Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Delta-Variante dominiert in Deutschland

Die Delta-Variante ist in Deutschland zur vorherrschenden Mutante geworden. Bei allen Spielen der Fußball-EM waren Zuschauer zugelassen. Jetzt hat die europäische Gesundheitsbehörde ECDC einen erheblichen Anstieg der Corona-Infektionen festgestellt und führt das auf die EM-Spiele zurück. Minister Spahn wirbt derweil in Deutschland für eine höhere Impfquote. Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Symbolbild, Coronavirus mit 3D-Rendering nachgestellt
Das Coronavirus nachgestellt in 3D Bildrechte: imago images/imagebroker

Unser Ticker am Mittwoch, 7. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

19:53 Uhr | Delta dominiert in Deutschland

Die besonders ansteckende Delta-Variante ist seit Ende Juni nach Angaben des Robert Koch-Instituts die dominierende Coronavirus-Variante in Deutschland. Ihr Anteil liege bei 59 Prozent, heißt es in einem Bericht des RKI zu den Virusvarianten hierzulande. Delta habe die Variante Alpha (Großbritannien) verdrängt, die sich zuvor in Europa stark ausgebreitet habe. Der Anteil von Alpha betrage nur noch 33 Prozent. Die rasche Ausbreitung der Delta-Variante deute darauf hin, dass sie tatsächlich ansteckender sei. Dies sei zuvor schon in Studien in Großbritannien festgestellt worden. Die Delta-Variante war zuerst in Indien nachgewiesen worden.

19:08 Uhr | Über 32.000 Corona-Neuinfektionen in Großbritannien

In Großbritannien sind an einem Tag mehr als 32.500 neue Corona-Fälle verzeichnet worden - das ist der höchste Tageswert seit Januar. Den Daten zufolge stieg auch die Zahl der Todesfälle und der Krankenhaus-Einweisungen deutlich an. Als Grund wurde die Ausbreitung der Delta-Variante genannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 256. Der britische Premierminister Boris Johnson will dennoch am 19. Juli alle Corona-Regeln aufheben.

18:03 Uhr | R-Wert wieder über 1

Der R-Wert zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland hat erstmals seit April wieder die Schwelle von 1 überschritten. Das Robert Koch-Institut gibt den R-Wert aktuell mit 1,01 an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor ein bis zwei Wochen ab. Liegt er längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

17:45 Uhr | Kultur-Modellprojekt ohne Ansteckungen

Bei einem Modellprojekt zur Öffnung von Kultureinrichtungen in Leipzig hat es keine Corona-Ansteckungen gegeben.

Menschen stehen vor einem Club in einer Schlange.
Teilnehmer des Projektes vor der Leipziger Distillery Bildrechte: IMAGO / Christian Grube

Wie die Organisatoren mitteilten, hatten von Ende Mai bis Ende Juni mehr als 1.000 Menschen 17 Veranstaltungen besucht. Dabei habe es auch Clubpartys ohne Maske und Abstand gegeben.

Alle Besucher waren vorab und eine Woche nach dem Termin getestet worden. Projektkoordinator Tobias Loy erklärte, man habe Erkenntnisse gewonnen, wie Kulturveranstaltungen einfach und sicher durchgeführt werden könnten. Jetzt müsse die Politik die Konzepte auch im Normalbetrieb gestatten. Forscher sprachen sich dafür aus, das Projekt im Herbst zu wiederholen, wenn die Inzidenz höher ist.

17:04 Uhr | Astrazeneca-Impfstoff soll gespendet werden

Packung mit AstraZeneca-Impfstoff-Fläschchen
Impfstoff von Astrazeneca wird gespendet Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung will im Laufe des nächsten Monats alle weiteren Lieferungen mit dem Impfstoff Astrazeneca an Drittländer abgeben. Das hat das Bundeskabinett nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums beschlossen.

Zum Auftakt sollen mindestens 500.000 Dosen der Initiative Covax für die globale Verteilung von Covid-19-Impfstoffen zur Verfügung gestellt werden. Bis Ende des Jahres sollen dann mindestens 30 Millionen Impfdosen der Hersteller Astrazeneca sowie Johnson & Johnson unentgeltlich an Drittstaaten abgegeben werden, vor allem an Entwicklungsländer.

15:20 Uhr | Deutlich mehr Infektionen als angenommen

Die Dunkelziffer unwissentlich mit dem Coronavirus Infizierter ist offenbar deutlich höher als bislang vermutet. Das belegt eine jetzt vorgestellte Gesundheitsstudie der Universitätsmedizin Mainz. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass 42 Prozent der Betroffenen nichts von ihrer Infektion wussten. Hochrechnungen der Forscher zufolge waren damit bereits rund 6,3 Prozent der Bevölkerung im Verlauf der Pandemie mit dem Sars-Cov-2-Virus infiziert, deutlich mehr als bislang vom Robert Koch-Institut vermutet.

Für die "Gutenberg COVID-19 Studie" waren über mehrere Monate die Gesundheitsdaten von rund 10.000 repräsentativ ausgewählten Personen im Alter zwischen 25 und 88 Jahren erhoben worden.

13:31 Uhr | Anstieg der Infektionen durch Fußball-EM

Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat einen erheblichen Anstieg der Corona-Infektionen im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft festgestellt. Bis zum Ende der dritten Turnierwoche habe es mehr als 2.500 Fälle in sieben Ländern gegeben. Die zuständige Direktorin Vicky Lefevre sagte, die Entwicklung käme nicht unerwartet. Großveranstaltungen mit Menschenmassen seien weiter mit Risiken behaftet. Am stärksten betroffen ist demnach Schottland mit knapp 2.000 Fällen. In Finnland wurden mehr als 400 Ansteckungen registriert, vor allem nach dem Spiel der finnischen Mannschaft in der russischen Stadt St. Petersburg. Bei den Halbfinal-Spielen in London sind bis zu 60.000 Zuschauer zugelassen.

12:34 Uhr | Thüringen will Notfalllager dauerhaft behalten

Thüringen will sein Lager für Pandemie-Schutzmaterial dauerhaft beibehalten. Gesundheitsministerin Heike Werner sagte in Erfurt, man wolle auch künftig im Bedarfsfall schnell reagieren können. Es sei eine der wesentlichen Lehren der Pandemie, dass es einen gewissen Vorrat an Schutzausrüstung geben müsse, sagte die Linken-Politikerin. Das Lager war vor einem Jahr in Betrieb gegangen, nachdem es zu Beginn der Corona-Krise Probleme mit der Schutzausrüstung gegeben hatte.

10:31 Uhr | In Corona-Pandemie deutlicher Rückgang von Verkehrsunfällen

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Deutschland ist durch die geringere Mobilität in der Corona-Pandemie im vorigen Jahr deutlich gesunken. Das gab das Statistische Bundesamt bekannt. So habe es 2020 rund 2,2 Millionen Unfälle gegeben. Das seien 16,4 Prozent weniger als noch 2019 gewesen. Die Zahl der Verkehrstoten ist den Statistikern zufolge auf den historisch niedrigsten Stand gesunken – seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren. So wurden im vorigen Jahr 2.719 Verkehrstote gezählt, mehr als zehn Prozent weniger als noch 2019. Aufs Jahr gesehen bedeutet dies aber weiterhin, dass durchschnittlich jeden Tag sieben Menschen im Straßenverkehr in Deutschland sterben und knapp 900 verletzt werden.

09:57 Uhr | Bundesverfassungsgericht stellt Verfahren ein - AfD zieht Klage zurück

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf der Wiese vor dem Deutschen Bundestag Berlin.
Das Reichstagsgebäude am Platz der Republik in Berlin  Bildrechte: imago images/Christian Spicker

Das Bundesverfassungsgericht hat ein Verfahren zur Maskenpflicht im Bundestag eingestellt. Das Gericht in Karlsruhe teilte mit, die AfD habe zuvor ihre Klage zurückgenommen. Damit gebe es keine Grundlage mehr für ein Verfahren, so das Gericht (Az. 2 BvE 10/20).

19 AfD-Bundestagsabgeordnete hatten im Herbst parallel am Bundesverfassungsgericht und beim Berliner Verwaltungsgericht Klage eingereicht, nachdem Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble verfügt hatte, dass in allen Gebäuden des Bundestages ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen sei. Aus Sicht der AfD-Politiker war Schäuble dazu nicht befugt gewesen. Das Berliner Verwaltungsgericht bestätigte dagegen schon wenig später die Maskenpflicht in einer Eilentscheidung.

09:20 Uhr | Indonesien weitet Lockdown landesweit aus

Indonesien hat am Mittwoch einen landesweiten Lockdown verhängt. Er gilt zunächst bis zum 20. Juli. Bereits am Wochenende waren strikte Corona-Schutzmaßnahmen für die Hauptstadt Jakarta, die Hauptinsel Java und die Urlaubsinsel Bali beschlossen worden. Schulen, Moscheen, Restaurants und Einkaufszentren müssen geschlossen bleiben. Der Unterricht für Schüler findet vorerst nur noch online statt. Die Zahl der Corona-Toten in Indonesien hatte sich zuletzt in weniger als einem Monat versiebenfacht. Am Dienstag wurden mit rund 31.200 Ansteckungen und 728 Todesfällen binnen 24 Stunden neue Höchstwerte verzeichnet.

08:50 Uhr | Recherche: Viele teure Intensivbetten stehen im Lager

In vermutlich keinem Land der Welt gab es schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie so viele Intensivbetten wie in Deutschland. Nach einer Statistik der OECD waren es im Schnitt der Industrieländer pro 100.000 Einwohner zwölf Intensivbetten, in Deutschland dagegen aber 34 Klinikbetten für Schwerstkranke. Dennoch hat das deutsche Gesundheitsministerium im März 2020 angesichts der Corona-Pandemie die Krankenhäuser aufgefordert, diese hohe Zahl noch zu steigern. 686 Millionen Euro wurden dafür im vergangenen Jahr an die Kliniken überwiesen. Doch viele Betten stehen nach Recherchen von WDR, NDR und SZ im Lager. Mehr dazu können Sie hier lesen:

08:33 Uhr | Spahn wirbt für Impfangebote auf Markt- und Sportplätzen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Hoffnungen auf eine rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen gedämpft. Der CDU-Politiker sagte im ARD-Morgenmagazin, alles hänge von der Impfquote ab, um im Herbst und Winter weniger Einschränkungen zu haben. Bei den Älteren gebe es eine hohe Bereitschaft, so dass bei den über 60-Jährigen eine Impfquote von 90 Prozent bald erreicht werde. Bei den Zwölf- bis 59-Jährigen müsse dagegen noch geworben werden. Ihnen müssten niedrigschwellige Impfangebote gemacht werden, etwa auf dem Marktplatz, dem Sportplatz oder neben Moscheen und Kirchen, sagte Spahn. Wenn nicht genügend Menschen geimpft seien, werde es vor allem im Herbst und Winter wieder sehr viele Neuinfektionen geben, sagte Spahn. Auch deshalb werde die Maskenpflicht in Innenräumen dann weiter gebraucht.

Das Robert Koch-Institut empfahl am Montag eine höhere Impfquote. In einem Bericht des Instituts heißt es, wegen der Delta-Variante des Coronavirus müssten mindestens 85 Prozent der Zwölf- bis 59-Jährigen geimpft sein, um im Herbst und Winter einen starken Anstieg der Covid-19-bedingten Intensivbettenbelegung zu verhindern.

07:24 Uhr | Lockdown im australischen Sydney verlängert

Die australischen Behörden haben den Lockdown in Sydney um eine weitere Woche verlängert. Grund sind neue Ansteckungsfälle mit der Delta-Variante des Coronavirus. In der gut 4,9 Millionen Einwohner zählenden Stadt waren zuvor 27 neue Infektionen festgestellt worden. Bereits seit zwei Wochen dürfen die Bewohner der Stadt ihr Haus nur aus triftigem Grund verlassen. Australien verfolgt anders als die europäischen Länder eine Null-Inzidenz-Strategie, also keine Ansteckungen zuzulassen. Dafür machte die Regierung die Grenzen weitgehend dicht und verhängt bereits bei wenigen Ansteckungen lokal begrenzte aber dafür umso strengere Lockdowns.

Blick auf die Oper von Sydney.
Blick auf die Oper von Sydney Bildrechte: colourbox.com

06:53 Uhr | Sachsen: Freie Impfstoffwahl in Impfzentren möglich

In fast allen sächsischen Impfzentren ist von Mittwoch an die freie Wahl des Impfstoffs möglich. Die Regelung tritt um 14 Uhr in Kraft. Ausgenommen sind die Impfzentren in Leipzig und Dresden, dort gilt die Regelung erst vom morgigen Donnerstag an. DRK-Landessprecher Kai Kranich betonte im MDR, es sei jetzt ganz einfach, eine Impfung zu bekommen. Angebot und Nachfrage seien sinnvoll austariert. Auf diese Situation habe man lange hingearbeitet. Seit vorigem Freitag gibt es in den sächsischen Impfzentren bereits das Angebot für Kurzentschlossene, sich ohne Termin impfen zu lassen. Bislang konnte aber der Impfstoff noch nicht frei gewählt werden.

06:29 Uhr | Lambrecht für Maskenpflicht in Innenräumen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat sich gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht in Innenräumen ausgesprochen. Lambrecht sagte den Funke-Medien, auch eine Impfung biete keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Weitergabe des Coronavirus. Das zeige sich an der Ausbreitung der Delta-Variante in einigen Ländern. Es sei zudem kaum praktikabel, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder im Supermarkt zwischen Geimpften und Ungeimpften zu unterscheiden. Bundesaußenminister Heiko Maas, CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und Kassenärztechef Andreas Gassen hatten sich für die Aufhebung aller Corona-Einschränkungen stark gemacht, sobald es für alle Impfwilligen ein Impfangebot gegeben habe.

06:05 Uhr | Gelockerte Reisebeschränkungen für fünf Länder

Die besonders strengen Reisebeschränkungen für Portugal, Großbritannien und Nordirland, Russland, Indien und Nepal werden vom heutigen Mittwoch an wieder gelockert. Die fünf Länder, in denen sich besonders ansteckende Coronavirus-Varianten ausgebreitet hatten, werden vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Damit ist die Einreise nach Deutschland für alle Personengruppen wieder möglich. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantänepflicht ganz, für alle anderen wird sie verkürzt. Hintergrund ist, dass die Delta-Variante des Coronavirus auch in Deutschland schon weit verbreitet ist. Der eigentliche Zweck der drastischen Reisebeschränkungen – die Ausbreitung der Delta-Variante zu bremsen – hat sich damit überholt.

Algarve - Portugals Küste der Sehnsucht
Blick auf einen Strandabschnitt der Algarve in Portugal Bildrechte: Colourbox.de

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 7. Juli

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Juli 2021 | 13:00 Uhr

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