aus Klinik entlassen

Nach mehr als 300 Tagen im Krankenhaus ist ein 74 Jahre alter Covid-Patient in London nach Hause entlassen worden. Der Mann war im März 2020 schwer erkrankt und danach über zwei Monate lang künstlich beamtet und ins Koma versetzt worden. Zwischenzeitlich gab es kaum noch Hoffnung - doch im Juli wachte er unerwartet wieder auf. Es dauerte weitere Monate mit Sprechtraining und Physiotherapie, bis er sich von einem erlittenen Schlaganfall und seiner Erkrankung soweit erholt hatte, dass er wieder nach Hause konnte.

Das Beste am Zuhause sein ist, nicht im Krankenhaus zu sein.

Geoffrey Woolf nach seiner Rückkehr in der BBC

Die Söhne des früheren Anwalts brachten dem Literatur-Fan einen E-Reader mit Hörbüchern ins Krankenhaus, die sie ihm sogar während des Komas vorspielten - eine Maßnahme, die Ärzten und Pflegern zufolge positive Effekte hatte und nun auch in mehreren anderen Krankenhäusern zum Einsatz kommt. Die Söhne riefen die Hilfsorganisation "Books for Dad" ins Leben.

11:32 Uhr | Gerichte wegen Corona-Verfahren weiter eingespannt

Auch zum Auftakt des neuen Jahres sind die Verwaltungsgerichte in Thüringen mit Anträgen gegen Corona-Regeln gut beschäftigt. Wie eine Sprecherin mitteilte, sind aktuell allein acht Eilverfahren am Oberverwaltungsgericht in Weimar anhängig und noch nicht entschieden. Unter anderem gehe es bei den Verfahren um einen Fahrschulbetreiber und einen Betreiber eines Friseursalons, die sich gegen die Corona-Verordnung wehren.

11:01 Uhr | Gratismasken für Bedürftige

Thüringen will medizinische Masken kostenlos an Bedürftige verteilen. Darauf haben sich Vertreter des Finanz- und des Gesundheitsministeriums geeinigt, wie am Dienstagabend bekannt wurde. Fast fünf Millionen OP- und FFP2-Masken befinden sich im Bestand des Gesundheitsministeriums, darunter 1,3 Millionen FFP2-Masken. Einen Großteil davon soll nun so bald wie möglich über die Kommunen an Bedürftige ausgeteilt werden. Einen kleinen Teil will das Land weiter für Übergangsphasen und Lieferengpässe zurückhalten. In einigen Städten, darunter Weimar und Jena, werden bereits Gratis-Masken beispielsweise an Obdachlose verteilt.

10:54 Uhr | Schnelltest-Station am Grenzübergang Klingenthal

Am Grenzübergang Klingenthal gibt es seit heute eine Station für Corona-Schnelltests. Der Rettungszweckverband Südwestsachsen hat diese kurzfristig aufgebaut. Verbandschef Jens Leistner begründete, der Bedarf sei da. Zahlreiche Unternehmen in der Region beschäftigten Grenzpendler. Die müssen sich zweimal pro Woche einem Schnelltest unterziehen. Im Testzentrum Klingenthal werden neben Schnelltests auch PCR-Tests angeboten.

10:30 Uhr | GfK: Kauflaune stark eingetrübt

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat sich durch den harten Lockdown unerwartet deutlich eingetrübt. Das geht aus dem Konsumklima-Index des Marktforschungsinstituts GfK hervor, der den Angaben zufolge im Februar um 8,1 Punkte auf minus 15,6 Punkte sankt. Die Kauflaune sei regelrecht eingebrochen. Die Schließung von Gastronomie und weiten Teilen des Handels habe den Konsum ähnlich hart getroffen wie beim ersten Lockdown vor knapp einem Jahr. Die von vielen erhoffte Erholung, so die GfK, werde noch etwas auf sich warten lassen.

09:50 Uhr | Mitteldeutschland weiterhin mit höchsten Inzidenzwerten

Mit einem 7-Tage-Inzidenzwert von 211 steht Sachsen-Anhalt laut dem Datenprojekt Risklayer weiterhin an der Spitze der Bundesländer. Demnach meldeten die Gesundheitsämter innerhalb der vergangenen Woche mehr als 4.600 Neuinfektionen. Auch Thüringen (207) und Sachsen (175) liegen im Ländervergleich beim Inzidenzwert mit an der Spitze. Vor allem in Sachsen ist der Wert zuletzt aber stark gefallen. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 112 (siehe Tabelle). Die Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage an.

Im regionalen Vergleich bleibt der Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt bundesweiter Negativ-Rekordhalter. Laut Risklayer haben sich in dem Kreis in den vergangenen sieben Tagen 445,5 Menschen pro 100.000 Einwohner nachweislich infiziert. Seit gestern gilt dort eine nächtliche Ausgangssperre.

Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland laut Risklayer 9.748 Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden. Das waren 2.732 mehr als gestern, aber fast 1.550 weniger als vor einer Woche. Außerdem wurden laut Robert Koch-Institut weiteren 982 Todesfällen registriert.

08:36 Uhr | Ministerin: Soldaten für Altenheime anfordern

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat klargestellt, dass die Kommunen die Hilfen der Bundeswehr nicht selbst bezahlen müssen. Im ZDF sagte die CDU-Politikerin, die angebotene Unterstützung für Alten- und Pflegeheime werde bislang nur zurückhaltend eingefordert. Dies könne daran liegen, dass viele Kommunen meinten, dafür selbst zahlen zu müssten. Die Bundeswehr stelle aber keine Rechnungen, die Hilfe sei kostenlos für Städte und Kommunen.

Ich kann nur dafür werben, dass jeder wirklich diese Hilfe in Anspruch nimmt, denn mit jeder Infektion, die nicht in einen Altenheim getragen wird, retten und schützen wir Leben.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer

Die Bundeswehr kann demnach nicht von sich aus in den Einsatz im Inland gehen. Die Städte und Gemeinden müssen die Amtshilfe anfordern. Nach Angaben von Kramp-Karrenbauer steht ein Kontingent von 20.000 Soldaten für die Hilfe in Alten- und Pflegeheimen zur Verfügung. Heute soll die Bundeswehr-Hilfe und deren Finanzierung im Bundeskabinett beraten werden.

08:10 Uhr | Impftermine in Sachsen wieder ab März

Das DRK Sachsen rechnet damit, ab März wieder viele Termine in den Impfzentren des Freistaats vergeben zu können. Sprecher Kai Kranich sagte MDR AKTUELL, erst dann sehe es richtig gut mit der Impfstoff-Lieferung aus. Dann plane man auch, die Impfberechtigten per Brief über einen Termin zu informieren. Zurzeit liege der Schwerpunkt weiter bei den mobilen Teams, die in den Pflegeheimen impften. Kranich betonte, es werde kein Impfstoff weggeworfen. Restbestände würden zum Beispiel an Rettungsdienste, Feuerwehr oder Ärzte verimpft.

07:15 Uhr | Verordnung zu Recht auf Homeoffice tritt in Kraft

Beschäftigte in Deutschland haben von heute an ein Recht darauf, von zuhause zu arbeiten - es sei denn betriebliche Gründe sprechen dagegen. Das sieht eine Verordnung der Bundesregierung vor, die heute in Kraft tritt. Sie ist bis Mitte März befristet. Arbeitsminister Hubertus Heil erwartet, dass sich die Mehrzahl der Unternehmen an die Verpflichtung zum Homeoffice hält. Die Landesbehörden werden die neue Regel stichprobenartig kontrollieren. Firmen, die ihren Beschäftigten das Arbeiten von zuhause ohne plausiblen Grund verweigern, müssen mit Bußgeldern rechnen. Ziel der Homeoffice-Verordnung ist es, Kontakte weiter zu reduzieren, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

07:15 Uhr | Haseloff verspricht Kommunen mehr Hilfe

Sachsen-Anhalts Landesregierung will Kommunen mit besonders hohen Corona-Infektionsraten stärker unterstützen. Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte am Abend in Magdeburg, darüber habe man sich mit den Landräten verständigt. Möglich sei mehr Hilfe etwa bei Polizeieinsätzen und Ordnungsmaßnahmen. Außerdem könne man weitere Kräfte der Bundeswehr anfordern, die in den Alten- und Pflegeheimen aushelfen können. Haseloff zeigte sich zugleich besorgt über das extrem starke Infektionsgeschehen etwa im Burgenlandkreis. Dort wolle man jetzt auch gezielt nach den hochansteckenden Mutationen des Virus suchen.

06:35 Uhr | Astrazeneca weist EU-Kritik zurück

Der Pharmakonzern Astrazeneca hat den Verdacht zurückgewiesen, für die EU bestimmte Impfdosen in andere Länder zu liefern. Konzernchef Pascal Soriot sagte der Zeitung "Die Welt", Astrazeneca verkaufe das Vakzin nicht anderswo für Profit. Der Liefervertrag mit Großbritannien sei drei Monate früher abgeschlossen worden als mit der EU. Da habe es Zeit gegeben, Anfangsprobleme zu beheben.

Soriot sagte, Brüssel habe zum selben Zeitpunkt beliefert werden wollen wie die Briten. Man habe zugesagt, dass zu versuchen. Vertraglich verpflichtet sei man aber nicht. Der britisch-schwedische Konzern hatte angekündigt, der EU wegen Lieferproblemen deutlich weniger Impfstoff zur Verfügung zu stellen als geplant. Die EU-Kommission hat Konzern-Vertreter deshalb heute zu einer weiteren Krisensitzung geladen. Bisher ist der Impfstoff von Astrazeneca in der EU noch gar nicht zugelassen.

06:23 Uhr | Existenzgründungen trotz Krise

Trotz der Corona-Krise wagen in Mitteldeutschland viele Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Gründer-Betreuerin Benjamin Kuhl von der Handelshochschule Leipzig sagte MDR AKTUELL, in der Pandemie sei die Zahl der eingereichten Ideen sogar gestiegen. Die Themen reichten vom digitalen Lernen über neue Kommunikationsformen in der Medienbranche bis hin zu alternativen Geschäftsmodellen für das Hotel- und Freizeitgewerbe.

Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Reint E. Gropp, zeigte sich von dem Trend nicht überrascht. Historisch betrachtet stelle man immer wieder fest, dass sich in Notlagen mehr Menschen selbstständig machten.

06:15 Uhr | Kritik an Kretschmers Gesprächsangebot für Corona-Gegner

Ein Gesprächsangebot von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer an Corona-Gegner sorgt für Kritik. Kretschmer hat die rund 30 Demonstranten, die sich vor zweieinhalb Wochen vor seinem Wohnhaus versammelt hatten, für Freitag zu einer Online-Diskussion eingeladen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Albrecht Pallas nannte das bei MDR AKTUELL einen Fehler. Es handle sich um eine Gruppe von Menschen, die gezielt Grenzen überschritten, um andere einzuschüchtern. Wer sich mit ihnen treffe, bestätige sie in dieser Handlungsweise. Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar sprach von einem schwierigen Signal Kretschmers. Wer laut sei und vor seinem Privatgrundstück demonstriere, bekomme ein Gesprächsangebot. Andere Gruppen dagegen nicht.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 27. Januar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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