Coronavirus-Pandemie Ticker: Zehntausende Neuinfektionen in Frankreich und Spanien

In Frankreich und Spanien breitet sich das Virus nach wie vor rasant aus. Thüringen will das Wahlrecht für Corona ändern. Die Slowakei verlängert Ausgangssperren. Zahlreiche Gesundheitsämter melden eine Überlastung. Alle Informationen im Ticker.

Corona Frankreich
Menschen in Lyon warten auf ihre Testergebnisse. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 4. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:00 Uhr | Zehntausende Neuinfektionen in Spanien und Frankreich

In Frankreich und Spanien ist die Zahl der Corona-Infizierten erneut drastisch gestiegen. Frankreich meldete über 40.000 Neuinfektionen, Spanien rund 25.000. Beide Länder zählen trotz aller Eindämmungsmaßnahmen damit weiterhin zu den Staaten mit den insgesamt meisten Infizierten. In Frankreich gibt es offiziellen Angaben zufolge fast 1,6 Millionen Betroffene, in Spanien fast 1,3 Millionen. Die Gesamtzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona beträgt in Frankreich demnach 38.674. Spanien meldet 38.118 Tote.

21:40 Uhr | Thüringen will "coronasicheres" Wahlrecht

Die Thüringer Landesregierung will das Thüringer Wahlgesetz ändern, damit die Landtagswahl im kommenden Jahr auch unter den Bedingungen der Pandemie stattfinden kann. So soll es nach Informationen von MDR THÜRINGEN grundsätzlich möglich sein, die Wahl im ganzen Land oder in einzelnen Wahlkreisen als reine Briefwahl abzuhalten. Voraussetzung sei, dass für das betroffene Gebiet zuvor der sogenannte "wahlrechtliche Gesundheitsnotstand" erklärt wurde. Laut Gesetzentwurf sind dafür Landtag, Gesundheitsministerium und Wahlausschüsse zuständig.

21:24 Uhr | Ausländische Ärzte in moralischer Zwickmühle

In Tschechien und der Slowakei fehlen im heimischen Gesundheitssystem aktuell dringend benötigte Ärzte. Viele der Mediziner arbeiten im Ausland, unter anderem in Sachsen. Die Ärzte bringt das in ein moralisches Dilemma – wie etwa Ärztin Katarina Varga in Seifhennersdorf:

21:19 Uhr | Slowakei verlängert Ausgangssperren

Die slowakische Regierung hat am Mittwoch die geltende landesweite Ausgangssperre bis zum 14. November verlängert. Wer keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, darf seine Wohnung nicht einmal mehr für den Weg zur Arbeit verlassen. Erlaubt sind nur dringend notwendige Besorgungen und das Absolvieren eines Corona-Tests.

21:15 Uhr | Italien verschiebt Verschärfungen

Die Regierung in Rom verschiebt die jüngsten Verschärfungen zum Corona-Schutz in Italien kurzfristig um einen Tag. Das sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Mittwochabend im Fernsehen. Der Beginn sei statt für Donnerstag jetzt für Freitag vorgesehen. Die Regierung plant unter anderem nächtliche Ausgangssperren im ganzen Land sowie weitere Maßnahmen in Hochrisikozonen in bestimmten Regionen. Die Vorbereitung erfordere noch etwas Zeit.

19:09 Uhr | Teil-Lockdown in Polen

Polen hat wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen einen erneuten Teil-Lockdown verhängt.

Die Pandemie wird immer schlimmer, deshalb müssen wir entschlossen reagieren.

Mateusz Morawiecki Regierungschef
Reagenzglas wird mit Pipette befüllt
Test aur das Coronavirus Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Land mit seinen 38 Millionen Einwohnern hat mit mehr als 24.000 Infektionen innerhalb von 24 Stunden einen Rekordanstieg der Fallzahlen verzeichnet. Ab Sonnabend müssen deshalb die meisten Geschäfte in Einkaufszentren schließen. Nur Supermärkte, Apotheken und Friseursalons dürfen offen bleiben. Auch Kinos, Theater und Galerien werden geschlossen. Nachdem bereits ältere Schüler und Studenten auf Fernunterricht umsteigen mussten, ordnete die Regierung dies nun auch für die Klassen eins bis drei an.

18:44 Uhr | Gesundheitsämter überlastet

Rund 40 Gesundheitsämter in Deutschland haben wegen der hohen Corona-Fallzahlen eine Überlastung gemeldet. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Sieben Gesundheitsämter hätten mitgeteilt, dass sie in den nächsten Tagen Infektionsschutzmaßnahmen nicht mehr sicherstellen könnten. Bei den anderen gebe es Kapazitätsengpässe. Bundesweit gibt es rund 375 Gesundheitsämter. Einige werden bereits durch die Bundeswehr oder das Robert-Koch-Institut personell unterstützt.

18:14 Uhr | Bundesaußenminister Maas muss erneut in Quarantäne

Außenminister Heiko Maas muss sich erneut in Quarantäne begeben. Er hatte nach Angaben des Auswärtigen Amtes Kontakt mit einer infizierten Person, sei aber am Nachmittag negativ getestet worden. Maas und Staatsminister Michael Roth hatten Montagabend an einer Veranstaltung teilgenommen, bei der bei einem ausländischen Delegationsteilnehmer Covid-19 diagnostiziert wurde. Maas war bereits Ende September wegen eines positiv getesteten Personenschützers in Quarantäne gegangen.

17:55 Uhr | Dänemark will alle Zuchtnerze töten

In Dänemark sollen alle gezüchteten Nerze wegen des Risikos einer auf den Menschen übertragbaren Mutation des Coronavirus getötet werden. Premierministerin Mette Frederiksen sagte, die Behörden hätten eine Mutation des Virus bei Nerzen entdeckt, die auf Menschen übertragen wurde.

Das mutierte Virus in den Nerzen könnte ein Risiko für die Wirksamkeit eines zukünftigen Impfstoffs sein.

Mette Frederiksen Premierministerin von Dänemark

In Dänemark, dem weltgrößten Produzenten von Nerzfellen, hatte es trotz Gegenmaßnahmen immer wieder Ausbrüche auf Nerzfarmen gegeben.

16:58 Uhr | Intensivmediziner erwarten Verdoppelung der Patienten

Mitarbeiterinnen der Pflege in Schutzausrüstung betreuen einen Corona-Patienten
Patient mit Covid-19 auf einer Intensivstation Bildrechte: dpa

Die Intensivmediziner in Deutschland rechnen spätestens in zehn Tagen mit doppelt so vielen Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen wie derzeit. Der Präsident der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Uwe Janssens, appelliert deshalb an die Politik, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Kliniken den Regelbetrieb einstellen können. Damit werde Fachpflegepersonal aus der Anästhesie freigesetzt. Das Anästhesiefachpflegepersonal habe die gleiche Ausbildung wie Intensivschwestern.

15:50 Uhr | Gericht bestätigt Teil-Lockdown in Sachsen-Anhalt

Der Teil-Lockdown in Sachsen-Anhalt ist aus Sicht des Oberverwaltungsgerichts verhältnismäßig. Die Richter wiesen nach Angaben einer Sprecherin in einem Beschluss den Antrag einer Hotelkette gegen das touristische Beherbergungsverbot, die Schließung von Gaststätten und weitere verhängte Maßnahmen ab.

15:14 Uhr | Nächtliche Ausgangssperren in Italien

Italien verhängt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Außerdem teilt die Regierung das Land in drei Risikozonen ein und erlässt Teil-Lockdowns für besonders gefährdete Gebiete. Das geht aus dem Dekret hervor, das Ministerpräsident Giuseppe Conte in der vergangenen Nacht unterschrieben hat. Mit dem Prinzip der drei Risikozonen soll gezielter auf regionale Unterschiede bei der Corona-Entwicklung eingegangen werden, um einen strengen nationalen Lockdown wie im Frühjahr zu verhindern. Die Regelungen sollen vorerst bis zum 3. Dezember gelten.

14:54 Uhr | Über 5.000 Soldaten im Corona-Einsatz

ie Bundeswehrsoldaten Obergefreite Melissa Fritzenkötter und Hauptgefreiter Dennis Schlickmann arbeiten in einem Büro des Gesundheitsamtes in der Kontaktverfolgung von Covid-19-infizierten Bürgern
Die Bundeswehr im Einsatz bei der Kontaktnachverfolgung Bildrechte: dpa

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind mittlerweile 5.350 Soldaten im Corona-Einsatz. Insgesamt gehe es um 1.025 Hilfeanfragen, Soldaten seien in 247 Gesundheitsämtern eingesetzt. Es gehe dabei etwa um Hilfe bei der Kontaktnachverfolgung, aber es werde auch medizinisches Personal eingesetzt oder es würden Lagerflächen zur Verfügung gestellt. Insgesamt hatte die Bundeswehr bis zu 15.000 Soldaten für den Einsatz bei der Corona-Hilfe angeboten.

14:01 Uhr | Coronavirus in Gefängnis in Frankfurt/Main

In einem Gefängnis in Frankfurt/Main hat es einen größeren Coronavirus-Ausbruch gegeben. Wie das hessische Justizministerium mitteilte, wurden bisher insgesamt 26 Gefangene und zwei Bedienstete der Justizvollzugsanstalt Frankfurt IV im Stadtteil Preungesheim positiv getestet. Ein Häftling sei am Montag wegen leichter Erkältungssymptome vorsorglich getestet worden und der Test positiv ausgefallen. Danach seien alle Gefangenen auf der Station und JVA-Mitarbeiter getestet worden und 25 weitere positive Ergebnisse eingegangen.

13:26 Uhr | Grönemeyer für Solidaritäts-Sonderzahlung

Der Musiker Herbert Grönemeyer hat in einem Beitrag für "Die Zeit" wohlhabende Privatleute aufgefordert, in der Coronavirus-Pandemie notleidenden Künstlern zu helfen. Nicht für sich stellt der eher selbst wohlabende Sänger und Komponist darin die Frage: "Wäre die Zeit nicht günstig für eine Solidaritätssonderzahlung der Vermögendsten."

13:15 Uhr | Maskenpflicht in Koblenz gekippt

In Koblenz hat das Verwaltungsgericht die nachts in Teilen der Innenstadt geltende Maskenpflicht gekippt. Diese sei unverhältnismäßig, teilte das Verwaltungsgericht in der rheinland-pfälzischen Stadt mit. Es gab damit dem Eilantrag eines Bürgers statt: Die Stadt habe nicht geprüft, ob es in den Gebieten mildere Mittel zur Eindämmung der Pandemie gebe. Die Stadt hatte für die Zeit von 20:00 Uhr bis 05:00 Uhr für die Altstadt, Koblenz-Mitte und -Süd eine Maskenpflicht verhängt.

13:02 Uhr | Land kauft Schnelltests für Heime und Kliniken

Die Landeregierung in Sachsen-Anhalt kann jetzt 500.000 Corona-Schnelltests bestellen, um Pflegeheime und Krankenhäuser damit zu beliefern. Die Finanzexperten des Landtags billigten heute Pläne der Landesregierung, dafür 3,5 Millionen Euro auszugeben. Unter anderem dies war Thema im heutigen Morgen-Ticker aus Sachsen-Anhalt.

12:32 Uhr | Vatikanischen Museen schließen

Die Vatikanischen Museen werden ab Donnerstag bis zunächst 3. Dezember geschlossen. Das gab der Vatikan am Mittwoch bekannt. Den Angaben zufolge wird damit behördlichen Maßnahmen in Italien gefolgt, wo Museen und Ausstellungen schließen müssen und ab Donnerstag eine nächtliche Ausgangssperre ab 22:00 Uhr gilt. Die Museen trag mit jährlich rund sieben Millionen Besuchern wesentlich zur Finanzierung des Vatikans bei.

12:15 Uhr | Kretschmer verteidigt Einschränkungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat in einer Regierungserklärung die neuen Einschränkungen verteidigt. Die aktuelle Pandemie-Lage sei ernst, aber nicht hoffnungslos. Allerdings brauche es in den kommenden Wochen eine deutliche Verhaltensänderung der Menschen. Mehr zu der Regierungserklärung heute im Landtag wie auch zu den positiven Coronavirus-Test beim Fußballverein Dynamo Dresden im aktuellen Ticker aus Sachsen:

12:04 Uhr | Maskenpflicht-Kontrollen in Magdeburg

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe haben stärkere Kontrollen der Maskenpflicht in Straßenbahnen und Bussen angekündigt, gemeinsam mit der Polizei. Wie ein MVB-Sprecher sagte, soll auch in Zeiten mit weniger Fahrgastaufkommen überprüft werden, ob sich die Menschen an die Regel halten. Tagsüber sei das nach bisherigen Erkenntnissen bei etwa 95 Prozent aller Fahrgäste der Fall.

11:54 Uhr | Mehr Intensiv-Patienten in Thüringen

In Thüringen steigt die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung. Bis Mittwochvormittag waren es 39 - nach Daten des Registers der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI ). Demnach wurden zwölf Menschen invasiv beatmet. Vor zwei Wochen waren noch 22 Covid-19-Kranke auf Intensivstationen im Land. In Thüringen stehen nach den DIVI-Zahlen insgesamt 934 Intensivbetten zur Verfügung. Die Kapazität kann demnach in sieben Tagen um 455 aufgestockt werden.

Weitere aktuelle Meldungen zur Coronavirus-Pandemie in Thüringen, etwa zur Debatte des Landtags über die neue Schutzverordnung oder Klagen dagegen, gibt es im Corona-Ticker der Kollegen aus Erfurt:

11:35 Uhr | Söder mahnt Hilfen noch im November an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vom Bund schnelle finanzielle Hilfen für Betriebe gefordert, die vom aktuellen Teil-Lockdown betroffen sind. Die Ersatzleistungen etwa für die Gastronomie oder die Kulturbranche müssten noch im November fließen. Das allerdings hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zugesagt und bis Ende des Monats angekündigt. In der gestrigen Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag sagte er nach dpa-Informationen, sein Ziel sei es, in diesem Monat mindestens Abschlagzahlungen zu machen.

11:26 Uhr | SPD lehnt "Unternehmerlohn" ab - lieber Hartz-IV

Die SPD ist dagegen, einen "Unternehmerlohn" etwa für Solo-Selbständige einzuführen. Ihr Parlamentarischer Geschäftsführer, der Finanzexperte Carsten Schneider aus Thüringen, sprach sich gegen "ein doppeltes System" aus. Stattdessen werde im Sozialausschuss des Bundestags derzeit eine Verlängerung des vereinfachten Hartz-IV-Zuganges für Selbstständige bis Ende März 2020 beraten. Dabei könne er sich weitere Vereinfachungen vorstellen, sagte Schneider, etwa den Wegfall der Anrechung von Einkünfte der Lebenspartner.

11:19 Uhr | Studie: Ansteckung von Kindern unwahrscheinlich

Eine Ansteckung von Kindern mit dem Coronavirus in Kitas ist einer Studie zufolge wenig wahrscheinlich. Wie "Die Zeit" berichtet, haben Forscher um die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt/Main, Sandra Ciesek, über zwölf Wochen die Abstriche von 825 Kita-Kindern und 372 Kita-Mitarbeitern in Hessen untersucht. Dabei seien nur zwei zwei Erzieherinnen positiv getestet worden. Im Beobachtungszeitraum "hat sich wohl keines der mehr als 800 untersuchten Kinder infiziert", wird Virologin Ciesek zitiert: "Die Wahrscheinlichkeit scheint also extrem gering zu sein, dass sich Kinder anstecken." Es gibt allerdings auch andere Studienergebnisse.

11:00 Uhr | RKI ändert Empfehlungen für Coronavirus-Tests

Das Robert Koch-Institut hat angesichts der Überlastung der Labore seine Empfehlungen für Coronavirus-Tests geändert. Demnach soll es möglichst keine PCR-Tests für reine Verdachtsfälle mehr geben, also für Menschen ohne eindeutige Covid-19-Symptome. Damit soll verhindert werden, dass in der Erkältungssaison zu viele Coronavirus-Tests das bisherige System zusammenbrechen lassen.

10:42 Uhr | Neuer Rekord bei den Infektionen in Polen

In Polen sind binnen 24 Stunden 24.692 weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg nach den Angaben des Gesundheitsministeriums um 373, was ebenfalls ein neuer Tageshöchstwert ist. Die Regierung will im Lauf des Tages weitere Maßnahmen im Kampf gegen die pandemie ankündigen, einen vollständigen Lockdown aber vermeiden.

10:24 Uhr | Minijobber besonders von Krise betroffen

Minijobber mit monatlichen Einkünften von bis zu 450 Euro trifft die Coronavirus-Krise laut einer Studie besonders hart. Die Zahl der Minijobber sei Ende Juni 2020 um 850.000 oder zwölf Prozent geringer gewesen als ein Jahr davor, erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Minijobber verlören in einer Wirtschaftskrise vergleichsweise schnell ihre Beschäftigung, sagte Markus Grabka vom DIW. "Sie gehören auf jeden Fall zu den Verlierern der coronabedingten Rezession." Sie hätten keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Zudem beträfen die Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor allem Branchen mit vielen Minijobs, wie Gastronomie und Veranstaltungsorganisation. Das DIW fordert daher eine Reform der Minijobs.

09:24 Uhr | Mehr als 16.500 Neuinfektionen

Am Dienstag haben die Kreise und Städte in Deutschland 16.545 Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Das sind so viele wie nie zuvor an einem Sonntag. Die über sieben Tage gemittelte Zahl der täglichen Neuinfektionen stieg damit auf über 16.000.

In Mitteldeutschland wurden 1.557 Fälle gemeldet (Sachsen: 1.114, Thüringen: 278, Sachsen-Anhalt: 165).

Die Reproduktionszahl lag laut Robert Koch-Institut bei 0,94 (Stand am Dienstag). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Schnitt weniger als zehn weitere Menschen anstecken. Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein "Sieben-Tage-R" an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Sonntag ebenfalls bei 0,98. Der R-Wert muss langfristig unter 1 gehalten werden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

08:04 Uhr | Zeitung: Überbrückungshilfen fließen zäh

Von den etwa 25 Milliarden Euro an Überbrückungshilfen für kleinere und mittlere Unternehmen sind nach einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" bisher weniger als eine Milliarde Euro geflossen. Das meldet das Blatt mit Verweis auf Antworten des Wirtschaftsministeriums auf einer Anfrage der FDP im Bundestag. Demnach flossen bis Mitte Oktober 954 Millionen Euro für 92.861 bewilligte Anträge. Insgesamt seien 128.714 Anträge gestellt worden. FDP-Fraktionsvize Michael Theurer kritisierte den bisher geringen Mittelabfluss und führte ihn auf bürokratische Hürden bei der Antragstellung zurück.

07:38 Uhr | Appell von Kulturschaffenden

Vor dem Treffen der Bundeskanzlerin mit Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden heute haben mehr als 140 prominente Kulturschaffende einen Aufruf unterzeichnet und Hilfen verlangt. In dem von Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt initiierten Appell wird die Regierung aufgefordert, "Belange der Solo-Selbstständigen und Freiberufler endlich ernst zu nehmen" und sie gleichberechtigt zu behandeln: Hilfen sollten entbürokratisiert, zugänglicher und der Weg zu einen "Unternehmerlohn" frei gemacht werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft sich heute mit Vertretern der Arbeitgeber und der deutschen Industrie, um sich über aktuelle Themen rund um die Coronavirus-Pandemie zu sprechen. Vertreter aus Kunst und Kultur sind nicht eingeladen.

07:00 Uhr | Schulgipfel in Bayern - Probleme in Sachsen-Anhalt

Bei einem virtuellen Schulgipfel wollen Vertreter der bayerischen Staatsregierung heute Nachmittag mit Lehrern, Schülern und Eltern über die Situation an den Schulen sprechen. Im Vorfeld hatte es Kritik der Verbände an der bayerischen Schulpolitik in der Coronavirus-Pandemie gegeben. Auch in Sachsen-Anhalt werden viele Regeln für die Schulen als schwer umsetzbar angesehen.

06:30 Uhr | Niederlande schließen Museen und Kinos

Die niederländische Regierung hat weitere Beschränkungen verhängt. Ministerpräsident Mark Rutte teilte mit, dass Museen, Theater und Kinos für zwei Wochen schließen müssten. Auch Gemeindezentren und Zoos seien betroffen. Die Regierung riet außerdem von Auslandsreisen bis Mitte Januar ab. Rutte sprach von einer schwierigen Botschaft. Aber es gebe keinen anderen Weg, um die Zahl der Neuinfektionen zu senken. Mitte Oktober war in den Niederlanden bereits ein "Teil-Lockdown" angeordnet worden.

06:10 Uhr | Städtetag fordert Nothilfen

Der Deutsche Städtetag hat Nothilfen für kommunale Kultur- und Freizeiteinrichtungen gefordert. Städtetagspräsident Burkhard Jung nannte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe konkrete Hilfen unter anderem für Messen, Kongresszentren, Museen, Zoos, Theater und Konzerthäuser, die mindestens bis zum Monatsende schließen müssten. Auch diese Unternehmen müssten von den kurzfristigen Wirtschaftshilfen profitieren, die der Bund jetzt auflege.

06:02 Uhr | R-Wert laut RKI knapp unter 1

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist die Ansteckungsrate in Deutschland gestern knapp unter 1 gesunken. Das RKI schätzte die dafür maßgebliche Reproduktionszahl (R) über sieben Tage auf 0,98, was bedeute, dass im Durchschnitt jeder Infizierte eine weitere Person anstecke: "Da die Zahl der infizierten Personen derzeit in Deutschland sehr hoch ist, bedeutet dies weiterhin eine hohe Zahl von täglichen Neuerkrankungen." (Mehr Details im Eintrag 9:24 Uhr)

06:00 Uhr | Der Ticker am 4. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. November 2020 | 06:00 Uhr

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