Coronavirus-Pandemie Ticker: Bund-Länder-Streit um Hotelöffnungen über Weihnachten

Mehrere Bundesländer wie etwa Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen über Weihnachten Hotels für Familienbesuche öffnen. Sie führen "soziale Gründe" ins Feld. Die Bundesregierung kritisiert das. Die Ausgabe von FFP2-Masken an Risikogruppen wird sich bis "weit in den Dezember" verzögern. Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Weihnachtsdekoration mit roten Bändern und Weihnachtskränzen am Excelsior Hotel Ernst am Dom in Köln
Weihnachtsdekoration vor einem Hotel in Köln: Wie die mitteldeutschen Länder will auch NRW Hotelübernachtungen für Familienbesuche zulassen. Bildrechte: imago images / Future Image

Unser Ticker am Montag, 30. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:36 Uhr | Dutzende Theater und Orchester an Aktionstag beteiligt

Als Zeichen in der Corona-Pandemie haben sich im Laufe des Tages Dutzende Theater und Orchester beteiligt. Der Aktionstag sollte laut Deutschem Bühnenverein in gesellschaftlich herausfordernder Zeit ein "Zeichen von Zuversicht, künstlerischer Energie und Verbundenheit zu ihrem Publikum in die Kommunen senden".

22:25 Uhr | WHO sichert Untersuchung zum Corona-Ursprung zu

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine umfangreiche Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus zugesichert. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, dies könne helfen künftige Epidemien zu verhindern.

Angesichts von Kritik, die WHO würde die Leitung der Untersuchung China überlassen, forderte Ghebreyesus ein Ende der "Politisierung" des Themas. Die WHO plant seit Monaten, ein internationales Team in die chinesische Stadt Wuhan zu schicken, wo das Virus zuerst festgestellt wurde. Wann das Team nach China reisen darf, ist aber weiterhin unklar. Bislang gehen Experten davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte des Coronavirus Sars-Cov-2 sind. Unklar ist jedoch, über welches Tier es auf den Menschen übertragen wurde.

22:00 Uhr | Hotelgruppe Dorint zieht wegen unzureichender Entschädigungen vor Verfassungsgericht

Die Hotelgruppe Dorint hat wegen unzureichender Corona-Entschädigungen Eilanträge beim Bundesverfassungsgericht gestellt. Das Unternehmen mit Sitz in Köln teilte mit, die Entschädigungen seien nicht ausreichend und damit existenzbedrohend. Im Vergleich zum Vorjahr habe man einen Schaden von 14,3 Millionen Euro erlitten. Die Entschädigung sei aber vorerst auf eine Million Euro gedeckelt. Aufsichtsratschef Dirk Iserlohe sagte, viele Unternehmer stünden am Scheideweg. Die Dorint-Gruppe beschäftigt 4.500 Mitarbeiter.

21:46 Uhr | Vier Corona-Fälle beim FSV Zwickau

Beim Fußball-Drittligisten FSV Zwickau sind vier Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das für Dienstag angesetzte Nachholspiel beim SC Verl musste deshalb abgesagt werden. Wie der FSV mitteilte, musste die Mannschaft, die sich bereits auf dem Weg zum Spielort Pderborn befand, die Fahrt abbrechen. Aller Spieler und Trainer, die sich im Bus befanden, begaben sich auf Anordnung des zuständigen Gesundheitsamtes nach ihrer Rückkehr umgehend in häusliche Quarantäne.

21:25 Uhr | Der Corona-Daten-Newsletter, Montag, 30. November 2020

Heute im Newsletter: Ab Dienstag gelten neue Corona-Auflagen. Wo weichen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vom bundesweiten Weg ab? Außerdem: Warum die richtige Bezeichnung der Zahlen so wichtig ist.

20:45 Uhr | Polizisten wünschen sich einheitliche Regeln und bessere Testmöglichkeiten

Deutsche Polizeibeamte haben in einem Online-Bürgerdialog mit Bundeskanzlerin Angela Merkel fehlende Testmöglichkeiten nach Einsätzen sowie die steigende Gewaltbereitschaft bei Kontrollen oder im Umfeld von Demonstrationen beklagt. Mehrere Polizisten äußerten zudem den Wunsch nach klareren Regeln, statt immer neuen und zudem regional verschiedenen Verordnungen.

Merkel versprach, die Anliegen ernst zu nehmen. Zugleich warnte die CDU-Politikerin vor einer dritten Corona-Welle. Man werde "im Winter noch sehr, sehr vorsichtig sein müssen." Das bedeute, Abstand zu halten und Kontakte zu meiden. Dass es dabei auch zu Aggressionen komme, sei nicht verwunderlich. Merkel sprach sich zugleich dafür aus, neben medizinischem Personal und besonders gefährdeten Menschen auch Polizisten frühzeitig gegen das Coronavirus Sars-Cov-2 zu impfen.

19:00 Uhr | Ungarn darf russischen Corona-Impfstoff nutzen

Ungarn darf den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V nutzen. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, normalerweise sei zwar die Europäische Arzneimittelagentur Ema für die Zulassung von Impfstoffen zuständig. Ein Mitgliedsstaat könne aber ein Notfallverfahren einleiten. Das Mittel dürfe dann ausschließlich im eigenen Land eingesetzt werden. Ungarn ist bislang das einzige EU-Land, das den russischen Impfstoff verwenden will. Die Regierung kann sich nach eigenen Angaben vorstellen, größere Mengen zu bestellen oder das Mittel in Ungarn selbst zu produzieren.

18:25 Uhr | Weitere Regelverschärfungen in Sachsen

Wegen der hohen Corona-Infektionsraten fallen die Kontaktregeln in weiten Teilen Sachsens schärfer aus, als im jüngsten Bund-Länder-Beschluss vorgesehen. Laut der ab Dienstag (1. Dezember) geltenden neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung dürfen die Menschen in Kreisen und kreisfreien Städten mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner ihre Wohnungen nur noch mit triftigen Gründen verlassen. "Triftige Gründe" sind demnach Wege zur Schule und Kita, zur Arbeit und zum Arzt und in den Kleingarten. Sport und Bewegung im Umkreis von 15 Kilometern werden ebenfalls gestattet. Zu Versammlungen sind höchstens 200 Teilnehmer zugelassen.

17:45 | Die Details zur geplanten Homeoffice-Steuerpauschale

Arbeitnehmer, die coronabedingt viel daheim gearbeitet haben, sollen steuerlich entlastet werden. Union und SPD verständigten sich auf eine Steuerentlastung von fünf Euro pro Tag, höchstens jedoch 500 Euro im Jahr. Alle Details zur geplanten Homeoffice-Steuerpauschale:

17:34 Uhr | Bundesregierung kritisiert Hotel-Öffnungen für Weihnachtsbesucher

Die Bundesregierung hat die Entscheidung mehrerer Bundesländer kritisiert, in der Weihnachtszeit Hotelübernachtungen für Familienbesuche zuzulassen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Bürger blieben aufgerufen, touristische Reisen zu vermeiden. Reisen aus familiären Gründen ließen sich davon schwer abgrenzen. Seibert verwies auf den Beschluss der Bund-Länder-Runde vom vergangenen Mittwoch. Eine "private Nutzung" von Hotels sei in dem Beschluss nicht enthalten gewesen.

Allerdings obliegt die Umsetzung der Beschlüsse im Gastronomie- und Hotelbereich allein den Ländern. Mehrere Bundesländer wollen die Hotels über die Weihnachtsfeiertage für Reisende bei Familienbesuchen öffnen. In Sachsen und Sachsen-Anhalt beruft man sich darauf, dass derartige Besuche unter "soziale" bzw. "familiere Gründe" fallen, die laut Bund-Länder-Beschluss als Ausnahmen möglich seien. Auch in Thüringen will man Familienbesuche an Weihnachten als "notwendige" Reisen gelten lassen. Eine endgültige Entscheidung stehe jedoch noch aus und hänge vom weiteren Infektionsgeschehen ab, hieß es aus dem Sozialministerium in Erfurt.

15:17 Uhr | Auch Sachsen erlaubt Hotelübernachtungen

Auch Sachsen will Hotelübernachtungen für Familienbesuche während der Festtage erlauben. Das hat das Gesundheitsministerium in Dresden mitgeteilt. Zwar untersage die neue Coronaschutzverordnung, dass Hotels und Pensionen Gäste aufnähmen. Ausnahmen seien aus beruflichen, sozialen oder medizinischen Anlässen jedoch möglich. Familienbesuche zu Weihnachten fielen in die Kategorie soziale Gründe, so das Ministerium. Vor Sachsen hatten bereits eine Reihe anderer Bundesländer Hotelübernachtungen zu Weihnachten ermöglicht. Sachsen hat derzeit bundesweit die höchste Infektionsrate. Von den zehn am stärksten betroffenen Kreisen liegen fünf im Freistaat.

15:00 Uhr | Spahn: Ausgabe von FFP2-Masken an Risikogruppen verzögert sich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit Maske
Er hat schon eine und 27 Millionen Risikopersonen sollen auch noch welche bekommen: Gesundheitsminister Jens Spahn mit FFP2-Maske. Bildrechte: imago images/photothek

Die versprochene Ausgabe von FFP2-Masken an Risikogruppen kann sich laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn "weit bis in den Dezember hineinziehen". Das sagte der CDU-Politiker nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts. Spahn wies darauf hin, dass 27 Millionen Menschen in Deutschland als besonders gefährdete Personen gelten, von denen jeder 15 FFP2-Masken erhalten solle. Das seien insgesamt etwa 400 Millionen Masken. Bund und Länder hatten vor zwei Wochen vereinbart, dass Risikogruppen die Schutzmasken ab Anfang Dezember gegen eine geringe Eigenbeteiligung zur Verfügung gestellt bekommen.

14:04 Uhr | Auch Kanzleramt für andere Berechnung von Corona-Hilfen

Kanzleramtschef Helge Braun will weg vom Umsatz des Vorjahresmonats als Hauptkritierium für die Berechnung von Corona-Hilfen. Er fordert, das gesamte Hilfskonzept zu reformieren. Der CDU-Politiker sagte dem "Handelsblatt", der Umsatz könne auf Dauer nicht das zentrale Kriterium sein. Bis Januar müssten die Hilfen zielgenauer werden. Die Entscheidung bei der Novemberhilfe sei "eine Ad-hoc-Maßnahme" gewesen.

13:54 Uhr | Bund will bis Ende 2021 nationale Gesundheitsreserve aufbauen

Der Bund stellt nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn 2021 eine Milliarde Euro für den Aufbau einer nationalen Gesundheitsreserve mit Schutzausrüstung zur Verfügung. Hierzu will der Bund an 19 Standorten in Deutschland Bestände lagern, um Engpässe zu vermeiden. Die Vorräte etwa an Masken und anderer Schutzausrüstung sollen die ebenfalls von den Ländern aufgebauten Lager ergänzen. Nach dem Start werde der jährliche Aufwand in einem "höheren dreistelligen Bereich" liegen, sagt Spahn. Man werde mit der EU, den Länder und auch Akteuren im Gesundheitssystem über die künftige Verteilung der Kosten sprechen.

13:05 Uhr | Moderna will Impfstoffzulassung für EU beantragen

Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen mit.

12:30 Uhr | Heizkosten steigen durch Homeoffice

Wer viel von zu Hause aus arbeitet, muss im kommenden Jahr mit deutlich höheren Heizkosten rechnen. Zu diesem Ergebnis kommt das Vergleichsportal Verivox. Bleibe ein Arbeitnehmer von Oktober bis einschließlich März durchgehend im Homeoffice, werde an etwa 120 Tagen mehr geheizt als üblich. Daraus ergibt sich laut Berechnungen der Energieexperten ein Heizmehrbedarf von insgesamt vier Prozent. In Kosten umgerechnet fielen für einen Musterhaushalt mit Gas 45 Euro mehr an. Bei einer Ölheizung müssten rund 33 Euro mehr eingeplant werden. Die Berechnungen beruhen auf den durchschnittlichen Energiepreisen im Oktober 2020.

10:20 Uhr | MDRfragt: Mehr Einsamkeit zu Weihnachten durch Corona

83 Prozent der mitteldeutschen Befragten befürchten, dass sich wegen Corona dieses Weihnachten viele Menschen einsamer fühlen könnten. In Bezug auf sich selbst haben allerdings nur wenige Sorge vor einsamen Weihnachten. Generell sieht die MDRfragt-Gemeinschaft Einsamkeit als großes und auch wachsendes Problem in der Gesellschaft. Vor allem die fortschreitende Digitalisierung wird dafür als wichtiger Grund angesehen.

10:13 Uhr | "Corona-Pandemie" ist Wort des Jahres

Es lag auf der Hand, dass die Wahl zum Wort des Jahres von der weltweiten Pandemie bestimmt wird. Und so entschied sich die Gesellschaft für deutsche Sprache auch für "Corona-Pandemie". Die Zusammensetzung bezeichne das beherrschende Thema nahezu des gesamten Jahres, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache am Montag. Sprachlich stehe der Begriff für eine Vielzahl neuer Wortbildungen, begründete die Jury ihre Entscheidung.

10:00 Uhr | Intensivärzte: Pro Krankenhaus noch drei ITS-Betten frei

Deutschlandweit sind im Durchschnitt noch drei Intensivbetten pro Krankenhaus frei. Der Sprecher des Arbeitskreises Intensivmedizin, Gernot Marx, sagte, das sei eine absolute Ausnahmesituation. So etwas habe man in der Geschichte der Intensivmedizin noch nie erlebt. Die Ärzte seien zwar nicht überfordert, mittlerweile aber bis an die Grenzen des Machbaren gefordert. Viele Mitarbeiter auf den Intensivstationen hätten psychisch wie physisch kaum noch Reserven. Sie hätten die erste Corona-Welle im Frühjahr und danach die Aufarbeitung aller zurückgestellten Operationen erlebt. Nun kämpften sie mit dem zweiten Ansturm von Covid-19-Patienten. Marx ist Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin am Uniklinikum Aachen.

09:38 Uhr | Ifo: Nach Monaten wieder steigende Zahlen bei Kurzarbeit

In Deutschland sind durch den Teil-Lockdown wieder mehr Menschen in Kurzarbeit. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts stieg der Anteil der Unternehmen mit Kurzarbeit im November auf 28 Prozent. Im Oktober waren es noch 24,8 Prozent. Besonders deutlich war der Zuwachs demnach in der Hotelbranche. Dort stieg der Anteil von knapp 63 auf 91 Prozent. In der Gastronomie meldeten im November rund 71 Prozent der Betriebe Kurzarbeit an, im Oktober lag der Anteil bei 53,4 Prozent. Einzelne Branchen konnten laut Ifo-Institut aber auch deutliche Rückgänge vermelden. Dazu gehörten die Autobranche, die die Kurzarbeit von 50 Prozent auf 36,7 verringern konnte, sowie das Verlagswesen (von 42 auf 34,7) oder die Vermittlung von Arbeitskräften (64,2 auf 52,5 Prozent). Die Ergebnisse beruhen auf einer Zusatzfrage nach der aktuellen Kurzarbeit in der monatlichen Konjunkturumfrage des ifo Instituts. Hierzu gingen Meldungen von rund 7.000 Unternehmen ein.

09:11 Uhr | Heiligabend in Sachsen dieses Jahr ohne Weihnachtsmänner

Viele Kinder in Sachsen werden ihre Geschenke Heiligabend nicht vom Weihnachtsmann bekommen. Wegen der Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, werden im Freistaat in diesem Jahr keine Weihnachtsmänner und Engel an Familien vermittelt. Eine Sprecherin der Studentischen Arbeitsvermittlung in Dresden erklärte, diese Entscheidung werde man nicht mehr ändern. Auch nicht, wenn die offiziellen Anordnungen es zuließen. In den vergangenen Jahren hatten bis zu 80 professionelle Weihnachtsmänner und -engel in Familien Geschenke verteilt. Auch die Agentur für Arbeit in Zwickau hat wegen der Corona-Krise ihre Weihnachtsmannvermittlung eingestellt.

08:17 Uhr | Einigung auf Homeoffice-Pauschale für die Steuer

Finanzpolitiker der Großen Koalition haben sich offenbar auf eine Homeoffice-Pauschale geeinigt. Damit sollen Arbeitnehmer entlastet werden, die in der Corona-Pandemie viel von zu Hause arbeiten müssen. Das geht aus einem Konzept hervor, aus dem die Frankfurter Allgemeine zitiert. Demnach soll es eine Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag geben, höchstens jedoch 600 Euro pro Jahr. Der CSU-Politiker Sebastian Brehm sagte der FAZ, die Pauschale sei die Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer.

07:58 Uhr | 13.559 Neuinfektionen in Deutschland

Die Kreise und Städte haben am Sonntag 13.559 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das geht aus den Zahlen des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Demnach waren es 1.723 Neuinfektionen in Mitteldeutschland, der Großteil entfällt mit 1.023 Fällen auf Sachsen. In Thüringen wurden 362 Neuinfektionen nachgewiesen, in Sachsen-Anhalt 338. Der 7-Tage-Schnitt ist dabei bundesweit leicht auf 17.642 Neuinfektionen pro Tag gesunken. Am Wochenende wird weniger gestestet, zudem melden nicht alle Kreise und Städte neue Zahlen, darunter am vergangenen Wochenende in Sachsen etwa auch Leipzig, Chemnitz und Zwickau. Am Sonntag vor einer Woche wurden in Deutschland 13.870 Neuinfektionen gemeldet.

07:24 Uhr | Thüringer Orchester bangen um Finanzen und Nachwuchs

Der Landesverband Thüringer Laienorchester drängt auf Hilfen und Unterstützung in der Corona-Pandemie. Den ehrenamtlichen Ensembles fehlt nach Angaben des Verbands wegen der Konzertausfälle ein Großteil ihrer Einnahmen. Außerdem sei die ohnehin schon schwierige Nachwuchsarbeit durch die Corona-Einschränkungen zum Erliegen gekommen.

07:15 Uhr | Mietensituation im Gewerbe wieder angespannt

Während der ersten Corona-Welle hatte die Bundesregierung ein Kündigungsmoratorium für private und gewerbliche Mietzahlungen erlassen. Doch jetzt gilt das nicht mehr: Wer mit der Miete nicht nachkommt, dem kann gekündigt werden, auch wenn der Umsatz in Geschäften durch die Corona-Maßnahmen weggebrochen ist. Die Situation ist seit dem Teil-Lockdown für gewerbliche Mieter wieder angespannter.

07:05 Uhr | Bund und Länder – wer sollte wie viel Corona-Hilfe leisten?

Die mitteldeutschen Länder wollen sich nicht an den Corona-Hilfen des Bundes beteiligen. Thüringens Finanzministerin Heike Taubert sagte MDR AKTUELL, die Länder bestritten bereits einen erheblichen finanziellen Beitrag. Der Freistaat habe 700 Millionen Euro für direkte Hilfen bereitgestellt. Hinzu kämen Bürgschaftsrahmen. Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann erklärte, hier werde der Eindruck erweckt, die Länder hätten sich bisher nicht beteiligt. Das Gegenteil sei der Fall. Sachsen habe einen Corona-Bewältigungsfonds von fast sieben Milliarden Euro aufgelegt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff betonte, die Bekämpfung der Pandemie dürfe nicht vom Geldbeutel der Länder abhängen. Reiche Länder könnten sich dann mehr Schutz und mehr Entschädigung leisten als arme. Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus hatte eine Beteiligung der Länder an den Ausfallhilfen für die Wirtschaft verlangt. Er bekräftigte seine Forderung am Sonntagabend in der ARD. Es müsse eine Lastenteilung geben.

06:59 Uhr | Trotz dramatischer Corona-Lage in Polen: Lazarett steht fast leer

In Polen sorgen die Enthüllungen eines Arztes für Empörung: Das große Feldkrankenhaus, das im Warschauer Nationalstadion für Corona-Patienten eingerichtet wurde, stehe so gut wie leer. Technik bleibe ungenutzt, Ärzte langweilten sich - und das obwohl anderswo die Betten fehlen und Patienten in Krankenwagen sterben. Was läuft da schief?

06:48 Uhr | IW Köln empfiehlt andere Berechnung der Coronahilfen

Das Institut der deutschen Wirtschaft empfiehlt der Bundesregierung, die Coronahilfen für die Wirtschaft nicht nach dem Umsatz sondern anhand der Fixkosten zu berechnen. Eine Studie des IW Köln zeigt, dass der Bund etwa 10 Milliarden Euro zu viel Corona-Hilfen zahlt. IW-Ökonom Tobias Hentze sagte MDR AKTUELL, anstatt 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahr zu zahlen, müsse man schauen, wie hoch die Kosten des Unternehmens seien, die trotz Schließung anfielen. Hier gebe es große Unterschiede zwischen Kinobetreibern und Gastronomen. Die Berechnung anhand der Kosten sei aufwendiger und bürokratischer, aber am Ende auch gerechter. Zudem wäre so garantiert, dass kein Unternehmen Verluste mache. Und dies sei ja das Ziel der Hilfen.

06:15 Uhr | Erzgebirge trägt strengere Corona-Auflagen mit

Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Krauß sieht im Erzgebirge eine große Bereitschaft, die strengeren Corona-Auflagen mitzutragen. Alexander Krauß, der im Erzgebirge seinen Wahlkreis hat, sagte MDR AKTUELL, die Einschränkungen seien schmerzlich, aber notwendig. Ein großer Teil der Bürger habe dafür Verständnis. Mittlerweile kenne auch jeder jemanden, der an Corona erkrankt sei. Ansichten des Stollberger Bürgermeisters, der Corona mit einer schweren Grippewelle vergleiche und die Corona-Maßnahmen anzweifele, seien keine Mehrheitsmeinung im Erzgebirge. Sachsen ist mittlerweile das Bundesland mit der höchsten Corona-Ansteckungsrate. In vielen Landkreisen gelten ab morgen unter anderem strenge Ausgangsbeschränkungen.

06:00 Uhr | Hubig: Lehrerlaptops werden erst 2021 geliefert

Das Laptop-Programm von Bund und Ländern kommt langsamer voran als geplant. Ursprünglich sollten Lehrerinnen und Lehrer noch in diesem Jahr flächendeckend mit tragbaren Computern versorgt werden. Das lasse sich aber nicht mehr umsetzen, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Grund dafür sei Beratungsbedarf des Bundes bei der Finanzierung. Außerdem seien die Lieferfristen für die Geräte deutlich länger geworden. Das Programm war im August bei einem Schulgipfel im Kanzleramt angestoßen worden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 30. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt unterhalb.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. November 2020 | 06:00 Uhr

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