Coronavirus-Ticker 17. Juni: Laschet - Vorerst keine Großpartys

Großpartys und Ischgl-Feten sind laut NRW-Ministerpräsident Laschet auf absehbare Zeit nicht möglich. Schulen sollen aber bald in den Regelbetrieb zurückkehren. Nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb von Tönnies sind im Kreis Gütersloh Tausende Menschen in Quarantäne. Gute Nachrichten gibt es dagegen bei der Suche nach einem Impfstoff: Das Unternehmen CureVac darf Tests an Freiwilligen durchführen. Die Entwicklungen im Überblick.

Blick auf Ischgl
Der österreichische Skiort Ischgl hatte sich im März zu einem Hotspot für Coronavirus-Infektionen entwickelt, die sich europaweit verteilten. Bildrechte: imago images / Eibner Europa

Unser Ticker vom Mittwoch endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Donnerstag.

3:55 Uhr | Qantas stellt internationalen Flugbetrieb fast vollständig ein

Die australische Fluggesellschaft Qantas hat bis Ende Oktober die meisten ihrer Flüge gestrichen. Die Fluggesellschaft erklärte, man werde in den kommenden Monaten noch einige Flüge über die Tasmanische See planen. Grund sei die erwartete Reisemöglichkeit zwischen Australien und Neuseeland.

Die australische Regierung hatte angekündigt, die geltenden Grenzschließungen wegen des Coronavirus bis 2021 zu verlängern.

1:03 Uhr | WHO stellt klinische Hydroxychloroqin-Studie ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die klinische Studie des Medikaments Hydoxychloroquin im Kampf gegen das Coronavirus endgültig eingestellt. Studien hätten gezeigt, dass das Mittel die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten nicht senke, sagte die WHO-Expertin Ana Maria Henao-Restrepo. Hydroxychloroquin ist ein Malariamittel. Seine Einsatz bei der Behandlung von Covid-19-Patienten ist seit längerem umstritten. Kürzlich hatte auch die US-Arzneimittelbehörde FDA eine Sondergenehmigung des Mittels zum Einsatz gegen das Coronavirus zurückgezogen.

22:21 Uhr | Regelbetrieb an Schulen spätestens nach Sommerferien

Die Schulen sollen in allen Bundesländern spätestens nach den Sommerferien in den Regelbetrieb zurückkehren. Darauf verständigten sich Bund und Länder in Berlin. Voraussetzung ist ein weiterhin niedriger Verlauf der Infektionszahlen.

21:47 Uhr | Laschet: Großpartys gehen auf absehbare Zeit nicht

Ausnahmen vom Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober müssen nach den Worten des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet von Fall zu Fall entschieden werden. Denkbar seien etwa Konzertveranstaltungen, wo man wisse, wer teilnehme und wie die Abstände untereinander seien. Was sicher auf absehbare Zeit nicht gehe, seien Großpartys, "Ischgl-Ereignisse oder etwas Ähnliches, wo Alkohol und Enge miteinander verbunden" seien. Vom österreichischen Skiort Ischgl aus hatte sich das Coronavirus europaweit verbreitet.

21:13 Uhr | Ministerin appelliert für Ausbau von Frauenschutzwohnungen

Thüringens Sozialministerin Heike Werne hat an die Kommunen appelliert, die Kapazitäten in Frauenhäusern und Frauenschutzwohnungen auszubauen. Es gebe dafür ein Bundesinvestitionsprogramm, das genutzt werden sollte, sagte sie. Laut Werner suchen wieder mehr Frauen Schutzräume und Beratung nach Gewalterfahrungen in der Familie oder Partnerschaft. Während der Corona-Beschränkungen seien Frauenhäuser und Schutzwohnungen dagegen weniger in Anspruch genommen worden. Es sei ein Dilemma, dass die Mehrzahl der Kommunen trotz des wieder gestiegenen Bedarfs nicht reagiere.

20:28 Uhr | R-Wert in Berlin springt auf Rot

In Berlin ist einer von drei Indikatoren der Corona-Ampel von Gelb auf Rot gesprungen. Wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte, lag der R-Wert bei 1,23. Am Dienstag war der Wert mit 1,49 zwar noch höher, die Ampel wechselt aber auf Rot, wenn die Reproduktionszahl das dritte mal in Folge bei 1,2 oder höher liegt.

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche lag dagegen mit unverändert 8,78 weiter im grünen Bereich. Auch der Anteil der Plätze, die auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten benötigt werden, ist mit 3,6 Prozent stabil. Nach der Berliner Corona-Ampel müssen Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind.

19:01 Uhr | Rund 7.000 Menschen im Kreis Gütersloh in Quarantäne

Beim Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Beschäftigten auf 657 gestiegen. Nach Angaben des Kreises Gütersloh lagen am Abend insgesamt 983 Testergebnisse vor, davon 326 negativ. Insgesamt wurden 1.050 Coronavirus-Tests für Beschäftigte der Firma Tönnies veranlasst. Mit den Kontaktpersonen der Infizierten sind nun rund 7.000 Menschen in Quarantäne.

18:30 Uhr | Grundregeln bei Corona-Bekämpfung bleiben

Bund und Länder wollen vorerst an den bisherigen Corona-Regeln zu Mindestabstand und Hygienemaßnahmen festhalten. Das sagte Kanzlerin Merkel in Berlin nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten. Der Mindestabstand von 1,5 Metern und verstärkte Hygiene-Maßnahmen hätten sich bewährt. Das gelte auch für das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen.

Mit Blick auf die neue Corona-Warn-App äußerte sich Merkel zufrieden. Sie dankte allen, die die App bereits runtergeladen haben und betonte, nach dem guten Start müsse das nun verstetigt werden.

18:05 Uhr | Tullner optimistisch zu Regelbetrieb in Kitas und Schulen

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marcus Tullner sieht die schrittweise Rückkehr zum Regelbetrieb in Kitas und Schulen durch eine Studie aus Baden-Württemberg bestätigt. Demnach stecken sich Kinder auch bei nahem Kontakt mit Corona-Infizierten seltener an als Erwachsene. Tullner sagte MDR AKTUELL, man habe sich in der Kultusministerkonferenz sehr eng abgestimmt und dabei auch Erfahrungen aus anderen Ländern wie Dänemark berücksichtigt. Dies habe zu dem Schluss geführt, dass dieser Weg verantwortbar sei. Es gehe dabei immer um eine Abwägung bildungs-, sozial- und gesundheitspolitischer Belange. In den Schulen habe man nun einen eingeschränkten Regelbetrieb. Das heiße, dass es coronabedingt noch spezielle Hygiene-Regeln gebe.

17:17 Uhr | Tausende Arbeitsplätze bei Fraport bedroht

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet wegen der Corona-Krise mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze. Vorstandschef Stefan Schulte sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, man werde etwa 3.000 bis 4.000 Menschen weniger beschäftigen können. Das seien die Perspektiven für die Jahre 2023 und 2024. Mit der Arbeitnehmerseite werde man bald darüber verhandeln.

Ende vergangenen Jahres hatte Fraport rund 22.500 Beschäftigte.

16:55 Uhr | Leichterer Zugang zu Hartz-IV-Leistungen verlängert

Die Bundesregierung hat den leichteren Zugang zu Hartz-IV-Leistungen verlängert. Sie beschloss, dass die Regelung bis Ende September gültig sein soll. Bis dahin wird bei neuen Anträgen auf eine Vermögensprüfung verzichtet. Auch die Höhe der Wohnungsmiete wird nicht geprüft. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sagte, nach wie vor seien viele Menschen durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht.

16:40 Uhr | Schulen in Magdeburg und Schmalkalden geschlossen

Nach der Coronavirus-Infektion eines Grundschülers hat die Weidenschule im thüringischen Schmalkalden vorerst ihren Betrieb eingestellt. Wie das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen mitteilte, fällt der Unterricht für mehr als 70 Kinder und elf Lehrer aus. Der infizierte Schüler und seine direkten Kontaktpersonen müssten für 14 Tage in Quarantäne.

Auch die Goethe-Gemeinschaftsschule in Magdeburg-Sudenburg wird für zwei Wochen geschlossen. Dort wurden dem Gesundheitsamt zufolge zwei Schülerinnen positiv getestet. Damit sind in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt nun zehn Schulen zu.

16:14 Uhr | München auch 2021 Gastgeber für Fußball-EM

München bleibt Gastgeber der auf 2021 verschobenen Fußball-Europameisterschaft. Nach Angaben der Europäischen Fußball-Union UEFA richtet die bayerische Landeshauptstadt dann wie geplant vier Spiele aus. Auch die anderen elf EM-Standorte bestätigte die UEFA. Vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 soll demnach die EM in zwölf Ländern stattfinden.

15:57 Uhr | Tönnies stoppt Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück

Wegen des Corona-Ausbruchs ist der Schlachtbetrieb bei Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück gestoppt. Nach Unternehmensangaben wurden die Schlachtungen am Mittag eingestellt, weitere Bereiche würden nun nach und nach heruntergefahren. Wie lange der Produktionsbereich geschlossen bleibe, müssten die Behörden nach Lage entscheiden.

Pandemiestabsleiter Gereon Schulze Althoff erklärte, Beschäftigte könnten das Virus aus einem Heimaturlaub eingeschleppt und den Ausbruch mitverursacht haben. Viele der häufig aus Rumänien und Bulgarien stammenden Beschäftigten hätten die langen Wochenenden für einen Heimaturlaub genutzt. Die Reiserückkehrer seien aber allenfalls einer von mehreren Faktoren für den Ausbruch. Auch die gekühlten Räume könnten die Verbreitung begünstigt haben. Für eine abschließende Bewertung sei es noch zu früh.

15:14 Uhr | Scholz verteidigt Schuldenquote

Die steigende Schuldenquote ist für Deutschland nach Ansicht von Bundesfinanzminister Olaf Scholz gut verkraftbar. Er sagte, andere Länder hätten vor der Corona-Krise mehr Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung gehabt, als Deutschland danach haben werde. Weniger Schulden wären laut Scholz nicht genug. Deutschland dürfe nicht gegen die Krise ansparen, sondern müsse Impulse für die Wirtschaft setzen.

Die Bundesregierung hatte heute den zweiten Nachtragshaushalt auf den Weg gebracht. Geplant sind noch einmal rund 62 Milliarden Euro zusätzliche Schulden. Damit würde die Neuverschuldung auf über 218 Milliarden Euro steigen. Ab 2023 sollen die Schulden dann innerhalb von 20 Jahren abgebaut werden.

14:57 Uhr | Scheuer: Corona-Hilfen für Busunternehmen ab Juli

Busunternehmen sollen ab Juli 170 Millionen Euro Corona-Hilfe bekommen. Das kündigte Verkehrsminister Andreas Scheuer auf einer Kundgebung in Berlin an. Das Geld werde im Nachtragshaushalt eingeplant, über den der Bundestag voraussichtlich in der übernächsten Woche abstimme. Dann könnten die Betriebe im kommmenden Monat darauf zugreifen. Nach Ministeriumsangaben erhalten die Firmen auf Antrag einen Zuschuss.

Die Branche hatte am Vormittag mit einer Sternfahrt von rund 1.000 Reisebussen im Regierungsviertel auf ihre Lage aufmerksam gemacht. Einer Umfrage zufolge steht jeder zweite Anbieter vor dem Aus.

14:05 Uhr | Kreis Gütersloh schließt nach Corona-Ausbruch alle Schulen und Kitas

Der Kreis Gütersloh schließt nach einem erneuten Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies alle Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien. Durch diesen Schritt solle eine Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung vermieden werden, sagte eine Sprecherin des Kreises.

13:20 Uhr | Bundesregierung billigt Hilfspaket für Kultur

Das Bundeskabinett hat Hilfen für den Kulturbereich und soziale Einrichtungen beschlossen. Nach Aussage von Kulturstaatsministerin Monika Grütters steht eine Milliarde Euro bereit: für privat finanzierte Kultureinrichtungen, alternative und speziell digitale Kulturangebote oder auch für Privatradios. Kompensiert werden sollen damit coronabedingte Einnahmeausfälle, aber auch Mehrausgaben etwa zur Umsetzung von Hygienekonzepten. Das Programm soll unmittelbar nach Verabschiedung in Bundestag und Bundesrat Anfang Juli starten.

 13:00 Uhr | NRW: 400 Infektionen in Fleischfabrik

Beim Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen sind seit Anfang der Woche 400 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte eine Sprecherin des Kreises Gütersloh. Am Nachmittag wollen die Behörden und der Tönnies-Konzern über das Geschehen informieren. Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich Fleischfabriken zu Hotspots im Infektionsgeschehen entwickelt. Hauptgrund ist die Beschäftigung von zumeist osteuropäischen Leiharbeitern über Subunternehmen, die für Minilöhne im Akkord arbeiten und in Sammelunterkünften untergebracht werden. Die Bundesregierung will diese Werkverträge verbieten.

12:40 Uhr | Lage in Brasilien dramatisch

In Brasilien hat die Zahl bestätigter Neuinfektionen mit fast 37.300 binnen 24 Stunden einen neuen Tageshöchstwert erreicht. Das Gesundheitsministerium meldete zudem 1.338 neue Covid-19-Todesfälle. Damit sind bislang insgesamt etwa 930.000 Ansteckungen und 45.500 Corona-Tote bestätigt. Die tatsächlichen Zahlen dürften weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet.

12:15 Uhr | Kurzarbeit trifft vor allem Gastgewerbe

Das Gastgewerbe ist einer Erhebung des Münchner Ifo-Instituts zufolge die am stärksten von Kurzarbeit betroffene Branche in der Corona-Krise. Schätzungsweise arbeiteten im Mai knapp 800.000 Mitarbeiter in der Gastronomie kurz und damit knapp drei Viertel aller Beschäftigten. Im Fahrzeugbau waren es demnach etwa 510.000 Kurzarbeiter (46 Prozent), im Autohandel knapp 290.000 (44 Prozent).

11:40 Uhr | CureVac darf Impfstoff klinisch testen

Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac hat die Genehmigung für eine klinische Studie mit einem potenziellen Corona-Impfstoff erhalten. Das teilte das zuständige Paul-Ehrlich-Institut des Bundes in Langen mit. Noch im Juni sollen erste Probanden geimpft werden. Erst vor zwei Tagen hatte die Bundesregierung eine Beteiligung an CureVac mit 300 Millionen Euro verkündet. Es ist die zweite klinische Studie zu einem Sars-CoV-2-Impfstoff in Deutschland. Ende April hatte das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung erhalten, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen.

11:20 Uhr | Kabinett billigt neue Schulden

Die Bundesregierung hat den zweiten Nachtrags-Haushalt auf den Weg gebracht. Dieser sieht die Aufnahme von weiteren 62 Milliarden Euro Schulden vor. Damit würde die Neuverschuldung in diesem Jahr auf mehr als 218 Milliarden Euro klettern. Finanziert werden sollen damit unter anderem die Steuerausfälle, der Kinder-Bonus sowie Hilfen für die von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen und Kommunen. Der Steuerzahlerbund kritisierte, Finanzminister Olaf Scholz mache mehr Schulden als eigentlich notwendig. Zudem würden unter dem Deckmantel der Corona-Hilfen Aufgaben wie die Digitalisierung finanziert, die in den normalen Haushalt gehörten.

10:55 Uhr | Meldeschein in Hotel entfällt bei Kartenzahlung

Wer in einem Hotel oder in einer Pension übernachtet, muss künftig keinen Meldeschein auf Papier ausfüllen. Es genügen die Daten von der Reservierung, bei Kartenzahlung oder Vorlage des elektronischen Personalausweises. Das regelt die neue Beherbungsmeldedatenverordnung des Bundesinnenministeriums. Mit der Digitalisierung im Beherbergungsgewerbe sollen in Corona-Zeiten unnötiger Kontakt zwischen Personal und Reisenden vermieden sowie Bürokratie abgebaut werden.

10:10 Uhr | 6,5 Millionen Downloads für Corona-App

Die am Dienstag in Deutschland gestartete Corona-Warn-App ist bereits 6,5 Millionen Mal heruntergeladen worden. Das teilte der Chef des an der Entwicklung beteiligten Softwarekonzerns SAP, Christian Klein, mit. Die Anwendung ist seit Dienstagmorgen in den App-Stores von Google und Apple verfügbar. Die freiwillige Warn-App, mit der die Kontakte Infizierter verfolgt werden können, soll eine neue Covid-19-Welle verhindern. Die Daten der Teilnehmer bleiben laut Bundesregierung anonym, die Datenmenge wird Nutzern nicht angerechnet.

09:55 Uhr | Erstes wirksames Medikament gegen Covid-19

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnet die Erfolge bei der Behandlung von Covid-19-Patienten mit dem günstigen Entzündungshemmer Glucocorticoid Dexamethason als "brillante Neuigkeit". Er sprach von den "besten Nachrichten in dieser ganzen Krise". Das Mittel erhöhe die Überlebenschancen von Schwerkranken erheblich. Die Wirksamkeit von Dexamethason war erst im Februar entdeckt worden und hatte sich dann in einer Studie britischer Forscher erhärtet. Auch die WHO spricht von einem Durchbruch im Kampf gegen Covid-19. Dexamethason sei das erste wirksame Medikament für Intensivpatienten, die beatmet werden müssen.

09:15 Uhr | Ein Landkreis über Grenzwert von 50 Neuinfektionen

Bundesweit überschreitet derzeit der bayerische Landkreis Aichach-Friedberg als einziger die kritische Marke von 50 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Grund sind Dutzende Infektionen in einem Spargelbetrieb.

08:50 Uhr | Viele Neuanmeldungen bei Tafeln durch Corona

Die bundesweit rund 830 geöffneten Tafeln müssen wegen der Corona-Krise immer mehr Menschen versorgen. Vereinsvorsitzender Jochen Brühl sieht eine "neue Form der Not". Es kämen vermehrt jüngere Menschen, "die nun vor Erleichterung weinen, weil sie etwas zu essen bekommen und ihren Kühlschrank wieder füllen können". Viele suchten Unterstützung, weil sie selbstständig seien, in Kurzarbeit oder ihren Job oder Nebenjob aufgrund der Pandemie verloren hätten. Trotz staatlicher Hilfsmaßnahmen seien einige Menschen in Existenznot geraten. Zugleich zeigte sich Brühl besorgt, weil viele ältere Hilfsbedürftige sich aus Angst vor Ansteckung nicht mehr zu den Tafeln trauten.

08:15 Uhr | Autoabsatz leicht erholt

Die Nachfrage nach Neuwagen in Europa hat sich wegen der Corona-Krise im Mai halbiert. Wie der Herstellerverband ACEA mitteilte, wurden im EU-Raum etwa 580.000 Pkw neu zugelassen, 52 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Alle 27 EU-Märkte meldeten ein zweistelliges Minus, obwohl viele Länder ihre Corona-Maßnahmen lockerten. Dennoch gibt es eine leichte Erholung im Vergleich zum April, da war der Einbruch mit 76 Prozent noch massiver ausgefallen.

07:50 Uhr | Australien hält Grenze für Touristen dicht

Australien wird seine Grenzen für ausländische Reisende wohl nicht vor kommendem Jahr öffnen. Das teilte Handelsminister Simon Birmingham mit. Geprüft werde aber eine Lockerung der Einreisevorgaben für Studenten und andere Langzeitbesucher. In Europa ist wieder weitgehend Tourismus möglich. Für die meisten anderen Länder weltweit gilt weiterhin eine Reisewarnung.

07:30 Uhr | Kaum Mietausfälle durch Corona-Krise

Wohnungsunternehmen haben trotz Corona-Krise nur selten Mietausfälle. Das ergaben Recherchen von MDR AKTUELL. Eine Sprecherin des Immobilien-Konzerns Vonovia erklärte, die Mietausfälle bewegten sich im Ein-Prozent-Bereich. Das könne man verkraften. Mit den Mietern würden Stundungen vereinbart. Laut dem Verband sächsischer Wohnungsgenossenschaften können derzeit nur 0,3 Prozent der Mieter keine Miete zahlen. Die Situation sei nicht so dramatisch wie befürchtet. Durch einen Beschluss der Bundesregierung sind Mieter vorübergehend besser vor Kündigungen geschützt.

07:00 Uhr | Steuerzahlerbund kritisiert hohe Neuverschuldung

Der Steuerzahlerbund hat sich entsetzt über den neuen Nachtragshaushalt geäußert, den das Bundeskabinett heute auf den Weg bringen will. Verbandspräsident Reiner Holznagel sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Finanzminister Olaf Scholz mache damit mehr Schulden als eigentlich notwendig. Zudem würden unter dem Deckmantel der Coronahilfen dauerhafte Aufgaben wie die Digitalisierung finanziert, die in den normalen Haushalt gehörten. Mit dem zweiten Nachtragshaushalt will die Bundesregierung die Neuverschuldung um weitere 62,5 Milliarden Euro aufstocken.

06:40 Uhr | Bund will offenbar Osten bei DDR-Zusatzrenten entlasten

Der Bund will den Ländern in der Corona-Krise finanziell stärker entgegenkommen als bisher. Das geht aus einem Reuters vorliegenden Beschlusspapier für Gespräche der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel hervor. Demnach übernimmt der Bund auch den Länderanteil an den Ausfällen aus der halbjährigen Senkung der Mehrwertsteuer. Ferner wolle der Bund sich ab 2021 stärker an den Kosten aus den Zusatzversorgungssystemen der DDR beteiligen, was die ostdeutschen Länder entlasten würde.

06:20 Uhr | Mehr als 1.200 Flüge in Peking gestrichen

Wegen des neuen Coronavirus-Ausbruchs sind in Peking die Schutzmaßnahmen weiter verschärft worden. Mindestens 1.250 Flüge wurden am Mittwoch in der chinesischen Hauptstadt gestrichen, wie die staatliche "Volkszeitung" berichtete. Damit fielen rund 70 Prozent aller geplanten Flüge aus. Zuvor hatten die Behörden bereits ein Reiseverbot für Bewohner mehrerer Pekinger Stadtviertel verhängt. Nach Dutzenden Corona-Neuinfektionen in den letzten Tagen waren weite Teile der 21-Millionen-Einwohner-Stadt unter Quarantäne gestellt worden. Die Schulen bleiben geschlossen.

06:00 Uhr | Thüringer Staatsballett tanzt wieder

Nach wochenlanger Corona-Zwangspause hat das Thüringer Staatsballett diese Woche wieder erste Proben in Gera aufgenommen. Allerdings können nach Aussage von Ballettdirektorin Silvana Schröder keine Gruppenszenen mehr stattfinden, außer die Tänzer sind ein Paar oder wohnen zusammen in einer WG. Das schränke bei den Choreographien enorm ein.

05:00 Uhr | Bundesregierung stuft Türkei als Risikogebiet ein

Die Bundesregierung hat die Türkei als Corona-Risikogebiet eingestuft. Auf der regelmäßig aktualisierten Liste stehen auch andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie Ägypten, Thailand und Marokko. Einreisende aus einem Risikogebiet müssen damit rechnen, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen.

03:45 Uhr | WHO sieht Dexamethason-Studie als "Durchbruch"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine britischen Studie zur Behandlung von Covid-19-Patienten mit dem Wirkstoff Dexamethason als "lebensrettenden wissenschaftlichen Durchbruch" bewertet. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, Dexamethason sei die erste Behandlungsform, welche die Todesrate bei beatmeten Covid-19-Patienten nachgewiesenermaßen senke. Dexamethason ist in vielen entzündungshemmenden Medikamenten enthalten. Es wird zur Behandlung von allergischen Reaktionen, rheumatoider Arthritis und Asthma angewendet. Laut der britischen Studie könnnen tägliche Dosen jeden achten Tod bei schwerstkranken Covid-Patienten verhindern.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Juni 2020 | 06:00 Uhr

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