Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: Laschet – kein "Automatismus" bei Notbremse

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist angesichts steigender Infektionszahlen gegen einen "Automatismus" bei der Rücknahme von Öffnungsschritten. Die Corona-Impfungen mit Astrazeneca werden in Deutschland vorsorglich ausgesetzt. Die Bundesregierung mahnt die Länder, bei Inzidenzen über 100 Lockerungen wieder zurückzunehmen. Der russische Impfstoff Sputnik V soll auch in Deutschland produziert werden. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Armin Laschet mit Maske
Armin Laschet plädiert dafür, jeweils nach den Gründen für einen Anstieg der Infektionszahlen in den Landkreisen zu sehen und individuell zu entscheiden, ob Öffnungsschritte zurückgenommen werden. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 15. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:40 Uhr | Weitere Länder geben Astrazeneca-Impfstopp bekannt

Weitere europäische Staaten setzen die Impfungen mit Astrazeneca aus. In Slowenien beruft sich die Nachrichtenagentur STA auf Gesundheitsminister Janez Poklukar, auf Zypern gibt das Gesundheitsministerium die Entscheidung bekannt. Auch in Portugal will man den Impfstoff vorerst nicht mehr verabreichen.

22:23 Uhr | Studie: Homeoffice in Thüringen nur branchenabhängig umgesetzt

Die Mehrheit der Thüringer Unternehmen lässt in der Corona-Krise zumindest einen Teil der Beschäftigten zu Hause arbeiten. Das geht aus einer Untersuchung des Zentrums Digitale Transformation an der Universität Jena hervor. Demnach hat ein Viertel der Firmen im vergangenen Jahr fast die komplette Belegschaft ins Homeoffice geschickt. Gut die Hälfte der Betriebe gab an, dass bis zu 20 Prozent der Beschäftigten zu Hause arbeiten. Ob Unternehmen ihre Beschäftigten ins Homeoffice schicken, ist aber auch branchenabhängig.

21:35 Uhr | Laschet befürchtet Verzögerung der Impfkampagne

CDU-Chef Armin Laschet fürchtet durch den Stopp der Astrazeneca-Impfungen einen Rückschlag für die Impfkampagne. Laschet sagte im ZDF, das werde viele Strategien wieder verändern. Man habe darauf gesetzt, sehr schnell breit impfen zu können. Darauf müsse die Politik reagieren.

CSU-Chef Markus Söder sprach sich dafür aus, den Impfstoff von Astrazeneca nach einer wissenschaftlichen Überprüfung für alle Impfwilligen freizugeben. Söder sagte im ARD-Brennpunkt, er gehe nicht davon aus, dass die Impfungen mit dem Präparat dauerhaft ausgesetzt blieben. Bei Astrazeneca sollten die Vorgaben der Priorisierungsgruppen nicht gelten. Jeder, der den Impfstoff wolle, solle ihn auch bekommen. "Ich kenne so viele Menschen, die sich sofort mit Astrazeneca impfen lassen würden. Ich würde mich auch sofort hinstellen", betonte Söder.

21:08 Uhr | mdrFRAGT: Was halten Sie vom Impfstopp?

Am Montagnachmittag kam die Nachricht über den Impfstopp mit Astrazeneca auch in Deutschland. Nach neuen Meldungen von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung sollen zunächst weitere Untersuchungen abgewartet werden. Was halten Sie vom Aussetzen der Impfung mit Astrazeneca? In einer Blitzbefragung wollen wir dazu Ihre Meinung wissen:

20:53 Uhr | Ab Dienstag: Strengere Regeln im Landkreis Zwickau

Im Landkreis Zwickau gelten ab Dienstag wieder verschärfte Corona-Beschränkungen. Das betrifft Kontakt- und Ausgangsregeln sowie ein Alkoholverbot an öffentlichen Orten wie Fußgängerzonen, Bahnhöfen und Parkanlagen.

21:45 Uhr | Reiseforscher warnt vor Mallorca-Ansturm

Der Münchner Reiseforscher Jürgen Schmude befürchtet durch den Ansturm auf Mallorca ein "zweites Ischgl". Der Professor für Tourismuswirtschaft und Nachhaltigkeit sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dieser Ansturm sei eine Katastrophe. In Ischgl habe man gesehen, was bei Reise-Großereignissen passieren könne. Er habe große Sorgen, dass der Mallorca-Ansturm ein erneutes Ansteigen der Corona-Fallzahlen verursachen werde. Es würde ihn nicht wundern, wenn die Insel in drei Wochen wieder in den harten Lockdown müsse. Seitdem Deutschland die Reisewarnung für Mallorca letzte Woche aufgehoben hat, steigt die Zahl der Flug- und Hotelbuchungen rasant.

20:30 Uhr | Thüringen verlängert Corona-Hilfen für abgesagte Veranstaltungen

Das Thüringer Wirtschaftsministerium will die Veranstaltungsbranche im Freistaat weiter unterstützen. Wie das Ministerium mitteilte, wird das im November aufgelegte Absicherungspaket verlängert. Bis zum Jahresende beteilige sich das Land damit an Kosten, die wegen der Absage von Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie entstehen. Bis zu 80 Prozent von bereits angefallenen Ausgaben für ein geplantes Event könnten so abgedeckt werden. Pro Veranstaltung würden maximal 100.000 Euro gezahlt.

19:30 Uhr | Heike Werner: Impfstopp ist "Katastrophe"

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner hat das Aussetzen des Astrazeneca-Impfstoffes als "Katastrophe" bezeichnet. Viele Menschen warteten sehnsüchtig auf die Immunisierung, erklärte sie am Montag in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Betroffen von der Entscheidung sind die beiden großen Impfzentren in Erfurt und Gera, wo Astrazeneca eingesetzt wird. In beiden Einrichtungen wurden die Impfungen am Montag gestoppt.

19:20 Uhr | Astrazeneca-Stopp könnte Impfzeitplan verzögern

Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) rechnet laut "Handelsblatt" damit, dass es den Impfzeitplan der Bundesregierung um mehrere Wochen zurückwerfen könnte, wenn ab sofort ohne das Vakzin von Astrazeneca geimpft würde. "Dies würde das Impfergebnis um einen Monat rechnerisch nach hinten verschieben", sagte ZI-Chef Dominik von Stillfried der Zeitung. Dann hätten statt im August erst im September alle Bürger eine zweite Impfung erhalten.

MDR-Hauptstadtkorrespondent Tim Herden erklärt die Folgen der Aussetzung auf die Impfkampagne.

19:10 Uhr | Sächsische Impfkampagne wird weiter ausgebremst

Sachsens Regierung will am Dienstag über die aktuelle Corona-Lage im Freistaat beraten. Am Montag hatte Sachsen nach einer Entscheidung der Bundesregierung vorsorglich alle Impftermine mit dem Vakzin von Astrazeneca gestoppt. Damit wird die Impfkampagne im Freistaat weiter ausgebremst. Auch ein Modellprojekt mit Impfungen in Hausarzt-Praxen auf Eis gelegt werden.

18:25 Uhr | US-Experten prüfen Studiendaten zu Astrazeneca-Impfung

In den USA nehmen derzeit unabhängige Berater Studiendaten zum Astrazeneca-Impfstoff unter die Lupe, um dessen Wirksamkeit und Sicherheit zu überprüfen. Die Daten stammen aus einer US-Studie mit 30.000 Personen. Sollten diese positiv ausfallen und alles nach Plan laufen, könnte die US-Arzneimittelbehörde FDA ihre Notzulassung für das Vakzin in etwa einem Monat erteilen, sagt der Chef der Nationalen Gesundheitsdienste, Francis Collins.

Astrazeneca ist bislang in der Europäischen Union und vielen anderen Ländern zugelassen, allerdings noch nicht in den USA. In Europa haben jedoch nach Berichten über Blutgerinnsel mehrere Ländern den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs gestoppt. Zuletzt hat auch Spanien mitgeteilt, die Impfung mit Astrazeneca vorübergehend auszusetzen.

18:05 Uhr | Sachsen zieht Corona-"Notbremse" nicht

Die Bundesregierung mahnt angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen die Einhaltung des Bund-Länder-Beschlusses zur Corona-"Notbremse" von Anfang März an. Sachsen hingegen verweist auf die regionale Verantwortlichkeit. Entscheidend sei die jeweilige Inzidenzzahl in den zehn Landkreisen und den drei Großstädten, teilte das sächsische Sozialministerium am Montag mit. Öffnungen könnten dort beibehalten werden, solange sich der jeweilige Inzidenzwert unter 100 bewegt – unabhängig vom Gesamtwert des Freistaates.

18:00 Uhr | WHO-Experten beraten über Astrazeneca

Der Beratungsausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) trifft sich am Dienstag, um über den Astrazeneca-Impfstoff zu diskutieren. Das teilt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit. Er erklärt ferner, das Überwachungssystem funktioniere.

17:40 Uhr | Infektiologe erstaunt über Astrazeneca-Stopp

Der Leipziger Infektiologe Michael Borte reagiert erstaunt auf den Stopp der Astrazeneca-Impfungen in Deutschland. Ängste nach dem Auftreten von Thrombosen seien verständlich, was aber zähle, seien harte Fakten. Mehr dazu im Radiobeitrag:

16:35 Uhr | Lockdown hat kaum Auswirkungen auf den Klimawandel

Der coronabedingte Lockdown hat auf den Klimawandel und die Kohlendioxidbelastung kaum Auswirkungen. Großzügig ausgelegt lasse sich sagen, "die ökonomische Minderung ist nicht mehr als acht Prozent. Das entspricht einem Monat weniger Emissionen", sagte Hans von Storch am Montag zum Auftakt der 12. Deutschen Klimatagung in Hamburg. Das sei nicht sehr viel bei jährlich 40 Gigatonnen CO2-Emissionen, so der Experte.

16:45 Uhr | GEW kritisiert Schulöffnungen in Sachsen

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Sachsen, Uschi Kruse, hat die Schulöffnungen trotz unzureichender Tests als unverantwortlich bezeichnet. Auch Eltern seien außerordentlich beunruhigt.

16:39 Uhr | Frankreich und Italien setzen Astrazeneca-Impfung ebenfalls aus

Frankreich setzt Präsident Emmanuel Macron zufolge den Einsatz des Impfstoffes von Astrazeneca aus. Dies gelte zunächst bis Dienstag gegen Mittag, dann werde eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelaufsicht (EMA) erwartet.

Auch Italien setzt die Impfung landesweit aus. Die Arzneimittelbehörde nannte den Schritt am Montag eine "vorsorgliche und vorübergehende Maßnahme". Zuvor waren einzelne Chargen nach ungeklärten Todesfällen im Zusammenhang mit der Impfung beschlagnahmt worden.

16:35 Uhr | IDT füllt Impfstoff von Johnson & Johnson ab

Das Pharmaunternehmen IDT Biologika aus Dessau wird den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson abfüllen. Das teilte Firmenchef Jürgen Betzing dem MDR mit. Dafür werde für drei Monate eine Produktionslinie genutzt, auf der sonst ein Fiebermittel hergestellt werde. Der Corona-Impfstoff werde weltweit vertrieben.

Zudem teilte ein Unternehmenssprecher mit, dass sich IDT derzeit noch in Gesprächen mit den Entwicklern des russischen Impfstoffes Sputnik V befinde.

15:58 Uhr | Nicht genügend Selbsttests in Sachsen und Thüringen

Die weiterführenden Schulen haben seit Montag in Sachsen und Thüringen wieder geöffnet. Eine Bedingung: Die Schüler müssen sich auf das Coronavirus testen lassen. Doch da gibt es noch einige Unstimmigkeiten. Ein Bericht von MDR um 2:

15:50 Uhr | Künstler-Protest auf Erfurter Domplatz

Unter dem Motto #AlarmstufeRot haben Thüringer Kunst- und Kulturschaffende am Montag auf ihre Lage nach einem Jahr Lockdown aufmerksam macht. Die "Geschwister Weisheit" präsentierten eine "pandemische Eulenspiegelei". Mehr dazu im Video:

15:25 Uhr | Deutschland setzt Impfung mit Astrazeneca aus

Die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca werden in Deutschland vorsorglich ausgesetzt. Die Entscheidung betrifft sowohl Erst- als auch Zweitimpfungen. Die Bundesregierung folge damit einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts, teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Montagnachmittag mit. Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, "ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken".

Deutschland folgt damit der Entscheidung weiterer Länder. So haben auch die Niederlande Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca für vorerst zwei Wochen ausgesetzt. Nach ersten Berichten über Blutgerinnsel bei Geimpften hatten vergangene Woche zunächst Estland, Litauen, Luxemburg, Lettland und Dänemark beschlossen, den Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns vorerst nicht mehr zu verwenden. Am Wochenende folgten dann Irland, Norwegen und Bulgarien.

15:10 Uhr | Laschet sieht keinen "Automatismus" bei Notbremse

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sieht keinen "Automatismus", dass bei steigenden Infektionszahlen Öffnungsschritte wieder zurückgenommen werden. Man müsse jeweils nach den Gründen für einen Anstieg der Infektionszahlen in den Landkreisen sehen – das könne etwa in Grenzgebieten anders sein als in anderen Landkreisen. Deshalb könnten sich die Antworten unterscheiden. Die Kreise fordert er auf, den von Bund und Ländern vereinbarten Notfallmechanismus "pragmatisch umzusetzen".

14:55 Uhr | Johnson & Johnson kooperiert mit Dessauer Firma

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson kooperiert bei der Herstellung seines Impfstoffs mit der Dessauer Firma IDT Biologika. Das teilte das deutsche Unternehmen am Montag auf Twitter mit. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nannte die Entscheidung für Dessau "ein gutes Signal für den Wirtschafts- und Pharmastandort Deutschland". Die Impfstoffproduktion in Europa und am Standort Deutschland erhöhe die Liefersicherheit. IDT Biologika hatte Anfang Februar bereits eine Kooperation mit der britisch-schwedischen Firma Astrazeneca bekannt gegeben. Die Firma in Dessau kündigte damals auch eine Kapazitätserweiterung an. Die neuen Anlagen sollen demnach aber erst voraussichtlich Ende 2022 in Betrieb gehen.

14:06 Uhr | Schulen und Kitas im Kreis Greiz bleiben zu

Der Landkreis Greiz in Thüringen hat aufgrund der anhaltend hohen 7-Tage-Inzidenz seine Corona-Vorgaben verstärkt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde am Montag erlassen. Danach bleiben Kindergärten und Schulen zunächst bis einschließlich Freitag geschlossen. Zudem wurde die Zahl der Teilnehmer bei Versammlungen unter freiem Himmel auf 100 und in geschlossenen Räumen auf 25 beschränkt.

13:47 Uhr | Seibert: Länder sollen bei Inzidenz über 100 Notbremse ziehen

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat die Bundesregierung die Länder aufgefordert, die beschlossene Notbremse einzuhalten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, man müsse beim Beschluss vom 3. März nicht nur die erfreulichen Passagen umsetzen, sondern eben auch die schwierigen. Seibert zufolge steigen die Fallzahlen, insbesondere auch in der jüngeren Bevölkerung. Zudem gebe es keinen Rückgang bei der Belegung der Intensivbetten. Das seien ungute Entwicklungen, "auf die wir alle zusammen reagieren müssen". Bund und Länder hatten Anfang März vereinbart, dass der Lockdown wieder gilt, wenn die Inzidenz in einer Region drei Tage hintereinander über 100 liegt.

13:35 Uhr | Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt fällt aus

Die Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt ist auch in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Der Propst der Gemeinde St. Marien, Hartmut Gremler, sagte, sie könne in Anbetracht der Infektionslage nicht stattfinden. Die Propstei hatte zuvor nach Alternativen gesucht. Die Prozession hat eine jahrhundertealte Tradition. Sie zieht alljährlich mehrere Tausend Zuschauer an. Die Prozession steht seit 2017 auf der Liste des immateriellen Kulturerbes. Sie soll an den Leidensweg Jesu erinnern. Palmsonntag ist in diesem Jahr am 28. März.

12:49 Uhr | Bundesregierung rät von Reisen ab

Die Bundesregierung appelliert an die Menschen im Land, auf touristische Reisen zu verzichten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, nicht unbedingt notwendige Reisen sollten vermieden werden. Außenamtssprecherin Maria Adebahr betonte, das Fehlen einer Reisewarnung sei keine Einladung zum Reisen. Die Entscheidung müsse aber jeder für sich treffen.

Die Bundesregierung hatte am Freitag entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und Dänemark von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen und damit auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufzuheben. Seit der Entscheidung sind etwa Flugbuchungen für Mallorca sehr stark nachgefragt. Der größte Anbieter Eurowings legte deswegen für die Osterzeit 300 zusätzliche Flüge auf. Tui will die ersten Hotels auf Mallorca nun bereits am nächsten Wochenende öffnen.

12:30 Uhr | Gedenken in Tschechien kommende Woche geplant

In Tschechien soll am 22. März an die Menschen erinnert werden, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind. Die katholische Kirche rief dazu auf, dass um 12 Uhr landesweit die Kirchenglocken geläutet werden sollen. Den Angaben zufolge hatte es am 22. März 2020 das erste Todesopfer der Pandemie im Land gegeben. Eine Bürgerinitiative rief zudem zu einer Schweigeminute auf. In ihrem Appell heißt es, man zeige damit, dass einem das Schicksal anderer nicht gleichgültig sei. Seit Beginn der Pandemie gab es in Tschechien mehr als 1,4 Millionen nachgewiesene Infektionen und über 23.000 Todesfälle.

11:45 Uhr | Jeder dritte Corona-Test im Landkreis Greiz positiv

Im Landkreis Greiz in Thüringen ist in den vergangenen vier Wochen in Testzentren rund jeder dritte Corona-Test positiv ausgefallen. Nach Angaben des Landratsamtes wurden seit Mitte Februar insgesamt 935 Personen ohne Symptome getestet. Bei PCR-Tests seien 306 Coronavirus-Infektionen festgestellt worden. Fast die Hälfte der positiv Getesteten sei jünger als 18 Jahre gewesen. Das Landratsamt rechnet auch weiter mit steigenden Zahlen, da mehr getestet werden soll. So ist ab Dienstag ein Testbus im Kreis unterwegs.

Im Landkreis Greiz liegt die Sieben-Tage-Inzidenz dem Projekt Risklayer zufolge bei 500. Das Robert Koch-Institut weist für den Landkreis eine Inzidenz von 492 aus. Das RKI berechnet die Sieben-Tage-Inzidenz etwas anders als Risklayer.

11:17 Uhr | Sputnik-V-Produktion in Deutschland vereinbart

Russland hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung über die Produktion seines Corona-Impfstoffes Sputnik V in Deutschland geschlossen. Um welchen Partner es sich handelt, ist noch nicht bekannt. Der russische Impfstoff-Entwickler erklärte zugleich, es gebe auch mit Unternehmen in anderen EU-Ländern wie Frankreich und Spanien entsprechende Abkommen. Sputnik V ist in der Europäischen Union noch nicht zugelassen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat aber bereits ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung des Vakzins gestartet.

10:41 Uhr | Intensivmediziner für Rückkehr in Lockdown

Die deutschen Intensivärzte fordern, sofort in den Lockdown zurückzukehren. Der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, sagte dem RBB, angesichts der steigenden Corona-Fälle und der britischen Variante sei das nötig, um eine starke dritte Welle zu verhindern. Er hoffe sehr, dass die Länder die beschlossene Notbremse des Inzidenzwertes von 100 durchsetzten. DIVI ist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

09:31 Uhr | Britische Behörde hält Astrazeneca-Impfstoff für sicher

Anders als mehrere andere europäische Länder nutzt Großbritannien weiter den Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Phil Bryan von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel sagte, man prüfe die Berichte aus anderen Ländern über mögliche Nebenwirkungen genau. Zugleich betonte er: "Angesichts der großen Anzahl verabreichter Dosen und der Häufigkeit, mit der Blutgerinnsel auf natürliche Weise auftreten können, deuten die verfügbaren Beweise nicht darauf hin, dass der Impfstoff die Ursache ist".

Der Impfstoff ist gemeinsam vom britisch-schwedischen Konzern Astrazeneca und der Universität Oxford entwickelt worden. Zuletzt hatte die britische Impfkommission sich für einen vorübergehenden Stopp der Impfungen mit dem Präparat ausgesprochen. In Großbritannien wurden bisher keine Fälle schwerer Nebenwirkungen bekannt.

09:10 Uhr | Mehr als 25.000 Verfahren wegen Betrugs bei Soforthilfen

Bundesweit sind bei den Staatsanwaltschaften im vergangenen Jahr mehr als 25.000 Verfahren wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen und anderer Delikte im Zusammenhang mit der Pandemie aufgelaufen. Das berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Richterbundes. Mit mehr als 10.000 Verfahren gebe es die meisten Fälle in Nordrhein-Westfalen. Etwa die Hälfte davon betreffe Verdachtsfälle von Subventionsbetrug. Dem Bericht zufolge geht es in den Verfahren neben missbräuchlichen Anträgen auf Corona-Hilfen auch um Betrugsmaschen wie Verkäufe gefälschter Schutzmasken oder Medikamente sowie Trickbetrügereien gegenüber älteren Menschen.

08:57 Uhr | Lehrerverband gegen erneute Schulschließungen

Der Lehrerverband hat sich besorgt über die steigenden Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen gezeigt, warnt aber vor erneuten Schließungen von Schulen. Präsident Heinz-Peter Meidinger sagte der "Rheinischen Post", wenn man nicht wolle, dass die Schulen wieder auf Distanz-Unterricht umsteigen müssten, müssten die Impfungen von Lehrkräften vorgezogen werden. Zudem sollten alle Schüler mindestens zweimal wöchentlich getestet werden.

Im Zuge der Wiederöffnung von Kitas und Grundschulen war die Impfreihenfolge geändert worden, so dass Kita-Beschäftigte und Mitarbeiter von Grundschulen früher als ursprünglich geplant geimpft werden können. Für Lehrer weiterführender Schulen gilt das bislang nicht.

08:51 Uhr | Schnelltest-Stationen im Kreis Sömmerda öffnen

In neun Orten im Landkreis Sömmerda gehen am Montag Corona-Schnelltest-Stationen an den Start. Wie das Landratsamt mitteilte, bieten der DRK-Kreisverband und der ASB-Kreisverband unter anderem in Sömmerda, Buttstädt, Gebesee, Kölleda und Schlossvippach Schnelltests an. Auch in Kindelbrück, Rastenberg, Straußfurt und Weißensee nehmen Test-Stationen ihren Betrieb auf. Die Tests sind für Bürger kostenlos.

In Schlossvippach wurde das "Haus zur Sonne" zu einer Test-Station umgebaut, wo vor der Corona-Pandemie Seniorentreffs stattgefunden haben. Hier soll ab sofort montagvormittags und mittwochnachmittags getestet werden. Geplant sind nach Angaben von Bürgermeister Uwe Köhler 35 bis 40 Tests pro Stunde. Köhler hofft, dass möglichst viele Menschen die kostenlose Testmöglichkeit nutzen.

08:24 Uhr | Lauterbach: Ostern auf Besuch von Verwandten verzichten

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat an die Menschen in Deutschland appelliert, Ostern möglichst auf Reisen zu verzichten. Lauterbach sagte der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf, über die Feiertage sollten keine Reisen unternommen werden, erst recht keine Flugreisen. Der SPD-Politiker forderte Bund und Länder auf, konkrete Regelungen für die bevorstehenden Feiertage zu verabschieden. Lauterbach betonte: "Wir werden Konzepte wie an Weihnachten brauchen, damit Familientreffen an Ostern nicht zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen".

08:05 Uhr | Bundesweite Inzidenz steigt weiter

Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf. Am Sonntag wurden bundesweit 8.985 Neuinfektionen registriert, wie das am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelte Projekt Risklayer berichtet. Das waren etwa 2.500 Neuinfektionen mehr als eine Woche zuvor. Der Sieben-Tage-Schnitt der täglichen Neuinfektionen steigt damit seit mehreren Wochen konstant, erstmals seit Anfang Februar liegt er mit 10.026 Fällen wieder über der Marke von 10.000.

Auch die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz steigt. Bundesweit liegt sie laut Risklayer nun bei 84 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Damit geht die Inzidenz seit genau vier Wochen wieder hoch – der niedrigste Stand in diesem Jahr war am 14. Februar mit genau 60.

Besonders angespannt ist die Lage in Greiz, hier liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut Risklayer bei 500. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist für den Landkreis Greiz eine Inzidenz von 492 aus. Das RKI berechnet die Sieben-Tage-Inzidenz etwas anders als Risklayer.

07:22 Uhr | New York erinnert an Corona-Tote

Während einer -Gedenk-Zeremonie wurden Bilder von New Yorkern, die durch die Pandemie verloren gegangen waren, auf die Brooklyn Bridge projiziert.
Während der Zeremonie waren auf der Brooklyn Bridge Bilder von New Yorkern zu sehen, die am oder mit dem Coronavirus starben. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Die Stadt New York hat an die mehr als 30.000 Einwohner erinnert, die bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind. Zunächst gab es eine Schweigeminute. Später spielten unter anderem Musiker der New Yorker Philharmoniker. Währenddessen wurden Bilder von einigen Pandemie-Opfern auf die Brooklyn Bridge projiziert. Schon vor der virtuellen Gedenkfeier hatte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio gesagt: "Wir ehren die Leben derjenigen, die wir an diese schlimme Pandemie verloren haben, und kommen als Stadt zusammen um zu trauern, zu heilen und in eine bessere Zukunft zu schauen". New York war im Frühjahr 2020 zum Zentrum der Pandemie in den USA geworden.

06:46 Uhr | Buchläden in Thüringen dürfen Kunden empfangen

Ab heute können in Thüringen Buchläden, Kinderschuhgeschäfte, Bibliotheken und Anbieter körpernaher Dienstleistungen wieder öffnen. Das sieht die neue Corona-Verordnung des Landes vor. Sie gilt seit Sonntag und vorerst bis Ende März. Es gibt jedoch Auflagen. So darf nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern eingelassen werden. Auf zehn Quadratmetern darf sich nur ein Mensch aufhalten und die Kontakte müssen nachverfolgbar sein. Außerdem ist zum Beispiel der Gang ins Solarium wieder möglich. Voraussetzung ist, dass in diesen sogenannten körpernahen Bereichen eine Maske getragen wird. Ist dies nicht möglich, muss ein negatives Testergebnis vorgezeigt werden.

06:43 Uhr | Auch Schulen im Burgenlandkreis öffnen

Im Burgenlandkreis öffnen heute trotz erneut steigender Corona-Infektionszahlen die Schulen wieder. Nach Angaben des Landkreises haben inzwischen alle Lehrer ein Impfangebot erhalten. Über 70 Prozent sollen es bereits angenommen haben. Alle Schüler könnten darüber hinaus dreimal pro Woche auf eine Corona-Infektion geprüft werden. Als Grund für die Öffnung war auch das Sinken der Inzidenz unter die Marke von 200 genannt worden. Dieser Wert wurde inzwischen jedoch wieder überschritten. Dem Risklayer-Projekt zufolge liegt die 7-Tage-Inzidenz im Burgenlandkreis bei 203.

06:37 Uhr | Erste Hausärzte in Sachsen impfen

In Sachsen startet heute offiziell ein Modellprojekt, bei dem ausgewählte Hausärzte ihre Patienten gegen das Coronavirus impfen können. Landesweit beteiligen sich 39 Hausarzt-Praxen, unter anderem in Dresden, Radeberg, Annaberg-Buchholz, Borna und Markneukirchen. Zum Impfstart besucht Sozialministerin Petra Köpping heute eine Praxis in Dippoldiswalde. Sie will sich einen Überblick über die Impf-Bedingungen verschaffen und mit dem Hausarzt und mit den Patienten ins Gespräch kommen. Die Modell-Praxen sind vom Deutschen Roten Kreuz mit dem Impfstoff von Astrazeneca beliefert worden. Allgemein soll es Hausärzten in Sachsen erst Mitte April erlaubt sein, Patienten gegen Corona zu impfen.

06:29 Uhr | Niederlande stoppen Impfungen mit Astrazeneca

Auch die Niederlande haben Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca gestoppt. Wie das Gesundheitsministerium am späten Abend erklärte, wird die Verwendung des Vakzins für zwei Wochen ausgesetzt. Nach Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen habe die Arzneimittelbehörde des Landes den vorläufigen Stopp empfohlen. Nach Angaben des Ministeriums wurden in den Niederlanden bisher keine Fälle von schweren Nebenwirkungen bekannt. Nach Berichten über Blutgerinnseln bei Geimpften hatten mehrere Länder beschlossen, den Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns vorerst nicht mehr zu verwenden, darunter Irland, Norwegen und Bulgarien.

06:16 Uhr | Präsenz-Unterricht in Sachsen beginnt

In Sachsen öffnen heute nach drei Monaten Lockdown wieder die Gymnasien und Oberschulen. Für die Schüler ab der 5. Klasse ist zunächst ein Wechsel-Modell geplant, um kleinere Klassengrößen mit genügend Abstand zu ermöglichen. Vorgesehen war, dass die Schüler das Schulgelände nur mit einem Corona-Test betreten dürfen. Allerdings verfügen noch nicht alle Schulen über genügend Testmöglichkeiten. Die Test-Pflicht soll nun laut Kultusministerium erst gelten, wenn ausreichend Tests da sind.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 15. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. März 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland