Coronavirus-Pandemie Ticker: In Bayern gilt Maskenpflicht im Unterricht

In Bayern müssen Schüler in den ersten beiden Wochen auch im Unterricht einen Mund-Nase-Schutz tragen. Die Bundesregierung will kleinen und mittleren Unternehmen in der Corona-Krise helfen, doch bisher ist das Überbrückungsgeld kaum abgerufen worden. Opel Eisenach will ab Herbst wieder in zwei Schichten arbeiten. Und in Sachsen und Thüringen beginnt die Schule. Die aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Markus Söder
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist für Maskenpflicht im Unterricht. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 31. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:20 Uhr | Schulstart in Thüringen und Sachsen

In Thüringen und Sachsen hat die Schule wieder begonnen - Unterricht zusammen im Klassenzimmer. Regelbetrieb nennen das die Bildungsministerien der Länder. Aber geregelt ist der Schulbetrieb deutlich stärker als gewohnt.

18:19 Uhr | Coronatests: Kinderärzte warnen vor Ansturm auf Praxen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat vor einer Überlastung der Kinderarztpraxen gewarnt. Hintergrund sind möglicherweise steigende Coronatests im Herbst und Winter. Präsident Thomas Fischbach sagte, ein Test sei sinnvoll, wenn ein begründeter Verdacht auf Corona bestehe. Bei Kindern mit leichten Erkältungsanzeichen ohne konkreten Verdacht sei eine symptomatische Behandlung ausreichend und sinnvoll. Laut Fischbach entfallen 70 Prozent der jährlichen Erkältungs-Infektionen in die Herbst- und Wintermonate.

17:49 Uhr | Ungarn schließt Grenzen

Ab dem 1. September können Deutsche und andere Ausländer nicht mehr nach Ungarn einreisen. Darüber informiert das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite. Wegen der steigenden Coronazahlen dürfen nur Ungarn oder Ausländer mit einem langfristigen Aufenthaltsrecht in das Land einreisen. Bis zum 1. Oktober führt Ungarn in diesem Zusammenhang auch wieder EU-Binnengrenzkontrollen durch. Alle Einreisenden sind verpflichtet, sich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne zu begeben. Beim Einreiseverbot gelten Ausnahmen im Güterverkehr und für bestimmte Geschäftsreisen. Außerdem im Sport und für Grenzpendler. Die Details finden Sie hier beim Auswärtigen Amt.

16:56 Uhr | Corona-Antikörpertest in Leipzig entwickelt

Leipziger Wissenschaftler haben einen Corona-Antikörpertest für den Hausgebrauch entwickelt. Man muss dabei einen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe entnehmen und auf einen Teststreifen bringen. Dieser wird dann in ein Labor geschickt, das das Ergebnis innerhalb von 48 Stunden mitteilt. Antikörper können einen Hinweis auf eine überstandene Corona-Infektion liefern. Der in Leipzig entwickelte Test ist ab morgen bundesweit in Apotheken erhältlich und kostet 49 Euro. Ein ähnlicher Antikörper-Schnelltest wurde bereits von Wissenschaftlern in Jena entwickelt.

16:22 Uhr | Ramelow will Karneval und Weihnachtsmärkte zulassen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will Karnevalsveranstaltungen im Freistaat zulassen. Nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Karnevalsvereine sagte Ramelow, man kläre das Wie und nicht das Ob. Der Verband habe drei Konzepte erarbeitet, über die man nun diskutiere. Auch Weihnachtsmärkte soll es nach den Worten von Ramelow in diesem Jahr geben. In den nächsten Tagen soll eine konkrete Empfehlung dazu vorliegen.

15:55 Uhr | Schweden startet Massentest an Universität

An einer schwedischen Universität hat der landesweit größte Massentest auf das Coronavirus begonnen. Ein Sprecher der Uni von Umeå sagte, zu dem Test seien in den kommenden Tagen insgesamt 20.000 Studenten und Mitarbeiter aufgerufen. In einer Woche solle er wiederholt werden. Man wolle klären, ob regelmäßiger Unterricht auf dem Campus möglich sei, ohne die Ausbreitung des Virus zu beschleunigen. In jüngster Zeit wurden auch in Schweden vermehrt Ansteckungen bei jungen Leuten festgestellt.

15:29 Uhr | Ermittlungen nach Ausschreitungen vor Reichstagsgebäude

Nach den Corona-Demonstrationen am Wochenende ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch. Ein Sprecher sagte, es gehe insbesondere um die Vorfälle vor dem Reichstagsgebäude. Es müsse noch geklärt werden, ob die Demonstranten versucht hätten, mit Gewalt in das Gebäude einzudringen. Ermittelt wird ebenfalls gegen die Frau, die auf einer Bühne zum Sturm auf den Reichstag aufgerufen haben soll. Laut "Tagesspiegel" handelt es sich um eine bekannte Vertreterin der "Reichsbürgerszene". Auch gegen Polizisten liegen Anzeigen vor. So soll ein Beamter einer Demonstrantin auf den Rücken geschlagen haben. Im Internet kursierten daraufhin Behauptungen, die Frau sei nach dem Einsatz gestorben. Das wies die Polizei als falsch zurück.

13:05 Uhr | Bayern: Maskenpflicht im Unterricht geplant

In Bayern soll es nach dem Ende der Sommerferien eine Maskenpflicht im Unterricht geben und zwar für Schüler und Lehrer. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder nach einem Treffen mit Schulvertretern in München an. Eine Ausnahme gibt es demnach nur für Grundschüler. Die Maskenpflicht gilt zunächst für neun Tage. Söder sagte, sie sei notwendig, um Präsenzunterricht gewährleisten zu können. In Bayern beginnt das neue Schuljahr in der kommenden Woche.

13:02 Uhr | Bund prüft Corona-Tests in Veterinär-Laboren

Das Bundesgesundheitsministerium prüft, ob die Corona-Testkapazitäten ausgeweitet werden können. Eine Sprecherin sagte in Berlin, einige Bundesländer verwendeten bereits veterinärmedizinische Labore. Man prüfe, "ob und wie" man diesen Weg gehen könne. Einen Zeitraum für einen Entscheidung nannte sie nicht. Derzeit gebe es eine wöchentliche Testkapazität von 1,4 Millionen Tests pro Woche, sagte die Ministeriumssprecherin unter Berufung aufs Robert Koch-Institut. Gemacht worden seien zuletzt 900.000. Im Herbst sollten die Tests stärker auf Risikogruppen wie ältere Menschen, Pflegeheime und Kliniken ausgerichtet werden.

Mit Blick auf die kommende Grippesaison erneuerte das Ministerium seinen Appell, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Der Bund habe dafür sechs Millionen zusätzliche Impfdosen bestellt – neben rund 20 Millionen Impfdosen, die Ärzte geordert hätten. Hintergrund ist, ein mögliches Aufeinandertreffen von vielen Grippe-Erkrankungen und Corona-Patienten zu vermeiden.

12:55 Uhr | Überbrückungshilfen kaum abgerufen

Kleine und mittlere Unternehmen haben bislang kaum Geld aus dem Corona-Hilfspaket des Bundes angerufen. Wie die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Fraktion mitteilte, wurden bis August 248 Millionen Euro ausgezahlt. Das ist ein Prozent der eingeplanten Überbrückungshilfen in Höhe von etwa 25 Milliarden Euro. Mit dem Geld soll kleineren Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern geholfen werden, die durch die Corona-Krise in Not geraten sind. Als Grund für die schwache Nachfrage sehen Kritiker zu hohe Hürden. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte, die Antragsvoraussetzungen seien realitätsfern und zu bürokratisch.

Ein Skelett mit einem Zettel, auf dem «Schausteller» steht, während einer Demonstration des Schaustellerverbandes
Auch Schaustellern sind die Umsätze weggebrochen und sie sind auf Überbrückungshilfe des Bundes angewiesen. Bildrechte: dpa

12:27 Uhr | Seibert verurteilt Verhalten von Demonstranten

Die Bundesregierung hat das Verhalten einiger Demonstranten am Wochenende vor dem Reichstagsgebäude in Berlin scharf kritisiert. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, das Demonstrationsrecht sei von einigen missbraucht worden. Das Ergebnis seien "schändliche Bilder" gewesen. Es sei nicht hinzunehmen, dass Anti-Demokraten versuchten, sich auf den Stufen des Parlaments breitzumachen.

Am Samstag hatten Hunderte Menschen am Rande einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Deutschland eine Absperrung vor dem Reichstagsgebäude überwunden und versucht, ins Gebäude zu gelangen.

11:03 Uhr | Wegen Corona weniger Einweisungen wegen Herzinfarkt

Eine Auswertung von Klinikdaten hat nach Angaben der Krankenkasse DAK Gesundheit ergeben, dass mit Beginn der Corona-Pandemie weniger Menschen wegen Herzinfarkt oder Schlaganfall in Kliniken eingewiesen worden sind. So kamen im März rund 26 Prozent weniger Patienten mit einem Herzinfarkt in ein Krankenhaus als im März 2019. Im April waren es 22 Prozent weniger Patienten als im Vorjahresmonat, im Mai knapp 14 Prozent.

Bei Krankheiten wie Schlaganfall und Hirnblutungen lag der Rückgang im März bei fast 13 Prozent, im April bei rund 20 Prozent und im Mai bei zehn Prozent. Die Klinikaufnahmen aufgrund psychischer Erkrankungen wie Depressionen und Alkoholmissbrauch gingen im März um knapp 15 Prozent zurück, im April um rund 23 Prozent und im Mai um 16 Prozent. Im Juni normalisierte sich der DAK zufolge die Versorgung von diesen Erkrankungen wieder.

09:10 Uhr | Im August weniger Firmen in Kurzarbeit

Die Zahl der Unternehmen mit Kurzarbeit ist weiter gesunken. Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts lag der Anteil im August bei 37 Prozent. Im Juli hatten noch 42 Prozent der Betriebe Kurzarbeit angemeldet gehabt. Besonders angewiesen auf die Ersatzleistung bleibt die Industrie. Dort hatten im August noch immer 53 Prozent der Firmen für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Bei den Dienstleistern lag der Anteil bei 33 Prozent, im Handel waren es 26 Prozent. Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link sagte, zwar seien insgesamt immer noch viele Firmen in Kurzarbeit. Die rückläufige Entwicklung spreche aber für ein Ende der coronabedingten Rezession.

08:51 Uhr | Verbraucherschützer fordern Ende der Vorkasse bei Reisen

Verbraucherschützer fordern ein Ende der Vorkasse bei Reisen. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, sagte auch mit Blick auf die Corona-Pandemie, die Vorkasse-Zahlungen im Reise- und Flugbereich seien nicht mehr verantwortbar. Dass für Pauschalreisen weit im Voraus 20 oder 30 Prozent des Reisepreises zu zahlen sei, sei eine "überkommene Fehlsteuerung". Zu häufig habe man zuletzt erlebt, dass Airlines oder Reiseveranstalter insolvent gegangen seien. Bei fast allen Geschäften sei es normal, erst eine Leistung zu bekommen und dann zu zahlen.

07:36 Uhr | Spahn bei Auftritt bespuckt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist bei einem Wahlkampfauftritt in Bergisch-Gladbach bespuckt worden. Das bestätigte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Der Vorfall ereignete sich bereits am Samstag. Der Zeitung zufolge hatte Spahn versucht, mit aufgebrachten Gegnern der Corona-Maßnahmen ins Gespräch zu kommen. Dabei sei er auch wüst beschimpft worden. Spahn sagte der Zeitung, man müsse das Gespräch mit denen suchen, die unzufrieden mit der Corona-Politik seien. Diskussionen gehörten zur Demokratie. Sie funktionierten aber nur, wenn beide Seiten bereit seien, zuzuhören. "Aber wenn geschrien, gespuckt und gepöbelt wird, geht's halt leider nicht."

07:06 Uhr | Debatte um "vermeidbare Reisen" und Lohnausgleich

Wer Urlaub in Risikogebieten gemacht hat, muss nach der Rückkehr erstmal in Quarantäne. In solchen Fällen hat bislang der Staat den Lohn für die Arbeitnehmer gezahlt. Doch das wollen Bund und Länder jetzt ändern.

06:41 Uhr | Schulstart in Sachsen und Thüringen

In Sachsen beginnt heute für rund 486.000 Schüler das neue Schuljahr. Unter ihnen sind fast 40.000 Erstklässler. Anders als vor den Sommerferien findet wieder ein regulärer Unterricht statt, wegen der Corona-Pandemie allerdings unter strengen Hygienebedingungen. Eine verbindliche Maskenpflicht im Unterricht oder in den Schulgebäuden gibt es jedoch nicht. Mit dem Ende der Sommerferien startet zugleich die sächsische Polizei ihre Aktion "Die Schule hat begonnen". Autofahrer müssen sich in den kommenden drei Wochen auf verstärkte Kontrollen einstellen, vor allem vor Grundschulen.

Auch in Thüringen startet heute das neue Schuljahr – mit regulärem Unterricht, aber unter Corona-Bedingungen.

06:38 Uhr | Salzwedel: Corona-Tests für Lehrer und Schüler

In Salzwedel haben sich zwei Schüler bei einer Ferienfreizeit im Ausland mit dem Coronavirus infiziert. Laut Kreisverwaltung bleibt die Lessing-Ganztags-Gemeinschaftsschule deshalb vorerst bis morgen geschlossen. Am Jahn-Gymnasium müssen die neunten und zehnten Klassen zu Hause bleiben. Die beiden auf Corona getesteten Schüler sollen sich bei ihrer Betreuerin angesteckt haben. Heute sollen gut 200 Lehrer und Schüler beider Schulen auf das Coronavirus getestet werden. In Sachsen-Anhalt hatte das neue Schuljahr am Donnerstag begonnen.

06:31 Uhr | Opel Eisenach bald wieder im Zwei-Schicht-Betrieb

Opel will die Produktion in seinem Thüringer Werk weiter hochfahren. Konzernchef Michael Lohscheller sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, ab Herbst werde in Eisenach wieder im Zwei-Schicht-Betrieb produziert. Die Auftragslage für den dort gebauten Grandland X und seine Hybrid-Variante lege wieder zu. Nach dreimonatiger Corona-Zwangspause hatte Opel sein Thüringer Werk im Juni wieder angefahren. Bislang arbeiten die Beschäftigten dort jedoch nur eine Schicht am Tag.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. August 2020 | 06:00 Uhr

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