Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Kostenlose "Bürgertests" entfallen

Ab Mitte Oktober müssen die Covid-19-Schnelltests in der Regel selbst bezahlt werden. Ab 1. November bekommen nicht geimpfte Arbeitnehmer, die in eine Corona-Quarantäne müssen, kein Geld mehr vom Staat. Mehr im Ticker.

Menschen in einer Fußgängerzone
Spahn: Im Frühjahr ist die Pandemie zu Ende – wenn weiter geimpft wird. Bildrechte: IMAGO / photonews.at

Unser Ticker am Mittwoch, 22. September 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:59 Uhr | Wie der Impfstoff global verteilt wird

"Unausgewogen und unfair" nannte UN-Generalsekretär António Guterres vor dem Weltsicherheitsrat den globalen Einsatz der Anti-Corona-Impfstoffe. Impfstoff-Gerechtigkeit sei die größte moralische Herausforderung, vor der die globale Gemeinschaft stehe. Hier ein Überblick über die aktuelle weltweite Impfstoffverteilung.

21:11 Uhr | Sachsen unterstützt Schwebebahn am Fichtelberg finanziell

Der Freistaat Sachsen unterstützt die Schwebebahn am Fichtelberg mit 200.000 Euro. Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch übergab am Mittwoch einen entsprechenden Fördermittelbescheid. Mit dem Geld sollen die Vorbereitungen für die diesjährige Ski-Saison unterstützt werden. Als Grund nannte das Ministerium, dass die Bahn wegen der coronabedingten Schließungen im vorigen Winter die nötigen Mittel nicht selbst erwirtschaften konnte. Nun gehe es um einen Neustart. Die Schwebebahn wurde 1924 erbaut und ist die älteste Seilschwebebahn Deutschlands.

20:09 Uhr | Thüringer Landtag streitet über neue Corona-Verordnung

2G, 3G oder 3Plus – seit die Thüringer Landesregierung am Dienstag ihren Vorschlag für die neue Corona-Verordnung des Landes vorgelegt hat, wird darüber heftig diskutiert. Im Thüringer Landtag haben FDP und AfD das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen. Wie die Diskussion am heutigen Mittwoch verlaufen ist, können Sie im Video sehen.

18:55 Uhr | Biden ruft zu Impfspenden an ärmere Länder auf

Im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie hat US-Präsident Joe Biden andere Industrienationen zu großzügigen Impfspenden an ärmere Länder aufgerufen. Biden sagte am Mittwoch bei einem Online-Gipfel zur Corona-Pandemie, es gehe hier um eine globale Tragödie. Um das Coronavirus zurückzudrängen, sei eine internationale Kraftanstrengung nötig. Das Weiße Haus hatte bereits zuvor angekündigt, dass die USA weitere 500 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden wollen. Insgesamt belaufen sich die Zusagen der USA damit auf Spenden im Umfang von 1,1 Milliarden Impfdosen. Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung bisher mehr als 5,1 Millionen Impfdosen an andere Länder abgegeben. Dem Auswärtigen Amt zufolge gingen die Impfstoffe an die Allianz Covax und einzelne Länder. Als Empfänger wurden Usbekistan, Tadschikistan, Mauretanien und Sudan genannt.

17:53 Uhr | Patientenschützer kritisieren Entscheidung der Gesundheitsminister

Die Entscheidung der Gesundheitsminister zum Ende der Entschädigungszahlungen für Ungeimpfte ist bei Patientenschützern auf heftige Kritik gestoßen. Vorstand Eugen Brysch sagte am Mittwoch, das deutsche Gesundheitssystem gründe bislang auf der Solidarität aller. Weder Impfstatus noch Alter, Pflegebedürftigkeit, Krankheiten, Essgewohnheiten oder besonders riskante Hobbys führten bislang dazu, dass Leistungen verweigert würden. Die Gesundheitsminister hätten mit der Entscheidung den "ethischen Konsens" aufgelöst. Die Gesundheitsminister hatten am Mittwoch beschlossen, keine Lohnfortzahlung mehr mitzutragen, wenn ungeimpfte Arbeitnehmer wegen Kontakt zu infizierten Personen oder wegen einer Rückreise aus einem Risikogebiet in Quarantäne müssen. Sie beriefen sich dabei auf das Infektionsschutzgesetz. Die Lohnfortzahlung bei einer Covid-19-Erkrankung berührt das nicht.

15:52 Uhr | Welche Corona-Regeln gelten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen?

Die sogenannte 3G-Regel für Geimpfte, Genesene und Getestete gilt seit Ende August bundesweit für Innenräume. Immer mehr Bundesländer ermöglichen auch ein 2G-Modell – darunter auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hier können Sie nachlesen, was konkret in Ihrem Bundesland gilt:

14:00 Uhr | Spahn erklärt Streichung von Lohnersatz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat darauf hingewiesen, dass die Streichung des Lohnersatzes für ungeimpfte in Quarantäne eine Umsetzung des geltenden Infektionsschutzgesetzes sei. Die Frist bis 1. November sei gesetzt, weil bis dahin jeder die Chance zu einer zweiten Impfung habe. Weiter sagte der CDU-Politiker, das sei auch eine Frage der Fairness. Betroffen seien nur ungeimpfte Personen, die Kontakt zu einer infizierten gehabt hätten oder aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland zurückgekehrten.

13:53 Uhr | Bundesregierung bestürzt über "gezielte Tötung"

Die Bundesregierung hat sich bestürzt über die "gezielte Tötung" eines jungen Tankstellen-Mitarbeiters im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein gezeigt. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte heute in Berlin, "die Enthemmung von Gewalt macht sprachlos". Die Mitglieder der Bundesregierung trauerten um den jungen Mann.

13:44 Uhr | Ende von Lohnersatz für Ungeimpfte

Die Gesundheitsministerkonferenz hat ein baldiges Ende der Entschädigungszahlungen für ungeimpfte Arbeitnehmer in der Quarantäne bis spätestens 1. November beschlossen. Das hat der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) heute bekannt gegeben, der aktuelle Vorsitzende der Konferenz.

Der CSU-Politiker sagte: "Damit setzen wir ein Zeichen, dass auch Ungeimpfte im Kampf gegen die Corona-Pandemie Verantwortung übernehmen müssen." Wer eine Impfung aus nicht medizinischen Gründen ablehne, könne nicht erwarten, dass die Gemeinschaft für Verdienstausfall durch Quarantäne-Pflichten aufkomme: "Das wäre unsolidarisch." Und selbstverständlich gebe es auch Ausnahmen.

12:55 Uhr | Ungeimpfte Fans können zu Hause bleiben

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli will beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden am 3. Oktober mit dem 2G-Modell nur geimpften oder genesenen Fans den Stadionzutritt gewähren. Wie der Klub heute mitteilte, gilt eine Ausnahme aber weiter für Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren, die auch mit einem negativen Schnelltest dabei sein dürfen. Nach einem Beschluss des Hamburger Senats von gestern könnten erstmals seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie so wieder volle 29.546 Zuschauer in das Millerntor-Stadion.

12:16 Uhr | USA stocken Impfstoff-Spende noch auf

Die USA wollen weitere 500 Millionen Covid-19-Impfdosen für ärmere Länder zur Verfügung stellen. US-Präsident Joe Biden werde die Spende am Mittwoch bei einer Videokonferenz zur Coronavirus-Pandemie am Rand der UNO-Vollversammlung in New York verkünden, teilten US-Regierungsvertreter vorab mit. Damit erhöhen die USA ihre Zusagen auf insgesamt 1,1 Milliarden Dosen.

11:45 Uhr | Großbritannien und Südkorea kooperieren

Großbritannien greift Südkorea bei der Versorgung mit Covid-19-Impfstoffen von Biontech/Pfizer unter die Arme. Die beiden Länder vereinbarten, dass Großbritannien eine Million Dosen, die aktuell nicht gebraucht werden, an Südkorea abgibt, das sich verpflichtete, die gleiche Menge bis Ende des Jahres zurückzuliefern.

10:53 Uhr | Kostenloser "Bürgertest" bald Geschichte

Covid-19-Schnelltests müssen ab 11. Oktober in der Regel selbst bezahlt werden. Das legt die heute veröffentlichte neue Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums fest, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt: Da inzwischen kostenlose Impfungen für fast alle Menschen möglich seien, brauche es die Übernahme der Kosten durch den Steuerzahler nicht mehr, hieß es zur Begründung.

Generell kostenlos bleiben die Tests aber noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter zwölf Jahren und solche, die erst in den letzten drei Monaten vor dem Test zwölf Jahre alt geworden sind. Auch Kinder bis 17 Jahre, schwangere und stillende Frauen können noch bis 31. Dezember mindestens einen freien Test pro Woche bekommen, weil für sie eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission noch nicht lange vorliegt. Kostenfrei bleiben die Antikörper-Schnelltests unter anderem für Kinder in Schulen als auch für Arbeitnehmer. Auch für Personen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test benötigen, ist dieser kostenlos.

10:40 Uhr | Impfquote bei 63,4 Prozent

Inzwischen sind 63,4 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig gegen Covid-19 geimpft. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts von heute hervor. In 15 der 16 Bundesländer haben demnach mindestens 60 Prozent der Einwohner eine erste Impfung erhalten. Unter der Schwelle liegt nur noch Sachsen.

09:58 Uhr | Förderung für Luftreiniger bleibt liegen

Die schon seit Juli bereitstehenden Bundesmittel für mobile Luftreiniger in Schulen und Kindertagesstätten sind "bislang nicht abgerufen" worden. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage der Grünen im Bundestag mit, worüber die "Neue Osnabrücker Zeitung" heute berichtet. Der Bund will die Länder bei der Beschaffung der Geräte mit bis zu 200 Millionen Euro unterstützen, um dem Infektionsrisiko im Herbst und im Winter entgegenzuwirken und Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. Im August hätten Bund und Länder eine Verwaltungsvereinbarung geschlossen, die aber erst acht Länder unterschrieben haben.

09:16 Uhr | DGB gegen Streichung von Lohnersatz

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, hat eine Abschaffung des Lohnersatzes für ungeimpfte Arbeitnehmer im Fall einer Quarantäne-Anordnung kritisiert. Er sagte im RBB-Inforadio, die Politik drücke sich vor einer klaren Entscheidung und verlagere den Konflikt auf die Beschäftigten. Er verwies auch darauf, dass Arbeitgeber dann den Impfstatus ihrer Beschäftigten abfragen müssten, um Entschädigungen beantragen zu können. Dafür aber "gibt es keine rechtliche Grundlage".

Gesundheitsämter können mit dem Coronavirus infizierten Menschen und Kontaktpersonen vorschreiben, in Quarantäne zu gehen. Bei Verdienstausfall springt bislang der Staat ein. Nun wollen jedoch einige Bundesländer eine gesetzliche Regelung nutzen und den Lohnersatz für nicht geimpfte Menschen streichen. Schließlich sei allen inzwischen ein Impfangebot gemacht. Heute beraten Bund und Länder über eine einheitliche Linie. In der Debatte ist ein Ende der Entschädigung für ungeimpfte Arbeitnehmer ab 11. Oktober.

08:30 Uhr | Landtag in Erfurt debattiert über 2G- und 3G-Plus

Im Thüringer Landtag wird heute Nachmittag über weitere Pandemie-Schutzmaßnhamen und die Einführung eines 2G- und 3G-Plus-Modells diskutiert. In einer Aktuellen Stunde will die FDP mit einem Antrag den Fokus auf die Komplexität der Regeln legen: "Die schwer durchschaubaren Bestimmungen gehen einher mit einer teils chaotischen Kommunikation", hieß es im Vorfeld.

08:15 Uhr | Spahn verteidigt Lohnersatz-Streichung

Vor Beratungen mit seinen Kollegen aus den Ländern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Pläne verteidigt, ungeimpften Arbeitnehmern, die in Covid-19-Quarantäne müssen, den Lohnersatz zu streichen. Das sei eine gesetzliche und vom Bundestag beschlossene Regelung, sagt der CDU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin heute: "Warum sollen andere dafür zahlen, dass jemand für sich entscheidet, sich nicht impfen zu lassen."

07:30 Uhr | Lauterbach warnt vor Verdienstausfall

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt im Fall von Verdienstausfällen für ungeimpfte Arbeitnehmer vor sinkender Testbereitschaft und Quarantäneverweigerung. Eine einheitliche Regelung sei zwar "richtig und wichtig", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post". Er fände es aber "falsch, wenn diejenigen, die in Quarantäne gehen müssen, ihren Verdienstausfall nicht erstattet bekommen". Das werde nur dazu führen, dass sie sich gar nicht erst in Quarantäne begeben, insbesondere Menschen mit geringen Einkommen. Auch die Testbereitschaft würde abnehmen, warnte Lauterbach: "Es ist doch absolut lebensfern, dass sich Menschen auf eigene Kosten testen lassen, um dann im Fall eines positiven Ergebnisses auch noch ohne Verdienst" zu sein.

07:00 Uhr | Gastronomen skeptisch bei 2G-Option

Gastronomen aus Magdeburg und Umgebung haben einen Protestbrief an die Landesregierung verfasst, der dem MDR vorliegt. Darin sprechen sie sich gegen das sogenannte 2G-Modell aus, mit dem nur geimpfte und genesene Gäste eingelassen werden dürfen, um auf weitere Beschränkungen verzichten zu können. "Wir werden keinen Gast ausperren", heißt es in dem offenen Brief. Schließlich dürften diese Personen auch Straßenbahn fahren oder zum Friseur. Lieber wolle man Einschränkungen hinnehmen, als die Gäste bei Einlasskontrollen zu "malträtieren" oder sogar abzuweisen.

Jetzt haben wir den Schwarzen Peter.

Axel Klein, Dehoga-Chef in Sachsen dpa

Auch in Sachsen sorgt die Einführung der 2G-Regel als Option für Diskussionen. "Es wird sehr unterschiedlich diskutiert", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands, Axel Klein. Für Diskotheken, Tagungen oder auch Messen hält er 2G für umsetzbar. Doch bei etwa 40 Prozent der Dehoga-Mitglieder im Land stoße das Modell auf Ablehnung. Eine Befürchtung sei, dass sich Gastronomen der Kritik ihrer Gäste ausetzen.

06:45 Uhr | Viele Beschäftigte weiter im Homeoffice

Ein Viertel aller Beschäftigten arbeitet noch immer zumindest tageweise im Homeoffice. Das ergab die aktuelle Monatserhebung des ifo-Instituts. Ökonom Jean-Victor Alipour sagte MDR AKTUELL, für viele Unternehmen habe sich Homeoffice bewährt. Befürchtete Leistungseinbußen seien in der Regel nicht eingetreten. Vielmehr seien Produktivitätssteigerungen verzeichnet worden, vor allem bei Tätigkeiten, die eher in Einzelarbeit ausgeführt werden und weniger Abstimmungen oder Gruppenkreativität benötigten. Laut Alipour wird inzwischen in zwölf Prozent aller Stellenanzeigen auch mit Homeoffice geworben. Das seien dreimal so viele wie 2019.

06:15 Uhr | Positive Tests an Schulen in Thüringen

Covid-19-Schnelltests an Thüringer Schulen haben in den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres insgesamt 2.029 Treffer ergeben. Wie das Bildungsministerium mitteilte, gab es in der ersten Woche 992 positive Tests und 1.037 in der zweiten. Insgesamt seien in dieser Zeit 772.445 Tests durchgeführt worden. Wie viele dieser positiven Schnelltests durch einen PCR-Test bestätigt wurden, teilte das Ministerium nicht mit, dafür seien die Gesundheitsbehörden verantwortlich. Nach Angaben des Ministeriums waren zuletzt 765 Personen in Quarantäne, darunter 744 Schülerinnen und Schüler.

06:01 Uhr | Spahn erwartet Pandemie-Ende im Frühjahr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit dem Ende der Coronavirus-Pandemie im kommenden Frühjahr. Der CDU-Politiker sagte der "Augsburger Allgemeinen", dann dürfte Deutschland eine Herdenimmunität erreicht haben und zu "Normalität" zurückkehren können. Aktuell sei es noch zu früh, alle Maßnahmen aufzuheben.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 22. September 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten:

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 22. September 2021 | 17:30 Uhr

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