Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: Reine Briefwahl in Sachsen-Anhalt wäre zulässig

Das Landesverfassungsgericht in Sachsen-Anhalt hält eine Briefwahl in pandemischen Notlagen für zulässig. Der Freistaat Bayern hat mit Blick auf das Corona-Geschehen das Oktoberfest abgesagt. Geimpfte und Genesene sollen derweil schon bald mehr Freiheiten bekommen, unter anderem bei Kontaktbeschränkungen. Forscher in Würzburg haben herausgefunden, dass der Betrieb von Kitas das Infektionsgeschehen nicht anheizt. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Eine Wahlhelferin sortiert einen Wahlbrief in ein Fach
Eine Wahlhelferin sortiert einen Wahlbrief in ein Fach. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 3. Mai 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:15 Uhr | WHO: Impfstoff fehlt für Covax-Programm

Der steigende Bedarf an Covid-19-Impfdosen in Indien führt laut den Vereinten Nationen zu einem gefährlichen Mangel beim globalen Programm Covax für arme Länder. Der Generaldirektor der für Gesundheit zuständigen WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte, es fehlten 20 Millionen Impfdosen im zweiten Quartal. Er forderte die Staaten mit großen Impfstoffbeständen auf, überschüssige Dosen an Covax abzutreten. Indien ist der größte Produzent von Impfstoffen weltweit und auch einer der größten Lieferanten von Covax. Weil sich das Coronavirus im Land gerade besonders stark ausbreitet, ordnete die indische Regierung einen Ausfuhrstopp für Vakzine gegen Covid-19 an. Das WHO-Programm Covax will einen weltweit gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen gewährleisten.

21:28 Uhr | Fast ein Drittel der US-Bevölkerung vollständig geimpft

In den USA sind der Seuchenbehörde CDC zufolge inzwischen 105,5 Millionen Menschen komplett geimpft worden. Das entspricht fast einem Drittel der Bevölkerung. Der Behörde zufolge wurden insgesamt 246,8 Millionen Dosen verimpft.

21:07 Uhr | MDR-Nutzer diskutieren über Freiheiten für Geimpfte

Die Frage nach Lockerungen für vollständig Geimpfte wird derzeit heftig diskutiert. In Sachsen-Anhalt müssen sich beispielsweise Geimpfte nicht mehr vor dem Einkaufen testen lassen. In Sachsen und Thüringen sollen solche Lockerungen in den nächsten Tagen kommen. Was MDR-Nutzer von diesen Schritten halten, können Sie in unserem heutigen Newsletter nachlesen:

20:54 Uhr | Dehoga fordert schnelle Öffnung

Das Gastgewerbe fordert eine schnelle Öffnung der Branche. Die Hauptgeschäftsführerin des Branchenverbandes Dehoga, Ingrid Hartges, sagte der ARD, man sei im siebten Monat des Lockdowns. Die Branche habe einen Anspruch darauf, dass die Politik jetzt im Mai ganz konkrete Öffnungstermine für die Außengastronomie, für die Restaurants und die Hotels definiere. Die Branche liege am Boden und die Situation werde immer schlimmer, sofern nichts unternommen werde.

20:46 Uhr | Sollten sich Schwangere impfen lassen?

Der Leiter der Geburtsmedizin an der Leipziger Uniklinik, Holger Stephan, empfiehlt Schwangeren, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Details erfahren Sie im folgenden Video:

20:03 Uhr | Tschechien: Weitere Lockerungen geplant

Die tschechische Regierung hat weitere landesweite Lockerungen der Corona-Beschränkungen beschlossen, unabhängig wie hoch der sieben-Tage-Inzidenz-Wert ist. Ab nächstem Montag dürfen neben dem Einzelhandel unter anderem auch Autohändler, Werkstätten, Solarien, Tattoostudios und Schießstände öffnen. Die Maskenpflicht im Freien gilt dann nur noch bei Kontakten mit anderen Personen. Gesundheitsminister Petr Arenberger gab zudem erste Erleichterungen für Geimpfte bekannt. Für Reiserückkehrer, die ein tschechisches Impfzertifikat vorweisen könnten, entfällt demnach die Quarantäne- und Testpflicht. In Tschechien sind bisher mehr als eine Million Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

19:32 Uhr | Gericht: Reine Briefwahl in Corona-Pandemie zulässig

Das Landesverfassungsgericht von Sachsen-Anhalt hält die Möglichkeit einer reinen Briefwahl für zulässig. Die Richter in Dessau-Roßlau entschieden am Montag, dass die vom Landtag beschlossene Änderung des Wahlrechts verfassungsgemäß ist. Das Gesetz ermögliche eine reine Briefwahl nur in einer Ausnahmesituation wie einer pandemischen Notlage. Das Gericht wies damit eine Beschwerde von 22 Landtagsabgeordneten ab, die meisten von der AfD. Sie sahen mit der Änderung des Wahlrechts im vorigen Herbst unter anderem das Wahlgeheimnis und den Grundsatz der Öffentlichkeit der Wahl verletzt. Am 6. Juni wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die Wahl wegen der Corona-Pandemie als reine Briefwahl auszutragen, ist nach derzeitigem Stand aber nicht vorgesehen.

19:25 Uhr | Schaustellerbund hofft auf Volksfeste

Die coronabedingte Absage des Oktoberfests darf nach Ansicht des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) nicht automatisch das Aus aller deutschen Volksfeste bedeuten. Das Oktoberfest mit seinen rund sechs Millionen Besuchern sei nicht repräsentativ für andere Volksfeste und Kirmessen, sondern "ein Fest der Superlative", hieß es vom DSB. In Deutschland gibt es jährlich rund 9.750 Volksfeste. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte am Montag erklärt, dass wegen der Corona-Pandemie das Oktoberfest wieder nicht stattfinden werde. Auch die weiteren großen Volksfeste in Bayern sollten abgesagt werden. Das werde den Kommunen empfohlen, sagte Söder.

18:41 Uhr | EMA prüft Zulassung von Biontech/Pfizer für Kinder

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft einen Antrag der Hersteller Biontech und Pfizer auf eine EU-Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder ab zwölf Jahren. Die Behörde erklärte heute, man werde die Studiendaten im Schnellverfahren bewerten. Ein Ergebnis wird für Juni erwartet. Bei einer Zulassung wäre es der erste Impfstoff in der EU, mit dem auch 12- bis 15-Jährige gegen Covid-19 geimpft werden können. Das Vakzin von Biontech/Pfizer ist in der EU und in den USA bisher nur für Menschen ab 16 Jahren zugelassen.

18:11 Uhr | Masken-Attest – Mitarbeiter für arbeitsunfähig erklärt

Einem ärztlich von der Maskenpflicht befreiten Mitarbeiter darf die Arbeit im Betrieb verweigert werden. Das entschied das Landesarbeitsgericht Nordrhein-Westfalen. In diesem Fall gelte der Mitarbeiter als arbeitsunfähig. Ein vorangegangenes Urteil des Arbeitsgerichts in Siegburg wurde damit bestätigt. Geklagt hatte ein Verwaltungsmitarbeiter eines Rathauses, in dem für Besucher und Beschäftigte Maskenpflicht gilt. Der Mitarbeiter legte ärztliche Atteste vor, die ihn sowohl vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes als auch jeglicher Gesichtsvisiere befreiten. Ohne Gesichtsbedeckung wollte ihn die Stadt jedoch nicht im Rathaus beschäftigen.

17:53 Uhr | Drohschreiben an Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat wegen ihrer Ermittlungen gegen einen Richter des Amtsgerichts Weimar Drohschreiben erhalten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigt den Erhalt mehrerer Schreiben, nannte aber keine Einzelheiten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Richter wegen des Verdachts der Rechtsbeugung. Der Familienrichter hatte im April per einstweiliger Verfügung zwei Schulen in Weimar verboten, Schutzmasken, Mindestabstände und Corona-Tests vorzuschreiben. Das Thüringer Bildungsministerium legte umgehend Beschwerde gegen den Beschluss ein.

16:53 Uhr | Dänemark setzt zweiten Impfstoff aus

Dänemark will künftig den Impfstoff von Johnson & Johnson nicht mehr verimpfen. Die dänische Gesundheitsbehörde entschied am Montag, den Impfstoff des US-Pharmakonzerns aus dem dänischen Impfprogramm zu streichen. Die Behörde kam nach eigenen Angaben zu dem Schluss, dass die Vorteile des Impfstoffs mögliche Nebenwirkungen nicht überwiegen. Im April hatte die dänische Regierung bereits die Impfungen mit Astrazeneca dauerhaft eingestellt. Hintergrund beider Entscheidungen waren seltene Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte dagegen im April entschieden, trotz der Berichte über Blutgerinnsel grundsätzlich an ihrer positiven Risikobewertung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson festzuhalten.

15:55 Uhr | Johnson ist zuversichtlich

Der britische Premier Boris Johnson hat seinen Landsleuten Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Abstandsregeln gemacht. "Ich denke, wir haben gute Chancen, dass wir ab 21. Juni auf die Ein-Meter-Plus-Regel verzichten können", sagte Johnson heute bei einem Besuch in der nordenglischen Stadt Hartlepool. Das sei jedoch abhängig davon, ob die Infektionslage weiterhin stabil bleibe. Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien bei 23 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Für den 17. Mai ist in England die nächste Lockerungsstufe vorgesehen. Dann sollen Pubs und Restaurants auch wieder drinnen Gäste bewirten dürfen und Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Auch erste Auslandsreisen könnten dann nach einem monatelangen strikten Reiseverbot wieder erlaubt sein. Für den 21. Juni ist in England die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen geplant. Schottland, Wales und Nordirland entscheiden selbst über ihre Corona-Maßnahmen.

15:22 Uhr | Oktoberfest erneut abgesagt

Das Oktoberfest fällt auch in diesem Jahr aus. Das kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder an. Als "das globalste Fest überhaupt" sei die Wiesn erneut nicht machbar, erklärte der CSU-Regierungschef. Die Empfehlung sei, auch andere große Volksfeste in Bayern nicht abzuhalten. Das Oktoberfest war bereits im vergangenen Jahr abgesagt worden. Zu dem größten Volksfest der Welt kommen jedes Jahr üblicherweise mehr als sechs Millionen Menschen.

A bisserl Wiesn geht nicht.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter

15:02 | Corona-Kabinett bringt Erleichterungen für Geimpfte auf den Weg

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat rasche Erleichterungen für vollständig Geimpfte angekündigt. Bundestag und Bundesrat sollten dafür noch diese, spätestens aber kommende Woche eine Verordnung beschließen, sagte der CDU-Politiker nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts der Bundesregierung. Demnach sollen vollständig Geimpfte mit tagesaktuell Getesteten und Genesenen gleichgestellt werden. Dadurch würden auch Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen weitgehend entfallen. Spahn sagte, das sei verfassungsrechtlich geboten. Vollständig Geimpfte hätten ein deutlich reduziertes Infektionsrisiko für andere.

14:12 Uhr | Bayern lockert Inzidenzwert für Schulen

Schulen in Bayern dürfen ab kommender Woche voraussichtlich auf breiter Front öffnen. Die Landesregierung folgt nun doch der Bundesregelung, die Distanzunterricht erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz oberhalb 165 vorschreibt. Bayern hatte dagegen 100 als Grenzwert festgelegt. Zugleich stellte Ministerpräsident Markus Söder Öffnungsmöglichkeiten für die Außengastronomie, für Theater und Kinos in Aussicht, wenn die regionale Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt – mit Termin und Negativtest.

13:50 Uhr | Thüringer Ärzte gegen Schließung von Impfzentren

Die Kassenärztliche Vereinigung in Thüringen (KVT) lehnt eine Schließung von Impfzentren im Freistaat ab. Ein Verbandssprecher sagte MDR THÜRINGEN, Ziel müsse sein, in den nächsten Monaten so viele Menschen wie möglich zu impfen. Dafür seien mehrgleisige Strukturen nötig. Nach Angaben der KVT dürfe den niedergelassenen Ärzten nicht allein der Großteil der Impfarbeit aufgebürdet werde. Die Ärzte benötigten ausreichend Zeit zur regulären Behandlung von Patienten.

Hintergrund ist die Ankündigung Sachsens, seine Impfzentren bis auf wenige Ausnahmen im Juni zu schließen. Nach Ansicht des sächsischen Sozialministeriums müssen nicht alle Zentren in der Fläche weiter betrieben werden. In Thüringen ist dagegen bislang geplant, die drei überregionalen Zentren und 28 Impfstellen bis zum Herbst zu erhalten. Frank Schenker vom Gesundheitsministerium sagte, der Bund trage bis Ende September die Hälfte der Kosten. So lange werde man die Einrichtungen auch betreiben.

13:02 Uhr | FDP will Reisemöglichkeiten zu Pfingsten

Die FDP fordert, noch im Mai Reisebeschränkungen innerhalb Deutschlands aufzuheben. Die Branche brauche bereits zu Pfingsten Planungssicherheit, sagt der tourismuspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Marcel Klinge. Modellprojekte wie aktuell in Sylt sollten bundesweit angewendet werden. Das Beherbergungsverbot müsse zeitnah fallen. Zudem muss aus FDP-Sicht bei den geplanten Lockerungen für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete auch der Tourismus berücksichtigt werden.

12:40 Uhr | Geschäfte in Wien wieder offen

In Österreich haben seit heute in allen Bundesländern die Geschäfte und viele Dienstleister wieder geöffnet. Nach rund vier Wochen Lockdown lockerten nun auch die Bundesländer Wien und Niederösterreich die Auflagen. In den anderen sieben Bundesländern hatte der Handel den Lockdown schon früher beendet. In Wien bildeten sich vor Modeläden teils lange Warteschlangen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich liegt bei rund 150 und damit auf dem deutschen Niveau. Ab 19. Mai öffnen dann auch Gastronomie, Hotellerie, Sport- und Kulturstätten mit einem Schutzkonzept wieder, Kunden müssen einen Negativtest vorweisen.

11:54 Uhr | Brüssel lockt Geimpfte aus Drittstaaten

Angesichts steigender Impfquoten und einer Entspannung der Pandemielage in vielen Ländern will die EU-Kommission Besuche in der Europäischen Union erleichtern. Vollständig Geimpfte aus Ländern mit "guter epidemiologischer Situation" sollen demnach wieder touristisch in die EU einreisen dürfen. Bei den anerkannten Vakzinen wird auf die WHO-Liste gesetzt. Darauf ist auch der russische Impfstoff Sputnik V gelistet, der in der EU noch nicht zugelassen ist. Kinder sollen mit ihren geimpften Eltern einreisen dürfen, wenn sie einen negativen PCR-Test vorweisen können. Die Kommission schlägt zugleich eine "Notbremse" vor, um schnell ein Einreiseverbot aus Mutationsgebieten verhängen zu können. Die 27 EU-Mitgliedstaaten wollen in dieser Woche über den Vorstoß beraten.

11:10 Uhr | Studie - Kitas keine Pandemietreiber

Kita-Kinder sind in der zweiten Corona-Welle keine Pandemie-Treiber gewesen. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie von Uniklinik und Universität in Würzburg. Dafür wurden zwischen Oktober und März mehr als 5.000 Tests vorgenommen. Bei nur einem Kind wurde demnach eine Infektion nachgewiesen. Etwas anders sehe es in den Schulen aus. Dort habe es mehr Infektionen gegeben.

Forscher der Uni München stellten jedoch zugleich fest, dass Schulen mit ihren engmaschigen Tests einen wichtigen Beitrag bei der Ermittlung von Infektionsketten lieferten. Bei geschlossenen Schulen würden symptomlose Ansteckungen gar nicht erst entdeckt.

Dazu passen Zahlen aus Thüringen: Seit Einführung einer Testpflicht an Schulen vor einer Woche wurden 416 Schüler positiv auf das Coronavirus getestet. Dem Bildungsministerium zufolge wurden insgesamt etwa 175.000 Selbsttests an Schulen durchgeführt. Der Anteil positiver Ergebnisse liege damit bei 0,24 Prozent. Beim Personal wurden 42.300 Tests gemacht, es gab 49 Treffer.

10:38 Uhr | Schauspieler Kahrmann lag im Koma

Der langjährige Darsteller des Benny in der ARD-Serie "Lindenstraße",  Christian Kahrmann, hat eine schwere Covid-19-Erkrankung überstanden.

Marie-Luise Marjan mit Christian Kahrmann und Ina Bleiweiß
Christian Kahrmann (li.) spielte in der ARD-Serie "Lindenstraße" jahrelang den Benny. Bildrechte: imago images/APress

Der 48-Jährige sagte der "Bild"-Zeitung, er habe drei Wochen im Koma gelegen und sei künstlich beatmet worden. Nach dem Aufwachen habe er erfahren, dass sein Vater an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sei. Auch seine Mutter und seine Schwester seien infiziert gewesen. Möglicherweise habe er sie bei einem Familientreffen im März angesteckt.

10:00 Uhr | Ärztegewerkschaft für Impfoffensive in sozialen Brennpunkten

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund unterstützt den Vorschlag gezielter Corona-Impfungen in sogenannten Brennpunktvierteln. Vorsitzende Susanne Johna sagte der "Rheinischen Post", mobile Impfteams sollten gezielt Menschen in prekären Wohnverhältnissen aufsuchen. Solche Stadtteile seien häufig Hotspots. Daher müsse dort ein Impfschwerpunkt gesetzt werden. Johna forderte zudem bessere Informationsangebote für Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen. Mehrsprachige Informationen auf einer Internetseite genügten nicht. Die Informationen für Nichtmuttersprachler im öffentlichen Raum seien "völlig unzureichend".

09:25 Uhr | In fast allen Bundesländern Lockerungen für Geimpfte

In weiteren Bundesländern gelten ab heute Erleichterungen für vollständig gegen Covid-19 geimpfte Menschen und für Genesene. So erlaubt jetzt auch Nordrhein-Westfalen diesen Personengruppen ohne Test das Einkaufen mit Termin oder den Friseurbesuch. Auch in Schulen sind nach ausgestandener Ansteckung oder kompletter Impfung keine Tests mehr erforderlich. Im Saarland entfällt die Testpflicht für diese Bürger ebenfalls. In Sachsen-Anhalt gilt diese Regelung schon, Thüringen und Sachsen wollen diese Woche nachziehen. Nach Informationen der Tagesschau will nur Hamburg auf eine Bundesregelung warten, die in Vorbereitung ist. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind bisher 6,4 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft, das entspricht 7,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Etwa 27 Prozent der Menschen haben eine Erstimpfung erhalten.

08:42 Uhr | Weiter dramatische Lage in Indien

Das indische Gesundheitsministerium hat 368.147 Neuinfektionen gemeldet und damit den zwölften Tag in Folge mehr als 300.000 neue Fälle pro Tag. Insgesamt sind in dem Land mit rund 1,35 Milliarden Einwohnern knapp 20 Millionen Infektionen nachgewiesen. Das ist weltweit Rang zwei hinter den USA. Die Zahl der Todesfälle stieg um mehr als 3.400 auf knapp 220.000, nur die USA und Brasilien haben mehr. Experten vermuten in Indien aber hohe Dunkelziffern bei den Fallzahlen. Das Gesundheitssystem ist völlig überlastet, es fehlt an Impfstoff. Internationale Hilfe ist inzwischen angelaufen. Als Gründe für die rasante Ausbreitung werden Virus-Mutationen gesehen, aber auch unzureichende politische Maßnahmen.

08:07 Uhr | Pflegekräfte häufiger infiziert

Altenpflegekräfte sind überdurchschnittlich von Corona-Infektionen betroffen. Das geht aus dem Pflegereport der Barmer Krankenkasse hervor. Wie die "Rheinische Post" berichtet, waren seit Beginn der Pandemie bis Mitte November bundesweit 2,5 Prozent der Altenpflegerinnen wegen einer Corona-Ansteckung arbeitsunfähig. Bei allen anderen Berufsgruppen lag der Anteil bei nur 1,6 Prozent. Ohnehin ist der Krankenstand bei den Pflegekräften demnach mit 8,7 Prozent überdurchschnittlich hoch. In anderen Berufen sind es im Schnitt fünf Prozent.

07:45 Uhr | Inzidenzen sinken

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist auf hohem Niveau leicht rückläufig. Das Risklayer-Datenprojekt erfasste gestern 12.512 neue Ansteckungen, gut 3.000 weniger als am Sonntag vor einer Woche. Die bundesweite Inzidenz sank auf 152 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Am besten sieht es in Schleswig-Holstein aus mit einem Inzidenzwert von 57. Schlusslichter sind Sachsen und Thüringen mit Werten über 220. Sachsen-Anhalt liegt mit einer Inzidenz von 172 inzwischen besser als Baden-Württemberg. Mitteldeutsche Hotspots sind der Saale-Orla-Kreis mit einem Wert von knapp 500 sowie der Landkreis Mittelsachsen (405) und der Erzgebirgskreis (363).

07:01 Uhr | Kaum Probleme mit verfallenen Impfterminen

In Mitteldeutschland gibt es keine größeren Probleme mit nicht wahrgenommenen Impfterminen. Das DRK Sachsen teilte MDR AKTUELL mit, dass es sich um eine Handvoll Termine handele. Das sei kein Vergleich zu den Zeiten der Diskussion um Astrazeneca. Ähnlich schildert es der Leiter des Pandemiestabes der Kassenärztlichen Vereinigung in Thüringen, Jörg Mertz. Er nannte es aber sehr ärgerlich, dass jetzt einige Personen zum zweiten Termin nicht erschienen. Auch Nachfragen in Landkreisen von Sachsen-Anhalt ergaben, dass sich die Zahl ausgefallener Impftermine in Grenzen hält.

06:40 Uhr | Debatte um Öffnungsplan

Der Städte- und Gemeindebund fordert angesichts rückläufiger Corona-Neuinfektionen einen langfristigen Öffnungsplan. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der "Rheinischen Post", die Bundesregierung müsse jetzt langfristige Perspektiven auf den Weg bringen. Mit immer mehr geimpften Personen werde im Sommer mehr Normalität möglich sein. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sieht Reisen über Pfingsten hingegen noch skeptisch. Der CDU-Politiker sagte, das werde vielerorts leider wieder ins Wasser fallen.

06:35 Uhr | Tafeln sehen Corona-Effekt

Bei den gemeinnützigen Tafeln hat sich in der Corona-Zeit die Kundschaft verändert. Das sagte der Leiter der Weimarer Tafel, Marco Modrow, MDR AKTUELL. Er treffe immer neue Bedürftige. Für viele sei es ein schwerer Schritt, die finanzielle Notlage zu offenbaren. Ähnliches beobachtet die Leiterin der Tafeln im Harz, Sarah Zschernitz. Als Gründe nannte sie Kurzarbeit, weggefallenen Hinzuverdienst und Hartz-IV-Bezug bei Menschen im Kulturbereich. Probleme bereite auch die Versorgung von Bedürftigen, die aus Angst vor Ansteckung den Tafeln fernblieben. Da setze man zunehmend auf eigene Lieferdienste. In Deutschland sammeln mehr als 950 gemeinnützige Tafeln überschüssige Lebensmittel und verteilen sie an Menschen in Not.

06:18 Uhr | Scholz - Erleichterungen für Geimpfte kommen

Vizekanzler Olaf Scholz erwartet, dass schon in dieser Woche Erleichterungen für Geimpfte und Genesene bei den Corona-Regeln beschlossen werden. Scholz sagte in der ARD, er halte es für realistisch, dass die geplante Verordnung bis Freitag von Bundestag und Bundesrat beschlossen werde. Geplant sind unter anderem Erleichterungen bei Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Einige Bundesländer haben das bereits beschlossen. In Sachsen-Anhalt zum Beispiel müssen vollständig Geimpfte und Genesene im Einzelhandel keinen negativen Schnelltest mehr vorweisen. Thüringen und Sachsen planen solche Erleichterungen. Der Virologe Martin Stürmer warnte dagegen vor einem Restrisiko, dass sich Geimpfte infizieren und andere anstecken könnten.

06:10 Uhr | Köpping kritisiert Baumarktprotest mit Kreuzen

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat für die Protestaktion einer Baumarktkette Verständnis gezeigt, jedoch die Art der Symbolik kritisiert. Köpping sagte dem MDR, Protest gehöre zur Demokratie. Sie verstehe jedoch nicht, dass man mit Kreuzen auffahre. Mit Blick auf die Situation auf den Intensivstationen sei die gewählte Symbolik unverständlich. Mitarbeiter einer Baumarktkette hatten Pflanzen und Kompost vor das Sozialministerium in Dresden gekippt und Kreuze aufgestellt. Ihr Protest richtet sich gegen die Regelung, wonach an Baumärkte angeschlossene Gartencenter nicht mehr öffnen dürfen, reine Gartenfachmärkte hingegen schon.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 3. Mai 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Mai 2021 | 21:30 Uhr

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