Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Großbritannien zählt mehr als 100.000 Neuinfektionen

In Großbritannien wurden erstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen pro Tag gezählt. Deutschland bestellt vier Millionen Dosen Novavax. RKI-Chef Wieler rechnet damit, dass Omikron in drei Wochen in Deutschland dominiert. Sachsens OVG bestätigt die 2G-Regel in Gaststätten. Im Bundestag ist eine erste Infektion mit der Omikron-Variante nachgewiesen worden. Der Deutsche Ethikrat spricht sich für eine deutliche Ausweitung der Impfpflicht aus.

Passanten mit Mund-Nasen-Bedeckung füllen die Straße. Trotz einer Rekordzahl von Coronavirus-Infektionen in Großbritannien strömten Tausende von Weihnachtseinkäufern ins Londoner West End.
In Großbritannien steigen die täglichen Infektionszahlen weiter und haben erstmals die Schwelle von 100.000 überschritten. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 22. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

Großbritannien zählt mehr als 100.000 Neuinfektionen

22:35 Uhr | Lehrerverband bleibt bei Kritik an Thüringer Bildungsministerium

In Thüringen werden die Weihnachtsferien um zwei Tage verlängert, dann soll es Distanzunterricht geben und ab Mitte Januar Wechselunterricht. Rolf Busch vom Lehrerverband begrüßt, dass Eltern und Lehrer rechtzeitig informiert worden seien. Er kritisiert aber, dass bislang alle versprochenen Schutzmaßnahmen für Schulen nur halbherzig umgesetzt worden seien.

22:20 Uhr | Lauterbach verteidigt Bund-Länder-Vereinbarung

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie verteidigt. Lauterbach sagte am Abend im ZDF, man habe den Ländern mit dem 28. Dezember eine Deadline gegeben. Die Länder könnten auch früher agieren. Sie seien auch in der Pflicht. Die Corona-Regeln seien keine Bundes-, sondern Ländermaßnahmen. Politiker von Union, Linkspartei und einige Ländervertreter hatten die Beschlüsse als unzureichend kritisiert.

Zugleich bekräftigte Lauterbach, dass eine vierte Impfrunde nötig sei: "Das ist jetzt schon absehbar, weil wir eine spezifische Varianten-Impfung gegen Omikron benötigen." Dafür seien bereits bei Biontech 80 Millionen Impfdosen bestellt worden.

21:56 Uhr | Biden: Ab Januar Pillen für 250.000 Covid-Behandlungen

In den USA werden ab Januar die neuen Anti-Covid--Pillen des Pharmakonzerns Pfizer für 250.000 Behandlungen zur Verfügung stehen. Das teilte US-Präsident Joe Biden mit. Die Regierung in Washington werde mit den Bundesstaaten zusammenarbeiten, um eine faire Verteilung an die am stärksten betroffenen Kommunen zu gewährleisten, heißt es in einer Erklärung.

20:57 Uhr | Krisenforscher: "Es liegt wieder mehr Alarm in der Luft"

Der geschäftsführende Direktor des Instituts für Krisenforschung in Kiel, Frank Roselieb, begrüßt die Herangehensweise der neuen Bundesregierung an die Bewältigung der Corona-Pandemie. Roselieb sagte MDR Aktuell, es liege zumindest wieder mehr Alarm in der Luft, nachdem man bei der alten Bundesregierung den Eindruck gehabt habe, die Pandemie sei vorbei. Zugleich warnte er: "Aufrufe allein werden wohl nicht ausreichen."

20:42 Uhr | Spanien führt Maskenpflicht im Freien ein

Spanien führt wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Das teilte Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einer Videokonferenz mit den Chefs der Regionalregierungen mit. Zudem wolle man die Impfungen beschleunigen und mehr medizinisches Personal ermöglichen. Ein Lockdown oder weitergehende Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen wurden nicht beschlossen. Dafür hatte sich Katalonien eingesetzt. Spanien hat eine deutlich höhere Impfquote als Deutschland. Dennoch sind die Infektionszahlen in den letzten Tagen nach oben geschnellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Mittwoch auf 486 und war damit weit höher als in Deutschland

19:46 Uhr | USA lassen Tablette gegen Covid zu

In den USA ist erstmals eine Tablette gegen Covid-19 zugelassen worden. Die Arzneimittelbehörde FDA erteilte für das Mittel Paxlovid des Herstellers Pfizer eine Notzulassung. Mit dem Mittel sollen positiv getestete Corona-Patienten ab zwölf Jahren mit milden bis mittleren Symptomen und einem großen Risiko für eine Verschlimmerung der Erkrankung behandelt werden. Laut Pfizer senkt das Medikament das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen um 89 Prozent. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören eine Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Durchfall, Bluthochdruck und Muskelschmerzen.

Das Medikament soll in den USA verschreibungspflichtig, aber unentgeltlich erhältlich sein. Die US-Regierung teilte mit, sie habe zehn Millionen Dosen für umgerechnet 4,7 Milliarden Euro gekauft. Die Auslieferung könnte noch in diesem Jahr beginnen. In Europa hatte die Arzneimittelbehörde EMA Mitte November mitgeteilt, mit einer Untersuchung von Paxlovid begonnen zu haben.

18:29 Uhr | Sachsen impft auch zu Weihnachten und Silvester

Impfwillige in Sachsen können sich auch an den Weihnachtsfeiertagen und zu Silvester gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Deutsche Rote Kreuz und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen bieten vom 24. bis 26. Dezember sowie am 31. Dezember und 1. Januar Impfungen an den 15 DRK-Impfpunkten an. Dabei haben nicht alle Impfpunkte an allen Tagen geöffnet. Wie das DRK weiter mitteilte, sind lediglich in Dresden und Zwickau Terminbuchungen notwendig. Eine besonders große Aktion ist zu Silvester ab 17.00 Uhr in der Messe in Chemnitz unter dem Motto "Boostern statt Böllern" geplant.

17:58 Uhr | Sachsen passt Notfallverordnung an

Sachsen hat nach der Einigung von Bund und Ländern seine Notfallverordnung angepasst. Im Wesentlichen bleiben die seit dem 19. November geltenden Regelungen in Kraft. Ab dem 28. Dezember kommen einige Verschärfungen hinzu. So muss dann in geschlossenen Räumen von Einrichtungen, Betrieben, Läden, Behörden und bei körpernahen Dienstleistungen eine FFP2-Maske oder eine vergleichbare Atemschutzmaske getragen werden. Bisher reichte vor allem im Einzelhandel eine OP-Maske aus. Kinder unter sechs Jahre sind weiterhin von der Maskenpflicht befreit.

Bei privaten Zusammenkünfte von ausschließlich Geimpften und Genesenen wird die bisherige Obergrenze von 20 auf die von Bund und Ländern beschlossene Zahl zehn gesenkt. Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres werden nicht mitgezählt.

17:44 Uhr | Großbritannien zählt mehr als 100.000 Neuinfektionen

In Großbritannien sind erstmals an einem Tag mehr als 100.000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie die Regierung am Mittwoch mitteilte, wurden 106.122 neue Ansteckungen gezählt. Als Hauptgrund für die regelrechte Explosion der Infektionszahlen gilt die Ausbreitung der Omikron-Variante, die inzwischen im Königreich die dominierende Virusvariante ist.

17:20 Uhr | NHL-Spieler sagen coronabedingt Olympia ab

Die Corona-Pandemie zeigt ihre ersten Auswirkungen auf die Olympischen Winterspiele in Peking. Die nordamerikanische Eishockeyliga NHL strich die ursprünglich vom 6. bis 22. Februar geplante Olympiapause. In dieser Zeit sollen ausgefallene oder noch ausfallende Spiele nachgeholt werden.

NHL-Chef Gary Bettman sagte, man habe alle verfügbaren Optionen geprüft, um den NHL-Spielern die Teilnahme an Olympia zu ermöglichen. Angesichts der tiefgreifenden Unterbrechung des Hauptrundenspielplans sei das nicht möglich. Zuletzt hatte eine Coronawelle die NHL erfasst. Mehr als 130 Profis und Trainer wurden positiv getestet, 50 Spiele wurden abgesagt.

Die deutsche Auswahl muss damit unter anderem auf ihren Superstar Leon Draisaitl verzichten. Der Topscorer der Edmonton Oilers war im vergangenen Jahr als erster Deutscher als wertvollster Spieler der NHL-Hauptrunde ausgezeichnet worden.

16:35 Uhr | Neue Hilfen für Kleinunternehmer in Sachsen

Die sächsische Regierung hat neue Corona-Hilfen für Kleinunternehmer, Selbstständige und Freiberufler auf den Weg gebracht. Wie Wirtschaftsminister Martin Dulig mitteilte, werden pro Antragsteller pauschal 4.750 Euro ausgezahlt. Voraussetzung sei ein corona-bedingter Umsatzrückgang im Vergleich zu 2019 von mehr als 60 Prozent. Mit dem neuen Programm werde eine Förderlücke geschlossen. Bisher konnten Kleinunternehmer zwar Fixkosten wie Ladenmiete geltend machen, nicht aber ihre eigenen Verdienstausfälle. Die neuen Hilfen sollen ab Mitte Januar bei der Sächsischen Aufbaubank beantragt werden können.

16:30 Uhr | Thüringens Schüler bleiben bis Mitte Januar zu Hause

Thüringens Schüler werden bis Mitte Januar zu Hause unterrichtet. Das kündigte Bildungsminister Helmut Holter an. Ziel sei es, Kontakte wegen der Corona-Pandemie zu verringern. Der 3. und 4. Januar blieben schulfrei. Die Lehrer sollten die Tage nutzen, um sich auf die neue Situation vorzubereiten. Ab dem 5. Januar solle es Distanzunterricht geben. Ab dem 17. Januar würden die Schüler abwechselnd zu Hause und in der Schule unterrichtet. Davon ausgenommen seien die Abiturjahrgänge. Gesundheitsministerin Heike Werner kündigte an, die Beschlüsse von Bund und Ländern würden in Thüringen ab dem 28. Dezember umgesetzt.

16:25 Uhr | Nigeria vernichtet über eine Million Impfstoff-Dosen

Nigeria vernichtet mehr als eine Million von westlichen Ländern gespendete Astrazeneca-Impfungen. Der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Faisal Shuaib, erklärte, der Mangel an Impfstoffen habe das Land dazu gezwungen, die gespendeten Vakzine trotz ihrer kurzen Haltbarkeit anzunehmen. Die Vernichtung der abgelaufenen Vakzine solle das Vertrauen der Nigerianer in das Impfprogramm des Landes stärken. Gesundheitsminister Osagie Ehanire ergänzte, künftig wolle Nigeria keine bald ablaufenden Impfstoff-Spenden mehr annehmen.

16:12 Uhr | Gefälschte Impfausweise in Leipzig sichergestellt

In Leipzig hat die Polizei mehrere gefälschte Impfausweise sichergestellt. Wie die Behörde mitteilte, ermittelt die Staatsanwaltschaft Leipzig gegen zwei Männer im Alter von 32 und 30 Jahren wegen Urkundenfälschung und Vorbereitung der Fälschung von amtlichen Ausweisen. In den gefundenen Ausweisen war eine Impfung eingetragen, die mit einem vermutlich gefälschten Arztstempel versehen war.

15:58 Uhr | Baerbock und Asselborn: Keine Grenzschließungen

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und ihr luxemburgischer Amtskollege Jean Asselborn erwarten trotz der aktuellen Corona-Welle keine erneuten Grenzschließungen in der Europäischen Union.

Jean Asselborn und Annalena Baerbock
Jean Asselborn und Annalena Baerbock Bildrechte: dpa

Baerbock sagte nach einem Treffen mit Asselborn, man arbeite in Deutschland mit Hochdruck daran, die jetzige Situation so unter Kontrolle zu bringen, dass nicht nur alle ein friedliches und gesundes Weihnachtsfest hätten, "sondern auch alle gemeinsam als Europäerinnen und Europäer diese Weihnachten zum Teil mit Familien, mit Freunden grenzüberschreitend feiern können".

Asselborn sagte, Bilder wie am 18. März 2020, als Deutschland wegen Corona seine EU-Binnengrenzen geschlossen hatte, werde er nie vergessen: "Diese Lektion haben wir gelernt." Er rief die Menschen in Europa auf, sich ein drittes Mal gegen Corona impfen zu lassen. Dies solle dann ein Freifahrtschein sein und bleiben, dass man in Europa reisen könne.

15:32 Uhr | Urteil: 2G-Regel in Sachsens Gaststätten rechtens

Das sächsische Oberverwaltungsgericht hat die 2G-Regel für die Gastronomie im Freistaat bestätigt. Das Gericht erklärte, die Maßnahme sei voraussichtlich verhältnismäßig. Es wies die Klage einer Restaurants-Betreiberin aus Dresden ab, die sich in einem Eilverfahren gegen die Regelung gewandt  hatte.

Zur Begründung führte das Gericht aus, dass die 2G-Regel nicht dadurch infrage gestellt werde, dass auch Geimpfte und Genesene nicht vollständig geschützt seien und das Virus übertragen könnten. Für die Eignung einer Maßnahme reiche es aus, wenn dadurch der verfolgte Zweck gefördert werden könne. Eine Impfung oder eine durchgemachte Erkrankung würden das Infektionsrisiko erheblich senken.

Das OVG in Bautzen ging auch auf das Urteil des niedersächsischen Oberverwaltungsgericht ein, das vorige Woche die 2G-Regel für den Einzelhandel in dem Bundesland gekippt hatte. Die Infektionslage in Sachsen sei weiterhin deutlich angespannter als in Niedersachsen, betonte das OVG. Zudem werde das Infektionsrisiko in der Gastronomie höher eingeschätzt als im Einzelhandel.

15:19 Uhr | PCR-Test bei Einreise aus Virusvariantengebiet nötig

Wer aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland einreist, braucht künftig einen negativen PCR-Test. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Die Regelung gilt für alle Personen ab sechs Jahre. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Er ist auch für Reisende verpflichtend,  die nur auf der Durchreise einen Stop in Deutschland machen.

Virusvariantengebiete sind derzeit acht Länder des südlichen Afrikas sowie Großbritannien.

14:55 Uhr | Infektionszahl in Omikron-Ursprungsgebiet sinkt

In der südafrikanischen Ursprungsprovinz der Omikron-Variante sinkt die Zahl neuer Coronavirus-Infektionen.  Michelle Groome vom nationalen Seucheninstitut NICD sagte, in Gauteng sei ein Rückgang der täglichen Fälle und positiver Tests zu verzeichnen: "Wir haben den Eindruck, dass diese Entwicklung seit über einer Woche anhält und dass wir den Höhepunkt in Gauteng überschritten haben." Gauteng zählt zu den Regionen, in denen Omikron weltweit zum ersten Mal erfasst wurde.

14:50 Uhr | Wieler verteidigt Vorpreschen bei Corona-Regeln

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat seine Empfehlung harter Corona-Maßnahmen verteidigt. Er sagte in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach, dass er keinerlei Widerspruch zu einer Vorlage des Expertenrats der Bundesregierung sehe, dem auch er selbst angehört. Der Expertenrat hatte am Sonntag für "gut geplante und gut kommunizierte Kontaktbeschränkungen" plädiert. Das RKI hatte gestern kurz vor dem Bund-Länder-Treffen gefordert, "maximale Kontaktbeschränkungen" schon vor Weihnachten durchzusetzen. Lauterbach erklärte, er sei über die Empfehlungen des RKI vorab nicht informiert gewesen. Hier müsse die "Abstimmung optimiert" werden.

14:44 Uhr | Lauterbach wirbt für Impfungen über den Jahreswechsel

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will die Auffrischungsimpfungen gegen Corona auch über Weihnachten und den Jahreswechsel im vollen Tempo vorantreiben, um die nahende fünfte Welle der Omikron-Variante zu bremsen. Für die Zeit zwischen dem 24. Dezember bis zum 9. Januar sollen Ärzte und Apotheker für eine Impfung deshalb durchgehend den Feiertagssatz von 38 Euro erhalten. Verwendet werden soll vor allem der Moderna-Impfstoff.

Lauterbach wies darauf hin, dass die dritte Booster-Impfung zu deutlich über 90 Prozent vor einer schweren Erkrankung schütze. Bereits gestern hatt5e Bundeskanzler Scholz angekündigt, dass im Januar weitere 30 Millionen Dosen verimpft werden sollen.

14:29 Uhr | Wieler: Omikron spätestens in drei Wochen dominant in Deutschland

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, rechnet damit, dass die Omikron-Variante in spätestens drei Wochen die dominierende Variante in Deutschland sein wird. Auf Deutschland komme eine Infektionswelle von noch nicht gesehener Dynamik. Das Weihnachtsfest dürfe nicht der Funke sein, der das Omikron-Feuer entfache.

14:14 Uhr | Studie bestärkt Vermutung für milderen Omikron-Verlauf

Eine Studie aus Südafrika bekräftigt Annahmen, dass eine Infektion mit der Omikron-Variante ein geringeres Risiko für schwere Erkrankungen birgt als die Delta-Variante. Nach Auswertung von bis Ende November vorliegenden Daten ergibt sich den Forschenden zufolge ein bis zu 80 Prozent geringeres Risiko, zur Behandlung ins Krankenhaus zu müssen.

Medizinprofessor Paul Hunter von der britischen University of East Anglia warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen. Eine Schwäche der Studie sei, dass die Omikron-Daten aus den Monaten Oktober und November mit Delta-Daten aus einem früheren Zeitraum verglichen würden. Ein Grund für die Unterschiede könnte die inzwischen höhere Immunität der Bevölkerung sein.

13:50 Uhr | Deutschland bestellt Millionen Dosen Novavax

Deutschland hat vier Millionen Dosen des neu zugelassenen Impfstoffes Novavax bestellt. Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte in Berlin, die Impfdosen würden in Kürze direkt aus der Produktion eintreffen. Ein konkretes Datum nannte der Minister nicht. Novavax ist anders als die Impftstoffe Biontech und Moderna ein proteinbasiertes Vakzin. Es wird in zwei Dosen im Abstand von drei Wochen gespritzt. Studien zufolge liegt der Infektionsschutz bei 90 Prozent.

13:35 Uhr | Sächsischer Landtag debattiert über Corona-Proteste

Im sächsischen Landtag ist über die teils aggressiven Proteste von Rechtsextremen und Gegnern der Corona-Maßnahmen debattiert worden. Die Linke warf der CDU vor, zu lange weggeschaut zu haben. Die Innenpolitikerin Kerstin Köditz sagte, schon bei der Pegida-Bewegung habe man eine Umarmungsstrategie als Dialog getarnt.

CDU-Innenminister Roland Wöller wies die Anschuldigungen der Linken zurück. Die Polizei stelle sich konsequent Verfassungsfeinden, Gewalttätern und Rechtsextremisten entgegen.

12:43 Uhr | Thüringen und Sachsen: Kleinere Klassen unrealistisch

Die Landesregierungen von Thüringen und Sachsen halten die Forderung des Philologenverbandes nach kleineren Schulklassen für nachvollziehbar, aber unrealistisch. Der Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums, Felix Knothe, sagte MDR AKTUELL, gegen das Anliegen sei zwar nichts einzuwenden. Man müsse das aber vor dem Hintergrund des akuten Lehrermangels diskutieren. Ähnlich äußerte sich das sächsische Kultusministerium. Leider gebe es nicht genügend Bewerber.

Das Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt kündigte an, Kontakt mit allen Lehrkräften aufzunehmen, die in Kürze in den Ruhestand gingen. Sie sollten überdenken, ob sie ihr Ausscheiden aus dem Schuldienst hinausschieben könnten.

12:26 Uhr | Bundesweite Inzidenz sinkt, Sorgen wegen Omikron

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist auf 322 Neuinfektionen je 100.000 Menschen gesunken. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts hervor. Damit setzt sich der Rückgang weiter fort, allerdings auf hohem Niveau. In Mitteldeutschland sind die Werte weiterhin mehr als doppelt so hoch. Trotz des Rückgangs warnen Fachleute, dass durch die deutlich ansteckendere Omikron-Variante ein baldiger erneuter Anstieg droht.

Nach Daten des European Centre for Disease Prevention and Control lag der Anteil an Omikron unter allen Corona-Ansteckungen in Deutschland in der Woche vom 6. Dezember bereits bei 11,2 Prozent. In der Woche davor waren es lediglich 1,8 Prozent, davor 0,3 Prozent. Auch in anderen Ländern breitet sich die Variante rasend schnell aus. Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung warnte daher bereits, dass durch massenhafte Krankheitsfälle eine Gefährdung der gesamten kritischen Infrastruktur in Deutschland drohe.

12:03 Uhr | Omikron-Variante im Bundestag nachgewiesen

Die Omikron-Variante des Coronavirus hat nun auch den Bundestag erreicht. Betroffen ist der Verteidigungsausschuss. Nach eigenen Angaben hatten vor einer Woche zwei Abgeordnete an der konstituierenden Sitzung des Gremiums teilgenommen, bei denen später eine Corona-Infektion nachgewiesen worden sei. In einem Fall handelte es sich demnach um die Omikron-Variante. Die Politiker hatten in der Sitzung Masken getragen, diese aber bei Redebeiträgen abgenommen.

10:26 Uhr | Israel ruft zur vierten Impfung auf

In Israel sollen Über-60-Jährige und Mitarbeiter des Gesundheitswesens zum vierten Mal geimpft werden. Regierungschef Naftali Benett rief alle Bürger, die diese Kriterien erfüllen, auf, sich immunisieren zu lassen. Das werde helfen, die Omikron-Welle zu überwinden. Die israelischen Bürger hätten als weltweit erste die dritte Impfdosis erhalten und nun führe man das mit der vierten Impfung weiter.

Israel hat die vierte Corona-Welle bereits hinter sich. Zuletzt sind die Infektionszahlen jedoch wieder angestiegen. 

09:23 Uhr | Kliniken bezweifeln Erfolgsaussichten von Bund-Länder-Beschlüssen

Die Krankenhäuser bezweifeln, dass die Bund-Länder-Vereinbarungen für den Kampf gegen die Omikron-Variante ausreichend sind. Der Vorstandschef der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte den Funke-Medien, es sei gut, dass weitere Kontaktbeschränkungen beschlossen worden seien. Es sei aber fraglich, ob das genug sei, um die nächste Welle flach zu halten. Notfalls müsse kurzfristig nachgesteuert werden.

Das Robert Koch-Institut hatte gestern vor Bekanntgabe der Bund-Länder-Beschlüsse "maximale Kontaktbeschränkungen" gefordert.

08:48 Uhr | Lebenserwartung in den USA durch Corona gesunken

Die Lebenserwartung in den USA ist im vergangenen Jahr so stark gesunken wie seit 75 Jahren nicht mehr. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC ging sie um 1,8 Jahre zurück - von 78,8 auf 77. Hauptursache sei die Corona-Pandemie.

08:27 Uhr | Sachsen und Thüringen beraten zu möglichen Verschärfungen von Corona-Verordnungen

Die Landesregierungen von Sachsen und Thüringen beraten heute über Konsequenzen aus dem Bund-Länder-Gipfel. Dabei geht es darum, ob die aktuellen Corona-Verordnungen nachgeschärft werden müssen. Sachsen-Anhalt erklärte, bei seinen Regelungen seien keine Nachbesserungen nötig. Die neue Landesverordnung trete ohne Änderungen in Kraft.

Unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte die beschlossenen Maßnahmen gestern umgehend als nicht ausreichend kritisiert. Das Robert Koch-Institut hatte bereits vor Bekanntgabe der Beschlüsse deutlich weitreichendere Beschränkungen gefordert, darunter die Schließung der Gastronomie.

08:03 Uhr | Kinder-Impftermine in Sachsen werden freigeschaltet

Eltern können ab heute im Internet Covid-Impftermine für ihre Kinder buchen. Dem Deutschen Roten Kreuz zufolge soll die Registrierung im zentralen sächsischen Impfportal ab 9 Uhr möglich sein. Im Laufe des Tages würden dann die Termine für den Zeitraum vom 27. bis 30. Dezember freigeschaltet. Zunächst bieten fünf feste DRK-Impfpunkte in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Löbau und Eich Termine für Fünf- bis Elfjährige an.

Die Sächsische Impfkommission empfiehlt die Corona-Impfungen für Mädchen und Jungen mit Vorerkrankungen oder regelmäßigem Kontakt zu Personen aus Risikogruppen. Grundsätzlich können jedoch alle Kinder geimpft werden, wenn Eltern und Kinderarzt das befürworten.

07:47 Uhr | Wirtschaft sieht begrenzte Auswirkungen durch Impfquote

Die niedrige Impfquote in Sachsen hat nach Ansicht von Experten nur begrenzte Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung. Der Ökonom Joachim Ragnitz vom Dresdner ifo-Institut sagte MDR AKTUELL, in kontaktintensiven Dienstleistungen wie Handel, Gastronomie oder Tourismus könne es eine Ausdünnung geben, die sich etwa in den Städten negativ niederschlagen werde. Der Handel sei aber nur ein kleiner Teil der gesamten Wirtschaft. Der für Handel zuständige Referatsleiter der IHK Chemnitz, Bert Rothe, nimmt deutliche Umsatzrückgänge seit Einführung der 2G-Regel wahr. Die Ausfälle seien aber in der Stadt Chemnitz ebenso hoch wie im Erzgebirgskreis, trotz deutlich unterschiedlicher Impfquoten.

07:11 Uhr | Uni Halle suspendiert Virologen Kekulé

Der Virologe Alexander Kekulé darf vorerst nicht mehr an der Universität Halle forschen und lehren. Wie er am Abend der Nachrichtenagentur dpa bestätigte, hat die Uni eine vorläufige Dienstenthebung ausgesprochen. Kekulé hat in Halle eine Professur inne und leitet das Institut für Medizinische Mikrobiologie. Er kündigte rechtliche Schritte gegen das Vorgehen der Uni an. Er habe bereits mit seinem Anwalt gesprochen. Zuerst hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" über den Fall berichtet. Demnach wird Kekulé vorgeworfen, den Lehrverpflichtungen nicht nachgekommen zu sein. Die Universität wollte sich bisher nicht weiter zu dem Vorgang äußern.

06:46 Uhr | Ethikrat für Ausweitung der Impfpflicht

Der Deutsche Ethikrat spricht sich dafür aus, die Corona-Impfpflicht deutlich auszuweiten. In einer Empfehlung heißt es, die Regelung sollte künftig auch für wesentliche Teile der Bevölkerung gelten. Das müsse aber durch eine Reihe von Maßnahmen flankiert werden. Konkret schlägt der Ethikrat eine möglichst freie Wahl des Impfstoffs und direkte Einladungen mit personalisierten Terminen vor. Außerdem sollte ein datensicheres nationales Impfregister eingerichtet werden. Die Einschätzung des Rates wurde mehrheitlich verabschiedet. 20 Mitglieder waren dafür, vier stimmten dagegen.

06:25 Uhr | Lauterbach: Lockdown nicht vom Tisch

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schließt nach den neuen Bund-Länder-Beschlüssen auch härtere Maßnahmen nicht aus. In der ARD sagte er am Abend, wenn sich die Fallzahlen tatsächlich so entwickelten, dass auch ein harter Lockdown diskutiert werden müsse, dann gebe es da keine roten Linien. An diesem Punkt sei man aber noch nicht. Lauterbach äußerte sich überzeugt, dass die von Bund und Ländern vereinbarten Maßnahmen Wirkung zeigten.

Sachsen und Baden-Württemberg halten die Maßnahmen dagegen für unzureichend. In einer Erklärung kritisierten die Landesregierungen, die Beschlüsse gewährleisteten keine ausreichende Handlungsfähigkeit, um schnell auf eine sich zuspitzende Lage reagieren zu können.

Bund und Länder hatten unter anderem vereinbart, dass sich nach Weihnachten auch Geimpfte und Genesene nur noch mit maximal neun anderen Personen treffen dürfen. Clubs und Diskotheken sollen dann geschlossen werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 22. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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