Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Merkel lehnt Vertrauensfrage im Bundestag ab

Bundeskanzlerin Merkel hat Forderungen der Opposition zurückgewiesen, wegen der umstrittenen "Oster-Ruhe" im Bundestag die Vertrauensfrage zu stellen. Die CDU-Politikerin hatte den Beschluss zuvor als Fehler bezeichnet und sich entschuldigt. In Sachsen-Anhalt sollen sich alle Lehrer gegen Covid-19 impfen lassen können. Die Bundesregierung prüft ein Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland. Die SPD lehnt dies ab. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzleri Merkel will im Bundestag nicht die Vertrauensfrage stellen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 24. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:38 Uhr | Harter Oster-Lockdown im Osten Österreichs

Wegen eines deutlichen Anstiegs positiver Corona-Testungen gilt in Österreichs Hauptstadt Wien und zwei benachbarten Bundesländern über Ostern ein harter Lockdown. Darauf einigten sich der Bürgermeister von Wien und die Landeshauptleute von Niederösterreich und dem Burgenland mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Von Gründonnerstag bis zum 6. April gelten auch tagsüber Ausgangssperren. Museen und Geschäfte (außer Grundbedarf) müssen schließen. Das Verlassen der Wohnung soll nur in bestimmten Fällen erlaubt sein, etwa zum Einkaufen oder zum Sport.

22:22 Uhr | Reisebranche kritisiert Bundesregierung für erwogene Urlaubsreise-Verbote

Die deutsche Reisebranche hat die Regierungspläne zu möglichen Verboten von Urlaubsreisen ins Ausland scharf kritisiert. Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig, sagte dem "Handelsblatt", die Bundesregierung habe Kurs und Kompass verloren. Aus dem Zickzackkurs werde nun ein Schlingerkurs mit doppeltem Rückwärtssalto.

21:35 Uhr | Merkel lehnt Vertrauensfrage im Bundestag ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Forderungen der Opposition abgelehnt, wegen der umstrittenen Entscheidung zur "Oster-Ruhe" die Vertrauensfrage zu stellen. Die CDU-Politikerin sagte im ARD-Brennpunkt: "Das ist nicht nötig. Das werde ich nicht tun." Sie habe heute die Menschen für einen Fehler um Verzeihung gebeten. "Das ist, glaube ich, das Richtige, was zu tun ist." Ansonsten habe sie die Unterstützung der gesamten Bundesregierung und insofern auch des Parlamentes. FDP, AfD und Linke hatten Merkel zuvor aufgefordert, im Bundestag die Vertrauensfrage zu stellen und damit zu prüfen, ob sie für ihren Kurs noch eine Mehrheit hat.

21:03 Uhr | Tim Herden: "Bisherige Corona-Politik an ihr Ende gekommen"

ARD-Hauptstadtkorrespondent Tim Herden sieht nach dem Hin und Her um die von Kanzlerin Merkel und den 16 Ministerpräsidenten beschlossene "Oster-Ruhe" eine "Staatskrise". Die bisherige Corona-Politik sei an ihr Ende gekommen.

20:48 Uhr | Bundesfinanzminister verteidigt Rekordverschuldung

Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Rekordverschuldung des Bundes mit der Stabilisierung von Wirtschaft und Jobs in der Corona-Pandemie verteidigt. Wegen der Corona-Maßnahmen wächst allein der Schuldenberg des Bundes in den Jahren 2020 bis 2022 um die gigantische Summe von 450 Milliarden Euro.

20:40 Uhr | Corona-Hickhack um Ostern drückt Nachfrage nach Lammfleisch

Auch wenn das Osterfest wohl kleiner ausfallen wird, kommt bei vielen Familien ein Braten auf den Tisch. In den vergangenen Jahren war Lammfleisch aus der Region gut nachgefragt. Aktuell sieht es etwas anders aus. Der Hickhack um Ostern schlägt sich auch auf den Preis nieder.

20:30 Uhr | FDP-Vize Kubicki sieht komplettes Regierungsversagen

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat die Kehrtwende bei der sogenannten Oster-Ruhe als Höhepunkt des kompletten Regierungsversagens bezeichnet. Kubicki sagte MDR AKTUELL, jeder einigermaßen ausgebildete Jurist hätte sagen können, dass man den Gründonnerstag nicht einfach zu einem Sonntag erklären könne. Die Bundeskanzlerin sei gut beraten, wenn sie jetzt die Vertrauensfrage stelle. Auf Regierungsseite müsse endlich mehr Professionalität bei der Beschaffung von Impfstoffen und bei den Testungen einkehren.

20:15 Uhr | Ramelow ruft trotzdem zur "Oster-Ruhe" auf

Ungeachtet der Zurücknahme der "Oster-Ruhe" durch Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die Bürger seines Bundeslandes aufgefordert, keine Urlaubsreisen zu unternehmen und nicht vielen Menschen zu begegnen. "Die Oster-Ruhe ist nicht abgesagt, es sind nur keine Feiertagsregelungen für Gründonnerstag und Karsamstag gefunden worden", sagte der Linke-Politiker. Es sei darum gegangen, "einen überdynamischen Anstieg im Infektionsgeschehen mit fünf Ruhetagen zu kontern". Er finde weiterhin, dass es sich um eine gute Idee gehandelt habe.

19:55 Uhr | 117 Arztpraxen im Vogtland können jetzt impfen

Im Vogtlandkreis können ab sofort auch Haus- und Fachärzte gegen Covid-19 impfen. Wie das sächsische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden 117 Praxen beliefert. Rund 24.000 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs seien verteilt worden. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sagte, im Kreis seien jetzt rund 5.000 Impfungen pro Tag möglich. Nach der Änderung der Impfverordnung kann in Corona-Hotspot-Gebieten wie im Vogtland ohne Priorisierung geimpft werden. Laut dem Risklayer-Projekt liegt die 7-Tage-Inzidenz im Vogtland aktuell bei 435.

19:30 Uhr | SPD lehnt Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland ab

Die SPD-Fraktion im Bundestag lehnt ein mögliches Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland ab. Der parlamentarische Geschäftsführer Carsten Schneider sagte, ein generelles Verbot von Reisen in beliebte Urlaubsgebiete werde es mit der SPD nicht geben. Das gehe über sinnvolle Corona-Schutzmaßnahmen hinaus, sei unverhältnismäßig und trage zur weiteren Verunsicherung der Bevölkerung bei. Zuvor hatte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer erklärt, dass die Bundesregierung prüfe, ob man Reisen in beliebte Urlaubsregionen vorübergehend unterbinden könne.

18:30 Uhr | Staatsrechtler kritisiert fehlende parlamentarische Mitbestimmung

Der Gießener Staatsrechtler Steffen Augsberg hat das Krisenmanagement der Regierung kritisiert. Das Mitglied des Deutschen Ethikrates sagte MDR AKTUELL, er halte vor allem die weiterhin fehlende parlamentarische Mitbestimmung in der Corona-Pandemie für problematisch. Man habe das Gefühl, dass über Monate nichts passiert sei bei der Bewältigung der Corona-Krise.

Augsberg hatte am Dienstag in der Welt die mittlerweile kassierte "erweiterte Ruhezeit" über Ostern als einen "Kandidat für den Euphemismus des Jahres" bezeichnet.

18:05 Uhr | AfD fordert sofortige Beendigung des Lockdowns

Die AfD-Fraktion im Bundestag hat eine sofortige Beendigung des Lockdowns und eine sofortige Öffnung aller Schulen und Kitas im Land gefordert, um "Normalität in unser Leben zurückzubringen". Fraktionschefin Alice Weidel sagte mit Blick auf die Rücknahme der sogenannten Oster-Ruhe durch die Bundeskanzlerin, Merkel übernehme die Verantwortung, aber keiner wisse, wie diese Verantwortung aussehe. Die Entscheidung zeige eine "Bunkermentalität" der Kanzlerin, die sich mit ihrer "Entourage" vom normalen Bürger und der Arbeitswelt entfernt habe.

17:54 Uhr | Unionspolitiker zweifeln Legitimität der Corona-Runde von Kanzlerin und Länderchefs an

In der Union wächst die Kritik an der verfassungsrechtlich nicht vorgesehenen Corona-Entscheidungsrunde aus Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten.

GItta Connemann, CDU Unionsfraktionsvize
Connemann: "Aus dem Sonderinstrument ist eine Dauereinrichtung
geworden."
Bildrechte: dpa

Unions-Fraktionsvize Gitta Connemann äußerte Zweifel, dass die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin das richtige Instrument für die Bewältigung der Corona-Pandemie ist. "Außerhalb von akuten Notfällen dürfen wir Grundsatzentscheidungen von solcher Tragweite nicht mehr allein 17 Personen überlassen", sagte die CDU-Politikerin dem Nachrichtenportal "t-online". Der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph de Vries forderte in der "Welt", aus dem "Notfall- in den Regelmodus" zu wechseln und den Parlamenten wieder das Ruder zu überlassen.

16:49 Uhr | Bundesregierung prüft Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland

Die Bundesregierung prüft, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wegen der Corona-Pandemie vorübergehend unterbunden werden können. Es gebe einen entsprechenden Prüfauftrag, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Die Bundesregierung reagierte damit unter anderem auf die steigende Zahl von Reisebuchungen nach Mallorca.

16:45 Uhr | Sachsen-Anhalt impft jetzt alle Lehrer

Ärztin in Magdeburg präpariert Spritze mit Astrazeneca-Impfstoff
Eine Ärztin in Magdeburg präpariert eine Spritze mit dem Astrazeneca-Impfstoff: In Sachsen-Anhalt soll allen Lehrern ein Impfangebot gemacht werden. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt sollen ab sofort die Lehrer aller Schularten ein Angebot für eine Impfung gegen Covid-19 erhalten. Wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne ankündigte, sollen auch für andere Beschäftigte mit Schülerkontakt wie Sekretärinnen, Hausmeister, Sozialarbeiter, Praktikanten oder das Kantinen- und Reinigungspersonal werden in den Kreis der Impfberechtigten aufgenommen werden. Die Impfzentren seien bereits über die Änderungen informiert worden, sagte die SPD-Politikerin. Bisher konnten sich in Sachsen-Anhalt nur Lehrkräfte der Grund- und Förderschulen impfen lassen.

16:22 Uhr | Sachsens Ministerpräsident nimmt Merkel in Schutz

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Aufhebung des "Oster-Ruhe"-Beschlusses verteidigt. "Ich finde, sie muss dafür nicht die Verantwortung übernehmen", verteidigte der CDU-Politiker die Kanzlerin. Diese Entscheidung sei von 16 Ministerpräsidenten und der Bundesregierung gemeinsam getroffen worden. Man habe über die vergangenen zwölf Monate dem Land "viele richtige Entscheidungen" gegeben. Die Entscheidung vom Montag gehöre nicht dazu. Das sollte man auch offen und deutlich sagen.

15:44 Uhr | Merkel bezeichnet "Oster-Ruhe" als Fehler und bittet um Verzeihung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die am Montag beschlossene sogenannte Oster-Ruhe wieder zurückgenommen. In einer Pressekonferenz nannte sie den Beschluss einen Fehler und bat die deutsche Bevölkerung um Verzeihung. Das Video zum Thema.

15:30 Uhr | Auch Söder entschuldigt sich für Oster-Hin und Her

Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für das Hin und Her um die wieder zurückgenommene "Oster-Ruhe" entschuldigt. "Es tut uns Leid, es tut auch mir Leid", sagte der CSU-Politiker vor seiner Regierungserklärung im Bayerischen Landtag. Es sei ein Vertrauensschaden entstanden.

Söder erklärte zugleich, dass er "großen Respekt" vor der Entscheidung Merkels habe, die geplanten Oster-Ruhetage zurückzunehmen und um Verzeihung zu bitten. Allerdings habe die Kanzlerin das Thema nicht alleine entschieden. Deshalb müssten sich alle Ministerpräsidenten mit entschuldigen.

Zugleich forderte Söder, die Abläufe der Corona-Gipfel der Länderchefs mit Merkel zu reformieren. Das Verfahren müsse transparenter werden. Außerdem sollten die Sitzungen am Vormittag beginnen und früher abgeschlossen werden.

14:08 Uhr | Wirtschaft begrüßt Rücknahme des Oster-Lockdowns

Wirtschaft und Handel haben erleichtert auf die Rücknahme der zusätzlichen Oster-Ruhetage reagiert. Der Handelsverband Deutschland erklärte, mit dem heutigen Beschluss kehre ein Stück Vernunft in die Corona-Politik zurück. In Zeiten von Corona müsse es darum gehen , den Kundenandrang zu verteilen und nicht durch zusätzliche Schließungen für Warteschlagen zu sorgen. Zudem hätten die Ruhetage für erhebliche logistische Probleme gesorgt. Arbeitgeberpräsident Dulger spach von einer mutigen Entscheidung der Kanzlerin. Sie habe damit Führungsstärke bewiesen.

13:22 Uhr | Brasilien: Mehr als 3.000 Corona-Tote an einem Tag

In Brasilien hat es erstmals mehr als 3.000 Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages gegeben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben gestern 3.251 Covid-Patienten. Die Gesamtzahl der registrierten Toten stieg damit auf knapp 299.000. In Brasilien grassiert eine besonders ansteckende Variante des Corona-Virus. Das Gesundheitssystem des Landes ist inzwischen völlig überfordert. In der Hauptstadt Brasília warten 400 Menschen auf ein Bett in der Intensivstation. In sechs Bundesstaaten gibt es nicht mehr genug Sauerstoff, um schwerkranke Patienten zu versorgen.

13:14 Uhr | EU-Kommission verschärft Kontrolle von Impfstoff-Exporten

Der Export der knappen Corona-Impfstoffe aus der Europäischen Union soll noch schärfer kontrolliert und notfalls häufiger gestoppt werden. Dies beschloss die EU-Kommission. Dafür wurde die Anfang Februar eingeführte Exportkontrolle erweitert. Neue Kriterien sollen es erlauben, Impfstoffe zurückzuhalten, wenn Verhältnismäßigkeit und Gegenseitigkeit nicht gewahrt sind. Generelle Exportverbote soll es aber nicht geben. Ausfuhren in Entwicklungsländer sollen nicht behindert werden.

13:06 Uhr | Bundesregierung plant mit hoher Neuverschuldung

Die Bundesregierung will wegen der Corona-Krise auch im kommenden Jahr neue Schulden in Milliardenhöhe machen. Wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten, beschloss das Kabinett Eckpunkte für den Haushalt 2022. Finanzminister Olaf Scholz plane eine Neuverschuldung von über 81 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr wolle er rund 60 Milliarden Euro mehr Schulden machen als geplant. Endgültig beschlossen wird der Haushalt durch den neuen Bundestag nach der Wahl im Herbst.

12:42 Uhr | Doch keine Oster-Ruhe

Kanzlerin Angela Merkel in gelber Jacke nimmt ihren Mundschutz ab, auf der wöchentlichen Sitzung des Bundeskabinetts im März 2021
Angela Merkel hat die geplanten Ruhetag rund um das Osterfest zurückgenommen. Bildrechte: dpa

Die erst gestern angekündigte Oster-Ruhe kommt doch nicht. Kanzlerin Angela Merkel sagte am Mittag, die geplanten Ruhetage zu Gründonnerstag und Ostersamstag seien ein Fehler gewesen, sie übernehme dafür die Verantwortung. Die dadurch entstandene Verunsicherung bedauere sie "und dafür bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung", sagte sie. Merkel hatte die Ministerpräsidenten zuvor kurzfristig für heute Vormittag zu einer weiteren Schalte eingeladen.

10:07 Uhr | Bundesregierung lädt kurzfristig Ministerpräsidenten ein

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder beraten noch an diesem Mittwoch überraschend kurzfristig erneut über die Corona-Pandemie. Das Bundeskanzleramt habe für 11.00 Uhr die Ministerpräsidentenkonferenz zu einer Schalte eingeladen, teilte ein Regierungssprecher mit. Nach den bisher letzten Beratungen in der Nacht zu Dienstag hatte es teilweise heftige Kritik gegeben.

09:34 Uhr | Russen wollen in Schwaben Sputnik V produzieren

Der russische Pharmakonzern R-Pharm will ab Sommer den Corona-Impfstoff Sputnik V im bayerischen Illertissen produzieren. Konzernmanager Alexander Bykow sagte, man setze alles daran, im Juni oder Juli loszulegen. Pro Monat könnten Millionen Dosen produziert werden. Ausrüstungen und Kader seien schon vor Ort. Im Moment prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur die Zulassung des russischen Impfstoffs. Er ist bereits in mehr als 50 Ländern zugelassen. Zwischenzeitlich war auch die Firma IDT Biologika in Sachsen-Anhalt als Produktionsort im Gespräch.

08:56 Uhr | Göring-Eckardt: Oster-Lockdown Folge von Versäumnissen

Der Oster-Lockdown ist nach Ansicht von Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt ein Ergebnis von Versäumnissen in der Vergangenheit. Sie sagte MDR AKTUELL, die Regierung hätte früher und klarer handeln müssen. Die Öffnungsschritte seien nicht mit Schutz verbunden gewesen. Die negativen Folgen müssten die Menschen jetzt über Ostern bezahlen. Göring-Eckardt sprach sich außerdem dafür aus, dass die Corona-Maßnahmen vor Entscheidungen in Bundestag und Bundesrat debattiert werden müssen.

08:48 Uhr | Löhne in Corona-Krise erstmals seit Jahren gesunken

Die Löhne der Menschen in Deutschland sind erstmals seit den Erhebungen 2007 nominal gesunken. Die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen fielen im Corona-Krisenjahr 2020 um 0,7 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Da zugleich die Verbraucherpreise um knapp 0,5 Prozent stiegen, blieb den Beschäftigten real 1,1 Prozent weniger Gehalt. Das war noch etwas weniger, als die Statistiker zunächst geschätzt hatten. In der Statistik ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht berücksichtigt, das in der Corona-Krise für Millionen Erwerbstätige die Einkommensverluste zumindest abfederte.

07:54 Uhr | Intensivmediziner: Impfungen machen sich bereits bemerkbar

Die deutschen Intensivmediziner registrieren nach Angaben ihres Verbandes Divi bereits Auswirkungen der Impfungen. Auf den Intensivstationen gebe es nur noch "sehr wenig" Corona-Patienten im Alter von 80 Jahren, sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), im Deutschlandfunk. Das sei deutlich zu sehen. "Die Impfungen scheinen wirklich zu wirken", ergänzt Marx. "Wenn wir die über 65-Jährigen geimpft haben, werden wir einen Effekt deutlich merken."

07:49 Uhr | Autoindustrie warnt vor Folgen von Oster-Lockdown

Beim Autogipfel in Berlin hat die Autoindustrie am Dienstagabend vor den Folgen des geplanten Oster-Lockdowns gewarnt. Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, sagte, es gebe viele ungeklärte Fragen. Plötzliche Betriebsstilllegungen seien für eine international vernetzte Wirtschaft nicht darstellbar. Lackierwerke und Energiezentralen sowie vieles andere mehr könnten nicht einfach stillgelegt werden. Die Branche erwarte vernünftige und praktikable Regelungen. Die Arbeitsstätten in der Autoindustrie seien ein sicherer Ort.

07:37 Uhr | Arzneimittelagentur lehnt Antiwurmmittel zur Behandlung von Covid-19 ab

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA spricht sich gegen den Einsatz des Antiwurmmittels Ivermectin bei Covid-19-Patienten aus. Es seien weitere Studien nötig, um zu zeigen, dass das Medikament effektiv und sicher sei. In Tschechien und der Slowakei werden Corona-Kranke seit einigen Wochen mit dem Wirkstoff behandelt.

07:11 Uhr | Sachsen will Schulen ab 12. April wieder öffnen

Sachsen will alle Schulen ab dem 12. April wieder öffnen. Kultusminister Christian Piwarz sagte am Dienstagabend bei einer Videokonferenz, die Bedingungen für Präsenzunterricht würden derzeit diskutiert. Alle Lehrer und Schüler sollten zwei Mal wöchentlich getestet werden. Dafür würden jeweils 1,2 Millionen Schnelltests benötigt. Die Landesregierung arbeite an der Beschaffung. Piwarz sprach von einer Übergangslösung, bis man mit dem Impfen weiter sei und die Schulen dadurch sicher seien.

06:53 Uhr | Wissenschaftler stimmen Oster-Lockdown zu

Die von Bund und Ländern vereinbarte Corona-Notbremse trifft bei Wissenschaftlern auf Zustimmung. Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz sagte MDR AKTUELL, die neue Variante sei ansteckender und länger infektiös. Auf diese neuen Parameter müsse man reagieren. Der Virologe Uwe Liebert erklärte, die Politik müsse alles daran setzen, die Impfungen voranzutreiben. Bis dahin bleibe nur, die Kontakte zu reduzieren. Für Sachsens Ärztepräsident Erik Bodendieck ist die Notbremse eine Folge der Versäumnisse wie fehlende Tests und Mängel bei der Digitalisierung

06:47 Uhr | Seehofer hält Ostergottesdienste für möglich

Bundesinnenminister Horst Seehofer geht auf Abstand zu der Bund-Länder-Entscheidung gegen Präsenzgottesdienste zu Ostern. Seehofer sagte der Bild-Zeitung, sein Ministerium habe diesen Vorschlag nicht gemacht, obwohl es für die Religionen zuständig sei. Es habe ihn erstaunt, dass ausgerechnet Parteien mit dem "C" im Namen den Kirchen den Verzicht auf Gottesdienste nahelegten. Seehofer betonte, es gebe kein Verbot und keine Forderung, Gottesdienste ausfallen zu lassen. Es handle sich um eine Bitte, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Die Kirchen hätten Hygienekonzepte, die tadellos funktionierten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 24. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. März 2021 | 06:00 Uhr

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