Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Bayern will russischen Impfstoff bestellen

Der bayerische Regierungschef Söder will sich 2,5 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V sichern. Derweil empfiehlt die Europäische Arzneimittelbehörde, Astrazeneca weiter für alle Altersgruppen zu nutzen. Die britische Impfkommission rät dagegen, den Impfstoff nicht mehr an Personen unter 30 Jahre zu verabreichen. Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Ein Fläschchen des Corona-Impfstoffs Sputnik V
Eine Flasche des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 7. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:30 Uhr | Zeitungsbericht: Merkel will Infektionsschutzgesetz ändern

Bundeskanzlerin Merkel strebt nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes an. Ziel sei es, die Corona-Maßnahmen bundesweit zu vereinheitlichen. Demnach sollen Landkreise bei erhöhten Inzidenz- und R-Werten dazu verpflichtet werden, ihre Maßnahmen zu verschärfen. Dem Bericht zufolge planen Unions-Abgeordnete mit Unterstützung der Fraktionsspitze eine Initiative, um es der Bundesregierung zu ermöglichen, Corona-Maßnahmen per Rechtsverordnung zu erlassen. Somit wäre neben den Landesregierungen auch die Bundesregierung ermächtigt, Corona-Beschränkungen zu verhängen. CDU-Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen sagte der Zeitung, es gehe nicht darum, die Länder zu schwächen. Es gehe darum, dass der Bund überhaupt handeln könne.

21:04 Uhr | Bayern will Sputnik V-Impfstoff kaufen

Bayern will sich den russischen Impfstoff Sputnik V noch vor der Zulassung in der EU sichern. Ministerpräsident Markus Söder kündigte an, dass in München am Mittwoch ein entsprechender Vorvertrag geschlossen werden solle. Im Juli könnten dann voraussichtlich 2,5 Millionen Impfdosen nach Bayern geliefert werden, sollte der Impfstoff in der EU zugelassen werden. Im Laufe des Jahres solle das Vakzin dann auch in einem Werk im bayerischen Illertissen produziert werden. Die Linke kritisierte Söders Vorstoß. "In einer Krise braucht es zuerst Solidarität und nicht grenzenlosen Egoismus für die eigene Karriere", sagte Bundesfraktionschef Dietmar Bartsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es dürfe keinen Wettlauf zwischen den Bundesländern geben. Die Ministerpräsidenten aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt hatten sich im März für eine rasche Einführung des Impfstoffs ausgesprochen. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) prüft seit Anfang März eine Zulassung von Sputnik V in Europa.

20:08 Uhr | Betreuungszeit auf Intensivstationen steigt deutlich an

Die Zahl der Patienten in Thüringer Kliniken steigt derzeit. Behandelt werden im Durchschnitt jüngere Personen als in der zweiten Welle. Dadurch sinkt die Sterberate. Viele jüngere Patientinnen und Patienten liegen oft wochenlang auf den Intensivstationen. Mehr dazu können Sie im Newsletter lesen:

19:56 Uhr | WHO will weitere Studien zu Astrazeneca abwarten

Nach der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorerst für die weitere Verwendung des Astrazeneca-Impfstoffs ausgesprochen. Nach aktueller Datengrundlage scheine ein Zusammenhang mit Thrombosen zwar plausibel, aber nicht bestätigt, teilten die Experten des Impfkomitees der WHO mit. Es bedürfe weiterer Studien, um eine mögliche Verbindung zwischen Impfung und etwaigem Risiko zu untersuchen. Darüber hinaus wies die WHO darauf hin, dass die Vorfälle angesichts von inzwischen weltweit 200 Millionen mit Astrazeneca geimpften Menschen sehr selten seien. Weltweite Zahlen für die Thrombose-Vorfälle nach einer Astrazeneca-Impfung nannte die WHO nicht.

19:26 Uhr | Keine Testpflicht für Besuch von Physiotherapie

In Sachsen müssen Patienten bei der Physiotherapie nun doch keinen tagesaktuellen Schnelltest vorlegen. Das hat der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten auf seiner Website bekannt gegeben. Man sei am Mittwoch von der Staatskanzlei in Dresden informiert worden, dass es sich bei Testpflicht für die Branche um "ein Redaktionsversehen" handele. Die Testpflicht werde wieder aufgehoben. Dafür werde es in Kürze eine "Mini"-Änderung der Corona-Schutzverordnung geben, habe die Staatskanzlei mitgeteilt.

18:39 Uhr | Halles Stadtrat suspendiert Oberbürgermeister

Der Stadrat von Halle hat Oberbürgermeister Bernd Wiegand wegen der Impfaffäre vom Dienst suspendiert. Das teilte die Vorsitzende des Stadtrates von Halle, Katja Müller, am Mittwoch nach einer Sondersitzung mit. 34 von 48 anwesenden Stadträten stimmten für die Absetzung, es gab 13 Gegenstimmen und eine Enthaltung. Grund für die Suspendierung ist Wiegands vorzeitige Impfung gegen das Corona-Virus. Nach der von Bund und Land festgelegten Prioritätenliste wäre Wiegand im Januar noch nicht an der Reihe gewesen. Das Stadtoberhaupt hatte seine Impfung erst Wochen später öffentlich gemacht und sich bei der Schilderung der Umstände in Widersprüche verstrickt. Der 64-Jährige war am Mittwoch nicht zur Sondersitzung gekommen.

18:28 Uhr | Großbritannien: Bedenken gegen Astrazeneca-Impfstoff

Die britische Impfkommission JCVI hat Bedenken gegen den Astrazeneca-Impfstoff angemeldet. Sie empfahl am Mittwoch, das Präparat in Großbritannien möglichst nur noch Personen über 30 Jahre zu verabreichen. Grund sind Berichte über seltene Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Vakzin. In Großbritannien sind nach Angaben der Arzneimittelbehörde MHRA bislang 79 Fälle von seltenen Blutgerinnseln nach Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff aufgetreten. Dabei kam es zu 19 Todesfällen. Die meisten dieser Fälle betrafen junge Menschen.

17:47 Uhr | Weitere Impfaffäre in Halle

Die CDU in Sachsen-Anhalt prüft Konsequenzen gegen den CDU-Stadtrat von Halle, Andreas Schachtschneider. Er soll ebenfalls vorzeitig geimpft worden sein, obwohl ihm die Impfung laut Priorisierung noch nicht zugestanden hätte. Das haben Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergeben. Der CDU-Parteichef von Sachsen-Anhalt Sven Schulze sprach von einer "schweren menschlichen Enttäuschung". Die CDU-Kreisspitze in Halle kündigte an, in einer Sondersitzung am Mittwochabend über mögliche Konsequenzen beraten zu wollen. Ein Ergebnis wurde bis zum späten Abend nicht mitgeteilt.

17:28 Uhr | Testpflicht für Schüler im Burgenlandkreis

Im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt müssen Schülerinnen und Schüler schon ab Donnerstag einen Corona-Selbsttest machen, um am Präsenz-Unterricht teilnehmen zu dürfen. Das kündigte Landrat Götz Ulrich an. Der Landkreis führe die Regelung damit etwas früher ein als das Land Sachsen-Anhalt. Dort soll das erst ab kommenden Montag gelten. Ulrich sagte, seit der Wiedereröffnung der Schulen habe sich die Corona-Lage verschlechtert. Deshalb greife man jetzt zum Mittel der Testpflicht. Im Landkreis wurde am Morgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 227 gemeldet.

16:03 Uhr | EMA empfiehlt Astrazeneca ohne Einschränkungen

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca und sehr selten auftretenden Thrombosen bei Geimpften. Das teilte die EMA am Mittwoch mit. Die Blutgerinnsel sollten als seltene Nebenwirkung von Astrazeneca-Impfstoff gelistet werden. Zugleich empfahl sie die uneingeschränkte Anwendung des Corona-Impfstoffes. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, begründete die Behörde. In Deutschland hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wegen der Thrombosefälle Ende März, die vor allem bei jungen Frauen auftraten, beschlossen, das Präparat in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre zu verabreichen.

15:21 Uhr | Update: Bund-Länder-Beratung erst nächste Woche

Das für kommenden Montag vereinbarte Treffen zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel wird höchstwahrscheinlich nicht vorgezogen. Eine Regierungssprecherin sagte, es gebe keine Mehrheit für eine Verlegung des Termins. Das Treffen müsse gut vorbereitet sein. CDU-Chef und NRW-Regierungschef Armin Laschet hatte am Montag darauf gedrängt, das Treffen schon in dieser Woche abzuhalten und über einen harten Lockdown bis Monatsende zu beraten. Führende Unionspolitiker wie Markus Söder oder Jens Spahn drängen derweil auf bundesweit einheitliche Regeln.

15:12 Uhr | Autobranche sieht sich bei Schnelltests auf guten Weg

Der Branchenverband der Automobilindustrie VDA sieht sich bei den angebotenen Schnelltests auf einen guten Weg. In 75 Prozent der Firmen würden bereits Schnell- und Selbsttests angeboten, weitere 22 Prozent planten dies zeitnah umzusetzen, teilte der Verband am Mittwoch mit. Die Zahlen würden zeigen, dass man keine staatlichen Auflagen benötige. Viele Unternehmen beklagten aber Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Tests.

Die Bundesregierung hat der Wirtschaft mit Auflagen gedroht, wenn nicht mindestens 90 Prozent der Unternehmen regelmäßige Testmöglichkeiten schaffen. Bis Montag, wenn Bund und Länder über den weiteren Kurs in der Corona-Krise beraten, soll eine Bewertung dazu vorliegen.

14:29 Uhr | Gesundheitsinstitut IGES rät zu regionaler Pandemie-Bekämpfung

Das private Gesundheitsforschungsinstitut IGES rät, im Grenzgebiet zu Tschechien die Bekämpfung der Corona-Pandemie zu intensivieren. Institutsleiter Bertram Häussler sagte MDR AKTUELL, wie schon in den ersten Wellen seien Sachsen und Bayern ständig betroffen. Von dort breiteten sich die Infektionen nach Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg aus. Man müsse die Pandemie also in den Anrainer-Ländern zu Tschechien in den Griff bekommen, um bundesweit die Infektionszahlen zu senken. Solche regionalen Maßnahmen seien wirksamer als ein bundesweiter Lockdown.

13:53 Uhr | Uni Erfurt richtet Sorgentelefon ein

Die Universität Erfurt richtet ein Sorgentelefon für Studierende ein. Das werde zum Sommersemester starten, hieß es am Mittwoch. Die Idee sei im vergangenen Oktober in einem Workshop des Universitären Gesundheitsmanagements entstanden. In Zeiten von Corona und Distanzlernen sei das Studium für viele nicht leicht, so eine Uni-Sprecherin. Hinzu kämen Geldnot, Lerndruck und psychischer Stress. Als Kooperationspartner für das Sorgentelefon hat die Uni die AOK Plus gewonnen, die den Aufbau des Projekts finanziell unterstützt.

Ab dem Sommersemester können sich Studierende unter der Telefonnummer 0361/30252964 bei Problemen und psychischer Belastung rund um das Studium beraten und weitere Hilfsangebote vermitteln lassen. Alles geschieht anonym.

13:22 Uhr | Chilenische Studie: Erste Impfdosis schützt noch nicht

Die erste Impfdosis allein schützt nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Das ergab eine Studie der Universität von Chile. Bei der ersten Dosis habe die Wirksamkeit in den 28 Tagen bis zur zweiten Dosis bei nur drei Prozent gelegen, zwei Wochen nach der zweiten Impfung dagegen bei 56,5 Prozent.

Für ihre Untersuchung kombinierten die Forscher die Wirksamkeit des chinesischen Impfstoffes Coronavac und des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Coronavac kommt in Chile, das eine der am weitesten fortgeschrittenen Impfkampagnen weltweit hat, in 93 Prozent der verabreichten Dosen zum Einsatz. Seine Wirksamkeit lag demnach zwei Wochen nach der zweiten Impfung bei 54 Prozent; die Wirksamkeit von Pfizer-Biontech wird in einer israelischen Studie mit 94 Prozent angegeben.

Den Forschern zufolge lag die Wirksamkeit der ersten Coronavac-Dosis nach zwei Wochen bei 27,7 Prozent und nahm in den Tagen bis zu zweiten Dosis weiter rapide ab. Die Studie zeige, dass die erste Dosis "nach vier Wochen keinen relevanten Effekt mehr hat", sagte der Rektor der Universität von Chile, Ennio Vivaldi, auf einer virtuellen Pressekonferenz. Deren Empfänger seien im Grunde genauso anfällig für eine Infektion wie Nicht-Geimpfte.

12:43 Uhr | Bund-Länder-Beratungen werden wohl nicht vorgezogen

Die Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Politik werden voraussichtlich nicht auf diese Woche vorgezogen. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte, dafür gebe es erkennbar keine Mehrheit. Das Treffen müsse gut vorbereitet sein. CDU-Chef Armin Laschet hatte am Ostermontag einen sogenannten Brücken-Lockdown gefordert – einen harten Lockdown von zwei bis drei Wochen noch im April. Außerdem sprach er sich dafür aus, die für kommenden Montag geplanten Beratungen vorzuziehen. Demmer verwies darauf, dass auch die Bundesregierung über die wachsende Zahl der belegten Intensivbetten besorgt sei. Diese steige derzeit deutlich und viel zu schnell. Die Forderung nach einem kurzen harten Lockdown sei deshalb grundsätzlich richtig. Die Vielfalt der beschlossenen Regeln trage derzeit nicht zur Sicherheit und Akzeptanz bei.

11:55 Uhr | Corona-Soforthilfe nicht pfändbar

Die Corona-Soforthilfe für Selbstständige und Kleinstunternehmen ist nicht pfändbar. Das entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (Az. VII ZB 24/20). Die Corona-Hilfe sei zweckgebunden und diene der Existenzsicherung. Das Ziel würde nicht erreicht, wenn der Gläubiger das Geld bekäme. In dem vorliegenden Fall hatte eine Bank in Nordrhein-Westfalen einer Schuldnerin die Auszahlung der Corona-Hilfe verweigert, weil noch Pfändungen bestanden.

11:38 Uhr | Sachsen-Anhalt fördert von der Pandemie betroffene Künstler

Freischaffende Künstlerinnen und Künstler aus Sachsen-Anhalt können ab sofort wieder Förderungen für ihre Projekte beantragen. Wie das Kulturministerium in Magdeburg heute mitteilte, stehen insgesamt 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Demnach richtet sich das Stipendienprogramm "Kultur ans Netz" an Kulturschaffende, die wegen der Corona-Pandemie ihren künstlerischen Tätigkeiten nicht nachgehen konnten. Gefördert werden hauptberufliche Kulturschaffende mit Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt in den Sparten Musik, Bildende Kunst, Medienkunst, Darstellende Kunst, Literatur und intermediale Kunstformen. Zuschüsse von 1.500 Euro monatlich für eine Dauer von bis zu drei Monaten können bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt beantragt werden. Die Frist endet am 5. Juni 2021.

11:19 Uhr | Olympischer Fackellauf abgesagt

Wegen gestiegener Infektionen und neuer Coronavirus-Mutationen sagt die japanische Region Osaka den traditionellen olympischen Fackellauf ab. Der Gouverneur von Osaka, Hirofumi Yoshimura, begründete die Entscheidung mit der Angst vor der hochansteckenden Virus-Mutation. Die Gesundheitsbehörden befürchten, dass die Mutante 107 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio eine vierte Infektionswelle auslöst. Deswegen werde auf den von Zuschauern gesäumten Lauf durch die Straßen verzichtet.

11:07 Uhr | Ein Drittel der Senioren in Sachsen lebt allein

Gut ein Drittel der Seniorinnen und Senioren in Sachsen lebt in einem Einpersonen-Haushalt. Nach Angaben des Statistischen Landesamts lag der Anteil der allein lebenden Menschen ab 65 nach jüngsten Zahlen von 2019 bei 34 Prozent. In Corona-Zeiten seien sie besonders von Einsamkeit betroffen, erklärten die Statistiker. Nur vier Prozent der sächsischen Senioren lebten in Alten- und Pflegeheimen oder ähnlichen Einrichtungen.

10:08 Uhr | Corona-Zahlen in Indien steigen rasant

Indien hat einen neuen Höchstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. Innerhalb eines Tages seien 115.736 neue Infektionen erfasst worden, teilte das Gesundheitsministerium heute mit. Zudem seien 630 neue Todesfälle hinzugekommen. Es wird befürchtet, dass diese Zahlen in den nächsten Tagen und Wochen deutlich steigen. Gesundheitsminister Harsh Vardhan warnte auf Twitter, dass die Pandemie nicht vorüber sei. Er bat die Menschen, sich impfen zu lassen und sich an Corona-Regeln zu halten. Zuletzt hatten viele Inder große hinduistische Feste gefeiert und Regionalwahlveranstaltungen besucht – die meisten ohne Abstand und ohne Maske. In absoluten Zahlen ist Indien das am drittmeisten von Corona betroffene Land – nach Brasilien und den USA.

09:30 Uhr | Corona sorgt für größtes Staatsdefizit seit der Wiedervereinigung

Die öffentlichen Haushalte haben im vergangenen Jahr ein so großes Defizit aufgewiesen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts summierte sich der Fehlbetrag von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung auf knapp 190 Milliarden Euro. Es ist damit das erste Defizit seit 2013.

Die Ausgaben sind den Statistikern zufolge um gut zwölf Prozent gestiegen. Grund seien hauptsächlich die Kosten infolge der Corona-Pandemie. Unter anderem hätten Bund und Länder knapp 18 Milliarden Euro Corona-Hilfen an Unternehmen und Soloselbständige weitergeleitet. Rund 13 Milliarden seien in den Gesundheitsfonds geflossen. Gleichzeitig hätten sich die Einnahmen um 3,5 Prozent verringert.

08:50 Uhr | Campingplätze und Ferienwohnungen im Sommer 2020 gut belegt

Anbieter von Campingplätzen und Ferienwohnungen in Deutschland konnten im Sommerhalbjahr 2020 mehr Gäste begrüßen als im gleichen Vorjahreszeitraum. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Obwohl vor allem die Gäste aus dem Ausland wegen der Pandemie nicht anreisen konnten, zählten die Campingplätze im Sommer 6,1 Prozent mehr Übernachtungen. Auf das ganze Jahr gesehen sei aber ein Minus von 5 Prozent im Vergleich zu 2019 verzeichnet worden, erklärten die Statistiker. Auch Ferienwohnungen seien verstärkt von Menschen aus Deutschland genutzt worden. Im Sommer seien daher knapp ein Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet worden. Aufs ganze Jahr gerechnet habe es jedoch 13,7 Prozent weniger Übernachtungen in Ferienwohnungen gegeben als im Jahr 2019.

08:25 Uhr | Anteil der Kurzarbeiter sinkt leicht

In Deutschland ist die Zahl der Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter nach Erkenntnissen des Ifo-Instituts gesunken. Im März seien 2,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit gewesen, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut am Mittwoch in München mit. Im Februar habe die Zahl der Menschen in Kurzarbeit bei 2,9 Millionen gelegen. Der Rückgang habe in fast allen Wirtschaftszweigen stattgefunden, insbesondere in der Industrie, sagte der Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link. Darüber hinaus hätten leichte Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch im Handel und im Gastgewerbe zu einem Rückgang der Kurzarbeit geführt. Allerdings sei der Anteil der Kurzarbeiter im Gastgewerbe mit 50,8 Prozent weiter sehr hoch. In der Industrie gibt es einen vergleichsweise geringen Anteil.

07:30 Uhr | Studie: Corona verursacht neurologische oder psychische Probleme

Corona-Patienten haben häufiger neurologische oder psychische Probleme als Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen. Eine britische Studie fand ein um 44 Prozent höheres Risiko für Angsterkrankungen oder Stimmungsschwankungen als nach einer Grippe. Die genauen Gründe dafür seien noch unklar. Insgesamt litt etwa ein Drittel der erfassten Patienten innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Covid-19-Diagnose an einer neurologischen oder psychischen Erkrankung, teilte Mitautor Max Taquet von der Universität Oxford mit.

Die britischen Forscher analysierten digitale Daten von mehr als 236.000 Patienten, die überwiegend in den USA behandelt wurden. Die häufigsten Diagnosen waren Angststörungen bei 17 Prozent und Stimmungsstörungen bei 14 Prozent aller analysierten Menschen. Die beteiligten Wissenschaftler wiesen auf die Notwendigkeit weiterer Forschungen hin, um die genauen Ursachen herauszufinden und Folgeschäden zu verhindern oder zu behandeln.

07:05 Uhr | CDU-Wirtschaftsrat distanziert sich von Laschet

Der Wirtschaftsrat der CDU distanziert sich von der Forderung des Parteivorsitzenden Armin Laschet nach einem sogenannten "Brücken-Lockdown". Der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, nannte die Forderung nach immer neuen Verlängerungen oder Verschärfungen des Lockdowns fantasielos: "Unternehmen und Bürger erwarten von der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten nach mehr als einem Jahr Pandemie eine ausgefeiltere Strategie", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Die aktuellen Grundrechtseinschränkungen seien bereits eine schwere Belastung für Wirtschaft und Bürger. Jetzt käme es darauf an, die Impfungen voranzutreiben.

07:00 Uhr | Lambrecht befürwortet Freiheiten für Geimpfte

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat sich hinter den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gestellt, gegen das Coronavirus geimpften Menschen mehr Freiheiten einzuräumen. Als Voraussetzung nannte sie in der "Bild"-Zeitung, dass von Geimpften kein Infektionsrisiko mehr ausgeht. Wenn das wissenschaftlich belegt sei, entfalle eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte. Auch die Junge Union Sachsen sprach sich dafür aus. Landeschef Florian Oest sagte MDR AKTUELL, Geimpften solle etwa der Restaurantbesuch ermöglicht werden. Der Juso-Vorsitzende in Thüringen, Oleg Shevchenko, findet, erst wenn alle ein Impfangebot hätten, könne es eine Debatte über Privilegien geben.

Spahn hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, Geimpften nach dem Ende der dritten Infektionswelle wieder mehr Freiheiten einzuräumen.

06:50 Uhr | USA: Impfangebot für alle Erwachsenen ab 19. April

In den USA sollen alle Erwachsenen ab 19. April einen Corona-Impftermin vereinbaren können. Präsident Joe Biden sagte, es solle keine verwirrenden Regeln und Einschränkungen mehr geben. Zuvor hatte die Sprecherin des Weißen Hauses erklärt, mit der Aufhebung der Staffelung sei die Hoffnung verbunden, dass mehr Menschen schneller geimpft würden. Die US-Regierung rechne weiterhin damit, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen vorrätig zu haben. Bisher wurden in des USA mehr als 167 Millionen Corona-Impfdosen gespritzt.

06:45 Uhr | Thüringer Intensivstationen so voll wie an Weihnachten

Auf den Intensivstationen der Thüringer Krankenhäuser ist die Corona-Lage ähnlich angespannt wie zu Weihnachten. Wie Chefarzt Michael Bauer von der Klinik für Intensivmedizin am Uniklinikum Jena sagte, gibt es landesweit zurzeit 205 schwerkranke Covid-19-Patienten. 126 von ihnen würden beatmet. Die Patienten seien inzwischen deutlich jünger, die Sterberate gehe zurück. Der Altersdurchschnitt bei den Intensivpatienten sei von über 80 auf jetzt 61 Jahre gesunken. Als Grund dafür vermutet Bauer, dass viele Ältere mittlerweile geimpft seien. Die Sterberate lag zu Beginn der Pandemie bei rund 50 Prozent. Bauer geht momentan von 25 bis 30 Prozent aus.

06:30 Uhr | Stadtrat Halle tagt zu Impfaffäre

Der Stadtrat von Halle kommt am Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammen. Dabei geht es im Kern um eine zeitweise Suspendierung des parteilosen Oberbürgermeisters Bernd Wiegand. Grund ist seine vorzeitige Impfung gegen das Coronavirus. Der Stadtrat ist der Dienstherr des Oberbürgermeisters. Eine Mehrheit der Fraktionen hatte sich im Vorfeld der ursprünglich für den 15. März anberaumten Stadtratssitzung dafür ausgesprochen, Wiegand die Ausübung seiner Dienstgeschäfte zeitweise zu untersagen. Er habe wegen seiner Impfung die Öffentlichkeit und den Stadtrat belogen, hieß es zur Begründung.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 7. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Lauf des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. April 2021 | 18:30 Uhr

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