Coronavirus-Pandemie Ticker am Mittwoch: 50 Millionen zusätzliche Biontech-Dosen in diesem Quartal

Die EU soll im laufenden Quartal 50 Millionen mRNA-Impfstoffdosen von Biontech und Pfizer mehr bekommen als bislang geplant. Immunologen vermuten, dass seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen ein generelles Risiko der Vektor-Impfstoffe sein könnten. Für die Ostseeinsel Usedom gilt erneut ein Einreiseverbot für Besucher. Tschechien will Dänemark nicht mehr benötigte Astrazeneca-Impfdosen abkaufen. Die FDP sieht eine Klagewelle gegen das Infektionsschutzgesetz anrollen.

Kühlschränke, in denen der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer gelagert wird, stehen in der belgischen Produktionsstätte des Pharmaunternehmens Pfizer
Kühlschränke für den mRNA-Impfstoff von Biontech in der Pfizer-Produktionsstätte im belgischen Puurs. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 14. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:45 Uhr | Viel Aufregung um das Thema Impfen

Der Vektor-Impfstoff von Johnsson & Johnsson soll wegen möglicher Nebenwirkungen später kommen. Dafür kommt vom mRNA-Impfstoff von Biontech-Pfizer mehr über die EU. Die Hausärzte brauchen eigentlich mehr Impfstoffe, doch einige Länder wollen vor allem an den Impfzentren festhalten.

22:35 Uhr | Grenzkontrollen zu Tschechien fallen weg

Ab Mitternacht enden die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Tschechien. Die Infektionszahlen sind deutlich zurückgegangen. Doch ungehindert ein- und ausreisen wird auch weiterhin nicht so einfach möglich sein.

22:33 Uhr | Teurer Rettungsanker Kurzarbeit

Die Zahl der Kurzarbeiter war im vergangenen Jahr im April so hoch wie noch nie. Das ist teuer und damit auch ein Problem. Aber die Kurzarbeit rettet auch Arbeitsplätze. So konnten die meisten Firmen in Mitteldeutschland ihre Mitarbeiter halten. Das Kurzarbeitergeld schafft damit auch etwas Sicherheit für Betriebe. Und das dürfte auch noch eine Weile so bleiben.

22:22 Uhr | Magdeburgs OB Trümper verteidigt Impfungen nur für Einheimische

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat seine Entscheidung verteidigt, in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt nur Magdeburger impfen zu lassen. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatte das Vorgehen zuvor scharf kritisiert. Sie forderte Trümper auf, sich an die Bundesimpfverordnung zu halten. Trümper hatte die Maßnahmen mit einem hohen Impftourismus aus anderen Bundesländern begründet.

22:13 Uhr | Corona-Impfung in Halle am Donnerstag ohne Anmeldung

Die Stadt Halle bietet am morgigen Donnerstag Corona-Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung an. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, gilt das Angebot für alle Einwohner über 60 Jahre. Verimpft wird das Präparat von Astrazeneca. Bereits gebuchte Termine im Impfzentrum behalten ihre Gültigkeit. Dafür wird ein eigener Einlass organisiert. Die Stadt will auf ihrer Homepage fortlaufend über die aktuellen Wartezeiten informieren.

20:44 Uhr | Langfristige Folgen durch Unterrichtsausfall erwartet

Nach Informationen der OECD waren die Schulen 2020 für 1,5 Milliarden Kinder zumindest teilweise geschlossen. Das könnte sich nicht nur auf deren Zukunft auswirken, sondern auch die Bildungsschere zwischen den Ländern verstärken.

20:41 Uhr | Schweiz lockert Corona-Regeln

Trotz steigender Corona-Testzahlen lockert die Schweiz ab kommender Woche die Corona-Maßnahmen. Nach Angaben der Regierung in Bern dürfen von Montag an unter anderem Restaurant-Terrassen, Kinos und Fitnesszentren wieder öffnen. Zudem sind Veranstaltungen im Freien mit bis zu 100 Gästen wieder erlaubt, in Innenräumen mit bis zu 50 Personen.

Gesundheitsminister Alain Berset sagte, die Zahlen stiegen zwar, aber nicht sehr stark. Deshalb sei die Regierung bereit, etwas mehr Risiko einzugehen. Anders als in Deutschland wird in der Schweiz keine 7-, sondern eine 14-Tage-Inzidenz ermittelt. Sie lag heute bei knapp 303 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

19:33 Uhr | Sachsen erweitert Kreis der Impfberechtigten um Prioritätsgruppe 3

In Sachsen wird der Kreis der Berechtigten für eine Corona-Impfung erweitert. Das teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei einer Videokonferenz mit. Ab kommender Woche könnten sich auch Personen der sogenannten Prioritätsgruppe 3 für eine Impfung anmelden. Dazu gehören unter anderem Soldaten, Polizisten, Feuerwehrleute und Mitarbeiter im Verkehrswesen. Bisher konnten sich bereits Menschen über 60 für eine Impfung registrieren lassen. Eine Sonderregelung gilt für den Vogtlandkreis. Dort ist wegen der hohen Inzidenzzahlen die Priorisierung aufgehoben worden.

19:18 Uhr | Erneutes Einreiseverbot für Ostseeinsel Usedom

Wegen gestiegener Corona-Testzahlen sind die Ostseeinsel Usedom und das Stettiner Haff erneut für Besucher gesperrt worden. Das Einreiseverbot gilt für den gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald. Auch Zweitwohnungen dürfen nicht besucht werden.

18:08 Uhr | Tschechien will Dänemark Astrazeneca-Dosen abkaufen

Tschechien hat Interesse an Dänemarks Astrazeneca-Impfdosen bekundet. Innenminister Jan Hamáček schrieb auf Twitter, man sei bereit, den Dänen das Präparat abzukaufen. Derzeit versuche man, auf der ganzen Welt Impfstoff zu beschaffen. Unklar ist allerdings, ob ein solcher Handel nach EU-Regeln überhaupt möglich ist.

Dänemark hatte heute erklärt, auf den Impfstoff von Astrazeneca zu verzichten. Die Gesundheitsbehörde in Kopenhagen teilte mit, das Impfprogramm werde ohne das Mittel fortgeführt. Auch der Impfstoff von Johnson & Johnson wird in Dänemark nicht eingesetzt. Hintergrund sind Berichte über vereinzelte Fälle von Thrombosen, die nach den Vermutungen einiger Immunologen mit Vektor-Impfstoffen im Zusammenhang stehen könnten.

17:28 Uhr | EU-Staaten geben grünes Licht für EU-Impfausweis

In der EU wird es einen einheitlichen Impfausweis für Reisen innerhalb Europas geben. Darauf haben sich die Botschafter der 27 Mitgliedsstaaten verständigt. Das sogenannte Grüne Zertifikat soll ab Sommer zum Einsatz kommen. Neben Informationen über Impfungen sollen auch Testergebnisse und Angaben über eine überstandene Covid-19-Erkrankung in dem Dokument enthalten sein. Für Reisende könnten dadurch Test- oder Quarantänepflichten entfallen.

Den Plänen zufolge soll das Impfzertifikat keine Voraussetzung für Reisen sein, sondern nur Grenzübertritte erleichtern. Das EU-Parlament muss noch grundsätzlich zustimmen. Einige Abgeordnete haben bereits beim Datenschutz Bedenken angemeldet. Außerdem ist wissenschaftlich nicht abschließend bewiesen, dass Geimpfte das Coronavirus nicht mehr weiterverbreiten können. Auch die Dauer einer Immunität nach einer überstandenen Covid-Erkrankung ist nicht restlos geklärt.

17:17 Uhr | Kritik an Kürzung der Biontech-Charge für Hausärzte

Aus der sächsischen Impfkommission kommt Kritik an der Verteilungsstrategie des Bundesgesundheitsministeriums bei den Covid-19-Impfstoffen. Der Leipziger Immunologe Michael Borte, der Mitglied der Kommission ist, bestätigte bei MDR AKTUELL Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung, wonach die Hausärzte künftig weniger Impfstoff von Biontech erhalten. Borte sagte, dass das Ministerium die Impfzentren bevorzuge, sei ein falscher Weg. Mit den Arztpraxen könne man viel rascher zu viel höheren Durchimpfungsraten kommen.

Laut Kassenärztlicher Vereinigung soll die Biontech-Zuteilung für die Praxen halbiert werden. Im Gegenzug erhalte man zwar mehr Astrazeneca- Impfstoff, der aber Unter-60-Jährigen nicht gespritzt werden könne. Das Bundesgesundheitsministerium wies den Vorwurf zurück. Die Impfstoffmenge steigere sich stetig.

16:50 Uhr | FDP sieht Klagewelle gegen Infektionsschutzgesetz anrollen

Die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes wird nach Einschätzung der FDP-Fraktion im Bundestag eine "Flut von Verfassungsbeschwerden" beim Bundesverfassungsgericht auslösen.

Marco Buschmann, erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP, spricht auf einer Pressekonferenz.
Buschmann: "Wir werden erleben, wie eine Flut von Verfassungsbeschwerden über Karlsruhe hereinbrechen wird." Bildrechte: dpa

Fraktions-Geschäftsführer Marco Buschmann sagte, die Klagen hätten "ganz beachtliche Erfolgaussichten". Als besonders kritisch sieht er die vorgesehenen Ausgangssperren von 21 bis 5 Uhr an. Diese seien eine schwere Grundrechtseinschränkung. Das Argument, man brauche diese Beschränkungen, um die Menschen von unzulässigen Kontakten abzuhalten, sei von Gerichten bereits als zu schwach verworfen worden.

Buschmann kündigte an, die FDP werde geschlossen gegen das Gesetz stimmen, wenn sich dieses sich nicht substanziell ändere, was momentan nicht erkennbar sei. Ohnehin gebe es keine Notwendigkeit für eine Gesetzesänderung. Alles, was zur Pandemiebekämpfung tauglich sei, sei heute schon für die Länder möglich.

16:00 Uhr | Kekulés Corona-Kompass vom 14. April 2021

Kann die "Bundesnotbremse" in der aktuellen Lage helfen? Wie wirkungsvoll sind nächtliche Ausgangssperren - und sind sie verhältnismäßig? Und: Es gibt eine wichtige neue Long Covid-Studie. Über diese und andere Themen informiert der Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé in seinem neusten Corona-Kompass.

15:46 Uhr | Frankreich setzt Vektor-Impfstoffe weiter wie geplant ein

Frankreich will den Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson wie geplant einsetzen. Das erklärte ein Regierungssprecher in Paris. Es sei auch wichtig, weiterhin das Mittel von Astrazeneca zu verwenden, betonte er. Beide Vektor-Impfstoffe sind von einigen Immunologen in Verbindung mit äußerst seltenen Thrombosen gebracht worden.

15:30 Uhr | Ungesicherter Verdacht gegen Vektor-Impfstoffe als Thrombose-Verursacher

Einige Immunologen haben das Wirkprinzip der Vektor-Impfstoffe gegen das Coronavirus im Verdacht, für das insgesamt geringe Risiko einer Hirnvenen-Thrombose verantwortlich zu sein. Gesicherte Erkenntnis ist das aber nicht. Mehr zum Thema.

13:55 Uhr | Biontech liefert mehr mRNA-Impfdosen an die EU

Biontech und Pfizer wollen der Europäischen Union im zweiten Quartal 50 Millionen Dosen ihres mRNA-Impfstoffs gegen schwere Verläufe von Covid-19 mehr liefern als ursprünglich geplant. Die Unternehmen hätten zugesagt, die für das vierte Quartal vorgesehenen Dosen bereits ab Ende April zu liefern, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. Die gesamte Liefermenge von Biontech/Pfizer für das zweite Quartal steigt demnach auf 250 Millionen Dosen.

13:42 Uhr | Dänemark verzichtet auf Astrazeneca

Dänemark stellt einem Fernsehbericht zufolge dauerhaft den Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffes ein. Das Mittel von Johnson & Johnson soll der Zeitung "Politiken" zufolge vorübergehend auch nicht verabreicht werden.

11:55 Uhr | Dresden verbietet "Querdenken"-Demo

Das Ordnungsamt in Dresden hat eine für Sonnabend geplante Demonstration der "Querdenken"-Bewegung in der sächsischen Landeshauptstadt untersagt. Die Behörde begründete das mit Verstößen gegen Auflagen bei Kundgebungen in anderen Städten und mit dem Coronavirus-Infektionsgeschehen.

11:46 Uhr | Maier gegen Ausgangssperren überall

Thüringens Innenminister Georg Maier hat vor Problemen bei der Durchsetzung flächendeckender nächtlicher Ausgangssperren in Deutschland gewarnt. "Gerade in einem Flächenland wie Thüringen können die Polizei und die Ordnungsbehörden Ausgangssperren nicht im ganzen Land überwachen und durchsetzen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Er wehre sich "vehement" dagegen, das auf die Polizei "abzuwälzen".

11:31 Uhr | Magdeburg will nur Magdeburger impfen

In Magdeburg sollen weiterhin nur Magdeburger gegen das Coronavirus geimpft werden. Das hat Oberbürgermeister Lutz Trümper in der "Mitteldeutschen Zeitung" klargestellt. Er wolle nicht, dass Impftermine an Menschen aus anderen Bundesländern gehen. Trümper stellt sich damit weiter gegen die Gesundheitsministerin in Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne, wie er SPD-Mitglied.

Die Ministerin hatte auf die Bundesimpfverordnung verwiesen, die kein Regionalprinzip vorsehe. Sie will Trümper dem Bericht zufolge nun anweisen, jeden zu impfen: "Es ist nicht sein Impfstoff", wird sie zitiert. Laut Trümper waren nach Ostern etwa 40 Prozent der in Magdeburg vergebenen Impftermine an Männer und Frauen etwa aus Hamburg, München und Niedersachsen gegangen.

11:09 Uhr | Bundesgesundheitsministerium widerspricht

Das Bundesgesundheitsministerium hat Kritik der Kassenärzte an der Verteilung von Impfstoffen zurückgewiesen. Ein Sprecher sagte heute: "Anders als von manchem behauptet, werden die Impfstoff-Lieferungen an die Arztpraxen nicht halbiert." Vielmehr würden die Ärzte wie geplant versorgt und die Menge steige stetig. Es sei auch schon immer klar gewesen, dass nach zwei Wochen die Arztpraxen dann auch Impfstoffe unterschiedlicher Hersteller bekämen.

10:58 Uhr | Infektionsgeschehen zieht weiter an

Die gesamtdeutsche Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter und Hotspots bleiben die mitteldeutschen Länder. Das Risklayer-Projekt registrierte gestern bundesweit 15.722 neue Coronavirus-Fälle, knapp 800 mehr als vor einer Woche. Die Inzidenz stieg auf 153, wobei es weiter große Unterschiede gibt: Bundesweite Spitzenreiter sind Sachsen mit 247 neuenm Fällen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen, Thüringen mit 245, worauf Sachsen-Anhalt mit 196 folgt.

Nur Schleswig-Holstein lag mit einem Wert von 79 als einziges Bundesland jetzt noch unter der 100er-Marke. Ab dieser sollen nach weiterhin umstrittenen Gesetzesplänen des Bundes automatisch bestimmte Maßnahmen zum Infektionsschutz in Kraft treten.

10:06 Uhr | Arztpraxen wollen andere Impfstoff-Verteilung

Die niedergelassenen Ärzte warnen davor, dass die Impfkampagne in Deutschland ins Stocken gerät. Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Gassen, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Biontech-Zuteilung für die Praxen sei halbiert worden. Dieses Mittel gehe offenbar vorrangig an Impfzentren. Im Gegenzug bekämen Arztpraxen zwar mehr Astrazeneca-Impfstoff. Der aber sei umstritten und solle nicht für Menschen unter 60 Jahren eingesetzt werden. Werde die Zuteilung nicht geändert, sei das Ziel nicht mehr zu schaffen, im Sommer alle Impfwilligen immunisiert zu haben.

09:20 Uhr | Zeitung: Brüssel will auf Impfstoffe verzichten

Die EU-Kommission will angeblich die Impfstoff-Verträge mit Astrazeneca und Johnson&Johnson nicht verlängern und sich auf mRNA-basierte Präparate wie die von Pfizer/Biontech und Moderna konzentrieren. Das berichtet heute die italienische Tageszeitung "La Stampa" mit Verweis auf das Gesundheitsministerium in Rom.

08:45 Uhr | Haseloff kritisiert "Notbremse" des Bundes

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff fordert Korrekturen an dem von der Bundesregierung beschlossenen neuen Infektionsschutzgesetz. Bei MDR AKTUELL äußerte sich der momentane Präsident des Bundesrats verärgert, dass das Gesetz als im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig gestaltet worden sei.

Damit ignoriere der Bund die Kompetenzen und bisherige Erfahrungen der Länder, sagte der CDU-Politiker. Als einen von mehreren Kritikpunkten nannte er das Vorhaben, ab einer Inzidenz von 200 die Schließung der Schulen vorzuschreiben, weil dann die jetzt eingeführten Testpflichten an den Schulen nicht mehr griffen und das Dunkelfeld der Infektionen wieder größer werde.

08:00 Uhr | Heftige Kritik an der Luca-App

Der Chaos Computer Club fordert einen Stopp von öffentlichen Geldern für die Luca-App. Sprecher Linus Neumann sprach von einer "nicht abreißenden Serie von Sicherheitsproblemen" bei der Software zur Kontaktnachverfolgung und einer Schwachstelle etwa bei Luca-Schlüsselanhängern für Menschen ohne Smartphone.

Luca-App: Schnelle und lückenlose Kontaktnachverfolgung im Austausch mit den Gesundheitsämtern.
Die Luca-App wird aus öffentlichen Kassen gefördert. Bildrechte: imago images/Arnulf Hettrich

Neumann erklärte das Problem am Mittwoch so: "Wer den QR-Code scannt, kann nicht nur künftig unter Ihrem Namen einchecken, sondern auch einsehen, wo Sie bisher so waren."

Recherchen unter dem Titel "Lucatrack" zeigten, dass die Schwachstelle "offensichtlich und unnötig" sei und "von einem fundamentalen Unverständnis grundlegender Prinzipien der IT-Sicherheit" zeuge. Die Entwickler vom Berliner Start-up neXenio erklärten: "Wir haben diese Möglichkeit sofort deaktiviert und bedanken uns für die Mitteilung."

Für den Umgang mit hochsensiblen Gesundheits- und Bewegungsdaten verbietet sich der ländersubventionierte Roll-Out ungeprüfter Software.

CCC-Sprecher Linus Neumann

Die in erster Linie für Smartphones entwickelte App wird unter anderem von zwölf Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt, aus Steuermitteln finanziert. Diese summieren sich nach Recherchen bei Netzpolitik.org auf 20 Millionen Euro – unter anderem für eine App-Anbindung an die Gesundheitsämter. Der CCC forderte einen Stopp der Mittel und eine Überprüfung ihrer Vergabe durch den Bundesrechnungshof. Niemand dürfe gezwungen werden, die App zu verwenden, um am öffentlichen Leben teilzunehmen.

07:01 Uhr | Forscher: Testpflicht muss sein

Aerosol-Forscher halten die Testpflicht in Unternehmen für unumgänglich. Das Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Aerosolforschung, Gerhard Scheuch, sagte MDR AKTUELL, wenn infizierte Menschen ausatmeten, sammelten sich in Innenräumen immer mehr Partikel in einer Wolke. Betrete jemand dann das Büro, könne sich diese Person anstecken. Nach Angaben des Karlsruher Instituts für Technologie können sich die Partikel über Stunden im Raum halten. Es müsse also getestet werden, um sicherzustellen, dass niemand infiziert sei. Das Bundeskabinett hatte gestern beschlossen, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern mindestens einen Test pro Woche anbieten müssen.

06:30 Uhr | Drosten hält weitere Maßnahmen für nötig

Wegen der Lage auf den Intensivstationen erwartet der Virologe Christian Drosten zusätzlich zur geplanten bundesweiten "Notbremse" weitere Maßnahmen. Im "Coronavirus-Update" bei NDR-Info sagte der Experte der Berliner Charité: "Ich denke, dass man anhand der sich jetzt einstellenden Situation in den Krankenhäusern auch noch mal anders reagieren muss."

06:15 Uhr | Jüngere Astrazeneca-Geimpfte sollen umsteigen

Mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren, die in Deutschland bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, sollen bei der Zweitimpfung auf ein anderes Präparat umsteigen, also auf einen mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna. Mit dieser Empfehlung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern folgen sie der Ständigen Impfkommission (mehr dazu auch im Ticker vom Dienstag).

06:10 Uhr | Immunologen fordern Impfstoff-Nachbestellung

Nach dem Stopp der Coronavirus-Impfungen mit dem Mittel von Johnson&Johnson in den USA fordern deutsche Immunologen von der Bundesregierung eine schnelle Nachbestellungen von mRNA-Impfstoffen, notfalls im nationalen Alleingang. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, sagte der Zeitung "Augsburger Allgemeine", wenn die Nebenwirkungen des J&J-Impfstoffs ähnlich häufig seien wie bei dem von Astrazeneca, könne auch dieser in Deutschland nicht für die unter 60-Jährigen verwendet werden. Dann könnten Hirnvenenthrombosen laut Watzl ein generelles Risiko der Vektor-Impfstoffe sein.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch. 14. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. April 2021 | 06:00 Uhr

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