Coronavirus-Ticker 24. Juni: Lufthansa und Flugbegleiter einigen sich auf Krisenpaket

Die Lufthansa und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo haben sich auf ein Sparpaket zur Bewältigung der Folgen der Krise geeinigt. Nach den Corona-Ausbrüchen in Gütersloh befürchtet der Burgenlandkreis eine ähnliche Lage. Denn auch in Weißenfels betreibt Tönnies einen riesigen Schlachtbetrieb. Die Entwicklungen im Überblick.

Unser Ticker vom Mittwoch endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse! Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Donnerstag.

0:50 Uhr | Lufthansa einigt sich mit Gewerkschaft Ufo auf Sparpaket

Die Lufthansa hat sich mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo auf Sparmaßnahmen in der Corona-Krise geeinigt. Das erklärten beide Seiten in der Nacht. Es gehe um Einsparungen von mehr als einer halben Milliarde Euro bis 2023. Die Lufthansa teilte mit, die Mitarbeiter bekämen weniger Flugstunden bei entsprechend weniger Lohn. Außerdem gebe es vorerst keine Tariferhöhung. Auch die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge würden reduziert. Laut der Gewerkschaft gibt es dafür einen vierjährigen Kündigungsschutz. Die Ufo-Mitglieder müssen den Vereinbarungen noch zustimmen. Betroffen sind 22.000 Kabinenmitarbeiter.

23:30 Uhr | Förderprogramm zur Ausbildung von Lehrlingen

Wenn Handwerk und Mittelstand in der Corona-Krise nicht mehr ausbilden, fehlen nach der Krise wieder die Fachkräfte. Diese Rechnung ist es, die die Bundesregierung dazu veranlasst hat die Lehrlingsausbildung zu fördern. Mittlere und kleinere Unternehmen, die die Zahl ihrer Ausbildungsplätze stabil halten oder sogar steigern können einen Zuschuss von bis zu 3.000 Euro pro Lehrling bekommen.

22:45 Uhr | Burgenlandkreis will Ausbruch bei Tönnies verhindern

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, sieht ein erhöhtes Risiko, dass im Weißenfelser Tönnies-Werk eine ähnlicher Ausbruch wie im Landkreis Gütersloh entstehen kann. Im dortigen Schlachtbetrieb haben sich mehr als 1.550 Beschäftigte nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Voraussetzungen im Weißenfelser Werk seien ähnliche wie im Kreis Gütersloh, sagte Ulrich im Interview mit MDR AKTUELL. Man fühle sich aber dennoch gut gewappnet. Auch habe man bislang keinerlei Infektionen im Werk oder in der Stadt Weißenfels ausgemacht. Man habe Tönnies vorgeschlagen, jetzt Woche für Woche die Belegschaft stichprobenhaft auf das Coronavirus zu testen. Man brauche hier die Mitarbeit des Unternehmens, sagte Ulrich. Anordnen könne man die Tests erst, wenn es zu einem Ausbruch komme. Das gesamte Interview mit dem CDU-Politiker sehen Sie hier:

22:20 Uhr | Wie es bei Tönnies in Weißenfels abläuft

Die Angst ist groß, dass Tönnies Arbeiter aus Rheda-Wiedenbrück nach Weißenfels in Sachsen-Anhalt schickt, wo derzeit noch geschlachtet wird. Auch hatte der Burgenlandkreis Mitte Mai Coronatests für die Belegschaft bereitgestellt, doch nur die Hälfte beteiligte sich. Offenbar wussten viele Mitarbeiter gar nichts davon, fand MDR EXAKT heraus:

22:15 Uhr | Bahn beteiligt sich an Vergleichsstudie

Die Deutsche Bahn und die Berliner Charité wollen eine mehrmonatige Studie zu den Corona-Risiken im Fernverkehr starten. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" und beruft sich auf ein Papier der Bahn. Demnach sollen ab Ende Juni mindestens 400 Zugbegleiter, 150 Lokführer und 150 Instandhaltungs-Handwerker getestet werden. Geplant sei dies an den Standorten Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und München. Die Forscher wollen die Infektionen und Immunitäten in den drei Berufsgruppen miteinander vergleichen. Sie wollen auf diese herausfinden, ob Zugbegleiter ein höheres Ansteckungsrisiko haben als andere Bahnbeschäftigte.

21:45 Uhr | Landkreis stellt Arbeiter vorsorglich unter Quarantäne

Der niedersächsische Landkreis Diepholz hat ein ehemaliges Kasernengelände vorsorglich unter Quarantäne gestellt. In den Gebäuden in der Gemeinde Diepholz lebt ein Teil der Belegschaft eines betroffenen Putenschlachthofes von Wiesenhof. Dort wurden bei Tests bislang 35 Mitarbeiter positiv getestet. Für die jetzt unter Quarantäne stehenden Arbeiter gibt es noch keine Ergebnisse. Auf dem ehemaligen Kasernengelände sind Werkvertragsarbeiter untergebracht, die für Subunternehmen arbeiten, die wiederum bei Wiesenhof anheuern. Die Putenschlachterei gehört zu Geestland Putenspezialitäten.


21:30 Uhr | Großaktionär will für Lufthansa-Rettungsplan stimmen

Dem Lufthansa-Rettungsplan steht offenbar nichts mehr im Wege. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, will der Großaktionär Heinz Hermann Thiele am Donnerstag auf der Hauptversammlung zustimmen. Thiele sagte, er sei gegen die Insolvenz. Es liege im Interesse aller Mitarbeiter, dass das Management schnell mit den Gewerkschaften verhandeln könne. Das Lufthansa-Rettungspaket der Regierung hat ein Volumen von neun Milliarden Euro. Es beinhaltet neben Krediten und stillen Einlagen auch eine Beteiligung des Bundes. Thiele hatte die Pläne im Vorfeld wiederholt kritisiert. Mit einem Aktienanteil von 15,5 Prozent könnte er die Annahme verhindern. Lufthansa steckt wegen der Corona-Pandemie in der Krise, seit März mussten zahlreiche Flieger am Boden bleiben.

Ein Flugzeug der Lufthansa steht kurz vor dem Start in Richtung Frankfurt auf dem Flughafen in Dresden.
Ein Flugzeug der Lufthansa steht auf einer Landebahn vom Flughafen Dresden. Bildrechte: Mitteldeutsche Flughafen AG

20:47 Uhr | Coronavirus weiterhin weltweit auf dem Vormarsch

Die Diskussion um Reisefreiheit, regionale Einschränkungen und den Sommerurlaub in Deutschland bekommt eine andere Dimension, wenn man auf die internationalen Corona-Zahlen schaut. Denn während in Europa und Deutschland das Virus weitestgehend im Griff scheint, steigen fast überall sonst auf der welt die Zahlen schnell an.

19:50 Uhr | Marathon in Berlin und New York abgesagt

Die Marathon-Events in Berlin und New York fallen in diesem Jahr aus. Das teilten die Veranstalter mit. Grund sind die Corona-Beschränkungen. Der Berlin Marathon sollte am 26. und 27. September stattfinden. Die 50. Ausgabe des New York Marathons war für den 1. November geplant.

18:50 Uhr | Gütersloh: Kein weiterer Infizierter gefunden

Bei der freiwilligen Massentestung der Bewohner des Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist zunächst kein weiterer Infizierter gefunden worden. Von den ersten 230 Befunden stehe noch ein Ergebnis aus, alle anderen seien negativ, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer am Mittwoch. Insgesamt seien bislang 600 Abstriche genommen worden.

18:45 Uhr | Klimaanlage als Virenschleuder

Der Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb Tönnies könnte auf die Luftkühlung im Zerlegebetrieb zurückgehen. Das ist eine erste Einschätzung des Bonner Hygiene-Experten Martin Exner. In dem Bereich würde die Luft auf sechs bis zehn Grad Celsius heruntergekühlt, während die Arbeiter bei hohem Tempo und harter, körperlicher Belastung die geschlachteten Schweine zerlegen, sagte Exner bei einer Pressekonferenz in Gütersloh. Um die Luft zu kühlen, werde diese aus dem Raum gezogen, gekühlt und zurück in den Raum gebracht. Um zu verhindern, dass Viren über dieses System verteilt werden, schlug Exner Hochleistungsfilter als Lösung vor. Sie werden bereits in Krankenhäusern eingesetzt.

18:30 Uhr | Sachsen: Fleischindustrie muss regionaler werden

Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther hält es für dringend nötig, dass die Fleischindustrie wieder regionaler wird. Der Grünen-Politiker sagte MDR AKTUELL, die Landesregierung sei unabhängig von der Corona-Krise schon seit Längerem an dem Thema dran. Es werde bereits an Konzepten gearbeitet. Ziel sei es, wieder Schlachthöfe in Sachsen zu haben, aber auch die Möglichkeit von mobilen Schlachtungen zu nutzen. Der Freistaat wolle Projekte noch in dieser Legislaturperiode fördern. Nach den Worten Günthers gibt es in Sachsen nur einen größeren Schlachthof bei Belgern. Ansonsten werde im Freistaat de facto nicht mehr geschlachtet. Das gesamte Interview können Sie hier hören:

18:00 Uhr | Jugendherbergen fehlen Gäste

In Mitteldeutschland sind zahlreiche Jugendherbergen auch nach dem Corona-Lockdown weiter geschlossen. Wer öffnet, zählt nur wenig Gäste, wie die Jugendherberge im erzgebirgischen Warmbad. Zu ihren Besuchern gehören in der Regel Schulkinder, die in diesem Jahr ausbleiben. Nicht einmal zehn Prozent der sonst üblichen Besucherzahl hat die Jugendherberge in diesem Jahr bislang eingefahren.

17:45 Uhr | Sachsen hebt Abi-Mathenoten an

In Sachsen wird in diesem Jahr die Mathenote im Abitur angehoben. Kultusminister Christian Piwarz begründete die Entscheidung damit, dass die Schüler wegen des Schulausfalls in diesem Jahr keine Nachteile haben sollten. Im April hatte er entschieden, dass die Abi-Prüfungen wie geplant stattfinden sollen. Eine Stichprobe unter Gymnasien ergab, dass der Mathe-Durchschnitt im Leistungsfach mit 3,1 deutlich schlechter ausgefallen ist, als im vergangenen Jahr. Da lag der Durchschnitt bei 2,5.

17:30 Uhr | Wiesenhof - Zahl der Infizierten steigt

Nach dem Start eines Corona-Massentests unter Mitarbeitern einer Putenschlachterei des Wiesenhof-Konzerns in Niedersachsen ist die Zahl der Infizierten auf 35 gestiegen. Bis Mittwochnachmittag wurden nach Unternehmensangaben 341 Menschen in dem Betrieb in Wildeshausen getestet. Unter den 35 Infizierten befinden sich vier Festangestellte und 31 Arbeiter mit Werkvertrag. Sie seien jetzt in Quarantäne. Bis Freitagnachmittag sollen alle Mitarbeiter des Betriebs getestet werden. Die Putenschlachterei gehört zu Geestland Putenspezialitäten.

Geflügelfleisch wird in den Produktionshallen des Geflügelproduzenten Wiesenhof in Lohne (Niedersachsen) verarbeitet
Blick in eine Produktionshalle des Geflügelproduzenten Wiesenhof Bildrechte: dpa

17:25 Uhr | Tönnies-Mitarbeiter in Bulgarien gesucht

Bulgarien will aus Deutschland zurückgekehrte Tönnies-Mitarbeiter ausfindig machen. Wie der Oberste Gesundheitsinspektor erklärte, soll so eine mögliche Verbreitung des Coronavirus verhindert werden. Von einigen Beschäftigten habe man bereits die Daten und versuche nun, sie zu finden. Das sei kein leichter Weg. Einreisende aus Deutschland müssen in Bulgarien nicht mehr in Quarantäne.

17:00 Uhr | Thüringen gegen eine Quarantäne für Touristen aus Gütersloh

Thüringen plant keine Einreisebeschränkungen für Menschen aus Risikogebieten, wie dem Kreis Gütersloh. Gesundheitsministerin Heike Werner sagte MDR AKTUELL, sie stehe solchen Maßnahmen skeptisch gegenüber. Bislang seien Ausbrüche in Deutschland immer lokal begrenzt gewesen. Es sei der falsche Weg, jetzt einen ganzen Kreis in Sippenhaft zu nehmen. Das gesamte Interview können Sie hier hören:

16:30 Uhr | IWF korrigiert Prognose noch einmal nach unten

Die Weltwirtschaft wird dieses Jahr nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Krise noch viel stärker schrumpfen als ohnehin schon befürchtet. Der IWF kürzte am Mittwoch seine Prognosen vor allem für Länder, die besonders von der Pandemie betroffen sind - darunter Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Brasilien und die USA. Deutschland wird dagegen für nächstes Jahr eine kräftigere Erholung zugetraut. Die Prognose sieht vor, dass die Weltwirtschaft 2020 um 4,9 Prozent schrumpfen könnte. Noch im April war der IWF von einem Minus von 3,0 Prozent ausgegangen, was bereits der schlimmsten Rezession seit der Großen Depression in den 1930er-Jahren entsprach.

16:00 Uhr | Rund 15 Prozent nutzen Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App des Bundes wird inzwischen von rund 15 Prozent der Menschen in Deutschland benutzt. Wie das Robert Koch-Institut am Mittwoch mitteilte, lag die offizielle Downloadzahl bei 12,6 Millionen. Die App ist seit gut einer Woche verfügbar. Nach Einschätzung von Experten ist ab einer Nutzungsquote von 15 Prozent mit einem spürbaren Effekt bei der Eindämmung der Pandemie zu rechnen. Forscher der Universität Oxford hatten berechnet, dass eine Beteiligungsquote von 60 Prozent nötig sei, wenn man im Kampf gegen das Coronavirus nur auf die App setzt. Ist sie aber Teil eines Pandemiekonzeptes inklusive Hygiene, Abstand und Atemschutz, zeige sie schon bei 15 Prozent einen Effekt.

14:00 Uhr | Laschet-Appell an andere Bundesländer

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat die anderen Bundesländer aufgefordert, Menschen aus dem Kreis Gütersloh trotz des Corona-Ausbruchs Urlaub zu ermöglichen. Der CDU-Politiker sagte im Landtag, Menschen aus der Region Gütersloh dürfen nicht stigmatisiert werden. Hintergrund ist ein Coronavirus-Ausbruch mit mehr als 1.600 Infizierten in einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies im Kreis Gütersloh. Die Landesregierung hatte daraufhin einen regionalen Lockdown angeordnet. Laschet betonte, außerhalb der Fleischfabrik gebe es kaum Infektionen. Er habe mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder telefoniert. Dieser habe versichert, Menschen aus Gütersloh mit einem aktuellen negativen Virustest seien willkommen. Auch Mecklenburg-Vorpommern akzeptiert einen negativen Corona-Test, der aber nicht älter als 48 Stunden sein darf. Schleswig-Holstein und Niedersachsen wollen Reisende aus Gegenden mit erhöhtem Infektionsrisiko in eine 14-tägige Quarantäne schicken. Ob sie bei einem Nachweis, dass man nicht infiziert ist, Ausnahmen machen, ist unklar.

13:20 Uhr | Fußball – Partie von Lok Leipzig in Verl untersagt

Das für den 30. Juni geplante Relegations-Rückspiel zur 3. Liga zwischen dem westfälischen SC Verl und dem 1.FC Lok Leipzig muss verschoben oder verlegt werden. Die Landesregierung in NRW untersagte die Partie in Verl wegen des Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh. Zusätzliches Risiko wären Lok-Fans gewesen, die ihre Mannschaft zum Auswärtsspiel begleiten wollten. Der SC Verl sucht nach eigenen Angaben mit dem DFB und Lok Leipzig nach einer Alternativlösung. Das Hinspiel in Leipzig soll planmäßig am Donnerstag stattfinden.

12:50 Uhr | Nachbarkreis bittet Gütersloher um Rücksicht

Der niedersächsische Landkreis Osnabrück hat an die Menschen in den beiden vom Corona-Lockdown betroffenen nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf appelliert, vorerst auf nicht zwingend nötige Besuche zu verzichten. Das sei ein Gebot der Vernunft, der Rücksicht und der Einsicht. Kreissprecher Burkhard Riepenhoff betonte zugleich: "Damit wollen wir niemanden schikanieren oder diskriminieren."

12:15 Uhr | Klöckner lädt zum Fleisch-Krisentreffen

In der Debatte um Missstände in der Fleischindustrie will Bundesagrarministerin Julia Klöckner über Konsequenzen beraten. Dazu ist am Freitag ein Treffen mit ihren Amtskolleginnen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sowie Vertretern von Tierhaltern, Schlachtereien, Ernährungswirtschaft, Handel und Verbraucherschutz geplant. Das Bundesministerium hält eine "Neujustierung" der Tierhaltung in Deutschland für nötig. Mit Billigpreisen seien faire Arbeitsbedingungen und Löhne sowie das Tierwohlziel schwer zu erreichen.

11:20 Uhr | Österreich mit Reisewarnung für NRW

Das Außenministerium in Österreich hat eine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. Demnach gilt eine partielle Reisewarnung und die zweithöchste Sicherheitsstufe 5. Für den Rest Deutschlands gilt aus Sicht des Ministeriums das Sicherheitsrisiko Stufe 4 mit dem Hinweis "von nicht unbedingt notwendigen Reisen in das Land wird abgeraten".

10:55 Uhr | Niedersachsen stoppt Urlauber aus Westfalen

Niedersachsen hat nach dem Corona-Ausbruch in Westfalen ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region Gütersloh erlassen. Die Landesregierung folgt eigenen Angaben zufolge damit Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, die bereits Beschränkungen für Besucher aus Corona-Hotspots verordnet haben. Maßgeblich ist dabei der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro Tag je 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

10:25 Uhr | Schutzschirm für Ausbildung beschlossen

Die Bundesregierung stellt 500 Millionen Euro bereit, um die betriebliche Ausbildung auch in der Coronavirus-Krise zu sichern. Das Kabinett beschloss dazu eine Ausbildungsprämie. Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten sollen 2.000 oder 3.000 Euro erhalten, wenn sie trotz coronabedingtem Umsatzeinbruch und Kurzarbeit ihre Lehrstellenzahl halten oder sogar erhöhen. Zudem gibt es Unterstützung, wenn Kurzarbeit für Lehrlinge vermieden wird. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden bundesweit bislang deutlich weniger Lehrverträge für das im Herbst beginnende Ausbildungsjahr abgeschlossen.

09:55 Uhr | Bundesregierung entlastet Kommunen

Die Bundesregierung will Städte und Gemeinden in diesem Jahr um etwa 14 Milliarden Euro entlasten, um deren Finanzlage in der Coronavirus-Krise zu stärken. Das Kabinett billigte dazu weitere Vorhaben aus dem Konjunkturpaket: Bund und Länder wollen den Kommunen einmalig 11,8 Milliarden Euro für Einnahmeausfälle bei der Gewerbesteuer zahlen. Zudem wird der Bund seine Beteiligung an den Miet- und Heizkosten von Hartz-IV-Empfängern auf Dauer um 25 Punkte auf bis zu 74 Prozent erhöhen. Das soll jährlich etwa 3,5 Milliarden Euro kosten.

09:15 Uhr | 24 Neuinfektionen in Mitteldeutschland

Die Zahl der neuen Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist vor allem wegen der Ausbrüche in Westfalen und Göttingen gestern um 704 auf über 192.000 gestiegen. Nach Zahlen vom Risklayer-Datenprojekt liegt in den NRW-Kreisen Gütersloh und Warendorf sowie im Göttingen in Niedersachsen die Rate an täglichen Neuinfektionen über dem kritischen Wert von 50 je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. In den mitteldeutschen Hotspots Magdeburg sowie den Thüringer Kreisen Greiz und Sonneberg hat sich die Lage entspannt. In Sachsen meldeten die Kreise für Dienstag 13 neue Ansteckungen, in Thüringen sechs und in Sachsen-Anhalt fünf.

08:40 Uhr | Spahn: Lockdown in Westfalen richtig

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellt sich hinter die Wiedereinführung von Beschränkungen in Teilen Nordrhein-Westfalens. Spahn sagte, es sei klar gewesen, dass bei erneuten regionalen Virus-Ausbrüchen Schutzmaßnahmen wieder verschärft werden müssten. Das seien jetzt zwar harte ein bis zwei Wochen für die Menschen in den betroffenen Regionen. Es diene aber dem Schutz aller Menschen in Deutschland. "Wir sehen ja, wenn man es diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich ganz, ganz schnell wieder aus."

08:00 Uhr | Galopp in Leipzig doch ohne Zuschauer

Die Leipziger Galopprennbahn Scheibenholz darf an diesem Samstag zwar einen Renntag durchführen, allerdings nur ohne Zuschauer. Aufgrund eines Missverständnisses zwischen dem Gesundheitsamt und dem Ordnungsamt wurde die bereits erteilte Genehmigung für den Renntag mit 700 Besuchern kurzfristig wieder entzogen. Das teilte der Rennverein mit. Demnach werden alle acht geplanten Rennen vor leeren Rängen ausgetragen.

07:50 Uhr | 100.000 Corona-Tote in Lateinamerika

In den lateinamerikanischen Ländern ist die Zahl der Corona-Todesopfer auf über 100.000 gesprungen. Wie das Internetportal UOL berichtet, entfallen mehr als die Hälfte der Toten auf Brasilien. Das größte südamerikanische Land meldete allein binnen eines Tages weitere 1.364 Opfer – eine der höchsten Zahlen der vergangenen Wochen. Auch Peru ist stark betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigte sich besorgt über die weiter steigenden Zahlen in Lateinamerika. Offiziell sind rund 2,6 Millionen Corona-Ansteckungen bestätigt, die Dunkelziffer wird als hoch geschätzt.

07:35 Uhr | Sofort Kurzarbeitergeld für Azubis?

Mehrere Unionspolitiker fordern eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes für Auszubildende. In einem gemeinsamen Positionspapier heißt es, um Firmen zu entlasten, sollten diese für ihre Lehrlinge vom ersten Tag an Kurzarbeitergeld erhalten können. Das würde dem Betrieb und den jungen Beschäftigten Sicherheit geben. Ähnliche Forderungen hatte es schon aus der Wirtschaft gegeben. Bislang müssen Betriebe ihre Lehrlingen die ersten sechs Wochen selbst bezahlen, bevor sie für die Azubis Kurzarbeitergeld beantragen können.

Wegen der Corona-Krise ist die Zahl der Ausbildungsangebote in Deutschland gesunken. Die Bundesregierung will heute Hilfen zur Sicherung von Ausbildungsplätzen in der Krise auf den Weg bringen.

06:55 Uhr | Rumänien fordert besseren Schutz seiner Bürger

Rumänien fordert einen besseren Schutz seiner Staatsbürger in deutschen Schlachthöfen. Der Botschafter in Deutschland, Emil Hurezeanu, sagte den Funke-Medien, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten müssten dringend verbessert werden. Sein Land erwarte, dass die Bundesregierung gesetzliche Vorgaben zur besseren Regulierung der Branche umsetze. Beim Fleischkonzern Tönnies im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück sind inzwischen mehr als 1.500 Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hurezeanu zufolge kommt dort die Hälfte der Beschäftigten aus Rumänien.

06:20 Uhr | Problem Schwarzarbeit

Viele Corona-Fälle bleiben nach Einschätzung einer Leipziger Beratungsstelle für Menschen ohne Krankenversicherung unentdeckt. Eine Sozialarbeiterin der sogenannten "Clearingstelle" sagte MDR AKTUELL, die Betroffenen seien oft Schwarzarbeiter aus dem Ausland. Sie trauten sich nicht zum Arzt, denn sie befürchteten hohe Kosten und dass sie bei den Behörden gemeldet würden. Weil sie zudem häufig nichts von ihrer Infektion wüssten, verbreiteten sie die Krankheit weiter. Die Beratungsstelle fordert deshalb, Corona-Tests auch anonym und kostenlos anzubieten. Das sächsische Gesundheitsministerium wies das zurück. Die existierenden Angebote seien ausreichend.

05:10 Uhr | MV und Bayern verteidigen Einreisekontrollen

Mecklenburg-Vorpommern und Bayern haben Beschränkungen für Urlauber aus stark von Corona-Infektionen betroffenen Regionen verteidigt. Der Gesundheitsminister des norddeutschen Bundeslandes, Harry Glawe, erläuterte MDR AKTUELL, auch Menschen aus Risikogebieten könnten kommen. Voraussetzung sei, dass sie einen negativen Corona-Test vorweisen könnten, der nicht älter als 48 Stunden sei.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte in der ARD, es handle sich um eine notwendige Sicherheitsmaßnahme. Man wolle nicht, dass der Urlaub in Bayern für viele Menschen unsicher werde. In dem Bundesland dürfen Herbergen künftig keine Menschen mehr aus Landkreisen aufnehmen, die besonders viele Corona-Neuinfektionen haben. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hatte zuvor gewarnt, Urlauber aus dem Kreis Gütersloh in der Urlaubssaison zu benachteiligen. Er betonte, außerhalb der stark betroffenen Fleischindustrie seien bisher kaum Corona-Fälle bekannt.


04:00 Uhr | Dutzende Infektionen in Berlin-Friedrichshain

Bei 44 Bewohnern eines Gebäudekomplexes im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Aufgrund gehäufter Coronafälle wurden dort in der vergangenen Woche umfangreiche Testungen bei Kontaktpersonen vorgenommen, wie eine Sprecherin des Bezirks mitteilte. Die betroffenen Haushalte wurden unter Quarantäne gestellt, auch Kinder seien betroffen. Die Menschen hätten keine Symptome gehabt. Schulen, Kitas sowie Freizeiteinrichtungen seien informiert worden.

02:45 Uhr | Landrat: Tönnies soll Belegschaft in Weißenfels testen

Der Landrat des sachsen-anhaltischen Burgenlandkreises, Götz Ulrich, fordert vom Fleischverarbeiter Tönnies Corona-Tests auch im Werk in Weißenfels. Ulrich sagte am Dienstagabend, nur durch regelmäßige Tests erhalte man ein Lagebild im Unternehmen. Auch wer in Weißenfels formal für ein Subunternehmen arbeite, solle getestet werden. Bisher sind keine Infektionen im Tönnies-Schlachthof in Weißenfels mit seinen rund 2.200 Beschäftigten bekannt.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juni 2020 | 21:00 Uhr

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