Coronavirus-Pandemie Ticker: Virus-Mutation B.1.1.7 verdrängt Urform

Die Corona-Variante B.1.1.7 verdrängt andere Formen des Virus in Deutschland immer mehr. Das "Grüne Impfzertifikat" soll es ab Juni auch in Papierform geben. Die WHO empfiehlt den Impfstoff von Johnson & Johnson auch für Virusvarianten. Chemnitz muss Lockerungen wieder rückgängig machen. Die Inzidenz bei Kindern in Thüringen hat sich zum Teil verdreifacht.

Mikroskop-Aufnahme von Coronavirus
Mikroskop-Aufnahme vom Coronavirus Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 17. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:48 Uhr | Doppelt so viele Impftermine vergeben

In Thüringen sind heute nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung 36.000 Termine im Impfportal freigeschaltet worden. Das Gesundheitsministerium hatte zunächst von 18.000 gesprochen. Die meisten der angebotenen Termine sind bereits vergeben. Geimpft wird mit Biontech/Pfizer. Die Termine sind zunächst bis Mitte April in den 29 regionalen Impfzentren geplant. Anmelden dürfen sich Menschen der 1 und 2, also alle über 70 und Jüngere mit bestimmten Krankheiten und Berufen. Für Bewohner des Landkreises Greiz ist zusätzlich die Stufe 3 geöffnet.

20:11 Uhr | Mehr als die Hälfte in den Emiraten gegen Corona geimpft

In den Vereinigten Arabischen Emiraten hat mehr als die Hälfte der Einwohner, die für eine Impfung infrage kommen, den Schutz gegen das Coronavirus erhalten. Bei älteren und chronisch kranken Menschen liegt die Impfquote nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM inzwischen bei 70 Prozent. Knapp sieben Millionen Impfdosen seien verabreicht worden.

19:43 Uhr | Virus-Mutation verdrängt Urform

Die ansteckendere und wohl auch gefährlichere Corona-Variante B.1.1.7 verdrängt andere Formen des Virus in Deutschland immer mehr. In einem Bericht des Robert Koch-Institus heißt es, ihr Anteil betrage inzwischen 72 Prozent. Sie werde also inzwischen in etwa drei von vier Proben gefunden. Vergangene Woche hatte das RKI noch von circa 55 Prozent B.1.1.7-Anteil gesprochen. Die Ausbreitung der Variante B.1.351 (Erstnachweis in Südafrika) sei hingegen etwas rückläufig.

Aufgrund des nun hohen Anteils von B.1.1.7 sei weiter mit einem exponentiellen Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland zu rechnen, hieß es in dem RKI-Bericht.

19:29 Uhr | Ermittlungen gegen Erzgebirgs-Landrat

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz ermittelt gegen den Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, wegen seiner vorzeitigen Corona-Impfung. Die zuständige Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart erklärte, gegen den Landrat sei ein Strafverfahren anhängig. Es gehe um den Verdacht der Vorteilsnahme. Vogel war Mitte Januar gegen das Coronavirus geimpft worden.

Vogel selbst äußerte sich nicht näher. Es sei alles gesagt und handle sich um ein laufendes Verfahren. Er nehme seine Aufgaben als Landrat weiter ohne Einschränkungen wahr. Die Impfung war im Februar bekannt geworden. Vogel hatte angegeben, dass er seine über 80-jährigen Eltern begleitet habe und ihm dabei ein Impfangebot gemacht worden sei. Das habe er angenommen. Für diesen Fehler entschuldige er sich.

19:17 Uhr | Burgenlandkreis lässt Schulen offen

Im Burgenlandkreis bleiben die Grundschulen trotz einer hohen Sieben-Tage-Inzidenz vorerst geöffnet.

Landrat Götz Ulrich sagte bei einer Pressekonferenz, darauf habe man sich mit dem Bildungsministerium geeinigt. Die Öffnungen der Grundschulen würden mit einem umfangreichen Testkonzept begleitet. Bei jedem Schulkind solle dreimal pro Woche ein Schnelltest durchgeführt werden. Am Montag und Dienstag wurden Ulrich zufolge sieben positive Testergebnisse festgestellt.

Nach Zahlen des Risklayer-Projekts des Karlsruher Instituts für Technologie lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Burgenlandkreis am Mittwoch bei über 211, im angrenzenden thüringischen Landkreis Greiz sogar bei über 540.

18:53 Uhr | Griechenland will Ärzte zwangsverpflichten

Die griechische Regierung hat die Ärzteschaft des Landes zur Unterstützung in der Corona-Krise aufgerufen. Es würden binnen 48 Stunden mindestens 200 Freiwillige verschiedener Fachrichtungen im staatlichen Gesundheitssystem gebraucht, sagte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias. Melde sich nicht die entsprechende Zahl an Medizinern, werde man einige zur Hilfe verpflichten, kündigte er an. Diesen Schritt sieht ein Corona-Notfallgesetz vor.

17:41 Uhr | Polen geht in einen neuen Lockdown

Krankenschwester in Schutzkleidung bei einem Patienten
Corona-Station in Polen Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Angesichts steigender Corona-Zahlen beginnt in Polen am Sonnabend ein dreiwöchiger Teil-Lockdown. Gesundheitsminister Adam Niedzielski teilte mit, dass in dieser Zeit Hotels, Theater, Kinos, Sporthallen und die meisten Geschäfte geschlossen bleiben müssen. Er rief die Arbeitgeber auf, so weit wie möglich Arbeit im Home-Office zu organisieren. Die nun für das ganze Land angekündigten Maßnahmen galten bislang schon in vier der 16 Regionen Polens. Cafés und Restaurants sind bereits geschlossen.

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen stieg auf mehr als 25.000. Der Gesundheitsminister gab an, dass er sich auf eine Zahl von 30.000 Fällen am Tag einstelle. Damit könnte die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems nach seinen Worten bedroht sein.

16:34 Uhr | Spahn verteidigt Impfstopp

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in einem Facebook-Video die Entscheidung zum Stopp der Impfungen mit Astrazeneca erneut verteidigt.

Wir passen auf. Wir nehmen gemeldete Vorfälle ernst. Und wenn es was zu überprüfen gibt, dann überprüfen wir es.

Jens Spahn Bundesgesundheitsminister

Spahn betonte, die Verwendung des Impfstoffs sei als Vorsichtsmaßnahme für einige Tage ausgesetzt worden, bis man mehr wisse.

14:59 Uhr | WHO empfiehlt weiter Impfung mit Astrazeneca

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt bis auf Weiteres die Fortsetzung der Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Dazu hieß es: "Die WHO ist der Meinung, dass die Vorteile die Risiken überwiegen".

Das Bundesgesundheitsministerium teilte zum vorläufigen Aussetzen der Impfungen mit Astrazeneca mit, man wolle sich an die Entscheidung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA zur Überprüfung des Impfstoffs halten. Diese sei bindend und Deutschland werde ihr folgen. Die Entscheidung wird am Donnerstag erwartet.

14:13 Uhr | Corona-Zahlen bei Kindern schnellen nach oben

In Thüringen sind die Corona-Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen innerhalb von drei Wochen massiv gestiegen. Nach Angaben des Bildungsministeriums stieg die Sieben-Tage-Inzidenz bei Kinder unter 6 Jahren auf 198. Anfang des Monats lag der Wert noch bei 87. In der Altersgruppe der 6- bis 11-Jährigen hat sich die Inzidenz fast verdreifacht. Am 1. März lag der Wert noch bei 74, heute bei 211.

13:39 Uhr | Mit Impfnachweis zurück zur Reisefreiheit

Bis zum Sommer soll ein einheitlicher Impfausweis Reisen innerhalb der EU erleichtern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte dazu in Brüssel eine Gesetzesinitiative vor. Die Kommission nennt den geplanten Impfnachweis "Digitales Grünes Zertifikat". Das soll es aber auch in Papierform geben und für jedermann kostenlos sein. Zentraler Punkt ist ein QR-Code, der die Sicherheit und Echtheit garantieren soll. Erfasst werden können Impfungen, aber auch Corona-Testergebnisse sowie eine überstandene Covid-19-Erkrankung.

Die Kommission will eine technische Plattform entwickeln, damit die Zertifikate in allen EU-Staaten überprüft und anerkannt werden können. Auf dieser Plattform sollen aber keine persönlichen Daten hinterlegt oder ausgetauscht werden. Von der Leyen sprach davon, die Reisefreiheit in der EU wieder herzustellen. Es soll jedoch den EU-Staaten überlassen bleiben, welche Einschränkungen sie beim Reisen mit dem Zertifikat aufheben.

13:12 Uhr | Grenzkontrollen um zwei Wochen verlängert

Deutschland verlängert seine Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol um weitere zwei Wochen. Das teilte das Bundesinnenministerium mit. Deutschland hatte Mitte Februar Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols zu Virus-Varianten-Gebieten erklärt. Von dort dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Lkw-Fahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

12:42 Uhr | Chemnitz nimmt Lockerungen zurück

Chemnitz muss die Corona-Lockerungen wegen zu hohen Infektionszahlen wieder zurücknehmen. Wie die Stadt mitteilte, schließen die Läden am Freitag wieder. Sport auf Außenanlagen werde nicht mehr möglich sein. Auch Museen, der Botanische Garten und der Tierpark müssten wieder schließen. Zudem sollen wieder schärfere Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen gelten.

Chemnitz ist zur Rücknahme der Lockerungen verpflichtet, weil die Inzidenz an drei Tagen nacheinander über 100 lag. Auch die Landkreise Zwickau, Nordsachsen und der Erzgebirgskreis sind diesen Schritt bereits gegangen.

12:32 Uhr | WHO empfiehlt Johnson & Johnson

Ein unabhängiges WHO-Expertengremium empfiehlt die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson. Demnach hat das Mittel eine Effizienz von 93,1 Prozent. Der Schutz vor einer schweren Covid-19-Erkrankung liege nach 28 Tagen bei 85,4 Prozent. Die Empfehlung gelte auch für Länder mit aggressiveren Virusvarianten.

12:23 Uhr | Altenburger Land will Schulen offen lassen

Der Thüringer Kreis Altenburger Land will trotz hoher Inzidenzwerte Schulen und Kindergärten offen lassen. Dafür hat sich der Corona-Krisenstab am Vormittag ausgesprochen. Allerdings gilt ab der 5. Klasse eine Maskenpflicht. Singen, Sport und Schwimmen fallen aus. Dem Landratsamt zufolge muss das Land den Plänen noch zustimmen. Aktuell gibt das Robert Koch-Institut für das Altenburger Land eine Inzidenz von 201 an. Nach der Landesverordnung müssten dann Schulen und Kitas schließen.

12:04 Uhr | Weitere Beschuldigte in der Maskenaffäre

In der Affäre um lukrative Geschäfte mit Masken sind die Ermittlungen ausgeweitet worden. Die Generalstaatsanwaltschaft München hat nach eigenen Angaben fünf Beschuldigte im Visier. Sie gehe dem Anfangsverdacht der Bestechlichkeit und der Bestechung von Mandatsträgern nach. Am Morgen seien unter anderem Objekte in München durchsucht worden.

Einer der Beschuldigten ist den Angaben zufolge ein bayerischer Landtagsabgeordneter. Wie "Spiegel" und "Augsburger Allgemeine" melden, handelt es sich um den Ex-Justizminister Alfred Sauter. Ins Rollen gekommen war die Maskenaffäre durch Korruptionsermittlungen gegen den CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein. Er soll einer Firma einen lukrativen Autrag zur Lieferung von Masken besorgt und dafür eine sechsstellige Summe kassiert haben. Nüßlein bestreitet das.

11:55 Uhr | Ausbildungsprämie wird verdoppelt

Der Staat will die Ausbildung junger Menschen in der Corona-Pandemie stärker fördern. Die Bundesregierung beschloss, die Ausbildungsprämie zu verdoppeln. Betriebe, die Lehrstellen erhalten oder neue schaffen, sollen je Ausbildungsplatz bis zu 6.000 Euro bekommen. Prämien soll es auch für Firmen geben, die Lehrlinge insolventer Betriebe übernehmen.

Zudem will sich der Bund an der Finanzierung von Lehrgängen für Auszubildende beteiligen, die kurz vor der Abschlussprüfung stehen. Die Neureglungen treten im Juni in Kraft.

11:41 Uhr | Milliardenkosten durch Kurzarbeit

Die Bundesagentur für Arbeit hat seit Anfang des Jahres bereits sechs Milliarden Euro für Kurzarbeitergeld und die Erstattung der Sozialbeiträge an Unternehmen ausgegeben. Ein Behördensprecher sagte, damit sei das im vergangenen Jahr veranschlagte Budget schon jetzt ausgeschöpft. Die weitere Auszahlung sei dadurch aber nicht eingeschränkt. Im Februar seien außerplanmäßige Mehrausgaben bewilligt worden, die Kosten übernehme der Bund. Insgesamt rechnet die Behörde in diesem Jahr mit etwa 12,5 Milliarden Euro für Kurzarbeit.

11:02 Uhr | Europäischer Impfausweis ab 1. Juni

In der Europäischen Union soll es ab 1. Juni einen digitalen Impfausweis geben. EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", der Ausweis solle bis zum Sommerbeginn einsetzbar sein. Damit hole man sich die europäische Lebensweise zurück. Der so genannte grüne Pass soll nicht nur Impfungen, sondern auch Corona-Testergebnisse dokumentieren. Wie der Impfausweis genutzt werden soll, ist unter den Mitgliedstaaten jedoch umstritten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will dazu heute einen Vorschlag präsentieren.

10:46 Uhr | Zwangsgeld für "Querdenken"-Organisator

Die Stadt Dresden hat gegen den Anmelder der verbotenen "Querdenken"-Demonstration ein Zwangsgeld verhängt. Wie das Ordnungsamt dem MDR bestätigte, handelt es sich um einen vierstelligen Betrag. Der Anmelder habe nicht dafür gesorgt, dass sich die Demonstration auflöse. Der Organisator bestreitet das. Er habe das Veranstaltungsverbot ausreichend kommuniziert. Er werde deshalb gegen das Zwangsgeld gerichtlich vorgehen.

In Dresden hatten am Samstag trotz Verbots Hunderte Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Einige griffen Polizisten an, zwölf Beamte wurden verletzt. Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen in Sachsen weiter an.

10:16 Uhr | FDP-Vize fordert Entlassung von Spahn

FDP-Vize Wolfgang Kubicki fordert die Ablösung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Der Vizepräsident des Bundestages sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, das würde helfen, neues Vertrauen in den Staat zu schaffen. Spahn sei seiner Aufgabe als Minister nicht gewachsen.

Konkret kritisierte Kubicki, es sei versäumt worden, die Alten- und Pflegeheime rechtzeitig zu schützen. Spahn habe zu spät auf den Schutz durch Masken gesetzt. Auch bei der Test- und Impfstrategie habe er versagt. Spahns Ablösung hatten zuvor schon die Jusos und der neue SPD-Chef in NRW, Thomas Kutschaty, gefordert.

09:37 Uhr | Zahl ausländischer Studienanfänger bricht ein

Die Zahl ausländischer Studienanfänger an deutschen Hochschulen ist 2020 deutlich gesunken. Das Statistische Bundesamt zählte 99.400 Ausländer, die ihr Studium in Deutschland aufnahmen. Im Vergleich zu 2019 ist das ein Rückgang um 21 Prozent. Grund war demnach die Coronakrise. Es sei für junge Ausländer generell schwierig, unter Coronabedingungen ein Studium an einer deutschen Hochschule zu beginnen.

Die Zahl deutscher Studienanfänger stieg dagegen um zwei Prozent auf 389.200. Insgesamt nahmen die deutschen Hochschulen 488.600 neue Studenten auf.

09:25 Uhr | Arbeitsmediziner beraten über Homeoffice

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin berät heute über die Auswirkungen von Homeoffice. Präsident Hans Drexler sagte MDR AKTUELL, das mobile Arbeiten und die Flut an Videokonferenzen seien ganz neue Arbeitsformen. Arbeitnehmern müsse es gelingen, Arbeitszeit und Freizeit voneinander abzugrenzen. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte, etwa ein Fünftel der mobil Beschäftigten schaffe es nicht, Pausen- und Ruhezeiten einzuhalten. Deshalb forderten die Gewerkschaften, dass auch im Homeoffice Arbeitszeiten lückenlos erfasst würden.

09:15 Uhr | PKW-Neuzulassungen gehen weiter zurück

In der EU werden weiter weniger Autos gekauft. Wie der europäische Herstellerverband ACEA mitteilte, wurden im Februar insgesamt mehr als 771.000 Fahrzeuge neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei das ein Rückgang um mehr als 19 Prozent. Gründe seien die Unsicherheit in der Corona-Pandemie und die Lockdown-Maßnahmen. Den Angaben zufolge gingen die Neuzulassungen in allen großen Märkten zurück. Am stärksten betroffen seien Spanien und Deutschland gewesen.

08:35 Uhr | Intensivmediziner: Bei Lockerungen zurückrudern

Die deutschen Intensivmediziner mahnen zur Rücknahme von Lockdown-Lockerungen. Das Divi-Präsidiumsmitglied Uwe Janssens sagte im Deutschlandfunk, man müsse angesichts der Inzidenzwerte von über 100 bei Lockerungen wieder zurückrudern. Zwar dürfte man erste Erfolge durch die Impfungen auch auf den Intensivstationen spüren. Aber wenn es zu Ostern wie vom Robert-Koch-Institut prognostiziert wieder täglich 30.000 Neuinfektionen und mehr gebe, werde es mit einer Verzögerung von zwei Wochen dann auch wieder zu erheblichen Belastungen kommen. Zumal wegen der britischen Mutante vermehrt schwere Krankheitsverläufe bei den 50- bis 70-Jährigen drohten.

08:28 Uhr | Firma aus Wolfen entwickelt Luftfilter

Filtrontec aus Wolfen im Kreis Anhalt-Bitterfeld hat im Kampf gegen Corona eine spezielle Luftreinigungsanlage entwickelt. Nach Unternehmensangaben können durch einen fünfstufigen Prozess Viren, Keime und sogar Feinstaub zu fast 100 Prozent aus der Luft gefiltert werden. Die Filter seien für Klassenzimmer und die Gastronomie, aber auch für große Stadthallen geeignet.

08:19 Uhr | DAK: Extrem viele psychische Erkrankungen

Die Corona-Pandemie sorgt bei vielen Menschen für eine seelische Belastung. Vor allem Frauen sind nach einer Analyse der DAK-Gesundheit in Thüringen betroffen. Sie litten 2020 stärker als Männer an psychischen Erkrankungen. Es habe bei weiblichen Versicherten aus diesem Grund 388 Fehltage je 100 Versicherte gegeben. Das sei im Vergleich zu 2010 ein Anstieg um 68 Prozent. Zudem die Zahl der Fehltage doppelt so hoch wie bei Männern. Für die Studie hatte die Krankenkasse die Daten von 50.000 Versicherten in Thüringen ausgewertet.

07:43 Uhr | Infektionszahlen steigen bundesweit stark

Am Dienstag sind laut Risklayer bundesweit 9.243 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Das ist im Vergleich zum Dienstag vor eine Woche ein Anstieg um mehr als 30 Prozent. Der Sieben-Tage-Schnitt der Neuinfektionen kletterte auf 10.589.

Der Inzidenzwert, mit dem die Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche dargestellt werden, steht bundesweit bei 89. In Mitteldeutschland ist dieser Wert deutlich höher: In Thüringen liegt er bei 169, in Sachsen bei 129 und in Sachsen-Anhalt bei 113. Insbesondere in Sachsen steigen die Zahlen zuletzt wieder rasant. Hier hatten Schutzmaßnahmen die Inzidenz zwischenzeitlich deutlich unter 100 drücken können.

07:23 Uhr | Kretschmer: Lockerungskurs ist gescheitert

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat den Lockerungskurs in der Corona-Pandemie als gescheitert bezeichnet. Der Versuch von Bund und Ländern sei ein Fehler gewesen und müsse abgebrochen werden, sagte der CDU-Politiker bei einer Online-Veranstaltung. Man müsse nun schnellstmöglich wieder auf einen wissenschaftlichen Weg zurückkehren. Mehr Sicherheit könne man nur durch mehr Tests erreichen. Erst dann könnten Öffnungsschritte folgen.

07:16 Uhr | Sachsen drohen erneut Schulschließungen

In mehreren Regionen Sachsens drohen ab Montag erneute Schulschließungen. Grund sind die steigenden Infektionszahlen. Das Kultusministerium führt nach eigenen Angaben derzeit Gespräche mit den betroffenen Landkreisen Chemnitz, Zwickau, Vogtland, Nordsachsen, Mittelsachsen, Bautzen, Meißen und dem Erzgebirgskreis. Eine Entscheidung soll am Donnerstag bekannt gegeben werden.

06:44 Uhr | Testpflicht an Sachsens Schulen

In Sachsen dürfen Schüler ab heute nur noch mit einem negativen Corona-Test am Unterricht teilnehmen. In den Schulen stehen dafür kostenlose Selbsttests zur Verfügung. Schüler müssen sich einmal wöchentlich testen, Lehrer zwei Mal.

06:27 Uhr | Skepsis gegenüber "grünem Pass"

Die EU-Kommission will heute einen Gesetzentwurf zum digitalen Impfpass vorstellen, Europaabgeordnete sehen den geplanten "grünen Pass" jedoch skeptisch. Parlaments-Vizepräsidentin Nicola Beer sagte MDR AKTUELL, das Impfzertifikat dürfe nicht zu einer Spaltung zwischen Geimpften und Nichtgeimpften führen. Der Piraten-Abgeordnete Patrick Breyer verwies auf den Datenschutz. Wichtig sei, dass die gespeicherten Informationen nicht für andere Zwecke verwendet würden. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Tiemo Wölken, bezweifelt, dass sich die Mitgliedsstaaten auf einheitliche Regeln verständigen könnten. Der CDU-Politiker Peter Liese fordert, der Pass müsse in erster Linie Lockerungen für Pflegepersonal und Altenheimbewohner ermöglichen.

06:23 Uhr | Kommunen fordern Aufweichen der Schuldenbremse

Die sächsischen Kommunen warnen vor enormen Einnahmeverlusten, sollte der Freistaat trotz der Corona-Pandemie an der Schuldenbremse festhalten. Der Oberbürgermeister von Zittau, Thomas Zenker, sagte MDR AKTUELL, wenn das Land binnen so kurzer Zeit derartig große Summen zurückzahlen wolle, heiße das für die Kommunen, dass bestimmte Mittel nicht mehr zur Verfügung stünden. Auf der Streichliste stünden freiwillige Ausgaben etwa für Schwimmhallen, Museen, Bibliotheken oder Theater. Ähnlich äußerte sich die Stadt Chemnitz. Dresdens Finanzbürgermeister Peter Lames erklärte, der Stadt bleibe nur, kommunale Gebühren fürs Parken oder den Müll zu erhöhen. Laut sächsischer Verfassung müssen die sechs Milliarden Euro Corona-Kredite spätestens bis zum Haushaltsjahr 2027/28 zurückgezahlt werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 17. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. März 2021 | 06:00 Uhr

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