Coronavirus-Ticker 10 Juni: Polen und Österreich öffnen die Grenzen wieder

Polen und Österreich öffnen die Grenzen. Landwirte dürfen wieder ausländische Erntehelfer einsetzen. Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Länder außerhalb der EU verlängert. Virologen warnen vor einer unsachgemäßen Nutzung der Mund-Nasen-Masken. Die Thüringer Immobilienbranche meldet einen massiven Rückgang der Mieteinnahmen. Die Entwicklungen im Überblick.

Ein Mann fotografiert deutsche und polnische Grenzpfähle auf der Insel Usedom.
Grenzübergang Ahlbeck-Swinemünde Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Donnerstag.


22:10 Uhr | Eilantrag gegen Kita- und Schulschließungen abgewiesen

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag gegen Schul- und Kita-Schließungen in der Corona-Krise abgewiesen. Geklagt hatte ein Elternpaar aus Bayern, das drei Schulkinder und ein Kita-Kind hat. Die Richter in Karlsruhe erkannten zwar an, dass die vollarbeitenden Eltern durch die Betreuung sehr belastet seien. Ein sofortiger Wegfall sämtlicher Beschränkungen berge aber zu große Risiken. Zudem verwiesen die Richter auf die stufenweise Rückkehr zum Präsenzunterricht und Angebote zur Notbetreuung.

19:39 Uhr | WHO warnt vor Jahreszeiten-Hoffnung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist unklar, welchen Einfluss die Jahreszeiten auf den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie haben. Der WHO-Experte Mike Ryan sagte, bislang gebe es keine Daten, die auf eine veränderte Übertragung des Virus hindeuteten. "Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Jahreszeit oder die Temperatur die Lösung sein wird." Ryan verwies dabei auf den bevorstehenden Sommer auf der Nordhalbkugel sowie den Winterbeginn auf der südlichen Erdhälfte.

18:49 Uhr | Hinterbliebene stellen in Italien Strafanzeige

Hinterbliebene von Coronavirus-Opfern in Italien haben in der besonders stark betroffenen Provinz Bergamo bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Sie werfen den Behörden vor, wegen Fahrlässigkeit und Inkompetenz für zahlreiche Todesfälle durch das Virus verantwortlich zu sein.

Die Provinz Bergamo war das Epizentrum der Corona-Krise in Italien. Weil die Krematorien nicht mehr alle Toten verbrennen konnten, mussten die Särge mit Militärwagen abtransportiert werden.

18:20 Uhr | Geheimdienst-Einsatz in Israel muss beendet werden

Die israelische Regierung muss den umstrittenen Einsatz des Inlandsgeheimdienstes im Kampf gegen die Corona-Pandemie beenden. Der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Äußeres und Verteidigung, Zvi Hauser, sagte, ab Mitternacht müsse die Ortung der Mobiltelefone von möglichen Corona-Infizierten durch den Schin Bet eingestellt werden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte Mitte März den Inlandsgeheimdienst mit der Sammlung von Daten über Infizierte und deren Kontaktpersonen beauftragt.

18:12 Uhr | Höchste Todesrate in Moskau seit zehn Jahren

In Moskau ist im Mai die höchste Todesrate seit zehn Jahren registriert worden. Die Gesundheitsbehörden gaben an, mehr als ein Drittel der Todesfälle sei dabei auf eine Coronavirus-Infektion zurückzuführen. Demnach starben im Mai insgesamt 15.713 Menschen - 5.260 von ihnen an den Folgen der Infektion. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um 57 Prozent. Es ist die höchste Todesrate seit Sommer 2010, als die Moskauer unter einer extremen Hitzewelle und starker Smog-Belastung litten.

17:37 Uhr | Polen und Österreich öffnen Grenzen

Megastau auf der Autobahn A4 in Richtung Görlitz
Megastau auf der A4 in Richtung Bildrechte: imago images / Max Stein

Polen will die coronabedingten Einreisebeschränkungen am Wochenende aufheben. Wie das Innenministerium mitteilte, sollen die Kontrollen an der Grenze zu Deutschland in der Nacht von Freitag auf Sonnabend wegfallen. Die Maßnahmen hatten seit März wiederholt zu langen Lkw-Staus geführt.

Österreich kündigte unterdessen an, am kommenden Dienstag die Quarantänepflicht für 30 europäische Länder aufzuheben. Zudem werde die Grenze zu Italien wieder geöffnet. Nach Angaben des Außenministeriums gelten aber weiter Einreisebeschränkungen für Schweden, Spanien, Portugal und Großbritannien.

16:46 Uhr | Benzin und Diesel werden wieder teurer

Die zunehmenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben zu einer höheren Kraftstoffnachfrage geführt, die wiederum steigende Preis an den Zapfsäulen verursacht hat. Wie der ADAC mitteilte, kostet ein Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt 1,227 Euro. Das seien 3,6 Cent mehr als in der Vorwoche. Der Preis habe damit das Niveau von Ende März erreicht. Auch der Preis für Diesel zog weiter an. Ein Liter kostet aktuell durchschnittlich 1,081 Euro. Die steigende Nachfrage nach Kraftstoffen hat dem ADAC zufolge zu einem Anstieg der Preise für Rohöl geführt.

16:17 Uhr | Corona beschleunigt digitalen Hartz-IV-Antrag

Anträge auf Hartz IV können künftig auch online bei den kommunalen Jobcentern beantragt werden. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, steht der Online-Dienst für das Arbeitslosengeld II ab nächster Woche bundesweit in allen 104 kommunalen Jobcentern bereit. In sechs Jobcentern in Hessen und Niedersachsen funktioniere der Online-Antrag bereits. Die Corona-Lage und die krisenbedingt gestiegenen Fallzahlen hätten die Entwicklung des Online-Antrags beschleunigt.

15:50 Uhr | Bayern kritisiert Thüringens Corona-Kurs

Bayerns Staatsregierung hat die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen zur Corona-Bekämpfung im Nachbarland Thüringen massiv kritisiert. Gesundheitsministerin Melanie Huml sagte, es sei unverantwortlich, dass Thüringens Regierung an ihrem umstrittenen Kurs beim Umgang mit der Corona-Pandemie festhalte.

In Thüringen sind innerhalb von 24 Stunden zehn neue Fälle einer Coronavirus-Infektion registriert worden. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg nach Informationen der Staatskanzlei auf 3.112. Bisher starben in Thüringen 171 Menschen mit oder an einer Coronavirus-Infektion.

15:21 Uhr | Flixbus fährt wieder mehr Orte an

Das Fernbus-Unternehmen Flixbus vergrößert sein Angebot in Deutschland wieder. Die seit knapp zwei Wochen erneut angefahrenen rund 50 Ziele sind seit heute nach Angaben des Unternehmens um rund 30 weitere ergänzt worden - darunter auch Verbindungen zu den Flughäfen Berlin-Tegel, Frankfurt am Main und München. Erste internationale Verbindungen von und nach Deutschland soll es ab 18. Juni wieder geben.

14:05 Uhr | Erhebliche freie Testkapazitäten in Deutschland

In Deutschland wurden zuletzt laut Gesundheitsministerium 350.000 bis 400.000 Menschen pro Woche auf das Coronavirus getestet. Die maximal mögliche Kapazität liegt bei über einer Million, wie eine Sprecherin mitteilte.

13:50 Uhr | Regelung für Erntehelfer

Landwirte in Deutschland können dringend benötigte ausländische Saisonkräfte einsetzen. Ein neues Konzept der Bundesregierung erleichtert die Einreisemöglichkeiten und regelt Infektionsschutzmaßnahmen. Agrarministerin Julia Klöckner sagte am Mittwoch, das schaffe Planungssicherheit für die Landwirte und sichere die Versorgung für die Verbraucher. Die Neueregelung ab Dienstag ersetzt die aktuell geltende Sonderregelung, wonach trotz allgemeiner Corona-Beschränkungen im April und Mai bis zu 80.000 Saisonkräfte nur per Flugzeug einreisen durften. Künftig dürfen Erntehelfer aus EU-Ländern wieder auf dem Landweg kommen.

12:50 Uhr | Nach Ende der Ausgangssperre - Luft in Paris wieder schlechter

Nach dem Ende der strengen Ausgangsbeschränkungen in Paris ist die Luftverschmutzung wieder gestiegen. Laut Umweltministerium hat die allmähliche Wiederaufnahme des Verkehrs in der zweiten Maihälfte zu einem deutlichen Anstieg der Stickoxid-Emissionen geführ. Die Werte lägen wieder bei etwa 80 Prozent der vor der Ausgangsbeschränkungen gemessenen Schadstoffausstöße, im Zentrum sogar höher. Ähnlich sei es beim Feinstaub und den CO2-Emissionen.

12:25 Uhr | Großangelegte Studie zu Infektionen in Kitas

In Nordrhein-Westfalen ist am Mittwoch die bundesweit größte Untersuchung zum Corona-Infektionsgeschehen bei Kindern und Kita-Beschäftigten gestartet. Dabei werden 40.000 Proben von 5.150 Kindern und Kitafachkräften in Düsseldorf untersucht. Die Studie von Virologen des Landes und des Düsseldorfer Uni-Klinikums soll Hinweise zum Ansteckungsrisiko in Kitas und Infektionsketten im Umfeld liefern. Ergebnisse werden im Juli erwartet.

12:00 Uhr | Deutschland lockert Grenzkontrollen

Die Kontrollen an den deutschen Grenzen sollen ab kommenden Dienstag weitgehend fallen. Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer wird dann wieder eine ungehinderte Einreise aus EU-Staaten und der Schweiz möglich. Für Flugreisende aus Spanien enden die Kontrollen allerdings erst am 21. Juni. Eine Ausnahme gilt wegen vieler Corona-Fälle auch für Schweden.

11:05 Uhr | Reisewarnung für mehr als 160 Länder verlängert

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängert. Allerdings können Ausnahmen für einzelne Länder gemacht werden, in denen die Verbreitung des Virus ausreichend eingedämmt ist. Bei der Beurteilung sollen die Infektionszahlen, das Gesundheitssystem vor Ort, Testkapazitäten, Hygieneregeln, Rückreisemöglichkeiten und Sicherheitsmaßnahmen für Touristen berücksichtigt werden.

Außenminister Heiko Maas hatte am 17. März eine Reisewarnung für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen – ein einmaliger Vorgang. Zuvor wurde nur bei einer Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten vor Reisezielen gewarnt und damit eine kostenlose Stornierung ermöglicht. In der vergangenen Woche hatte das Bundeskabinett beschlossen, die Reisewarnung für 31 europäische Länder aufzuheben. Für sie wird es künftig nur noch sogenannte Reisehinweise geben.

10:35 Uhr | Bundesweit 286 Neuinfektionen

Das Risklayer-Datenprojekt der Universität Karlsruhe hat am Dienstag bundesweit 283 neue Infektionen mit dem Coronavirus erfasst. Dabei wurden Zahlen von 85 Prozent der Kreise und Städte gemeldet. Aktuell überschreitet demnach kein Landkreis den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und seltener aktualisiert.

10:10 Uhr | Zahl der Asylanträge eingebrochen

Wegen der Corona-Pandemie haben so wenig Menschen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr Asyl in Europa beantragt. Nach Angaben der EU-Asyl-Behörde wurden im April 8.730 Anträge gestellt. Das sei gegenüber Februar ein Rückgang von 86 Prozent. Im März hatte die EU ihre Außengrenzen geschlossen, um das Coronavirus zu stoppen. Zudem setzten viele EU-Staaten die Registrierung von Asylanträgen aus.

09:55 Uhr | Linke will Bundestagswahl notfalls über mehrere Tage

Die Linksfraktion im Bundestag hat sich dafür ausgesprochen, die Bundestagswahl im kommenden Herbst im Fall einer anhaltenden Corona-Pandemie über mehrere Tage zu strecken. Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte sagte der Funke-Mediengruppe, um eine demokratische Abstimmung auch bei neuen Infektionswellen zu gewährleisten, brauche es neue Verfahren – "zum Beispiel eine Wahl über mehrere Tage". Zugleich lehnte Korte die Idee ab, die Bundestagswahl zur Kontaktminimierung komplett als Briefwahl durchzuführen. Eine reine Briefwahl könne Menschen ausschließen und "ist unbedingt zu vermeiden". Das sieht die AfD ähnlich. Der Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner nannte eine reine Briefwahl "undenkbar".

09:20 Uhr | KMK will im neuen Schuljahr Regelbetrieb

Die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder plant für die Schulen nach den Sommerferien die Rückkehr zum Regelbetrieb. KMK-Vorsitzende Stefanie Hubig aus Rheinland-Pfalz sagte der ARD, kommende Woche werde beraten, wie das neue Schuljahr aussehen könne. Wegen der Corona-Pandemie waren die Schulen seit Mitte März bundesweit geschlossen. Seit Anfang Mai gibt es wieder eingeschränkten Präsenzunterricht, viele Kinder können weiterhin nur tage- oder wochenweise in die Schule gehen.

09:05 Uhr | Spanien bleibt bei Maskenpflicht

Die spanische Regierung will landesweit unbefristet an der Schutzmasken-Pflicht festhalten. Das sieht das neue Coronaschutz-Dekret vor, mit dem am 21. Juni der Notstand nach drei Monaten endet. Demnach muss in Räumen und im Freien eine Maske getragen werden, sofern der Sicherheitsabstand von anderthalb Metern nicht eingehalten werden kann. Bei Verstoß sind 100 Euro Geldstrafe geplant.

08:45 Uhr | Streeck-Kritik an Mundschutzpflicht und Lockdown

Der Virologe Hendrik Streeck sieht den Einsatz von Mund-Nasen-Bedeckungen im Alltag wegen der oft falschen Anwendung skeptisch. Streeck sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", viele Leute knüllten die Masken in die Hosentasche, fassten auf die Maske und wechselten sie tagelang nicht aus. Der Chefvirologie der Uniklinik Bonn mahnt: "Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze." Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht das allgemeine Tragen einfacher Masken weiter skeptisch. Sie hatte ihre kritische Haltung zur allgemeinen Mund-Nase-Bedeckung in der Öffentlichkeit zwar geändert und dazu geraten, falls das Abstandsgebot nicht eingehalten werden kann. Die WHO sieht aber ebenfalls Hygienerisiken bei falscher Anwendung und warnt vor einem trügerischen Sicherheitsgefühl.

Streeck stellte zudem den Corona-Lockdown in Deutschland in Frage. Nach dem frühen Verbot von Großveranstaltungen seien die Infektionszahlen bereits gesunken. "Die weiteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hätte ich dann vom tatsächlichen Verlauf abhängig gemacht“, sagte der Virologe. Deutschland habe überreagiert, auch auf Druck der Öffentlichkeit nach den Schreckensbildern aus Italien und den USA. Bei neuen Ausbrüchen werde "man sich hüten, wieder derart starke Maßnahmen zu ergreifen". Inzwischen sehe man die Lage wieder nüchterner, denn die meisten Infektionen blieben folgenlos. Streeck erwartet für Deutschland auch keine höhere Sterberate durch die Pandemie.  Er verwies auf das Durchschnittsalter der Pandemietoten von 81 Jahren "oberhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung".

08:15 Uhr | Vermieter beklagen Mietausfälle

Immer mehr Vermieter in Thüringen verzeichnen wegen der Corona-Krise Mietausfälle. Wie der Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen in Mitteldeutschland dem MDR mitteilte, beklagen rund ein Drittel der Vermieter Einnahmeausfälle. Betroffen waren demnach vor allem Gewerbeimmobilien, wo bis zu 50 Prozent der Mieteinnahmen wegbrachen. Im Bereich Wohnen seien es acht Prozent gewesen. Ähnlich ist die Lage bei den Kommunalen Wohnungsunternehmen und Genossenschaften in Thüringen. Seit März gibt es wegen der Corona-Krise einen Kündigungsschutz für Mieter, die ihre Miete wegen finanzieller Probleme stunden müssen.

07:45 Uhr | Dehoga Thüringen: Neue Verordnung ist Rückschritt

Der Thüringer Gaststättenverband Dehoga hat die neue Corona-Verordnung des Landes als "Rückschritt" kritisiert. Landeschef Dirk Ellinger sagte MDR THÜRINGEN, künftig müssten alle Besucher von Gaststätten und Restaurants mit Vor- und Zunamen, Wohnanschrift und Telefonnummer sowie Aufenthaltsdauer erfasst werden. Diese Daten müssten vier Wochen aufbewahrt werden. Das sei quasi eine Verschärfung der Regeln. Bislang hätten die Daten eines Gastes einer Gästegruppe genügt. Unverständnis äußerte Ellinger auch, dass künftig Treffen ab 30 Personen in geschlossenen Räumen den Gesundheitsbehörden gemeldet werden sollen. Aktuell seien bereits Treffen mit 100 Personen auch in geschlossenen Räumen möglich.

07:30 Uhr | Dramatische Lage in Peru

In Peru breitet sich das Coronavirus weiterhin stark aus. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, überschritt die Zahl der Infektionen die Schwelle von 200.000. Binnen 24 Stunden wurden demnach mehr als 4.000 neue Ansteckungen verzeichnet, die Gesamtzahl stieg auf etwa 204.000 an. Die Zahl der Corona-Todesopfer erhöhte sich um 167 auf 5.738. Das südamerikanische Land mit seinen 32 Millionen Einwohnern liegt trotz rigoroser Ausgangsbeschränkungen bei den Infektionen weltweit an achter Stelle. Das Gesundheitssystem ist völlig überlastet.

07:00 Uhr | Hohe Impfbereitschaft in Mitteldeutschland

Wenn ein Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt ist, würden sich 84 Prozent der Menschen in Mitteldeutschland impfen lassen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage von mdrFRAGT – das Meinungsbarometer für Mitteldeutschland. Mehr als die Hälfte der Befragten ist zudem dafür, einige Infektionsschutzmaßnahmen beizubehalten, bis es einen Impfstoff oder wirksame Medikamente gegen Covid-19 gibt.

06:00 Uhr | Tiefensee verteidigt Prämie nur für E-Autos

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat den Widerstand der SPD gegen eine Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotoren verteidigt. Tiefensee sagte MDR AKTUELL, eine solche Prämie führe zu Mitnahme-Effekten und stärke die Industrie außerhalb Deutschlands. Das zeigten die Erfahrungen mit der Abwrackprämie 2008. Gewerkschaften hatten der SPD vorgeworfen, mit ihrem Nein zur Kaufprämie die Interessen der Arbeitnehmer nicht zu berücksichtigen. Tiefensee erklärte, die SPD sehe in der Frage auch die Umwelt. Er verwies auf Kaufanreize für Elektroautos sowie auf Gelder für Forschung und Entwicklung im Konjunkturpaket.

05:00 Uhr | Brasilien meldet wieder alle Zahlen

Entsprechend der Anordnung des Obersten Gerichts gibt Brasiliens Regierung wieder die kompletten Corona-Zahlen bekannt. Auf der Website des Gesundheitsministeriums wurden sowohl die Infektions- und Totenzahlen in den vorherigen 24 Stunden als auch die jeweiligen Gesamtzahlen bekanntgegeben. Seit dem Wochenende waren nur noch die Zahlen des Vortags gemeldet worden. Kritiker warfen der Regierung vor, die dramatische Gesamtlage verschleiern zu wollen. Brasilien ist das von der Pandemie am stärksten betroffene Land in Lateinamerika. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag sind 1.272 weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben. Insgesamt gibt es damit 38.406 Corona-Tote und knapp 740.000 bestätigte Infektionen.

04:00 Uhr | GKV wollen schnell Massentests

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung hat eine schnelle Einführung von Corona-Massentests angekündigt. Vorstand Stefanie Stoff-Ahnis sagte dem "Handelsblatt", die Ausweitung der Tests sei der richtige Ansatz. Die Kassen würden nun für eine rasche und reibungslose Umsetzung sorgen. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass künftig auch Menschen ohne Krankheitssymptome getestet werden. Die Kosten von 50 Euro pro Test übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung.

02:15 Uhr | Infektionen bei US-Nationalgarde

In der US-Nationalgarde sind nach einem Einsatz bei Anti-Rassismus-Protesten in Washington mehrere Corona-Fälle aufgetreten. Das teilte eine Sprecherin der Nationalgarde-Einheit der US-Hauptstadt mit. Wie viele es genau waren, sagte sie nicht. Die Infektionen seien festgestellt worden, nachdem die Truppe bei Protesten in der Nähe des Weißen Hauses im Einsatz gewesen sei. Zwar hätten viele Demonstranten Atemschutzmasken getragen, jedoch nicht alle. Auch viele Mitglieder der Sicherheitskräfte hätten keine Masken getragen.

01:00 Uhr | Lufthansa-Piloten bieten Gehaltsverzicht an

Die Piloten der Lufthansa bieten der angeschlagenen Fluggesellschaft weiter einen freiwilligen Gehaltsverzicht an. Vor einem heutigen Treffen mit dem Lufthansa-Management erneuerte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit ihr Angebot zu Kosteneinsparungen von etwa 350 Millionen Euro. Man wolle den Kranich in der Luft halten, sagte Cockpit-Sprecher Markus Wahl. Das Angebot sieht einen Gehaltsverzicht von bis zu 45 Prozent bis zum Sommer 2022 vor. Lufthansa hat zu dem Gespräch heute auch die Gewerkschaften Verdi und Ufo eingeladen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte kürzlich gesagt, das Unternehmen habe mehr als 10.000 Stellen zu viel an Bord.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juni 2020 | 06:00 Uhr

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