Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: Erste Auffrisch-Impfungen in Sachsen-Anhalt

Mehrere Städte in Sachsen-Anhalt bieten ab sofort offiziell Auffrischungsimpfungen für spezielle Gruppen wie Hochbetagte und Menschen mit Immunschwäche an. Der Leiter der Sächsischen Impfkommission Thomas Grünewald hält eine pauschale Auffrischungsimpfung für alle nicht für sinnvoll. Bei der Bundestagswahl sollen auch ungeimpfte und nicht getestete Bürger ihre Stimme im Wahllokal abgeben können. Auch im Bahnverkehr wird es wohl die sogenannte 3G-Regel nicht zum Einsatz kommen.

Zum Impfen vorbereitete Spritzen liegen bei der Betriebsimpfung der Sartorius AG mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in einer Schale.
Sächsischen Experten zufolge sollten vorerst nur Menschen über 70 Jahre sowie Angehörige von Risikogruppen eine Auffrischungsimpfung erhalten. Diese können sich die "Booster"-Impfung ab sofort im Landkreis Jerichower Land abholen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 30. August 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:33 Uhr | Hunderttausende Briten ohne Zweitimpfung

In Großbritannien haben hunderttausende Menschen ihre Zweitimpfung mit Astrazeneca verpasst oder abgelehnt. Das berichtet die Web-Zeitung "Independent" unter Berufung auf Regierungsdaten. Demnach sind bis zu 600.000 Menschen nicht zur Folgeimpfung erschienen. Experten nannten als Gründe vor allem die Angst vor Nebenwirkungen sowie zunehmendes Desinteresse in der Bevölkerung. Gesundheitsbehörden warnten, durch die Delta-Variante seien unvollständig Geimpfte sehr anfällig für eine Corona-Infektion. Zudem bestehe bei einer Erkrankung das Risiko eines schweren Verlaufs.

20:50 Uhr | EU streicht USA von Liste sicherer Staaten

Die EU hat die USA von der Liste der Länder gestrichen, die von den Corona-Einreisebeschränkungen in die EU ausgenommen sind. Wie der Europäische Rat am Montag mitteilte, stehen auch Israel, das Kosovo, der Libanon, Montenegro und Nordmazedonien nicht mehr auf der Liste. Diese dient als Richtlinie für die EU-Mitgliedstaaten, sie ist aber nicht bindend.

In den USA werden derzeit täglich rund 150.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt der US-Gesundheitsbehörde zufolge landesweit bei 310.

Das Robert Koch-Institut stuft das Land bereits seit dem 15. August wieder als Hochrisikogebiet ein. Reisende aus den USA, die nach Deutschland einreisen, müssen nach aktuellem Stand für zehn Tage in Quarantäne, sofern sie nicht geimpft oder innerhalb der zurückliegenden sechs Monate von Covid-19 genesen sind. Die Quarantäne kann frühestens nach dem fünften Tag mit einem negativen Testergebnis beendet werden.

19:37 Uhr | Frankreich spendet zehn Millionen Impfdosen für Afrika

Frankreich hat für afrikanische Länder weitere zehn Millionen Corona-Impfdosen bereitgestellt. Wie die Impfallianz Gavi in Genf mitteilte, soll die Spende über das internationale Covax-Programm verteilt werden. Für Afrika sei das ein erheblicher Fortschritt. Covax habe bisher erst 55 Millionen Dosen an afrikanische Länder ausgeben können. Die Weltgesundheitsorganisation beklagte die anhaltend ungleiche Verteilung. Generaldirektor Tedros sagte, von mehr als fünf Milliarden verabreichten Impfdosen weltweit seien 75 Prozent in nur zehn reichen Ländern gespritzt worden.

Update 18:32 Uhr | Auffrischungsimpfungen in mehreren Städten in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt bieten Impfzentren in mehreren Städten ab sofort Auffrischungs-Impfungen gegen das Corona-Virus an. Dazu zählen Gardelegen, Kakerbeck und Salzwedel sowie Burg. Das teilten der Altmarkkreis Salzwedel und der Kreis Jerichower Land mit. Impfberechtigt sind Bewohner und Beschäftigte von Alten- und Pflegeheimen, über 80-Jährige sowie immungeschwächte Menschen.

Voraussetzung für eine dritte Dosis ist, dass die letzte Corona-Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Schon in der vergangenen Woche hatten Magdeburg und der Landkreis Wittenberg angekündigt, die erneuten Impfungen vorzubereiten.

18:17 Uhr | WHO-Chef prangert ungleiche Verteilung von Covid-Impfstoff an

Tedros Adhanom Ghebreyesus
Bildrechte: dpa

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die anhaltend ungleiche Verteilung von Impfstoffen gegen Covid-19 angeprangert. Von den mehr als fünf Milliarden verabreichten Impfdosen seien 75 Prozent in nur zehn reichen Ländern zur Anwendung gekommen, erklärte er am Montag in Genf. Die meisten Menschen in armen Ländern seien hingegen leer ausgegangen.

Hinter dieser Ungleichverteilung stecke Gier und Selbstsucht in den wohlhabenden Ländern, beklagte Tedros. Die Covid-Pandemie könne nur dann beendet werden, wenn alle Menschen in allen Ländern gleichen Zugang zu den Wirkstoffen hätten, betonte der WHO-Chef. Die Menschheit könne das Virus nur mit Solidarität besiegen.

17:49 Uhr | Jerichower Land startet Auffrischungsimpfungen

Das Corona-Impfzentrum in Burg in Sachsen-Anhalt bietet ab sofort Corona-Auffrischungsimpfungen an. Wie der Kreis Jerichower Land mitteilte, können Bewohner und Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen, Hochbetagte und Menschen mit Immunschwäche eine dritte Spritze bekommen. Außerdem richte sich das Angebot an Menschen, die als erste Dosis einen Vektorimpfstoff erhalten hätten. Voraussetzung sei, dass die letzte Impfung mindestens sechs Monate zurückliege. Bereits in der vergangenen Woche hatten unter anderem Magdeburg und der Landkreis Wittenberg angekündigt, die erneuten Impfungen vorzubereiten.

17:03 Uhr | Buga knackt trotz Corona Marke von einer Million Besuchern

Die Bundesgartenschau in Erfurt hat 40 Tage vor ihrem Abschluss die Marke von einer Million Besucherinnen und Besucher geknackt. Der einmillionste Besucher kam am Montag aus dem südthüringischen Probstzella zur Blumenschau nach Erfurt, wie ein Buga-Sprecher mitteilte. Er habe sich auch nicht vom Nieselregen abschrecken lassen.

Die Ausstellung im Egapark und auf der ehemaligen Festung Petersberg in der Innenstadt war am 23. April eröffnet worden. Anfangs galten noch Corona-Beschränkungen, so konnten etwa zunächst nur die Freiflächen besichtigt werden. Inzwischen profitiert sie nach Einschätzung von Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß vom wieder in Fahrt gekommenen Bustourismus. Im Egapark blühen rund 63 000 Dahlien in mehr als 200 Sorten, außerdem mehr als 250 000 Sommer- und Herbstblumen wie Zinnien, Astern und Löwenmäulchen. Die Buga endet am 10. Oktober.

16:54 Uhr | Polizei findet mutmaßlich gefälschte Impfpässe in Auto

Bei einer Verkehrskontrolle nahe Ebermannsdorf in der Oberpfalz hat die Polizei mehr als zehn mutmaßlich gefälschte Blanko-Impfpässe gefunden. Wie die Beamten mitteilten, war in die Impfausweise eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus mit dem Stempel eines deutschen Impfzentrums eingetragen. Außerdem fanden die Polizisten in dem Auto eine fünfstellige Bargeldmenge und eine geringe Menge Marihuana.

In dem Mietwagen saßen drei Männer zwischen 31 und 34 Jahren aus Nordrhein-Westfalen. Bei einer späteren Durchsuchung der Wohnungen der drei Männer fand die Polizei dort vier weitere Blanko-Impfpässe. Die Kripo Amberg ermittelt nun, ob die Impfpässe gestohlen, gefälscht oder auf andere Weise beschafft wurden.

15:33 Uhr | Experte: Dritte Impfung nicht für alle sinnvoll

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) will morgen ihre neuen Empfehlungen herausgeben, wer zunächst eine dritte sogenannte Booster-Impfung gegen das Coronavirus erhalten soll. Der SIKO-Vorsitzende Thomas Grünewald, leitender Infektiologe am Klinikum Chemnitz, sieht eine allgemeine dritte Impfung kritisch. "Eine Booster-Impfung für jeden ist derzeit noch nicht erforderlich."

Entsprechende Untersuchungen und nicht zuletzt nur seltene Impfdurchbrüche zeigten, dass sehr viele Geimpfte noch eine gute Immunität hätten und ausreichend geschützt seien, sagte er im Gespräch mit dem MDR-Magazin Hauptsache Gesund. Eine dritte Impfung mit den derzeit vorhandenen Impfstoffen sei dagegen wichtig für Menschen, die besonders durch SARS-CoV-2 gefährdet sind, wie zum Beispiel Ältere über 70 und Angehörige von Risikogruppen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich für einen raschen Start der Dritt-Impfung für alle ausgesprochen, um so den Schutz gegen das Coronavirus zu verstärken und zu verlängern.

15:14 Uhr | Urteile zu FFP2-Maskenbestellungen: Bund soll Millionen zahlen

Im Streit um die Bestellung von FFP2-Masken hat das Landgericht Bonn den Bund zur Zahlung von etwa 26 Millionen Euro verurteilt. In den Prozessen geht es um FFP2-Masken, die zu Beginn der Corona-Pandemie zwar bestellt, aber vom Bund nicht bezahlt wurden. Begründet wurde das damals mit mangelnder Qualität der Masken. Eine Sprecherin des Gerichts sagte nun am Montag, es habe drei sogenannte Vorbehaltsurteile gegeben. Bei einem Richterspruch geht es den Angaben nach um rund 15,4 Millionen Euro, in zwei anderen um 1,7 beziehungsweise 5,8 Millionen Euro.

Vorbehaltsurteile sind noch nicht das letzte Wort eines Gerichts, sie erfolgen nach der Sichtung von Urkunden. In einem zweiten Teil des Verfahrens – dem Nachverfahren – könnten noch Zeugen zu Wort kommen oder ein Sachverständiger könnte seine Sicht der Dinge einbringen.

Seit dem vergangenen Jahr wurden mehr als 100 Klagen beim Bonner Landgericht eingereicht, um den Bund zur Bezahlung von Masken zu zwingen. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie hatte das Bundesgesundheitsministerium Ende März 2020 ein sogenanntes "Open House"-Verfahren eröffnet: Jeder, der wollte, konnte dem Bund für 4,50 Euro netto pro Stück FFP2-Masken verkaufen. Im Rückblick war der Preis sehr hoch angesetzt. FFP2-Masken kosten im Handel schon seit langem deutlich weniger, häufig weniger als einen Euro.

14:18 Uhr | Schulen: Spahn für einheitliche Regeln

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist für einheitliche Quarantäne-Regeln der Schulen. Welche und wie viele Kinder im Fall von Infektionen in Schulen in Quarantäne müssten, regelten die Länder unterschiedlich, sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt". Für Eltern und Kinder sei das kaum nachvollziehbar. Er werde das mit den Ländern besprechen, kündigte der CDU-Politiker an.

13:45 Uhr | Arbeitgeber kritisieren geplante Verordnung

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände kritisiert die geplante neue Arbeitsschutzverordnung. BDA-Präsident Rainer Dulger sagte heute: "Die Bundesregierung sollte aufhören, Verwirrung zu stiften. Unternehmen und Betriebe brauchen jetzt eine klare Ansage, dass sie den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen dürfen, um alle Mitarbeiter zu schützen. Die geplante neue Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verbiete es jedoch de facto, den Impfstatus abzufragen. Die Verordnung soll am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen werden und dann auch Impfungen während der Arbeitszeit ermöglichen.

13:32 UIhr | Impfungen auch beim Kunstfest in Weimar

Thüringen setzt bei den Covid-19-Impfungen weiter auch auf niedrigschwellige Angebote. Wie die Kassenärztliche Vereinigung mitteilte, sind am kommenden Samstag während des Kunstfestes in Weimar auch Impfungen ohne Termin möglich, im Kulturzentrum Mon Ami. Bei der landesweiten Aktion "Impfen ohne Termin" hatten sich den Angaben zufolge am Wochenende rund 2.600 Menschen impfen lassen, etwa 200 mehr als bei der Aktion vor zwei Wochen.

12:53 Uhr | Weitere Impfungen in Tschechien

Tschechien beginnt mit Covid-19-Auffrischimpfungen für ältere Menschen und Risikogruppen. Die freiwillige Registrierung starte am 20. September, teilte die zuständige Arbeitsgruppe der Regierung heute mit. Die dritte Impfung dürfe es frühestens acht Monate nach der letzten geben und werde allen Bürgern über 60 Jahre dringend empfohlen. Gesundheitsminister Adam Vojtech plant zudem wieder eine Testpflicht für Pflegekräfte, die Anfang Juli abgeschafft worden war. Die Impfquote in dem Bereich sei zu niedrig, sagte er.

Seit heute gelten in Tschechien auch strengere Einreiseregeln für Touristen und Reiserückkehrer aus Deutschland. Wer nicht seit 14 Tagen vollständig geimpft ist, muss jetzt einen negativen PCR-Test vorweisen und nach der Ankunft in Quarantäne, die ab dem fünften Tag mit einem zweiten negativen PCR-Test beendet werden kann. Für Pendler und im kleinen Grenzverkehr gibt es Ausnahmen.

Update 12:38 Uhr | Merkel beharrt auf 3G-Regel für Fernzüge

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält eine 3G-Regel in Fernzügen trotz der Bedenken in den Ministerien weiter für eine "mögliche und sinnvolle Maßnahme". Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert heute. Er verwies darauf, dass es in Frankreich seit Anfang des Monats die 3G-Regel im Bahn-Fernverkehr gebe und in Italien ab Anfang September. Dort sei die Regel nicht "unmöglich oder unkontrollierbar" (mehr zum Thema siehe weiter unten).

12:17 Uhr | WHO befürchtet viele neue Todesopfer

Die Weltgesundheitsorganisation fürchtet bis Anfang Dezember 236.000 neue Covid-19-Todesfälle in Europa. In der vergangenen Woche sei die Zahl der Toten schon gestiegen, berichtete WHO-Europadirektor Hans Kluge: "Eine glaubwürdige Hochrechnung kommt auf 236.000 Todesfälle von jetzt bis zum 1. Dezember."

Zugleich äußerte sich Kluge auch besorgt über den Verlauf der Impfkampagne in vielen Ländern. Gemeinsam forderten die WHO und das UN-Kinderhilfswerk Unicef dabei eine Priorisierung von Lehrkräften und Angestellten an Schulen. Sie riefen Staaten dazu auf, durch eine Impfstrategie den Präsenzunterricht zu sichern.

11:33 Uhr | Bundesministerien gegen 3G in Zügen

Mehrere Bundesministerien lehnen eine Covid-19-Testpflicht für Passagiere in Zügen ab. Eine Vorschrift, dass Fahrgäste getestet, geimpft oder genesen sein müssten, sei weder aus Gründen des Infektionsschutzes nötig noch durchsetzbar, heißt es in einer Stellungnahme von Gesundheits-, Innen- und Verkehrsministerium an das Kanzleramt. Kontrollen beim Einstieg in die Züge seien wegen der kurzen Haltezeiten ausgeschlossen. Da Maskenpflicht bestehe, seien mehrere wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Schluss gekommen, dass in Zügen kein höheres Infektionsrisiko bestehe: "Schärfere Schutzmaßnahmen sind daher – solange keine anderen Erkenntnisse vorliegen – unverhältnismäßig."

11:14 Uhr | Impfangebote an Schulen in Sachsen

Nach den Sommerferien plant Sachsen an Schulen freiwillige Impfangebote gegen das Coronavirus. Wie Sozialministerium und Kultusministerium heute mitteilten, richten sich die Angebote an Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren in allen Landkreisen. Auch Eltern, Schulpersonal und sonstige Interessenten könnten das kostenlose und freiwillige Impfangebot nutzen. Die Aktion solle am 13. September starten. In der ersten Schulwoche ab 6. September solle eine anonyme Abfrage der Impfbereitschaft erfolgen. Falls sich an einer Schule genug Impfwillige meldeten, könnten Impfteams dort hinkommen. Schülerinnen und Schüler in Dresden, Chemnitz und Leipzig sollten dagegen das Impfangebot in Impfzentren oder bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten annehmen.

10:46 Uhr | Keine 3G-Regel bei der Bundestagswahl

Die sogenannte 3G-Regel wird bei der Bundestagswahl in Wahllokalen nicht gelten. Der Bundeswahlleiter teilte heute per Twitter mit, dass "nach gegenwärtigem Stand" auch ungeimpfte und nicht getestete Bürger ihre Stimme vor Ort abgeben können. Eine Maskenpflicht könne allerdings je nach Bundesland gelten.

10:35 Uhr | Viele Infektionen nach Schulstart in Schottland

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Schottland ist nach dem Ende der Schulferien Mitte August deutlich gestiegen. Am Sonntag wurde mit mehr als 7.100 neuen Fällen an einem Tag wieder ein Rekord in dem Landesteil Großbritanniens verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nach offiziellen Angaben bei knapp 640 pro 100.000 Einwohner. Besonders viele Infektionen gibt es bei Jugendlichen.

10:28 Uhr | 3G-Regel wird in Frankreich zum Alltag

In Frankreich müssen rund 1,8 Millionen Beschäftigte seit heute auch auf der Arbeit nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind. Betroffen sind alle Beschäftigten in Bereichen mit viel Publikumsverkehr, etwa Kinos und Konzertsäle, Bibliotheken, Museen, Zoos und Freizeitparks, aber auch große Einkaufszentren. Auch Zugbegleiter im Fernverkehr sind betroffen. Arbeitgeber sind gehalten, die Vorschrift zu überprüfen. Wer sie missachtet, kann ohne Lohnfortzahlung nach Hause geschickt werden.

Die 3G-Regel gilt für die Bevölkerung seit drei Wochen schon in Cafés, Restaurants oder Kinos, in großen Einkaufszentren sowie bei Reisen per Fernzug oder Flugzeug. Verwendet wird der in einer App auf Smartphones speicherbare Gesundheitspass, der Impfungen, Testergebnisse oder ein Genesungsnachweis anzeigen kann. Eine Kontrollversion der App ermöglicht es etwa der Bedienung im Café oder dem Personal am Bahnhof, den Status zu überprüfen.

Update 09:59 Uhr | Weitere Moderna-Dosen in Japan zurückgezogen

In Japan nehmen die Sorgen wegen Verunreinigungen in Ampullen des Covid-19-Impfstoffs von Moderna zu. Insgesamt sind nun mehr als 2,6 Millionen Impstoff-Dosen zurückgezogen worden, nachdem aus der Präfektur Gunma nahe Tokio am Wochenende weitere Verunreinigungen gemeldet worden waren (siehe unten).

09:05 Uhr | Impfungen in Berliner S-Bahn

Die S-Bahn in Berlin bietet heute Covid-19-Impfungen in einem Sonderzug an. Wie die Deutsche Bahn AG mitteilte, verabreicht der Chefmediziner des Unternehmens in dem Zug die Einmalimpfung von Johnson & Johnson. Die Bahn fahre 10:38 Uhr am Treptower Park los und dann drei Runden auf der Ringbahn-Linie der S42, bis etwa 13:33 Uhr. Online seien schon am Freitag alle Plätze vergeben gewesen, sagte eine Sprecherin der Berliner S-Bahn. Die Menschen könnten aber auch spontan kommen und sich impfen lassen.

Menschen sitzen in Zeiten der Coronapandemie mit medizinischen Mundmasken in einer vollen S-Bahn
Berliner S-Bahn: Impf-Sonderzug in der Stadt unterwegs Bildrechte: IMAGO / Frank Sorge

08:26 Uhr | Israel: Auffrischungsimpfung für alle

Israel hat das Angebot einer dritten Covid-19-Impfung auf alle Einwohner ab zwölf Jahren ausgeweitet. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz sprach von einem Privileg. Nach Regierungsangaben haben bereits rund zwei Millionen Menschen in Israel eine dritte Impfdosis erhalten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert dagegen reiche Länder auf, diese Impfungen zu verschieben, so lange viele arme Länder noch nicht genug Impfstoff hätten.

08:18 Uhr | Berliner Lehrkräfte größtenteils geimpft

An den Schulen in Berlin sind laut Bildungssenatorin Sandra Scheeres mehr als 80 Prozent der Lehrkräfte geimpft. "Anhand der Bestellungen für Tests können wir nun Rückschlüsse ziehen, wie viele Angehörige des Schulpersonals geimpft sind. Das sind rund 82 Prozent, im Grundschulbereich sogar 87 Prozent", sagte die SPD-Politikerin der "Berliner Zeitung". Sollten Lehrkräfte nicht geimpft sein, müssten sie sich weiter zweimal die Woche testen lassen.

07:59 Uhr | PCR-Lolli-Tests in Hamburger Schulen

An Hamburger Grund- und Sonderschulen ist heute in ein Pilotprojekt mit PCR-Lolli-Tests gestartet. Im Erfolgsfall und bei ausreichenden Laborkapazitäten solle das Projekt auf weitere Schulen ausgeweitet werden, teilte die Schulbehörde mit. Bei dem Test lutschen die Schülerinnen und Schüler 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer. Mit PCR-Tests lassen sich schon bei geringer Viruslast früh mit Sars-CoV-2 infizierte Kinder identifizieren.

07:18 Uhr | Weil kann sich 2G-Verordnung vorstellen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kann sich eine 2G-Verordnung vorstellen, nach der nur noch geimpfte und als genesen geltende Menschen in bestimmte Einrichtungen dürfen. "Das kann ich nicht ausschließen, weil wir die Infektionslage noch nicht überblicken können, die uns im Herbst und Winter erwartet", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post". In der aktuellen Situation sei das nicht verhältnismäßig und kaum zu rechtfertigen, "ab einem bestimmten Punkt" jedoch "für sehr viele Bereiche denkbar".

06:55 Uhr | Moderna: Impfstoff in Japan verunreinigt

In Japan ist erneut eine Verunreinigung in einer Ampulle des Covid-19-Impfstoffs von Moderna festgestellt worden. Ein Beamter der Präfektur Gunma sprach von einer sehr kleinen, schwarzen Substanz. Die Impfungen mit der betroffenen Charge seien sofort ausgesetzt worden, rund 4.500 Personen aber schon geimpft worden. Berichte über gesundheitliche Probleme gebe es zunächst aber nicht.

Vergangene Woche war in Japan die Verwendung von 1,63 Millionen Moderna-Dosen einer anderen Charge gestoppt worden, nach Berichten über Verunreinigungen. Zwei Männer starben, wobei noch unklar ist, ob es einen Zusammenhang mit den Verunreinigungen oder überhaupt ihrer Impfung gab.

06:35 Uhr | Stöhr erwartet mehr Atemwegserkrankungen

Der Virologe Klaus Stöhr erwartet diesen Winter deutlich mehr Atemwegserkrankungen als sonst. Stöhr sagte MDR AKTUELL, durch die teils strengen Hygieneregeln der Coronavirus-Pandemie hätten sich Kinder und Erwachsene in den vergangenen beiden Jahren weniger angesteckt. Das könne zu einem Nachholeffekt führen und die "Krankheitslast" größer werden. Es werde ein heftiger Winter, sagte der Virologe. Auch komme die Saison wohl früher.

06:10 Uhr | Wohl doch keine 3G-Regel im Bahnverkehr

Die sogenannte 3G-Regel in Fernzügen wird wohl nicht eingeführt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Sonntagabend bei Bild-TV: "Ich sehe es nicht kommen". Das sei das Ergebnis einer Prüfung durch Fachressorts, bei der es um die Frage ging, ob eine solche Regel in Zügen eine Rechtsgrundlage habe, ob sie praktikabel und umsetzbar und ob sie erforderlich sei. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Freitag gesagt, es werde eine 3G-Regel für Fernzüge geprüft, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Mit ihr würden nur geimpfte, als genesen geltende und negativ getestete Fahrgäste zugelassen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 30. August 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Lauf des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 30. August 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland

Meilicke 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tobias Meilicke berät Menschen im Umgang mit Verschwörungsgläubigen. Er sagt, dass spezielle Beratungsangebote in Deutschland fehlen.

23.10.2021 | 06:00 Uhr

Sa 23.10.2021 06:00Uhr 02:46 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/video-verschwoerung-corona-familie-hilfe-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video