Coronavirus-Ticker 8. Juni: Massentest in Bergamo zeigt Antikörper bei 57 Prozent

Bei einem Massentest von knapp 10.000 Bürgern der einstigen Corona-Hochburg Bergamo in Norditalien wurden bei 57 Prozent Antikörper nachgewiesen. Ein Vergleich zwischen Jena und anderen Städten hat die Schutzwirkung von Gesichtsmasken bestätigt. Außerdem könnten Covid-19-Patienten mit Blutgruppe A besonders gefährdet sein. Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Ticker.

Menschen mit Mundschutz im Zentrum von Bergamo
Menschen Ende Mai beim Einkaufen in Bergamo. Bildrechte: imago images/Independent Photo Agency Int.

Unser Ticker am Montag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Dienstag.

22:25 Uhr | Massentest in Bergamo zeigt Antikörper bei 57 Prozent der Bürger

Bei 57 Prozent von fast 10.000 Bürgern der norditalienischen Stadt Bergamo sind bei einem Massentest Antikörper gegen das neuartige Coronavirus nachgewiesen worden. Bei etwa 10.400 getesteten Mitarbeitern im Gesundheitswesen habe die Quote dagegen nur bei gut 30 Prozent gelegen, teilten die Behörden mit. Bergamo war von dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Italien besonders schwer betroffen.

20:35 Uhr | EU-Arzneimittelbehörde prüft Remdesivir-Zulassung gegen Covid-19

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat die Prüfung einer bedingten Marktzulassung des Medikaments Remdesivir zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen eingeleitet. Die EMA kündigte zugleich an, das Prüfverfahren hinsichtlich der Vorteile und der Risiken zu beschleunigen. Eine Einschätzung könne bereits in "einigen Wochen" vorliegen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Anfang Mai eine Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs in Krankenhäusern erteilt. Japan zog kurze Zeit später nach. Das vom US-Hersteller Gilead produzierte Remdesivir wurde eigentlich zur Behandlung von Ebola entwickelt. Bei der Behandlung von Covid-19-Patienten ist es bislang das einzige Medikament, das in klinischen Tests eine gewisse Wirksamkeit zeigte.

18:50 Uhr | WHO sieht in Europa Verbesserung der Lage

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht in Europa eine Verbesserung der Lage in der Coronavirus-Pandemie. Global sehe man allerdings eine Verschlechterung in der Coronavirus-Pandemie, sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Am Sonntag habe es die höchste Zahl an Neuinfektionen an nur einem Tag gegeben. Auch in Osteuropa und Zentralasien gebe es mehr Fälle.

17:35 Uhr | Warum die Blutgruppe Einfluss auf eine Covid-19-Erkrankung haben kann

Die einen kämpfen nach einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus mit schwerem Atemversagen, die anderen nicht. Warum ist das so? Forschungen aus Kiel und Oslo lassen vermuten, dass es mit der Blutgruppe zu tun haben könnte, ob man schwer an Covid-19 erkrankt oder nicht. Die Kollegen von MDR WISSEN haben sich genauer mit dem Thema befasst.

16:52 Uhr | Starker Anstieg von Neuinfektionen - Israel setzt Lockerungen aus

Weil die kritische Marke von 100 Neuinfektionen am Tag mehrfach überschritten wurde, hat Israel weitere Lockerungen ausgesetzt. Nach einer Sitzung des israelischen Corona-Kabinetts teilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit, man müsse deswegen "erstmal die Handbremse" anziehen. Lediglich die Eröffnung von Festhallen solle wie geplant stattfinden. Die Öffnung von beispielsweise Theatern, Kinos und weiteren Kultureinrichtungen hingegen würde verschoben. In Israel leben knapp neun Millionen Menschen. Die Israelische Obergrenze von 100 Neuinfektionen am Tag entspräche in Deutschland einer täglichen Zahl von gut 1.100 neuen Corona-Fällen.

16:17 Uhr | Bisher kein Corona-Hilfsgeld an Entwicklungsländer ausgezahlt

Nach Angaben von Bundes-Entwicklungsminister Müller sind noch keine Corona-Hilfen an Schwellen- und Entwicklungsländer gezahlt worden. Das sei "beschämend", sagte der CSU-POlitiker nach dem virtuellen Treffen der EU-Entwicklungsminister. Müller forderte ein Paket von über 50 Milliarden Euro, finanziert von der europäischen Investitionsbank. Wenn das Virus nicht weltweit bekämpft werde, käme es "Boomerang zu uns zurück".

16:08 Uhr | Hochschullehrer fordern Rückkehr zur Präsenzpflicht

Rund 2.000 Professoren und Dozenten deutscher Universitäten und anderer Hochschulen haben die Rückkehr zur Präsenzlehre gefordert. In einem offenen Brief schrieben sie: "Wir fordern eine - vorsichtige, schrittweise und selbstverantwortliche - Rückkehr zu Präsenzformaten. Was die Schulen zu leisten in der Lage sind, sollte auch Universitäten möglich sein." Einer der Initiatoren, der Bonner Germanistik-Professor Johannes F. Lehmann, sagte dem Inforadio RBB, es sei ihm ein Rätsel, warum es an den Schulen und Kitas beispielsweise wieder losgehe, an den Unis aber nicht. Die selbstständige, kritische Aneignung von Inhalten setze zwingend Präsenz voraus.

14:05 Uhr | Umfrage: Männer helfen mehr im Haushalt und bei Kinderbetreuung

Die Corona-Krise bringt Schwung in die familiäre Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern. Nach neuen Daten des Sozio-oekonomischen Panels verrichten in der Pandemie zwar die Frauen weiterhin den Großteil der Hausarbeit und Kinderbetreuung, aber die Männer bringen sich deutlich stärker ein als vor der Krise. Wie das Wochenblatt "Zeit" meldet, steigerten Männer ihren Anteil an der Familienarbeit im Schnitt um 120 Prozent, allerdings von einem deutlich niedrigeren Niveau aus. Demnach teilten sich beide Geschlechter die zusätzlichen Aufgaben in der Corona-Zeit weitgehend auf: Beide arbeiteten täglich etwa eine halbe Stunde mehr im Haushalt und verbrachten knapp zweieinhalb Stunden mehr mit den Kindern.

13:45 Uhr | Forscher: Lockdown hat Millionen Leben gerettet

Die radikalen Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie haben Analysen zufolge allein in elf europäischen Ländern bis Anfang Mai etwa 3,1 Millionen Todesfälle verhindert. Ein Forscherteam vom Imperial College London bilanziert, der großangelegte Lockdown samt Grenzschließungen, Kontaktsperren und Schulschließungen habe eine Kontrolle des Pandemie-Verlaufs ermöglicht. Laut Hochrechnungen anderer Wissenschaftler konnten so bis zum 6. April allein in sechs Staaten rund 530 Millionen Infektionen verhindert werden. Sie hatten den Verlauf bis zu diesem Stichtag in China, Südkorea, Italien, Iran, Frankreich und den USA analysiert. Studienleiter Solomon Hsiang von der UC Berkeley sagte dem Fachblatt "Nature": "Ich denke, kein anderes menschliches Unterfangen hat jemals in so kurzer Zeit so viele Leben gerettet."

13:10 Uhr | Studie belegt Wirkung von Schutzmasken

Eine Studie hat die Schutzwirkung von Atemmasken gegen das Coronavirus bestätigt. Dazu hatten Wissenschaftler von vier Universitäten die Entwicklung der Corona-Infektionen in Jena mit der in an anderen Städten verglichen. Jena hatte als bundesweit erste Stadt am 6. April eine Mundschutzpflicht im öffentlichen Raum eingeführt, in den Vergleichsstädten kam sie erst später. 20 Tage nach dem Start waren die Fallzahlen in Jena demnach nur um elf Prozent gestiegen, in den Städten ohne Maskenpflicht dagegen um gut 43 Prozent. Die Forscher sprachen von einer signifikanten Kluft zwischen den Zahlen in Jena und der Vergleichsgruppe.

12:25 Uhr | Studierende fordern mehr Unterstützung

In Dresden und weiteren deutschen Städten demonstrieren am Mittag Studierende für mehr Hilfe in der Corona-Krise. In der sächsischen Landeshauptstadt fanden sich nach Angaben eines MDR-Reporters 15 Studentenvertreter mit Plakaten zusammen. Die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften erklärte, viele Studentinnen und Studenten hätten ihre Nebenjobs verloren und ihr Studium abgebrochen, weil sie nur so Anspruch auf Grundsicherung hätten. Die Hilfsangebote vom Bund seien vollkommen unzureichend. Neben Dresden waren auch Aktionen unter anderem in Potsdam, Hannover und Bonn geplant.

11:50 Uhr | Hunderte Neuinfektionen in Polen

Nach einem Coronavirus-Ausbruch bei Bergleuten in Schlesien werden zwölf Kohlegruben für drei Wochen geschlossen. Die Kumpel sollen weiter ihren vollen Lohn erhalten. Nach Angaben von Gesundheitsminister Lukasz Szumowski sollen bis zur Wiedereröffnung möglichst viele Bergleute auf das Virus getestet werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Am Wochenende wurden in ganz Polen mehr als 1.100 Neuinfektionen bekannt, der zweithöchste Wert seit Ausbruch der Pandemie. Landesweit sind bislang knapp 27.000 Ansteckungen und etwa 1.150 Todesfälle erfasst.

11:30 Uhr | Studie: Besonders hohes Covid-19-Risiko für Blutgruppe A

Neue Untersuchungen haben Hinweise erhärtet, dass die Blutgruppe bei einer Covid-19-Erkrankung eine wichtige Rolle spielt. Wissenschaftler aus Deutschland und Norwegen untersuchten mehr als 1.600 Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit der Blutgruppe A ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, als die übrigen Bluttypen. So mussten Covid-19-Patienten mit Blutgruppe A viel häufiger beatmet werden. Die geringste Gefahr scheinen Menschen mit Blutgruppe 0 zu haben. Ähnliche Erkenntnisse hatten zuvor chinesische Forscher gesammelt. Bei der neuen Untersuchung handelt es sich zwar noch um eine Vorveröffentlichung. Der Mediziner und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bewertete  die Arbeit jedoch als "robust". Das Blutgrupppenergebnis könnte bei der Entwicklung von Medikamenten helfen.

10:50 Uhr | Italien startet Corona-App

Italien hat im Kampf gegen Covid-19 in vier Regionen eine Warn-App gestartet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa haben bisher rund zwei Millionen Menschen die Anwendung auf ihre Smartphones heruntergeladen. Die App soll Bürger warnen, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Die kostenlose App "Immuni" wurde von einem Mailänder Unternehmen entwickelt und basiert auf Bluetooth-Übertragung. Die Nutzung soll schnell auf alle 20 Regionen des Landes ausgeweitet werden.

10:25 Uhr | Ryanair-Boss kritisiert Quarantäne-Pflicht in Großbritannien

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat die seit heute geltende Quarantäne-Pflicht für Einreisende nach Großbritannien kritisiert. In der BBC nannte er die Regelung irrational und warnte er vor einem großen Schaden für die Luftfahrt- und die Tourismus-Branche. In Großbritannien müssen Einreisende seit heute zwei Wochen lang in Quarantäne, bei Missachtung drohen hohe Bußgelder.

10:10 Uhr | Lockerungen in Indien trotz Infektionsrekord

In Indien sind trotz eines Rekordanstiegs der Neuinfektionen weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Kraft getreten. In Neu Delhi und mehreren anderen Städten durften erstmals seit Ende März wieder Einkaufszentren, Restaurants, Tempel und Moscheen öffnen. Die Regierung hatte Ende März eine Ausgangssperre für die 1,3 Milliarden Einwohner verhängt. In den vergangenen Wochen traten bereits einige Lockerungen in Kraft. Am Montag meldete die Regierung mit fast 10.000 Fällen die bislang höchste Zahl an Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Landesweit sind offiziell 256.000 Ansteckungen und 7.135 Tote erfasst, Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

09:55 Uhr | Sonntag: Weniger als 200 Neuinfektionen

Am vergangenen Wochenende haben die Kreise und Städte in Deutschland insgesamt 455 Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet (Samstag: 282; Sonntag: 173). Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Allerdings haben am Samstag und Sonntag jeweils nur 37 Prozent der Landkreise überhaupt aktuelle Fallzahlen gemeldet. Mit Abflauen der Pandemie verzichten viele Kreise an Wochenenden und Feiertagen auf die Veröffentlichung der Infektionszahlen. Außerdem wird dann weniger auf das Virus getestet.

Die am Sonntag gemeldeten 173 Fälle bedeuten den geringsten Anstieg innerhalb eines Tages seit Anfang März.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt bei 1,05 (berücksichtigt wurde dabei der Datenstand vom 7. Juni, 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Person ansteckt. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,92. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss der Wert langfristig unter 1,0 gehalten werden.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind oftmals aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

09:20 Uhr | Sachsen: Erleichterungen bei Kinderbetreuung

An den Schulen und Kitas in Sachsen gelten ab heute weitere Lockerungen bei den Infektionsschutz-Regeln. Die neue Allgemeinverfügung erlaubt unter anderem Zeugnisübergaben, Abschlussfeiern, Elternabende und Treffen zu schulischen Angelegenheiten. Voraussetzung ist, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. In Kitas dürfen größere feste Gruppen mit mehr Kindern und mehreren Betreuern gebildet werden. Die täglichen Gesundheitsbescheinigungen der Eltern für ihre Kinder bleiben aber Pflicht.

08:45 Uhr | "Konjunktureller Tiefpunkt erreicht"

Die Produktion ist in Deutschland wegen der Corona-Krise im April in historischem Ausmaß eingebrochen. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 17,9 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es sogar einen Einbruch um mehr als 25 Prozent. Einen besonders starken Rückgang verzeichnete die Automobilindustrie mit 74,6 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht "den konjunkturellen Tiefpunkt erreicht". Mit der schrittweisen Normalisierung setze die wirtschaftliche Erholung ein.

08:20 Uhr | Mehr als 7 Millionen Infektionen und 400.000 Tote

Weltweit hat die Zahl der Sars-Cov-2-Infektionen die Marke von sieben Millionen übersprungen. Nach Daten der Johns Hopkins Universität in den USA waren am Montag 7.015.079 Ansteckungen registriert. Die meisten gibt es in den USA mit 1,94 Millionen, gefolgt von Brasilien (692.000), Russland (467.000), Großbritannien (287.500) und Indien (257.000). Die meisten Neuinfektionen meldeten zuletzt die USA, Brasilien, Indien, Russland und Chile. Weltweit sind 403.000 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirusinfektion bestätigt, die meisten in den USA (110.500), GB (40.600) und Brasilien (36.500). Die Zahlen für Deutschland: 185.700 Infektionen und 8.685 Tote.

07:50 Uhr | Lange Wartezeiten bei Kfz-Zulassung

Autohäuser und KfZ-Zulassungsdienste haben die oft zu langen Wartezeiten bei den Zulassungsstellen kritisiert. Der Vizechef des Kraftfahrzeuggewerbes, Thomas Peckruhn, sagte MDR AKTUELL, es dauere bis zu sechs Wochen, ehe ein Auto angemeldet sei. Ein Grund sei die gestreckte Terminvergabe, damit sich Antragsteller im Wartebereich nicht begegneten. Nach MDR-Recherchen haben einige Ämter auch bessere Lösungen gefunden. So können in Leipzig Zulassungsanträge kontaktlos in einem Schließfach übergeben werden. Im Salzlandkreis dürfen Anträge per Post gestellt werden. Erfurt verspricht, Anträge am selben Tag zu bearbeiten.

07:35 Uhr | Neuseeland erklärt Pandemie für besiegt

Neuseeland hat das Coronavirus nach eigenen Angaben besiegt. Wie das Gesundheitsministerium bekanntgab, ist landesweit keine einzige aktive Infektion mehr bekannt. Die letzte Neuinfektion liege 17 Tage zurück. Daher würden die Corona-Einschränkungen ab Dienstag aufgehoben. Nach Regierungsangaben sollen jedoch die strikten Grenzkontrollen beibehalten werden.

07:15 Uhr | Thüringen will Abstandsregeln in Schulen kippen

Nach Plänen der Thüringer Landesregierung sollen die Abstandsregeln an Kindergärten und Grundschulen ab 15. Juni aufgehoben werden. Stattdessen soll es feste Gruppen, Klassen und Bezugspersonen geben. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf eine Kabinettsvorlage, die am Dienstag beraten werden soll. Mit den Änderungen soll die Notbetreuung an Kindergärten und Schulen enden. Außerdem sollen Schulen und Kitas generell mit Start des neuen Schuljahres wieder komplett in den Regelbetrieb wechseln. Für die Sommerferien stellte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) ein Betreuungsangebot für Grundschüler in Aussicht.

06:45 Uhr | Bürger zahlen mehr mit Karte

Die Bundesbürger zahlen in der Corona-Pandemie immer häufiger mit Karte statt mit Bargeld. Die Sprecherin des Bundesverbandes Deutscher Banken, Tanja Beller, sagte MDR AKTUELL, man sehe das sehr deutlich an den Transaktionszahlen. Im April sei der Einsatz der Geldkarte gegenüber dem gleichen Monat des vorigen Jahres um 18 Prozent gestiegen. Besonders stark nehme das kontaktlose Bezahlen zu. Die Sparkassen bestätigen diese Entwicklung. Sie werben für das kontaktlose Girocard-Verfahren. Das sei nicht nur hygienischer, sondern für die Kunden auch bequemer. Den Kreditinstituten zufolge sind auch andere bargeldlose Zahlungsformen auf dem Vormarsch, wie das Zahlen per Smartphone oder über Online-Dienstleister wie PayPal.

06:10 Uhr | Lehrerverband fordert besseres Hygienekonzept

Der Deutsche Lehrerverband warnt vor einer zu schnellen Rückkehr zum vollständigen Schulbetrieb. "Die Schulen können schnell zum Corona-Superspreader werden – das dürfen wir nie vergessen", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Für die Rückkehr zum Regelunterricht müssen erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden. Für die Beschulung vollständiger Klassen und ständigen Präsenzunterricht müsse es ein völlig neues Hygienekonzept geben.

05:45 Uhr | Thüringer Kliniken bereit für Tests beim Personal

Die Krankenhäuser in Thüringen sehen sich für regelmäßige Coronatests beim Klinikpersonal gerüstet. Die Vorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft, Gundula Werner, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir können sicher zeitnah damit anfangen." Die Häuser hätten zunächst auf Klarheit bei der Finanzierung solcher Tests von Mitarbeitern ohne Symptome gewartet. Besonders wichtig seien Tests bei jenen Kollegen, die mit Coronapatienten arbeiteten. Der Thüringer Landtag hatte am Freitag für die Ausweitung der Testkapazitäten 25 Millionen Euro bereitgestellt.

04:10 Uhr | Spahn will Corona-App in den nächsten Tagen vorstellen

In Deutschland soll in der kommenden Woche die Corona-Warn-App vorgestellt werden. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der "Rheinischen Post" an. Spahn sagte, die Zeit habe man wegen der hohen Anforderungen gebraucht. So müsse die App strenge Vorgaben beim Datenschutz und der Energie-Effizienz erfüllen. Er hoffe, dass viele Millionen Bürger die App nutzen werden. Das Virus einzudämmen, sei ein Teamspiel. Jeder könne helfen. Mit der sogenannten Tracing-App sollen Infektions-Ketten besser nachverfolgt werden können. Ursprünglich sollte sie im April fertig sein.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juni 2020 | 06:00 Uhr

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