Coronavirus-Pandemie Ticker: Spahn wirbt für Astrazeneca-Impfstoff

Gesundheitsminister Spahn wirbt für den Impfstoff von Astrazeneca. Bereits 22 Prozent der untersuchten Proben in Deutschland weisen laut RKI die britische Virusmutation auf. Die EU hat sich 300 Millionen weitere Dosen des Moderna-Impfstoffs gesichert und auch mit Biontech/Pfizer auf zusätzliche 200 Millionen Impfdosen geeinigt. Alle weiteren aktuellen Entwicklungen auch heute hier im Ticker.

AstraZeneca-Impfstoff liegt in einer Dose.
Der Impfstoff von Astrazeneca ist weniger wirksam als etwa der von Biontech, hat aber andere Vorteile. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 17. Februar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:36 Uhr | Kostenlose Schnelltests ab März

Die britische Virusmutation ist nun auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Gesundheitsminister Jens Spahn stellt zehn Millionen weitere Impfdosen in Aussicht und kündigt kostenlose Schnelltests für alle an.

21:57 Uhr | Abwasser soll Aufschluss über Infektionsgeschehen geben

Wie kann das Abwasser Auskunft über das Coronavirus geben? Forschende aus Leipzig und Dresden erfassen dafür Abwasser von mehreren 100.000 sächsischen Haushalten. Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow erklärt im Interview, wie durch die Methode auch Corona-Hotspots erkannt werden sollen.

21:51 Uhr | Lage in sächsischen Krematorien entspannt sich wieder

Gestapelte Särge im Krematorium Meißen sorgten für Aufsehen. Die Lage in den Krematorien hat sich inzwischen wieder beruhigt. Dennoch haben Statistiker in Sachsen eine erhebliche Übersterblichkeit errechnet.

21:27 Uhr | Mehr Schnelltests für Kitas in Sachsen-Anhalt

Für die Kitas und die stationäre Jugendhilfe in Sachsen-Anhalt stehen weitere 250.000 Corona-Schnelltests zur Verfügung. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden die Tests heute an die Jugendämter der Landkreise und kreisfreien Städte ausgeliefert. Ministerin Petra Grimm-Benne erklärte, die Schnelltests sollten den Beschäftigten mehr Sicherheit geben und Infektionen vermeiden helfen. Insbesondere in der Arbeit mit sehr kleinen Kindern könne in der Regel kein Abstand gehalten werden.

Die Schnelltests sind zwar nicht ganz so zuverlässig wie die PCR-Tests. Durch das einfache und schnelle Ergebnis kann aber ein wichtiger Anteil an Infektionen frühzeitig erkannt werden, bevor es zu weiteren Ansteckungen kommt.

20:30 Uhr | Kretschmann optimistisch zu baldiger Öffnung von Einzelhandel

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann fasst eine baldige Öffnung des Einzelhandels ins Auge. Er sagte der "Stuttgarter Zeitung", Voraussetzung sei, dass das Land die Sieben-Tage-Inzidenz von 35 unterschreite - und zwar über mehrere Tage am Stück. Dann werde er weitere Öffnungsschritte veranlassen.

20:21 Uhr | Landkreis Gotha stellt Masken für ÖPNV bereit

Der Thüringer Landkreis Gotha stellt für den öffentlichen Personennahverkehr 120.000 medizinische Schutzmasken bereit. Nach Angaben einer Sprecherin gehen die Masken diese Woche an die Verkehrsbetriebe. Sie sollten an Fahrgäste verteilt werden, die keine ordnungsgemäße Mund-Nasen-Bedeckung hätten und Bus oder Bahn sonst nicht nutzen dürften.

19:59 Uhr | Mehr als 46.000 Vereinsaustritte in Mitteldeutschland

Sportvereine in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben in der Corona-Krise rund 46.500 Mitglieder verloren. Davon gehen rund 16.500 verlorene Mitglieder auf das Konto des organisierten Thüringer Sports. Das ist dem Landessportbund zufolge die vorläufige Zahl für 2020. Einer ersten Auswertung zufolge seien noch etwa 349.000 Thüringer in einem Sportverein organisiert. Das seien 4,5 Prozent weniger als noch im Februar 2020.

Der Landessportbund Sachsen berichtet von 20.000 Vereinsaustritten - insgesamt seien damit 2,9 Prozent weniger Menschen in Sportvereinen organisiert als 2019. In Sachsen-Anhalt geht der Landessportbund zum Stichtag am 1. Januar 2021 von einem Minus von fast 10.000 Menschen aus.

19:40 Uhr | USA überweisen WHO mehr als 200 Millionen Dollar

Die USA überweisen der Weltgesundheitsorganisation nach dem gestoppten Austritt mehr als 200 Millionen Dollar. Das ist die Hälfte des jährlichen US-Beitrages. Außenminister Antony Blinken sagte, sein Land werde die finanziellen Verpflichtungen als WHO-Mitglied erfüllen. Die Organisation werde alle nötige Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus erhalten. Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr den Austritt des Landes aus der WHO eingeleitet und einen Zahlungsstopp angeordnet. Trump warf der Organisation Versagen im Kampf gegen die Pandemie und eine zu große Nähe zu China vor. Sein Nachfolger Joe Biden machte die Entscheidung direkt nach seinem Amtsantritt rückgängig.

19:17 Uhr | Wiegand: Impfungen doch ohne Zufallsgenerator

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand hat eingeräumt, dass bei der vorgezogenen Impfung von Stadträten kein Zufallsgenerator eingesetzt wurde. Entgegen vorherigen Aussagen erklärte Wiegand nun, dass nur drei Personen über die Impfungen entschieden hätten. Die Mitglieder des Katastrophenschutzes und die Stadträte seien nach dem 6-Augen-Prinzip angerufen worden.

Bislang hatte Wiegand immer wieder betont, bei Impfungen von Personen außerhalb der Prioritätengruppe habe ein Zufallsgenerator über die Vergabe der Dosen entschieden. Halles Oberbürgermeister steht wegen des Umgangs mit Corona-Impfungen und der Abweichung von der Prioritätenliste in der Kritik. Er selbst wurde auch schon geimpft.

18:19 Uhr | Corona-Ausbruch in einer Eiscremefabrik in Osnabrück

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Eiscremefabrik in Osnabrück müssen rund 1.000 Menschen in Quarantäne. Ein Stadtsprecher sagte, betroffen seien Beschäftigte der Fabrik und ihre Familien. Bislang wurde bei 210 Mitarbeitern eine Infektion festgestellt. Seit vergangenem Wochenende ruht die Eisproduktion.

18:06 Uhr | Sachsen will Astrazeneca auch für Erzieher und Lehrer

Sachsens Sozialministerium setzt sich dafür ein, dass auch das Personal von Schulen und Kitas sowie des öffentlichen Gesundheitsdienstes den Corona-Impfstoff von Astrazeneca bekommen. Das Ministerium erklärte MDR SACHSEN, es könne nicht sein, dass Impfstoff vorhanden sei, aber nicht verimpft werde. Mit dem Impfstoff von Astrazeneca könnten schwere Covid-19-Erkrankungen hervorragend verhindert werden, sagte eine Sprecherin. Aufgrund der Datenlage aus Studien wird Astrazeneca in Deutschland derzeit nur für Menschen unter 65 Jahren empfohlen. Geimpft werden jedoch vor allem über 80-Jährige, die der ersten Impfpriorisierungsgruppe angehören und die Vakzine von Biontech und Moderna erhalten.

17:53 Uhr | Halle beginnt kostenlose Schnelltests

In Halle können alle Bürgerinnen und Bürger ab morgen kostenlos einen Corona-Schnelltest machen lassen. Wie die Stadt mitteilte, ist das in der Teststation Magdeburger Straße möglich - zunächst für einen Zeitraum von vier Wochen. Falle ein Ergebnis positiv aus, werde direkt vor Ort ein PCR-Test zur Überprüfung gemacht. Dafür sollte die Krankenkassen-Karte mitgeführt werden.

16:41 Uhr | Thüringen beginnt Impfungen für zweite Prioritätsgruppe

Thüringen will ab kommender Woche auch mit Erstimpfungen für Menschen aus der zweithöchsten Prioritätsgruppe beginnen. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Übergang werde fließend sein, weil Berechtigte mit der höchsten Priorität weiterhin geimpft würden. Zudem sei die Anspruchsgruppe sehr umfangreich, es werde deshalb eine interne Rangfolge erstellt.

Zur zweiten Prioritätsgruppe gehören beispielsweise enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren sowie Polizisten, Beschäftigte im Gesundheitsdienst und Bewohner bzw. Mitarbeiter in Flüchtlings- oder Obdachlosenheimen. Geimpft wird den Angaben zu Folge mit dem Impfstoff von Astrazeneca. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna würden vorerst weiterhin vorrangig in den Pflegeeinrichtungen und Impfstellen an über 80-Jährige vergeben.

16:23 Uhr | Spahn: Kein Anlass für Zweifel an Astrazeneca-Impfstoff

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist Zweifeln an dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca entgegengetreten. Der CDU-Politiker sagte, wenn ein Impfstoff zugelassen sei, dann sei er sicher und wirksam. Es sei ein Gebot der Vernunft, sich impfen zu lassen. Man müsse aufpassen, dass sich die Gesellschaft da nicht in etwas hineinrede und ein wirklich wirksames Instrument infrage stelle.

Auch der Virchowbund der niedergelassenen Ärzte mahnte eindringlich, den Impfstoff von AstraZeneca nicht schlechtzureden. Laut Spahn wurden fast 740.000 Astrazeneca-Dosen an die Bundesländer geliefert - davon seien bislang knapp 90.000 verimpft worden. In Deutschland wird das Mittel nur für unter 65-Jährige empfohlen. Grund ist, dass für ältere Menschen bisher keine ausreichenden Studiendaten zu dem Vakzin erhoben wurden.

15:29 Uhr | Großbritannien genehmigt Studie mit gezielter Corona-Infizierung

In Großbritannien sollen erstmals weltweit im Rahmen einer Studie Freiwillige absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in London werden bis zu 90 gesunde Probandinnen und Probanden zwischen 18 und 30 Jahren gesucht. Sie würden ohne vorherige Impfung in einer "sicheren und kontrollieren Umgebung" dem Virus ausgesetzt.

Ziel des Forschungsprojekts sei unter anderem, herauszufinden, wie das Immunsystem auf das Virus reagiert und wie Infizierte Viruspartikel in die Umgebung abgeben. Auch bei der Entwicklung von Impfstoffen werde die Studie eine zentrale Rolle spielen. Die Freiwilligen würden rund um die Uhr von Ärzten und Wissenschaftlern überwacht.

15:05 Uhr | Fast drei Millionen Erstimpfungen in Deutschland

Bundesweit haben seit Beginn der Impfkampagne 2.896.064 Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Nach Daten des Robert Koch-Instituts mit Stand von Dienstag haben zudem 1.525.943 Menschen auch die zweite Impfdosis bekommen. Bei den derzeit zugelassenen Impfstoffen sind für den vollen Impfschutz zwei Dosen in zeitlichem Abstand notwendig.

In Thüringen gibt es demnach vier Erstimpfungen pro 100 Einwohner. Das ist nach Mecklenburg-Vorpommern die höchste Impfquote bundesweit. In Sachsen sind es 3,3 Erstgeimpfte pro 100 Einwohner und in Sachsen-Anhalt 3,2.

14:52 Uhr | Bio-Branche wächst in der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat dem Bio-Markt in Deutschland einen deutlichen Schub gegeben. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln ist im vergangenen Jahr auf knapp 15 Milliarden Euro gestiegen. Das sei ein Plus von mehr als 20 Prozent. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sprach von einem Rekordwert. Die CDU-Politikerin äußerte sich zum Start der weltgrößten Naturkostmesse Biofach in Nürnberg, die in diesem Jahr online ausgerichtet wird. Klöckner zufolge liegt der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland aktuell bei rund zehn Prozent.

14:10 Uhr | EU kauft weitere 300 Millionen Dosen von Moderna-Impfstoff

Kartons mit dem Corona-Impfstoff des US-Biotech-Unternehmens Moderna
Bis Ende 2021 soll Moderne 310 Millionen Impfdosen an die EU liefern, weitere 150 Millionen folgen 2022. Bildrechte: dpa

Die EU hat sich 300 Millionen weitere Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna gesichert. Brüssel habe am Mittwoch einen entsprechenden zweiten Liefervertrag mit dem US-Konzern genehmigt, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Nach Angaben des Unternehmens sollen zunächst 150 Millionen dieser Dosen im dritten und vierten Quartal 2021 geliefert werden.

Moderna hatte Anfang Januar als zweiter Hersteller eine EU-Zulassung für sein Corona-Vakzin erhalten. Ursprünglich hatte die EU-Kommission 80 Millionen Dosen des Mittels bestellt und hielt eine Option auf weitere 80 Millionen. Im Rahmen dieser beiden Verträge habe sich Moderna nun verpflichtet, bis Ende 2021 insgesamt 310 Millionen Dosen an die EU zu liefern, erklärte das Unternehmen. Demnach hält Brüssel dann noch eine Option auf 150 Millionen weitere Dosen, die im nächsten Jahr geliefert werden könnten.

13:59 Uhr | EU-Kommission erwägt schnellere Zulassung von Corona-Impfstoffen

Die EU-Kommission erwägt die Einführung eines beschleunigten Zulassungsverfahrens für Corona-Impfstoffe. Denkbar sei eine "neue Kategorie der Notfallzulassung von Impfstoffen auf EU-Ebene mit geteilter Haftung unter den Mitgliedstaaten", erklärte die Brüsseler Behörde am Mittwoch.

Bislang sind Notfallzulassungen ohne das grüne Licht der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA nur auf nationaler Ebene möglich.

13:28 Uhr | Wieder deutlich mehr Neuinfektionen in Thüringen

In Thüringen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen und somit auch die 7-Tage-Inzidenz wieder gestiegen. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Im Moment hat Thüringen bundesweit den höchsten Wert mit 107 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen. Am vergangenen Wochenende war es noch ein Wert knapp unter 100.

Aber auch in den anderen mitteldeutschen Bundesländern stieg die Inzidenz leicht an: In Sachsen-Anhalt lag der Wert am Mittwochmittag bei 88, in Sachsen bei 77.

12:59 Uhr | Slowakei verschärft Grenzkontrollen

Slowakische Flagge
Bildrechte: IMAGO

Aus Furcht vor einer Ausbreitung ansteckenderer Coronavirus-Varianten hat die Slowakei ihre Grenzkontrollen verschärft. Jeder, der in die Slowakei einreise, müsse sich 14 Tage lang selbst isolieren, teilte das Gesundheitsministerium des EU-Landes mit. Einige weniger stark genutzte Grenzübergänge würden vorerst geschlossen.

Berufspendler sind von der Quarantäne-Pflicht ausgenommen. Sie müssen aber beim Grenzübertritt einen negativen PCR-Test vorlegen, der höchstens 72 Stunden alt ist. Das Auswärtige Amt in Berlin warnt wegen hoher Infektionszahlen ohnehin vor nicht notwendigen Reisen in die Slowakei.

12:20 Uhr | Regionale Corona-Lockerungen in Sachsen und Thüringen

Wegen zurückgehender Corona-Infektionszahlen werden in weiteren Teilen Sachsens Einschränkungen gelockert. So hoben die Landkreise Zwickau, Erzgebirge und Mittelsachsen die nächtliche Ausgangssperre auf. Zudem fällt die 15-Kilometer-Regel für den Einkauf oder sportliche Aktivitäten weg. Voraussetzung war, dass die 7-Tage-Inzidenz auf unter 100 gefallen ist.

Auch im Landkreis Altenburger Land wurde die 15-Kilometer-Regel aufgehoben. Zudem gibt es tagsüber keine Ausgangs-Beschränkungen mehr. Dagegen machte das Landratsamt Pirna Lockerungen vom Sonntag für den Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge wieder rückgängig.

12:07 Uhr | Grenzkontrollen: Pendler-Bescheinigung erst ab Freitag

Berufspendler aus Tschechien und Tirol dürfen noch bis morgen Nacht ohne eine spezielle Bescheinigung ihres Arbeitgebers in Sachsen und Bayern die deutsche Grenze passieren. Das Bundesinnenministerium erklärte, bis Donnerstag 24 Uhr reiche es aus, den Arbeitsvertrag vorzulegen. Ursprünglich sollte die Frist in dieser Nacht auslaufen. Sie sei aber auf Bitten Sachsens verlängert worden.

Ab Freitag müssen die Pendler dann eine Bestätigung haben, aus der hervorgeht, dass sie bei einem systemrelevanten Arbeitgeber beschäftigt sind und zwingend benötigt werden. Die harten Einreise-Beschränkungen waren wegen der Coronavirus-Mutationen verhängt worden.

11:50 Uhr | Spahn: Britische Virusmutation breitet sich schnell aus

Die in Großbritannien entdeckte, wohl deutlich ansteckendere Variante des Coronavirus breitet sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Deutschland schnell aus. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts stieg der Anteil dieser Mutation an den untersuchten positiven Proben binnen zwei Wochen von knapp 6 Prozent auf mehr als 22 Prozent, wie Spahn am Mittwoch in Berlin sagte.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermeldete am späten Dienstagabend in Genf, dass die britische Mutation mittlerweile in 94 Ländern nachgewiesen worden ist. Die aus Südafrika stammende Virus-Variante hat sich demnach bereits auf 46 Länder ausgebreitet, bei der zunächst in Brasilien und Japan entdeckten Mutante seien es 21 Länder. Anzunehmen ist jedoch, dass sich die Varianten unbemerkt noch weiter ausgebreitet haben, da nicht jede Ansteckung auch entdeckt und entsprechend registriert wird.

11:42 Uhr | Museumsnacht in Halle und Leipzig abgesagt

Halle und Leipzig haben ihre gemeinsame Museumsnacht coronabedingt abgesagt. Im Interesse der Gesundheit der Besucherinnen und Besucher und aller Beteiligten könne sie am 8. Mai nicht stattfinden, teilten die beiden Städte am Mittwoch mit.

Stattdessen seien alternative Angebote geplant, wie eine gemeinsame Videobotschaft der Museen. Die Einrichtungen sollten sich zudem in den Social-Media-Kanälen der Museumsnacht präsentieren.

11:20 Uhr | 200 Millionen weitere Biontech-Impfdosen für EU

Die Unternehmen Biontech und Pfizer haben nach eigenen Angaben eine Einigung mit der Europäischen Union für die Lieferung weiterer 200 Millionen Dosen ihres Impfstoffs gegen das Coronavirus erzielt. Dies sei eine zusätzliche Vereinbarung zu den von der EU bereits bestellten 300 Millionen Dosen. Man gehe davon aus, die 200 Millionen neuen Dosen im laufenden Jahr liefern zu können. Etwa 75 Millionen davon sollten im zweiten Quartal kommen.

Die Europäische Union könne zudem weitere 100 Millionen Dosen in Auftrag geben. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff ist der erste, den die EU für die Verwendung gegen das Coronavirus zugelassen hat.

10:54 Uhr | Gabriel: Bekämpfen Pandemie wie im Mittelalter

Sigmar Gabriel
Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisiert die Methoden der Pandemie-Bekämpfung sehr harsch. Bildrechte: imago images/IPON

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich verärgert darüber gezeigt, dass Deutschland im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu wenig auf neue Technik setzt. Gabriel sagte der "Heilbronner Stimme", die Pandemie werde mit den Mitteln des Mittelalters behandelt. Bei der Pest seien die Menschen auch nur weggesperrt worden. Die Mittel des 21. Jahrhunderts würden dagegen weitgehend ungenutzt liegen gelassen.

So sei die Corona-Warn-App ein Flop. Es gebe kein Daten-Tracking, um Infektionsherde schnell zu lokalisieren, und die Gesundheitsämter meldeten die Daten per Fax. Zudem sei erbärmlich, wie wenig Deutschland als eines der reichsten Länder der Erde in der Lage sei, seine Schulen und Bildungseinrichtungen digital zu führen.

10:49 Uhr | Urteil: Keine zusätzlichen Pausen wegen Maskenpflicht

Der Versandhändler Amazon muss seinen Beschäftigten wegen der Maskenpflicht keine zusätzlichen Pausen gewähren oder vergüten. Das hat das Arbeitsgericht in Leipzig entschieden. Die Gewerkschaft Verdi hatte gefordert, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach jeweils zwei Stunden Arbeit mit Maske eine Pause machen oder eine Arbeit verrichten können, bei der keine Maskenpflicht besteht. Verdi-Vertreter Jörg Lauenroth-Mago sagte dem MDR, er sei vom Urteil enttäuscht.

10:17 Uhr | Schneider: Wirtschaft an Kosten für Schnelltests beteiligen

Carsten Schneider
Carsten Schneider Bildrechte: imago/photothek

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, hat eine Beteiligung der Wirtschaft an den für die Bürger kostenlosen Corona-Schnelltests gefordert. Die Tests seien entscheidend, um Schulen zu öffnen und kulturelles Leben zu ermöglichen, sagte Schneider den Fernsehsendern RTL/ntv. Doch es gelte, die Arbeitgeber an den Kosten zu beteiligen. 


Bisher bezahlen die Arbeitgeber für ihre Arbeitnehmer diese Tests - und ich finde, das bleibt auch so.

Carsten Schneider Parlamentarischer Geschäftsführer SPD-Bundestagsfraktion

Die Tests kosteten 18 Euro. Derzeit bezahlten Unternehmen wie etwa Versandhändler diese, um ihre Betriebe offen zu halten. "Es kann ja nicht sein, dass wir die gesamten Kosten sozialisieren, also auf den Staat ziehen", sagte Schneider.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Dienstag kostenlose Corona-Schnelltests ab dem 1. März angekündigt.

09:50 Uhr | Beschwerden über Ärzte als Corona-Skeptiker

Bei den Landesärztekammern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind zahlreiche Beschwerden über Corona-skeptische Ärzte eingegangen. Das geht aus einer MDR-Befragung hervor. Demnach erhielten die Kammern in den vergangenen Monaten mehr als 80 Hinweise und Beschwerden über Mediziner, die die Corona-Pandemie leugnen oder Gefahren herunterspielen sollen.

In Sachsen liegen rund 50 Hinweise vor, in Thüringen 22 und in Sachsen-Anhalt etwa 10. Dabei geht es unter anderem um falsche Masken-Atteste oder das Nicht-Tragen von Masken in der Praxis.

09:01 Uhr | Belgien warnt vor Impfstoff-Fälschungen

Die belgischen Gesundheitsbehörden haben vor dem Kauf vermeintlicher Covid-19-Impfstoffe gewarnt. Bei vermeintlichen Corona-Impfstoffen, die in Onlineshops, Geschäften oder auf der Straße angeboten würden, handele es sich häufig um in Russland gefertigte Fälschungen, teilte Sabine Stordeur von der belgischen Corona-Task-Force mit. Die einzig sicheren und geprüften Impfungen seien in den Impfzentren zu erhalten.

08:51 Uhr | Lage an den Grenzübergängen ist entspannt

Drei Tage nach Beginn der verschärften Einreisebeschränkungen und strengen Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und Tirol ist die Verkehrslage am Mittwochmorgen weitgehend entspannt geblieben. "Wir haben heute kaum Stau gehabt", sagte ein Sprecher der Bundespolizei-Inspektion Selb am Morgen.

Auch am zentralen Grenzübergang von Tirol nach Bayern gebe es keine längeren Wartezeiten. Gelegentliche Zurückweisungen gebe es noch, in den meisten Fällen fehlte Lastwagenfahrern die digitale Anmeldung.

08:38 Uhr | Löhne fallen wegen Corona erstmals seit Jahren

Symbolbild von Münzen und Geldscheinen mit vier Würfeln, auf deren Vorderseiten Buchstaben stehen, die das Wort "Lohn" ergeben.
Wegen der Pandemie und ihrer Folgen sinken erstmals seit 2007 die Löhne der deutschen Arbeitnehmer. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Die Arbeitnehmer in Deutschland haben im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise erstmals seit mindestens 2007 weniger verdient. Ihre Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen sanken um durchschnittlich gut 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

"Die Corona-Krise und der daraus resultierende vermehrte Einsatz von Kurzarbeit hat die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung im Jahr 2020 stark beeinflusst und führte erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2007 zu einem nominalen Verdienstrückgang", hieß es dazu. Sogar während der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 waren die Verdienste um 0,2 Prozent gewachsen.

Noch größer fällt der Rückgang bei den Reallöhnen aus. Da die Verbraucherpreise 2020 um knapp 0,5 Prozent stiegen, sanken die Reallöhne damit um durchschnittlich 1,0 Prozent im Vergleich zu 2019.

08:10 Uhr | Südafrika: Johnson & Johnson-Impfstoffdosen eingetroffen

Südafrika hat die ersten 80.000 Dosen des Corona-Impfstoffs des Pharmakonzerns Johnson & Johnson erhalten. Die Ladung traf laut Regierungsangaben am Dienstagabend auf dem Johannesburger Flughafen ein und soll demnächst vorrangig an das Personal des Gesundheitswesens gehen.

Von dem Impfstoff hat auch die EU-Kommission Mengen für mindestens 200 Millionen Menschen geordert - er muss aber noch zugelassen werden. Das Besondere ist, dass er voraussichtlich nur einmal gespritzt werden muss.

07:33 Uhr | Halle: Linke sehen weiter Ungereimtheiten im Impfskandal

In Halle sieht Linken-Stadträtin Katja Müller weiter Ungereimtheiten bei der vorgezogenen Impfung von Oberbürgermeister Bernd Wiegand und zehn Stadträten. Müller sagte MDR AKTUELL, die Argumentation Wiegands sei nicht schlüssig. Es gebe nach wie vor eine ganze Menge Widersprüche.

Als Beispiel nannte Müller Wiegands Behauptung, die Diakonie sei für die Verimpfung von Restdosen zuständig. Die Diakonie habe das dementiert und auf die Verantwortlichkeit des städtischen Impfteams verwiesen. Inzwischen gehe es beim Impfskandal nicht mehr um ein Fehlverhalten an sich, sondern um den Umgang damit.

Wiegand hatte die Impfungen damit erklärt, dass es Restdosen an Impfstoff gegeben habe und niemand auf der Prioritätenliste erreichbar gewesen wäre.

07:15 Uhr | Stiftung Patientenschutz lehnt Auswahl bei Impfstoffen ab

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat eine Wahlmöglichkeit bei Corona-Impfstoffen abgelehnt. Brysch sagte der "Rheinischen Post", alle Impfstoffe hätten ein reguläres Zulassungsverfahren durchlaufen und seien hochwirksam. Für die nächsten Monate würden nicht ausreichend Dosen zur Verfügung stehen. Es könne daher keine Wahlmöglichkeiten geben.

07:02 Uhr | Japan beginnt mit ersten Impfungen

Weniger als sechs Monate vor den geplanten Olympischen Spielen in Tokio und deutlich später als andere Länder hat nun auch Japan mit den ersten Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Zuerst soll während der Impfkampagne 40.000 Mitarbeitern im Gesundheitswesen das Vakzin des US-Konzerns Pfizer und seines deutschen Partners Biontech gespritzt werden.

Darunter sind 20.000 Ärzte und Pfleger, die sich bereit erklärt hatten, an einer Studie über mögliche Nebenwirkungen teilzunehmen. Weitere 3,7 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollen die Impfungen im März erhalten. Von April an sollen dann rund 36 Millionen Bürger an die Reihe kommen, die älter als 65 Jahre sind.

06:38 Uhr | Bundesregierung vernachlässigt offenbar Medikamentenforschung

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vernachlässigt die Bundesregierung offenbar die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Covid-19. Das geht aus Recherchen des RBB hervor. Danach wurden von rund einer Milliarde Euro an Forschungsmitteln lediglich 17,5 Millionen Euro für die Entwicklung von Medikamenten veranschlagt. Die restliche Summe fließe in die Entwicklung von Impfstoffen.

Forscher der Charité sehen sich durch die fehlende Unterstützung des Bundes ausgebremst. Mit mehr finanziellen Mitteln hätte man schon einen Riesenschritt weiter sein können, was wirksame Therapien gegen Covid angehe.

06:25 Uhr | Landsberg beklagt Unklarheiten bei Lockerungskriterien

Gerd Landsberg
Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Bildrechte: dpa

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund beklagt Unklarheiten bei den Lockerungs-Kriterien von Bund und Ländern. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte MDR AKTUELL, man wisse, dass es bei einer Inzidenz von 35 losgehe. Man wisse aber zum Beispiel nicht, ob ein ganzes Bundesland diese Zahl erreichen müsse oder möglicherweise nur einzelne Gesundheitsamtsbezirke.

Ein Sprecher der Bundesregierung sagte MDR AKTUELL dazu, über die Umsetzung der Öffnungsschritte entschieden die Länder. Das beinhaltet demnach auch, ob einzelne Kreise schon lockern dürfen, wenn noch nicht überall im Bundesland die Inzidenz unter 35 liegt.

Die Landesregierung Sachsen-Anhalt teilte mit, man arbeite an einem Szenario, das auch andere Kriterien als die Inzidenz-Zahlen berücksichtige. Die Thüringer Staatskanzlei erklärte, man habe bereits selbst einen Plan erarbeitet mit einem Inzidenz-Korridor. Auch Sachsen arbeitet an einem eigenen Öffnungsplan.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 17. Februar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Februar 2021 | 11:30 Uhr

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